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Rezensionen von Annabell95:

Feuer im Moor

Moorland. Die Braut von Andreas Winkelmann

Ein verheerender Moorbrand bedroht eine ganze Region, als die Feuerwehr bei ihren Einsätzen auf eine Leiche in einem verlassenen Auto stößt. Wenig später wird eine weitere Tote gefunden, die auf verstörende Weise wie eine Braut inszeniert wurde. Für Ermittlerin Malia Gold beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Um die Wahrheit ans Licht zu bringen, muss sie nicht nur einen rätselhaften Mordfall lösen, sondern sich auch ihrer schwierigen Vergangenheit und der komplizierten Beziehung zu ihrer Mutter stellen.

"Moorland - Die Braut" ist der zweite Band der Moorland-Reihe mit Ermittlerin Malia Gold. Der Fall selbst ist in sich abgeschlossen und lässt sich auch gut ohne Vorkenntnisse lesen. Jedoch empfiehlt es sich, wie bei allen Serien auch, den Vorgänger zu kennen, damit man den Nebenstrang um Malia und der Beziehung zu ihrer Mutter und deren Geheimnis besser nachvollziehen kann.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und folgt mehreren Handlungssträngen, die zunächst kaum miteinander verbunden scheinen. Erst nach und nach werden diese mit jeder neuer Information wie ein Puzzle Stück für Stück zusammengesetzt. Gleichzeitig entstehen allerdings immer wieder neue Fragen und man möchte unbedingt herausfinden, wie alles miteinander verwoben ist.

Typisch waren wieder die vielen falschen Fährten. Immer wieder war ich überzeugt, die Zusammenhänge durchschaut zu haben, nur um kurz darauf eines Besseren belehrt zu werden. Die vielen überraschenden Wendungen sorgen dafür, dass die Spannung bis zum Ende hoch bleibt und die eigentliche Auflösung lange im Verborgenen liegt. Auch wenn für meinen Geschmack nicht jede Frage vollständig beantwortet wurde.

Für zusätzlichen Sog sorgen die zahlreichen Cliffhanger am Ende der Kapitel. Kaum denkt man, jetzt eine Pause einlegen zu können, wartet schon die nächste Enthüllung oder Bedrohung. Mit dem Moorbrand, der drückendnen Sommerhitze und der dadurch entstandenen Atmosphäre wurde nicht nur eine eindringliche Kulisse geschaffen, sondern sorgt, durch den sich immer weiter ausbreitenden Moorbrand, für ein enormes Tempo. Es wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit und man steht definitiv unter Nervenkitzel. Durch den fesselnden, bildhaften Schreibstil spürt man die Hitze und fühlt den Brandgeruch.

Die Charaktere wirken lebendig und authentisch. Jeder von ihnen bringt seine eigenen Geheimnisse, Schwächen und Motive mit, wodurch nicht nur der eigentliche Fall, sondern auch die persönlichen Nebenhandlungen für zusätzliche Spannung sorgen. Manche Figuren waren mir sofort sympathisch, andere haben mich immer wieder misstrauisch werden lassen.

Mein Fazit:
Atmosphärisch, rasant und voller Geheimnisse. Der Thriller überzeugt mit einem bildhaften Schreibstil, vielschichtigen Figuren, zahlreichen Wendungen und einer Spannung, die durch den Moorbrand zusätzlich angeheizt wird. Ein Thriller zum Mitfiebern, der definitiv eine Leseempfehlung verdient.

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Düsteres Milieu

Weißer Rausch von Anu Ojala

Im eiskalten Lappland erschüttern mehrere brutale Verbrechen die Grenzregion zwischen Finnland und Schweden. Eine neue Droge fordert Todesopfer, mysteriöse Spuren führen über die Landesgrenzen hinweg und Kommissarin Ronja Jentzsch steht vor einem undurchsichtigen Fall voller Geheimnisse. Während die Ermittlungen kaum vorankommen, rückt ein junger Zollbeamter immer stärker in den Fokus.

"Weißer Rausch" ist der Auftakt in die Lappland-Trilogie mit der Kommissarin Ronja Jentzsch. Da es der Auftakt der Trilogie ist, endet das Buch mit einem deutlichen Cliffhanger. Einerseits macht genau das neugierig auf die Fortsetzung, andererseits finde ich es immer etwas schade, wenn die Folgebände erst ein Jahr später erscheinen. Bis dahin hat man viele Details aus dem ersten Band oft schon wieder halb vergessen.

