Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Sina:
Auf Sinnsuche mit den Sternen
Stars von Katja Kullmann
Mit „Stars“ hat die Sachbuch-Autorin Katja Kullmann ihr Roman-Debüt erschaffen.
In der Geschichte begleiten wir Carla Mittmann, eine Endvierzigerin, die alleine in ihrer kleinen Altbauwohnung lebt. Nachdem sie ihr Philosophiestudium unfreiwillig a den Nagel hängen musste, sitzt sie ihre Zeit in der Serviceabteilung eines Möbelhauses ab.
Um ihren Kontostand etwas aufzubessern betreibt sie nebenher noch eine Website, auf welcher sie ihre astrologischen Beratungsdienste als „Cosmic Charly“ anbietet und das, wobei sie selbst gar nicht daran glaubt.
Als eines Tages plötzlich ein Stein durch ihr Fenster fliegt und Carla daraufhin nicht nur ein Paket mit 10.000 Dollar, sondern auch noch eine rätselhafte Botschaft vorfindet, gerät etwas ins Rollen, was Carlas Welt komplett auf den Kopf stellt…
Mit der finanziellen Absicherung im Rücken traut sie sich endlich, ihren Teilzeitjob zu kündigen und sich das Leben aufzubauen, welches sie sich nicht zu erträumen wagte.
Die Leser*innen begleiten Carla Schritt für Schritt bei ihrer Wandlung von der genügsamen und unsicheren Frau zur geschätzten „Godmother of Astro-Wisdom“.
Obwohl Carla schon älter ist, wirkt sie jünger und es wird das Gefühl eines Coming-of-Age-Romans vermittelt, was mir gut gefallen hat. Es macht Mut und zeigt, dass man sein Leben auch im fortgeschrittenen Alter noch einmal umkrempeln kann, wenn man an sich und seine Ziele glaubt. Wie das Ende des Romans letztendlich zeigt, haben keine „kosmischen Zufälle“ Carla an ihr Ziel gebracht, sondern ihr neu gewonnenes Selbstbewusstsein und ihr positives und aufgeschlossenes Mindset. Sie hat lediglich einen kleinen Anstupser von außen gebraucht.
„Stars“ ist für mich eines dieser Bücher, in welchem die Handlung selbst weniger im Fokus steht, als vielmehr die Botschaften zwischen den Zeilen. Welchen Einfluss hat der Glaube an Esoterik und Astrologie auf die Menschen, insbesondere in (persönlichen) Krisenzeiten? Wie wird dies für kommerzielle Zwecke (aus)genutzt?
Gewünscht hätte ich mir jedoch etwas mehr Tiefgang im Hinblick auf Carlas Vergangenheit. Gerne hätte ich mehr über die gebrochene Beziehung zu ihrer verstorbenen Mutter und ihrer Kindheit generell erfahren.
Auch die Frage, wo das Geld herkam, blieb schlussendlich offen.
Die Wendung am Ende kam überraschend und dennoch überzeugend. Wer eine leichte und kurzweilige Geschichte mit Humor und feiner Satire sucht, wird von „Stars“ nicht enttäuscht werden.
Rezensionen von dorli:
Mörderischer Millionencoup auf Gran Canaria
Jagd unter Palmen von Thilo Scheurer
Die 50-jährige Kriminalhauptkommissarin Sofia Bitter hat sich nach einer schweren Schussverletzung in den Vorruhestand versetzen lassen. Im ehemaligen Ferienhaus ihrer Großeltern auf Gran Canaria will sie sich erholen, doch schon bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen stolpert sie unversehens in einen Kriminalfall - der Koffer eines Mitreisenden wird gestohlen.
