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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anno:

Verständnis und Beziehung für ein harmonischeres Miteinander

Redet nicht. Räumt nicht auf. Lieb ich trotzdem. von Inke Hummel

Die Pubertät ist eine schwierige Lebensphase- für Jugendliche sowieso, aber auch für uns Eltern. Beginnt man diese Ausnahmesituation jedoch zu verstehen und dem Heranwachsenden mit einem zugewandten Blick zu begegnen, kann sich bereits vieles verändern, was das Zusammenleben vermeintlich so kompliziert macht.

Jungs sind nämlich gar nicht so schlecht wie ihr Ruf und manchmal feinfühliger, als wir es von ihnen erwarten und oft auch einfach selbst mit sich überfordert. Kein Wunder, wenn der gesamte Körper einer Großbaustelle gleicht.
Kritik und Druck sind da eher unangebracht und bewirken doch nur Auflehnung. Dabei wünschen wir uns doch eigentlich alle eine gute Beziehung zu unserem Kind.
Dieses Ratgeber setzt genau hier an und erklärt Eltern warum ihr Sohn plötzlich so tickt wie er nunmal tickt, was sich gerade in seinem Körper und was ihn beschäftigt. Inke Hummel gibt aber auch wertvolle Tipps zum Umgang mit Situationen und relativiert so manche elterliche Sorge. Der Ton des Buchs ist durchgehend sehr positiv und dem Teenager zugewandt. Er konzentriert sich eher auf das harmonisches Miteinander als an medizinischen Fakten, was mir grundsätzlich sehr gefiel, trotzdem hätte ich mir bei manchen Themen einen etwas tieferen Umgang gewünscht, der auch Gefahren und Probleme deutlicher angesprochen hätte.

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Rezensionen von Kwinsu:

Hörbuch: angenehm erzählt, solide Geschichte

Minnesota von Jo Nesbø

Bob Oz ist ein typischer Verlierer: nach dem Tod seiner Tochter zerbrach seine Ehe und er griff zu der mutmaßlich einzigen Rettung: dem Alkohol. Bei seinen Kollegen ist er nicht sonderlich beliebt, trotzdem versucht er seinen Job als Ermittler irgendwie über die Bühne zu bekommen, auch wenn seine Motivation endend wollend ist.

Trotzdem er degradiert wurde, kann er es nicht sein lassen und mischt sich in eine Mordermittlung ein, deren Ausgang auch er höchst unerwartet findet.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich zwar nordische Kriminalromane und Thriller liebe, ich mich aber nie sonderlich mit Jo Nesbo anfreunden konnte - ohne genau zu wissen, weshalb mich seine Bücher nie so wirklich catchen konnten. Dass er sein Handwerk versteht, beweisen nicht nur seine Verkaufserfolge, sondern auch dieses Buch - wohl der Start einer Reihe, die ihren Mittelpunkt in einem beliebten Ziel norwegischer Auswanderer hat: Minnesota. Er verschafft den handelnden Figuren einen besonderen Schliff, sie sind nicht sonderlich sympathisch, trotzdem hat ob ihrer Schicksalsschläge Verständnis und sie wirklich allesamt recht authentisch und nachvollziehbar.

Es gibt unterschiedliche Perspektiven und die Erzählungen springen zwischen den Jahren 2016 und 2022. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und da habe ich mir sehr schwer getan mitzubekommen, in welchem Jahr wir uns nun befinden, das mag aber auch daran liegen, dass ich erst seit kurzem Hörbücher höre und noch nicht so wirklich konzentriert zuhören kann, denn eigentlich werden die Jahreszahlen angeführt. Das Hörbuch ist mit über 12 Stunden auch recht lang, aber der Sprecher - David Nathan - erzählt die Geschichte wirklich sehr einnehmen und es macht Spaß seiner angenehmen Stimme zuzuhören.