Erzählt wird die Handlung aus verschiedenen Perspektiven, wodurch man nach und nach immer tiefer in die Geschichte eintaucht. Immer wieder gibt es überraschende Wendungen und Entwicklungen, die dafür sorgen, dass man miträtselt und die eigenen Theorien ständig überdenken muss. Besonders gelungen fand ich, dass man selbst zum Ende noch nicht weiß, wer oder was wirklich hinter allem steckt.

Allerdings fand ich die eigentliche Ermittlungsarbeit von dem Ermittlerteam etwas schwach. An Ermittlungsarbeit geschah relativ wenig. Dafür gab es sehr viele Dialoge unter den Ermittlern und Telefonate, die aber authentisch und lebendig wirkten, wie als wenn man echten Gesprächen lauschen würde. Zusätzlich gab es mehrere brutal zugerichtete Mordopfer.

Im Mittelpunkt steht das Thema Drogenhandel und Drogenmissbrauch. Die teilweise schonungslose Darstellung zeigt die Abgründe dieses Milieus auf erschreckende Weise und macht deutlich, welche Folgen die Sucht und das Geschäft mit den Drogen haben können.

Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen und durch die bildhaften Beschreibungen kommt das Setting im winterlichen Lappland ist besonders stark rüber. Die winterliche Kulisse mit bis zu -25 °C sorgt für eine düstere, nahezu bedrückende Atmosphäre.

Mein Fazit:
Für mich war es eher ein Krimi als ein Thriller, aber hatte trotzdem eine starke düstere Atmosphäre. Der Fall ist sehr spannend und rätselhaft. Ein bisschen schade, dass man jetzt so lange auf den Folgeband warten muss. Vielleicht würde es mehr Sinn machen alle drei Bände der Trilogie später in einem Rutsch zu lesen.

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Ruhiger Finnland-Krimi

Tod in heller Sommernacht von Lisa Sarah Brandstäter

Mitten in den endlosen finnischen Sommernächten wird eine Studentin ermordet. Kommissarin Leena Victor taucht in ein Geflecht aus Geheimnissen, Affären und Lügen ein. Als ein weiterer Mord geschieht und eine Frau spurlos verschwindet, wird klar: Der Täter ist noch nicht am Ende seines Plans angekommen.

"Tod in heller Sommernacht" ist der zweite Band mit der Kommissarin Leena Victor. Man muss den Vorgängerband aber nicht kennen. Auch ohne Vorkenntnisse kommt man schnell in die Handlung und findet Bezug zu Leena.

Der Auftakt in die Handlung hatte es mit dem brutalen Mord an Lina in sich. Dadurch war ich sofort neugierig auf die Hintergründe des Falls. Im weiteren Verlauf verlagert sich der Fokus jedoch fast ausschließlich auf die Ermittlungsarbeit. Die ist zwar detailliert, nachvollziehbar und durchaus komplex aufgebaut, war mir aber zu ruhig. Abgesehen von Befragungen und neuen Hinweisen passierte lange Zeit wenig, wodurch sich die Ermittlungen stellenweise etwas zäh anfühlten. Häufig hatte ich das Gefühl, dass die Aufklärung nur langsam vorankommt.

Etwas schwierig war der Einstieg in die Ermittlungen, weil doch viele Namen und Protagonisten hintereinander auftauchten und ich da ein wenig den Überblick verloren habe. Das legte sich aber, sobald es klarer wurde wer welche Rolle in der Handlung spielte.
Die Handlung selbst wurde aus unterschiedlichen Perspektiven und in verschiedenen Handlungssträngen erzählt. Das hat für Abwechslung und Spannungsaufbau gesorgt.

Die Hauptprotagonistin Leena wirkte von Anfang an sehr sympathisch. Sie ist kompetent und engagiert. Die Einblicke in ihr Privatleben waren gut dosiert und haben den eigentlichen Mordfall auch nicht überlagert. Es hat die Handlung mit einem Nebenstrang gut ergänzt.

Der flüssige und bildhafte Schreibstil macht es leicht, sich die Küstenlandschaft Finnlands und die besonderen Mittsommernächte lebhaft vorzustellen.