Endlich in ihrem Domizil angekommen, beschließt sie, für die dringend notwendige Renovierung des Häuschens alles Nötige im nahe gelegenen Baumarkt zu besorgen. Zwischen Kehrschaufeln, Spaten und Spitzhacken belauscht sie zufällig ein Streitgespräch, das bei ihr die Alarmglocken schrillen lässt: Soll hier etwa ein Mord vertuscht werden!? Sofia kann nicht anders - sie folgt den unbekannten Männern und steckt plötzlich mittendrin in den Ermittlungen rund um einen mörderischen Millionencoup…
Inspector Jefe García hat nicht nur alle Hände voll zu tun, er ist auch mit einem übereifrigen Assistenten gestraft. Darauf, dass eine Kollegin vom LKA Stuttgart ständig seine Wege kreuzt und sich in seine Ermittlungen zu dem spektakulären Raubüberfall auf das Iberia-Depot einmischt, kann er eigentlich gut verzichten, doch er muss schließlich einsehen, dass er für die Aufklärung des Falls auf die Unterstützung von Sofia Bitter angewiesen ist…
„Jagd unter Palmen“ ist der erste Fall für KHK Sofia Bitter und Chefinspektor García vom Comisaría Las Palmas Norte - den Leser erwartet hier ein fesselnder Krimi mit einer kurzweiligen Handlung, spannenden Ermittlungen, vielschichtigen Figuren und jeder Menge Lokalkolorit.
Thilo Scheurer erzählt die Geschichte sehr schwungvoll und versteht es dabei ganz ausgezeichnet, Situationen und Emotionen sowohl mitreißend wie auch unterhaltsam darzustellen, so dass es mir nicht nur ganz leicht gefallen ist, in die Handlung einzutauchen, ich konnte auch prima mit den Akteuren mitfiebern und mitfühlen.
Wie schon in seinen bisherigen Kriminalromanen zeigt der Autor auch diesmal, dass er ein überaus gutes Händchen dafür hat, seinen Figuren Leben einzuhauchen. Es hat mir großen Spaß gemacht, das Zusammenspiel der sehr unterschiedlichen Charaktere zu beobachten. Sofia und García haben während der Ermittlungen einige Hürden zu überwinden. Es gelingt ihnen allerdings nicht immer, die Aufgaben und Herausforderungen, mit denen Thilo Scheurer sie im Verlauf der Handlung konfrontiert, reibungslos zu meistern. Das dämpft ein ums andere Mal die Laune der Ermittler, hat aber bei mir durchweg für gute Unterhaltung gesorgt.
Als sehr gut gelungen habe ich die Darstellung Gran Canarias und seiner Bewohner empfunden, weil sich die Beschreibungen und Schilderungen von Land und Leuten ohne aufgesetzt zu wirken in die laufende Handlung einfügen. Die Vielfalt und Besonderheiten der Insel werden hervorgehoben, so dass ich mir die Schauplätze alle sehr gut vorstellen konnte und von der kanarischen Atmosphäre schnell eingefangen wurde.
„Jagd unter Palmen“ hat mir sehr gut gefallen - ein kurzweiliger Krimi, der mit lebhaften Charakteren und einer spannenden Handlung zu überzeugen weiß.
Rezensionen von gabiliest:
Vom Grauen des Krieges und der Kraft der Liebe
Eine Welt nur für uns von Claire Deya
Das Romandebüt von Claire Deya “Eine Welt nur für uns” lässt, auch durch das idyllische Hardcover, einen Liebesroman vermuten. Natürlich kommt Liebe vor, unendlich, tief und besitzergreifend. Doch der Schauplatz der Geschichte und die Protagonisten sind ganz anders.
Die Strände der Cote d´ Azur sind vermint, es ist kurz vor Kriegsende.
Vincent, ein Franzose, der aus deutscher Kriegsgefangenschaft geflohen ist, kehrt zurück, besessen nur von einem Gedanken: Er muss seine Geliebte Ariane wiederfinden, die seit zwei Jahren verschwunden ist und zuletzt auf einem Fest der deutschen Feinde gearbeitet hat. Daher braucht er Kontakt zum Kriegsgefangenenlager, in dem Deutsche interniert sind. Vincent schließt sich dem Trupp von Minenräumern an, neben Franzosen müssen Deutsche hier Zwangsarbeit leisten. Vincent ist sicher, von ihnen etwas über Arianes Schicksal erfahren zu können und besessen von dem Gedanken, Rache zu nehmen, wenn ihr etwas zugestoßen ist. Doch die Deutschen sind verhasst und jeder Kontakt mit ihnen kann gefährlich sein, genau wie das sorgsame Aufspüren und Entschärfen der Minen. Nichts jedoch wird Vincent von seinem Vorhaben abbringen.
