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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Normanfips:

Berlins unterschiedliche Gesichter

Skin City - Thriller (Berlin Noir 4) von Johannes Groschupf

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Johannes Groschupf eröffnet in ‚Skin City‘ mehrere Handlungsstränge, die sich im Laufe der Geschichte miteinander verbinden. Einmal haben wir den aus Tiflis stammenden Koba, der mit seinen Helfern Häuser in den Randgebieten von Berlin ausraubt. Sein Traum ist es allerdings nach Kanada zu gehen, wo er auf ein besseres Leben hofft.

Dann begleiten wir Jacques Lippold, der eben erst aus dem Gefängnis entlassen wurde und nun das ganz große Geld machen will. Er schafft es schnell sich unter die Reichen in der Kunstszene zu mischen. Zuletzt ist da noch Romina Winter, eine Polizistin, die mit der Aufklärung der Einbrüche beauftragt wird und zugleich ihre verschwundene Schwester sucht. Mir gefällt der Schreibstil, der sowohl das Berlin der Underdogs als auch das Berlin der Schönen und Reichen einfängt und diese beiden Eindrücke nebeneinander stellt. Koba und Jacques sind gut gezeichnet und ich habe ihre Parts gerne gelesen. Allerdings konnte ich mit Romina weniger anfangen. Ist sie nun so tough wie am Anfang des Buches beschrieben oder doch eher unprofessionell wie im Laufe der Geschichte? Gerade bei ihr ist mir die Geschichte zu Klischee beladen und darunter leidet auch der Schluss des Romans. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen und fand es interessant.

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Rezensionen von CanYouSeeMe:

Digitale Diagnosen

Digitale Diagnosen von Laura Wiesböck

Als Person, die in einer Psychiatrie arbeitet, ist dieses Thema für mich allgegenwärtig. Umso interessanter finde ich es, mit diesem Buch eine bündige Zusammenfassung dieser Entwicklung in der Hand zu halten.
Das Cover ist auffällig gestaltet, hält sich mit bildlichen Darstellungen jedoch zurück, was ich gut finde.

Das Inhaltsverzeichnis zu Beginn des Buches gibt die Struktur der Buches vor, einige Kapitel sind jedoch etwas nebulös formuliert, so dass zu Beginn nicht immer ganz klar ist, was sich dahinter verbirgt.
Die einzelnen Kapitel lesen sich angenehm und auch fundiert recherchiert. Einzelne Aussagen sind mit Belegen verknüpft, die sich am Ende des Buches finden - das stärkt zunächst den "professionellen" Eindruck, den ich von diesem Buch erhalten habe, die zitierten Quellen habe ich dann jedoch nicht auf weitere Glaubwürdigkeit überprüft.
Wiesböck gelingt es hier jedoch sehr gut die Chancen und Grenzen der Digitalisierung und damit auch unweigerlich der Kommerzialisierung psychischer Gesundheit herauszuarbeiten. Dabei wirkt diese Aufarbeitung im Großen und Ganzen relativ neutral und nicht zu einiseitig. Das hat mir gefallen.

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Rezensionen von Island :

Aline Abbouds Libanon

Barfuß in Tetas Garten von Aline Abboud; Nana Heymann

Aline Abboud war mir bereits als Nachrichtenmoderatorin ein Begriff. In diesem Buch teilt sie nun sehr persönliche Erinnerungen. Sie ist 1988 als Tochter einer Ost-Berlinerin und eines Libanesen, der zum Studium in Leipzig war, geboren und hat so nach der Wiedervereinigung viele Sommer in der Heimat ihres Vaters verbracht und auch Arabistik studiert.

So erfährt man in diesem Buch viel über das alltägliche Leben einer christlichen (Groß-)Familie im Libanon. Aline und ihre Familie besuchten dort nicht nur Alines Großmutter Teta, die im Titel erwähnt wird, sondern auch diverse Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen, von denen viele mittlerweile über die ganze Welt verstreut leben, da die wirtschaftliche und politische Situation im Libanon schwierig ist. In Alines Anekdoten spielen dann krisenhafte Ereignisse ebenso eine Rolle, wie lange Strandtage und liebgewonnene Speisen oder besondere Sehenswürdigkeiten. So erfährt man aus ihrer Perspektive viel über dieses Land, von dem man meist nur in den Nachrichten im Zusammenhang mit dem Nah-Ost-Konflikt oder libanesischen Familienclans hört. Ergänzt wird all das mit privaten Fotos aus ihrem Familienalbum, durch die man sich das Beschriebene noch etwas besser vorstellen kann.

