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Rezensionen von Annabell95:

Milas Alleingang

Nebelbeute von Benjamin Cors

Mila verfolgt in den Bergen einen Mann aus ihrer Vergangenheit, doch kurz nach ihrer Ankunft wird eine seltsam drapierte Leiche entdeckt. Dann verschwindet sie selbst. Gruppe 4 sucht nach ihr und stößt in einem abgeschotteten Dorf auf einen Serienmörder, der Mila offenbar in seiner Gewalt hat.

"Nebelbeute" ist der dritte Band der Reihe mit der Sondereinheit "Gruppe 4".

Der Fall selbst ist in sich selbst abgeschlossen und kann auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Wie bei allen anderen Reihen aber auch, empfiehlt es sich die Vorgängerbände zu kennen um in den vollen Genuss der Geschichte um die Charaktere zu kommen.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Das gibt dem Fall die gewisse Tiefe. Jede Sichtweise bringt neue Hinweise, neue Zweifel, neue falsche Fährten. Genau diese Struktur sorgt dafür, dass man ständig zwischen Vermutungen und Unsicherheiten schwankt und sich nie wirklich sicher ist, was wirklich wahr ist. Fast jedes Kapitel endet mit einem Cliffhänger, was nochmals zur Spannung beiträgt. Man glaubt der Fall sei gelöst, doch dann wird man nochmal in einen nervenaufreibenden Showdown gezogen.

Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen und durch das Bildhafte werden die Protagonisten und das Setting sehr lebendig. Das Setting selbst erzeugt ein beklemmendes Gefühl vor der Kulisse in einem abgelegenen Bergdorf bei Nebel und winterlichen Verhältnissen.

Mila und Jakob, die beiden Hauptcharaktere der Gruppe 4, sind mir schon aus den Vorgängerbänden bekannt gewesen. Nach nur wenigen Seiten konnte ich mich direkt wieder in ihre Geschichte einfinden. Dieses Mal ermittelt Mila im Alleingang. Da spürt man ihre Entschlossenheit und ihren Mut. Man fiebert mit ihr und erlebt die Gänsehautmomente hautnah mit ihr mit. Jakob ist ebenfalls sympathisch und er setzt sich für Mila ein. Auch ihn finde ich gut weiterentwickelt.

Mein Fazit:
Ein sehr spannender und fesslender Thriller durch unerwartete Wendungen, falsche Fährten und einer beklemmenden Atmosphäre. Man wird sehr schnell in den Bann gezogen und kann kaum aufhören zu lesen. Nervenkitzel und Gänsehautmomente sind definitiv da. Diesen Band fand ich sogar besser als die Vorgänger und geben daher gerne eine Leseempfehlung.

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Tat des Teufels

Der Totengräber und der Orden des Teufels von Oliver Pötzsch

Wien 1896: Eine junge Frau wird unter mysteriösen, ritualhaften Umständen ermordet aufgefunden. Inspektor Leopold von Herzfeldt stößt bei seinen Ermittlungen auf eine einflussreiche Freimaurerloge, während Totengräber Augustin Rothmayer eine verstörende Grabschändung entdeckt, die den Fall noch rätselhafter macht.

Mit Hilfe von Julia Wolf und dem jungen Sigmund Freud versucht das Team, den Täter zu entlarven, doch die Spur führt in gefährliche Kreise und bringt besonders den Totengräber in große Gefahr.

"Der Totengräber und der Orden des Teufels" ist der fünfte Band der Totengräber-Reihe, die im historischen Wien spielt. Der Fall selbst ist in sich selbst abgeschlossen und kann auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Wie bei allen anderen Reihen aber auch, empfiehlt es sich die Vorgängerbände zu kennen um in den vollen Genuss der Geschichte um die Charaktere zu kommen.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen mit einem Hauch Humor und wienerischem Dialekt, der voll und ganz zum Setting in Wien passt. Dadurch wirkt alles sehr authentisch und durch die bildhafte Erzählweise werden die Handlungsorte sowie die Charaktere auch sehr lebendig.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, sodass es dynamisch und vielschichtig bleibt. Der Fall selbst überrascht mit Wendungen, falschen Fährten und Momenten, in denen man intensiv miträtselt. Besonders gelungen ist der Einbau von Sigmund Freud, der sich wunderbar ins historische Setting einfügt und zusätzliche Tiefe bringt.

