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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von liesmal:

Jeder hat seine Baustellen

Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo

Nach dem Titel „Einatmen Ausatmen“ und dem Anfang der Geschichte hatte ich die Befürchtung, dass das Thema „Therapie“ den größten Raum des Buches einnehmen könnte, wobei die Lesenden therapeutisch gleich mit einbezogen würden.

Bald entwickelt sich alles um Marlene, die auf Anraten ihres Chefs ein Achtsamkeitstraining bei dem Seelenflüsterer Alex Grow absolvieren sollte, zu einer turbulenten und herzerfrischenden Geschichte, in der es viel zum Lachen gibt, die aber auch einen gewissen Tiefgang hat.

Die Geschichten herum um ein verletztes Wildschwein, einen schüchternen Hausmeister und ein dreizehnjähriges Mädchen, die in der Buchbeschreibung genannt werden, haben für gute Unterhaltung gesorgt und auch meine anfänglichen Befürchtungen vertrieben. Auf eine gewisse Weise fühlte ich mich zwar „therapeutisch“ trotzdem persönlich angesprochen, aber das passte gut.

Am Ende gebe ich gern eine Leseempfehlung für dieses Wohlfühl-Buch.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine klare Leseempfehlung!

Die Zerstörung des Nahen Ostens von Rainer Hermann

Israels längster Krieg und die Zukunft des Nahen Ostens

Inhalt (übernommen):

„Der Nahe Osten vor einer neuen Ära der Gewalt. Israel setzt auf militärische Dominanz. Israel wie der Hamas nutzen Krieg mehr als ein Frieden. Netanjahu wird von biblischen Zionisten getrieben, Trump von christlichen Evangelikalen.

. Umfassend schildert Rainer Hermann die Fronten und zeigt, wie die Region eine friedliche Zukunft finden kann. Die Golfaraber befürworten einen wirtschaftlich verbundenen Nahen Osten, dessen Wohlstand den Weg zum Frieden ebnet.

Der Vulkan des Palästinakonflikts schien erloschen, als er am 7. Oktober 2023 mit einer zerstörerischen Wucht wieder ausbrach, die im Nahen Osten alles in Frage stellt. Israel führt seither den längsten Krieg seiner Geschichte und greift auch arabische Staaten an. Scharfsinnig analysiert Rainer Hermann die neue geopolitische Lage und die wachsende Isolation Israels. Er zeigt, wie sich eine neue antiisraelische Achse formiert, wie Iran für weitere Kriege aufrüstet und warum die Region vor einem sich ausweitenden Flächenbrand steht. Zugleich entwirft er Perspektiven für eine mögliche Neuordnung des Nahen Ostens – jenseits von Gewalt und Konfrontation. Die Golfaraber setzen sich für einen ökonomisch vereinten Nahen Osten ein, der über Wohlstand zu Frieden führt. Doch die Politik Israels und der USA wie auch der Terror der Hamas werden von religiösen Phantasien befeuert. Ein hochaktuelles Buch zur brisantesten Konfliktzone der Welt.“

Meine Meinung:

Seit nunmehr 5 Wochen führen die USA Krieg gegen den Iran, weshalb die Spekulationen im Kapitel „Kein Verlass auf Irans Verbündete“, ob Iran (See)Straße von Hormus sperren wird, überholt sind.

Dennoch kann ich dieses Buch nur ausdrücklich empfehlen, denn Autor Rainer Hermann gelingt es, die komplexe Lage der gesamten Region sehr gut darzustellen. Dazu muss er natürlich weit in der Vergangenheit zurückgehen und auch die Bibel zitieren, aus der sowohl Juden als auch Muslime ihren Anspruch auf Palästina begründen. Als dritte Kraft mischt das Christentum mit, Stichwort Jerusalem. Dennoch sind es, neben diesen religiösen (?) Themen, wirtschaftliche Interessen, die diese Konflikte am Köcheln halten, bis sie sich zu einem Flächenbrand ausbreiten. Die Frage ist, wie lange werden es sich die Golfstaaten gefallen lassen, dass ihre Interessen beeinträchtigt werden? Wann werden sie eingreifen?

