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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Liddy:

Eine tolle Geschichte über den ersten Kindergartentag

tiptoi® Abenteuer Großwerden - Piet kommt in den Kindergarten von Sandra Grimm

In diesem Buch können wir mit Piet zusammen den Kindergarten entdecken. Er hat seinen ersten Tag und ist ganz schön aufgeregt.

Gemeinsam mit Piet entdecken wir viele spannende Dinge. Da sind die anderen Kinder, ganz viel Spielzeug und viele neue Eindrücke. Im großen Gruppenraum kann man singen, spielen oder basteln.

Bei so viel Spielzeug wird einem garantiert nicht langweilig. Nach dem Spielen frühstücken alle zusammen und dann geht es wieder zum Toben. Nach dem Mittagsschlaf gehen alle noch gemeinsam auf den Spielplatz, bevor die Kinder abgeholt werden.

Die Seiten sind schön robust und mit so viel Liebe zum Detail gestaltet. Die Illustrationen sind farbenfroh und sehr gelungen. Außerdem gibt es unten auf den Seiten noch Zeichen. Mit der lila Musiknote kann man sich ein Lied anhören, der grüne Pfeil spielt das Geräusch oder den Satz noch einmal ab und die rote Tür stoppt die Wiedergabe. Auf der letzten Seite gibt es ein blaues Buch, in dem Piet noch einmal seinen ersten Kindergartentag zusammenfasst.

Das Buch bereitet uns sehr viel Freude und wir greifen gerne wieder darauf zurück, weshalb es ganz klar 5 Sterne gibt!

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Rezensionen von nessabo:

Eine Romance, in der Ernsthaftigkeit und Humor zusammenkommen

Just for the Summer von Abby Jimenez

Abby Jimenez schreibt ganz besondere Romance, die sich weniger durch Spice oder eine klassische Love Story kennzeichnet, sondern vielmehr durch Figuren mit ungewöhnlich vielschichtiger und durchaus auch schwerer Vorgeschichte. Das Cover, welches zudem mit der üblichen Optik der Reihe bricht, halte ich für eine fragwürdige Entscheidung des Verlags und es wirkt auf mich ehrlicherweise auch ziemlich banal, was der Tiefe des Romans gar nicht gerecht wird.

Wie schon gewohnt gibt Jimenez ihren Figuren nämlich ein Profil voller Komplexität: schwere bis traumatische Kindheitserfahrungen, PTBS und andere Traumareaktionen, Herausforderungen in zwischenmenschlichen Beziehungen, Verantwortung für das eigene Leben. Und trotzdem sind die Protagonist*innen immer so freundlich, dass es mein Herz sehr berührt. Das Drama in Jimenez’ Romanen entsteht weniger durch die üblichen Missverständnisse und Fehlinterpretationen, sondern kommt vielmehr aus den Figuren, die mit der eigenen Prägung umzugehen versuchen. Dass das geht, ohne andere Menschen extrem zu verletzen, finde ich ehrlich gesagt erfrischend und wohltuend.

Spice spielt weniger eine Rolle, stattdessen habe ich Emma und Justin von Anfang an einfach gern begleitet. Die beiden haben eine unglaublich gute Chemie und ich mochte das gegenseitige Verständnis sowie ihren Humor so gern, dass ich nicht aufhören wollte zu lesen. Die Verhalten beider Protas empfand ich stets als nachvollziehbar angesichts ihrer Vorgeschichten und aktueller Herausforderungen.

Gleichzeitig finde ich es einfach nur toll, dass auch hier wieder eine Freundinnenschaft so eine zentrale Rolle spielt. Emma wird nicht von Justin gerettet, stattdessen spielen ihre beste Freundin Maddy und Therapie eine wichtige Rolle. Generell existiert um die Hauptfiguren herum einfach noch ein Leben mit anderen Bezugspersonen, was die Geschichte für mich umso glaubhafter macht. Wie schon bei „Yours Truly“ ging es mir am Ende dann ein wenig zu schnell, aber insgesamt fand ich den letzten Teil der Reihe ganz toll und ich habe mich gefreut, einige bekannte Figuren des Universums wiederzusehen.