Ein atmosphärisch dichter Kriminalroman, der das historische Wien mit all seinen Schattenseiten, gesellschaftlichen Strömungen und skurrilen Figuren lebendig macht. Es wurden historische Fakten, Freimaurer-Geheimnisse, Irrenhäuser, Zeitungsintrigen und die Meinungen der damaligen Zeit so geschickt mit dem Kriminalfall verbunden, dass man völlig in die Epoche eintaucht.

Da ich die Vorgängerbände bereits kenne, konnte ich sofort wieder Zugang zu den Charakteren finden und eine Bindung aufbauen. Die Hauptcharaktere Leo, Julia, Anna und Augustin Rothmayer sind alle sehr sympathisch, greifbar und ihre persönliche Geschichte wurde sehr schön weiterentwickelt. Am Besten ist immer noch der Totengräber Augustin Rothmayer, ein uriger Kautz, klug, verschroben und liebenswert.

Mein Fazit:
Ein spannender, atmosphärischer und historisch fundierter Wien-Krimi, der mit starken Figuren, cleveren Wendungen und einem unverwechselbaren Flair überzeugt. Klare Leseempfehlung für alle, die historische Krimis lieben.

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Nicht überzeugend

Noch fünf Tage von Helena Falke

In der Silvesternacht wird das Fest der einflussreichen Familie Harmans zum tödlichen Schauplatz: Ein Giftanschlag löscht die gesamte Familie aus. Nur die Spitzenköchin Lis Castrop überlebt selbst vergiftet und als einzige Zeugin. Sie hat fünf Tage, um den Mord aufzuklären. Während der Countdown läuft, wird klar, dass Lis tiefer im Netz aus Macht, Intrigen und Verrat steckt, als sie ahnt.

Die Grundidee ein Opfer mit begrenzter Zeit selbst ermitteln zu lassen, ist wirklich spannend und etwas ungewöhnlich. Doch die Umsetzung war leider nicht gut gemacht. Die auf fünf Tage begrenzte Zeit hätte Tempo, Druck und Spannung erzeugen müssen, doch dieser Effekt verpufft komplett. Obwohl die Uhr tickt, entsteht keine Dringlichkeit, kein Sog, kein Gefühl von „es wird knapp“. Das erwartete hohe Tempo bleibt aus.

Die Spannung wird zusätzlich von Erinnerungen und Rückblenden der Protagonistin Lis ausgebremst. Statt einer fokussierten Mördersuche wirkt vieles wie eine Aufarbeitung ihres Lebens, wodurch der Plot immer wieder ins Stocken gerät.

Auch die Charaktere konnten mich nicht erreichen. Sie wirken klischeehaft und ohne Tiefe, und selbst die Ich‑Perspektive aus Sicht von Lis schafft es nicht, eine emotionale Bindung aufzubauen.

Der Schreibstil ist zwar flüssig und gut lesbar, bleibt aber durchschnittlich und ohne besondere Note. Es bleibt alles irgendwie sehr oberflächlich.

Mein Fazit:
Eine wirklich interessante Idee, aber die nicht gut umgesetzt ist. Es hätte durchaus Potenzial gehabt, aber leider wurde daraus nicht wirklich etwas gemacht. Dadurch konnte ich keinen Zugang zur Handlung finden, sodass mich dieses Buch enttäuscht hat. Ich kann leider dafür auch keine Leseempfehlung aussprechen.

