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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Kwinsu:

So viel mehr!

Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher

Ann war immer ein wildes Kind, das war für ihre Familie zwar anstrengend, aber man hat sie trotzdem so genommen. Anders ist es nun für ihren neunjährigen Sohn Oz, der so gar nicht in diese genormte Welt passen will. Als durch seine vermeintliche Unaufmerksamkeit ein Hase zu Tode kommt, bricht für ihn die Welt zusammen.

Und scheinbar tut das die Welt im Gesamten, denn nicht nur verschwindet seine Großmutter, auch die Welt selbst scheint durch ein Jahrhundertunwetter darnieder zu gehen.

Bachmann-Preisträgerin Birgit Birnbacher liefert mit "Sie wollen uns erzählen" (der Titel ist dem gleichnamigen Song von Tocotronic aus dem Jahr 1997 entlehnt) erneut einen literarisch herausragenden Roman. Birnbachers Sprache ist eine Wucht, aus mehreren Gründen: ihr Erzähltempo gleicht sich dem Thema an - sei es ADHS, Demenz, Muttergefühle, komplizierte Familienverhältnisse oder die unabsichtliche Tötung eines Hasen. Der österreichische Lokalkolorit, der so speziell ist, aber so echt, so authentisch. Überhaupt ist alles so authentisch und glaubhaft erzählt, das man den Eindruck gewinnt, die Schreibende selbst erzähle ihre eigene Geschichte. Die Autorin hat die Gabe, Menschen in ihren Feinheiten zu beobachten und sie so erzählen zu lassen, als wären sie das Natürlichste der Welt, sie haben Ecken und Kanten, sind klug oder naiv, patriarchal oder konservativ, gebildet oder ungebildet, glauben an die Welt oder an Geschwurble, sind jähzornig oder hyperinteressiert. Das "oder" muss zwangsläufig immer durch ein "und" ergänzt werden. Ich hatte - wie bei allen Büchern der Autorin - das Gefühl, dass die Autorin genauso schreibt, wie sie denkt - und das ist äußerst klug, ohne zu werten, sie zeigt alle Facetten, die wir Menschen so mitbringen.

Dass Oz und vermutlich auch seine Mutter Ann ADHS hat, wird in den meistens Rezensionen als auch in den Buchbesprechungen der Medien als zentraler Aspekt des Buches hervorgehoben, für mich persönlich ist er es aber nicht. Denn es geht um so viel mehr: es geht darum, in einer Welt klarzukommen, die sich rasant weiterentwickelt und doch immer ein wenig stillsteht; um die Mutterrolle, die Frau liebt aber gleichzeitig hasst; um eine Ungeduld, die das heutige Leben so mit sich bringt, die aber das Zusammenleben nicht einfach macht; um Verantwortung der Familie gegenüber, was immer das auch heißen mag; um das Lieben und das Entlieben, sei es dem Partner, der Mutter oder Geschwistern gegenüber; das Unbeschwerte der Kindheit, das nicht sein darf, weil es nicht ins System passt; das Passen-müssen, aber nicht Passen-wollen; der Klimakatastrophe, die auch vor den Alpen nicht halt macht; dem Vergessen mitsamt dem Rückbesinnen auf Vergangenes; den Glauben, den wir nicht wirklich glauben können; schlicht: es geht ums Menschlich-Sein.

