Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ruth:
Voller Witz und Lebensklugheit
Frau Hempels Tochter. Roman von Alice Berend
Alice Berend, 1875 geboren, war einst eine gefeierte Bestsellerautorin. Ihre zahlreichen Romane, die meist im kleinbürgerlichen Milieu Berlins angesiedelt sind, erreichten hohe Auflagen. Man sah sie in der Tradition Fontanes und lobte ihre ironisch-humoristische Schreibweise. Doch mit dem Machtantritt der Nazis war es mit ihrer Karriere vorbei.
Ihre Bücher wurden 1933 auf die „ Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ gesetzt. Sie selbst ging 1935 ins Exil, da sie, obwohl christlich getauft, nach den Rassegesetzen als Jüdin galt. 1938 starb Alice Berend krank und verarmt in Florenz. Ihre Romane sind heute weitgehend vergessen. Umso erfreulicher, dass nun in der Reihe
„ Reclams Klassikerinnen“ der 1913 erschienene Roman „ Frau Hempels Tochter“ in einer neuen, schön aufgemachten Ausgabe erscheint. ( Einziger Kritikpunkt daran ist das Cover, das so garnicht zur Protagonistin passt.)
Der Roman führt in ein großes Mietshaus im Berlin der Jahrhundertwende. Frau Hempel ist als Portiersfrau die gute Seele des Hauses. Gemeinsam mit ihrem Mann, der als Schuster etwas dazu verdient, und der hübschen sechzehnjährigen Tochter bewohnen sie die düstere und feuchte Erdgeschosswohnung. Der Titel mag vielleicht irritieren, „ Frau Hempels Tochter“, denn im Zentrum des Romans steht weniger Töchterchen Laura, sondern vielmehr die Mutter. Aber er passt insofern, da die hauptsächliche Triebfeder von Frau Hempel der soziale Aufstieg der Tochter ist. Sie soll es einmal besser haben und nicht als Dienstbote arbeiten müssen. Dafür rackert sich Frau Hempel seit Jahren ab, nimmt zusätzliche Aufgaben und Pflichten auf sich, um noch mehr Groschen auf dem Sparbuch anzuhäufen.
Und als sich die Chance bietet, greift sie zu. Frau Hempel wagt mit ihrem sauer Ersparten den Weg in die Selbständigkeit. Sie erwirbt eine Badeanstalt mit dazu gehörendem See und Gelände, und alle helfen mit. Laura zieht mit ihrem hübschen Gesicht an der Kasse zusätzliche Besucher an und für Herr Hempel finden sich genug schief getretene Schuhe, die er reparieren kann. Auch zwei Verehrer für das Fräulein Tochter stellen sich ein. Ein wackerer Schutzmann bietet finanzielle Sicherheit, aber Laura hat schon längst ihr Herz an einen jungen Grafen verloren. Der ist zwar arm und ein Muttersöhnchen, doch er erwidert ihre Liebe.
Hat man als Leser noch Bedenken, ob sich Frau Hempel hier nicht übernommen hat und ob es für Laura doch nur zu einer Vernunftehe reicht, so nimmt das Schicksal nochmals eine überraschende Wendung.
Was diesen Roman zu etwas Besonderem macht, ist der Humor der Autorin. Sie beschreibt ihre Charaktere zwar liebevoll, doch mit einer gewissen ironischen Distanz. So z.B. wenn sie meint „ Wir wissen immer, was wir tun wollen, aber nie, was wir tun.“ Oder auch „ Man plant viel, aber was man tut, hat man niemals gewollt.“ Dabei erweist sie sich als gute Menschenkennerin . Auch wenn sie ab und an manches Klischee bedient, sind die Figuren trotzdem glaubhaft und authentisch. Allen voran Frau Hempel, eine Frau aus dem Volke, patent und voller Energie. Sie nimmt die Dinge, wie sie sind, jammert und hadert nicht, sondern versucht das Beste daraus zu machen.