Trotzdem die Geschichte abwechslungsreich und durchaus spannend war, habe ich auch durch "Minnesota" meine Liebe für Nesbo nicht entdeckt. Das Buch wirkt auf mich klassisch konstruiert, ich hatte den Täter schon bei seinem ersten Auftritt in Verdacht. Die Hintergründe für seine Tat scheinen moralisch legitim zu sein, es schwingt viel Gesellschafts- und Politikkritik mit - durchaus zurecht. Vermutlich konnte mich aber das Setting in den USA nicht sonderlich einnehmen, auch wenn immer wieder Bezüge zu Norwegen geschaffen werden. Trotzdem kann ich mit dieser Waffenaffinität nichts anfangen und ich lese lieber Krimis und Thriller aus Skandinavien, wo nicht die ganze Zeit herumgeballert wird - aber das ist sicher auch Geschmackssache. Ich hatte auch schon die Leseprobe von "Minnesota" gelesen und was mir da schon negativ aufgestoßen ist, ist das Eingangszitat einer Textzeile von Rammstein. Ich weiß ja nicht, wieviel der Autor von abartigen Ausschweifungen des Leadsängers mitbekommen hat, aber diese Band zu zitieren, finde ich mehr als unangebracht.

Mein Fazit: Das Hörbuch von "Minnesota" ist durch die angenehme Stimme des Erzählers eingängig zu hören und die Geschichte weißt einen fundierten Spannungsbogen auf. Für meinen Geschmack war sie trotzdem recht vorhersehbar und zu US-amerikanisch. Es bietet aber trotzdem eine gute Unterhaltung und ist halt auch sehr geschmacksabhängig.

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Rezensionen von stomic:

Ein kurzweiliger Roman über Freundschaft und Karma

Zweimal Karma und zurück von Christiane Köhn-Ladenburger

Stell dir vor, du reist nach Indien und lässt dir in einer Palmblattbibliothek dein Schicksal voraussagen – und die Prophezeiung gefällt dir gar nicht. Was tust du? Genau mit dieser Frage hat mich Christiane Köhn-Ladenburger von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen.

Die Protagonistinnen Anne und Cathy lernen sich in Indien kennen und besuchen gemeinsam die sagenumwobenen Palmblattbibliotheken – eine uralte indische Tradition, bei der das Schicksal einzelner Menschen auf Palmblättern aufgezeichnet sein soll.

Beide erhalten dort eine Prophezeiung, die ihr Leben auf den Kopf stellen könnte. Zurück in Deutschland gehen sie damit aber völlig unterschiedlich um – und bleiben sich dabei als Freundinnen trotzdem nah.

Genau dieses Nebeneinander zweier so verschiedener Charaktere macht den Roman so besonders. Man begleitet beide Frauen hautnah durch ihre Entscheidungen, zweifelt mit ihnen, fiebert mit – und fragt sich dabei ständig, was man selbst an ihrer Stelle tun würde.

Das Thema der Palmblattbibliotheken hat mich persönlich so fasziniert, dass ich nach der Lektüre sofort angefangen habe zu recherchieren und darüber nachgedacht habe, was wohl in meinem Palmblatt steht, doch will ich es wirklich wissen?

Dieser mystische indische Hintergrund gibt dem Roman eine ganz besondere Tiefe – ohne je schwer oder esoterisch zu wirken.

Christiane Köhn-Ladenburger schreibt locker, flüssig und mit viel Gefühl. Man gleitet durch die Seiten, ohne es zu merken. Ein Buch, das ich wirklich jeder Leserin empfehlen kann – absolute Leseempfehlung!

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Rezensionen von Bibibabby:

Spannend vom Anfang an!

Witch of the Wolves: Halbmond Erbe von Kaylee Archer

Dieses Buches Ist viel spannender, als ich erwartete und hat mich von Anfang bis Ende in Atem gehalten!
Handlung: Cordelia ist eine hexe und wurde von ihrer Tante großgezogen. Eines Tages wird sie von ihrer Vater entführt und zu seinem Rudel gebracht, da dieser ein Werwolf ist. Dort wird von ihr erwartet, dass sie der Nachfolger ihres Vaters, Bishop Danvers, heiratet.

