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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Marie aus E.:

Leider nur Durchschnitt

Dunkle Sühne von Karin Slaughter

Juhuu, eine neue Reihe von Karin Slaughter, einer meiner liebsten Thriller-Autorinnen. Ich habe mich sehr gefreut.

Es geht um Deputy Emmy Clifton, die in einer Kleinstadt namens North Falls lebt und zusammen mit ihrem Vater und weiteren Kollegen die örtliche Polizeistation betreut.

Zweimal wurden bereits Mädchen in dem eigentlich beschaulichen Örtchen entführt, einmal vor längerer Zeit und dann wieder in der Gegenwart des Buches.

Daneben spielt natürlich das (wie nicht anders zu erwarten) nicht unproblematische Privatleben Emmys eine große Rolle.

Insgesamt hat mich der Auftakt nicht wirklich vom Hocker gerissen.
Ich hatte ziemlich bald schon eine Ahnung, worauf es hinaufläuft und das hat sich dann auch bestätigt.
Die Handlung in ihren zwei Zeitebenen war auch eher schleppend, von der gewohnten Spannung, die mich die anderen Bücher der Autorin wegsuchten ließ, war nicht allzu viel zu spüren.

Es war auch stellenweise sehr brutal, insbesondere für Eltern von Teenie-Töchtern ist das nicht unbedingt erste Thriller-Wahl, wenn man hier sensibel ist.

Die Charaktere finde ich aber interessant und ich werde wohl dem Folgeband noch eine Chance geben, weil ich da auf die Weiterentwicklung gespannt bin.

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Was wäre wenn

Im Leben nebenan  von Anne Sauer

Das Buch spielt mit der "was wäre wenn-Frage". Oder "Hätte, hätte, Fahrradkette". In dem konkreten Fall: was wäre passiert, wenn ich mich damals nicht getrennt hätte? Wäre mein Leben besser, wäre ich bei meiner ersten großen Liebe geblieben?
Spannend!

Es geht um Antonia bzw.

Toni. Die Autorin hat das gut gelöst, den Perspektivenwechsel erkennt man immer sofort, weil die Person, um die es geht, einmal Antonia heißt und einmal Toni genannt wird. Der Name steht über jedem Kapitel, es wird abwechselnd erzählt.

Einmal ist es Toni, mit starkem unerfülltem Kinderwunsch. Sie lebt mit ihrem Partner zusammen in der Stadt.
Und dann gibt es Antonia, die aus dem "Toni-Leben" urplötzlich herauskatapultiert wird und als Antonia auf dem Dorf im Eigenheim mit ihrer ersten großen Liebe und als Mutter eines kleinen Babys erwacht. Mit dem vollen Bewusstsein, dass sie bis gerade eben doch ein völlig anderes Leben hatte.
Das macht es noch mal besonders - weil es eben nicht zwei völlig voneinander getrennt verlaufende Entwicklungen betrachtet und dadurch noch eine besondere Tragik mit hineinfließt. Die Person kennt ihr vorheriges Leben und es ist keine Spekulation, wie es hätte verlaufen können.

Die Sichtweisen im jeweiligen Leben von Antonia und Toni waren völlig nachvollziehbar - beide Lebensentwürfe haben schöne Momente, sind aber überwiegend von einer Traurigkeit, Unglücklichkeit und Hadern geprägt. Es ist kein Gute-Laune-Buch und hat auch echt harte Momente, insbesondere im Leben der jungen Mutter.
Es wird ungeschönt dargestellt, was es mit einer Frau macht oder machen kann, wenn das Leben so dermaßen anders ist als vor der Geburt eines Kindes.
Das fand ich richtig gut erzählt.

Eigentlich beschreibt es der Klappentext sehr gut, es geht um den "Horror von gewollter und ungewollter Mutterschaft .... das große Glück mit Kind, aber auch: ohne Kind zu leben."
Oder auch: Ein Kind oder kein Kind zu haben ist kein Schlüssel zum Glück.