Ganz nebenbei finden sich kluge Sentenzen, die voller Witz Lebensweisheiten auf den Punkt bringen. „ Ein langes Zusammenleben schmiedet viele brauchbare Waffen für den täglichen Lebenskampf.“ Oder: „ Wir täuschen uns selbst leichter als andere.“ und am Ende heißt es: „ Denn man erkennt den Baum erst an seinen Früchten, wie den Menschen an seinen Taten.“
Der Roman beschreibt auch sehr anschaulich das Milieu, in dem sich Dienstboten, Handwerker, Hausbesitzer und verarmte Adelige bewegen. So bekommen wir Einblick in deren Wohnverhältnisse, den Arbeitsalltag, lesen von Standesdünkel und Klassenunterschieden. Sozialkritik übt Alice Berend dezent, so, indem sie den unbedingten Aufstiegswillen der „ kleinen Leute“ zeigt oder sich lächerlich macht über die sog. „ besseren Kreise“.
„ Frau Hempels Tochter“ ist eine unterhaltsame Milieustudie, die mit Witz und Lebensklugheit überzeugt und beim Lesen sehr viel Vergnügen bereitet. Die Autorin gönnt ihren Figuren ein positives Ende. Das mag wenig realistisch sein, erfreut aber den Lesenden. Denn hier wird Eigenverantwortung, Fleiß und Zuvertrauen belohnt. Ein Buch, das bestens unterhält und zugleich das Sittengemälde einer vergangenen Zeit liefert.
Lesenswert ist auch das Nachwort von Margret Greiner, das den Roman zeitlich und literarisch einordnet und das Wesentliche aus der wechselvollen Biographie der Autorin zusammenfasst.
Rezensionen von Ameland:
Ein wunderbares Kinderbuch, welches Demokratie anschaulich erklärt
Das Trumpeltier von Thea Dormeyer
Im Dschungel taucht eines Tages das Trumpeltier auf und erklärt, dass der Dschungel einen Anführer benötigt. Erstaunlich, dass ausgerechnet das Trumpeltier sich als Stärkster, Schnellster und Größter herausstellt. Der Orang-Utan ist kein angenehmer Herrscher und langsam kommt Maki der Verdacht, dass sich das Trumpeltier diese Position durch Betrug erschlichen hat.
Als Erwachsener fällt einem auch aufgrund des Namens und der Frisur sofort die Parallele zu einem aktuellen Politiker auf, der es auch nicht so genau mit der Wahrheit nimmt. Kinder ab ca. 4 Jahren können diesen Bezug natürlich noch nicht herstellen, aber auch sie erkennen sehr schnell, dass sich das Trumpeltier nicht korrekt verhält. Daher finden sie es auch richtig, dass dieser Herrscher aus dem Dschungel verjagt wird und Tiere, die für die Allgemeinheit da sind und helfen am Ende als Herrscher gewählt werden.
Die vielen farbenprächtigen Illustrationen von Nadine Reitz laden nicht nur zu einer Entdeckungsreise in ihnen ein, sondern lassen den Text lebendig werden.
Diese Fabel von Thea Dormeyer erklärt nicht nur Kindern was Demokratie ist, sondern unterhält auch Erwachsene aufgrund der aktuellen Parallelen.
Rezensionen von yellowdog:
Heinz und Erika
Das Würfelhaus von Sebastian Moll
Das Würfelhaus ist ein intelligentes Sachbuch mit autobiografischen Bezug, aber über das Individuelle hinaus übertragbar.
Sebastian Moll reise 2009 aus New York zurück nach Frankfurt, um sein Elternhaus aufzulösen, nachdem auch die Mutter gestorben war. Der Vater, 1927 geboren, war schon Jahre vorher verstorben.
Doch diese Aufgabe wird zu einem Auseinandersetzen mit den Eltern und ihren Rollen in Kriegs- und Nachkriegszeit. Sie waren keine Täter, da auch zu jung, aber gläubige Mitläufer. Der Autor widmete sich besonders dem Vater, der als Jugendliche begeisterter HJ war. Er war aber gebildet und auch intellektuell ausgerichtet, es gab z.B. einige Gedichte und Briefe, die er schrieb. Gegen Kriegsende war er Flaghelkfer, ging zur Marine und war dann noch kurz in Kriegsgefangenschaft.
