Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Von der Unmöglichkeit, sein eigenes Spülbecken benutzen zu können
Eine Maus namens Merlin von Simon Van Booy
Als Coverkäuferin musste ich das Buch einfach haben, die Maus im Pantoffel ist einfach zu niedlich. Aber der Klappentext klang natürlich auch gut.
Es geht um Helen. Sie ist 83 Jahre und hat sechzig Jahre mit Mann und Sohn in Australien gelebt. Nun sind beide tot und Helen ist zurück nach Großbritannien gezogen.
Sie lebt alleine und einsam in ihrem Häuschen und hat keinerlei Außenkontakt. Detailliert wird ihr Tagesablauf in den alltäglichen Details geschildert. Das wirkt nur auf den ersten Blick langweilig, ist es aber (für mich) gar nicht gewesen, es hat Helens tagtägliches Einerlei so gut transportiert. Das Highlight war die Fernsehsendung des Tages, unterbrochen von Essenszubereitung (naja, meistens Fertiggerichte oder Toast) und einmal in der Woche gönnt sie sich beim Einkaufen ein Törtchen.
Bis eines Tages Merlin, die Maus in ihr Leben tritt. Zufällig und anfangs auch sehr lästig.
Helen muss ihre selbstgewählte Einsamkeit verlassen und im Örtchen nach Mäusebeseitigungsmöglichkeiten fragen.
Noch mitten in der Planumsetzung schafft die Maus aber das Unmögliche: Helen gewöhnt sich an sie und Merlin wird auf einmal ganz wichtig für Helen.
Auch wenn Helen ihr Spülbecken nicht mehr verwenden kann, weil dort jetzt eine Maus wohnt (die Szenen mochte ich sehr, als Helen immer ins Bad ging, um Wasser zu holen, das hat für mich alles so gut vorstellbar gemacht) - über Merlin knüpft Helen zunehmend auch Bekanntschaften in die Außenwelt.
Als ein einschneidendes Ereignis passiert, lernt man Helen von einer ganz anderen Seite kennen.
Das Buch ist eines der leisen Töne. Es geht um Einsamkeit, nicht nur der von Helen, aber natürlich ist diese im Fokus. Um die Bedeutung von (Haus)Tieren gerade dann, wenn man niemanden hat. Und wie wichtig Freundschaft ist - und nicht zu vergessen ein Ausweis für die örtliche Bibliothek.
Ein schönes Buch, auch wenn mir das I-Tüpfelchen zur kompletten Begeisterung gefehlt hat.
Gute vier Sterne ist mein Fazit.
Lucy Astner kann auch Erwachsenen-Bücher
Kein Sommer ohne August von Lucy Astner
Lucy Astner kannte ich bislang nur als Autorin für Kinderbücher und da waren sowohl Kind als auch in großer Fan. Von Polly Schlottermotz haben wir alle Bände gelesen.
Auf den Sommerroman für Erwachsene war ich deshalb sehr gespannt.
Ich nehme es gleich mal vorweg: auch das kann Lucy Astner ganz ausgezeichnet.
Ich mag schon den Titel, der ist ein hübsches Wortspiel, weil eine der beiden Hauptpersonen August heißt und August immer den Sommer bei seiner Oma in Liberty Beach verbringt. Den Rest der Jahres lebt er bei seinen Eltern in New York.
Charlie hingegen lebt immer in Liberty Beach und ihr Leben mit einer depressiven, alkoholabhängigen Mutter ist so gar nicht Beach-Life.
Aber eines Tages stolpert sie in die örtliche Buchhandlung und trifft auf die Eigentümerin, Molly, die in ihr die Liebe zu Büchern weckt. Und auf den Enkel August, mit dem sie diese Bücherleidenschaft teilt - und der zu ihrem allerbesten Freund wird.
Sowohl August als auch Charly fiebern dem Sommer immer sehr entgegen, damit sie sich endlich wiedersehen können.