Ich habe die Hörspielvariante gehört. Diese ist ungekürzt und dauert 6:19 Stunden und wurde von Chantal Busse wunderbar eingelesen. Ich mochte sowohl ihre Stimme als auch ihre Verkörperung der zwei Charaktere. Ich hatte auch keinerlei Zuordnungsprobleme, es war immer klar, ob es nun um "Toni" oder "Antonia" ging.

Sehr lesenswert bzw. hörenswert!

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Langsamer und trotzdem spannender Krimi

Im Finsterwald von Marie Hermanson

Das Cover gefällt mir sehr gut, der Retro-Look passt perfekt zum Buch!

Es ist Bestandteil einer Reihe, ich kenne die Vorgängerbände nicht, das war aber überhaupt kein Problem. Man braucht keine Vorkenntnisse.

Das Buch spielt 1926 in Göteborg, Schweden. Während eines Ausflugs in das Naturhistorische Museum verschwindet ein kleines Mädchen spurlos.

Nach und nach taucht man mit Hauptwachmeister Nils Gunnarsson tiefer ein, sowohl in die problematische Familienkonstellation rund um das verschwundene Mädchen als auch in das Naturhistorische Museum. Das fand ich auch interessant, die Museumswelt, die Ausstellungsinhalte und der Erwerb der Exponate waren damals - wie soll ich es vorsichtig ausdrücken- anders.
Aber auch Krankenhäuser, Medizin generell in der damaligen Zeit, da ist man sehr froh, 100 Jahre später leben zu dürfen.

Hilfe bekommt der Hauptwachtmeister übrigens von seiner Ex-Freundin, da gibt es noch ein wenig privates Drumherum, was mir auch gefallen hat.

Insgesamt ist das ein eher ruhiger Krimi, den ich nichtsdestotrotz spannend fand und mit dem Zeitgeist der 20er Jahre auch noch interessant und vergnüglich.

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Leider konnte es auch Bella Italia nicht richten

Der Sonne entgegen von Mina Teichert

Ich kenne und liebe(!) die Autorin von mehreren Kinderbüchern und habe mich auf eine leichte Sommer-Love-Story mit vielen Italien-Vibes gefreut.

In gewisser Weise habe ich es auch bekommen, aber auch wieder nicht.

Es geht um Romy, die nach einem Streit mit ihrem Frisch-Verlobten zu einem Wildfremden ins Auto hüpft und mit ihm nach Italien fährt.

Natürlich ist der Fremde auch noch extrem gut aussehend und hat ein Geheimnis.

Das war alles sehr haarsträubend und unrealistisch. Ich habe da echt keine hohe Messlatte, mir ist schon klar, dass man für Herzschmerz die Realität ausblenden muss, aber das war mir einfach zu viel des Guten.
Ein Beispiel: „hat etwas Aristokratisches und gleichzeitig Melancholisches, und wenn dieser Mann lächelt, was er selten tut, ist es, als würde sich das Universum vor mir auftun.“ Uff.

Auch die vielen italienischen Orte (unter anderem Rimini, Neapel und Capri) haben mich nicht in Urlaubsstimmung versetzt.
Es hat sich gezogen und war bis zum vorhersehbaren Ende für mich auch einfach zu lang.

Fazit: Nein, das war wirklich nicht mein Buch - obwohl ich die Autorin echt gerne lese.

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Trauerarbeit

Die Frau und der Fjord von Anette Strohmeyer

So ein hübsches Cover - als Lofotenfan war ich da natürlich sofort interessiert.
Aber das Cover trügt ein klein wenig. Zumindest ich habe mir - bis ich den Klappentext gelesen habe - eine harmlose Geschichte vor atemberaubender Naturkulisse vorgestellt.

Letzteres passt, aber die Handlung ist durchaus anspruchsvoll.

Es geht um Gro, deren Mann überraschend verstorben ist.
Gro lässt einen anspruchsvollen Job in der Ölindustrie und das Stadt-Leben hinter sich und verkriecht sich regelrecht in einem kleinen Häuschen auf den Lofoten.

Wir begleiten sie in ihrer Trauer - und das ist jetzt kein "mal geschwind 50 Seiten trauern und dann kommt die neue Liebe und alles wird gut" (wie ich ehrlich gesagt vermutet hatte), nein, das geht hier tief und dadurch ist das Buch auch keine leichte nebenbei-Lektüre.