Die Handlung ist spannend und ziemlich komplex. Es gibt viele Ebenen von Konflikten und Verschwörungen, die die Heldin im Laufe des Buches aufdeckt. Die Wendung am Ende fand ich sehr unerwartet und eigentlich auch etwas unnötig traurig.
Der Schreibstil war im Großen und Ganzen in Ordnung, obwohl ich fand, dass die ersten Kapitel etwas zu viele Erklärungen enthielten. Es wirkt, als ob der Autor den Lesern nicht zutraute, die richtigen Schlüsse zu ziehen, und deshalb alles klarstellen musste. Das Buch lässt dem Leser keinen Raum zum Nachdenken, auch wenn es die perfekte Geschichte wäre, um über Machtdynamiken und den Kontrast zwischen den frauenzentrierten Hexen und den patriarchalen Werwölfen zu reflektieren.
Die Liebesgeschichte finde ich eher "unschuldig": Bishop ist ein weißer Ritter, der perfekte Partner, und es gibt keine düsteren (dark) Untertöne, die in den meisten Werwolfgeschichten vorhanden sind. 
Spice: open door, explizite Szenen, auch wenn sie ihre Beziehung nicht komplet vollziehen.

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Rezensionen von Petra:

Veränderungen

Mirabellentage von Martina Bogdahn

Anna ist die Pfarrhaushälterin, als Pfarrer Josef unerwartet stirbt. Steht sie vor der Frage ändert sich jetzt alles oder bleibt ihr Leben wie es war. Sie hat ihm mit der Gemeinde geholfen, sie waren seit ihrer Kindheit Freunde. Jetzt ist da ein letzter Wunsch und ein junger neuer Pfarrer der zudem aus dem Norden kommt, ganz entgegengesetzt wie der Ort Blumenfeld.

In kleinen Geschichten erzählt Anna von ihrem Leben, teilweise traurig, manchmal zum lachen, sie verbindet die Menschen, den Ort, das Leben. Aber ist das genug wenn sich auf einmal alles ändert?
Ich fand das erste Buch der Autorin "Mühlensommer" großartig. Bei diesem Buch hat sie noch einmal nachgelegt.
Anna ist eine Persönlichkeit die in sich ruht, trotzallem was in ihrem Leben nicht so gelaufen ist wie sie es sich vielleicht erträumt hat. Sie ist auf der einen Seite genügsam und auf der anderen hat sie aber noch Wünsche für die es noch nicht zu spät ist. Die Menschen in diesem Ort vertrauen ihr auf eine unaufdringliche Weise. Sie ist der elastische Kleber der die Gemeinschaft zusammen hält. So einen Menschen zu kennen, wenn auch nur fiktiv durch dieses Buch, bereichert für kurze Zeit.
Alle Figuren sind fein gezeichnet, sei es der bienenstichblonde junge Neuling der bei den dunklen Dorfbewohnern schon Vergleiche mit dem Papst hervor ruft. Auch wenn sie nur einen kurzen Auftritt haben, haben einige Figuren einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Man kann sich den Einfluss gut vorstellen den sie auch lange noch nach ihrem Tod hinterlassen.

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Rezensionen von ekiam:

Süßer Slow Burn mit Friends to Lovers

Grumpy Darling von Alexandra Moody

Paige wurde noch nie geküsst und das will sie in ihrem Abschlussjahr endlich ändern. Doch schnell merkt sie, dass sie in Sachen Flirten noch etwas Nachhilfe braucht. Zum Glück hat sie den perfekten Coach: ihren besten Freund Grayson Darling. Der Eishockeyspieler ist für seine vernichtenden Blicke auf und abseits des Eises bekannt und offenbar auch der Grund, warum sich kein Junge traut, Paige anzusprechen, geschweige denn zu küssen.

Dann taucht jedoch Damien auf, ein Freund aus Kindertagen, der sich von Grayson so gar nicht einschüchtern lässt. Für Paige scheint er allein deshalb der ideale Kandidat für ihren ersten Kuss zu sein. Flirtcoach Grayson steckt nun plötzlich in einem Dilemma, denn eigentlich ist er schon lange selbst in Paige verliebt.