Mein Fazit:
Insgesamt ein atmosphärischer Krimi mit einem starken Setting, einer sympathischen Ermittlerin. Nach dem spannenden Auftakt war mir die Ermittlungsarbeit etwas zu ruhig. Ich mag mehr Action. Aber wer ruhige, klassische Ermittlungsarbeit mag, dürfte hier dennoch auf seine Kosten kommen.

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Neuauferlegte Artussage

Die Herrin vom See – Schatten über Avalon von Sabrina Qunaj

Im Britannien des frühen 6. Jahrhunderts führt Nimue zunächst ein friedliches Leben als Tochter eines Waffenschmieds. Doch als Merlin in ihr die Erfüllung einer Prophezeiung erkennt, gerät ihr Leben aus den Fugen. Zwischen Magie, alten Traditionen und neuen Glaubensrichtungen muss sie ihren eigenen Weg finden und wird dabei zu einer entscheidenden Figur für Arthurs Schicksal.

"Die Herrin vom See – Schatten über Avalon" ist der Auftakt in die neuauferlegte Artussage.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Nimue, wodurch man ihr während des gesamten Romans sehr nahe kommt. Man begleitet sie auf ihrem Weg, erlebt ihre Ängste, Zweifel und Hoffnungen hautnah mit und entwickelt schnell Mitgefühl für sie.

Nimue ist eine starke Persönlichkeit. Sie wächst an ihren Herausforderungen, lernt für ihre Überzeugungen einzustehen und macht im Verlauf der Handlung eine spannende Entwicklung durch. Im Kontrast dazu steht Merlin, der ebenfalls vielschichtig und überzeugend gezeichnet ist. Ihn umgibt eine düstere und oftmals unangenehme Aura. Gerade die Begegnungen und Konflikte zwischen den Figuren haben für die interessante Spannung gesorgt.

Neben Nimue und Merlin gab es noch viele weitere Nebencharaktere. Manche von ihnen waren ebenfalls authentisch gezeichnet, einige waren aber auch nur Figuren in der Handlung. Da es sehr viele Charaktere waren, bin ich teilweise etwas durcheinander gekommen oder aus dem Lesefluss gerissen worden, weil ich ins Personenregister geblättert habe.

Die verschiedenen Handlungsorte sorgen für Abwechslung und lassen die Geschichte lebendig wirken. Der Schreibstil ist passend zur damaligen Zeit, aber lässt sich dennoch angenehm lesen. Vereinzelt gab es allerdings Formulierungen oder Begriffe, die für mein Empfinden nicht ganz zur dargestellten Zeit passten. Dennoch wird alles sehr bildhaft dargestellt, sodass viele Szenen leicht vor dem inneren Auge entstehen.

Gut gelungen sind die emotionalen Momente. Ob Freundschaft, Verlust, Hoffnung oder innere Konflikte: Die Gefühle der Figuren werden greifbar vermittelt und verleihen der Geschichte eine zusätzliche Tiefe. Historische Ereignisse, alte Glaubensvorstellungen, Magie und kriegerische Konflikte wurden zu einer fesselnden Geschichte verwoben.

Mein Fazit:
Eine packende, emotionale und atmosphärische Artus-Adaption, die vor allem durch ihre starke Hauptfigur, die lebendige Welt überzeugt. Es ist eine gelungene Mischung aus historischem Setting und den mystischen Elementen rund um Avalon, die der bekannten Legende eine ganz eigene Note verleiht. Bin gespannt auf die Fortsetzung.

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Was, wenn das Unmögliche die Wahrheit ist?

Die Nachbarin. Lass sie nicht in dein Haus. von Nova Winter

Smilla rettet einen kleinen Jungen vor dem Ertrinken. Als er wieder zu sich kommt und die Augen aufschlägt, ist sie erschüttert. Sie ist überzeugt, dass es ihr eigener Sohn ist, obwohl sie nie ein Kind bekommen hat. Während die Mutter des Jungen ihr ausweicht und die Familie plötzlich direkt nebenan auftaucht, häufen sich die Merkwürdigkeiten.

