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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Annabell95:

Düstere Casino-Atmosphäre

Casino Durable - All in with the Devil von Carina Benning

Dawn wird Zeugin eines Mordes und weiß, dass der Täter hinter ihr her ist. Um sich zu schützen, lässt sie sich absichtlich beim Betrug im luxuriösen Casino der Familie Durable erwischen, damit sie im Gefängnis sicher ist. Doch einen Durable betrügt man nicht. Gabriel Durable, der Erbe und Sicherheitschef des Casinos durchschaut ihr Vorhaben.

Statt sie fallen zu lassen, zwingt er sie, ihm bei der Suche nach einem geheimen Feind zu helfen, der seine Familie bedroht. Während sie gemeinsam in ein gefährliches Spiel geraten, wächst zwischen der misstrauischen Betrügerin und dem kontrollierten Casinobesitzer eine unerwartete Nähe.

"Casino Durable - All in with the Devil" ist der erste Band der Casino Durable-Reihe.

Die Handlung wird in der Ich-Erzählform von Dawn und Gabriel in wechselnden Perspektiven erzählt. Die ständigen Wechsel der Sichtweisen macht die Geschichte nahbar, intensiv und zeigt, wie unterschiedlich beide die gleiche Welt wahrnehmen. Die Dynamik zwischen den beiden Hauptprotagonisten ist sehr gut. Es knistert, mal ist es explosiv und mal leise. Man wird neugierig was zwischen den beiden als Nächstes passiert.

Der Einstieg in die Handlung war sehr spannend. Man begleitet Dawn, die absichtlich im Casino betrügt, mit cleveren Tricks, Täuschungen und perfekt inszenierten Betrugsmaschen. Diese Szenen sind so lebendig und spannend geschrieben, dass man das Adrenalin fast selbst spürt. Der Mittelteil des Buches ist dann etwas ruhiger. Hier wurde die Lovestory Liebesgeschichte mir etwas zu viel und zu dramatisch. Zum Ende hin zieht die Spanndung wieder an und der Epilog macht neugierig auf die Fortsetzung.

Das Setting, dem Casino in Monte Carlo, fand ich das Beste am Buch. Man spürt das Klicken der Roulettekugel, das Rascheln der Karten, die Mischung aus Glamour und Gefahr. Die Atmosphäre bleibt durchgehend düster, elektrisierend und leicht bedrohlich, perfekt für die Mafia‑Vibes, die sich nach und nach entfalten.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Durch die bildhaften Beschreibungen wirken die Figuren, Handlungen und das Setting sehr lebendig. Dadurch wird eine tolle, düstere Casino-Atmosphäre geschaffen.

Mein Fazit:
Ein düster‑spannenden Mix aus Mafia‑Vibes, Glücksspiel‑Atmosphäre und intensiver Charakterdynamik. Kleine Längen im Mittelteil, aber insgesamt ein packendes Leseerlebnis mit Suchtfaktor.

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Rezensionen von Odina:

Fesselnde Geheimdienst-Story

Dunkelmann von Lars Findsen; Jacob Weinreich

Der Thriller „Dunkelmann" wurde von Lars Findsen und Jacob Weinreich verfasst und erschien am 25. März 2026 im Fischer Scherz Verlag. Das Buch umfasst 480 Seiten und das düstere Cover ist passend zum Titel gestaltet. In der Geschichte geht es um eine chinesische Delegation in Kopenhagen, bei der ein Mitglied mit falscher Identität auffällt.

Agentin Maja Birk ermittelt und entdeckt ein rätselhaftes Interesse an einem Forschungsprojekt im Nordpolarmeer, während die Handlung mit überraschenden Wendungen fesselt. Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Die kurzen Kapitel und der Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven verleihen der Handlung viel Dynamik. Die Spannung bleibt konstant hoch, was vor allem an den aktuellen politischen Themen und der gelungenen Verbindung von Spionage, internationalen Konflikten und persönlichen Geschichten liegt. Die Charaktere sind glaubwürdig und übersichtlich gestaltet, was den Einstieg erleichtert und ein echtes Mitfühlen ermöglicht. Besonders Maja Birk bleibt als facettenreiche Hauptfigur mit ihrer Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit im Gedächtnis. Insgesamt ist das Buch ein sehr guter Agententhriller für alle diejenigen, die gerne mitfiebern.