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Blindes Vertrauen

Wer blind vertraut von Tessa Duncan

Lily Brown gerät in ihrem neuen therapeutischen Fall in einen Strudel aus emotionaler Belastung und realer Gefahr. Eine Patientin ringt mit der quälenden Frage, was mit ihrer seit Jahren verschwundenen Tochter geschehen ist. Gleichzeitig kämpft Lily darum, einen skrupellosen Heiratsschwindler zu stoppen, der eine andere Klientin finanziell ausgenommen hat und möglicherweise zu weit mehr fähig ist als Betrug.

Zwei düstere Fälle, die Lily an ihre Grenzen bringen.

"Wer blind vertraut" ist der dritte Band der Canterbury-Serie mit der Psychotherapeutin Lily Brown. Der Fall selbst ist in sich abgeschlossen und lässt sich auch ohne Vorkenntnisse lesen. Jedoch empfiehlt es sich für die Charakterentwicklung der Protagonisten auch die Vorgänger der Reihe zu kennen.

Der flüssige und bildhafte Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich sofort in den Bann gezogen worden sind. Da mir die Vorgänger bereits bekannt sind, konnte ich auch sehr schnell wieder eine Bindung zu den beiden Hauptprotagonisten Lily und Dan aufbauen. Ihre persönliche Geschichte ist präsent, aber nie überladen, sodass der Fall selbst weiterhin im Vordergrund steht. Die Geschichte und die Beziehung zueinander wurde sehr schön weiterentwickelt. Das macht die beiden so emotional greifbar und ihre Geschichte macht die komplette Buchreihe aus.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven (Lily, Dan, Mary-Ann, Caroline und einer geheimnisvollen unbekannten Person) erzählt. Die Perspektive der unbekannten Person ist sehr rätselhaft und man fragt sich wer genau dahintersteckt und rätselt beim Lesen mit. Diese Struktur mit den wechselnden Perspektiven sorgt für Dynamik, Abwechslung, aber auch für psychologische Spannung.

Der Roman arbeitet mit drei Handlungssträngen, die zunächst völlig unabhängig wirken. Genau das erzeugt den Reiz. Man fragt sich ununterbrochen, wie diese Fälle zusammenhängen könnten, und fiebert mit jeder neuen Szene mit. Die Auflösung ist am Ende schlüssig und logisch. Alle losen Enden und offenen Fragen werden aufgeklärt.

Die Thematik in diesem Roman rund um das Messie‑Syndrom ist sensibel und realitätsnah eingebettet. Sie verleiht dem Thriller zusätzliche Tiefe und zeigt, wie psychologische Faktoren Ermittlungen beeinflussen können.

Mein Fazit:
Ein sehr schöner Spannungsroman mit einer psychologischen Spannung, der aber auch ohne großartige Gänsehautmomente auskommt. Die Protagonisten sind sehr lebendig und authentisch gezeichnet, was den ganzen Roman greifbarer macht. Ich hoffe auf eine Fortsetzung und gebe diesem Roman eine klare Leseempfehlung.

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Enttäuschend

Bachelorette Party von Camilla Sten

Eine junge Frauengruppe reist für einen scheinbar perfekten Junggesellinnenabschied auf eine abgelegene Schäreninsel. Doch die Idylle kippt schnell ins Bedrohliche. Die Journalistin Tessa erinnert der Ort an einen ungelösten Fall, bei dem vor Jahren vier Frauen verschwanden. Als das Boot der Gruppe plötzlich verschwindet, sitzen die Freundinnen fest, und alte Spannungen brechen auf.

Schließlich wird eine Teilnehmerin tot aufgefunden, und Tessa erkennt, dass jemand auf der Insel einen Racheplan verfolgt.

Das erste Drittel besteht aus Feiern, Yoga, Alkohol und Gruppendynamik. Dadurch wirkt es sehr langatmig. Die Handlung plätschert über weite Strecken einfach vor sich hin. Erst im letzten Drittel passiert etwas, doch selbst dann bleibt vieles vorhersehbar und ohne echte Überraschungen. Die Rückblicke ins Jahr 2012 sollen Hinweise liefern und die damaligen Erlebnisse der verschwundenen Frauen mit den aktuellen Ereignissen verknüpfen. Leider wirken diese Flashbacks eher konstruiert als spannend.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, sodass man schnell durch die Seiten kommt. Aber er bleibt komplett spannungsarm. Es gibt so gut wie keine Gänsehautmomente und auch keine unerwarteten Twists. Keine Szenen, die einen jetzt wirklich gepackt und gefesselt haben.

