Kunden em pfehlungen
Rezensionen von dorli:
Gefährliche Wälder
Der Gott des Waldes von Liz Moore
In ihrem Roman „Der Gott des Waldes“ nimmt Liz Moore den Leser mit in die im US-Bundesstaat New York liegenden Adirondack Mountains. Hier befinden sich das Naturreservat der Bankiersfamilie Van Laar sowie das daran angrenzende Ferienlager Camp Emerson. Das Ferienlager gehört zwar zum Eigentum der Van Laars, wird aber schon viele Jahre von Vic Hewitt und seiner Tochter T.
J. verwaltet.
Die Handlung spielt im Jahr 1975. Es ist das Jahr, in dem die 13-jährige Barbara Van Laar zum ersten Mal die Sommermonate im Camp verbringen darf. Das freut nicht nur Barbara selbst, sondern ganz besonders ihre Mutter - die seit dem spurlosen Verschwinden ihres Sohnes Bear vor 14 Jahren psychisch labile Alice ist überaus froh, dass sie ihre zu Wutanfällen neigende Tochter für einige Wochen los ist.
Noch bevor der Sommer zu Ende ist, geschieht das Undenkbare: eines Morgens ist Barbara verschwunden. Es gibt keinerlei Hinweise auf ihren Verbleib. Niemand will etwas gesehen oder gehört haben. Eine groß angelegte Suchaktion verläuft ohne Ergebnis.
Liz Moore versteht es ausgesprochen gut, den Leser mit ihrer Erzählweise zu fesseln. Trotz der besorgniserregenden Ereignisse - schließlich ist eine Teenagerin aus reichem Hause in den undurchdringlichen Wäldern verschwunden und ein entflohener Straftäter soll sich in der Gegend aufhalten - lässt die Autorin die Handlung geradezu ruhig verlaufen. Keine actionreiche Höchstspannung. Keine atemlose Verfolgungsjagd. Kaum brenzlige Situationen während der Ermittlungen. Es ist gerade diese Ruhe, die mich in den Bann gezogen hat. Von der ersten Seite an schwebt über allem eine ständige, deutlich spürbare unterschwellige Spannung, die einen enormen Sog auf mich ausgeübt hat.
„Der Gott des Waldes“ besticht vor allen Dingen durch ein abwechslungsreiches Geschehen und einen vielschichtigen Handlungsaufbau - mehrere, ständig wechselnde Zeitebenen sorgen dabei für eine genauso lebhafte wie mitreißende Szenerie. Die aktuelle Handlung wird von zahlreichen Rückblenden in die 1950er und 60er Jahre unterbrochen - so erfährt man häppchenweise, was in den einzelnen Zeitabschnitten passiert ist und kann die Unstimmigkeiten und Widersprüche rund um Bears Verschwinden und die Fehler, die bei den damaligen Ermittlungen gemacht wurden, hautnah miterleben.
Liz Moore hat ein feines Gespür für die Figurengestaltung. Sie schickt eine ganze Reihe interessanter Charaktere ins Rennen, die im stetigen Wechsel zu Wort kommen, so dass man intensiv an den Gedanken, Emotionen und Geheimnissen jedes Einzelnen teilhaben kann und dadurch versteht, was sie bewegt und wie sie ticken. Man kann die positiven wie negativen Schwingungen zwischen den Akteuren deutlich spüren. Beziehungen und Abhängigkeiten sowie Andeutungen über Verwicklungen und tatsächliche Konflikte befeuern immer wieder meine Neugierde auf die Hintergründe zu den Vermisstenfällen. Die Autorin lässt mich glauben, dass so gut wie jeder für das Verschwinden von Barbara verantwortlich sein könnte. Geschickt lenkt sie meinen Blick von einem zum nächsten und ich verfolge aufmerksam, was jeder Einzelne zu berichten hat, immer auf der Suche nach dem kleinen Hinweis, der mich der Lösung des Falls und damit Barbaras und auch Bears Schicksal näher bringt.