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Rezensionen von peedee:

Unterhaltsam

39 Grad Mord von Jenny Lund Madsen

Hannah Krause-Bendix, Band 2: Jeder Autor träumt davon, dass das eigene Werk erfolgreich ist. So natürlich auch Hannah Krause-Bendix. Wenn es nur nicht ausgerechnet der vermaledeite Krimi wäre, den sie geschrieben hat. Warum nicht einer ihrer geliebten Romane? Sie soll Band 2 schreiben und wird dafür von ihrem Lektor nach Sizilien geschickt.

Hannah hat jedoch gar kein Interesse, einen zweiten Krimi zu schreiben. Ihre Unlust ertränkt sie im Alkohol. Kurz nach ihrer Ankunft in Italien liegt eine Leiche in der Küche. Stoff für einen Krimi? Nein, denn Hannah steht als Verdächtige im Zentrum der Ermittlungen…

Erster Eindruck: Buchtitel und -cover gefallen mir sehr gut.

Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Ich habe jenen zwar vor ein paar Jahren gelesen, was mir jedoch gar nicht mehr präsent war.

Der Einstieg in die Geschichte war gelungen: Hannah ist verpflichtet, ihr Buch bei möglichst vielen Gelegenheiten zu promoten, so auch bei einer TV-Sendung. Leider ist der Moderator aus Hannahs Sicht einfach zu dumm: „Kann man da nicht glatt sagen, Sie sind der Erbprinz der Dummheit?“ Sie verlässt das Studio – herrlich! Der Lektor schickt Hannah also ins Schreib-Exil nach Sizilien. Nicht schlecht, oder? Aber Hannah hat nicht nur eine Schreibblockade in Sachen Krimi, nein, sie hat auch Liebeskummer, denn ihre Geliebte Margrét ist nach wie vor verheiratet und so können sie nicht offiziell zusammen sein. Kurz nach ihrer Ankunft in Italien steckt sie schon mittendrin in einem realen Mordfall, denn in dem Haus, in dem sie übernachtet hatte, wurde die Hausherrin tot aufgefunden und deren Mann ist verschwunden! Was ist passiert? Für die Polizei ist schnell klar, dass der flüchtige Ehemann wohl der Schuldige sein wird, behält aber auch Hannah im Visier. Hannah muss den wahren Täter finden…

Hannah hat übrigens einen klitzekleinen Hang zur Übertreibung: „Gerade hatte sich alles um viertausend Prozent verschlechtert.“ Okay, wenn’s weiter nichts ist… Es kommt auch zu einem Wiedersehen mit ihrem „Hassobjekt“ Jørn Jensen, dem erfolgreichen Krimischreiber. Es gab immer wieder prekäre Situationen, in die sich Hannah selbst hineinmanövriert hatte. Die Geschichte war in erster Linie unterhaltsam (und zudem alkohollastig), aber wenig spannend – knappe 4 Sterne.

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Rezensionen von Traude.W:

Ein Roman, der mich nicht mehr losgelassen hat:

Verführt in Verona von Gertrude Neges

Ein wunderschöner Liebesroman mit einer Kulisse, die mir den Urlaub direkt ins Wohnzimmer gezaubert hat. Die Beschreibungen der Landschaft rund um den Gardasee, der Hotels und des gesamten Ambientes vermitteln so viel italienisches Flair, dass man sich selbst mitten in Verona wiederfindet. Auch die Geschichte selbst ist spannend, leidenschaftlich und zugleich von berührendem Drama durchzogen.

Besonders das Ende überrascht mit einer Wendung, die man überhaupt nicht kommen sieht. Einfach toll und absolut lesenswert.

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Rezensionen von libraryoflaura:

Wenn die Wahrheit dir den Boden unter den Füßen wegzieht

Pure Grace Academy (Band 1) - The Final Bow von Jennifer Bright

WORUM GEHT ES?
Stell dir vor, du kehrst an den Ort zurück, der für den größten Verlust deines Lebens steht, und niemand darf wissen, was du wirklich dort suchst.
Aurélie tritt an der Pure Grace Academy in Paris ein schweres Erbe an.
Während die Welt glaubt, ihre Mutter hätte sich das Leben genommen, sucht Aurélie in den dunklen Fluren der Academy nach der Wahrheit.

In einer Welt aus gnadenloser Disziplin und dem ständigen Druck nach Perfektion trifft sie auf Lucian. Er war einst ihr bester Freund, doch seit zwei Jahren herrscht zwischen ihnen nur noch eisiges Schweigen.
Aurélie muss herausfinden, wer ihre Mutter wirklich auf dem Gewissen hat, bevor die Schatten der Vergangenheit auch sie in die Tiefe ziehen.