Sebastian Moll stellt viele Bezüge her, z.B. zu Klaus Theweleits Männerphantasien.
Der Untertitel des Buches „Mein Vater und die Architektur der Verdrängung“ ist auch stimmig für das Buch und die Zeit noch lange nach dem Krieg.
Ich denke, es ist eine absolut glaubwürdige Darstellung einer Generation, überwiegend packend geschrieben. Es ist auch wichtig, zu betonen, dass das Buch keine Abrechnung mit den Eltern ist. Es geht vielmehr nur um das Verstehen.
Rezensionen von Gavroche:
Zeitsprünge
Our Infinite Fates von Laura Steven
Eine Liebe durch die Zeiten, ein Leben, das immer wieder gelebt wird, nur um mit dem 18. Geburtstag zu enden und Evelyn (bzw. Branwen, so heißt sie in ihrem aktuellen Leben) kann sich zwar an alle ihre vorhergehenden Leben erinnern, allerdings nicht daran, weshalb sie jedes Mal von ihrer großen Liebe gejagt und letztendlich getötet wurde.
Dieses Mal ist sie fest entschlossen, die Rätsel zu lösen.
Ich mag solche vielschichtigen Geschichten auf mehreren Zeitebenen und die mit der Chronologie und dem was-wäre-wenn spielen.
Die Hauptebene ist die Geschichte in der Gegenwart, doch es gibt viele Rückblenden, in denen man die Charaktere besser kennen lernt und ihre Motive besser nachvollziehen kann.
Nach und nach setzt sich das Bild immer mehr zusammen und wir verstehen immer etwas mehr.
Zwischendurch gab es in dem Buch ein paar Längen, aber insgesamt hat es mir doch gut gefallen.
Rezensionen von S.:
Gefährliches Wien
Internationale Zone von Milo Dor; Reinhard Federmann
Anfang der 50er Jahre geht es Boris Kostoff, Doktor der Veterinärmedizin, gar nicht mal so schlecht. Seinen Gefängnisaufenthalt hat er hinter sich, schlitzohrig begibt er sich auf die Jagd nach Wohlstand. Früher Schwarzmarkthändler, jetzt skrupelloser Spekulant.
Zeitsprung zurück. Der Zigarettenschmuggel blüht.
Und nicht nur der in einem Wien, in dem der größte Teil der Bevölkerung in Armut lebt, die politischen und sozialen Verhältnisse unklar sind.
Reinhard Federmann und Milo Dor geben Einblicke in die Besatzerzeit. Historische Ereignisse werden einbezogen. Menschenschmuggel, Entführungen, Zigarettenhandel und andere Verbrechen waren an der Tagesordnung. Schmutzige Geschäfte prägten den Alltag. Geheimdienste agierten hinterhältig. Verrat gegen Dollar war die Devise.
Die Autoren schreiben spannend, gut vorstellbar über diese Zeit. Aufstieg und Fall skrupelloser Figuren werden beschrieben.
Die Gedanken der Protas wirken authentisch, ihre Gefühle werden glaubhaft und lebendig geschildert.
Allerdings gibt es schwer nachvollziehbare Zeit- und Handlungssprünge, Charaktere werden mitten im Gespräch andere Personen, das ist verwirrend.
Dennoch: ein packender Roman über eine spannende Zeit, der den Leser in seinen Bann zieht und erhellende Fakten über eine unbekannte Epoche bietet.
Rezensionen von Gavroche:
Hexenjägerin
Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin Thirteen Witches von Jodi Lynn Anderson
Nein, auch wenn der Titel es vermuten lässt, hier geht es mitnichten um eine Hexengeschichte, also schon, aber die Hexen sind hier die Bösen und im Zentrum steht die Protagonistin Rosie Oaks, eine Hexenjägerin. Gerade dieser etwas andere Fokus hat mir gut gefallen, denn so hebt sich diese Geschichte gut von anderen ab.
Und ich mag es, wenn ein Buch mich positiv überraschen kann.