Auch ihr Ehemann verhält sich zunehmend seltsam. Auf der Suche nach der Wahrheit stößt Smilla auf immer mehr Geheimnisse und erkennt, dass niemand in ihrem Umfeld ehrlich zu ihr ist.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt der Hauptprotagonisten Smilla, Lou, Fabian, Jonas und Quentin erzählt. Dadurch erhält man nicht nur Einblicke in die Gedanken und Gefühle aller Beteiligten, sondern baut auch zu jeder Figur eine Verbindung auf. Gleichzeitig sorgen die unterschiedlichen Blickwinkel dafür, dass man sich immer wieder neue Theorien zurechtlegt und vermeintliche Gewissheiten sofort wieder über Bord werfen muss.

Der flüssige Schreibstil und die kurzen Kapitel machen das Buch zu einem echten Pageturner. Die Geschichte entwickelt von Beginn an ein hohes Tempo, sodass man förmlich durch die Seiten fliegt. Dazu kommen zahlreiche unerwartete Wendungen und geschickt platzierte falsche Fährten, die einen immer wieder auf die falsche Spur locken.

Dabei wird gezielt Zweifel gesät und lässt die Grenzen zwischen Realität und Einbildung verschimmen. Vor allem Smillas Wahrnehmungen sorgen für eine permanente Unsicherheit. Man fragt sich ständig, ob das, was sie erlebt, tatsächlich geschieht oder ob ihr Verstand ihr einen Streich spielt. Dadurch wächst mit jeder Seite das Misstrauen, bis man irgendwann nicht mehr weiß, welcher Figur man überhaupt noch trauen kann. Grade das macht einen großen Teil der Spannung aus.

Lediglich die Plottidee zum Ende kam für mich dann nicht ganz so überraschend, da ich ein ähnliches Konzept bereit aus einem anderen Thriller kannte. Dennoch blieb die Spannung erhalten und man wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht.

Mein Fazit:
Ein atmosphärischer, temporeicher Psychothriller, der gekonnt mit Wahrnehmung, Misstrauen und Zweifeln spielt und seine Leser bis zum Schluss im Dunkeln tappen lässt. Ich habe das Buch innerhalb eines Tages verschlungen - klare Leseempfehlung.

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Dunkle Vergangenheit

Thornbird von E. Kennedy

Nach dem Tod ihrer Großmutter muss die 17-jährige Ryan nach Starling, Tennessee, ziehen und dort ihr Leben neu ordnen. Doch sie trägt ein dunkles Geheimnis mit sich: Als Gabrielle Thorn ist sie die Tochter eines berüchtigten Serienmörders, der einst mehrere Frauen ermordete, darunter ihre Mutter.

Während Ryan versucht, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen, gerät sie immer tiefer in die Geheimnisse ihrer Heimatstadt. Nur bei dem charismatischen Quarterback Everett fühlt sie sich sicher. Doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto vorsichtiger muss sie sein, wem sie ihr Vertrauen schenkt.

Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Ryan, wodurch man ihre Gedanken, Ängste und Gefühle hautnah miterlebt. Gerade das hat sorgt dafür, dass man sich gut in sie hineinversetzen kann. Besonders ihre Familiengeschichte ist spannend, denn Ryan lebt mit dem Stigma, die Tochter eines Serienmörders zu sein, was ihr Leben immer wieder überschattet. Ryans Familie, allen voran ihre Tante Maggie, ist sehr sympathisch und eine Stütze in ihrem Leben, sodass sie auch für schöne Momente sorgen.

Für einen Thriller passiert für das Genre vergleichsweise wenig und brenzlige Situationen gibt es eher selten. Dadurch hatte es manchmal gefühlt ein paar Längen. Man darf hier keinen actionreichen Thriller erwarten. Es sind viel mehr die ganzen Geheimnisse und Rätselm die die Spannung ausmachen. Durch die Forenbeiträge und die Handynachrichten innerhalb der Kapitel lockern die Handlung ein wenig auf und gestalten diese abwechslungsreich.

Ein bisschen zu hoch war mir der Teenie-Anteil, auch wenn es ein YA-Thriller ist. Aber besonders die Liebesgeschichten wirkten stellenweise etwas zu klischeehaft, entwickelten sich zu schnell und es fühlte sich dadurch nicht immer glaubwürdig an.

Das Setting mit der Kleinstadt und ihrer düsteren Atmosphäre trägt zusätzlich zu der geheimnisvollen Spannung bei. Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen.