Durch die Vielzahl an Charakteren kann man leicht durcheiander kommen. Zudem bleiben sie sehr blass und ohne wirkliche Tiefe, sodass man auch kaum eine emotionale Bindung aufbauen kann.

Das Setting mit der einsamen kleinen Schären-Insel ist mit das Beste an diesem Buch. Abgeschnitten vom Festland ist es ein Ort, der eigentlich wie gemacht ist für einen beklemmenden Thriller. Die Idee der Isolation ist nicht wirklich was Neues, aber trotzdem wollte ich dem Thriller eine Chance geben. Leider wurde das Potenzial hier nicht voll ausgeschöpft.

Mein Fazit:
Dank des flüssigen Schreibstils lässt sich das Buch schnell runterlesen, aber man vergisst es ebenso schnell wieder. Dieser Thriller konnte mich leider absolut nicht überzeugen. Ich hatte hier mehr erwartet, aber konnte keinen wirklichen Zugang zur Handlung finden. Daher kann ich leider keine Leseempfehlung aussprechen.

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Was ist Juli passiert?

Weil sie lügt von Caroline Seibt

Anna versucht, für ihre trauernde Mutter, den unter Verdacht stehenden Vater und den hoffnungsvollen kleinen Bruder stark zu bleiben. Als die Polizei eine neue Spur präsentiert, wächst kurz Hoffnung, aber nur um sich sofort in etwas noch Schlimmeres zu verwandeln. Sie erkennt, dass das Verschwinden ihrer Schwester nicht das Ende war, sondern der Anfang eines noch dunkleren Kapitels.

Dieser Thriller hat eine solche Sogwirkung entwickelt, dass man ihn kaum aus der Hand legen mochte. Der flüssige, sehr schnelle Schreibstil macht das Buch zu einem echten Pageturner, und die abwechselnden Ich-Perspektiven von Anna und der Ermittlerin Katharina sorgen dafür, dass man ständig zwischen emotionaler Nähe und kriminalistischer Distanz pendelt. Genau dieser Perspektivwechsel treibt das Tempo an und hält die Spannung über weite Strecken hoch.

Besonders stark gemacht ist die Menge an offenen Fragen. Kaum wird eine beantwortet, tauchen gefühlt drei neue auf. Dieses permanente Rätseln erzeugt ein intensives Mitfiebern, unterstützt durch Cliffhanger an fast jedem Kapitelende, die einen immer wieder zum Weiterlesen zwingen. Dazu kommen unerwartete Wendungen, überraschende Enthüllungen und ein ständiges Hin und Her, das die Handlung in hohem Tempo vorantreibt. Man verdächtigt wirklich alles und jeden, weil jede Figur potenziell etwas verbirgt.

Allerdings wurde aus den Cliffhängern oft nicht so viel gemacht. Sie verlieren sich ins Leere, Situationen, die eigentlich Spannung versprechen, werden später nur beiläufig aufgelöst. Dadurch fällt die Intensität im Mittelteil etwas ab, und der Nervenkitzel verliert an Kraft.
Das Finale hingegen wurde wieder spannender. Die Auflösung wirkt schlüssig, aber dennoch kristallisieren sich hier einige Logikfehler heraus, wo sich die offenen Fragen nicht ganz logisch aufgeklärt haben.

Mein Fazit:
Ein rasanter, wendungsreicher Thriller mit starkem Perspektivspiel, vielen Fragen und hohem Tempo - ein absoluter Pageturner. Trotz kleiner Spannungseinbrüche im Mittelteil konnte mich dieser Thriller überzeugen. Ich hätte gerne auch 5 Sterne gegeben, aber dafür waren mir die Logikfehler und die im Sande verlaufenen Cliffhänger zu präsent. Trotzdem eine klare Leseempfehlung für alle, die Nervenkitzel, Cliffhanger und überraschende Twists lieben.