Grumpy Darling ist der zweite Teil der Darling-Devils-Reihe, lässt sich aber problemlos unabhängig lesen. Alexandra Moodys Schreibstil ist angenehm locker und flüssig; man fliegt förmlich durch die Seiten. Der Perspektivwechsel zwischen Paige und Grayson macht ihre Motive, Gedanken und Handlungen nachvollziehbar und sorgt dafür, dass man sich gut in beide hineinversetzen kann.
Die Chemie zwischen den beiden ist von Anfang an spürbar, ihre Dynamik ist großartig, und die Spannung steigert sich im Laufe der Geschichte immer weiter – ein perfekter Slow Burn, der genau das liefert, was man sich erhofft.
Auch die Nebenfiguren sind liebevoll gestaltet und tragen zur Entwicklung der Handlung bei. Mehrfach musste ich schmunzeln oder sogar laut lachen.
Einzig die Handlung rund um Paiges Zukunftsplanung hat mich zeitweise etwas gestört: Ihre Mutter war mir zu sehr darauf fixiert, während Paige selbst stellenweise etwas zu nachlässig wirkte.

Insgesamt ist Grumpy Darling eine gelungene Sports Romance ohne Spice, die vor allem Fans der Tropes „Friends to Lovers“, „He falls first“ und „Fake Dating“ begeistern dürfte und viele unterhaltsame Lesestunden verspricht.

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Rezensionen von Katharina Grassmugg:

Ein tolles Buch

Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher

Birgit Birnbacher gelang hier ein wirklich sehr interessanter Roman über Menschen die täglich darum kämpfen akzeptiert zu werden wie sie sind und versuchen ihren eigenen Weg zu finden in einer Welt die nicht für sie gemacht zu sein scheint.

In dieser Geschichte habe ich so viel
gesehen was mir bei der Arbeit mit Kindern immer wieder auffällt.

Eine Mutter die sich daran gewöhnt hat sich dauernd für ihr Kind zu entschuldigen und rechtfertigen zu müssen weil es nicht irgendeiner vermeintlichen Norm entspricht. Hier scheint es allerdings so das sich zu den Schuldgefühlen dafür das das Kind so oft spürt "nicht richtig zu sein" auch die Erkenntnis mischt das so vieles von ihr in ihm steckt. Sein "flirrendes Nervenkostüm" das für andere so schwer zu verstehen ist, sogar für seinen Vater, seine Impulsiviät und seine Eigenheiten. Immer wieder versucht Ann Oz zu schützen. Doch als plötzlich die Zilly - Oma verschwindet scheint mehr aus den Fugen zu geraten als befürchtet.

Dieser Roman ist intensiv auf eine berührende unaufgeregte Art und Weise.

Die Erzählweise war anfangs für mich etwas ungewohnt da man das Gefühl hat die Gedanken der Protagonisten Rasen nur so dahin und springen von einem zum nächsten, was ja durchaus zu ihnen passt und sie authentisch macht. Jedoch hat es etwas gedauert mich daran zu gewöhnen.

Die Geschichte war wirklich sehr interessant zu lesen. Sie hat mich berührt, mich unterhalten und mir einmal mehr gezeigt wie wichtig es ist die Vielfalt unserer Menschheit und die Menschlichkeit unserer vermeintlichen "abweichungen" anzuerkennen und nicht als Fehler zu sehen.

Nicht nur die Tier und Pflanzenwelt sollte für ihre Vielfalt gefeiert werden sondern auch die Menschheit und das beginnt damit das Menschen wie Oz oder Ann nicht ihr Leben lang das Gefühl vermittelt bekommen falsch zu sein. Für mich ein wirklich sehr interessantes und empfehlenswertes Buch

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Rezensionen von Gute_Laune:

Brutal, widerlich, dennoch zäh

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7) Ein Fabian-Risk-Krimi von Stefan Ahnhem

Ein Stromausfall lässt die Küste Schwedens in Dunkelheit fallen. Es scheinen in der Zeit unerklärliche Dinge geschehen zu sein, die Fabian Risk und seine Kollegen vor schwierige Aufgaben stellen. Menschen verhalten sich seltsam, ein Kind wurde entführt, die Mutter wird vom Mann unterdrückt. Aber sie kennt Risk und wendet sich heimlich an ihn.