Klare Leseempfehlung für alle, die humorvolle Romance suchen, sich aber auch nicht vor Figuren scheuen, welche mit ihren eigenen Dämonen kämpfen. Ich lobe extrem, dass mentale Gesundheit bei Jimenez immer so viel Raum bekommt und finde es beeindruckend, wie sie aus dem Leben gegriffene Geschichten schreibt, die mitreißend sind ohne konstruiert dramatisch zu sein.

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Rezensionen von Sina:

Verwobene Schicksale

Beeren pflücken von Amanda Peters

In ihrem Roman „Beeren Pflücken“, nimmt uns die Autorin Amanda Peters mit auf eine 5 Jahrzehnte andauernde literarische Reise zwischen Nova Scotia und Maine. Aus den Perspektiven der zwei Hauptfiguren erfahren wir welches Schicksal ihre Familien miteinander verbindet und wie dieses Einfluss auf die Leben der Figuren in Gegenwart und Vergangenheit nimmt.

Im Sommer 1962 verschwindet die 4-jährige Ruthie, jüngste Tochter einer Mi’kmaq Familie aus Nova Scotia, welche die Saison über in Maine auf einem Blaubeerfeld arbeitet. Von der Polizei können sie keine Hilfe erwarten und so begibt sich die Familie alleine jeden Tag auf die kräftezehrende Suche nach der kleinen Ruthie, jedoch ohne Erfolg.
Die Trauer, welche mit dem großen Verlust einhergeht, versucht jedes Familienmitglied anders zu bewältigen. Während die Mutter die Hoffnung nie ganz aufgeben kann und fest daran glaubt, dass ihre Tochter noch am Leben ist und irgendwann zu ihnen zurückkehren wird, möchte die ältere Schwester Mae lieber mit der Vergangenheit abschließen. Joe, der zum Zeitpunkt des Verschwindens 6 Jahre alt war und der letzte, der seine kleine Schwester gesehen hat, kann nur schwer mit dieser Verantwortung umgehen und entwickelt seine ganz eigenen Bewältigungsstrategien.

Norma wächst als Einzelkind einer überfürsorglichen Mutter und einem emotional distanzierten Vater in Maine auf. Sie führt ein abgeschiedenes Leben und ihre einzigen richtigen Bezugspersonen sind ihre Tante June und deren Freundin Alice. Seit sie ca. 5 Jahre alt ist, wird sie von widerkehrenden Alpträumen geplagt, die viele Fragen in ihr aufkommen lassen. Könnten ihre Träume vielleicht in Wahrheit Erinnerungen sein? Und wieso fühlt sie so eine tiefgreifende innere Leere in sich? Bei ihrer Mutter stößt Norma auf Widerstand, doch sie scheint schon früh zu ahnen, dass die Dinge anders sind, als man ihr weismachen möchte.

„Beeren Pflücken“ ist eine unfassbar bewegende Geschichte, die sich mit Themen wie der persönlichen, sowie kulturellen Identität, Familie, Trauma, Trauer, Verlust und Hoffnung befasst.
Der wunderschöne Schreibstil und die Sprachgewandtheit Peters‘ machen das Lesen zu einem einzigartigen Erlebnis. Die Vorhersehbarkeit der Handlung ist von Anfang an gegeben und es geht in der Geschichte weniger um ein zu lüftendes Mysterium, als viel mehr um die Schicksale und dessen Auswirkung auf die einzelnen Figuren.

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Rezensionen von nessabo:

Eine Geschichte mit viel Schwere, die mich trotz interessanter Impulse sehr angestrengt hat

Oh Sunny von Ta-Som Helena Yun

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und die Einblicke in ein deutsch-koreanisches Leben. Und so spannend einige Impulse auch waren, habe ich mich doch aus verschiedenen Gründen ziemlich durch diese Geschichte geschleppt.

Sprachlich finde ich das Buch schon einmal eher herausfordernd. Wenig Dialoge, eine sehr in sich sitzende und damit auch isolierte Protagonistin, deren Leben und Gedanken für mich oft schwer auszuhalten waren.