Schließlich ist das Ganze auch noch kombiniert mit Bildern, die die Autorin erzeugt, die sich ins Hirn einbrennen und nicht mehr gehen werden. Über die aktuelle Gesellschaft, wie sie ist und bald schon wieder nicht mehr sein wir, was eventuell sogar tröstlich ist. Zusammenfassend kann man mit Tocotronics Worten sagen:

Sie wollen uns erzählen
Sie hätten eine Seele
Sie wollen uns glauben machen
Es gäbe was zu lachen
Sie wollen ganz bestimmt
Daß wir glücklich sind und
Unsere Leidenschaft
Ist ihnen rätselhaft
Sie wollen uns erzählen
Wir sollen uns nicht mehr quälen
Und sie sind schon zufrieden
Wenn wir die Kurve kriegen
Denn für unser Selbstmitleid
Haben sie keine Zeit.
(Tocotronic, Sie wollen uns erzählen, 1997)

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Rezensionen von literaturfreundin:

Drei Frauen, viele Geschichten

Ein Ort, der bleibt von Sandra Lüpkes

Ein Ort der bleibt - ein schönes Buch, das ich gern empfehle.

Drei Frauen, Magda, Mehpare und Imke.

Mehpare, die in der jungen türkischen Republik schon als Schülerin für die Botanik brennt.

Dr. Magda mit ihrem Mann Prof. Alfred Heilbronn aus Münster. Alfred Heilbronn verliert seine Professorentätigkeit aufgrund jüdischer Abstammung und erhält das lebensrettende Exil in der Türkei.

Und die listenschreibende Stadtplanerin Imke, die in der heutigen Zeit beruflich nach Istanbul reist.

Was diese drei Frauen verbindet: der botanische Garten von Istanbul.

Sandra Lüpkes erzählt gekonnt, lebendig, humor- und verständnisvoll die Schicksale und Geschichten rund um die drei Frauen und die Menschen, mit denen diese arbeiten und leben.

Ich bin sehr begeistert von diesem Buch. Am Ende findet sich ein kurzes Nachwort der Autorin, wie der Roman entstanden ist und eine Liste der historischen Personen.

Fazit: sehr lesenswert!

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Rezensionen von Tara:

gemischte Gefühle

Half His Age von Jennette McCurdy

Das Cover ist schon sehr gewagt und provokant und macht neugierig. Es passt perfekt zum Inhalt des Buches. In dem Buch geht es um die minderjährige Protagonistin Waldo, die eher einsam ist und in ihren jungen Jahren schon ein sehr exzessives Leben führt und eine Affäre mit ihrem 40-jährigen Lehrer beginnt.

Ich wusste bis zum Schluss nicht was ich von der Protagonistin halten sollte. Ich konnte mich so gar nicht in die Gefühle von Waldo hineinversetzen und musste öfters man den Kopf schütteln oder das Buch zuklappen, weil es mir zu anstrengend wurde. Zumindest konnte Waldo ihr eigenes Verhalten reflektieren, was mir gut gefallen hat. Die Beziehung der beiden war auch ziemlich schwer zu lesen und glich eher einem Unfall bei dem man teilweise nicht wegsehen bzw. In dem Fall aufhören konnte zu lesen. Vor allem die Sexszenen waren schwer erträglich zu lesen, weshalb ich die meisten übersprungen habe.
Auch der Schreibstil ist sehr unverblümt und direkt, was man mögen muss bzw. worauf man sich einlassen muss. Es passt aber sehr gut zur Geschichte.
Insgesamt habe ich eher gemischte Gefühle über das Buch, denke aber auch dass das die Intention dahinter war.

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Rezensionen von Tara:

super

Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 81 - Der Kran von Andrea Erne

Wir sind große Fans von den Wieso?Weshalb?Warum?Bücher und meine Nichte hat sich total gefreut, da sie ein riesiger Baustellen-Fan ist. Was passt dann nicht besser als ein Sachbuch über Kräne. Hier werden die wichtigsten Fragen zum Kran verständlich und kindgerecht erklärt. Besonders gut haben uns die Illustrationen gefallen, da man jede Menge entdecken kann.

Auch nach mehrmaligen Anschauen einer Seite, findet man trotzdem immer noch weitere Details, die man davor übersehen hat. Auch die Klappen, unter denen sich weitere Illustrationen befinden, haben uns total gut gefallen, da sie Spaß bereiten und dazu anregen können, dass die Kinder erstmal überlegen, was sich drunter verbergen könnte. Auch das Suchspiel am Ende, wo die Leser die unterschiedlichen Kräne der richtigen Last zuordnen müssen, hat uns gefallen und war auch nicht zu schwer.
Alles in allem eine echte Empfehlung für alle Kids, die Baustellen lieben.