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Rezensionen von Lerchie:

Tragische Geheimnisse

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben von Gabriella Engelmann

Zwei Frauen stehen am Wendepunkt. Es gibt ein tragisches Familiengeheimnis und die Liebe zu Büchern und die Insel Sylt. Die Autorin verbindet zauberhafte Unterhaltung mit einer dramatischen Familiensaga. Dies ist der erste Band der Sylt Dilogie.
Anna, 55 Jahre, ihres Zeichens Podcasterin und Journalistin besucht die Bücherfrau Fenja Lorenzen 85, am Lister Ellenbogen, um über sie zu schreiben.

Doch Fenja glänz durch Abwesenheit, nur ihre Tochter Elisa trifft Anna an. Ein heftiges Gewitter bedroht die, auf dem Dachboden von Fenja gehorteten, Bücherschätze und die Frauen packen gemeinsam an. Ein alter Gedichtband fällt Anna in die Hände, der als Versteck dient. Sie wird mit Geheimnissen aus der Vergangenheit konfrontiert, die auch die Gegenwart berühren. Fenjas Schwester ist damals von jetzt auf nachher verschwunden so wie Fenja jetzt . Anna beschäftigt sich mit der Geschichte der Lorenzens und ihr Herz schlägt für Elisas Bruder Eric. Sie stößt auf eine dramatische Liebesgeschichte aus 1937 und erkennt, dass Fenja endlich reden muss, wenn sie die Wunden heilen will. Doch wo ist Fenja?

Meine Meinung
Das Buch ließ sich sehr gut lesen, wenn man davon absieht, dass, zumindest am Anfang, worte gebraucht wurden, die ich nicht erkannt habe und die auch leider nicht erklärt wurden. Trotzdem konnte ich es eben sehr gut lesen, zumal ich die Bücher der Autorin mag, wenn ich auch nicht alle kenne. In der Geschichte war ich recht schnell drinnen und konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. In Lene, die eine tragische Liebesgeschichte erlebte. Ihren Mann verabscheute ich so wie ich alle derartigen Menschen, nicht nur Männer, verabscheue. In Fenja, die von ihrem Vater unverschämte Lügen aufgetischt bekommen hatte. Dieses Buch is tauch wieder ein Zeitzeugnis darüber, was die Regierung den Menschen damals angetan hatte. Nur durch glückliche Umstände erfahren wir, warum Lenes Liebesgeschichte ein so tragisches Ende nahm. Es ist ein gefühlvolles, aber auch interessantes Buch. Nicht superspannend, bzw. erst in der zweiten Hälfte. Auf jeden Fall hat es mich aber sehr berührt und ich habe es gerne gelesen. Es wird einen Folgeband geben, den ich vermutlich auch lesen werde. Trotz der kleinen Kritikpunkte von mir doch eine Leseempfehlung auch fünf Sterne.

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Rezensionen von Marianna H.:

Inspirierend - auch für Erwachsene

ICONS Glaubensheld*innen aus der Bibel und heute von Jan Kuhn; Lisa Quarch

In Icons werden Personen aus der Bibel mit ihren Geschichten vorgestellt und lebensnah mit den Geschichten von Menschen aus der heutigen Zeit in Verbindung gebracht. Kapitelweise werden diese Geschichten zu Themen, wie zum Beispiel ordnungslos, kunstvoll und beziehungsvoll geordnet und durch stimmungsvolle Bilder und Gebete ergänzt.

Dabei erfährt man etwas über das mögliche Innenleben der Bibelpersonen und umso mehr über die Menschen der heutigen Zeit, die ihre Gedanken zu diesen Themen teilen.