Wird es genügen, wenn Trump und Netanjahu von der politischen Weltbühne verschwinden, um eine politische Lösung zu finden? Derzeit sieht es leider nicht danach aus. Zwar formieren sich sowohl in den USA als auch in Israel Widerstand gegen ihre Staatsoberhäupter, doch bis diese abgewählt werden, wird der Nahe Osten noch mehr Zerstörung erleiden und im Chaos versinken.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem fundierten Sachbuch zu einer hochkomplexen Gemengelage, die Auswirkungen auf die ganze Welt und besonders Europa hat, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Süße Versuchung oder beinhartes Geschäft?

Die dunkle Seite der Schokolade von Dina Casparis

Serafine Montalin tritt ihren neuen Job beim renommierten Schokoladenkonzern CacaoBest mit gemischten Gefühlen an. Zum einen hat sie die besten Voraussetzungen dafür, hinter die Kulissen von der Produktion von Schokolade zu blicken, weil sie ein Ausbildung zur Lebensmittelchemikerin und Juristin absolviert hat, und zum anderen will sie die mysteriösen Umstände des Unfalltods ihres Vaters in Erfahrung bringen.

Recht bald erkennt sie, dass hinter der ach so sauberen Fassade von CacaoBest einige unschöne dunkle Flecken lauern, die auch weitere Fragen, die Vergangenheit ihrer Familie betreffen, aufwerfen.

„An Edith Novak ist so vieles unecht, dass man weder ihr Alter noch ihre Absichten einschätzen kann.“ S. 49

Welche Rolle spielt Josef Pichler, der einstigen rechten Hand ihres Vaters, und nunmehriger, beinahe unverzichtbarer Mitarbeiter bei CacaoBest? Hat er etwas mit dem Tod von Serafines Vater zu tun? Und was haben Matthis von Vilan und seine herrische Mutter, die Eigentümer der kleinen, aber feinen Schokoladenfabrik Grison, mit CacaoBest zu schaffen? Serafine schwant Übles, denn Hermine von Vilan hasst die Familie Montalin mit jeder Faser ihres Körpers.

Meine Meinung:

Als eifrige Besucherin von Führungen in Schokolademanufakturen in Hamburg, Brüssel, Brügge und Gent, sowie Leserin einschlägiger Lektüre (Lindt & Sprüngli), bin ich mit dem Fachvokabular sowie den Herstellungsprozessen bestens vertraut. Ich kann mich daher uneingeschränkt den Machenschaften der beiden Firmen widmen. Denn dass auch bei CacaoBest in Wirklichkeit nicht alles sooo sauber abläuft, wie auf dem Papier steht, wird klar, wenn immer wieder der Hinweis auf die Ethik-Regeln und das Saubermann/frau-Image kommt. Wäre alle Vorgänge wirklich so einwandfrei, müsste nicht dauernd daraufhin gewiesen werden. Das erinnerst stark an Politiker, die das Wort „ehrlich“ und seine Abarten, in ihren Reden gefühlt in jedem zweiten Satz verwenden.

Die Verflechtung von Serafines Familie mit der von Matthis‘ nimmt einigen Raum ein. Erst nach und nach werden die alten Verstrickungen offenbart. Wir Leser erfahren dabei einiges, ohne wie Serafine, körperlicher Gewalt ausgesetzt zu sein.

Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet. Nicht alle spielen mit offenen Karten. Neben Hermine ist Josef Pichler ein besonders ekeliges Exemplar. Er ist Frauen, im allgemeinen und Serafine im Besonderen, gegenüber, nicht nur in Worten übergriffig. Dass er sie ausnahmlos duzt, ist eine Grenzverletzung, die ich an Serafines Stelle nicht akzeptieren würde. Auch Edith Novak ist ein echtes Herzerl, wie man aus diesem Statement zum vermeintlichen Unfalltod von Emil Montalin ableiten kann:

„Für Sie [also Serafine] ist es ein emotionaler Verlust, für mich ein wirtschaftlicher.“

Schmunzeln musste ich über die KKPs, die Kakao-Kommunikations-Prinzessinnen, die kichernd in High Heels und pinkgewandet durch die Gänge stöckeln.

Über die Zuordnung in das Genre Kriminalroman ließe sich streiten. Für mich passt die Gewichtung zwischen Krimi und Serafines Nachforschungen zu ihrer Familiengeschichte ganz gut. Geschickt streut Dina Casparis Informationen zu Bestechung und Ausbeutung in den Anbaugebieten der Kakaobohnen in diesen Roman ein, die ja laut Edith Novak nur bei den anderen Firmen existieren.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Mix aus Krimi, Familiengeschichte und Einblick in die Herstellung von Schokolade 4 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hier ist wenig, wie es scheint

Donaumelodien - Wiener Verschwörung von Bastian Zach

Ganz Wien rüstet sich 1879 zur Silberhochzeit des Kaiserpaares Franz Joseph und Elisabeth, die mit einem pompösen Festzug über die Ringstraße gefeiert werden soll. Ganz Wien? Nein, denn solche Lustbarkeiten mit Menschenmassen rufen immer wieder Verschwörer und Attentäter auf den Plan, die den Trubel ausnützen, ihre sinistren Vorhaben in die Tat umzusetzen wollen und fordert andererseits die Polizei, die eben jenes bereits im Ansatz verhindern soll.

Als ein abgetrennter Kopf mit einer Botschaft auf Latein im Polizeipräsidium abgegeben wird, wirkt der Wiener Polizeipräsident Wilhelm Marx von Marxberg hochgradig nervös. Er beauftragt Geisterfotograf Hieronymus Holstein, der nun ganz offiziell als Privatermittler arbeitet, abermals mit den Ermittlungen. Marx scheint niemandem im Präsidium trauen zu können. Wie recht er damit hat, zeigen die weiteren Ereignisse.

Gleichzeitig zu den Ermittlungen bekommt Hieronymus‘ Wohngemeinschaft Zuwachs von einem sympathischen Schaustellerpaar und Anezkas Tochter lernt die schwere Arbeit in einer der zahlreichen Spinnereien kennen.

Meine Meinung:

In seinem 5. Krimi gerät ausnahmsweise nicht Hieronymus Holstein unter Mordverdacht sondern ausgerechnet der Polizeipräsident wird eines Komplotts gegen den Kaiser verdächtigt. Wilhelm Marx von Marxberg (1815-1897), der seinem Namensvetter Karl, 1874 oder 1875 während eines Aufenthalts in Karlsbad begegnet ist, ist eine historische Figur, die bereits in historischen Krimis anderer Autoren Eingang gefunden hat. Marx von Marxberg ist eine interessante Persönlichkeit, deren Erfolge zahlreiche Neider auf den Plan ruft. Seine glänzende Karriere endet mit dem verheerenden Brand des Ringtheaters, der offiziellen Angaben nach 384 Todesopfer (Schätzungen sprechen von an die 1.000 Tote) forderte. Marx werden Nachlässigkeiten bei der Sicherheitsüberprüfung des Theaters vorgeworfen, weshalb er 1882 um Pensionierung ansucht. Ich denke, diese Katastrophe lässt sich Bastian Zach nicht entgehen, um weitere Krimi zu schreiben.