Der Roman hat jede Menge Gesellschaftskritik im Gepäck. Neben der damals wie heute stark auseinanderklaffenden Schere zwischen Arm und Reich beleuchtet Liz Moore vor allen Dingen das Frauenbild in den 1950er bis 1970er Jahren - obwohl die Lebensläufe der Frauen in diesem Roman, ihre Altersstufen und ihr sozialer Stand ganz unterschiedlich sind, verbindet sie doch eine Sache: sie werden von den Männern in ihrem Umfeld als unterlegen angesehen. Sie werden unterdrückt, herumkommandiert, in ihrer beruflichen Entwicklung ausgebremst oder sogar zum Schweigen gebracht. Obwohl es sich durchaus um starke Frauenfiguren handelt, die den Herausforderungen des Lebens mutig begegnen, kämpfen sie meist vergeblich um einen gleichberechtigten Platz in der Gesellschaft.
Die sehr gelungenen Beschreibungen der imposanten Natur, die Schilderung der Gefahren, die die raue Wildnis birgt und auch die Einblicke in die Historie der Adirondacks unterstreichen die Handlung dieses Familiendramas ganz hervorragend und runden den Roman damit perfekt ab.
„Der Gott des Waldes“ ist sowohl mitreißende Familiengeschichte wie auch fesselndes Gesellschaftsporträt - ein Roman, der mir mit seiner abwechslungsreichen Handlung nicht nur spannende Lesestunden beschert hat, sondern mich auch einen Blick auf die Abgründe menschlicher Moral hat werfen lassen.
Rezensionen von Marie aus E.:
Ein Buch wie ein Escher-Gemälde
Wackelkontakt von Wolf Haas
Das Cover ist ja mal speziell, in dem Fall bin ich tatsächlich froh, dass ich mit dem E-Book nicht die ganze Zeit darauf sehen muss. Falls man es schafft, das Puzzle zum Cover (das es ja gibt) zu Ende zu puzzeln, Hut ab!
Aber das Cover passt einfach perfekt zum Buch.
Es geht um Escher, der auf einen Elektriker wartet.
Und der Name ist nicht zufällig gewählt, denn der Wartende heißt so wie der berühmte Künstler, der vor allem für seine schier endlos wirkenden Bilder bekannt ist. Und so ist auch das Buch.
Escher liest also beim Warten, ein Buch über einen Mafiosi. Dieser wiederum liest im Gefängnis über einen gewissen Escher, der auf einen Elektriker wartet.
Was sich etwas seltsam anhört, entwickelt sich wie ein Escherses Bild mit der Zeit zu einem Gesamtkunstwerk.
Sensationell, was Haas sich hier ausgedacht hat.
Es macht großen Spaß mitzulesen, wie Haas an den losen Enden beiderseits zieht und sich die Geschichte immer mehr aufrollt und immer mehr ineinandergreift.
Bis zum ebenfalls sehr zufriedenstellenden Ende.
Großes Lesevergnügen!
Rezensionen von Claudia R.:
Selbstwert
Moyo und das Leuchten von Katinka Manzau-Feddern
Klappentext / Inhalt:
Die kleine Muschel Moyo bewundert die bunt schimmernden Fische des Meeres, die anmutigen Seepferdchen, die riesigen Wale und die mächtigen Meeresschildkröten. Alle anderen sind so wunderschön und beeindruckend, nur Moyo ist unscheinbar und klein.
Eines Tages trifft sie den riesigen Kraken, der sie aufmuntert und ihr sagt, dass es einfach ausreicht, Moyo zu sein.
Moyo glaubt dem Kraken erst nicht, aber dann geschieht etwas Wunderbares.
Für wunderbare Kinder ab 3 Jahren.
Cover:
Das Cover ist sehr schön, liebevoll und fröhlich gestaltet. Verschiedene Meeresbewohner sind hier erkennbar und die Vielfalt und Besonderheiten sind hier sehr schön umgesetzt. Auch farblich und optisch ist es klasse gestaltet.