Die Kombination aus Tiefgang, Natur, kritischem Auseinandersetzen mit der Öl-Industrie, Veränderungen in Freundschaft und Beziehungen hat mir gut gefallen.
Es ist eine eher leises Buch, das durchaus auch Längen für mich hatte, die aber wiederum der Handlung gar nicht so schlecht anstanden.

Mein Kritikpunkt, weswegen es auch keine fünf Sterne wurden: eine wirkliche Beziehung konnte ich zu Gro nicht aufbauen, sie blieb mir trotz 400 Seiten fremd und ich habe aus der Distanz gelesen.

Fazit: Man muss sich ein wenig darauf einlassen und es auch aushalten, dass schwere Themen viel Raum haben.
Dann bekommt man aber eine interessante Geschichte mit vielen Aspekten.

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Hat mich leider nicht gepackt

Unsere Suche nach Zärtlichkeit von Martin Ehrenhauser

Dumont lebt in Brüssel, ist im Brotjob Uhrmacher und arbeitet ehrenamtlich in der Telefonseelsorge.
Ansonsten geschieden und mit der Liebe hat er nichts am Hut.
Bis er eines Nachts einen Anruf bekommt und die weinende Frau am anderen Ende ihn so aufwühlt, dass er beschließt, sie zu suchen.
Also: auf nach Antibes!

Ich bin mit der Geschichte leider nicht so richtig warm geworden.

Das Grundkonstrukt - Telefonseelsorge und die Südfrankreich-Vibes waren zwar genau nach meinem Geschmack, die Umsetzung allerdings eher nicht. Es zog sich schleppend dahin und ich habe mich stellenweise wirklich gelangweilt.

In Frankreich trifft Dumont dann eine Frau und verliebt sich. Die Geschichte nimmt hier eine unerwartete Wendung und gibt Stoff zum Nachdenken. Aber auch hier - obwohl das eigentlich ein richtiger guter Twist ist, hat mich die Umsetzung trotzdem nicht gefesselt.

Ich habe das Hörspiel gehört und obwohl es nur knapp 6 Stunden gedauert hat, hat es sich länger angefühlt.
Der Sprecher war angenehm, aber auch ein wenig fad. Wobei das in sich ja wiederum stimmig war.

Insgesamt nicht schlecht, die Geschichte an sich hat etwas. Nur der zündende Funke, der hat gefehlt.

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Witzig, böse und zu lang

Very Bad Widows von Sue Hincenbergs

Pam, Nancy, Shalisa und Marlene sind dicke Freundinnen. Zusammen mit ihren Männern sind sie eine eingeschworene Clique, die sich schon ewig kennt. Gut situiert, die Kinder aus dem Haus bzw. ohnehin kinderlos.
Doch dann hat eine Fehlinvestition ihre Ersparnisse vernichtet und sie müssen nun ganz kleine Brötchen backen und auch für die Rente sieht es schlecht aus.

Nachdem ihre Ehen auch nicht mehr so toll laufen (um es mal vorsichtig auszudrücken), schmieden sie einen fiesen Plan.

Das Buch ist so witzig und böse, ich habe mich anfangs köstlich amüsiert.
Achtung: das ist ein "Frauenbuch" - Männer kommen hier über weite Strecken gar nicht gut weg, ich kann mir nicht vorstellen, dass Männer Freude daran haben.

Die Charaktere sind völlig überzeichnet, aber das macht es gerade aus. Neben den vier Paaren gibt es auch noch ein überaus interessantes Umfeld. Ob das der Friseur mit dem erweiterten Repertoire ist oder die Chefin des Spielkasinos und ihre Unterwelt-Mom aus Indien, einfach köstlich.

Irgendwann hat das Buch aber Ermüdungserscheinungen - zumindest hat es diese bei mir ausgelöst. Ihm hätte eine Straffung gutgetan, es hat sich dann auch mal abgenutzt.
Und das Ende, ja, passt schon, aber so ganz meines war es das nicht. Mehr will ich dazu auch nicht schreiben, um nicht zu spoilern.