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Rezensionen von M:

Mein Highlight in diesem Jahr

Pina fällt aus von Vera Zischke

Die alleinerziehende Pina kümmert sich aufopferungsvoll und ganz allein um ihren etwas anderen Sohn Leo bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie auf der Straße zusammen bricht und damit das passiert, was der Titel sagt, Pina fällt aus. Die Autorin hat das Leben und die Schwierigkeiten von Pina und Leo sehr gut beschrieben, man kann sich gut vorstellen, wie das Leben der beiden abläuft und wie wichtig die kleinen Rituale für Leo sind.

Auch die anderen Personen der Geschichte, die im Haus Leben, ihre eigenen Probleme haben,sich aber in der Notsituation zusammen raufen, sind gut vorstellbar und die Autorin hat da ganz unterschiedliche Charaktere erschaffen. Trotz der nicht leichten Geschichte wird auch an vielen Stellen leicht und humorvoll erzählt. Ich bin nur so durch das Buch geflogen und am Ende etwas traurig, dass ich nicht erleben kann, wie es mit den einzelnen Personen weiter geht. Wer gerne lachen und weinen möchte und eine Geschichte mit Tiefgang und zum nachdenken mag, dem kann ich Pina fällt aus nur empfehlen.

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Rezensionen von C. P.:

Der spannendste und gefährlichste Schreibworkshop ever

Missing Page - Tödliche Worte von Katie Kento

Wart ihr schonmal auf einem Schreibworkshop? Also für mich war das mein erster Workshop dieser Art, den ich mit Toni besucht habe. Gemeinsam mit fünf weiteren jungen Schreibtalenten will die 17-jährige vom Bestsellerautor R. E. Giffard lernen, ihre Autorenskills zu verfeinern. Dafür sind alle extra auf das abgelegene schottische Anwesen des alten Kauzes gereist.

Okay, vielleicht hat Toni das ein oder andere Geheimnis im Gepäck, welches sie uns zunächst nicht verraten will. Mit dem plötzlichen Mord hat sie aber nichts zu tun, oder? ODER?!
Mit Toni als Ich-Erzählerin erlebt man gemeinsam, wie sich der ursprüngliche Workshop in ein Live-Cluedo-Spiel verwandelt. Die Anzahl der Tatverdächtigen bleibt mit den Workshop-Teilnehmenden und dem wenigen Personal überschaubar, ein mögliches Motiv könnte nach einigem Recherchieren jede Person haben. Selbst Toni wird verdächtigt, aus gewissen Gründen. Und trotzdem muss hier mindestens eine Person falsch spielen.
Der Jugenthriller entwickelt sich schnell zu einem kniffligen Fall, in welchem der Täter sich unentdeckt inmitten der Gruppe befindet. Mehrere Wendungen, Entdeckungen und Erkenntnisse sorgen für abwechslungsreiche Spannung und von Tag zu Tag steigt die Gefahr für Toni, vielleicht das nächste Opfer zu werden. An ihrer Seite ermittelt George, ein weiterer Teilnehmer, doch kann sie ihm wirklich vertrauen?
Schon das Setting ist schräg, das alte Anwesen hätte als Kulisse für einen Horrorfilm herhalten können. Dank einer Skizze von Toni findet man sich beim Lesen im Anwesen recht gut zurecht. Weitere Notizen von Toni sowie Schreibübungen der Gruppe sind ebenfalls abgedruckt, ob hilfreich oder nicht gilt herauszufinden. Die Charaktere sind ziemlich verschieden, insbesondere die sechs Workshop-Teilnehmenden konnte ich schnell unterscheiden, während das Personal erst etwas später in den Fokus rückte.
Mich konnte der Jugendhriller auf voller Länge überzeugen. Der Fall ist knifflig, emotional mitreißend und bietet einiges an Überraschungen.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Harald Schellander :

