Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Marie aus E.:

So riecht das Glück - mit Otto nach England

OTTO fährt los - Eine Reise nach England von Madlen Ottenschläger

Es geht schon zum fünften Mal auf große Fahrt mit Otto. Dieses Mal nach England, wie schön.
Was mir gar nicht klar war: Otto ist nicht exklusiv mit einer Familien unterwegs, sondern findet neue Reisebegleitungen.

Hier machen sich Papa Martin, Freda und Arthur auf die Reise. Fredas und Arthurs Mutter ist nicht mit dabei, weil die Eltern getrennt sind.

Ich mag das ja, wenn Bilderbücher Lebensrealitäten abbilden, ohne groß zu thematisieren.

Unterwegs holen sie dann noch Tante Lissy und Dackel Daisy mit an Bord und dann erkunden sie zusammen England.

Otto ist der sympathischste Bus und Freund, den man sich vorstellen kann. Er ist neugierig, zeigt Gefühle und kümmert sich um seine Ferienfamilie.

Ich mag die Otto-Bücher, weil man so viel entdecken kann.
Es werden die klassischen Urlaubsvorstellungen bedient, man könnte es vielleicht auch ein wenig klischeehaft finden, aber für Kinder, die ein neues Land entdecken, finde ich es so genau richtig.

Ganz besonders putzig und auch rührend fand ich Auflösung um den Keksdieb im Buckingham-Palast.
Das Buch hat zwar für ein Bilderbuch schön viel Text, man wird aber trotzdem noch etwas erklären müssen über Sherlock Holmes, die Queen, was ein Phlox ist usw.
Aber das Buch ist perfekt, um ins Gespräch über das Urlaubsland zu kommen.

Die Illustrationen sind wie immer wunderschön, die Charaktere so liebevoll gezeichnet und auf jeder Seite gibt es ganz viel zu entdecken.
Es gibt auch wieder viele schöne, kleine Botschaften wie z. B. Regenwetter kann auch toll sein, Teilen macht Freude usw.

Ich bin ganz beseelt nach dem neuen Otto-Buch und freue mich auf viele weitere Abenteuer.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Marie aus E.

Status gefestigt: Lieblingskinderbuch-Reihe

Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte von Skye McKenna

ch fand ja schon die Aufmachung des ersten Bandes wunderschön, aber hier haben Verlag und Illustratorin noch mal eine Schippe darauf gelegt.
Wenn man das Buch am Abend liest und der Schein der Lampe auf das Cover fällt, dann schimmern die metallischen Elemente auf dem Cover richtiggehend magisch. Das sieht so toll aus und ist mir bei Tageslicht so gar nicht aufgefallen.

Aber auch sonst: Cassandra ist super umgesetzt, so stelle ich sie mir vor und habe ich schon den Buchschnitt erwähnt? Auch dieser ist noch mal schöner als bei Band eins.

Aber nun zu den inneren Werten.
Cassandra stürzt sich weiterhin voll in ihre Hexenausbildung und ist natürlich weiterhin auf der Suche nach ihrer Mutter. Und als wenn das nicht schon genug wäre, geschehen wieder seltsame und gruselige Dinge im Dorf Hagley. Ein geheimnisvoller Fluch lässt die Bewohner nach einer Lanze suchen, aber Obacht, wer diese Lanze berührt, ist dem Tode geweiht. Klar, dass der Erlkönig das gute (naja...) Stück haben möchte und auch klar, dass Cassandra und ihre Freundinnen da nicht einfach zusehen können.

Band eins war ja schon mein Lieblingskinder-Fantasybuch 2025 und mit Band zwei spielt sich Cassandra Morgan jetzt in meine Lieblings-Kinderfantasy-Reihe hoch.
Die Charaktere haben sich noch einmal weiterentwickelt und sind gereift und die Mischung aus Spannung, Magie und Witz sowie einfach wunderbar gezeichneter (im wörtlichen und übertragenen Sinn) Darstellerinnen und Darsteller heben das Buch für mich total von der Masse an (auch guter!) Kinderbüchern mit magischen Elementen ab.
Es ist so unfassbar spannend und gleichzeitig hat es so viele Details, die die Geschichte so lebendig machen. Ich mag es total, wenn beim Hexen etwas schiefgeht und dann z. B. Geranien das Singen anfangen, noch dazu schräg.
Der gefährliche Wald Hag ist auch so phantastisch geschildert.