Meinung:
Die kleine Muschel Mayo bewundert die anderen Fische und Tiere des Meeres und findet sich selbst zu klein und unscheinbar. Die Geschichte zeigt, wie wunderbar ein jedes Lebewesen ist und jedes sehr einzigartig scheint und auch die Wichtigkeit von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl wird hier vermittelt.
Die Geschichte ist wundervoll und auch sehr liebevoll umgesetzt.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht allzu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Schnell kommt man in Geschichte und Geschehnisse hinein und kann diesen sehr gut folgen. Auch das Bild-Text Verhältnis ist gut und passend gewählt. Die Illustrationen sind sehr niedlich und liebevoll umgesetzt. Man begleitet Moyo auf ihrer Reise durchs Meer und lernt dabei ganz viele unterschiedliche Tiere kennen. Sehr einfühlsam und liebevoll ist das Ganze umgesetzt und vereint dabei wichtige Botschaften.
Ein wunderschönes Kinderbuch, welches Groß und Klein anspricht. Auch die Gestaltung und Umsetzung hat mir sehr gut dabei gefallen. es eignet sich für Kinder ab ca. 3 Jahren.
Fazit:
Eine Geschichte über Besonderheiten und Selbstwert, sehr liebevoll und niedlich umgesetzt.
Rezensionen von Miro:
Plötzlich Erwachsen
Das Leben fing im Sommer an von Christoph Kramer
Chris ist 15, die Ferien beginnen und er hat ein Date mit dem Mädchen, das er schon das ganze Schuljahr lang anschmachtet. Es sollten die besten Ferien aller Zeiten werden, mit Freibad, Fußball und Küssen.
Doch dann kommt alles anders. Beim Verein wird er nicht weiter übernommen und Debbie nimmt es nicht so genau mit der Treue und knutscht bereits am nächsten Tag mit einem anderen.
Alles nicht so leicht zu verarbeiten für einen Teenager. Kein Wunder, dass es ihn aus den gewohnten Bahnen wirft.
Bis hier konnte mich Christoph Kramer mit seinem Buch begeistern. Mir hat gefallen, wie die Unsicherheiten, mit denen Teenager zu kämpfen haben thematisiert werden und er sich selbst auch eher klein macht. Er ist nicht der Coole an dem alles abprallt. Und besonders gut gefallen hat mir, wie er ganz nebenbei die Probleme beim Spitzensport anspricht. Man hat nicht so viel Zeit wie die anderen, muss immer als ersten heimgehen, um morgen wieder fit zu sein und die Konkurrenz unter den Teamkollegen ist auch nicht zu verachten.
Doch dann wird aus dem schüchternen Chris unerwartet der Draufgänger, der ein krasses Abenteuer erleben möchte und dabei keine Rücksicht auf andere nimmt. Die Buchfigur Chris wird plötzlich heroisiert und handelt als gäbe es einen kompletten Bruch in der Biografie. Die Tatsache, dass keine Namen verändert wurden, soll dem Ganzen wohl mehr Authentizität verleihen, aber wir befinden uns klar in der Autofiktion und irgendwo mitten in diesem nächtlichen Roadtrip hat die Geschichte für mich alle Glaubwürdigkeit verloren. Es geht mir nicht darum, ob es wahr ist oder nicht. Ich hatte beim Lesen einfach zunehmend das Gefühl, dass ich diese Geschichte beim besten Willen nicht mehr glauben kann.
Ein Sommermärchen also, wo aus dem Frosch der coole Prinz wird.
Das Buch wird bestimmt viele Leser*innen finden und ich bin auch ganz sicher, es wird vielen gefallen. Es ist ein Sommerbuch, das Erinnerungen an die eigene Jugend weckt. Es gefällt bestimmt vielen.