Wir begleiten sie zwölf Sommer lang, bis sie erwachsen sind. Und bis sie viele dumme Fehler machen, die sie schließlich auseinandertreiben.
Das Buch ist eine zuckersüße und bittere Love-Story mit den typischen Irrungen und Wirrungen, die natürlich nicht so ganz realistisch sind. Im echten Leben hätten die Zwei vielleicht mal früher miteinander gesprochen. Aber wer weiß, vielleicht ja auch nicht. Für die Handlung war das aber auf jeden Fall so passend und ich habe einen richtig schönen Sommer-Roman gelesen. Eine Liebesschnulze der guten Art, die mich mit fiebern hat lassen und zudem noch meine Sehnsucht nach Sommerfrische in den USA bedient hat. Und natürlich das Thema Bücherliebe super spielt. Hach.
Ich fand die Charaktere alle so schön ausformuliert, sie hüpften quicklebendig in meinem Kopf herum und ich bin fast ein wenig traurig, dass ich das Buch nun ausgelesen habe und mich von ihnen verabschieden muss.
Richtig schöne Sommerlektüre, leicht, aber nicht doof-seicht.
Ruhm um jeden Preis
She's a Star! von Meredith Hambrock
Für Jessamyn ist alles klar. Sie wird ein großer Musical-Star. Punkt. Andere Lebenswege sind schlicht nicht vorgesehen.
Für ihr Ziel gibt sie alles. Sie steckt all ihr Geld in Gesangsunterricht bei einer renommierten Gesangslehrerin und ist sich sicher, dass ihr Durchbruch jetzt unmittelbar bevorsteht.
In Vancouver, wo sie lebt, wird das Musical „The Sound of Music“ aufgeführt.
Dumm nur, dass die Hauptrolle an jemanden anders geht. Eine völlige Fehlbesetzung, Jessamyn wird die Verantwortlichen schon noch überzeugen.
Wir Lesenden können einzig aus Jessamyns Ich- Perspektive den Geschehnissen folgen und die ist - wie ziemlich schnell klar wird - von maßloser Selbstüberschätzung geprägt. Doch nicht nur das, die Situation spitzt sich immer mehr zu und scheint in ein Drama zu münden.
Jessamyn ist die absolute Anti-Heldin. Auch wenn ihre Situation fürchterlich ist und sie viel mitgemacht hat bislang, sie konnte null Sympathie-Punkte bei mir sammeln.
Geschrieben ist das Buch sehr gut, der Kniff, dass wir nur aus einer wahrnehmungsgetrübten Innensicht teilhaben können, gefällt mir gut.
Aber wirklich angekommen bin ich nicht im Buch, ich blieb auf Distanz. Zu befremdlich war mir das Verhalten Jessamyns.
Den Showdown zum Ende fand ich dann auch etwas zu viel des Guten.
Das ist vermutlich das erste Buch aus dem Pola-Verlag, das mir nicht ganz so zusagt hat
Fesselnd, witzig, erschreckend
Yesteryear von Caro Claire Burke
Das ist ein Buch, das so viel miteinander verwebt und das so geschickt, dass ich immer noch sprachlos bin, obwohl ich es schon vor einigen Tagen beendet habe.
Aber fangen wir mal trivial an: schon die äußere Aufmachung transportiert, dass äußerer Eindruck und Innenleben in unserer Welt ein schöner, inszenierter Schein sind.
Hier mittels eines sehr schlichten Schutzumschlags, transparent, dünn, ganz und gar unauffällig. Passend zum Buchthema. Die bescheidene Tradwive. Der Umschlag ist übrigens nicht wirklich super, da er total leicht einreißt, wenn man Wert auf intakte Schutzumschläge legt, besser abnehmen beim Lesen.
Im Inneren dann ein hochwertig veredelter Bezug, bedruckt mit einer Szene, die auf dem ersten Blick aus vergangener Zeit erscheint, bis man das Mobiltelefon in der Hand der Frau entdeckt.
Super gemacht!
Um was geht es?