Für USA-Urlaubsfans ist das Buch übrigens auch fein, weil man so viel wiedererkennt.
Und optisch natürlich ein Träumchen, das erfrischende Pool-Blau kombiniert mit dem tollen Farbschnitt, hach.
Den deutschen Titel finde ich allerdings nur so mittel, da ist das Original "Rentirement Plan" besser. Warum man englische Titel anders englisch übersetzt, das ist mir sowieso ein Rätsel. Vielleicht weil sich Rentenplan nach einem Ratgeber in D angehört hätte?

Fazit: Erstes Viertel 6 Sterne, dann aber etwas verloren, insgesamt 4,5.

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Etwas zäh

Teddy von Emily Dunlay

Ich habe die Hörbuch-Version des Buches gehört und Cathlen Gawlich hat es sehr gut eingesprochen. Ich fand, dass sie die verschiedenen Charaktere gut dargestellt hat und es war angenehm, ihr zuzuhören.

Zum Inhalt:
Es geht um Teddy, US-Amerikanerin aus reichem Hause, frisch verheiratet und mit ihrem Mann gerade nach Rom gezogen.

Ihr Mann arbeitet dort in der amerikanischen Botschaft und von Teddy wird erwartet, dass sie die perfekte Gattin ist.
In ihrer Vorstellung beinhaltet das glamourös, diskret, perfekt gekleidet und unerbittlich höflich zu sein.

Anfangs werden wir mitgenommen in das Rom aus 1969 in die sogenannte bessere Gesellschaft, allerdings völlig isoliert auf die Botschafts-Bubble.

Aufgezogen ist alles in einem Verhör, dem Teddy unterzogen wird und in dem sie das alles erzählt - und natürlich noch viel mehr.
Denn Teddy hat eine dunkle Vergangenheit und nach und nach erfahren wir auch mehr über ihre Familie.
Es tun sich Abgründe auf, mehrfach.

Allerdings fand ich die Erzählweise ganz schön zäh. Die Verhörsituation, aus der sich nur tröpfchenweise die Vergangenheit erschließt, viele Wiederholungen und aus meiner heutigen Sichtweise sehr viele langweilige Nichtigkeiten in Teddys Alltag. Wahrscheinlich als Stilmittel gedacht, denn sie transportieren wunderbar die Eintönigkeit und Ödnis in Teddys Leben als Ehefrau. Denn mehr ist sie für die Gesellschaft nicht, obwohl sie einen Studienabschluss hat und in der Botschaft arbeitet.

Insgesamt hat mich auch Teddys Naivität genervt. Was sie da so abzieht und wo ihre Prioritäten liegen, wie sie von einem Schlamassel in das nächste stürzt, das war schon etwas stark aufgetragen.

Was mit wiederum gut gefallen hat, waren die politischen Verzwickungen und die Abgründe der Familie um Teddy. Auch die Darstellung, wie sehr das Leben von Erwartungen geprägt war, die zu erfüllen sind und welchen Preis man dafür zu zahlen bereit war.

Eine krasse Geschichte, die zwar Längen hatte und bezüglich Teddys Persönlichkeit für mich auch nicht ganz rund, aber dennoch auch faszinierend war.

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Sensationelles Debüt und gewohnte Stärke beim Ehemann

Ursula und das V-Team von C. K. McDonnell; Elaine Ofori

Ich bin riesiger Fan der Stranger Times Reihe von C.K. McDonnell.
Jetzt ist auch seine Frau in die Welt des "abgefahrenen Bücher schreiben" eingetaucht und gemeinsam haben sie mit "Ursula und das V-Team" einen gar köstlichen, absurden, schrägen gemeinsamen Erstling abgeliefert.

Anfangs habe ich ein wenig gefremdelt mit dem Buch, ich war wohl noch zu sehr in Gedanken bei den Stranger Times. Doch nach etwas eingrooven in die die Stadt Köln (alleine das, warum lassen die Briten ihre Handlung in Köln spielen?) und die Geister-Hunnen, die sie heimsuchen, war ich angekommen im Buch. Aber sowas von!