Rezensionen von carola1475:
Spannend und tiefgründig, ein überzeugender Science Fiction-Roman
Lyneham von Nils Westerboer
An seinem 12. Geburtstag landen Henry, seine Geschwister und sein Vater auf Perm, einem Mond in einem weit entfernten Sonnensystem. Seine Mutter Mildred ist Wissenschaftlerin und kommt mit einem anderen Raumschiff. Entgegen der Erwartungen ist Perms Terraforming nicht abgeschlossen und nur die bisher errichteten Biome bieten Sicherheit auf dem unwirtlichen Mond.
Es gibt zwei Handlungsebenen, Henry erzählt vom Alltag im Biom, wobei es auch humorvolle Gespräche und Situationen gibt, während Mildred nüchtern von ihren Forschungen zum Leben auf Perm und seine faszinierende Andersartigkeit im Vergleich zur Erde berichtet und die zu erwartenden Schwierigkeiten bei der Besiedlung immer besser erkennt, sie beschreibt Gefahren sowohl für Menschen als auch für die Lebewesen auf dem Mond.
Nils Westerboer schreibt lebendig, bildhaft und anschaulich, auch Mildreds wissenschaftlichen Ausführungen kann ich gut folgen, ihre Überlegungen und Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar, der Autor entwirft hier kreativ und ideenreich eine erstaunliche, andersartige, überzeugende Welt. Hilfreich, besonders in Hinblick auf auch verwirrende Namen, sind die Karten von Perm innen auf den Umschlagklappen. Ein Glossar am Ende des Buchs hat mir teilweise überraschende Sichtweisen auf bekannte Begriffe eröffnet. Das düstere, schöne Cover gefällt mir und vermittelt einen passenden Eindruck von Fremde und Verloren sein.
Die Figurenzeichnung ist gelungen, besonders die Kinder finde ich authentisch beschrieben, aber auch Mildred mit ihrem analytischen, zielgerichteten Verstand ist glaubwürdig. Die spannende Handlung überrascht mit unerwarteten Wendungen. Schon im unterhaltsamen, klugen und informativem Prolog lässt Nils Westerboer Mildred erörtern, wie sinnvoll eine extraterrestrische Ansiedlung der Menschheit ist und am Ende des wohldurchdachten Romans hat der Autor auch ethische Fragen aufgeworfen, die mich weiter beschäftigen.
Mir hat 'Lyneham' sehr gut gefallen und ich kann das Buch Lesern von tiefgründiger Science Fiction uneingeschränkt empfehlen.
Rezensionen von clematis:
Dubai
Kein CEO ist auch keine Lösung von Karin Lindberg
Aidan ist ein erfolgreicher Bauunternehmer und ein rechter Frauenheld, ein unverbindliches Vergnügen, mehr will und kann er keiner seiner Eroberungen bieten. Aber warum regen sich sonderbare Gefühle in ihm, als er Chelsea bei einer Party auf einem Luxusschiff und kurz darauf bei einem Pferderennen trifft? So ungleich Chelsea und Aidan auch sind, er ein reicher Immobilienmagnat, sie eine kleine Angestellte auf einem Pferdegestüt, so anziehend finden sie einander, auch wenn sie sich das im ersten Moment nicht eingestehen wollen.
Und nicht nur ihre eklatant auseinanderklaffenden Besitzverhältnisse sprechen gegen ein näheres Kennenlernen, denn so wie sich Aidan gibt, ist er ohnehin nur auf ein schnelles Abenteuer aus.
Eine vergnügliche Liebesgeschichte bahnt sich an, bei der die Hauptcharaktere lebensecht und gut vorstellbar gezeichnet sind und Aidans Assistentin Roxy eine kleine, aber umso liebenswertere Rolle einnimmt. Insbesondere die Standesunterschiede und verschiedenartigen Herangehensweisen an Probleme bei Chelsea und Aidan sind schön herausgearbeitet. Auch für jene Leser, die weder Pferdenarren noch Dubai-Kenner sind, bilden diese Themen den passenden Rahmen für die Handlung und werden gut verständlich und detailliert dargestellt, sodass man sich bestens ins Geschehen hineinversetzen kann und einiges vom Flair im Rennstall sowie von der luxuriösen Großstadt mit seinen imposanten Wolkenkratzern verspürt. Dass sich Karin Lindberg selbst ein Bild der Schauplätze verschafft hat, merkt man immer wieder in den einzelnen Szenen, welche dadurch lebendig und authentisch wirken und den Leser mitnehmen ins Vergnügen. Auch Chelseas und Aidans Gefühle sind perfekt eingefangen, Missverständnisse und unvorhersehbare Wendungen sorgen für die nötige Spannung. Ob es nur für ein kurzes Knistern reicht oder ob einander Gegensätze anziehen, das müsst ihr aber jetzt selbst herausfinden!