Um Natalie, die zurückgezogen auf einer Bilderbuchfarm in den USA lebt, zusammen mit ihren fünf Kindern, schwanger mit dem sechsten, einen Farmer als Ehemann und einem Social-Media-Account, auf dem sie ihr Leben teilt. Ein Bilderbuch-Farmer-Leben mit Bilderbuch-Kindern und Bilderbuch-Ehe. Selbstversorgung über die Farm, Beziehung zu den Hühnern, die die "Ladys" genannt werden, klassisches Rollenmodell, gläubig. Alles tutti. Sie hat Millionen von Followern.
Doch wenn man etwas hinter die Kulissen schaut, dann ist es vielleicht doch nicht so ganz so, wie es scheint. Nannys und Produktionsleiterin, Farm-Personal und noch viel mehr, was vor der Kamera verborgen bleibt. Doch das ist nicht alles, denn eines Tages ist nichts mehr, wie es war.
Ich will hier gar nicht weiter ausholen, denn man sollte hier auf keinen Fall gespoilert werden.
Das Buch ist böse, stellenweise sehr, sehr witzig und behandelt so viele Themen. Angefangen beim Tradwive-Trend, Patriarchat, Leben innerhalb strenger gesetzter Religionsregeln, Social-Media-Inszenierung und Scheinwelt, struktureller Frauenfeindlichkeit, Missbrauch von Kindern in solchen Strukturen, die Liste ist endlos.
Das alles eingebettet in eine spannende, fast thrillerartige Handlung mit einem wilden Plot-Twist zum Abschluss, der mich ehrlich gesagt etwas verstört zurückgelassen hat.
Zwischendrin hatte das Buch etwas Längen, das ist aber auch der einzige Punkt, der mich etwas gestört hat. Das wird aber durch die Schreibweise, die Entwicklung der Charaktere, die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Charaktere, den Humor und die superspannende Story mehr als wettgemacht.
Ich habe gelesen, dass eine Verfilmung mit Anne Hathaway geplant ist, da werde ich auf jeden Fall ins Kino gehen.
Aber zuerst: unbedingt lesen!
Inspirationsquelle
Blütenpracht und Ernteglück - Dein Weg zum Traumgarten von Svenja Breuer
Ich bin noch Neuling im Gartenglück und habe deshalb schon einige Gartenbücher.
Das von Svenja Breuer ist aber tatsächlich wie der Untertitel verspricht mein Weg zu einem Traumgarten.
Das Konzept ist ein blühender Gemüsegarten und das ist für mich Neuland - ich habe das bislang getrennt. Hier Gemüse und dort dann der Ziergarten mit Blumen.
Die Autorin kombiniert aber und das sieht nicht nur sehr schön aus, auch ihre Begründung überzeugt mich.
Dann gibt es ganz viele praktischen Infos, beginnend über Basics für die Anzucht, Gartengeräte, richtige Standorte und dann ein großes Kapitel die monatlichen Aussaaten im Jahreslauf.
Richtig gut gefallen mir ihre Pflanzpläne. Es gibt Vorschläge für Hochbeete bzw. Gartenbeete je nach Bedarf. Ob Wunsch nach Salat, besonders pflegeleicht, Naschgarten für Kinder, Suppenliebe oder alles für die Vase - hier wird jeder und jede glücklich.
Super auch das gründliche Eingehen auf die unterschiedlichen Standorte. Ob pralle Sonne, Halbschatten oder Schatten, für jeden Ort gibt es gut geeignete Pflanzen.
Dazu ganz viele schöne Fotos und ein ordentliches Layout, so dass das Lesen und Anschauen auch eine Freude ist.
Ich habe viel gelernt und das Buch wird mich definitiv weiter durch das Gartenjahr begleiten. Gerade für Anfänger*innen (aber nicht nur) eine richtige gute Inspirationsquelle plus praktischem Gartenwissen. Damit kann ich echt mal was anfangen, ich bin sehr begeistert.