Doch zurück zu diesem Krimi. Holsteins Nachforschungen führen in das Revolutionsjahr 1848, in dem Arbeiter, Studenten und vor allem Frauen mehrmals auf die Barrikaden gingen, um gegen das System Metternich sowie die Arbeitsbedingungen und willkürliche Lohnkürzungen in den Fabriken zu protestieren. Während der Aufstände von März, August und Oktober sind bei den Kämpfen mindestens 2.000 Revolutionäre, darunter zahlreiche Frauen getötet worden (siehe Praterschlacht). Anschließend wurden namhafte Vertreter der Revolution wie Robert Blum, Alfred Julius Becher oder Hermann Jellinek hingerichtet. Diese Ermittlungen bescheren mir auch ein Wiedersehen mit der Frauenrechtlerin Karoline von Perin (1806-1888). Ja, so mag ich das! Historische Krimis, in denen reale Persönlichkeiten auftreten dürfen.

Allerdings sind Bastian Zach gleich zwei gravierende Fehler passiert, die zwar mit der direkten Handlung nicht zu tun haben, aber mich sehr ärgern und daher den 5 Stern kosten: (siehe Kapitel LXII/eBook S. 278)

„Die Monarchie wäre zwar kurzzeitig erschüttert, aber wenn Erzherzog Franz Ferdinand erst den Thron besteigt, würde er rigoros gegen alle jene vorgehen, denen man die Mitschuld am Tod seines Vaters in die Schuhe schieben könnte. Sozialisten, Demokraten, Verfechtern der Rechte der Arbeiter und der Frauen. Allen jenen, die dem Machterhalt des Adels, der Großindustriellen und der Bourgeoisie entgegen stehen.“

Hier muss es Kronprinz Rudolf heißen, denn der lebt 1879 noch. Er wird 1889 nach dem Mord an Mary Vetsera Selbstmord begehen. Daher ist von einer Thronfolge des Erzherzogs Franz Ferdinand (1863-1914) noch lange keine Rede. Zudem ist Franz Joseph der Onkel von Franz Ferdinand und nicht der Vater. Franz Ferdinands Vater ist Erzherzog Carl Ludwig von Österreich (1833-1896) , Franz Josephs Bruder.

Die Charaktere sind lebendig und manche, wie Anezka haben schrullige Angewohnheiten. Sie spricht von sich immer in der dritten Person. Schmunzeln musste ich über Louise von Marxberg, die wie es scheint, in dieser Ehe den Ton angibt. Der Schreibstil ist dem 19. Jahrhundert angepasst. So wird Hieronymus vom Polizeipräsidenten „geerzt“, auch wenn er ihm persönlich gegenübersteht. Veraltete Ausdrücke sowie Bezeichnungen im Wiener Dialekt werden in Fußnoten erklärt.

Fazit:

Wer historische Krimis liebt, wird auf seine Kosten kommen. Ich wünsche mir ein bisschen mehr Sorgfalt bei den historischen Details, denn der oben beschriebene Lapsus ist nicht der erste in dieser Reihe. Wie oben erwähnt, kostet dieser den 5. Stern, also 4 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine Leseempfehlung

Swinging Cologne von Stefan Winges

Swinging Colognes ist ein Krimi, der uns in das Jahr 1969 nach Köln führt. Es ist die Zeit der Studentenunruhen, von Mini-Rock, Hot Pants, Disco und Drogen. Die älter Generation hält von den „Gammlern“ nichts und so manche davon wünschen sich mal lauter oder leiser die frühere Ordnung herbei.

Standardsatz „früher hätte es das nicht gegeben“. Ja eh! Und ja, man hat, der guten alten Zeiten wegen, wieder eine Bürgerwehr aufgestellt, die sich um diese Langhaarigen kümmern soll.

Holger Paffrath, Inspektor bei der Kölner Polizei, bittet Chrissy van Larken, eine leicht gelangweilte Studentin um Hilfe. Astrid, eine junge Frau wird vermisst. Chrissy, immer auf der Suche nach Abwechslung im Leben, beginnt mit den Recherchen in einer der zahlreichen Discos. Dabei stößt bald auf eine Gruppe Motorradfahrer mit denen nicht gut Kirschen essen ist, sowie auf einen Schwarzen mit langem weißen Haar, der sie fasziniert.