Die realen Erzählungen sind besonders spannend und zeigen wie vielfältig die Glaubensgemeinschaften sind. Schön ist, dass die christlichen Religionen gemeinsam dargestellt werden und dabei nicht unterschieden wird zwischen evangelisch, katholisch und freikirchlich. Das Verbindende der Kirchen steht im Vordergrund und das Stärkende in den Geschichten. Interessant ist, dass viele Geschichten zum Thema Geschlecht und Ausgrenzung sind. Dadurch wird es besonders lebensnah. Von kirchlicher Verstocktheit oder missionierender Frömmigkeit keine Spur! Es wird ein Eindruck gegeben, wie Glaubensgemeinschaften und Kirche mit Andersartigkeit umgehen und wie Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit eine Verbindung zum Glauben pflegen. Schwer verständlich sind nur die biblischen Einordnungen zu Beginn der Kapitel. Dies ist jedoch das Einzige, das ich eher überblättert habe.

Ansonsten ist dies ein Buch zum Querlesen, immer-wieder-lesen, vertiefen, nachdenken, nachfühlen und staunen - ein zeitgemäßes Glaubensbekenntnis.

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Rezensionen von Sophie H.:

Alles anders

FREI - Bester Sommer (FREI 1) von Sarah Welk

Joshua, genannt Josh, ist 14 Jahre alt und hat schon in elf Städten gewohnt. Schuld daran ist seine Mutter Pola Berlin, eine berühmte Künstlerin, die immer wieder neue Inspirationen braucht. Nun sind sie in Rottloch gelandet. Rottloch! Wie das schon klingt! Doch dieses Nest entpuppt sich als wahrer Glücksgriff für Josh.

Denn in Rottloch gibt es eine super moderne Schule, in der die Schüler alles bestimmen dürfen. Zum Beispiel, dass es Sofas in den Klassenzimmern und Cola in der Mensa gibt. Josh hat das große Glück, dass gleich in der nächsten Woche eine Projektwoche ansteht. Seine Klasse wird in mehrere kleinen Gruppen eingeteilt, die alle eine Woche lang alleine im Wald verbringen sollen. Josh landet in einer Gruppe, zu der auch Nico, Koray, Nasrin und Nina gehören. Während Josh sich auf den ersten Blick in Nina verliebt, ist er von Nico mit der großen Klappe total genervt. Als die Fünf im Wald eine merkwürdige Entdeckung machen und ein Gruppenmitglied nach einem heftigen Gewitter plötzlich verschwunden ist, ist plötzlich alles anders. Und überhaupt: Warum kritzelt Koray immer in einem Notizbuch? Und warum hat Nico immer eine Plastiktüte dabei?
Ein realistischer Roman, der die jugendlichen Leser gleich von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Das liegt zum einen an der spannenden Geschichte, die am Ende einen überraschenden Twist bereithält, zum anderen aber auch an der jugendlichen Sprache, mit der sich der Leser identifizieren dürfte. Ein Buch über Freundschaft und Zusammenhalt und über die erste Liebe. Von mir eine klare Leseempfehlung!

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Rezensionen von Lerchie:

Noch mal gut gegangen

Der Schutz der Freundschaft von Ellin Carsta

Es geht um Widerstand, Fluchtpläne und gefährliche Geheimnisse. Bernried, Starnberger See, 1942: Die Freunde Paul Friedrich und Wilhelm helfen den Kreisauer Kreis. Groß ist das Risiko. Und nutzt es tatsächlich etwas? . Sie kommen auf den Gedanken der Auswanderung und haben ja auch noch das Gold in einer Höhle bei Innsbruck als Startkapital.

Doch zunächst widmen sich Vater und Tochter Wilhelmine der Pferdezucht. Aber sie wollen vermeiden, dass diese für den Krieg genutzt werden. Ein neuer Inspektor kommt um die Zwangsarbeiter zu überwachen. Er scheint menschlich zu sein, komt Wilhelmine näher. Doch ist es nur Schein?