Klingt leider nicht nach
Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher
Das Buch ist so wunderschön gestaltet - hier hat der Verlag einfach großartige Arbeit geleistet. Ein stimmiges Cover, das sich auch unter dem Schutzumschlag fortsetzt, die Farbwahl so gelungen samt passendem Lesebändchen und dann auch noch der Buchschnitt und im Inneren ein Page Overlay. Nicht zu vergessen das Format, das breiter ist als gewohnt.
Ein echtes Schmuckstück, ich hoffe sehr, dass es noch weitere so schön gestaltet Bücher gibt.
Zum Inhalt: es geht um drei Freunde, Britta, Pia und Martin, die zusammen ihre Jugend in einer Kleinstadt verbringen. Eine Dreier-Konstellation wird meistens irgendwann schwierig, so auch hier und es kommt zum Bruch. Pia verschwindet und die drei haben keinen Kontakt mehr.
Dann wechselt das Buch ins Jahr 2020 - zwei Jahrzehnte später - und die Handlung spielt zu Beginn der Corona Pandemie. Wobei das nur angerissen wird und nicht wirklich Bedeutung hat (was ich seltsam fand, denn die Stimmungs- und Faktenlage damals findet kaum Eingang in die Geschichte, dabei hat es doch das damalige Leben so dominiert). Hier treffen die damaligen Freunde wieder aufeinander, genau in der Kleinstadt, in der sie alle schon lange nicht mehr leben.
Ganz langsam wird der damalige Sommer, der zum Bruch führte, geschildert.
Dazu gibt es noch die persönlichen Handlungsstränge des Freunde-Gespanns, die an Nebenschauplatzdramen nicht sparen.
Und trotzdem hat mich das Buch emotional nicht abgeholt, es war mir zu flach.
Was mich auch wirklich genervt hat, das waren die Überschriften über jedem Kapitel, die in Kalenderspruchqualität dort standen.
Andererseits hat sich das Buch aber richtig schön lesen lassen, ich habe mich trotz Vorhersehbarkeit überhaupt nicht gelangweilt.
Mein Fazit: Der Inhalt kann mit der wunderschönen Optik nicht ganz mithalten, ist aber eine unaufgeregte Sommerlektüre. Und das ist ja überhaupt nicht verkehrt.
Spannend
The Exes von Leodora Darlington
Ich habe das Hörbuch gehört, mit 12 Stunden und 46 Minuten und einer ungekürzten Ausgabe war das doch einiges an Hörzeit.
Und zwar guter Hörzeit!
Das Hörbuch hat zwei Sprecherinnen und einen Sprecher, damit wurden die unterschiedlichen Rollen schön unterscheidbar. Ich mochte auch alle drei, das hat gut zu den verkörperten Personen gepasst.
Es geht um Natalie, die kein Glück mit Männern hat. Alle ihre Beziehungen scheiterten, doch jetzt hat sie endlich Glück. Sie ist mit James zusammen und alles scheint gut zu sein.
Doch dann stellt sich heraus, dass Natalies Beziehungen nicht einfach so zu Ende gegangen sind, alle ihre Ex-Freunde sind tot. Und James? Tja...
Das Buch spielt in unterschiedlichen Zeitebenen. In der Gegenwart, also mit James, dann in Rückblenden zu den Zeiten, als Natalie mit ihren Ex-Freunden zusammen war und dann noch mal ein ganz großer Sprung zurück ins Natalies Kindheit.
Es geht um toxische Beziehungen, um das Aufwachsen in einer Familie mit vielen Problemen (um es mal vorsichtig und spoilerfrei auszudrücken) und um Rache.
Das Buch steigert seine Spannung fortwährend. Anfangs plätschert es fast noch ein wenig, wird aber Seite um Seite (hm, wie schreibt man das eigentlich bei einem Hörbuch zutreffend?) spannender und düsterer.
Ich konnte mir nie sicher sein. Wer ist schuldig, wer unschuldig, wie hängt alles zusammen?