Die fremde, exotische Stadt und die ländlichen Pferdestallungen verleihen dem Liebesroman eine ganz besondere Atmosphäre, die beiden Hauptfiguren sind trotz ihrer persönlichen Eigenheiten liebenswert und zum „ins Herz Schließen“, sie müssen einige Hürden überwinden im Laufe der Geschichte. Mir hat‘s wieder gut gefallen, wie Karin Lindberg ihre Protagonisten anlegt und entwickeln lässt, sodass ich mit Chelsea und Aidan vergnügliche Lesestunden verbringen durfte.
Rezensionen von Claudia R.:
Ostsee-Charme
Fischbrötchen und Erdbeerbonbons von Jane Hell
Klappentext/ Inhalt:
»Und wenn wir die große Liebe nicht gefunden haben, bis wir dreißig sind, dann versuchen wir es einfach miteinander.«
Wenn dein Leben erdbeersüß ist, …
Isa ist glücklich mit ihrer Arbeit als Bonbonkocherin im Küstenort Eckernförde an der Ostsee. Nur mit der Liebe könnte es besser laufen.
Mit fast dreißig Jahren denkt sie noch viel zu oft an die prickelnden Sommertage mit ihrer Jugendliebe Erik zurück.
…, aber dann deine Jugendliebe vor dir steht….
Vollkommen unerwartet taucht er nach dreizehn Jahren Funkstille wieder auf, doch ihre Lebenswelten könnten nicht unterschiedlicher sein: Erik lebt in New York und Isa ist in das idyllische Norderby an der Schlei gezogen.
Fast zeitgleich zerbricht die Beziehung von Isas bestem Freund Sönke und erinnert sie an ein altes Versprechen, das die Freunde sich einst gaben. Als dann auch noch Isas berufliche Zukunft ins Wanken gerät, ist das Chaos perfekt.
Ein abgeschlossener Ostseeroman über zweite Chancen und die besten Freunde!
Cover:
Sehr atmosphärisch und stimmungsvoll ist das Cover umgesetzt. Es macht direkt Lust auf Urlaub mit dem Liegestuhl am Strand und der wundervollen Stimmung, die hier ausgestrahlt wird. Optisch und farblich ist es toll umgesetzt und passt super zu den anderen Covern der Reihe. Ein Wiedererkennungseffekt ist hier auf jeden Fall vorhanden.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um den siebenten Band der Fördeliebe Reihe. Die Bücher und einzelnen Bände sind aber auch sehr gut unabhängig voneinander lesbar und können unabhängig gelesen werden. Wenn man hier aber einmal angekommen ist und die Reihe kennt, freut man sich jedes mal, wenn ein neues Buch erscheint und man mehr über Hintergründe, Bekannte, aber auch neue Charaktere erfährt und lesen darf.
Zu viel vom Inhalt möchte ich hier noch nicht verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen zurück.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich gut und flüssig lesen. Schnell findet man sich in alles hinein und auch die Hintergründe und Charaktere sind gut durchdacht. Die Kapitelanfänge sind sehr schön gestaltet und die kleinen Verzierungen zur Geschichte passend. Die kurzen Kapitel sind sehr angenehm und lassen einen guten Lesefluss zu, zugleich lassen sie das Ganze sehr kurzweilig erscheinen. Die kurzen Kapitel lassen sich angenehm lesen. Gliederung und Gestaltung sind sehr schön geworden und toll umgesetzt.
