Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Odina:
Menschliches Verhalten
Die Lüge in ihrem Gesicht von Anne Keßel
„Die Lüge in ihrem Gesicht“ von Anne Keßel handelt von einer schweigenden Frau nach dem Tod eines jungen Mannes. Obwohl alles nach Notwehr aussieht, misstraut Verhaltenspsychologin Marlene Nielsen der Situation und stößt auf ein Netz aus Lügen, in dem Täterin und Opfer kaum noch zu unterscheiden sind.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und bildhaft, sodass ich mühelos in die Geschichte eintauchen konnte. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sorgen dafür, dass man immer weiterlesen möchte. Ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen. Besonders gelungen fand ich die durchgehend beklemmende Stimmung. Marlene Nielsen hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Sie ist klar gezeichnet, authentisch und vielschichtig. Spannend fand ich ihr Wissen über Mikroexpressionen und menschliches Verhalten. Dadurch hatte die Geschichte nicht nur einen hohen Unterhaltungswert, sondern man konnte beim Lesen auch noch etwas dazulernen. Ich habe Marlene gerne begleitet, mit ihr mitgefühlt und mitgefiebert. Auch die übrigen Figuren sind übersichtlich und glaubwürdig dargestellt. Man hinterfragt ständig Motive, Aussagen und Wahrheiten. Insgesamt ist das Buch ein sehr gelungener psychologischer Thriller, den ich gerne weiterempfehle.
Guter Thriller
Der Prätorianer von Tobias Bukkehave
„Der Prätorianer“ von Tobias Bukkehave handelt von Kommissarin Sara Levin, die in einer eisigen Stadt einen rätselhaften Ritualmord untersucht. Als Hinweise zu ihrem verurteilten Vater führen, muss sie sich ihrer dunklen Familienvergangenheit stellen um den Serienkiller zu stoppen. Der Autor erzählt die Geschichte in einem flüssigen und bildhaften Schreibstil.
Besonders das skandinavische Setting wird atmosphärisch beschrieben und sorgt für eine kalte, düstere Stimmung. Durch die wechselnden Perspektiven bleibt die Handlung abwechslungsreich und bekommt zusätzliche Spannung. Stellenweise hätte man einige Passagen jedoch kürzen können, da sie das Tempo etwas bremsen. Die Charaktere sind klar und gut nachvollziehbar gestaltet. Besonders Sara Levin wirkt glaubwürdig in ihrem Denken und Handeln. Auch ihr Partner Janus sowie ihr Bruder Adam passen überzeugend in die düstere Handlung. Insgesamt ist das Buch ein guter Thriller für alle Skandinavien Fans.
Küstenatmosphäre
Hummerjahre von Beatrix Gerstberger
„Hummerjahre“ von Beatrix Gerstberger ist der zweite Band der Hummerfrauen-Reihe und erzählt von Mina, Julie und Judith, die auf Eagle Island mit Liebe, Verlust, Schuld und Vergebung konfrontiert werden. Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, sollte man Band 1 gelesen haben. Mina begegnet ihrer vergangenen großen Liebe, Julie sucht nach einem Neuanfang im Alter und Judith muss sich den Erinnerungen an einen tragischen Sommer stellen.
Alle drei fragen sich, ob Glück und Vergebung noch möglich sind. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Die Kapitel wechseln zwischen den Perspektiven der Protagonistinnen, zwischendurch gibt es Rückblicke in die Vergangenheit der verstorbenen Ann. Die Spannung bleibt eher mittelmäßig, große Überraschungen gibt es kaum. Dennoch bleiben die Figuren und ihre Beziehungen interessant. Besonders Julie fand ich diesmal am spannendsten. Insgesamt ist das Buch ein guter Roman mit schöner Küstenatmosphäre, klar gezeichneten Charakteren und einigen kleineren Schwächen.
Fesselndes Verwirrspiel
Was sie nicht weiß von Shari Lapena
„Was sie nicht weiß“ von Shari Lapena handelt von Bryden und Sam, einem scheinbar glücklichen Ehepaar mit kleiner Tochter. Als Bryden eines Tages spurlos verschwindet, obwohl ihre persönlichen Sachen noch zu Hause liegen, beginnt ein rätselhaftes und spannendes Verwirrspiel. Schon das mysteriös gestaltete Cover macht neugierig und passt sehr gut zur Geschichte.