Meine Meinung
Das Buch ließ sich wieder leicht und flüssig lesen so wie alle Bücher dieser Autorin. In die Geschichte bin ich auch gut hineingekommen, konnte mich gut in die Protagonisten hineinversetzen. Wilhelmine hat ja einige Zeit in München verbracht, wie wir aus den Vorgängerbänden wissen, und sie kommt jetzt wieder zurück auf das Gut. So war es ja auch geplant. Gustav ist an der Front, auch Leopold, der sich anscheinend zum Positiven verändert hat. Ist das wirklich so, oder nur Schein? Der neue Inspektor scheint nett zu sein. Ist er es wirklich, oder versucht er nur die Familie zu täuschen?Die Freunde Paul Friedrich und Wilhelm reden über Auswanderung, evtl. Ferdinand und Elisabeth haben Eheprobleme, an welchen Elisabeth einige Schuld trägt. Über sie kann ich nur sagen, dass sie mir noch nie sonderlich sympathisch war. Doch jetzt wurde sie mir regelrecht unsympathisch, weil sie Ferdinand die fast alleinige Schuld an den Eheproblemen gibt. Und dann gibt sie ja ein fremdes Kind, wie wir auch aus den Vorgängerbänden wissen, als ihr eigenes aus. Ferdinand weiß davon nichts. Ich wünsche mir tatsächlich, dass dies noch herauskommt. Nur Ferdinand täte mir dann leid. Ich hoffe, dass Elisabeth ihre letztendliche Entscheidung noch tief bereut! Das Buch ist wieder voll spannend. Es hat mir gut gefallen und mich sehr gut unterhalten. Ich freue mich auf den nächsten und finalen Band. Von mir eine Leseempfehlung und fünf Sterne.

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Rezensionen von PeLi:

ein Familiengeheimnis

Vor hundert Sommern von Katharina Fuchs

Anjas Mutter Elisabeth lebt seit kurzem in einem Seniorenheim, und Anja trifft sich nun mit ihrer Tochter Lena, um die Wohnung von Elisabeth auszuräumen. Dabei finden sie einige sehr interessante Dinge aus der Vergangenheit und stoßen dabei auch auf einiges, was Anjas Großtante Clara gehörte.

Viel wissen Anja und Lena nicht von Clara, denn aus der Vergangenheit und besonders um Clara wurde bisher immer ein ziemliches Geheimnis gemacht. Als sie nun auf dem Dachboden Dinge finden, die zum Teil auch etwas erschreckend sind, wollen sie unbedingt wissen, was es damit auf sich hat und so sprechen sie Elisabeth auf ihre Funde an. 

Obwohl es Elisabeth offensichtlich anfangs sehr schwer fällt, beginnt sie sich mit der Zeit immer mehr zu öffnen und erzählt ihrer Tochter und Enkelin nach und nach ein großes Familiengeheimnis, das sie in all den Jahren für sich behalten hat und das sie auch heute noch schmerzt. Und auch für Anja und Lena wird es nicht leicht, die Zeit , über die Elisabeth berichtet, in Gedanken mitzuerleben. Vor allem geht es in Elisabeths Erzählungen um Anjas Großtante Clara und die Zeit in den 20er und 30er Jahren, Clara interessierte sich nicht für Politik und trotzdem wurde sie in die schlimmen politischen Geschehnisse hineingezogen, die damals zur immer größeren Gefahr auch für ihre Familie wurden. 


"Vor hundert Sommern" wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, einmal in der Gegenwart abwechselnd von Anja und Lena und in der Vergangenheit begleiten wir Clara und ihre Familie und Freunde in einer wirklich schlimmen Zeit. Ich muss sagen, mich hat dieser Teil über die damalige Zeit sehr viel mehr gefesselt, als die Abschnitte über die Gegenwart. "Claras" Teil war packend von Anfang bis Ende, man hat mitgefiebert und mitgelitten , während mir vieles aus der Gegenwart viel zu langatmig war und die Dialoge waren oft einfach nur flach und für mich uninteressant . Das Buch ist ein dicker Wälzer von 542 Seiten und meiner Meinung nach hätte man da einiges kürzen können. Es langweilte mich mit der Zeit einfach, wenn Anja oder Lena jedem immer wieder erzählen mussten, wie vorbildlich Lena doch lebt. Es ist okay, das zu erwähnen, es gehört ja zu dieser Geschichte, aber bitte nicht so oft und nicht in Gesprächen, wo es eigentlich völlig unwichtig ist . Und so fand ich in dem Teil der Gegenwart immer wieder einfach langweilige Dialoge und ich habe mich irgendwann dabei erwischt, dass ich die Teile von Anja und Lena teilweise nur noch schnell überflogen habe , um schneller wieder zum Teil von Clara zu kommen, denn diesen Teil fand ich wahnsinnig spannend und auch sehr emotional, so, dass ich beim Lesen oft mit den Tränen kämpfen musste. 