Wenig später ist Gisela, eine weitere junge Frau verschwunden. Während Astrid wieder auftaucht, findet man Giselas Leiche. Gestorben an einer Überdosis Heroin. Als sich herausstellt, dass Gisela Linkshänderin war, aber die Einstichstelle sich am linken Arm befindet, recherchiert Holger auch im Drogenmilieu. Er findet mehrere vermisste Frauen, die in ihrem Aussehen Gisela und Astrid ähneln, und glaubt ein Muster zu erkennen.

Martin, Giselas Bruder, heftet sich auf Chrissys Spuren, um herauszufinden, was geschehen ist, denn er glaubt nicht, dass seine Schwester drogensüchtig war. Als leidenschaftlicher Fotograf schleicht er in der Nacht rund um die Disco und macht Fotos von den Anwesenden. Auch die Motorradfahrer sind zu sehen und jemand, der nicht gesehen werden will, sowie ein fetter Mercedes, der noch eine Rolle spielen wird.

Dann brennt die Gartenlaube von Martins Eltern, in dem er sein Fotolabor untergebracht hat. Nun müssen die Eltern den Tod ihres zweiten Kindes verkraften. Zuvor hat Martin die Fotos und die Negative an Chrissy geschickt.

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist ein wenig anders als die üblichen Kriminalromane. Er ist mehr ein Sittenbild des Wirtschaftswunderlandes. Man kann sich wieder etwas leisten, die Jugend ist aufmüpfig, revoltiert gegen die Eltern und Großeltern. Vergessen sind die Entbehrungen des Krieges und die unmittelbare Not danach. Man will das Leben genießen, Zigaretten, Alkohol und Drogen, sowie über die Stränge schlagen. Peter Alexander war gestern, heute sind die Rolling Stones tonangebend. Hier hätte ich mir eine Art Playlist gewünscht.

Die Geschichte hat mir recht gut gefallen, auch wenn ich nicht ganz glauben kann, dass eine ungeschulte Zivilistin wie Chrissy Ermittlungen für die Polizei anstellen darf. Nun ja, zu Beginn war es ja nur eine kleine Bitte, in einem Lokal nach einer jungen Frau zu fragen. Chrissy findet nun in diesem Abenteuer ihre Berufung und eröffnet zu guter Letzt eine Detektei. Das ließe ebenso Raum für eine Fortsetzung, wie die herrlich undurchsichtig angelegte Figur des großen Schwarzen mit dem weißen, langem Haar. Willie, wie er sich nennt, ist angeblich Brite, oder vielleicht auch nicht. Ebenso wenig wird deutlich, ob er einer von den Guten oder den Bösen ist.

Chrissy ermittelt wie ihr großes Vorbild Emma Peel - mit Schirm, Charme, aber ohne Kanone.

Schade nur, dass die Verbrecher nicht vor den Richter gestellt werden, sondern in guter alter Tradition Selbstmord begehen oder auf der Flucht bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen. Gerechtigkeit kann den Opfern, zu denen auch die Hinterbliebenen zählen, nicht zu teil werden.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Krimi 4 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Mord in der Seniorenresidenz

Betreutes Morden von Fergus Craig

Carol Quinn, eine verurteilte Serienmörderin, kauft sich nach Verbüßen ihrer Haftstrafe in die luxuriöse Seniorenresidenz Sheldon Oaks, deren finanzielle Situation nicht ganz so rosig ist, ein. Den anderen Heimbewohnern wird die Vergangenheit des Neuzugangs geflissentlich verschwiegen. Carol findet schnell Anschluss, doch als einer der Bewohner vom Dach stürzt, holt Carol ihre Vergangenheit ein.