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Suche nach der Wahrheit

Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir

Marsi lebt seit einem Jahrzehnt mit dem Schmerz über das rätselhafte Verschwinden ihrer Schwester. Der Fall schien längst verloren, bis ein unerwarteter Brief neue Spuren legt und Marsi zwingt, sich erneut der Vergangenheit zu stellen. Ihre Suche nach Antworten führt sie zurück in ein altes Verbrechen, das nie abgeschlossen wurde und macht deutlich, dass die Gefahr noch immer präsent ist.

Ihre eigenen Ermittlungen werden damit nicht nur zu einer Reise in ihre eigene Vergangenheit, sondern zu einem Wettlauf gegen jemanden, der weiterhin im Verborgenen agiert.

Die Spannung in Home Before Dark entfaltet sich nicht sofort, sondern entwickelt sich langsam, stetig und entfaltet eine Sogwirkung, die sich festsetzt. Die Handlung wird in wechselnden Perspektiven zwischen den beiden Schwestern Marsibil und Stina jeweils aus der Ich-Perspektive erzählt. Maribil begleitet wir in der Gegenwart (1977) bei ihrer Suche nach der Wahrheit um Stinas Verschwinden. In der Perspektive von Stina sind es Rückblenden (ins Jahr 1966/67) in ihr Leben vor ihrem Verschwinden. Durch diese zwei Ich‑Perspektiven entsteht ein intensiver Sog, weil man ständig zwischen Wahrheitssuche und Erinnerungsschatten pendelt. Mit jedem Kapitel fügt sich das Puzzle auch Stück für Stück zusammen bis man endlich versteht, was in jener verhängnisvollen Nacht wirklich passiert ist.

Die Atmosphäre ist beklemmend, dunkel, voller unausgesprochener Wahrheiten. Jede Figur wirkt seltsam, verschlossen und irgendwie verdächtig. Niemand ist leicht zu greifen, jeder trägt seine eigene Last mit sich herum. Man fängt an jedem zu misstrauen. Das hält die Spannung konstant hoch und man will unbedingt wissen, was mit Stina vor zehn Jahren geschehen ist.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die isländischen Namen und Orte könnten allerdings Stolpersteine sein und ein wenig den Lesefluss hemmen, aber sie gehören einfach zu diesem Setting und verstärken die nordische Stimmung.

Ein bisschen störend und nervig war die extreme Alkohlpräsenz. Zumindest ist es mir stark aufgefallen, dass ständig über Alkohol gesprochen wurden bzw. viele der Figuren sehr oft Alkohl getrunken haben.

Mein Fazit:
Ein langsam anschwellender, atmosphärisch dichter Thriller, der mit seinen Perspektivwechseln, seinen Geheimnissen und seinen unerwarteten Wendungen fesselt. Düster, verwirrend, intensiv und es entwickelt eine Sogwirkung, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Das Buch ist auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

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Wer hat Beth getötet?

Beth is dead von Katie Bernet

Beth wird tot aufgefunden und die Ermittlungen richten sich sofort auf ihre Schwestern. Jede von ihnen trägt ein mögliches Motiv mit sich herum: Jo, die ehrgeizige Autorin, deren Erfolg von einem dramatischen Skandal profitieren könnte; Amy, die für ihren Traum vom Kunststudium Geld braucht, das eigentlich Beth zugestanden hätte; und Meg, die selbst unschuldig wirkt, aber ihren Freund um jeden Preis schützen würde.

Gleichzeitig gibt es weitere Verdächtige, denn die Familie wurde schon zuvor unfreiwillig berühmt, nachdem ihr Vater ein kontroverses Buch über seine Töchter veröffentlicht hatte.