Ich kannte die Autorin bisher nicht, werde mir aber jetzt auf jeden Fall auch noch ihre vorherigen Bücher anschauen, weil mir der Teil über Clara so gut gefiel. Dieser Teil ist auch der Grund, dass ich für das Buch 4 Sterne vergebe, obwohl mir die anderen beiden Handlungsstränge nicht so gut gefielen.

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Rezensionen von Ele:

Barbara ist weg

Der Gott des Waldes von Liz Moore

Der Gott des Waldes, Roman von Liz Moore, EBook. C.H. Beck Verlag
Ein literarischer Thriller
1975, Aus einem Feriencamp verschwindet ein 13jähriges Mädchen. Es trifft die Familie Van Laar, erneut. Denn schon 1961 ist der Sohn der Familie verschwunden. Peter genannt Bear wurde niemals gefunden, der reichen und einflussreichen Familie lebt seit Generationen in den Adirondack Mountains und ist Sponsor des Sommercamps.

Manche sagen, das Verschwinden der Kinder kann kein Zufall sein. Manche sagen die beiden Fälle haben nichts miteinander zu tun.
Das Buch teilt sich in sieben Abschnitte, die Kapitel darin, zum Teil sehr kurz, sind mit den Namen der Personen überschrieben aus deren Sicht das Kapitel erzählt wird. Verschiedene Zeitebenen werden durch Jahreszahlen markiert. Der gesamte Überblick, von Personen und Zeiten war jederzeit gewährleistet. Deshalb konnte ich trotz der Zeitenwechsel und der Sichtweise vieler Personen stets dem Plot folgen. Der Roman besticht durch ausgefeilte Dialoge. Der Wechsel zwischen Spannung der flüssig geschriebenen Szenen und die Entspannung der erzählerischen Sequenzen ist gut gewählt. Ich mag kurze Kapitel und schnelle Perspektivenwechsel durchaus, denn diese sorgen meist für ein hohes Lesetempo. Es war für mich schwer das Buch aus der Hand zu legen, ab dem letzten Drittel schier unmöglich. Die Dramatik war kaum noch zu überbieten.
Das Setting ist hervorragend beschrieben, die Faszination dieser einzigartigen Natur ist in jedem Satz greifbar. Mir hat gut gefallen, wie die Autorin ihre Figuren in die Handlung integriert hat, so authentisch glaubhaft, dass man meint, genauso wäre es auch passiert. Alle Figuren sind tief charakterisiert, ich hatte das Gefühl sie gut zu kennen. Manchmal war es auch des Guten zu viel, einige Details hätte ich nicht gebraucht. Dennoch ist der Leser ist ganz nah dran am Geschehen. Eine ganz besonders interessante Figur für mich war Alice, die Mutter der Kinder, die durch das Verschwinden ihres Sohnes zerbrochen ist, durch Alkohol und Tabletten betäubt, vegetiert sie nur noch dahin. Ganz besonders unangenehm die beiden Peter, die meinen, dass ihr Geld und Einfluss die Welt regiert. Die guten und die schlechten Menschen darum herum, sie alle waren wichtig für die Geschichte. Am besten jedoch fand ich die starken Frauen. T.J., Barbara und ganz besonders die taffe Ermittlerin Judyta.
Die Spannung war schon zum Einstieg hoch und hat sich gesteigert, bis zum unvorhersehbaren Ende. Klug konstruiert führte mich die Autorin immer wieder auf die falsche Fährte. Glaubhafte Plottwists konnten mich veranlassen, dass ich immer wieder eine andere Figur verdächtigte.
Insgesamt habe ich mich hervorragend unterhalten gefühlt, und es hat viel Spaß gemacht das Buch zu lesen. Eine Leseempfehlung für die Leser die gut durchdachte Thriller mit ungeahnten Wendungen und literarischen Szenen mögen und dazu von mir 5 Sterne.