Rosie Mutter ist immer so in Gedanken, gar nicht richtig bei ihrer Tochter, vergisst sogar, dass sie eine Tochter hat - welch ein furchtbarer Gedanke! Aber als Rosie ein Buch entdeckt, findet sie heraus, dass eine Hexe, nämlich die Erinnerungsdiebin, hinter dem Verhalten ihrer Mutter steckt.
Zum Glück hat Rosie aber ihre beste Freundin Keym. Plötzlich können die beiden Geister sehen und dann beginnt ein magisches, aber auch gefährliches Abenteuer, eine Hexenjagd, die ihresgleichen sucht.
Ein wunderbarer Auftakt und ich erwarte mit Spannung den zweiten Band.
Rezensionen von Anno:
Recht parasitär, aber auch unheimlich interessant
True Crime in Nature von Farina Graßmann
Die Natur ist grausamer als sie auf den ersten Blick scheint. Nur sind viele ihrer Täter winzig klein und können ihr Tun dadurch gut vor uns verbergen. Mir jedenfalls war nicht klar, welch Ausmaß all das hat, wie weit verbreitet z.B. Parasitenbefall ist und wie grausam ihre Methoden mitunter sind.
Aber auch Viren und Bakterien haben so einiges drauf, was man ihnen nicht zutrauen würde. Da verhalten sich z.B. Zwischenwirte plötzlich völlig irrational um sich dem Wunsch des Erregers entsprechend zu opfern. Und Parasiten bringen ihren Wirt dazu, sie zerlöchert wie ein Zombi bis in den Tod zu schützen.
Bei derartigen Verbrechen bleibt der Grusel definitiv nicht aus. Ja, der Titel hält was er verspricht und gibt Einblicke in wirklich zahlreiche tierische Verhaltensweisen. Größere Tiere und Pflanzen sind auch im Buch vertreten, jedoch erst gegen Ende und bei weitem nicht so zahlreich wie die Klein- und Kleinstlebewesen.
Alles in allem aber fand ich dieses Buch unheimlich interessant. Ich habe wahnsinnig viel Neues erfahren und werde zukünftig die Natur sicher mit anderen Augen sehen.
Rezensionen von rosetheline :
Atmosphärischer Literarischer Thriller
Der Gott des Waldes von Liz Moore
Ein Sommercamp in den Siebzigern, das schon seit Jahren jedes Jahr stattfindet mitten in den Adirondack Mountains, einem Naturreservat in der Nähe von New York City. Ein Ort, der das Herz aller Naturverbundenen und denen, die einen unvergesslichen Sommer erleben wollen, schneller schlagen lässt. Doch diese Idylle wird durch das Verschwinden von Barbara van Laar getrübt, der Tochter der Besitzer des Reservats, dessen Bruder, Bear, ebenso vierzehn Jahre zuvor verschwunden und nie gefunden wurde.
Was ist passiert? Wie ist es passiert? Und warum ist es passiert?
Liz Moore nimmt die Lesenden in ihrem literarischen Thriller mit auf eine Reise, in der Kapitel für Kapitel mehr über die Charaktere und ihre Vergangenheit sichtbar wird. Dabei werden den Lesenden verschiedene Fährten gelegt, die das Rätsel des Verschwindens Barbara und Bear van Laars auflösen sollen.
Moores Schreibstil hat mir gefallen, denn als Lesende konnte ich gut in die Geschichte abtauchen und wollte unbedingt wissen, was sowohl mit Barbara als auch Bear passiert ist. Doch nicht nur die eigentliche Story war spannend. Über die Vielzahl an Charakteren und Geschehnissen drumherum habe ich gerne gelesen.
Trotz des Umfangs wurden einige (wenige) Dinge relativ schnell abgehandelt und ich hätte mir als Lesende etwas mehr dazu gewünscht. Wer aber wissen möchte, ob das Rätsel am Ende gelöst wird, der sei unbesorgt: Das wird es.
Es ist schwierig ein so umfangreiches Buch zusammenzufassen und deshalb sollte man es selber lesen, wenn man gerne in charakterbasierte Geschichten abtaucht, die ein bisschen länger verweilen. Mit einem kleinen Punktabzug gebe ich dem Buch 4,5 Sterne, da ich es trotzdem gerne gelesen habe.