Das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Die Handlung wird in wechselnden Perspektiven zwischen den Schwestern jeweils aus der Ich-Perspektive erzählt. Das schafft nicht nur die Nähe zu den einzelnen Schwestern, sondern zeigt auch wie unterschiedlich Jo, Amy und Meg mit Beths Tod umgehen. Hinzu kommen einige Rückblicke in die Zeit vor Beths Tod, die wie kleine präzise gesetze Puzzleteile funktionieren. Sie geben Hinweise, werfen neue Fragen auf und verbinden Vergangenheit und Gegenwart zu einem stimmigen Gesamtbild.

Es gibt hier keine Spannung durch Schockmomente, eher ist die Spannung permanent unterschwellig präsent. Beim Lesen rätselt man konstant mit, wer für den Tod von Beth verantwortlich ist und verdächtigt immer wieder wen anders. Dazu tragen die vielen falschen Fährten und unerwarteten Wendungen bei. Bis zum Schluss bleibt es undurchsichtig und wird dann in einem spannenden Showdown logisch aufgelöst.

Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, sodass man recht schnell durch die Seiten kommt. Zudem ist alles sehr bildlich dargestellt, dass man sich die einzelnen Szenen und Figuren sehr gut vorstellen kann. Durch die vielen Handlungsorte sowie den unterschiedlichen Figuren ist es abwechslungsreich gestaltet.

Anfangs war es kurzzeitig herausfordernd, die drei einzuordnen (wer studiert, wer geht zur Schule, wer ist die Älteste, die Jüngste usw.), weil alle drei ziemlich gleichzeitig in der Handlung aufgetreten sind. Das legt sich jedoch recht schnell, weil jede von ihnen eine eigene, unverwechselbare Persönlichkeit hat. Jede von ihnen hat ihre eigenen Stärken und Schwächen. Zwischen ihnen wurde eine tolle Dynamik geschaffen. Man merkt bei den Schwestern auch wie toll ihr Zusammenhalt ist, aber auch die typischen geschwisterlichen Reibereien und Geheimnisse. Das macht sie so authentisch und lebendig.

Mein Fazit:
Ein sehr spannender und fesselnder Young-Adult-Thriller, bei dem man ständig miträtselt. Es hat mich so gefesselt, dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte. Daher gibt es dafür eine ganz klare Leseempfehlung.

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Wettkampf um die Krone

Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain von Sasha Peyton Smith

London, 1848: Zur Heiratssaison versuchen viele Adlige, durch einen gefährlichen Handel mit der Fae-Königin Macht, Schönheit und Reichtum zu erlangen. Als der Kronprinz ankündigt, in dieser Saison eine Braut zu wählen, wird überraschend auch Ivy, die eigentlich in Ungnade gefallen ist, unter die sechs Anwärterinnen aufgenommen.

Was wie ein höfischer Wettbewerb beginnt, entwickelt sich rasch zu einem brutalen Kampf ums Überleben. Intrigen, Magie und tödliche Prüfungen bestimmen den Alltag der Kandidatinnen. Gleichzeitig muss Ivy unbedingt Abstand zu Emmett, dem Bruder des Prinzen, halten, denn jede Nähe zu ihm könnte nicht nur ihr Herz gefährden, sondern auch ihr Leben.

"The Rose Bargain" ist der erste Band der "Hof der Dornen"-Dilogie.

Die Handlung hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Der flüssige, bildhafte Schreibstil sorgt dafür, dass man sich jede Szene sehr bildlich vorstellen kann. Erzählt wird die Handlung in der Ich‑Perspektive aus Sicht der Hauptprotagonistin Ivy. Dadurch erlebt man ihre Gedanken und Gefühle so intensiv, dass man automatisch mit ihr mitfiebert. Hin und wieder gibt es Einschübe aus Sicht ihrer Konkurrentinnen, die einen näheren Einblick in den Wettkampf um Prinz Bram geben.