Ich fand die Story viel einfacher zu lesen als die Stranger Times, für mich war es deutlich übersichtlicher und nicht ganz so komplex.
Die Bücher haben überhaupt nichts miteinander zu tun, keine Bange, man braucht keine Vorkenntnisse.
Dazu ist es ein Frauen-Power-Buch - Ursula und ihre elf Freundinnen sind alles starke Charaktere, die zeigen, was frau so kann.
Natürlich gibt es wieder jede Menge schräger Figuren, sei es ein an der Wand hängender Elchkopf, der ein Hotel managen muss oder Adam, ein spontan für den Hunnenkampf Rekrutierter, der nicht ganz in die Mädels-Riege passt, aber einer meiner Lieblingscharaktere wurde.

Es geht schon auch ganz schön zur Sache, denn Ursula & friends kämpfen nicht nur gegen eine Geisterarmee von Hunnen, nein, im Laufe des Buches wird es noch deutlich übler. Manchmal auch ein wenig eklig. Aber vor allem: so witzig, so schräg, so gut!
Hoffentlich gibt es Folgebände, ich wäre auf jeden Fall wieder dabei.
Ach ja, unbedingt auch die Danksagung am Ende lesen!

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Lädt mich nicht zum Nachwandern ein

Wilde Berge des Balkan von Antonia Schlosser; Katharina Kestler; Lisa Bartelmus; Anja Woertge

Wandern in der Wildnis, im mir völlig fremden Balkan, das klang total spannend.
Allerdings war der Start gleich mal ernüchternd. Denn die Bergfreundinnen sind gar keine Freundinnen, eine der drei ist ganz frisch zur Fernwanderung dazugekommen und es ist mitnichten ein eingespieltes Trio, das da losgezogen ist.

Das fand ich dann bei dem Titel seltsam, auch wenn ich weiß, dass die Bergfreundinnen ein feststehender Begriff ist.

Noch seltsamer fand ich, dass die Drei von einer ganzen Filmcrew begleitet wurden. Es war also überhaupt kein einsames Losziehen von drei Frauen in den Bergen, auch wenn im Buch immer der Eindruck vermittelt wurde. Mich hätte da ja noch sehr interessiert, wie die Crew das mit dem Schleppen der Ausrüstung bewältigt hat, das scheint mir ja noch viel, viel anstrengender zu sein als das Wandern mit Trecking-Rucksäcken.

Die Route an sich hat mich jetzt leider auch nicht begeistert. Ich hätte mehr Fotos gebraucht, damit ich es mir besser vorstellen kann. Wirkliche Wildnis war es nicht, weil es überwiegend mit Übernachtung in festen Häusern und mit Verpflegung war.

Die drei „Freundinnen“ sind für mich überraschend naiv an die Sache herangegangen. Sie haben vor Ort verzweifelt versucht, Campinggaskartuschen zu kaufen (warum nicht mitgebracht? O.k., darf wahrscheinlich nicht mit in den Flieger?), haben kaum Wasser mit auf die Tagesetappe genommen, weil es unterwegs Quellen geben sollte. Hat es so nicht und was machen Sie am nächsten Tag? Bzw. eben nicht? Seufz.
Dann gehen die Bergstiefel kaputt, was sich schon daheim angekündigt hat. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass die Frauen in all den Situationen da wirklich so sehr Susi Sorglos waren, vielleicht war das einfach für etwas Drama im Buch erforderlich?

Überhaupt wirkten die Mädels über weite Teile des Buchs nicht, als ob sie Spaß hätten. Eigentlich sind sie ständig am Jammern.
Deshalb setzt das Buch bei mir auch keinen Hauch von Nachahmungstendenzen frei (o.k., ich hätte auch gar nicht die Kondition), nicht mal gedankliche.

Was mir gut gefallen hat, das waren die Interviews mit verschiedenen Menschen, die sie auf den Wanderungen getroffen haben und der Einblick in so einen Fernwanderalltag und den Balkan.

Gut geschrieben war es auch, es liest sich schön angenehm.

Also eine etwas durchwachsene Bilanz.

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