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Rezensionen von Ruth:

Finsterburg

Ginsterburg von Arno Frank

Arno Frank hat mit seinem dritten Roman den ganz großen Wurf gewagt. Ging es in seinem ersten Buch um seine Kindheit mit einem kriminellen Vater, der, um der Polizei zu entkommen, mit der ganzen Familie durch halb Europa flüchtet, so spielt sein zweiter Roman „ Seemann vom Siebener“ an einem Sommertag in einem Freibad.

Zwei ganz unterschiedliche Romane, aber beide sehr erfolgreich.
„ Ginsterburg“ - wieder etwas völlig anderes, nämlich ein historischer Roman. Auf über 400 Seiten entfaltet der Autor ein breit angelegtes Panorama vom Alltagsleben während der Nazi- Zeit.
Ginsterburg ist eine fiktive Kleinstadt, wie es viele gab in Deutschland. Im Fünf- Jahres- Rhythmus, von 1935 bis 1945, verfolgen wir die Lebenswege verschiedener Menschen.
Da ist die verwitwete Buchhändlerin Merle mit ihrem zu Beginn dreizehnjährigen Sohn Lothar, der Redakteur Eugen und seine oberflächliche Ehefrau Ursel. Dann der Blumenhändler Gürckel, der erst zum Bürgermeister und dann zum Kreisleiter aufsteigt, sowie seine Zwillingssöhne Knut und Bruno, eifrige und brutale Hitlerjungen. Zu den Hauptfiguren gesellt sich ein großes Arsenal an nicht weniger interessanten Nebenfiguren, so die regimetreue Nachbarin Grasberger mit ihrem behinderten Sohn Fritz, Smolka, ein ehemaliger Kommunist und der Papierfabrikant Jungheinrich und einige mehr.
Mit ihnen haben wir einen exemplarischen Querschnitt, an denen Arno Frank zeigen kann, wie sich die Gesellschaft wandelt. Manche sind von Beginn an begeisterte Anhänger, andere lassen sich korrumpieren, machen Karriere, viele bleiben stumme Mitläufer.
Hatte man zu Beginn noch Sympathien für manche Figuren, so legte sich das mit dem Verlauf der Lektüre. Merle, als ehemalige Sozialistin und Ehefrau eines Kommunisten enttäuscht genauso wie der ehemals kritische Zeitungsschreiber Eugen. Hoffte der noch in der Weimarer Zeit auf eine Anstellung bei der linken „Weltbühne“ von Carl Ossietzky, so lässt ihn der angebotene Posten als Chef des „ Ginsterburger Anzeigers“ bald verstummen. Merle und Eugen flüchten stattdessen in eine heimliche Affäre.
Der sensible Lothar, der anfangs noch unfähig ist, einen Fisch zu töten ( „ Das lernst du schon noch!“ tröstet ihn Freundin Gesine), wird geködert mit seinem Traum vom Fliegen. Er wird später zu einem hochdekorierten Kampfflieger aufsteigen. Lothar sowie Eugen sind die interessantesten Charaktere im Roman, komplex und ambivalent, nicht leicht zu fassen.
Beim Fabrikanten Jungheinrich ist es nur eine Frage der Zeit, bis er von seinem Prinzip, nicht an Waffen verdienen zu wollen, abrückt.
Nein, es sind keine Helden, die Arno Frank hier porträtiert, sondern ganz normale Menschen, die in die Fänge eines verbrecherischen Systems geraten.
Die meisten Figuren sind fiktiv, bis auf wenige Ausnahmen. So hat der Kampfpilot Lothar Sieber ein historisches Vorbild gleichen Namens.
Das Thema Judenverfolgung kommt nur am Rande vor, so wie es damals von den Menschen wahrgenommen wurde. Jüdische Mitbürger verschwinden beinahe unbemerkt, ein jüdischer Zeitungsverleger stürzt sich in den Tod und der jüdische Ehemann einer Protagonistin wird zum Verhör abgeholt und nie mehr gesehen.