Auch der Schreibstil von Shari Lapena konnte mich sofort überzeugen: Er ist sehr flüssig, fesselnd und sorgt dafür, dass man regelrecht durch die Seiten fliegt. Die angenehm kurzen Kapitel verstärken diesen Lesefluss zusätzlich und machen es schwer das Buch aus der Hand zu legen. Die Spannung bleibt durchgehend hoch, sodass es großen Spaß macht mitzufiebern und eigene Vermutungen anzustellen. Besonders gelungen ist, wie die Autorin immer wieder falsche Fährten legt. Man weiß nie genau, wem man vertrauen kann oder wer tatsächlich die Wahrheit sagt. Auch die Protagonisten sind klar und übersichtlich dargestellt. Sie wirken authentisch und man kann gut mit ihnen mitfühlen. Gleichzeitig sticht niemand zu deutlich hervor, was die Geschichte noch spannender macht, da bis zum Schluss vieles offenbleibt. Insgesamt ist das Buch für mich ein echtes Lesehighlight! Hervorragende Umsetzung!
Gelungener Inselthriller
Düster von Ivar Leon Menger
In „Düster“ von Ivar Leon Menger verschwindet eine junge Frau aus einem Grandhotel auf einer Nordseeinsel und wird wenig später grausam zugerichtet am Leuchtturm gefunden. Ex-Kommissar Stahl reist unter dem Vorwand eines Luxusurlaubs mit Geli an, doch statt Erholung erwarten ihn ein gefährlicher Auftrag und weitere Morde.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht. Auch ohne den Vorgängerband zu kennen, fand ich problemlos hinein. Die Figuren sind klar gezeichnet, authentisch und lebendig. Besonders Stahl war mir sympathisch und auch Geli brachte mich mit ihrer Art immer wieder zum Schmunzeln. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, wodurch die düstere Inselatmosphäre sehr gut zur Geltung kommt. Die kurzen Kapitel empfand ich als angenehm, da sie das Lesetempo erhöhen. Die Spannung bleibt durchgehend hoch und unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass die Geschichte bis zum Schluss fesselnd bleibt. Insgesamt ist das Buch ein gelungener Thriller, der mich sehr gut unterhalten hat. Ivar Leon Menger werde ich mir auf jeden Fall merken.
Düsteres Grauen
Die Villa von Markus Heitz
In "Die Villa" von Markus Heitz geht es um Doreen und Marina Markert, die eine alte Villa in Leipzig kaufen und plötzlich großen Erfolg haben. Doch ihr neues Glück hat einen dunklen Preis. Gleichzeitig sucht Musiker Ethan in London den Mörder seiner Mutter und entdeckt eine gefährliche Verbindung.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, bildhaft und düster. Die beklemmende Atmosphäre passt perfekt zur Geschichte und jedes einzelne Kapitel sorgt dafür, dass die Spannung durchgehend hoch bleibt. Die Protagonisten sind klar und übersichtlich dargestellt. Am liebsten habe ich die Kapitel um Doreen und Marina gelesen, da es in der Villa richtig zur Sache geht. Aber auch Ethans Kapitel sind wichtig, weil sich am Ende alles zusammenfügt. Insgesamt ist das Buch ein spannender und interessanter Horror-Roman, der die Fantasie anregt. Die Horrorelemente sind allerdings sehr detailliert beschrieben und daher nichts für empfindliche Leser.
Liebe im Apfelgarten
Der geheime Apfelgarten: Getrennte Welten von Rebekka Eder
„Der geheime Apfelgarten: Getrennte Welten“ von Rebekka Eder erzählt von Kea Loop, die 1892 auf Finkenwerder lebt und sich im Apfelgarten ihrer Mutter in Kristen verliebt, den Knecht der verfeindeten Nachbarn. Doch ihre Liebe wird durch Familie, Grenzen und die Cholera auf eine harte Probe gestellt.
Ich bin sehr schnell in die Geschichte hineingekommen, vor allem durch den flüssigen und bildhaften Schreibstil. Die Atmosphäre hat mir besonders gut gefallen: der Apfelgarten, Finkenwerder und die Zeit um 1892 wurden für mich richtig lebendig. Auch die Spannung war gut dosiert, sodass ich immer wissen wollte, wie es für Kea und Kristen weitergeht. Beide habe ich sehr gern begleitet. Ihre Gefühle konnte ich gut nachvollziehen und auch Keas Cousine Rosa ist mir ans Herz gewachsen. Die Freundschaft zwischen Kea und ihr fand ich besonders schön und berührend. Für mich war es ein toller Wohlfühlroman mit historischem Hintergrund und viel Gefühl. Ich warte jetzt sehnsüchtig auf den zweiten Band.
