Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Annabell95:
Rache
Revenge von Svenja Diel
Die drei Jugendlichen, Liv, Sara und Vince, werden durch ein plötzliches Gewaltverbrechen aus ihrem normalen Leben gerissen und müssen sich danach mit Angst, Schuldgefühlen und den Folgen traumatischer Erfahrungen auseinandersetzen. Während die Polizei versucht, den Täter zu finden, geraten Liv, Sara und Vince in einen Strudel aus Misstrauen, gefährlichen Wahrheiten und der Frage, ob ihre Freundschaft stark genug ist, um all das auszuhalten.
Jede Entscheidung bringt sie näher an die Wahrheit oder tiefer in die Abgründe der eigenen Vergangenheit.
Die Story entfaltet sich über drei Perspektiven - Liv, Sara und einem myteriösen "ER". Das sorgt für Abwechslung und Dynamik der Handlung. Durch die wechselnden Perspektiven bekommt man intime Einblicke in Gedanken und Motive der Charaktere. Man pendelt zudem ständig zwischen Nähe, Zweifel und Misstrauen. Mit jedem Kapitel wächst das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Die Sichtweise des unbekannten Erzählers wirft immer neue Fragen auf, und man ertappt sich dabei, wie man jede Figur infrage stellt.
Die Handlung entwickelt sich stetig weiter, die Spannung steigt kontinuierlich, und immer wieder tauchen unerwartete Wendungen auf, die das Bild neu zusammensetzen. Das Ende hingegen kam nicht ganz mit und blieb etwas schwächer zurück, aber dennoch blieb es spannend und man wollte wissen, wie alles zusammenhängt.
Die Figuren selbst wirken teilweise etwas blass, was die emotionale Bindung erschwert. Dennoch gibt es Nebencharaktere, die sofort Sympathie wecken und andere, die bewusst Distanz erzeugen. Die Hauptprotagonistin Liv bleibt dabei die stärkste Figur. Sie ist entschlossen, loyal und bereit, alles für ihren Bruder zu tun.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm, leicht zu lesen.
Mein Fazit:
Ein sehr spannender YA-Thriller mit vielen überraschenden Wendungen. Er ist auch sehr gut für Erwachsene geeignet. Daher gibt es von mir eine Leseempfehlung.
Persönliche Verstrickungen
Vega Varg - Das Schweigen der Insel von Åsa Hellberg
Auf der Insel Südkoster wird ein junger Mann ermordet aufgefunden. Die Ermittlerin Vega Varg ist als Erste vor Ort und sie kennt den Toten bereits, seitdem er ein kleiner Junge war. Zusammen mit ihren beiden Polizisten-Söhnen beginnt sie zu ermitteln. Als eine wichtige norwegische Zeugin verschwindet, holt Vega Unterstützung von ihrem Freund Leopold Posse aus Oslo.
Die Spur führt sie zurück zu einem alten Fall: dem Mord an ihrem Ehemann im Jahr 1998.
"Vega Varg - Das Schweigen der Insel" ist der Auftakt in eine neue Krimi-Reihe, die im Grenzbereich zwischen Schweden und Norwegen spielt.
Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, inklusive Rückblenden in Vegas Vergangenheit und in Fredde’s letzte Tage. Gerade Fredde’s Kapitel funktionieren gut, weil man Stück für Stück erfährt, was wirklich passiert ist und welche Hintergründe zu seinem Tod geführt haben. Trotzdem bleiben einige der anderen Charaktere noch sehr blass.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Dennoch ist er leider nicht so bildgewaltig, sodass sich die typische nordische Atmosphäre mit der Düsternis & Kälte nicht ausbreitet. Das Setting mit der abgelegenen Insel war dafür gut geschaffen.