Gegen Ende wurde es mit einm paar unerwarteten Wendungen und Überraschungen nochmal spannend. Alle Geheimnisse wurden logisch aufgeklärt.

Mein Fazit:
Ein gut gelungener Mystery-YA-Thriller ohne großen Nervenkitzel, aber dafür mit vielen Geheimnissen und einer düsteren Atmosphäre. Trotz ein paar kleiner Längen und der zu kliescheehaften Liebesbeziehung hat es mir ganz gut gefallen.

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Du hast die Wahl

Six Ways to Watch You Fall von Colin Hadler

Archer hält den mysteriösen Brief, den er in seinem Spind findet, zunächst für einen schlechten Scherz. Darin wird er aufgefordert, eine folgenschwere Entscheidung zu treffen, um den Tod eines Menschen zu verhindern. Als er die Warnung ignoriert, geschieht tatsächlich ein tödlicher Vorfall an seinem Internat.

Doch damit beginnt erst ein grausames Spiel: Ein unbekannter Gegner zwingt ihn immer wieder dazu, über das Schicksal anderer Menschen zu entscheiden. Während der Druck wächst, erkennt Archer, dass die Ereignisse eng mit seiner eigenen Vergangenheit verbunden sind. Um das Spiel zu beenden, muss er sich seinen tiefsten Schuldgefühlen und dunklen Geheimnissen stellen.

Die Story wird aus der Ich-Perspektive von Archer erzählt. Dadurch erlebt man alles unmittelbar mit. Seine Gedanken, Ängste und inneren Konflikte werden dabei unglaublich greifbar dargestellt. Mit jedem neuen mysteriösen Brief wächst die Anspannung, wenn er vor die nächste schwierige Entscheidungen gestellt wird. Seine Unsicherheit, Verzweiflung und das stetige Gefühlschaos werden authentisch transportiert. Man fühlt mit ihm mit. Gut gelungen sind die Rückblenden in die Vergangenheit, was zuvor in Mexiko passiert ist. Jedes neue Detail wirft weitere Fragen auf und sorgt dafür, dass man die Wahrheit unbedingt herausfinden möchte.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und gleichzeitig sehr bildhaft. Die Szenen und Stimmungen wurden dadurch lebendig. Das Setting mit der ehemaligen Psychiatrie, die heute als Internat genutzt wird, sorgt für eine düstere, geheimnisvolle Atmosphäre und verleiht der Story nochmal einen besonderen Nervenkitzel.

Die Dynamik der Handlung mit dem Spannungsaufbau ist sehr gut gelungen. Es gibt Szenen die sehr temporeich sind, aber es folgen auch mal wieder Abschnitte, in denen man Durchatmen kann. Die Cliffhänger an manchen Kapitelenden sorgen dafür, dass man unbedingt weiterlesen möchte. Durch die neuen Enthüllungen wurde man selbst zum Miträtseln gebracht. Unerwartete Wendungen sorgen immer wieder für Überraschungen und halten die Spannung bis zum Schluss aufrecht.

Alle Protagonisten wurden gut ausgearbeitet und sie wirken sehr authentisch. Sie sind charakterlich auch sehr vielfältig und verleihen der Story eine zusätzliche emotionale Tiefe.

Mein Fazit:
Ein packender Young-Adult-Thriller, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat und den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Mit der Spannung und der emotionalen Tiefe ist er rundum gelungen, sodass ich dafür eine klare Leseempfehlung vergebe.

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Alte Schuld

Blut für Blut von Anna Schneider

Nach einer belastenden Beziehung nimmt die Fotografin Sophie einen Auftrag bei einer reichen Familie an. Doch plötzlich fühlt sie sich beobachtet und bedroht. Als sie auf einem ihrer Fotos ein Gesicht aus ihrer Vergangenheit entdeckt, wird sie mit dem ungeklärten Mord an ihrem Vater konfrontiert. Die Ereignisse von vor zwanzig Jahren holen sie ein und bringen lange verborgene Geheimnisse ans Licht.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven auf zweit Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart begleitet man Sophie in ihrem Leben und bei ihren Fotografie-Jobs. Auf der anderen Zeitebene blickt man zurück in ihre Vergangenheit von vor 20 Jahren und es wird einem Stück für Stück enthüllt, welche Ereignisse bis heute ihre Schatten werfen. Ergänzt wird das Ganze durch kurze, kursiv gesetzte Einschübe aus der Perspektive einer unbekannten Person, die Sophie beobachtet. Dadurch entsteht eine gewisse Dynamik und sorgt für Neugierde und Spannung.

Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen und ist bildhaft. Durch die bildhaften Beschreibungen wirkt die Atmosphäre und die Schauplätze recht lebendig und man kann es sich gut vorstellen.

Der Spannungsbogen selbst konnte leider nicht so überzeugen. Über weite Strecken passiert relativ wenig und die wirkliche Spannung kommt erst nach der Hälfte des Buches in Schwung, wobei das Tempo auch wieder sehr schnell wieder weg war. Dazwischen gab es einige Längen und Wiederholungen, die die Spannung gebremst haben. Vieles in der Handlung, wie Wenungen, wirkt zu konstruiert und verliert an Plausibilität. Die Auflösung ist zwar logisch, kommt aber zu abrupt. Das Ende wirkt dadurch fast so, als wenn eine bestimmte Seitenanzahl erreicht war und die restlichen Puzzleteile noch ganz schnell zusammengesetzt werden mussten.

Die Hauptprotagonistin Sophie wurde sehr naiv gezeichnet. Sie trifft mehrfach Entscheidungen, die sehr irrational war. Dadurch konnte ich nicht so ganz mit ihr mitfiebern, sondern habe auch mal hin und wieder den Kopf über sie geschüttelt. Die Nebencharaktere blieben recht blass und einige von ihnen wirkten eher wie Mittel zum Zweck, um falsche Fährten zu lesen und die Lesenden in die Irre zu führen. Das sorgt zwar dafür, dass man lange nicht weiß, wohin die Geschichte führen wird, gleichzeitig geht dadurch aber etwas Tiefe bei den Charakteren verloren.

Mein Fazit:
Es ist ein guter Spannungsroman mit einer düsteren Atmosphäre und einer spannenden Idee. Die zahlreichen Längen, die teilweise fragwürdigen Entscheidungen der Protagonistin und das überhastete, sehr konstruiert wirkende Finale konnten mich allerdings nicht vollständig überzeugen. Trotzdem gebe ich gerne eine Leseempfehlung dafür.

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Solider Thriller

Was sie nicht weiß von Shari Lapena

Bryden und Sam führen scheinbar ein perfektes Leben. Sie sind glücklich verheiratet, beruflich erfolgreich und genießen ihr Familienleben mit ihrer kleinen Tochter Clara. Doch das scheinbar perfekte Leben wird erschüttert, als Bryden eines Tages spurlos verschwindet. Sam erhält einen Anruf aus der Kita, dass Clara noch nicht abgeholt worden ist.

Er holt sie ab und zu Hause findet er Brydens Auto sowie ihre persönlichen Gegenstände vor. Keine Hinweise für einen Aufbruch. Alles wirkt normal, aber Bryden ist wie vom Erdboden verschluckt. Für Sam beginnt eine beunruhigende Suche nach der Wahrheit hinter ihrem plötzlichen Verschwinden.

Erzählt wird die Handlung aus verschiedenen Perspektiven, was grundsätzlich für etwas Dynamik sorgt und Einblicke in die Gedanken mehrerer Figuren ermöglicht. Jedoch entwickelt sich in der Handlung kaum Tempo, sodass es mehr oder weniger vor sich hinplätschert. Hinzu kommt, dass sich einige Szenen bzw. Gedanken mal wiederholen, wodurch Längen entstehen. Man hatte das Gefühl es bleibt auf der Stelle, aber kommt nicht wirklich voran. Der Schreibstil war recht angenehm zu lesen, aber trug auch nicht so wirklich zur Spannung bei.

Es tauchen eine Vielzahl an Charakteren in dieser Story auf, die alle ihre eigenen Geheimnisse mit sich herumtragen. So gut wie jeder scheint etwas zu verbergen, wodurch man im Grunde jeden verdächtigt. Trotz dieser vielen Verdächtigen und den miteinander verwobenen Geheimnisse kam jedoch kaum Miträtseln auf. Dieses typische Hin und Her bei den Verdächtigungen bei einem typischen Thriller blieb irgendwie aus.

