Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Ausbaufähig
The Story Keeper: A Tale of Hearts and Magic von Rachel Mavie
Durch Bücher reisen, eintauchen in die Lieblingswelten und sie nicht nur "erlesen", sondern erleben - das hört sich doch toll an, für jeden, der gerne liest. Und genau das ist es, was die Protagonistin macht, denn das Königreich, aus dem sie stammt, kann nur dann bestehen, wenn Lumina Emberlain eben in Buchwelten reist.
Den männlichen Teil übernimmt der Gatekeeper Reed. Die Liebesgeschichte war überzeugend, allerdings hätte ich bei einer als cosy fantasy beworbenen Geschichte keinen spice gebraucht, aber so etwas ist immer Geschmackssache.
Man merkt allerdings, dass es das erste Buch der Autorin ist, da es an einigen Stellen nicht ganz ausgereift ist. Wichtiges wird oftmals zu schnell abgehandelt, während eher unwichtige Details zu sehr ausgebreitet werden. In der Mitte des Buches gab es einige Längen, dafür war es am Ende etwas zu "schnell"; hier hätte etwas Länge gut getan.
Insgesamt jedoch eine solide Geschichte, auf die die Autorin sicherlich aufbauen kann.
Schon der fünfte Fall
Gnadenopfer von Viveca Sten
Dies ist schon der fünfte Fall für Hanna Ahlander und dieses Mal muss sie sich alleine durchbeißen. Aber vielleicht schaffen sie und ihr Kollege Daniel Lindskog es doch, wieder zusammen zu arbeiten?
Ich kenne bereits alle Vorgänger dieser Reihe und der Krimi ist gut, aber im Vergleich zu den anderen Bänden allerdings etwas schwächer.
Aber das ist ein Jammern auf hohem Niveau.
Dieses Mal geht es um eine Reihe mysteriöser Todesfälle von älteren Menschen, die auf einen Pflegedienst angewiesen sind. Erst einmal horcht da niemand auf, wenn es zu einem Todesfall kommt, aber die Fälle mehren sich. Wer tut so etwas und mit welchem Motiv?
Interessant fand ich, dass man auch einiges aus der Perspektive der älteren Menschen liest.
Ich habe auch dieses Mal wieder mitgerätselt und den Fall fand ich interessanter als die private Hintergrundgeschichte, die von der Lösung des eigentlichen Falls etwas zu sehr abgelenkt haben.
Eine Wette
Glory of Broken Hearts von Ruby Braun
Nachdem mir der erste Teil der Reihe schon so gut gefallen hat, war ich neugierig auf diesen Band der Reihe.
Im Fokus steht dieses Mal Wanda. Um ihre Schwester zu retten darf sie ihre Wette nicht verlieren, aber diese Wette musste sie machen, denn ohne sie wäre ihre Schwester auf jeden Fall verloren.
Den Gegenpart nimmt Maxim ein.
Zwischendurch hatte das Buch meiner Meinung nach leider einige Längen, was sich gegen Ende dann aber wieder gegeben hat. Außerdem hätte für meinen Geschmack der spice-Anteil gerne geringer sein können, aber damit kann ich umgehen, da er dann doch nicht ständig präsent im Mittelpunkt war.
Insgesamt ein guter zweiter Teil, allerdings hat mir der erste besser gefallen.
Für alle, die möchten, gibt es zu Beginn des Buches eine Playlist, ich habe allerdings beim Lesen keine Musik an.
Der Schreibstil hat mir wieder gefallen, die Geschichte im Großen und Ganzen auch, allerdings hätte ich eine etwas gekürzte Version bevorzugt.
Actionreicher Abschluss
Velvet-Dilogie 2: Kashmere Rises, but the Skies fade in Ashes von Julia Dippel
Ich habe mich schon sehr auf den zweiten Band gefreut und hier geht es auch wieder ganz schön actionreich zur Sache. Es gibt auch weiterhin total viele Missverständnisse zwischen Velvet und Kash, manchmal waren es mir da allerdings zu viele, weil es doch so offensichtlich war.
Highlight war auch hier wieder Monty, die - ehemalige - Dämonenzehe.
Monty wird wegen seiner Kommentare gerne mal in ein Marmeladenglas oder - noch schlimmer - in die Mikrowelle gesperrt. Von Monty und seinen Kommentaren hätte ich gerne mehr gelesen.
Aber hier ging es ja vorrangig darum, Esha zu bekämpfen, der sich mit seinem Dämenengeneral vereinigen möchte, der allerdings in Velvet steckt. Dabei erhält hier nun unter Anderem Neon, wie Kashmere ein Sohn der Ur-Göttin, eine größere Rolle. Aber auch Velvets und Kashmeres Familie sowie Mama Dante bekommen ihre Auftritte.
Super fand ich, dass Julia Dippel die beiden spice Szenen markiert hat und zu Beginn dies erläutert, so dass man entscheiden konnte, ab wo lese ich quer oder eben besonders intensiv - je nach Lesegeschmack. Ich habe sie nur grob überflogen, weil mir die Action wichtiger ist.