Ich mag dialogarme und sehr charakterbezogene Geschichten einfach deutlich weniger, weil ich vor allem Beziehungen und Figuren in Interaktion mit anderen reizvoll finde.

Und dann gibt es einfach Themen, auf die ich sensibel reagiere und die recht viel Raum einnehmen - völlig zu Recht, aber durch meine Empfindsamkeit war es mir in Summe einfach zu viel. Sunny und ebenso Ha als Nebenfigur erfahren wiederholt Gewalt in ihrem Leben, ganz speziell auch innerhalb ihrer Familien. Zusätzlich kämpft Sunny immer wieder mit schweren depressiven Episoden. Das allein finde ich schon nicht so leicht auszuhalten, auch wenn es sehr wichtige Themen sind. Doch durch das Buch zieht sich ein Muster von fehlender Bindung, ja gar von Beziehungsverweigerung, die mir Sunny hat fremd werden lassen. Auch kam mir die angekündigte Selbstfindung/Selbstermächtigung am Ende etwas holprig bzw. einfach zu kurz daher.

Interessant und tiefgründig fand ich verschiedene geschichtliche Komponenten, vor allem zu den euphemistisch bezeichneten „Trostfrauen“. Deren Geschichte kannte ich bislang nur absolut oberflächlich und ich mag es, wie im Roman immer wieder über die fehlende Aufarbeitung und die stattdessen existierende Scham reflektiert wird. Auch die Gleichzeitigkeiten von rassistischen Stereotypen und tatsächlichen Wahrheiten, die Sunnys Leben betreffen, fand ich spannend.

Sicher zeigt die Geschichte auf sehr authentische Weise die innere Zerrissenheit einer jungen Deutsch-Koreanerin. Doch insgesamt habe ich einfach deutlich zu sehr gekämpft mit diesem Roman. Die Kombination aus meinen Präferenzen in Bezug auf Schreib- sowie Erzählstil und meiner Sensibilität den behandelten Themen gegenüber machte das Buch einfach nicht zu einem Match für mich.

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Rezensionen von Sina:

Auf Sinnsuche mit den Sternen

Stars von Katja Kullmann

Mit „Stars“ hat die Sachbuch-Autorin Katja Kullmann ihr Roman-Debüt erschaffen.

In der Geschichte begleiten wir Carla Mittmann, eine Endvierzigerin, die alleine in ihrer kleinen Altbauwohnung lebt. Nachdem sie ihr Philosophiestudium unfreiwillig a den Nagel hängen musste, sitzt sie ihre Zeit in der Serviceabteilung eines Möbelhauses ab.

Um ihren Kontostand etwas aufzubessern betreibt sie nebenher noch eine Website, auf welcher sie ihre astrologischen Beratungsdienste als „Cosmic Charly“ anbietet und das, wobei sie selbst gar nicht daran glaubt.
Als eines Tages plötzlich ein Stein durch ihr Fenster fliegt und Carla daraufhin nicht nur ein Paket mit 10.000 Dollar, sondern auch noch eine rätselhafte Botschaft vorfindet, gerät etwas ins Rollen, was Carlas Welt komplett auf den Kopf stellt…
Mit der finanziellen Absicherung im Rücken traut sie sich endlich, ihren Teilzeitjob zu kündigen und sich das Leben aufzubauen, welches sie sich nicht zu erträumen wagte.

Die Leser*innen begleiten Carla Schritt für Schritt bei ihrer Wandlung von der genügsamen und unsicheren Frau zur geschätzten „Godmother of Astro-Wisdom“.
Obwohl Carla schon älter ist, wirkt sie jünger und es wird das Gefühl eines Coming-of-Age-Romans vermittelt, was mir gut gefallen hat. Es macht Mut und zeigt, dass man sein Leben auch im fortgeschrittenen Alter noch einmal umkrempeln kann, wenn man an sich und seine Ziele glaubt. Wie das Ende des Romans letztendlich zeigt, haben keine „kosmischen Zufälle“ Carla an ihr Ziel gebracht, sondern ihr neu gewonnenes Selbstbewusstsein und ihr positives und aufgeschlossenes Mindset. Sie hat lediglich einen kleinen Anstupser von außen gebraucht.