Vor wenigen Tagen noch beliebtes Mitglied der Residenz, wird Carol nun von allen gemieden.

Von allen? Nein, einige wenige unterstützen sie dabei, ihre Unschuld zu beweisen

Wie Carol es schafft, statt einen Mord zu begehen und zu vertuschen, einen solchen aufzuklären, verrate ich euch nicht.

Meine Meinung:

Für die gewiefte Serienmörderin (der eine oder andere Mord ist unentdeckt geblieben), ist es nicht ganz einfach, die Seiten zu wechseln. Doch gemeinsam mit ihren Ermittlerfreunden und einer Menge schwarzem Humor gelingt es Carol, den wahren Täter zu überführen.

Skurrile Charaktere und absurden Situationen sorgen für viele unterhaltsame Momente. Gleichzeitig bleibt der Mordfall spannend genug, um das Interesse aufrechtzuerhalten, erfahren wir doch einige Details aus Carols Vergangenheit.

Wer hier eine gewisse Ähnlichkeit mit der Reihe „Donnerstagsmordclub“ sieht, liegt nicht ganz falsch. Ermittelnde Pensionisten sind aktuell im Trend, bürgen sie ja mit ihren unkonventionellen Ideen und kauzigen Eigenarten für so manche spannende Situation.
Der Autor schafft es, mit zahlreichen Wendungen seine Leserinnen und Leser bei der Stange zu halten. Einige der gelegten Spuren führen in eine Sackgasse. Ich hatte recht bald eine Idee, was auf dem Dach zu finden sein würde, zu dem der Zugang so explizit verboten ist.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Krimi, in dem eine ehemalige Serienmörderin ermitteln muss, 4 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Fesselnd bis zur letzten Seite

Der Bulle auf St. Pauli von Ben Westphal

Dieser 6. Krimi rund um den pensionierten Polizisten Gerhard „Gerd“ Sehling ist eine gelungene Fortsetzung der bisherigen Reihe.

Obwohl Gerd nun als True-Crime-Tourguide durch St. Pauli tourt, ist er mit jeder Faser Polizist geblieben. Er geht mit wachsamen Blicken durch sein Hamburg, weshalb es nicht ausbleibt, dass er immer wieder über Drogenhändler und Zuhälter stolpert.

Nun, er hat ja Jahrzehnte im Milieu Dienst getan und den Blick für sein früheres Klientel behalten. Wie sagt man so schön? Einmal Bulle, immer Bulle! Das trifft auf Gerd zu 100 Prozent zu, auch wenn er sich bei seinen früheren Kollegen nicht immer beliebt macht.

Diesmal fällt ihm ein Kleinkrimineller buchstäblich vor die Füße. Der Mann entkommt, den Rucksack voller Drogen kann Gerd sicherstellen. Immerhin verständigt er seine Kollegen von der Drogenfahndung. Allerdings ändert er kurzfristig seine Tour, um dem Flüchtigen nachzustellen. Mit einem Touristen aus Bayern hat er einen kongenialen „Komplizen“.

Meine Meinung:

Nachdem ich vor wenigen Wochen selbst in Hamburg war, habe ich sofort die Schauplätze wie Landungsbrücken, Baumwall, Dietmar-Koel-Straße oder Reeperbahn vor Augen. Selbst den Borstelmannsweg kenne ich, da ich schon zwei Mal in dem dortigen Apart-Hotel gewohnt habe.

Ben Westphal ist das Pseudonym eines erfahrenen Drogenfahnders, weshalb die sowohl die Story als auch die Dialoge (z.B. Funkverkehr) authentisch dargestellt werden. Die realistische Beschreibung der Polizeiarbeit und der kriminellen Strukturen lässt den Leser direkt dabei sein. Der Spannungsbogen ist sehr hoch.