WAS MIR GUT GEFIEL:
- Wundervoller Schreibstil: Jennifers Art zu schreiben ist einfach magisch! Leicht, fast schon poetisch und dabei so nahbar, dass man das Gefühl hat, direkt neben den Charakteren an der Stange zu stehen.
- Setting zum Verlieben: Das Setting der Pure Grace Academy ist ein absoluter Traum. Da ich selbst viele Jahre Ballett getanzt habe, fühlte sich das Lesen wie ein nach Hause kommen an, jede Faser der Atmosphäre war für mich greifbar.
- Perspektivwechsel mit Tiefgang: Dass wir die Geschichte durch die Ich-Perspektive von Aurélie und Lucian erleben dürfen, ist ein riesiger Pluspunkt. Man fühlt den Schmerz, die Wut und die langsame Heilung hautnah mit.
- Heilsame Nebencharaktere: Luna und Joel sind die absoluten Schätze der Geschichte! Sie schenken dem spannenden und teils sehr düsteren Suspense-Teil der Handlung so viel Licht, Wärme und Hoffnung.
- Emotionale Wucht: Die Geschichte schafft es, die tiefen Wunden von Trauer und Schuldgefühlen so authentisch darzustellen, dass man beim Lesen einfach mitweinen muss.

WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Absolut gar nichts! Für mich war dieses Buch ein Highlight, das mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen hat.

FAZIT:
Dieses Buch ist ein absolutes Must-Read und ein wahres Highlight für alle, die Romance Suspense mit Tiefgang lieben!
Wer emotionale Heilungsprozesse, ein atmosphärisches Setting und eine Prise Nervenkitzel sucht, wird dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen können, eine riesige Empfehlung! ????????

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Rezensionen von uncletom:

Gutes Thema, zäh erzählt

Narbenmädchen von Lilly Bogenberger

Das Cover ist ansprechend gestaltet und passt gut zum ernsten Inhalt des Buches. Narbenmädchen erzählt die Geschichte eines Mädchens, das mit seelischen und körperlichen Narben kämpft und dabei versucht, in einer schwierigen Welt seinen Platz zu finden. Lara ist für einige Zeit in einer Kurklinik, weil sie sich selbst mit Rasierklingen verletzt.

Das Thema ist spannend und sehr aktuell, was mich besonders interessiert hat. In der Klinik lernt sie andere Jugendliche kennen, die aus den unterschiedlichsten Gründen dort sind. Von den Erwachsenen und Therapeuten fühlt sie sich nicht verstanden. Sie lernt dort Freunde kennen, denen sie sich anvertrauen kann, ohne Scheu.

Leider wird die Geschichte langatmig erzählt, und zwischendurch habe ich den roten Faden verloren. Es ist wirklich schade, denn die Idee und das Thema hatten viel Potenzial – ich hatte mir mehr erhofft.

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Rezensionen von @lust_auf_literatur:

Eindringlicher und fesselnder Roman

Sicheres Haus von Marina Vujcic

Nach dem Beenden dieses Romans hatte ich einen dicken Kloß im Hals. Ladas Geschichte, die sie sich selbst aus dem Gefängnis heraus erzählt und somit auch mir, hat mich sehr bewegt und unendlich traurig gemacht.
Denn Lada erlebt in ihrer Ehe viele Jahre partnerschaftliche Gewalt und sie ist nicht in der Lage, sich zu trennen.

Das ist die Geschichte vieler Frauen und sie finden in zu vielen Fällen ein gewaltsames Ende. Die Zahl an Femiziden ist in Kroatien, dem Heimatland der Autorin Vujčić, so hoch, dass das Land den Femizid als eigenständigen Straftatbestand ins Strafgesetzbuch aufgenommen hat. Anders als bis jetzt in Deutschland.
Doch in „Sicheres Haus“ verhindert Lada ihren Femizid, indem sie ihren Mann in Notwehr tötet. Dafür sitzt sie jetzt mehrere Jahre im Gefängnis und kann ihre kleine Tochter nicht aufwachsen sehen.
Ihre Mutter und ihre Schwester haben sich angesichts dieser ungeheuerlichen Tat von ihr abgewendet.

„Normalerweise ist die Frau das Opfer, aber sie ist nur dann das Opfer, wenn sie tot ist.“

Vujčić arbeitet diese Ungeheuerlichkeit deutlich heraus. Lada wird von der Gesellschaft, ihrer Familie und letztendlich auch vom Gericht dafür verurteilt, dass ihre Geschichte nicht wie üblich geendet hat und ihr Mann, ein angesehener Universitätsprofessor, jetzt tot ist.