„Stars“ ist für mich eines dieser Bücher, in welchem die Handlung selbst weniger im Fokus steht, als vielmehr die Botschaften zwischen den Zeilen. Welchen Einfluss hat der Glaube an Esoterik und Astrologie auf die Menschen, insbesondere in (persönlichen) Krisenzeiten? Wie wird dies für kommerzielle Zwecke (aus)genutzt?
Gewünscht hätte ich mir jedoch etwas mehr Tiefgang im Hinblick auf Carlas Vergangenheit. Gerne hätte ich mehr über die gebrochene Beziehung zu ihrer verstorbenen Mutter und ihrer Kindheit generell erfahren.
Auch die Frage, wo das Geld herkam, blieb schlussendlich offen.
Die Wendung am Ende kam überraschend und dennoch überzeugend. Wer eine leichte und kurzweilige Geschichte mit Humor und feiner Satire sucht, wird von „Stars“ nicht enttäuscht werden.

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Rezensionen von dorli:

Mörderischer Millionencoup auf Gran Canaria

Jagd unter Palmen von Thilo Scheurer

Die 50-jährige Kriminalhauptkommissarin Sofia Bitter hat sich nach einer schweren Schussverletzung in den Vorruhestand versetzen lassen. Im ehemaligen Ferienhaus ihrer Großeltern auf Gran Canaria will sie sich erholen, doch schon bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen stolpert sie unversehens in einen Kriminalfall - der Koffer eines Mitreisenden wird gestohlen.

Endlich in ihrem Domizil angekommen, beschließt sie, für die dringend notwendige Renovierung des Häuschens alles Nötige im nahe gelegenen Baumarkt zu besorgen. Zwischen Kehrschaufeln, Spaten und Spitzhacken belauscht sie zufällig ein Streitgespräch, das bei ihr die Alarmglocken schrillen lässt: Soll hier etwa ein Mord vertuscht werden!? Sofia kann nicht anders - sie folgt den unbekannten Männern und steckt plötzlich mittendrin in den Ermittlungen rund um einen mörderischen Millionencoup…

Inspector Jefe García hat nicht nur alle Hände voll zu tun, er ist auch mit einem übereifrigen Assistenten gestraft. Darauf, dass eine Kollegin vom LKA Stuttgart ständig seine Wege kreuzt und sich in seine Ermittlungen zu dem spektakulären Raubüberfall auf das Iberia-Depot einmischt, kann er eigentlich gut verzichten, doch er muss schließlich einsehen, dass er für die Aufklärung des Falls auf die Unterstützung von Sofia Bitter angewiesen ist…

„Jagd unter Palmen“ ist der erste Fall für KHK Sofia Bitter und Chefinspektor García vom Comisaría Las Palmas Norte - den Leser erwartet hier ein fesselnder Krimi mit einer kurzweiligen Handlung, spannenden Ermittlungen, vielschichtigen Figuren und jeder Menge Lokalkolorit.

Thilo Scheurer erzählt die Geschichte sehr schwungvoll und versteht es dabei ganz ausgezeichnet, Situationen und Emotionen sowohl mitreißend wie auch unterhaltsam darzustellen, so dass es mir nicht nur ganz leicht gefallen ist, in die Handlung einzutauchen, ich konnte auch prima mit den Akteuren mitfiebern und mitfühlen.

Wie schon in seinen bisherigen Kriminalromanen zeigt der Autor auch diesmal, dass er ein überaus gutes Händchen dafür hat, seinen Figuren Leben einzuhauchen. Es hat mir großen Spaß gemacht, das Zusammenspiel der sehr unterschiedlichen Charaktere zu beobachten. Sofia und García haben während der Ermittlungen einige Hürden zu überwinden. Es gelingt ihnen allerdings nicht immer, die Aufgaben und Herausforderungen, mit denen Thilo Scheurer sie im Verlauf der Handlung konfrontiert, reibungslos zu meistern. Das dämpft ein ums andere Mal die Laune der Ermittler, hat aber bei mir durchweg für gute Unterhaltung gesorgt.