Die Spannung entwickelt sich eher verhalten. Es plätschert lange vor sich hin, man wartet darauf, dass etwas passiert, doch es bleibt ein ständiges Hin und Her ohne klaren Spannungsbogen. Die Ermittlungsarbeit fällt knapp aus, die Auflösung kommt überraschend schnell und ohne greifbare Beweise, sodass kaum Raum zum Miträtseln entsteht. Einige Twists sorgen zwar für kurze Spannungsmomente, aber da war noch recht viel Luft nach oben. Einiges bleibt am Ende noch offen, sodass hier Raum für eine Fortsetzung geschaffen worden ist.
Mein Fazit:
Dieser Auftaktband hatte für mich noch recht viel Luft nach oben. Bei mir wollte sich einfach nicht die typische nordische Spannung einstellen. Im Großen und Ganzen fand ich diesen Krimi einfach viel zu ruhig, ohne dass etwas Großartiges passiert wäre. Ob ich die mögliche Fortsetzung lesen werde, bin ich mir noch nicht sicher. Da es mir eindeutig zu ruhig war, gebe ich nur eine Leseempfehlung für diejenigen, die sehr ruhige Krimis mögen.
Spannung im isländischen Hochland
Schlafende Vulkane von Michael Hjorth; Bjarni Thorsson
Helga Jónsdóttir steht vor ihrem ersten großen Fall. Eine junge Frau wird ermordet in einem Reitstall gefunden, doch ihr zehnjähriger Sohn ist verschwunden. Helga vermutet, dass der Junge vor seinem gewalttätigen Vater geflohen ist und sich in den gefährlichen Höhlen der isländischen Vulkanlandschaft versteckt.
Um ihn rechtzeitig zu finden, holt sie den Wildnisexperten Bjarki an ihre Seite. Während die Suche läuft, taucht eine zweite tote Frau auf. Helga erkennt, dass sie es mit einem Täter zu tun hat, der hochintelligent, kalt und bereit ist, jedes Limit zu überschreiten.
"Schlafende Vulkane" ist der Auftakt in eine neue isländische Thriller-Reihe mit dem Duo Helga und Bjarki.
Die Handlung wird in wechselnden Perspektiven erzählt. Man erhält Einblick in die Ermittlungsarbeit in der Perspektive von Helga, Bjarki und Yvette, aber man bekommt auch Einblicke in die Perspektive des Täters. Dabei lernt man die Figuren schon etwas kennen. Sie haben ihre eigenen Ecken und Kanten, was sie dadurch sehr authentisch macht.
Obwohl der Täter relativ früh feststeht, geht die Spannung nicht verloren. Eher im Gegenteil, es entwickelt sich ein Katz‑und‑Maus-Spiel, bei dem man ständig mitfiebert. Die Frage ist nicht wer, sondern wie weit kommt er noch? und kriegen sie ihn rechtzeitig? Die Jagd ist packend, voller Wendungen und wird durch die vielen Cliffhanger an den Kapitelenden noch verstärkt.
Der Schreibstil ist flüssig, klar und gleichzeitig sehr bildhaft. Man hat die Szenen und Handlungsorte sehr visuell vor seinen Augen. Mit den Vulkanlandschaften und der rauen Natur ist das Setting sehr beeindruckend. Eine wirklich tolle Kulisse, wo sich das ganze Geschehen abspielt. Durch das Bildhafte wirkt es atmosphärisch und es entwickelt sich die typische düstere Island-Krimi-Stimmung.
Mein Fazit:
Ein sehr gelungener Auftakt in die neue Reihe. Auch wenn der Täter schon relativ früh bekannt war, wurde es umso spannender. Es war so fesslend, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Der Cliffhänger ganz zum Schluss macht neugierig auf den Folgeband, den ich auch definitiv lesen werde. Eine ganz klare Leseempfehlung.
Suche nach Isabelle
Schattenmädchen von Frida Skybäck
Die Studentin Isabelle verschwindet nach einer Sommerparty eines erfolgreichen Tech‑Start-ups, dessen charismatischer Gründer jede Verbindung zu ihr abstreitet. Doch die Ermittler Fredrika Storm und Henry Calment stoßen auf Parallelen zu einem alten Mordfall an einer anderen Studentin. Obwohl damals jemand verurteilt wurde, zeigen sich deutliche Fehler in der damaligen Untersuchung.