Auch Lada selbst empfindet ungeheurer Schuldgefühle und geht in Gedanken in ihrer Ehe zurück, an den Beginn der Gewalt.

Was als Liebesgeschichte begann, wird schnell zu einer Beziehung, in der nur noch einer Kontrolle und Macht ausüben kann. Am Anfang ist es nur die Kleidung, die Lada nicht mehr selbstständig auswählen darf, später gibt sie ihren Beruf auf, der ihrem Mann Grund für Eifersucht gibt. Wenn Lada sich nicht den Wünschen ihres Partners fügt, verleiht er seinen Worten auch mit körperlicher Gewalt Nachdruck. Mehrmals versucht Lada, ihn zu verlassen, aber niemand glaubt ihr, dass hinter dem freundlichen Gesicht des Professors auch ganz andere Seiten stecken.
Mit dreisten Lügen und schließlich einer Schwangerschaft hält er Lada fest in seinem Griff und die Spirale aus Kontrolle, Demütigungen und Gewalt spitzt sich immer mehr zu.

Ich finde die Schilderungen dieser Ehe sehr nachvollziehbar und bedrückend und auch Lada erkennt im Rückblick viele der Manipulationen und des Missbrauchs. Sie schwankt zwischen Selbstvorwürfen und Rechtfertigungen und findet Trost und Gemeinschaft bei den anderen inhaftierten Frauen.
Sie fragt sich oft, ob es einen anderen Ausweg gegeben hätte.

“Denn wenn du das Szenario, dass du ein totes Opfer hättest sein können, gegen das abwägst, dass du eine Mörderin geworden bist, gibt es kein gutes und kein gerechtes Ergebnis.”

Vujčić hat für ihren neuen Roman Täter- und Opferbilder in der medialen Darstellung untersucht und unter anderem mit Frauen im Strafvollzug gesprochen.
Das Ergebnis ist ein äußerst eindringlicher und auch fesselnder Roman, den Vujčić nicht nur als literarischen Fall betrachtet wissen will, sondern als Realität, die uns alle betrifft.

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Rezensionen von Danislesestube:

Solider Einstieg in die Reihe

Diener des Ordens von C. Gina Riot

Lange bin ich um das Buch herumgeschlichen. Jetzt liegt es endlich vor mir. Hat es sich gelohnt. Ja, ABER …

Am Anfang der Handlung hat die Autorin sehr viele Informationen über die Charaktere, Ortschaften, Praktiken und und und hineingepackt. Das könnte Leser etwas überfordern. Ich empfand es persönlich als gut dosiert, so hatte die Handlung mehr Platz, um sich entfalten zu können.

Und hat sie das? Ja. Denn dieses Buch ordnet sich nicht einfach so im Dark Fantasy Bereich ein. Hier wird geopfert, gemeuchelt und sehr viel Blut in sämtliche Himmelsrichtungen verteilt. Klar. Die Charaktere gehen auch nicht einfach mal eben spazieren. Apropos Charaktere.

Diese haben sich zu meiner Freude im Laufe der Handlung gut weiterentwickelt. Sie wurden erfahrener und vielschichtiger. Es gab auch eine politische Ebene, die recht gut in die Handlung gepasst hat und viele Ereignisse, mit denen man als Leser großteils zu tun hat, ausgelöst hat. Intrigen, Lügen und Gewalt inklusive. Die Beschreibungen der Ortschaften, Tätigkeiten der Charaktere, Gegenstände und der Umgebung allgemein haben mir durchgehend gut gefallen. Sich das Ganze bildlich vorzustellen, war gar kein Problem.

Kritik gibt es bei mir unter anderem beim Ende. Das war seltsam ruhig und nicht wirklich befriedigend. Außerdem wurde mit dem Zweigesicht erstaunlich wenig gemacht. Schade. Offenbar reichte dessen Existenz aus, um was genau damit zu machen? Ich habe mir längere Zeit den Kopf darüber zerbrochen. Die Art und Weise, wie es entstanden ist, wurde wiederum super umgesetzt.

Am Ende haben wir hier, trotz Kritik, einen soliden Dark Fantasy Roman, den sich Fans des Genres anschauen sollten.

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Rezensionen von nanu?!:

Neuanfang in Deerhusen

Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick von Bente van der Meer

Die Familie Duval fällt aus allen Wolken, als plötzlich die Polizei vor der Haustür steht und eine Razzia durchführt.
Nicht nur eine Menge Beweismittel werden mitgenommen, der Familienvater Sebastian wird ebenfalls abgeführt. In Handschellen! Der hat nämlich den Staat um enorme Summen betrogen.