Die Twists waren gut, manches vorhersehbar, aber nicht in letzter Konsequenz und insgesamt schon mit hohem Spannungsbogen und einiges auch null vorhersehbar.
Gegen Ende hin fand ich das Agieren Natalies zeitweise unglaubwürdig, aber geschenkt, es soll ja eine gewisse Dramatik haben.
Gute Unterhaltung!
Vergnüglicher Start, unbefriedigendes Ende
Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson
La Dolce Vita in Rom. Es ist Anfang der 90er Jahre und der Kalte Krieg ist Geschichte. Die russische Botschaft in Rom feiert ihr Gartenfest und alle sind da.
Auch Dieter Germeshausen, Agent und gar nicht amused vom plötzlichen Frieden zwischen den Supermächten, da er nun Angst vor Enttarnung hat. Auch Jakob Dreiser feiert mit, ein junger Dichter, der es schon zur Berühmtheit in der Literaturszene gebracht hat.
Das Buch startet aber nicht nur mit Feierlichkeiten, sondern auch gleich dramatisch.
Dann lernt man die verschiedenen Charaktere kennen und das war sehr vergnüglich. Spion oder Spionin zu sein ist ganz normal und niemand macht sich groß eine Kopf.
Ich mochte das Buch über weite Strecken wegen seiner Absurdität und der so herrlich gezeichneten Charaktere. Auch Nebenhandlungen werden so lebendig und humorvoll geschildert, dass das Lesen Spaß machte. Ein Highlight war eine Lesung in einem Goethe-Institut, eine anderes ein Sauna-Besuch.
Geschichten erzählen kann der Autor!
Gleichzeitig ist es aber auch beklemmend, denn während sich in der Buchhandlung alle in friedlicher Zeit wähnen, wissen wir es 2026 leider besser, so dass ich beim Lesen das "Little did we know-Gefühl" hatte.
Die Handlung nimmt dann aber immer absurdere Züge an. Es war irgendwann schon ziemlich abgefahren und gegen Ende hin auch eher zäh als spaßig. Das ging dann leider so weit, dass ich keine Lust mehr auf das Weiterlesen hatte, ich habe mich aber irgendwann doch aufgerafft.
Am Schluss saß ich mit großen Fragezeichen da und dachte mir - ist plötzlich das Papier ausgegangen? Schön und gut, dass man sich etwas für Fortsetzungen aufheben will, aber so kann man ein Buch nicht beenden. Jedenfalls nicht, wenn man mich für Folgebände begeistern will.
Actionreicher Young-Adult-Krimi mit der allerschönsten Buchausstattung
Missing Page - Tödliche Worte von Katie Kento
Vorneweg: ich mochte das vorherige Buch der Autorin (Hotel Ambrosia) so sehr und habe mich so dermaßen auf das neue Buch gefreut.
Optisch toppt es das Hotel sogar noch. Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster, wage aber zu behaupten, dass ich jetzt schon das schönste Buch 2026 besitze.
Ein schöner Farbschnitt und ein ebenso Lust auf den Inhalt machendes Cover und dazu auch noch ein aufklappbares Fenster, das ich zuerst gar nicht entdeckt hatte.
Plus ein Page-Overlay. Bei schönen Buchschnitten bin ich ja immer völlig aus dem Häuschen, den Hype um Page-Overlays konnte ich aber ehrlich gesagt bislang nicht nachvollziehen. Hier hat das Zusatzblatt aber einen Nutzen und ist in das Leseerlebnis integriert, lasst Euch überraschen.
So, jetzt aber zum Inhalt. Toppt auch der noch mal Hotel Ambrosia? Ich bin ja mit riesigen Erwartungen gestartet und muss für mich sagen: nein, an den Vorgänger kommt das Buch für mich nicht ganz ran.
Worum geht es?
Toni, junge 17 Jahre, hat es geschafft. Sie hat einen der wenigen und sehr begehrten Plätze eines Schreibworkshops ergattert. Mit einem Bestsellerautor, in seinem Herrenhaus in Schottland. Der berühmte Autor hat sich die letzten Jahre sehr rar gemacht und seinen Landsitz nicht mehr verlassen, nun will er dem Gewinner oder der Gewinnerin des Workshops sein Vermögen hinterlassen.