Rezensionen von Gavroche:
Zu hohe Erwartungen
The Stars are Dying von Chloe C. Peñaranda
Ich hatte wohl leider zu hohe Erwartungen, oder aber zu viele ähnliche Bücher bereits gelesen und dieser Roman konnte leider keine entscheidenden neuen Wendungen oder eine andersartige, neuartige Geschichte bieten. Nicht schlecht, aber leider blieb das Buch hinter meinen Erwartungen zurück und rangiert für mich eher im mittelmäßigen Durchschnitt, nicht schlecht, aber mehr auch nicht.
Seit einiger Zeit sind Vampire und Vampirromane wieder sehr in Mode gekommen und so spielen diese Wesen auch hier eine große Rolle.
Alle hundert Jahre finden in dieser Welt tödliche Spiele statt; es gibt fünf Reiche und das Reich, das den Sieg erringt, bekommt als Preis von den Vampiren in Ruhe gelassen zu werden.
Astraea begleitet eigentlich nur ihre Freundin Cassia zu den Spielen, muss dann aber selbst am Libertatem - so der Name der Spiele - teilnehmen. Das Buch wird aus ihrer Perspektive geschrieben und ich bin nicht warm geworden mit ihr, vor allem weil sie einfach zu naiv war. Auch mit dem männlichen Gegenpart, mit Nyte, hatte ich einige Probleme.
Der Grad an Vorhersehbarkeit war leider relativ hoch, was ich schade fand und etwas von der Spannung genommen hat.
Insgesamt fand ich die Idee gut und auch die Welt hat mir gefallen. Vielleicht gefällt mir der zweite Band dann besser.
Rezensionen von peedee:
Knappe 3 Sterne
Tod dem Clan von Hannes Nygaard
Frauke Dobermann, Band 5: Der neuste Fall von Frauke Dobermann und ihrem Team vom LKA Hannover führt in die Tiefen der Bandenkriminalität in Braunschweig. Zwei Männer wurden erschossen – Mitglieder eines Familienclans, der zig Leiharbeitsfirmen unterhält und Sinti und Roma als billige Arbeitskräfte verheizt.
Haben sich nun die ausgebeuteten Menschen gerächt? Oder ist der Täter in den Reihen der Konkurrenz zu suchen?
Erster Eindruck: Beim Anblick des Covers wird einem schon ein wenig anders, denn mit Interpretationsspielraum, wie der andere das wohl meinen könnte, ist da nicht mehr viel, oder?
Dies war mein zweites Buch des Autors, aber das erste aus dieser Reihe. Und das ist vielleicht auch mein „Problem“ mit dem vorliegenden Buch: Da mir die Chefin, Frauke Dobermann, so gänzlich unsympathisch rüberkam und ich wirklich Mühe mit ihrem Führungsstil und Umgangston hatte, fehlt mir eventuell das Wissen der letzten vier Bände. Vielleicht hätte ich ihr Handeln eher nachvollziehen können. Interessant fand ich nämlich, dass sie, wenn sie von ihrem Partner sprach – der sie übrigens gerne heiraten würde, wenn sie sich endlich scheiden liesse –, auf mich ganz anders wirkte. Diese Frauke hat mir gefallen, doch selbstverständlich ist mir klar, dass sie als Erste Kriminalhauptkommissarin des LKA anders auftreten muss.
Die geschilderte Bandenkriminalität war doch sehr komplex und ich habe zuweilen etwas den Überblick verloren über die Rumänen, Sinti und Roma, Libanesen, Türken, Araber… Mir ist durchaus bewusst, dass dieser Roman Fiktion ist, aber es ist erschreckend, dass es solche Geflechte und Menschenausbeutung bzw. -handel auch im echten Leben gibt. Und das ist wirklich eine Tragödie!
Die Spannung war aus meiner Sicht mässig, doch der Showdown bot noch einmal Überraschendes. Aus diesem Grund vergebe ich 3 Sterne.