Immer klarer wird, dass beide Fälle miteinander verknüpft zu sein scheinen. Und die Universität Lund trägt ein dunkles Geheimnis.
"Schattenmädchen" ist der dritte Band der Reihe mit dem Ermittler-Duo Fredrika Storm und Henry Calment. Der Fall selbst ist in sich abgeschlossen und lässt sich auch ohne Vorkenntnisse lesen. Jedoch empfiehlt es sich für die Entwicklung der Protagonisten auch die Vorgänger der Reihe zu kennen.
Die Handlung wird hauptsächlich aus der Perspektive mit Fredrika erzählt. Es dominiert weit über die komplette Handlung hinweg. Doch hin und wieder bekommen auch die anderen Protagonisten eine Perspektive, was dann recht abwechslungsreich ist. Der Schreibstil lässt sich angenehm und flüssig lesen. Durch die bildhafte Sprache konnte ich mir Setting, Atmosphäre und die Ermittlungsarbeit jederzeit lebhaft vorstellen.
Der Plot kommt ohne große Spannung aus. Viel mehr ist es eher eine ruhige, aber stetige Spannung ohne große Actionspitzen. Man begleitet das Ermittler-Duo Fredrika & Henry viel mehr bei ihrer Ermittlungsarbeit. Es gestaltet sich wie ein Puzzle, das sich Stück für Stück zusammensetzt, was dazu führt, dass man anfängt selbst mitzurätseln. Man verfolgt immer die Fragen: Ist Isabelle tot? Wer steckt dahinter? Wo ist sie – und was ist wirklich passiert? Immer wieder stößt man auf falsche Fährten, die einen bewusst in die Irre führen, bevor sich alles in einem unerwarteten Schluss zusammenfügt.
Das Ermittler-Duo Fredrika & Henry ist sehr authentisch. Ihre Zusammenarbeit wirkt glaubwürdig, professionell und menschlich. Man spürt ihre Entwicklung, ihre Dynamik und ihr Vertrauen. Zudem haben beide auch private Probleme, die einen während der Handlung nahe gebracht werden. Manchmal ist es nur etwas zu ausschweifend und hat die Spannung und Ermittlungsarbeit ein wenig gestört.
Mein Fazit:
Der dritte Fall überzeugt wieder mit ruhiger Spannung und dem authentischen Ermittler-Duo. Eine Leseempfehlung für alle, die miträtselbare, unaufgeregte Ermittlungen mögen und die Reihe um Fredrika & Henrys weiter verfolgen wollen.
Mehr ein Familiendrama
Meeresdunkel von Till Raether
Eigentlich sollte es für zwei Familien der perfekte Urlaub werden, doch nun laden beide wegen einer Doppelbuchung gemeinsam in einer abgelegenen Finca auf Mallorca. Beide versuchen die Urlaubsstimmung zu bewahren, nur fällt es sehr schwer. Die Finca ist sehr renovierungsbedürftig. Der Pool ist leer und eine unheimliche Atmosphäre legt sich über den Ort.
Dann zieht ein heftiger Sturm auf. Für einen von ihnen endet die Reise tödlich. Der Sturm hindert an der Abreise und in der eingeschlossenen Situation wird deutlich, dass niemand zufällig hier ist. Jemand hat diese Begegnung geplant, und zwischen den Beteiligten bestehen verborgene Verbindungen, die nun ans Licht drängen.
Das Setting mit der abgelegenen und renovierungsbedürftigen Finca direkt an einer Klippe von Cala Santyaní war super. Der Schreibstil lässt sich angenehm flüssig lesen und man kommt relativ schnell durch die Seiten. Das war aber auch schon gefühlt das einzig positive an diesem Thriller.
Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven zwischen Henrike, Samuel und dem achtjährigen Juri erzählt. Durch diese Erzählweise hätte man Dynamik erzeugen können, doch leider enstand hier kaum Spannung. Über weite Strecken ist es träge und langatmig. Die erste Hälfte fühlt sich fast an wie eine Urlaubserzählung, wann welche Unternehmungen gemacht wurden und mit wem. Ab der Mitte wird es kurz besser, bevor das Tempo wieder abfällt. Trotz Sturm, Dunkelheit und bedrohlicher Atmosphäre entsteht kein echter Nervenkitzel. Es wirkt weniger wie ein Thriller und sondern eher wie ein Familiendrama über Beziehungen, Risse und unausgesprochene Konflikte.
Die Spannung ist nur unterschwellig durch das Setting und der düsteren Atmosphäre. Außerdem wurden die Figuren in der Handlung bewusst unsypathisch gehalten, was vermutlich zu dieser unterschwelligen Spannung beitragen soll. Allerdings fällt es dadurch schwer überhaupt eine Bindung zu ihnen aufzubauen. Zwischen ihnen brodelt es, ohne dass es je richtig eskaliert.
Mein Fazit:
Dieser Thriller hatte definitiv Potenzial allein schon von der Plotidee. Allerdings wurde es ganz und gar nicht ausgeschöpft, was sehr schade ist. Ein tolles Setting und die düstere Atmosphäre wurde gut geschaffen, aber leider ist hier Fehlanzeige an Spannung und Nervenkitzel und das habe ich eigentlich von diesem Thriller erwartet. Daher kann man es lesen, aber man darf nicht viel erwarten. Wenn man es nicht liest, verpasst man aber auch nichts.
Assassinen-Romantasy
Empire of Whispers and Shadows von Ursa Jaumann
Saya wächst im abgeschotteten Dschungel auf und wird dort zur Assassinin des Gottkaisers ausgebildet. Um ihre Freiheit zu erlangen, muss sie sieben lebensgefährliche Prüfungen bestehen und das ausgerechnet gemeinsam mit Teno, dem Mann, der ihre Eltern töten ließ und ihr dunkelstes Geheimnis kennt.
Obwohl sie ihn verachtet, bleibt ihr keine Wahl. Nur wenn sie zusammenarbeiten, können sie überleben.
"Empire of Whispers and Shadows" ist der Auftakt in die neue Assassinen-Romantasy-Reihe mit der Assassinenschülerin Saya.
Die Handlung wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Saya und Teno. Dadurch spürt man ihre Gedanken, Ängste und Entscheidungen hautnah. Man fiebert intensiv mit ihnen mit. Einige Szenen sind wirklich brutal, blutig und gefährlich. Die Kapitel enden häufig mit Cliffhängern, die eigentlich Spannung erzeugen sollten. Allerdings fehlt oft die erwartete Ausführung. Statt die Szene weiterzuführen, springt die Handlung abrupt weiter. Diese harten Szenenwechsel nehmen der Geschichte Dynamik und somit bleiben erzählerische Chancen ungenutzt.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, doch trotz des starken Ansatzes verliert die Handlung im Verlauf an Spannung. Der rote Faden wirkt nicht immer klar, manche Passagen verwirren eher, als dass sie fesseln.
Man wird in atmosphärisch starkes Setting enführt, das von asiatischen und leicht historischen Einflüssen geprägt ist. Die alte Stadt mit ihrem Palast, aber auch den Schatten in den Gassen wirkt geheimnisvoll und bietet eine spannende Bühne für Intrigen, Machtspiele und gefährliche Missionen. Es hatte viel Potenzial, doch die Beschreibungen wurden nie lebendig genug, um wirklich vollständig einzutauchen. Obwohl vieles gut dargestellt war, fehlte der letzte Funke Bildkraft, der die Welt vor dem inneren Auge zum Leben erweckt.
Saya als selbstbewusste Assassinenschülerin, die sich in einer männerdominierten Umgebung behaupten muss, ist eine starke Figur. Die Dynamik zwischen ihr und Teno ist sehr turbulent. Allerdings bleibt die Lovestory etwas im Hintergrund, auch wenn man merkt, dass sich da langsam etwas aufbauen kann. Aber man fühlt es nicht so wirklich.