Über die eigenen Schatten springen

Die Namen von Florence Knapp

Ein einfacher Titel, eine Ausgangssituation, drei komplexe Geschichten … und eine große Marketingkampagne. Der Aufwand, der rund um den Debütroman „Die Namen“ der Britin Florence Knapp betrieben wird, schreckt mich eher ab. Da war in ähnlich gelagerten Fällen in den letzten Jahren oft nur heiße Luft dahinter.

Nach dem ersten Kapitel will ich das Buch eigentlich nicht mehr lesen. Die Schilderung häuslicher Gewalt in der Familie, um die sich in diesem Roman alles drehen wird, ist wie ein Schlag in die Magengrube. Das bessert sich auch in den folgenden beiden Kapiteln nicht. So kann es doch nicht die ganze Zeit weitergehen, denke ich mir, und lasse mich dann doch hineinziehen in dieses Gedankenkonstrukt, das viele Fragen aufwirft über sich und das eigene Leben. In welche Familie hast du das Glück oder Unglück hineingeboren zu sein? Was wird dir an Liebe, Zu- oder Abwendung mitgegeben? Gilt es, sich zu fügen oder zu befreien? Wird dir Hilfe angeboten und wenn ja, kannst du sie erkennen und annehmen? Welche Abzweigungen an den Wegkreuzungen des Lebens nimmst du und wohin führen sie dich? Zum Schluss steht für mich fest: Das Buch ist die Bewerbung wert. Manchmal lohnt es sich doch, über die Schatten der eigenen Lesegewohnheiten zu springen …

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Rezensionen von Lulu24:

Ansteckende Lebensfreude!

Eine Oma für alle Fälle von Christian Wichmann

Christian Wichmanns Buch ‚Eine Oma für alle Fälle‘ könnte auch den Titel tragen ‚Paradies-Vogel-Oma trifft kleinen Nerd‘! Grundschüler Edgar ist ein kleiner Pedant, liebt die Ordnung und seinen durchstrukturierten Alltag. Doch dann zieht Frau Koschitz ein, bunt wie ein Paradiesvogel, chaotisch und voll ansteckender Lebensfreude!

Es macht einfach Spaß, Edgars wachsende Begeisterung für Frau Koschitz‘ fröhliches und unvernünftiges Treiben mitzuerleben.

Es ist bei weitem nicht alles realistisch, aber phantasievoll, lustig und alles andere als alltäglich! Und die Schilderungen sind so mitreißend, dass die jungen Leser einfach das Gefühl haben müssen, mittendrin und dabei zu sein.

Die fröhlich-bunten Illustrationen von Julia Christians passen super zur Gute-Laune-Atmosphäre und veranschaulichen das Erzählte perfekt. Zum Vorlesen ab 6 Jahren ist dieses Buch perfekt, zum Selbstlesen für etwas ältere Grundschulkinder anspruchsvoll, aber durch das hohe Tempo und den Spaßfaktor auch sehr motivierend!

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Rezensionen von Island :

Unverbindlich

Keeping it casual von Karina May

Bei diesem Roman haben mich der modern formulierte Titel und die Covergestaltung direkt angesprochen und auch der Klappentext hat mein Interesse geweckt. Auch den Schauplatz Australien fand ich interessant.

Im Mittelpunkt der Handlung steht zunächst Maxine, die vor kurzem erfahren hat, dass sie einen Tumor im Kopf hat und operiert werden muss und kurz nach der Diagnose auch noch von ihrem Freund betrogen wird.