Auch hier haben mich Geschichte und Schreibstil wieder überzeugt und schon jetzt freue ich mich, wenn es etwas Neues von Julia Dippel geben wird. Denn bei ihr gibt es immer wieder komplett neue Welten.
Schöner dicker Schmöker
Moonwings (1) von Nathalie Bröske
Ein richtig schöner, dicker Schmöker, der mir viele schöne Lesestunden verschafft hat. Gemeinsam mit Nova habe ich mich auf eine fantastische Reise und dieses Debüt von Nathalie Bröske gelesen.
Nova Moonwing ist eine Faerie und entstammt einer bedeutenden Familie in dieser Welt. Doch statt einfach den ihr zugdedachten Weg zu beschreiten, möchte sie eigene Erfahrungen machen und herausfinden, was sie möchte.
Und so geht sie an die Stellarium Academy. Leicht fällt ihr es doch nicht, trifft sie da doch unter Anderem auf ihren Ex und außerdem wird so viel von ihr erwartet und so mach einer erwartet quasi ihr Scheitern. Doch Nova geht ihren Weg - und der wird hier gut beschrieben und so lernen wir die Welt besser kennen und es passiert so einiges, auch abseits der Liebesgeschichte, die zum Glück nicht immer im Zentrum steht.
Gemeinsam mit Nova habe ich hier mitgefiebert und die Lesestunden sind nur so geflogen.
Ein guter erster Teil einer Trilogie, die ich sehr gerne weiterlesen werde.
Herbstliche Hexen-Fantasy
Die Hexen vom Honeysuckle House von Liz Parker
Das Cover bietet eine erste Einstimmung auf das herbstliche Setting. Aber ganz so cosy ist es dann doch nicht, immerhin gibt es einen Fluch, der ein Leben fordert. Zwar "nur" alle dreizehn Jahre, aber die sind dann doch schnell vorbei. Und diesem alten Fluch geht man nun in diesem Buch auf den Grund und reist dafür auch zurück in der Zeit.
Liz Parker hat einen sehr bildhaften Schreibstil, der meine Fantasie beflügelt hat und mich ganz in ihre Welt mitgenommen hat. Passenderweise ist das Wetter mittlerweile auch so herbstlich und ich liebe es ja, passend zur Jahreszeit Bücher zu lesen.
Das Honeysuckle-House beherbergt Hexen, aber das Haus hat auch seine ganz eigene Magie.
Florence und Evie - zwei ungleiche Schwestern. Während die eine Magie nicht annimmt und ihr misstraut, akzeptiert die andere sie.
Aber es geht hier nicht nur um Magie, sondern auch um alte Familiengeheimnisse, zwischenmenschliche Beziehungen und so viel mehr. Man muss allerdings immer aufmerksam lesen, um mitzubekommen, in welcher Zeit und welcher Perspektive man sich gerade befindet.
Mir hat das Buch schöne Lesestunden beschert und mich auf den Herbst eingestimmt.
Verbotene Kreativität
Songs for the Sinless, Band 1 - The Lies that Summon the Night von Tessonja Odette
Tessonja Odette entführt uns in ihrer neuen Trilogie in eine Welt, in der Kreativität und Kunst verboten sind, denn sie sind gefährlich. Dafür ist das Cover des Buches aber sehr kreativ geworden und mit wunderschönen Details versehen. Aber für uns ist ja Kunst zum Glück nicht gefährlich.
Ich liebe Landkarten in Büchern und hier gibt es vorne im Buch eine schöne, gezeichnete Karte, so dass ich immer wieder nachschauen konnte, wo wir uns befinden.
Das Magiesystem fand ich sehr interessant und innovativ. Gefährliche Kunst, die gefährliche Wesen anzieht, eine Geschichtenerzählerin - Inana - die immer wieder ihre Grenzen austestet und als Konterpart ein Schattenjäger. Doch die beiden brauchen einander, was natürlich zu so manch einer "explosive" Stimmung führt.
Tessonja Odette hat sowohl mit ihrem Ideenreichtum als auch mit ihrem Schreibstil gepunktet und am Ende des Buches war mein erster Gedanke, dass ich unbedingt weiterlesen möchte, denn hier wurden die Weichen wieder neu gestellt...
Von mir gibt es eine große Empfehlung für das Buch und schon vorab für die Reihe.
Gute Adaption
Played by the Piper − Die Unbeugsame von Raven Kennedy
Der Anfang des Buches ist wirklich heftig und eklig, aber es bleibt nicht so! Der Prolog führt den Rattenfänger ein und zeigt aus seiner Sicht, was dreißig Jahre vor den Ereignissen passiert ist. Dann gibt es den Schwenk zu Esti. Sie arbeitet mit ihrer Tante hart in der Papiermühle und gemeinsam stellen sie schönes Papier her.