Es bleibt von Beginn an durchgehend rätselhaft und spannend. Ivy ist sehr mutig, aber auch gleichzeit sehr naiv. Sie muss sich mehreren Herausforderungen stellen, wächst an ihnen und findet Stück für Stück ihre eigene Stärke. Auch wenn das Ende teilweise vorhersehbar scheint, wird man mit einer unerwarteten Wendung noch einmal komplett überrascht.
Das Love-Triangle ist gut gemacht. Es ist emotional glaubhaft, intensiv und so geschrieben, dass man sich kaum für eine Seite entscheiden kann.

Ein absolutes Highlight ist das Setting im viktorianischen England um 1848. Eine gelungene Mischung aus historischer Atmosphäre, höfischer Gesellschaft, politischen Spannungen und dunkler Magie, die sich perfekt miteinander verweben. Die Welt wirkt greifbar, elegant und gleichzeitig bedrohlich.

Mein Fazit:
Ein atmosphärischer, magischer und überraschender Roman, der historische Eleganz mit düsterer Fae‑Magie verbindet. Perfekt für alle, die starke Heldinnen, Intrigen, romantische Spannung und immersive Welten lieben. Für mich eine absolute Leseempfehlung.

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Ohne viel Action

Dunkelmann von Lars Findsen; Jacob Weinreich

Eine chinesische Delegation soll nach Kopenhagen reisen, doch der Geheimdienstanalyst Daniel Hartmann entdeckt, dass ein Delegierter unter falschem Namen einreisen will. Um herauszufinden, was dahintersteckt, wird die noch angeschlagene Agentin Maja Birk auf den Fall angesetzt. Bald zeigt sich, dass die Delegation ein besonderes Interesse an einem Forschungsprojekt im Nordpolarmeer hat.

Maja erkennt, dass diese Mission möglicherweise mit ihrem letzten gefährlichen Auslandseinsatz verknüpft ist und dass mehr auf dem Spiel steht, als zunächst sichtbar war.

"Dunkelmann" ist der Auftakt in eine neue Spionagethriller-Reihe mit den Geheimdienstagenten Daniel Hartmann und Maja Birk.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich daher recht angenehm lesen, sodass man auch mühelos durch die einzelnen Kapitel gleitet. Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven der einzelnen Protagonisten erzählt und wechselt auch relativ oft die einzelnen Handlungsorte. Das bringt Abwechslung, aber trägt nicht so wirklich zur Handlung bei. Insgesamt bleibt die Handlung über ziemlich weite strecken sehr ruhig und es plätschert mehr vor sich hin.

Durch die vielen beteiligten Parteien ist es recht undurchsichtig und man bekommt kaum einen Überblick. Die Zusammenhänge bleiben sehr lange verworren. Das erzeugt zwar eine gewisse Geheimdienst‑Atmosphäre, lässt aber kaum Raum zum Miträtseln, weil man wenig Hinweise bekommt, die man selbst zusammensetzen könnte. Erst auf dem letzten Drittel wird es spürbar spannender aber Nervenkitzel will leider auch dann nicht so recht aufkommen.

Sehr gut gemacht sind auf jeden Fall die realistischen Einblicke in die Arbeit der Geheimdienste. Auch das politisch brisante Thema rund um Großmacht China und Interesse an Grönland verleiht dem Buch Relevanz und Tiefe.

Die Figuren sind gut gezeichnet, mit klaren Charakterzügen und glaubwürdigen Einblicken in ihr privates Leben. Allerdings nehmen die Beziehungsprobleme der beiden Hauptfiguren so viel Raum ein, dass sie den Thrillerfluss immer wieder ausbremsen und teilweise als echter Spannungskiller wirken. Ein bisschen unrealistisch fand ich zudem, dass Maja so angeschlagen nach ihrem vorherigen Auslandseinsatz direkt wieder so intensiv eingesetzt wurde.

Mein Fazit:
Unter diesem Spionage- / Agententhriller hatte ich mir ein wenig mehr Spannung erhofft. Es war zwar sehr undurchsichtig und das Motiv und das Ziel nicht wirklich klar, aber dennoch fehlte mir der Durchblick in der ganzen verworrenen Handlung und dadurch kam nicht so wirklich die Spannung auf.

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