Mein Fazit:
Tolle Grundidee, starke Protagonistin und ein faszinierendes Setting, auch wenn die Spannung nicht durchgehend trägt. Das Potenzial war definitiv da und ich bin gespannt auf die Fortsetung. Leseempfehlung für alle die asiatisches Setting mögen.
Piratin bei den Nightweavern
Nightweaver von R. M. Gray
In einer einzigen Nacht verliert Aster alles. Bei einem überraschenden Angriff auf See wird ihr Bruder von einem Nightweaver getötet, obwohl diese mächtigen Wesen das Meer seit Jahrhunderten in Frieden lassen. Als noch gefährlichere Kreaturen auftauchen, die Menschen verschlingen und ihre Seelen rauben, wird Asters Familie gefangen genommen.
Unerwartet bietet ausgerechnet der geheimnisvolle Nightweaver Will ihnen Schutz und Arbeit an. Aster will jedoch Rache nehmen. Dafür müsste sie sich mit jemandem verbünden, dem sie eigentlich misstraut. Während sie auf Wills Anwesen lebt, wächst der Zweifel, ob er ihr Feind ist oder vielleicht doch ihr einziger Verbündeter.
"Nightweaver" ist der Auftakt in die Nightweaver-Saga.
Der Einstieg in die Handlung ist sehr stark und spannend. Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Aster erzählt. Dadurch erlebt man ihre Gedanken und Gefühle so intensiv, dass man sofort in die düstere Welt hineingezogen wird. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und bildgewaltig, wodurch die Atmosphäre richtig lebendig wirkt. Man bekommt zu Beginn soagr einen leichten „Fluch der Karibik“-Vibe.
Nach dem starken Start flacht die Spannung etwas ab, bäumt sich aber immer wieder auf. Das Setting bleibt durchgehend düster, atmosphärisch und stellenweise brutal. Beschönigt wird hier nichts. Schade fand ich nur, dass das maritime Flair schnell verschwindet. Der Anfang spielte sich auf dem Meer ab, danach hauptsächlich an Land, wodurch das erhoffte Piratenleben etwas zu kurz kommt. Auch das Ende zieht sich etwas. Da hätte eine kürzere und prägnantere Auflösung gereicht.
Die Grundidee rund um Nightweaver, Sylks, Unterlinge und Elementarmagie ist kreativ und spannend, auch wenn mich die Fülle an Fantasy-Begriffen teilweise etwas überfordert hat. Neben Aster gibt es sehr viele Charaktere. Diese bleiben jedoch eher blass und durch die vielen Namen, kommt man auch mal leicht durcheinander. Trotzdem gibt es immer wieder überraschende Wendungen und Geheimnisse, die die Handlung antreiben.
Die Dynamik zwischen Aster und Will hat definitiv Potenzial, doch die emotionale Zerrissenheit und Spannung zwischen den beiden hätte für mich stärker ausgearbeitet sein dürfen.
Mein Fazit:
Ein düsterer, bildstarker Auftakt mit starker Idee und packendem Start, der trotz kleiner Schwächen bei Figuren, Tempo und Fantasy-Komplexität neugierig auf die weitere Saga macht. Für Fans düsterer Fantasywelten mit Magie, Geheimnissen und starkem Einstieg ist Nightweaver definitiv einen Blick wert.
Enttäuschend
Woman Down von Colleen Hoover
Nach einem heftigen Shitstorm zur Verfilmung ihres Romans steckt Autorin Petra Rose in einer Schreibkrise. In einer abgelegenen Hütte will sie zu sich finden. Dann taucht plötzlich der Detective Nathaniel auf, der ihrer eigenen Romanfigur gleicht. Er inspiriert sie, zieht sie in seinen Bann, doch die Nähe zu ihm wird schnell gefährlich und bedroht alles, was sie sich zurückerarbeitet hat.
Nachdem ich so viele unterschiedliche Meinungen zu dem Buch gehört habe, wollte ich mir unbedingt auch selbst eine Meinung bilden. Doch leider konnte mich "Woman Down" nicht überzeugen.