Doch dann wird es unheimlich im alten Herrenhaus. Eine fremde Person wird immer wieder gesehen, Einbrüche geschehen und dann kommt noch ein Sturm auf, der alle im Herrensitz isoliert. Toni schlafwandelt und die Ereignisse nehmen ihren Lauf.
Das Setting ist super, Schottland, ein alter Herrensitz, ein kauziger und auch fieser Bestsellerautor und Personal, das sich merkwürdig verhält. Mitten drin lauter Teenager, die fest entschlossen sind, das Rennen um den besten Nachwuchsautor oder die beste Nachwuchsautorin zu gewinnen. Dazu ein Verlauf, der dramatisch wird und den ich nicht spoilern möchte. Plus ganz eventuell eine zarte Love-Story.
Trotzdem ist bei mir der magische Funke leider nicht übergeflogen.
Vielleicht, weil Aktion auf Aktion folgte, insbesondere gegen Ende hin, das machte es für mich zäh. Es zog sich gerade deshalb, war mir zu lang, hatte zu viele Schlenker und den Show-Down fand ich eher naja.
Dazu gab es relativ viele Traum-Sequenzen, die mich auch etwas genervt haben.
Auf der Plus-Seite aber so süße und witzige Details, die ich total mochte (ich sage nur Pullover) und eine durchaus in weiten Teilen gut konstruierte Geschichte.
Es war für mich zwar nicht ganz rund, insgesamt hat mir das Buch aber schon gut gefallen, nicht falsch verstehen. Ich bin eben auch mit sehr hohen Erwartungen an den Start gegangen.
Witzig mit Einschränkungen
Betreutes Morden von Fergus Craig
Das gediegene Seniorenheim Sheldon Oaks hat illustre Bewohnerinnen und Bewohner. Eine ehemalige Innenministerin, ein ehemaliger Polizist, eine ehemalige Pathologin und ganz neu: eine Serienmörderin! Oder eine ehemalige Serienmörderin? Carol, die nach 35 Jahren im Gefängnis glücklich in das Seniorenheim einzieht, beteuert es zumindest.
Dummerweise geschieht kurz darauf ein Mord in Sheldon Oaks und Carol ist natürlich höchst verdächtig.
Das Buch klang witzig und eine Serienmörderin im Ruhestand ist mal was Neues. Auch das Buchcover gefällt mir total gut.
Beim Lesen hatte ich aber sofort Assoziationen mit dem "Donnerstagsmordclub". Auch eine Seniorenresidenz, auch schräge Charaktere mit prominenter Vergangenheit, auch Morde, auch eine Polizei, die nicht die allerhellste ist. Sehr viele Parallelen, aber einfach schwierig, wenn man sich mit der Kult-Serie messen muss. Es wirkte auf mich leider wie ein billiges Plagiat.
Doch im weiteren Verlauf des Buches habe ich diese Meinung wieder ein wenig (oder etwas mehr) revidiert.
Es hat sich dann ein wenig selbst auf die Schippe genommen, das fand ich gut und auch die Handlung hatte dann was. Zeitweise fand es ich unfassbar witzig.
Der Mordfall war dann ein wenig vorhersehbar, wobei ich auch hier mit einem aber mich selbst torpediere, denn bei der Auflösung gab es dann noch einen überraschenden Side-Kick, denn ich so nicht vorausgesehen habe.
Was mich aber wirklich auf Dauer sehr genervt hat, das waren die pseudo-spicy Szenen unter den Seniorinnen und Senioren.
Insgesamt habe ich zwar immer mit dem DMC verglichen, die überzeichneten Charaktere hatten hier aber schon auch was. Das Buch hat mich stellenweise genervt, stellenweise aber auch gut unterhalten.