Es ist schon ein wenig unheimlich, aber für Lesende ab zehn Jahren gut geeignet. Nach oben hin offen, ich bin altersmäßig meilenweit davon entfernt und lese nur noch selten Kinderbücher.
Hier bleibe ich aber dabei und freue mich schon riesig auf November, wenn Band drei erscheint.
Einziger Wermutstropfen: von der großen Rahmenhandlung um Cassandras Mutter wurde lange nicht so viel aufgelöst, wie ich es mit gewünscht hätte. Aber das ist bei einer Serie ja auch irgendwie klar.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Marie aus E.

Fesselnde und berührende Lesestunden in drei Zeitebenen

Spiegelland von Rebekka Frank

Das war das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und definitiv nicht das letzte. Plant den Lesestart weise und nicht in Momenten, in denen Ihr keine Zeit habt. Denn einmal angefangen, muss man das Buch durchsuchten und kann es kaum weglegen.

Es spielt in drei Zeitebenen. Einmal im 18. Jahrhundert, in dem das Moor gerade urban gemacht wird.

Unter widrigsten Bedingungen für die neuen Bewohner*innen. Und auch sonst ist es hart, in der Zeit zu leben, ganz besonders als Frau ohne Rechte.
Die zweite Zeitebene ist das Jahr 1995 - gefühlt noch gar nicht so lange her für mich, rechnerisch aber dann schon.
Das Moor ist zu großen Teilen besiedelt, es gibt aber noch ein Naturschutzgebiet und ursprünglichere Bereiche.
Hier begleiten wir Catharina und ihre Tochter Kira, die in ein altes Haus in der Moorumgebung geflohen sind und dort zum Glück auf ihnen wohlgesonnene Menschen treffen.
Doch der Grund der Flucht ist heftig und wie es weiter geht mit den Beiden auch.
Schließlich dann immer wieder auch noch den Schwenk in die Gegenwart - fast - in das Jahr 2025.
Hier begegnen wir den Enkel Catharinas und auch wenn der Teil der Geschichte nicht so fesselnd ist, passt er sehr gut zur Abrundung.

Gewalt gegen Frauen und entsprechende Strukturen, in denen das möglich ist, ist das Thema des Buches - eine entsprechende Triggerwarnung findet sich erst am Buchende.
Deshalb will ich es hier auch erwähnen, denn das Buch schont uns Lesende nicht.
Das ist gleichzeitig die große Stärke, Dinge zu benennen und extreme Ungerechtigkeiten bis in die heutige Generation aufzeigen.
Es hat mich fassungslos gemacht, wie die Strukturen immer noch sind - aber auch wie viel Leid Frauen früher erdulden mussten.

Auch die Folgen, etwa für Kinder, werden gut dargestellt.

Das Buch punktet mit seinem unglaublich gutem Spannungsaufbau und der bildhaften Erzählweise. Ich war sofort im Moor, damals, im 18. Jahrhundert und habe ab Seite eins mit den Personen mitgefiebert und mitgelitten.

Auch wenn es harte Kost ist, das Buch, ist es doch gleichzeitig sehr gute Unterhaltung und kein Betroffenheitsroman.
Wichtige Themen verknüpft mit einer fesselnden Schreibart, die den Spannungsbogen hoch hält, ich wüsste nicht, was ich an dem Buch kritisieren könnte.

Man schlägt es wütend, ratlos, aber auch mit einem Stück Hoffnung zu - möge es die nächste Generation besser machen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Marie aus E.

Ehrlicher Ehe-Rückblick

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen von Christien Brinkgreve

Das mit 192 Seiten eher schmale Büchlein hat es in sich. Die geringe Seitenzahl sollte nicht täuschen - man kann es nicht mal so eben schnell zwischendurch lesen.

Es geht um Christien und ihren Mann A., der gerade verstorben ist.
Christien entrümpelt das gemeinsame Haus, das in den letzten Jahren zunehmend vernachlässigt wurde und sich gar nicht mehr nach einem Zuhause angefühlt hat.