Der ahnt bald, dass all die Vorfälle keine Zufälle sind.

Okay, ich habe die vorherigen Bände weder gelesen noch gehört, also bin ich vielleicht teilweise selbst Schuld daran, dass ich nicht so wirklich warm wurde mit den Figuren und der Story. Selbst David Nathan, den ich als Sprecher sehr schätze, konnte wenig retten. Irgendwie waren die einzelnen Erzählstränge jeweils für sich und auch zusammengenommen reichlich wirr und konfus. Zudem mochte ich keine Figur wirklich, hatte eher mit so gut wie jeder Figur richtige Probleme.

Die einzelnen Erzählstränge sind für sich schon heftig, die verarbeiteten Themen ebenfalls. Von häuslicher Gewalt über Deepfakes bis zu Mord ist alles dabei. Einige der Themen sind heftig. Für einige wäre hier vermutlich eine Triggerwarnung gut, dennoch erwähne ich sie hier nicht, um nicht versehentlich zu spoilern.

Für mich ist die Story ab einem gewissen Punkt ins Abstruse abgebogen, gekrönt von widerlichen und unnötig brutalen Szenen. Möglich, dass ich mit den Jahren empfindlicher geworden bin. Insgesamt aber habe ich nur durchgehalten, um herauszufinden, ob es überhaupt einen Sinn in allem gibt. Das hätte es vermutlich auch nicht, wenn ich die Vorgänger kennen würde. Im kompletten Verlauf hatte ich nirgendwo den Eindruck, dass mir irgendwelche Infos fehlen würden. Kleiner Funfakt am Rande, eine Logik ist da, aber einen Sinn hat für meinen Geschmack hier nichts wirklich. Selbst die tolle Stimme von David Nathan, die nicht ohne Grund auch bei meinem Lieblings-Radiosender zu hören ist, konnte nichts mehr retten. Gerade mal eben so drei Sterne von mir.

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Rezensionen von Ruth:

Packend, berührend, historisch interessant

Der Fährmann von Regina Denk



Die Geschichte führt uns in eine malerische Gegend an der deutsch-österreichischen Grenze zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts. Die Salzach trennt hier nicht nur zwei Dörfer, sondern gleich zwei Länder.
Und hier wachsen Hannes, Elisabeth und Annemarie auf. Die drei verbindet von früher Kindheit an eine enge Freundschaft.