Obwohl viele der Figuren ihre eigenen Geheimnisse haben, blieben sie dennoch relativ blass. Sie wirkten eher Mittel zum Zweck, um falsche Fährten zu lesen und weitere Verdächtigungen in den Raum zu werfen. Aber sie bekamen nicht wirklich die nötige Tiefe, sodass man eine Verbindung zu ihnen hätte aufbauen können um mitzufühlen.

Ein bisschen unbefriedigend war, dass ein Handlungsstrang nicht wirklich zu Ende erzählt worden ist. Es wirkte eher konstruiert, um zusätzliche Verdächtigungen zu erzeugen, aber ohne einen wirklichen Abschluss zu erhalten.

Mein Fazit:
Viele Verdächtige, viele Geheimnisse und eigentlich scheint jeder etwas zu verbergen. Trotzdem wollte bei mir kaum echte Spannung aufkommen. Die Handlung zieht sich stellenweise, einige Figuren bleiben blass und ein Handlungsstrang wirkt am Ende nicht ganz zu Ende gedacht. Gut lesbar, aber insgesamt fehlte mir das gewisse Etwas.

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Mysteriöser Tod

Septembermord von Chris Chibnall

Im beschaulichen Dorf Fleetcombe wird die Ruhe abrupt zerstört, als der Betreiber des Pubs „White Hart“ ermordet aufgefunden wird. Die Leiche wurde auf erschreckende Weise zur Schau gestellt. Für Detective Nicola Bridge, die nach langer Zeit in ihre Heimat zurückkehrt, ist dieser Fall eine große Herausforderung.

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Harry Ward beginnt sie zu ermitteln. Doch je tiefer sie in den Fall eintauchen, desto mehr Geheimnisse kommen ans Licht. Die Dorfbewohner halten sich bedeckt, Aussagen widersprechen sich, und hinter der idyllischen Fassade verbergen sich zahlreiche Lügen.

"Septembermord" ist der Auftakt in eine neue Serie mit dem Ermittlerduo Bridge & Ward.

Der Einstieg in die Story hat mir ganz gut gefallen. Der rätselhafte Mordfall und das kleine Dorf Fleetcombe haben mich direkt in die Geschichte gezogen und dafür gesorgt, dass ich unbedingt wissen wollte, was hinter allem steckt. Doch nach dem gelungegen Einstieg verlor die Handlung an Tempo. Trotz vieler verdächtigen Personen und immer neuen Hinweisen, kam die Ermittlungsarbeit nicht so wirklich voran und wurde zu langweilig. Es entstand das Gefühl, dass die Story über weite Strecken eher vor sich hinplätschert, anstatt die Spannung kontinuierlich zu steigern. Die Auflösung am Ende fand ich sehr vorhersehbar und es gab keinen Überraschungsmoment, wie man ihn meistens bei Krimis erwartet.

Das Ermittlerduo Nicola Bridge und Harry Ward konnte mich nicht vollständig erreichen. Beide sind grundsätzlich sympathisch, bleiben aber recht oberflächlich. Besonders schade fand ich, dass ich keine wirkliche emotionale Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Mit Nicolas Ehekrise wird zwar versucht, ihrer Figur mehr Tiefe zu verleihen, doch dieser Aspekt blieb für mich ebenfalls zu oberflächlich, um wirklich berühren oder interessieren zu können.

Der Schreibstil war gut zu lesen, aber hatte dennoch nichts Fesselndes an sich. Das Setting mit dem Dorf "Fleetcombe" konnte mich dafür überzeugen. Es wirkt düster, bedrückend und voller Geheimnisse. Die Dorfbewohner erscheinen verschlossen, jeder scheint etwas zu verbergen zu haben. Das hat zumindest für einen kleinen Teil an Spannung gesorgt.

Mein Fazit:
Ein Krimi mit einem atmosphärischen Dorfsetting, einem starken Beginn und einer geheimnisvollen Grundstimmung. Leider verliert die Geschichte im Verlauf deutlich an Spannung, die Figuren bleiben blass und die vorhersehbare Auflösung konnte mich nicht überzeugen. Es hatte durchaus Potenzial, was aber leider nicht ausreichend genutzt worden ist.

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