Die Stimmung und Atmosphäre des Ganzen kommt gut und spürbar herüber. Auch in die Charaktere findet man sich sehr gut hinein. Durch die Ich-Perspektive macht es das Ganze sehr erlebbar und nachvollziehbar. Die Situationen und Charaktere wirken authentisch und man kann sich gut in alles hineinversetzen. Es wird sehr bildlich beschrieben und auch die entsprechende Atmosphäre kommt sehr gut herüber. Ein leichter und wundervoller Roman, der zum Träumen und schmökern für Zwischendurch geeignet ist.
Fazit:
Wundervoller Ostsee-Roman mit viel Atmosphäre, Charme und besonderem Flair.
Rezensionen von PMelittaM:
Wieder ein besonderer Roman
Der letzte Mord am Ende der Welt von Stuart Turton
Ein tödlicher Nebel breitete sich vor Jahrzehnten über die Erde aus und tötete alles. Nur ein kleiner Teil Menschen konnte sich auf eine griechische Insel retten und eine Barriere errichten. Dort lebte man seitdem sicher und zufrieden, bis ein Mord geschieht.
Stuart Turton ist ein besonderer Autor.
Jedes seiner Bücher ist anders, er wandert durch die Genre und schreibt Bücher, die originell und wenig vorhersehbar sind, bisher mochte ich alle, und dieses natürlich auch. Es strotzt, wie von ihm gewohnt, nur so vor Unerwartetem, vor Überraschungen, ist gesellschaftskritisch und hat eine Message, und ist – dennoch – sehr unterhaltsam und spannend. Wieder bin ich sehr gespannt, was Stuart Turton mir als nächstes anbieten wird.
Doch zunächst zurück zu diesem Roman. Ich fühlte mich sofort mittendrin, lernte die Charaktere und die, recht begrenzte Welt, kennen, und wunderte mich auch schon über so manches. Ich werde hier wenig darüber verraten, denn Stuart Turtons Romane muss man von Anfang an auf sich wirken lassen, und ich will keine Überraschung verderben.
Nach und nach lernt man immer mehr immer tiefer kennen, nicht nur die Charaktere, wobei sich der Autor von den über hundert, die es hier gibt, auf nur ein paar wenige beschränkt, was auch gut ist, und diese wenigen sind letztlich die Hauptdarsteller:innen der Geschichte, die hier erzählt wird. Es gibt neben dem Mord viele Geheimnisse, die es zu ergründen gibt, von denen die Leser:innen und auch die Charaktere erst einmal noch gar nichts wissen. Ich habe schnell angefangen, mitzurätseln, aber die Geschichte ist letztlich sehr komplex.
Interessant ist die Erzählstimme in Ich-Form, über die ich aber ebenfalls wenig preisgeben möchte. Sie ist von Anfang an da, und auch über sie kann man sich seine Gedanken machen. Erzählt wird bildhaft, und obwohl die Erzählstimme viel weiß, verrät sie erst einmal wenig. Erst am Ende ergibt sich das gesamte Bild, und das finde ich letztlich gut und logisch hergeleitet. Zwischendurch habe ich mich immer einmal wieder aufgeregt über den einen oder anderen Charakter, vor allem über einen, dessen Motivation ich nicht immer ganz nachvollziehen konnte, den ich am Ende aber doch im wesentlichen verstanden habe.
Die Geschichte ist sehr spannend und hat mich, wie bereits erwähnt, immer wieder überrascht. Manche Geheimnisse werden bereits relativ früh, aber immer der Geschichte geschuldet, enthüllt. Das Buch enthält eine Karte der Insel, ich konnte sie mir aber auch so gut vorstellen.
Stuart Turton ist es auch mit seinem dritten Roman wieder gelungen, mich zu überzeugen. Auch dieser ist wieder besonders, voller Überraschungen, gelungener Charaktere und einer komplexen Geschichte. Chapeau Mister Turton!