Aber Kindheit endet früh zu jenen Zeiten.
Für Hannes, jüngster Sohn eines armen Bauern, steht sein späteres Betätigungsfeld schon lange fest. Er wird wie sein Onkel Fährmann werden. Eine wichtige Aufgabe, ist er doch das Verbindungsglied zwischen den Menschen hüben und drüben vom Fluss. Tag und Nacht muss er bereitstehen, bekommt dafür keinen festgelegten Lohn, sondern ist auf die Großzügigkeit seiner Fahrgäste angewiesen. Doch das ist noch nicht mal das Schlimmste: Ein Fährmann darf nicht heiraten, damit im Falle seines Todes seine Witwe und seine Kinder nicht der Allgemeinheit zur Last fallen. Hannes fügt sich, auch wenn er andere Träume hat. Dabei weiß er um die Gefährlichkeit seines Berufes, der Fluss ist unberechenbar. Das hat er schon als Kind erfahren müssen, als er beinahe ertrunken ist und danach wochenlang auf Leben und Tod lag. Damals haben die Menschen beider Dörfer um seine Gesundung gebetet. Hannes ist dankbar, Gott und der ganzen Gemeinschaft gegenüber und übernimmt auch aus diesem Grund die notwendige Aufgabe des Fährmanns.
Obwohl er Elisabeth liebt und sie gerne heiraten würde.
Die erwidert seine Gefühle, doch auch für sie ist ein anderer Lebensweg vorgezeichnet. Sie soll nach dem Wunsch zweier Väter Josef heiraten, Sohn eines Großbauern. Ehen werden zu diesen Zeiten oftmals nicht aus Liebe geschlossen, sondern aus ganz pragmatischen Gründen. In diesem Fall: Geld zu Geld, Acker zu Acker.
Elisabeth fügt sich ebenfalls den gesellschaftlichen Konventionen und dem Willen ihrer Eltern und heiratet Josef. Es erwarten sie schlimme Jahre. Auf dem Hof regiert der Altbauer als absoluter Herrscher, mit brutaler Gewalt. Sogar Josef, der einmal den Hof übernehmen soll, behandelt er wie einen Knecht. Und Josef entwickelt sich zu einem genauso unbarmherzigen Menschen wie sein Vater.
Auch Annemarie lässt bald die unbeschwerten Kindheitstage hinter sich. Schon früh muss sie in der elterlichen Wirtschaft mithelfen. Dabei hat sie gelernt, immer freundlich zu den Gästen zu sein, auch wenn die Männer dabei zudringlich werden. Josef ist einer davon. Er kommt sogar noch zu ihr, als er schon längst verheiratet ist und sie gegen ihren Willen zum Beischlaf zwingt. Doch was soll sie tun?
Auch bei ihr, wie bei Elisabeth, zeigt sich, dass Frauen in dieser patriarchalen Gesellschaft keine Stimme haben. Solidarität erfahren sie nicht mal von ihren Müttern, die lieber wegschauen bzw. ihre Töchter zwingen, ihre Rolle klaglos anzunehmen.
Dann kommt der Krieg und vieles ändert sich.
Hannes hat Glück: Seine Stellung als Fährmann ist so wichtig, dass er nicht eingezogen wird. Josef dagegen ist einer der Ersten, der sich freiwillig meldet. Das Soldatentum entspricht so ganz seiner Vorstellung von Männlichkeit.
Bald fehlen auf den Höfen die Männer. Das ist die Stunde der Frauen. „Sie wuchsen, nach oben, nach links und nach rechts, in Winkel, die sonst niemand erreichen konnte, breiteten sich aus, nahmen Platz ein, weil niemand mehr da war, der ihn für sich beanspruchte…“
Elisabeth hofft, dass Josef nicht mehr aus dem Krieg heimkommt . Zu furchtbar war für sie die Zeit mit ihm. Und vielleicht wäre dann ein gemeinsames Leben mit Hannes möglich.
Doch Josef kehrt zurück, schwer versehrt, aber grausamer denn je. Eine Katastrophe zeichnet sich ab.
Regina Denk beschreibt bilderreich und voller eindringlicher Szenen eine vergangene Welt. Dabei fängt sie die Atmosphäre stimmig ein. Das Leben verläuft hier in engen vorgegebenen Bahnen, ein Ausbrechen aus den Konventionen ist kaum möglich. Männer bestimmen zwar den Alltag der Frauen, doch Freiräume gibt es für sie ebenfalls nicht viel. Dazu sind die Lebensbedingungen zu hart. Außerdem legen Tradition und Religion die Regeln fest für beide Geschlechter.
Das vorangestellte Zitat von Erich Maria Remarque verweist auf ein weiteres Thema des Roman. Auch wenn die erzählte Zeit bereits im Jahr 1915 endet, so sind die Verheerungen des Krieges schon überall spürbar. Bald hat jedes Haus Verluste zu beklagen. Und Josef hat nach seiner Rückkehr Albträume, in denen ihn seine auf dem Feld begangenen Taten heimsuchen.
Regina Denk beherrscht ihr Handwerk. Sie arbeitet mit Cliffhängern und versteht es auch sonst Spannung zu erzeugen. Dabei erspart sie ihren Figuren und ihrer Leserschaft nichts. Mancher Schicksalsschlag, manche Wendung ist kaum erträglich. Das Ende war mir dann etwas zu viel Dramatik, doch das hat den positiven Leseeindruck nur unwesentlich geschmälert.
Besonders hervorzuheben ist die Sprachmacht der Autorin, die sich am stärksten in den mit „Anderswo“ gekennzeichneten Einschüben zeigt. Hier erhält der Fluss eine zentrale metaphorische Rolle. Der Fluss, der mal ruhig dahinplätschert, mal wild sich aufbäumt, in dessen Tiefen sich Abgründe verbergen. Ebenso ist die Figur des Fährmanns symbolisch zu deuten: Der Fährmann als Verbindungsglied zwischen Menschen, Dörfern und Ländern, zwischen Leben und Tod. So war Hannes für Elisabeth „ der Mann, der die Brücke zwischen ihnen war, so wie der Josef den Graben ausmachte.“
Der Roman endet versöhnlich und mit der Hoffnung, dass die Menschen aus ihren Fehlern lernen und die Jungen es einmal besser machen. Wir wissen allerdings, dass auf den Ersten ein Zweiter Weltkrieg folgt.
Regina Denk hat mit „ Der Fährmann“ einen unglaublich packenden Roman geschrieben, der eine berührende Liebesgeschichte vor historisch interessantem Hintergrund erzählt.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:

Nomen est omen?!? Oder umgekehrt!?!

Die Namen von Florence Knapp

Der antiken Spruchweisheit folgt die Romanhandlung nur bedingt. Zunächst sehen wir eine Versuchsanordnung in drei Teilen nach dem Muster: Was passiert, wenn ..? So wächst ein Neugeborener dreimal in vergleichbaren Umständen auf; die Lebensläufe unterscheiden sich anfänglich nur durch den Namen, den die Mutter – in zwei der drei Fälle gegen den Willen des traditionsbewussten Vaters – auf dem Standesamt eintragen lässt.

Damit erfüllt sie einmal den Wunsch („Bear“) ihrer älteren Tochter, einmal ihren eigenen („Julian“ nach lat. „iovilius“ = „dem Göttervater Jupiter geweiht“, dann auch „dem römischen Patriziergeschlecht der Julier zugehörig“), und einmal unterwirft sie sich der gewalttätigen Familientradition ihres Ehemannes („Gordon“ = kelt. „großer Hügel“ oder „Festung“, ursprünglich ein schottischer Familienname). Im Anhang werden diese und weitere Namen mit ihren teils mythologischen, teils lautlichen Deutungsmöglichkeiten erläutert.

Die drei Menschenbilder, die diese Namen transportieren, werden dann aber nicht auf quasi magische Weise wahr. Vielmehr zeigt sich, dass die Namen mit Erwartungen und Wünschen, mit Ansprüchen und Erfahrungen aus dem Umgang der Menschen mit früheren Namensgenossen aufgeladen sind. Diese prägen dann ihrerseits nicht nur das Verhalten der älteren Bezugspersonen, sondern letztlich auch das Selbstbild des neuen Namensträgers: „Was er will. Wer er sein könnte“ (S. 8).

Die erzählerisch gut konstruierten Lebensläufe dieses Namensträgers sind psychologisch nicht ganz überzeugend – zu sehr entsprechen sie mitunter dem im Namen enthaltenen Entwurf. Bear ist offenbar nur rund, weich und kuschelig; seine Familienidylle endet in einem anaphylaktischen Schock, als hätte er einem Bienenvolk den Honig rauben wollen. Julian muss als Juwelier Vertrauen in seine künstlerische Autonomie gewinnen und lebt lange in einem negativen Bezug zum >Göttervater<, während Gordon zum Frauenverächter wird und nur durch einen Unfall, quasi den >Fall seiner Festung<, zu menschenfreundlicherem Denken gebracht wird. Im Epilog fällt auch der ältere Gordon, er stirbt an einem Herzinfarkt, und in seiner Vorstellung tauchen lediglich die ungelebten Möglichkeiten eines gewaltfreien Umgangs mit seinen Nächsten auf.

Der durch die Namen vorgezeichneten Stereotypie steht bei Vater und Sohn die Psychologie des gewalttätig erzogenen Kindes gegenüber. Auch das Verhalten der Ehefrau, die sich der familiären Gewalt zweimal entzieht und einmal unterordnet, prägt das Verhalten der nächsten Generation auf der psychologischen Ebene. Und dieser psychologische Aspekt der Versuchsanordnung überzeugt – zumindest mich – letzten Endes mehr als die Be- und Vorausdeutung der titelgebenden, quasi-mythischen Namen.

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