Als sehr gut gelungen habe ich die Darstellung Gran Canarias und seiner Bewohner empfunden, weil sich die Beschreibungen und Schilderungen von Land und Leuten ohne aufgesetzt zu wirken in die laufende Handlung einfügen. Die Vielfalt und Besonderheiten der Insel werden hervorgehoben, so dass ich mir die Schauplätze alle sehr gut vorstellen konnte und von der kanarischen Atmosphäre schnell eingefangen wurde.

„Jagd unter Palmen“ hat mir sehr gut gefallen - ein kurzweiliger Krimi, der mit lebhaften Charakteren und einer spannenden Handlung zu überzeugen weiß.

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Rezensionen von gabiliest:

Vom Grauen des Krieges und der Kraft der Liebe

Eine Welt nur für uns von Claire Deya

Das Romandebüt von Claire Deya “Eine Welt nur für uns” lässt, auch durch das idyllische Hardcover, einen Liebesroman vermuten. Natürlich kommt Liebe vor, unendlich, tief und besitzergreifend. Doch der Schauplatz der Geschichte und die Protagonisten sind ganz anders.

Die Strände der Cote d´ Azur sind vermint, es ist kurz vor Kriegsende.

Vincent, ein Franzose, der aus deutscher Kriegsgefangenschaft geflohen ist, kehrt zurück, besessen nur von einem Gedanken: Er muss seine Geliebte Ariane wiederfinden, die seit zwei Jahren verschwunden ist und zuletzt auf einem Fest der deutschen Feinde gearbeitet hat. Daher braucht er Kontakt zum Kriegsgefangenenlager, in dem Deutsche interniert sind. Vincent schließt sich dem Trupp von Minenräumern an, neben Franzosen müssen Deutsche hier Zwangsarbeit leisten. Vincent ist sicher, von ihnen etwas über Arianes Schicksal erfahren zu können und besessen von dem Gedanken, Rache zu nehmen, wenn ihr etwas zugestoßen ist. Doch die Deutschen sind verhasst und jeder Kontakt mit ihnen kann gefährlich sein, genau wie das sorgsame Aufspüren und Entschärfen der Minen. Nichts jedoch wird Vincent von seinem Vorhaben abbringen.

Claire Deya beschreibt in ihrem Roman, der ein Aufschrei gegen die Unmenschlichkeit des Krieges ist, alle Menschentypen, die dieses Wüten hervorgebracht hat. Da sind die Gaffer, wenn die Minenräumer ihrer lebensgefährlichen Arbeit nachgehen, die Menschen, die nur verharmlosen und vergessen wollen, die sich nach einem normalen Leben sehnen und die Denunzianten, die jüdische Familien um ihr Hab und Gut und oftmals auch um ihr Leben gebracht haben.

Einer der Hauptcharaktere des Buches ist Saskia, die aus einem deutschen Konzentrationslager entkommen ist und feststellen muss, dass ihr Haus von einer fremden Familie bewohnt wird. Freundlich empfangen wird sie nicht, bei den Behörden wird sie vertröstet. Doch sie begegnet Vincent, der sie einlädt, in seinem Haus zu wohnen. Saskia, traumatisiert und in ständiger Panik, nimmt das Angebot an. Doch sie sucht jeden kleinen Hinweis auf ihre Familie, die im Konzentrationslager umgekommen ist. Wer hat sie damals denunziert?

Claire Deya beschreibt in dieser aufrüttelnden und berührenden Geschichte, dass der Krieg mit der Kapitulation der Deutschen noch längst nicht vorbei war, die Franzosen hassten die deutschen Zwangsarbeiter weiterhin. Erst langsam gelingt es, den Menschen im Feind zu erkennen.