In der Münchener Villa bleiben die Ehefrau Isabell und die beiden erwachsenen Kinder Lucas und Clara zurück.
Was jetzt? Draußen steht schon die Presse, wie eine hungrige Meute parat und der Anwalt rät ihnen, am besten erst einmal unterzutauchen.
Also ab nach Deerhusen in Isabells Elternhaus, aber da hat Isabell sich 30 Jahre lang nicht blicken lassen.

Eingefangen hat mich dieses geniale Cover, und dann der leicht sarkastische Untertitel. Aber der Reihe nach.
Die erste Hälfte des Buches hat mich wunderbar unterhalten.
Bei Isabell läuft gerade alles drunter und drüber. Im Grunde, fällt ihr gesamtes Leben auseinander und trotzdem wird dieser Part der Geschichte ziemlich witzig erzählt.
Da sind die reichen und verwöhnten Duvals die von jetzt auf gleich pleite sind, und zum ersten Mal versuchen müssen, mit den Öffis irgendwo hinzukommen.
Das Leben ist hart, so plötzlich ganz ohne Dienstmädchen, Spinatsmoothie und privater Yogalehrerin, und nicht immer haben mir die drei Leid getan beim bewältigen ihres neuen Alltags.
Natürlich liegt Deerhusen weit unter dem, was sie sonst so gewohnt sind.
Dann der Konflikt mit Stine, Isabells Schwester, die das Haus übernommen hat. Warum sollte gerade sie den Duvals helfen, wo doch Isabell die Familie verlassen und sich ewig nicht gemeldet hat?
Als Leserin war ich natürlich neugierig zu erfahren, was damals vorgefallen ist, um sich so heftig zu verkrachen. 30 Jahre sind eine lange Zeit, so eine ausgedehnte Sendepause muss man wollen.

Deerhusen als Schauplatz hat mir direkt gefallen.
Da ist dieses beschauliche Dörfchen in Nordfriesland, die Dorfbewohner die man ein wenig kennenlernt, die Schafe auf dem Deich und das Meer. Ja, da würde ich gleich Urlaub machen wollen, so schön ist Deerhusen beschrieben.
Das mit der Gemütlichkeit in diesem Wohlfühlroman klappt schon mal sehr gut. Aber ab der Hälfte leidet schon die Spannung ein wenig darunter.
Der Humor vom Anfang fehlte mir irgendwann, das Tempo wird gemächlicher, alles fügt sich so glatt ineinander.
Besonders die Szene mit Sebastian hat mir aus Gründen nicht gefallen.
Der Handlung folgte ich zwar noch gerne, aber nicht mehr so gespannt.
Aber nichts gegen die Schafe. An Anneliese und Hannelore lasse ich nichts kommen.

Trotz allem ist dies ein toller erster Roman des Autorinnenduos Indra Janorschke und Jenna Schönberg.
Wie es aussieht, soll "Willkommen in Deerhusen" eine Reihe werden. Gerne, aber dann bitte mit ein bisschen mehr Schmackes.

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Rezensionen von Philiene :

Ein Buch das lange im Gedächtnis bleibt

Wo der Wind die Namen trägt von Anja Jonuleit

Es gibt Bücher die man nicht vergisst, die so intensiv sind das sie einen noch lange beschäftigen. So geht es mir mit Wo der Wind die Namen trägt .

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt. Einmal haben wir Inge in der Gegenwart die sich nach vielen Jahren ihrer Vergangenheit stellt, obwohl sie das eigentlich nicht will.

Die anderen beiden Perspektiven spielen kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Auch hier begleiten wir Inge, aber hier ist sie noch ein Kind. Außerdem folgen wir Helga einer Jornalistin die sich nicht mit dem Satz:: "Jetzt ist aber auch mal gut." abfinden will.

Das besondere an diesem Roman ist die Authentizität mit die Anja Jonuleit ihre Geschichte erzählt. Immer mehr Schkierendes kommt ans Licht. Es werden die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte beleuchtet und auch das Schweigen und Vertuschen ist ein Thema.

Das ganze in einem kleinen Ort. In dem die unterschiedlichsten Menschen aufeinandertreffen und mittendrin ein kleines Mädchen das erst Jahre später versteht was damals passiert ist.

Ich war in dieser Geschichte gefangen und obwohl dieser Roman so ehrlich und realistisch von schrecklichen Ereignissen erzählt, konnte ich nicht aufhören zu lesen und ich hoffe das das auch noch ganz viele Menschen tun, den niemals darf vergessen werden was damals geschah.

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