Und mit der Herstellen der äußeren Ordnung geht auch ein inneres Groß-Reinemachen einher.

Der großen Liebe, die sie und A. (es bleibt im Buch bei dem einen Buchstaben) verbunden hat, folgte mit der Geburt der Kinder eine zunehmende Entfremdung. Geendet hat es mit der Pflege des todkranken Ehemanns, voraus ging eine Kommunikation via E-Mail, jede und jeder aus seinem Zimmer.

Gekämpft haben die Beiden um ihre Ehe, zahlreiche Therapeuten-Stunden besucht, gebracht hat es aber nichts.
Wobei - es gab auch andere Momente, man kann es nicht reduzieren auf ein absolutes Scheitern.

Augen öffnend war auch die Rolle, die Christien einnehmen musste oder eingenommen hat. Obwohl sie als Professorin einen anspruchsvollen Job hat, war sie doch komplett zuständig für Familie und Kinder und hat sich in diese Rollenzuweisung eingefügt.

Sie reflektiert, hadert und kann aber auch die guten Zeiten und Momente erkennen.

Kein leicht zu lesendes Buch, aber mit einer interessanten Thematik.
Wirklich nah wurde mir Christien allerdings nicht, es war ein Lesen aus der Distanz.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Marie aus E.

Kann leider nicht mit der Elbmarsch-Serie mithalten

Fünf Fremde von Romy Fölck

Ich bin großer Fan der Elbmarsch-Krimiserie der Autorin und habe mich deshalb sehr gefreut, dass es einen neuen Thriller gibt. Nicht Bestandteil der Serie, sondern etwas Neues, noch dazu mit Nordsee-Insel-Vibes, wie schön.

Es geht um Annika Lundt, eine Kriminalkommissarin. Sie kommt auf die Insel Neuwerk zurück, um sich um ihre demente Mutter zu kümmern.

Auf der Fähre befinden sich noch weitere Menschen, einige davon wird sie sehr bald näher kennenlernen.

Parallel geht es dreißig Jahre zurück, Annika ist damals noch ein Teenager. Aus einem Schullandheim verschwinden zwei Jugendliche.

Personen aus der damaligen Clique der verschwundenen Jugendliche oder Bezugspersonen sind nun heute auch auf der Insel. Und dass, obwohl doch alle in alle Winde verstreut waren. Ein Zufall? Sicherlich nicht.

Ich mochte anfangs einfach alles am Buch. Die Verstrickungen zur Vergangenheit, die Schilderungen der Insel, die sich aufbauende Spannung und die Düsternis, die über allem liegt.
Gleichzeitig macht das Buch große Lust, die Insel auch real zu besuchen.

Allerdings hat mich die Auflösung am Ende dann enttäuscht. Ich fand die Entwicklung der Handlung nicht plausibel und in der Gesamtsicht auch die Charaktere nicht überzeugend. Sie hatten nicht die Tiefe, wie ich es aus der Elbmarsch-Serie kenne.
So habe ich das Buch, das so gut startete, dann mit einigen Fragezeichen eher enttäuscht zugeklappt.

3,5 Sterne, weil mich zwei Drittel des Buches trotzdem gut unterhalten und gefesselt haben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Marie aus E.

Beklemmende Spannung

Eisnebel von Kate Alice Marshall

Ich habe die Hörbuch-Variante genossen und kann es absolut weiterempfehlen. Für Thriller-Fans ein Highlight.

Mit 10 Stunden und 9 Minuten (ungekürzt) auch gut unterzubringen, wenn man nicht allzuviel Hörzeit hat.

Die Sprecherin ist hier Heike Warmuth und sie hat einen sehr guten Job gemacht.

Ich fand die Stimme passend und habe ihr gerne zugehört.

Es geht um Theodora, genannt Theo und ihren reichen Verlobten Connor.
Theo soll endlich Connors Familie vorgestellt werden, deshalb reisen die Beiden zum luxuriösen Winteranwesen der Daltons, nach Idlewood.
Eigentlich ein Traum, viel Schnee, tolle Hüttchen für Privatsphäre und die ganze Familie ist da.