In der bildhaften Sprache der Autorin entsteht im Kopf der Lesenden eine Szenerie aus Mut und Verzweiflung. Mut, das Lager überleben zu wollen, was nur gelingen kann, wenn man dem Leben trotzdem einen Sinn abgewinnt. Verzweiflung, wenn man über das Schicksal der Angehörigen nicht Bescheid weiß, monatelang keine Post bekommt und unter Hunger, Gewalt und Demütigungen leidet. Der Gedanke an Flucht ist bei den Kriegsgefangenen allgegenwärtig, besonders bei Lukas, einem feinsinnigen Deutschen, der eigentlich in Paris eine Buchhandlung eröffnen wollte. Und Vincent ist überzeugt, dass Lukas etwas über den Aufenthaltsort von Ariane weiß.

Dieser Roman von Claire Deya ist mit erzählerischer Konzentration geschrieben und bietet keine einfachen Wendungen. Die subtile Schilderung der einzelnen Charaktere lässt die Lesenden mitfühlen und mitleben, froh, dieses Grauen nicht selbst erleben zu müssen. Entsetzen und Unverständnis entsteht, wenn man beobachtet, dass Menschen ungeheuer niederträchtig und grausam sein können, andererseits aber auch liebende Familienväter, die abends nichts dabei finden, ihre Fröhlichkeit im Umkreis der Zerstörung und Verzweiflung auszuleben.
Ich kann der Autorin nur zustimmen, wenn sie schreibt, dass man den Frieden planen müsse, um den Krieg zu vermeiden. Man merkt, dass die Autorin akribisch recherchiert hat, im Anhang des Buches findet sich ein Quellenverzeichnis. Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt, ich empfehle es gerne weiter und bewerte es mit verdienten fünf Sternen.

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Rezensionen von Mabla59 :

Vergangenheitsbewältigung

Zypressensommer von Teresa Simon

"Zypressensommer" von Theresa Simon habe ich als Hörbuch aus dem Argon Verlag gehört.
Tanja Fornaro spricht das Hörbuch, insbesondere die Teile in italienischer Sprache, hervorragend. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen.
Im Jahr 1998 reist Julia Matthisen aus dem kühlen Hamburg ins italienische Luciagno um den letzten Wunsch ihres "Nonno", ihres Großvaters Gianni Conti zu erfüllen.

Er hat ihr vor seinem Tod einen Zettel mit für sie unverständlichen Notizen gegeben
Dort soll auch sein Testament eröffnet werden.
Doch Julia sucht auch Antworten auf die Fragen wer die geheimnissvollen Frauen Giulia und Anna sind.
In Italien angekommen trifft sie auf den charismatischen Matteo, der zudem den gleichen Nachnamen, nämlich Conti, trägt, wie ihr Großvater.
Mit ihm lernt sie seine große Familie kennen, die sich auch als die ihre herausstellt.
Aber warum haben Matteos Großvater Vito und Gianni , die beiden Brüder, zeitlebens den jeweils anderen nie erwähnt.
Julia entwickelt zarte Gefühle für den jungen Italiener und weiß doch, dass es nicht sein darf.
Doch die Testamentseröffnung ist eine große Überraschung und wirft immer neue Fragen auf, denen Julia auf den Grund gehen will.
Alles hat seinen Anfang 1944, als Italiener, unter anderem auch Gianni, in Deutschland von den Nazis als italienische Militärinternierte (IMI's) ausgebeutet werden.
In der Toskana wüten derweil die Nationalsozialisten und verüben Massaker an der Bevölkerung, denen auch Teile von Giannis Familie zum Opfer fallen.
Die Autorin schreibt intensiv und leicht lesbar über eine Familie mit Wurzeln in Italien und deren Geheimnisse, die spät aufgedeckt werden.
Historisch interessierte Leser sollten auch das Nachwort beachten

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Rezensionen von Sternzauber:

Ein mausstarkes, mardermutiges und mottenspannendes Abenteuer!

Toni Tintenklecks auf mäusischer Mission von Kathleen Freitag

Das Vorlesebuch „Toni Tintenklecks – Auf mäusischer Mission“ ziert ein sehr ansprechendes Coverbild, das direkt Lust macht auf die Geschichte. Wir lernen die drei Hauptcharaktere Toni Tintenklecks, Motte Lotte und Matti Marder bereits kennen und auch ein Einblick in die Geschichte ist mit der Darstellung des Briefes bereits gegeben.