Das war mal etwas anderes. Ihre Mutter ist kränklich und bekommt immer häufiger Anfälle, weshalb sie nicht arbeiten kann. Esti ist eine Fane, eine Mischung aus Bane und Fae, weshalb sie kleine Hörner hat und daran sofort erkannt wird. Die meisten Fane wurden nach der Geburt ausgesetzt und sind in Waisenhäusern groß geworden, weshalb Esti es so gut getroffen hat. Aber die Fane ziehen den Hass der Fae immer wieder auf sich und Esti und die anderen unterliegen großen Restriktionen. Aber auch so ist das Leben in der Stadt hart, denn es gibt immer wieder eine der neun Plagen, die die Bane hinterlassen haben. Gerade sind es Fliegen, die alle und alles auffressen - sehr anschaulich beschrieben. Als auch noch eine Rattenplage kommt, kommt der Rattenfänger in die Stadt, um sie von der Plage zu befreien. Doch als Bezahlung nimmt er 131 Fane und Fae aus der Stadt mit, darunter Esti.
Was hinter dem Rattenfänger und den anderen Blut-Fae steckt, was er plant und wie Estis Leben weitergeht, erfährt man nach und nach. Zwischendurch war mir das Tempo etwas zu langsam, aber dann zog es am Ende ordentlich an. Schade, dass es nicht von Anfang an so stark war wie am Ende, aber das ist eher eine Kleinigkeit. Der Gesamteindruck ist positiv und ich fand die Idee mit dem Rattenfänger als Grundlage faszinierend, auch wenn die Geschichte hier ganz anders ist.
Mein Lieblings-Nebencharakter war Conrad, den ich einfach witzig fand. Wer das ist, verrate ich aber nicht, da er erst so spät auftaucht.
Tja, und am Ende wird dann noch einmal alles durcheinander gewirbelt und es gibt einen fiesen C.liffhanger - ich hoffe, es geht bald weiter.
Ein Sommer
All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer
Juna und Martha sind Schwestern, Juna ist 17, Martha ist 13 Jahre alt. Juna ist künstlerisch begabt, hat einen Freund, der ein Jahr älter ist und beste Freundinnen. Martha hat "nur" Alex, mit dem sie seit Langem befreundet ist. Die beiden haben nichts gemeinsam, teilen sich aber ein Zimmer.
Die Mutter ist bei der Geburt von Martha gestorben und darum ist ihr Geburtstag auch immer ein trauriger Tag. Der Vater ist Krankenpfleger und arbeitet sehr viel. Es sind Sommerferien, Alex wird nicht da sein, aber Martha ermogelt sich mit Junas Ausweis einen Job im Kino.
Es dreht sich immer alles um Juna, die schon lange nicht gut hören kann, aber jetzt wird ihr Sehvermögen aufgrund einer seltenen Krankheit immer schlechter, was Juna total aus der Bahn wirft. Da ergibt sich die Gelegenheit, ihr Lieblingsbild ihrer Lieblingsmalerin Lotte Laserstein anzusehen bevor sie erblindet. Und zum ersten Mal unternehmen die Schwestern etwas gemeinsam und fahren mit Marthas erarbeitetem Geld nach Malmö.
Diese Geschichte hat mich sehr nachdenklich gestimmt, aber auch gut unterhalten, sie ist unglaublich vielschichtig.
Die meisten Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Juna und Martha erzählt, nur eines aus der Sicht des Vaters.
Für mich ein Highlight, was unter Anderem auch an den drei Sprechern Lena Tiemann, Martha Kindermann und Johannes Steck liegt.
Lydia
Stolz, Vorurteil und Hexerei von Melinda Taub
Ich habe "Pride and Prejudice" mehrfach gelesen und kenne auch die Verfilmungen, so dass ich gespannt war, welche Neu-Interpretation hier auf mich zukommt. Und dann aus der Sicht von Lydia, die eigentlich eine Hexe sein soll.
Ich glaube, man hat mehr Spaß an der Geschichte, wenn man das Original kennt.
So versteht man beispielsweise die Seitenhiebe in Richtung Darcy und Bingley besser und auch Mr. Collins, der nach einer Verhexung nur noch trötet wie ein Waldhorn - das passte einfach gut.
Ja, Lydia ist die jüngste Schwester und Kitty ist eigentlich gar nicht ihre Schwester, sondern etwas ganz anderes. Lydia schreibt ihre Geschichte nieder und es gibt immer einen Wechsel zwischen den Ereignissen aus der Vergangenheit und der Gegenwart. Sie ist Mrs Wickham und Wickham macht sich rar. Lydia und ihre Tante sind Hexen und ohne ihre Tante, die gar nicht so gut hexen kann und nicht so mächtig ist, wäre sie trotzdem aufgeschmissen gewesen. Aber - typisch Lydia - macht sie unvorsichtig Versprechungen, die sie später bereuen wird.
Lydia wurde mir auch hier nicht sympathischer, aber das musste sie ja auch nicht.
Aber sie ist gerissen und steht für sich ein, als sie in Newcastle quasi von Nichts leben muss.
Einige Längen, aber insgesamt hat mir das Buch gefallen.