Nur: ein herzliches Willkommen ist etwas anderes. Theo erfährt ziemlich schnell, dass sie unerwünscht ist. Und nicht nur das. Irgendwie kommt ihr das Anwesen bekannt vor.

Das Hörbuch hat mich hier voll abgeholt. Das beklemmende Gefühl, dass auf Idlewood und mit der Familie irgendetwas nicht stimmt, wurde immer schlimmer und ich konnte nicht einordnen, wer Gut und wer Böse ist und wie alles zusammenhängt.

Ich fand es sehr spannend und kann es nur weiterempfehlen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Marie aus E.

Wow - genial konstruierter Thriller

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder? von Emily Rudolf

Das Buch hat mich total in seinen Bann gezogen, ein Thriller ganz nach meinem Geschmack.
Es ging relativ gemächlich los und hat dann Seite um Seite die Spannung angezogen. Spannung nicht im Sinne von unerträglicher Spannung und einer latenten Anspannung, was nun Grauenhaftes passieren wird, sondern durch raffiniertem Perspektivenwechsel (das Buch wechselt sowohl Zeitebenen als auch Erzählperspektive, ohne auch nur ansatzweise damit zu verwirren oder anstrengend zu werden) und dem Spiel mit uns Lesenden.

Die Handlung entwickelt sich und hat für mich einige völlig überraschende Wendungen bereit gehalten.

Aber um was geht es?
Cecilia hat nach dem Tod ihrer Mutter auch ihr Zuhause verloren und wohnt als House-Sitterin auf Zeit in Luxusvillen. Damit verdient sie zwar kein Geld, braucht aber immerhin auch keine Miete zahlen.
Ihr aktueller Auftrag ist das Hüten einer der Waldner-Villas. Die Walders sind schwerreich und haben gleich mehrere Häuser. Dieses hier steht auf einer einsamen Insel in der Ostsee und ist damit völlig abgeschieden und nur mit einem Boot erreichbar.
Interessanterweise hat Cecilia aber auch noch eine Beziehung mit Waldner Junior angefangen und möchte das House-Sitting mit einem romantischen Wochenend-Date verbinden. Außerdem hat Cecilia noch ihre Freunde auf Standby eingeladen.

Gleich nach Cecilias Einzug in die Villa geschehen gruselige Dinge - irgendetwas stimmt nicht mit dem Haus.
Die Atmosphäre der Gruselvilla ist so gut eingefangen worden - man darf das Buch auf keinen Fall lesen, wenn man selbst irgendwo alleine und abgeschieden urlaubt, sonst wird man nicht mehr schlafen können.

Nichts ist, wie es scheint - oder etwa doch?

Unbedingt lesen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Marie aus E.

Kein Buch für schnellen Konsum

Mathilde und Marie von Torsten Woywod

Ein kleiner Ort in Belgien, nicht mal vierhundert Einwohner, aber dafür einen unglaubliche Buchhandlung pro Kopf Quotienten.
Hierhin verschlägt es Marie, eine junge Französin zufällig, als sie aus ihrem alten Leben flüchten wollte.
Welch Glücksfall für Marie, dass sie in Redu landet - aber auch ein großes Glück für die Menschen, die in Redu leben.

Marie wird sehr schnell zu einem wertvollen Teil der Dorfgemeinschaft.

Das Buch hat ein ganz eigenes Erzähltempo, das für mich sehr ungewohnt ist. Es passiert schon etwas, aber so ganz gemächlich, unaufgeregt und ohne Effekthascherei. Das muss man ein Stück weit auch aushalten können, mir fiel das schwer. Es waren viele schöne Einzelszenen, aber das große Ganze, das das Buch zusammenhält und trägt, das hat mich nicht abgeholt. Dabei gibt es den roten Faden, nicht falsch verstehen, es ist keineswegs ein Aneinanderstückeln von Einzelszenen.
Ich konnte nur beim Lesen nicht am Ball bleiben, habe manchmal die Seiten nur überflogen, die gewisse Faszination einer Handlung war da bei mir nicht gegeben, obwohl ich die Idee des Buches nach wie vor wunderschön finde.