Außerdem wirkt die Farbgestaltung auf mich sehr harmonisch.

In der Geschichte von Kathleen Freitag erleben die drei ungleichen Freunde Toni, Lotte und Matti ein spannendes Abenteuer, denn Herr Pantoffel, in dessen Haus sie leben, schreibt einen Brief, der auf gar keinen Fall bei seiner Empfängerin ankommen darf! Toni hat seine Behausung noch nie verlassen und wollte daran auch eigentlich nichts ändern, doch durch die wichtige Mission, mit der sie ihr aller Zuhause retten wollen, bleibt ihm gar nichts anderes übrig und er überwindet seine Angst vor der großen, weiten und gefährlichen Welt. So beginnt eine rasante Verfolgungsjagd quer durch die Stadt und die drei Freunde werden immer wieder überrascht...

Kathleen Freitag hat mit dieser Geschichte ein tolles Abenteuer geschaffen, das Toni aus seiner Komfortzone holt und kleinen LeserInnen deutlich macht, dass der eigene Horizont durch solchen Mut wunderbar erweitert wird. Sie begegnen Vorurteilen und (unbegründeten) Ängsten, die die drei Freunde tapfer überwinden und sie erkennen die Kraft, den Halt und die Geborgenheit von Gemeinschaft und Freundschaft. Die Geschichte ist spannend erzählt, ohne Angst zu machen und verleitet immer wieder dazu, doch noch das nächste Kapitel lesen zu wollen.

Ebenfalls sehr gefallen hat uns der Einblick in das Zustellwesen der Post. Die beschriebenen Vorgänge haben meinen Neffen so neugierig gemacht, dass wir uns anschließend genauer nach der Arbeit von Postmitarbeitern und Briefträgern erkundigen mussten – ein sehr bereichernder Effekt! Und der Text lässt sich zudem wunderbar flüssig und angenehm (vor-)lesen. Besonders begeistert hat mich das tierisch-sprachspielerische Talent der Autorin und auch mein Neffe musste immer wieder über Wörter wie „mausgespannt“, „käsewohl“ oder „fledermausfinster“ schmunzeln, was ihn zu eigenen Wortkreationen angeregt hat.

Eine sehr schöne Ergänzung sind die eingestreuten Bilder von Ulla Mersmeyer, die auf detailreiche und liebevolle Art und Weise die Geschichte begleiten. Vor allem der Ausdruck in den Gesichtern der tierischen oder menschlichen Charaktere ist besonders einnehmend gelungen, aber auch insgesamt machen die Bilder einfach Freude und passen hervorragend zum Text.

Eine abenteuerliche Geschichte zum Vor- oder (für ältere Kinder auch zum) Selberlesen, die positive Werte vermittelt und einfach Spaß macht – von uns gibt es eine mausstarke Leseempfehlung!

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Rezensionen von milli2:

Toller Liebesroman

Lonely Hearts Club (Erstauflage exklusiv mit Farbschnitt) von Nasanin Kamani

Das Cover ist zwar schlicht gehalten aber sieht trotzdem schön und ansprechend aus, der Stil des Covers passt gut zur Geschichte. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Gut gelungen, finde ich, wie die Autorin die Hauptcharaktere beschrieben hat, vor allem Clara mit ihren inneren Problemen ist gut dargestellt worden, Milly hingegen konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen.

Die Geschichte selbst ist eher langsam und emotional erzählt, was nicht für jeden etwas ist. Die behandelten Themen, Einsamkeit, psychische Belastungen und familäre Konflikte sind wichtig und werden sensibel behandelt. Insgesamt hat mir das Buch aber ganz gut gefallen, denn es ist keine typische Liebesgeschichte, sondern es vielmehr um die Gefühle geht. Für Leute die keine schnelle Geschichte mit viel Spannung brauchen ist dieses Buch eine gute Wahl.

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