Der Schreibstil hat mich anfangs etwas abgeholt. Er lässt sich flüssig lesen und so wie es geschrieben ist, wirkt es recht lebendig und auch authentisch. Stückchenweise wirkt die Erzählung wie aus einer Talkshow, Podcast oder einem Film. Jedoch wurde alles unnötig ist die Länge gezogen. Es wird viel geredet, aber wenig erzählt, und die Handlung verliert dadurch an Fokus. Irgendwann habe ich quasi nur noch quergelesen, weil ich doch wissen wollte wie es alles zusammenhängt und wo es am Ende hinführt.
Mit der Hauptfigur Petra, einer Autorin mit Schreibblockade, konnte ich leider nicht warm werden. Sie versinkt häufig in Selbstmitleid und bleibt insgesamt unsympathisch und schwer greifbar. Auch die übrigen Figuren wirken eher wie Rollen, die eine Funktion erfüllen sollen, statt wie echte Menschen. Für mich waren sie oberflächlich und eindimensional, ohne wirkliche Tiefe.
Was ich mir besonders gewünscht hätte, waren Spannung und Thriller‑Elemente. Doch das Buch baut kaum Spannung auf, und die wenigen Ansätze verlaufen schnell im Sande. Einige Szenen wirkten sogar unwirklich, und der Plot insgesamt war für mich vorhersehbar. Inhaltlich hat mich die Geschichte daher nicht erreicht.
Mein Fazit:
Trotz flüssiger Sprache blieb Woman Down für mich inhaltlich schwach. Die Figuren wirkten eindimensional, die Handlung vorhersehbar und echte Spannung kam nie auf. Irgendwann habe ich quasi nur noch quergelesen, weil ich doch wissen wollte wie es alles zusammenhängt und wo es am Ende hinführt. Leider konnte mich die Geschichte nicht überzeugen, daher von mir keine Empfehlung.
Verschwunden im Moor
Moorland. Die Zwillinge von Andreas Winkelmann
Die 18‑jährigen Zwillinge Nike und Jana verschwinden spurlos im nebligen Moor. Trotz intensiver Suche findet man nur ihre Kamera. Kurz darauf tauchen plötzlich beunruhigende Videos von Jana auf TikTok auf. Kommissarin Malia Gold nimmt die Ermittlungen auf und stößt dabei auf ein Netz aus Lügen, das die eingeschworene Dorfgemeinschaft um jeden Preis schützen will.
Während sie versucht, die Mädchen zu finden, wird sie zudem gezwungen, sich den Schatten ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen.
"Moorland - Die Zwillinge" ist der Auftakt in eine neue Thriller-Reihe mit der Kommissarin Malia Gold.
Der Einstieg in die Handlung erforderte ein wenig mehr Konzentrationsleistung, weil viele Figuren mit ihren Namen auf einmal auftauchen. Da musste man sich recht konzentrieren, um nicht durcheinanderzukommen. Nachdem sich aber alles gesetzt hat und man wusste wie man die Figur einzuordnen hat, entfaltet die Handlung ihre ganze Kraft. Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Diese sorgen dafür, dass man immer wieder neue Puzzleteile bekommt und gleichzeitig ständig neue Fragen auftauchen.
Durch den bildgewaltigen Schreibstil, der sich zudem wie gewohnt flüssig lesen lässt und einen ans Buch fesselt, wurde eine düstere und teilweise gruselige Atmosphäre geschaffen. Das Setting aus Nebel, Moor und nächtlichen, winterlichen Szenen schafft es das alles unheimlich wirkt. Man spürt beim Lesen förmlich die Kälte und die Feuchtigkeit.
Der Fall selbst ist clever aufgebaut. Es ist so voller Wendungen, falscher Fährten und Momente, in denen man sicher ist, die Lösung zu kennen, und dann im nächsten Moment doch wieder auf dem Holzweg zu sein. Die Cliffhanger am Ende vieler Kapitel verleiten einen dazu immer weiterzulesen und somit entwickelt sich eine Sogwirkung.