Aber so ist das manchmal, jedes Buch muss auch ein wenig zur aktuellen Lebenssituation passen.
Die Leidenschaft des Autors für Bücher und Buchhandlungen kommt jedenfalls auf jeder Seite herüber.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Marie aus E.

Das Böse lauert im Garten und der Gärtner ist nicht immer der Mörder

Mord im Nacktschnecken-Milieu von Elke Schwarzer

So ganz war mir ja nicht klar, was mich bei dem Buch erwartet. Aber nachdem Nacktschnecken mein absoluter Gruselgegner in meiner noch recht jungen Gartenkarriere sind, musste ich hier zugreifen. Und habe es nicht bereut, ganz im Gegenteil.

Das Cover ist neben dem Titel schon das erste Indiz, dass wir es hier mit einem spannenden, düsteren und trotzdem humorvollen Buch zu tun bekommen.

Hochwertig gestaltet und bis auf den unsäglichen orangen Spiegel-Bestseller-Aufkleber auch ein echter Hingucker.

Im Buch geht es dann mit zwanzig Kriminalfällen zur Sache. Von "Wenn die Blüten Trauer tragen" zu "Giftmord am Holunder" und dem "Apokalytischen Schneckenreiter".
Das ist wirklich köstlich, ich mag den Humor der Autorin sehr.

Aufgebaut sind die "Fälle" nach einheitlichem Muster:
Tatort, Indizien, Zeugen, dann Verdächtige, detaillierte Täterbeschreibung, Verdächtige, Täter und Motiv. Dazu gibt es viele Fotos und für mich die Erkenntnis, dass Lernen und Bio ja auch wirklich Spaß machen können.

Für Gartenfreund*innen mit Humor ein Buch, das sie so garantiert noch nicht in ihrer Gartenbuchsammlung haben. Ganz großes Kino!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Marie aus E.

Fesselnder Abschluss der Trilogie

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel von Alena Schröder

Wie bereits die beiden Vorgängerbände ist auch hier das Cover wieder ein Hingucker.
Aber viel wichtiger: auch die Handlung hat mich gleich wieder völlig gefesselt.
Für Quereinsteigende ist das Lesen auch ohne Vorkenntnisse gar kein Problem, man kann gut folgen. Perfekt wird es natürlich, wenn man diese kennt.

Das Buch spielt wieder in zwei Zeitebenen.
Einmal in Güstrow, beginnend am Kriegsende und dann weiterspielend in der Nachkriegszeit im ostdeutschen Teil Deutschlands. Hier bilden drei Frauen eine Schicksalsgemeinschaft und ihr Leben berührt sehr.

In Berlin treffen wir dann im Jahr 2023 Hannah wieder, die schon aus den Vorgängerbänden bekannt ist. Ihr Vater will nach dreißig Jahre ohne Kontakt auf einmal an ihrem Leben teilhaben, gleichzeitig zieht ihre beste Freundin aus und Hannah muss sich neu sortieren.

Das Buch schafft es, dass mich beide Erzählstränge gleichermaßen fesseln, interessieren und berühren. Das ist eine hohe Kunst, meist habe ich bei solchen Gestaltungen einen klaren Favoriten und die andere Erzählebene ist mehr ein Anhängsel, hier nicht.
Die Charaktere sind authentisch, alle weiblichen Personen auf ihre Weise liebenswert oder zumindest respektabel.
Die Männer hingegen - sowohl in Vergangenheit als auch in der Gegenwart, tja.

Einzig kleine Irritation: die Verknüpfung der zwei Ebene über eine Bildersuche fand ich seltsam und nicht wirklich überzeugend.

Ich habe hier sowohl Hörbuch als auch die gedruckte Ausgabe zu Hause und möchte keines davon missen.
Das Hörbuch wurde von Julia Nachtmann gesprochen und sie hat es geschafft, allen Charakteren eine Stimme zu geben.
Ich habe ihr total gern zugehört, für mich ist sie hier die perfekte Besetzung.
Die acht Stunden fünfundfünzig Minuten sind viel zu schnell vergangen.

Ich lese selten Bücher ein zweites Mal, aber die Trilogie kommt in das immerwährende Bücherregal und darf nicht weiterziehen.
Mein Januarhighlight!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Marie aus E.