Dass die Protagonisten am Ende auf eine Katastrophe zusteuern, ahnt jeder Leser. Das deutet sehr offensichtlich das passende Cover an. Eine Wolke apokalyptischen Ausmaßes braut sich über einer vermeintlich idyllischen Kleinstadt zusammen. Auch das dem Roman vorangestellte Motto weist darauf hin. Arno Frank zitiert hier einen Vers aus Schillers „ Die Kraniche des Ibykus“. In diesem Gedicht symbolisieren die Kraniche, ein durchgängiges Motiv im Roman, die göttliche Gerechtigkeit, wonach irgendwann die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden. „ Und finster plötzlich wird der Himmel / Und über dem Theater hin / Sieht man in schwärzlichem Gewimmel / Ein Kranichheer vorüberziehn.“ Das Kranichheer verweist für mich auf die anrückenden Bombengeschwader der Engländer, die Vergeltung üben für die gnadenlose Zerstörung ihrer eigenen Städte und gleichzeitig mit dazu beitragen, einen erbarmungslosen Krieg zu beenden.
„ Die Hölle wartet auf jene, die es verdient haben. …Der Krieg aber wartet nicht. Er macht keinen Unterschied zwischen den Schuldigen und den Unschuldigen.“
Arno Frank beweist mit seinem dritten Roman, dass er ganz unterschiedliche Bücher schreiben kann. Er hat nach eigenem Bekunden intensiv recherchiert, präsentiert sein Wissen aber nie aufdringlich und belehrend. Es zeigt sich stattdessen in der stimmigen Atmosphäre und wirkt sich in der Figurenzeichnung nieder.
Manches Ungeheuerliche wird in Andeutungen und Nebensätze gepackt, die der heutige Leser mit seinem Wissen über die NS-Zeit zu deuten weiß. Bei dem SS-Arzt Hansemann genügt die Bemerkung, er habe schon immer „ einen Hang zu …abwegigen Experimenten“ gehabt, um zu verstehen, wo man ihn einordnen muss. Die gängige Geisteshaltung kann man auch in der Wortwahl herauslesen. So wirkt
z. B. der Begriff „ Ballastexistenz“ für einen geistig eingeschränkten Jungen für uns heute erschreckend menschenverachtend.
Die Einteilung in Fünf-Jahresschritten ist klug gewählt. Dadurch werden die Veränderungen, sowohl politisch wie auch die der Figuren, offensichtlich. 1935 hatte sich das System bereits etabliert, 1940 befand sich das Land im Siegestaumel der schnellen Eroberungen, 1945 ist das bittere Ende und der Zusammenbruch in Sicht.
Auch sonst überzeugt die literarische Umsetzung. Die Erzählstränge sind geschickt miteinander verwebt und durch die multiperspektivische Erzählweise entsteht ein äußerst lebendiges Bild jener Zeit. Dazu tragen ebenso die verschiedenen Textsorten wie Briefe, Protokolle, amtliche Verordnungen usw. bei. Sprachlich bewegt sich der Roman auf hohem Niveau, elegant, bilderstark, metaphernreich und voller Symbolik, dazu kommen unvergessliche Szenen.
Der Roman beantwortet selbst die Frage, weshalb man noch ein weiteres Buch über diese Zeit schreiben und lesen sollte, wo doch schon so viel dazu geschrieben wurde. Um uns die Augen zu öffnen für die Gegenwart, denn die Mechanismen sind immer dieselben. Obwohl „ Ginsterburg“ als historischer Roman einzuordnen ist, so ist er doch angesichts der politischen Entwicklung brandaktuell. Zeigt er doch, wie schnell sich Menschen einem autokratischen System unterwerfen. Nicht alle sofort, nicht alle ganz freiwillig, doch die meisten lernen bald, sich anzupassen, wegzuschauen, sich selbst zu belügen. Bei der Lektüre wird auch jeder auf sich selbst zurückgeworfen und beginnt sich zu fragen, wie man wohl in einer ähnlichen Situation gehandelt hätte. Das Buch sollte Eingang finden in den schulischen Kanon.
Arno Frank hat mit „ Ginsterburg“ einen herausragenden Roman geschrieben, der unbedingt auf die Nominiertenliste für den Deutschen Buchpreis gehört.

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