Schmunzeln muss ich immer wieder über Gerd und sein Frau Dörte, die sich voller Liebe kabbeln. Ich kann sie sehr gut verstehen, wenn sie vor Angst um Gerd, einen rauen Ton anschlägt. Gerd als True-Crime-Tourguide ist eine echte Wucht. Vor allem dann, wenn er seine Touristen heimlich dafür einspannt, Verdächtige zu beobachten, wie auf der Fahrt mit dem Bügeleisen der Linie 61.

Ben Westphal gelingt zudem außerordentlich gut, die Seite Hamburgs abseits von Elbphilharmonie und Alsterkolonnaden darzustellen.

Ich freue mich schon auf einen weiteren Band. Zuvor muss ich noch die ersten Bände lesen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Krimi wieder 5 Sterne und eine Leseempfehlung, die für die ganze Reihe gilt.

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Rezensionen von yellowdog:

Onesto

Meine Berge bist du von Francesco Vidotto


Der italienische Schriftsteller Francesco Vidotto hat für seinen Roman eine Erzählform gefunden, die daraus besteht, dass aus Briefen und Fotos eines alten Mannes einer Lebensgeschichte gefolgt wird.
Da sind die Brüder Onesto und Santos und die Liebe zu Celeste.
Der Autor hat einen weichen Erzählton, nicht immer ohne Kitsch.

Zu oft gibt es Wiederholungen. De Erzähler wirkt naiv. Manches wirkt verklärt. Vielleicht war es deswegen nicht so ganz mein Buch.

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Rezensionen von Shilo:

Onestos Geschichte

Meine Berge bist du von Francesco Vidotto

Zwischen Bergen, Einsamkeit und alten Erinnerungen zeigt sich ein Leben, das von Liebe, Verzicht und stiller Sehnsucht geprägt ist.
Im Mittelpunkt steht ein Mann, der zurückgezogen in den Bergen lebt und kaum mehr besitzt als einige Briefe. In ihnen wird Stück für Stück eine Geschichte sichtbar, die weit in die Vergangenheit reicht und von zwei Brüdern erzählt, die eng miteinander verbunden sind.

Nach und nach merkt man, wie ein Mensch alles verändert. Zwischen den Brüdern steht etwas im Raum, das nicht ausgesprochen wird.
Die Briefe geben der Geschichte eine besondere Form. Sie lassen die Vergangenheit langsam entstehen und machen die Gedanken und Entscheidungen nachvollziehbar. Dabei entsteht eine ruhige, oft nachdenkliche Stimmung, die zu den Bergen und der Einsamkeit passt.
Man spürt beim Lesen immer wieder, wie viel unausgesprochen bleibt. Es geht nicht um große Szenen, sondern um leise Entscheidungen, die ein ganzes Leben prägen können.
Die Geschichte bleibt ruhig, aber sie wirkt lange nach. Vor allem die Verbindung von Liebe und Verzicht zieht sich durch alles hindurch und gibt dem Ganzen eine besondere Tiefe.
Alles in allem ist es ein Buch, das sehr berührt. Die Figuren bleiben lange im Kopf, und die Berge werden fast zu einem eigenen Teil der Geschichte. Eine klare Leseempfehlung für alle, die Geschichten über Liebe, Familie und stille Gefühle mögen.
5 Sterne.

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Rezensionen von Kwinsu:

Grüße des Zeitgeists

Hellere Tage von Ulrich Woelk

Ruth ist Universitätsprofessorin für Philosophie und ihr Leben gerät ins Wanken, als aufgedeckt wird, dass sie als junge Frau und Umweltaktivistin an einem Anschlag an einem Strommasten beteiligt war. Sie ist Mitte fünfzig, hat sich vor einiger Zeit von ihrem Mann getrennt, nachdem dieser eine Affäre mit einer wesentlich jüngeren Frau begann und ist jetzt offen für neue Abenteuer, auch wenn sie ihrem Ex immer noch gram ist.