Sehr gut gelungen fand ich die Dialoge zwischen den einzelnen Figuren. Sie wirken so lebendig und authentisch, dass man das Gefühl hat, direkt daneben zu stehen. Dadurch entsteht eine Nähe zu den Figuren und sie werden greifbarer.
Die Hauptprotagonistin Malia wirkt anfangs undurchsichtig, fast verschlossen, und man merkt schnell, dass sie ihre eigenen Geheimnisse mit sich herumträgt. Stück für Stück erfährt man mehr über ihre Vergangenheit und vor allem über das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter. Diese private Ebene verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und Spannung. Außerdem macht es neugierig auf die Fortsetzung der Reihe, weil alles geklärt ist noch nicht.
Mein Fazit:
Dieser Thriller konnte mich wieder absolut fesseln. Die unheimliche Atmosphäre und die vielen Cliffhänger, wo man denkt "nur noch ein Kapitel" haben dafür gesorgt, dass ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte. Ein absoulter Pageturner und natürlich ein MUSS zu lesen für alle Winkelmann-Fans.
Sehr konstruiert
Doppelspiel von Arne Dahl; Jonas Moström
Nach seinem großen Erfolg steckt der Krimiautor Tom Borg mit seiner anhaltenden Schreibblockade in einer tiefen Krise. Auf der Suche nach neuer Inspiration landet er in einem dubiosen Club in Stockholm. Er wird dort Zeuge eines Mordes, der erschreckend genau dem Plot seines neuen, kaum begonnenen Romans entspricht.
Plötzlich gilt er selbst als Hauptverdächtiger. Während immer mehr Realitätselemente mit seiner Fiktion verschmelzen, gerät Tom in ein gefährliches Spiel, in dem unklar ist, wer die Kontrolle über die Geschichte hat – und warum Menschen sterben, die eigentlich nur in seinem Buch existieren sollten.
"Doppelspiel" ist der Auftakt in die Trilogie mit dem Krimiautor Tom Borg.
Die Handlung startet mit einem enormen Tempo. Kurze Kapitel und schnelle Perspektivwechsel sowie ein flüssiger Schreibstil sorgen dafür, dass man regelrecht durch die Seiten fliegt. Die Story wirkt dabei oft wie ein Actionfilm: rasant, laut, voller Fluchtmomente und überraschender Wendungen. Die wechselnden Perspektiven bringen Dynamik und Spannung aber so manch eine Szene wirkt sehr drüber. Einige Entwicklungen sind so konstruiert und unrealistisch, dass man sich hier mehrfach gefragt hat, ob die Logik hier bewusst zweitrangig war.
Viele der Figuren waren recht undurchsichtig, was auch zur Spannung beigetragen hat. Unbekannte Mächte ziehen Fäden, doch welches Spiel hier gespielt wird, bleibt lange unklar. Tom Borg, Hauptcharakter in der Story fand ich mit seinen Handlungen sehr naiv. Aber er wurde wahrscheinlich bewusst so dargestellt, dass die Story auch einen Sinn ergibt. Olivia, ebenfalls Hauptcharakter fand ich eher unsympathisch. Sie hat ihre Ecken und Kanten, was sie greifbar macht, aber sie handelt sehr impulsiv und kopflos. Ihre Handlungen sind schwer nachvollziehbar.
Die Auflösung fand ich recht eigenartig. Es war zu sehr an den Haaren herbeigezogen, wirkte auch wieder sehr konstruiert und es blieben noch relativ viele Fragen offen bzw. kamen neue hinzu. Man merkt, dass hier Raum für die Fortsetzung der Trilogie gelassen wurde.
Mein Fazit:
Es war fast wie in einem Actionfilm. Sehr rasante Handlung, aber es wirkte oft sehr überzogen und konstruiert. Ob ich Band 2 lese, bleibt offen. Perfekt für Fans rasanter, filmreifer Thriller. Wenn Realismus wichtig ist, könnte dieser Auftakt der Trilogie enttäuschen.