Rezensionen von Tara:
Anders als erwartet
Haus Waldesruh von David Krems
„Haus Waldesruh“ ist ein ungewöhnlicher Roman des Autors David Krems. Bereits auf der Buchrückseite ist vermerkt, dass es ein Kammerspiel ist und dieser Hinweis ist vollkommen richtig und passend.
Anna, Lea, Ferdinand und Marco haben vor fünfzehn Jahren gemeinsam Matura gemacht und treffen sich nun in einem abgelegenen Forsthaus für ein gemeinsames Wochenende wieder.
Zunächst ist die Freude über das Wiedersehen groß, aber einer fehlt. Max, der Exfreund von Anna hat sich kurz nach dem Schulende das Leben genommen. Als auch noch Frank in dem Landhaus ankommt, beginnt die Situation zu brodeln und die Stimmung zu kippen.
Der Schreibstil von David Krems ist ruhig und beschreibend, durch die Dialoge aber auch gleichzeitig sehr lebendig. Es gibt viele Details, die Atmosphäre des abgelegenen Forsthauses und die Stimmung zwischen den Protagonisten wird gut eingefangen und spürbar. Es kommen immer mehr Einzelheiten der Vergangenheit ans Licht und die Begeisterung über das Wiedertreffen weicht dem Ballast der Vergangenheit.
Das Buch ist in drei Abschnitte gegliedert und enthält zahlreiche Denkanstöße, leise Töne, die zum Nachdenken anregen und sehr genau gelesen werden wollen. Durch die reduzierte Anzahl der Charaktere und die vielen plötzlichen Umbrüche, wurde bei mir der Eindruck eines Kammerspiels, das ich lieber auf den Bühne sehe als es zu lesen, verstärkt.
Ich hatte zunächst mehr Spannung erwartet und war über das Fehlen ein wenig enttäuscht, muss aber sagen, dass mir das Buch dennoch gut gefallen hat, da es mich nachdenklich gestimmt hat und ich das Ende gelungen fand.
Rezensionen von rosetheline :
Coming of Age als Millenial
Klapper von Kurt Prödel
"Klapper" von Kurt Prödel ist ein Roman, der durch sein Cover direkt auffällt: Zwei Menschen, die am Ende eines Hügels stehen und den Sonnenuntergang einer Zitronensonne anschauen. Und es passt im Nachhinein gut zur Geschichte, wenn auch anders, als gedacht.
Thomas, auch Klapper genannt, ist zu Beginn ein fast sechzehnjähriger Teenager, der nach den Sommerferien in die Oberstufe kommen soll.
Ein Metal- und Computerspielefan, wächst er in einer normalen Familie in einer Kleinstadt in NRW auf. Doch in der Schule ist er eher ein Außenseiter. Mit dem neuen Schuljahr ändert sich jedoch etwas: Die neue Schülerin Vivi-Marie, genannt Bär, kommt in seine Klasse und zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, die vor allem auch um das Computerspiel "Counter Strike" kreist.
Die Geschichte spielt hauptsächlich im Jahr 2011, doch gibt es immer wieder Kapitel aus dem Jahr 2025, die die Gegenwart Klappers zeigen und gewisse Rückblenden zulassen.
Prödel schafft es in diesem Buch das Sentiment der späten Millenialgeneration einzufangen. Als Leser*in fühlt man sich definitiv in diese Zeit zurückkatapultiert.
Die Geschichte scheint auf den ersten Blick einfach nur eine gewisse Zeit einfangen zu wollen, doch dem ist nicht so. Prödel schafft es hier neben der gewissen Leichtigkeit auch eine Ernsthaftigkeit mit reinzubringen und auch schwere Themen mit einfließen zu lassen.
Beim Lesen musste ich oft an die Bücher von Caroline Wahl denken und so passt es, dass diese auch eine Meinung zu dem Buch vermerkt hat.
Wer eine Millenialgeschichte mit Leichtigkeit, aber auch etwas Schwere lesen möchte, die gut abgerundet ist, ist hier definitiv richtig.