Sie zieht daraufhin bei ihrer Freundin Alice ein und lässt sich von ihr überreden, sich bei Tinder anzumelden. So lernt sie Johnny kennen, der gleich schreibt, dass er sich nicht binden will. Sie schreiben nur und treffen sich nicht, verstehen sich aber überraschend gut und beschließen, getrennt voneinander die Rezepte aus dem "heiligen" Familienkochbuch von Max Exfreund nachzukochen. Das lenkt Max von ihrer riskanten OP ab, die aber doch immer näher rückt.

Die Grundidee hinter dem Roman hat mir sehr gut gefallen, dass nicht alles eitel Sonnenschein ist, die Protagonistin nicht nur verlassen wird, sondern auch mit ernsthaften gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, sorgt für zusätzlichen Tiefgang. Max ist mir auch sehr sympathisch. Johnny ebenfalls und die Idee, dass sie sich nicht treffen, sondern diese Koch-Challenge ins Leben rufen, gefällt mir gut. Auch der Schreibstil ist modern und gut lesbar und stellenweise trotz manch ernster Themen auch humorvoll. Der Aufbau der Handlung hat mich jedoch nicht so überzeugen können, die mittlere Passage passt für mich nicht so recht zur Geschichte insgesamt, ich hätte es besser gefunden, wenn der Fokus stattdessen noch mehr auf den restlichen Unterthemen und Personen gelegen hätte. Am Ende sind noch Rezepte angefügt, die eine Verbesserung der Rezepte aus dem Familienkochbuch darstellen sollen, wie Max und Johnny sie optimiert haben. An sich eine nette Idee, für mich persönlich aber kein zusätzlicher Gewinn, da fast alle Tierprodukte in größeren Mengen enthalten. Das ist sicher Geschmackssache, andere Leser:innen können wahrscheinlich mehr damit anfangen und schätzen dieses Feature.

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Rezensionen von Sina:

Missbrauch und Machtgefälle

Half His Age von Jennette McCurdy

Mit „Half his age“ bekommen wir nach ihrem Memoir „I’m glad my mom died” nun das Romandebüt von Schauspielerin Jennette McCurdy vorgelegt.

Im Fokus der Geschichte steht die 17-jährige Schülerin Waldo. Waldo ist ohne Vater und dafür mit ständig wechselnden Partnern ihrer Mutter in eher ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen.

Das Geld, welches sie für das Jobben bei Victorias Secret verdient, gibt sie beim exzessiven Online-Shopping wieder aus. Mit Gleichaltrigen kann sie nicht viel anfangen und die einzige Freundin, die Waldo hat, versucht ihr eigenes Ego an ihr aufzupolieren. Als Waldo ihren Lehrer für Kreatives Schreiben zum ersten Mal erblickt, spürt sie direkt eine tiefe Verbindung zu dem 40-jährigen Mann. Schnell entwickelt sich aus einer anfänglichen Schwärmerei eine starke Obsession und letztendlich auch ein Verhältnis zwischen den beiden.

Als Hauptfigur ist Waldo - wenn auch, oder gerade wegen ihrer Fehler - sehr authentisch. Ihr Innenleben ist komplex und mitunter auch ziemlich reflektiert dargestellt, dennoch handelt sie oft widersprüchlich, was gerade im Kontext ihres Alters durchaus nachvollziehbar ist.

McCurdys Schreibstil ist hier klar und sachlich, sehr explizit und mitunter ziemlich vulgär.
Stellenweise war die Handlung etwas repetitiv und zu sehr auf Schockmomente ausgerichtet. Es steht außer Frage, dass McCurdy mit ihrem Roman provozieren will und ich verstehe auch die Intention dahinter, dennoch war es mir an einigen Stellen einfach too much und hatte in meinen Augen keinen Mehrwert.

Trotz meiner Kritikpunkte kann ich das Buch zumindest eingeschränkt empfehlen. Für mich war es zwar kein Highlight aber das Thema ist wichtig. Wer sich nicht an vulgärer Sprache stört, wird es wertschätzen können.

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