Countdown
FIVE - Das Ticken der Zeit von Ilona Bannister
„Five – Das Ticken der Zeit“ von Ilona Bannister handelt von fünf Menschen, die an einem Londoner Bahnsteig auf ihren Zug warten. Jeder von ihnen hat eigene Sorgen, Ängste und Geheimnisse. Als plötzlich ein Streit eskaliert und Panik ausbricht, beginnt ein gnadenloser Countdown: In fünf Minuten wird einer von ihnen sterben.
Mich hat das Buch sofort gepackt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und fesselnd, sodass man schnell in die Geschichte hineingezogen wird. Besonders stark fand ich das hohe Tempo und die ständige Spannung durch den Countdown. Man spürt beim Lesen richtig wie die Zeit abläuft und man möchte unbedingt wissen was passiert und wer am Ende betroffen sein wird. Auch die Charaktere wirken authentisch und glaubhaft. Sie haben Ecken, Schwächen und Geheimnisse, wodurch die Geschichte psychologisch interessant wird. Insgesamt ist das Buch ein echter Pageturner, den ich gerne weiterempfehle.
Berührende Spurensuche
Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin
Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin erzählt die Geschichte von Julika, einer Bernsteinforscherin, deren eigenes Leben durch die Pflege ihrer kranken Mutter stillzustehen scheint. Ein besonderer Fund führt sie an die Ostsee, wo sie von einer Liebe erfährt, die Jahrzehnte überdauerte und ihr schließlich Mut für einen Neuanfang schenkt.
Das Cover ist passend zum Titel gestaltet und strahlt eine angenehme Ruhe aus. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und bildhaft. Man findet schnell in die Geschichte hinein und kann sich die Schauplätze gut vorstellen. Besonders schön fand ich, dass die Kapitel abwechselnd aus der Sicht der beiden Frauen erzählt werden. So begleitet man sowohl Julikas Gegenwart als auch Ebbas Geschichte und erlebt nach und nach wie sich ihre Wege kreuzen. Der Roman ist eher ruhig erzählt, dennoch bleibt es interessant, beide Lebenswege zu verfolgen. Julikas Ehrgeiz und ihr Forschungsfieber haben mir besonders gut gefallen, da ihre Leidenschaft für Bernstein sehr authentisch wirkt. Ebbas Geschichte empfand ich als berührend und voller Gefühl. Vor allem der Gedanke an inneren Frieden hat mir in ihrem Erzählstrang gut gefallen. Insgesamt ist das Buch ein toller Wohlfühlroman für einige schöne Lesestunden.
Dunkle Wahrheit
Tödliches Verderben von Karin Slaughter
„Tödliches Verderben“ von Karin Slaughter ist der zweite Band der North Falls-Reihe und handelt von der Kleinstadt Verona, deren Frieden zerbricht, als eine Polizistin brutal angegriffen wird. Sheriff Emmy Clifton stößt bei ihren Ermittlungen auf eine alte Verschwörung, in die mächtige Bürger verwickelt sind.
Gemeinsam mit ihrer Schwester Jude gerät sie in ein gefährliches Netz aus Lügen, Mord und Verrat. Da es sich um eine Fortsetzung handelt, sollte man den ersten Band gelesen haben um Zusammenhänge und Hintergründe besser zu verstehen. Der Schreibstil ist flüssig, anschaulich und detailreich. Die Atmosphäre wirkt lebendig und düster zugleich. Durch zahlreiche unerwartete Wendungen bleibt die Spannung durchgehend hoch, während nach und nach dunkle Geheimnisse ans Licht kommen. Emmy Clifton ist eine starke, aber auch verletzliche Figur. Ihre Familiengeschichte und persönlichen Schwächen machen sie glaubwürdig und verleihen der Handlung zusätzliche Tiefe. Insgesamt ist das Buch eine gelungene Fortsetzung mit komplexer Handlung, empfehlenswert für alle Slaughter-Fans.