Auch ihr Verhältnis zu ihrer Ziehtochter Jenny ist mittlerweile distanziert, aber Ruth arbeitet daran, dies wieder zu ändern. Als ihr Vater dann noch stirbt und sie sein gut gehütetes Geheimnis entdeckt, stellt sie all ihre Beziehungen in Frage - und philosophiert darüber.

Ulrich Woelk setzt mit "Hellere Tage" seinen Erfolgsroman "Mittsommertage" fort. Ich kannte den 1. Teil nicht, kam größtenteils aber gut mit der Geschichte mit. Der Schreibstil des Autors ist eingänglich und ich habe das Buch recht gern gelesen, nachhallen tut es bei mir aber überhaupt nicht mehr. Daweil greift der Autor allerhand wichtige und gegenwärtige Themen auf: wie geht es einer Frau in der Wissenschaft, wie ist es kinderlos zu sein und doch ein Ziehkind zu haben, mit dem man sich verbunden fühlt, wie geht eine Frau mittleren Alters mit ihren Bedürfnissen um, wie soll sich Frau ihrem Ex-Partner gegenüber verhalten, der sich entschloss, sich in eine Jüngere zu verlieben, was bedeutet Besitz, wie lässt man einen Elternteil, der sein Leben honorig gelebt hat, gehen, wie geht man mit der Homosexualität von nahen Angehörigen um, wie handhabt man unerwartete Situationen, wie geht man mit jemanden um, der einem unbekannt vertraut ist und bei dem man feststellen muss, dass er politisch zum Extremen tendiert, man selbst auch durchaus die Einstellungen nachvollziehen kann, und so weiter uns so fort.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sich Ruth einfach so treiben lässt, ihre Entscheidungen, die sie trifft, sind oft intuitiv, nicht immer nachvollziehbar, sie ist neugierig, das muss man ihr zugute halten. Genauso kann man den Groll ihrem Ex-Partner gegenüber verstehen, dass sie ihn einfach nicht so davon kommen lassen will, auch weil er sie unter Druck setzt und ihr Schuldgefühle einreden mag, die sie einfach nicht haben muss. Die Beziehung zu ihrer Ziehtochter Jenny ist angespannt, hier wäre es vermutlich sinnvoll, den Erstroman zu kennen. Jenny hatte eine toxische Beziehung, wir erfahren, dass ihr Partner als Student von Ruth eine gewisse Obsession ihr gegenüber entwickelt hat und es kann gemutmaßt werden, dass er Jenny dazu missbraucht, um Ruth näher zu kommen. Er erniedrigt Jenny und sie lässt es sich gefallen, denkt sogar in die Richtung, sich ihm völlig zu unterwerfen, ihm Untertanin zu sein, was durchaus abstoßend anmutet. In die Tiefe gehen diese Gedanken Jennys aber nicht, vermutlich wäre versteht man diese Figur besser, wenn man "Mittsommertage" gelesen hat.

Der Roman reißt so viel Themen an, ohne in die Tiefe zu gehen, dass man die Protagonistin Ruth gar nicht so genau kennenlernen kann. Sie ist wenig fassbar, doch irgendwie selbst bestimmt, manchmal emotional, manchmal abgeklärt, manchmal naiv und manchmal stur, aber für mich überhaupt nicht greifbar. Schade, dass sich der Autor nicht dazu entschlossen hat, entweder ein umfangreicheres Buch zu schreiben, in dem man seinen Haupt- und Nebenfiguren näher kommt oder sich auf einige wenige Aspekte zu beschränken. So bleibt Ruth, Jenny und all die anderen blass, nicht immer nachvollziehbar und vergisst sie folglich auch wieder schnell.

Mein Fazit: "Hellere Tage" ist ein Roman der mit viel Zeitgeist grüßt, der aber aufgrund der Vielfalt der angeschnittenen Themen den Figuren zu wenig Entwicklung und Tiefgang ermöglicht. Er ist zwar gut zu lesen, hallt aber leider nicht nach.

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