Claire Deya beschreibt in ihrem Roman, der ein Aufschrei gegen die Unmenschlichkeit des Krieges ist, alle Menschentypen, die dieses Wüten hervorgebracht hat. Da sind die Gaffer, wenn die Minenräumer ihrer lebensgefährlichen Arbeit nachgehen, die Menschen, die nur verharmlosen und vergessen wollen, die sich nach einem normalen Leben sehnen und die Denunzianten, die jüdische Familien um ihr Hab und Gut und oftmals auch um ihr Leben gebracht haben.
Einer der Hauptcharaktere des Buches ist Saskia, die aus einem deutschen Konzentrationslager entkommen ist und feststellen muss, dass ihr Haus von einer fremden Familie bewohnt wird. Freundlich empfangen wird sie nicht, bei den Behörden wird sie vertröstet. Doch sie begegnet Vincent, der sie einlädt, in seinem Haus zu wohnen. Saskia, traumatisiert und in ständiger Panik, nimmt das Angebot an. Doch sie sucht jeden kleinen Hinweis auf ihre Familie, die im Konzentrationslager umgekommen ist. Wer hat sie damals denunziert?
Claire Deya beschreibt in dieser aufrüttelnden und berührenden Geschichte, dass der Krieg mit der Kapitulation der Deutschen noch längst nicht vorbei war, die Franzosen hassten die deutschen Zwangsarbeiter weiterhin. Erst langsam gelingt es, den Menschen im Feind zu erkennen.
In der bildhaften Sprache der Autorin entsteht im Kopf der Lesenden eine Szenerie aus Mut und Verzweiflung. Mut, das Lager überleben zu wollen, was nur gelingen kann, wenn man dem Leben trotzdem einen Sinn abgewinnt. Verzweiflung, wenn man über das Schicksal der Angehörigen nicht Bescheid weiß, monatelang keine Post bekommt und unter Hunger, Gewalt und Demütigungen leidet. Der Gedanke an Flucht ist bei den Kriegsgefangenen allgegenwärtig, besonders bei Lukas, einem feinsinnigen Deutschen, der eigentlich in Paris eine Buchhandlung eröffnen wollte. Und Vincent ist überzeugt, dass Lukas etwas über den Aufenthaltsort von Ariane weiß.
Dieser Roman von Claire Deya ist mit erzählerischer Konzentration geschrieben und bietet keine einfachen Wendungen. Die subtile Schilderung der einzelnen Charaktere lässt die Lesenden mitfühlen und mitleben, froh, dieses Grauen nicht selbst erleben zu müssen. Entsetzen und Unverständnis entsteht, wenn man beobachtet, dass Menschen ungeheuer niederträchtig und grausam sein können, andererseits aber auch liebende Familienväter, die abends nichts dabei finden, ihre Fröhlichkeit im Umkreis der Zerstörung und Verzweiflung auszuleben.
Ich kann der Autorin nur zustimmen, wenn sie schreibt, dass man den Frieden planen müsse, um den Krieg zu vermeiden. Man merkt, dass die Autorin akribisch recherchiert hat, im Anhang des Buches findet sich ein Quellenverzeichnis. Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt, ich empfehle es gerne weiter und bewerte es mit verdienten fünf Sternen.
Rezensionen von Mabla59 :
Vergangenheitsbewältigung
Zypressensommer von Teresa Simon
"Zypressensommer" von Theresa Simon habe ich als Hörbuch aus dem Argon Verlag gehört.
Tanja Fornaro spricht das Hörbuch, insbesondere die Teile in italienischer Sprache, hervorragend. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen.
Im Jahr 1998 reist Julia Matthisen aus dem kühlen Hamburg ins italienische Luciagno um den letzten Wunsch ihres "Nonno", ihres Großvaters Gianni Conti zu erfüllen.
Er hat ihr vor seinem Tod einen Zettel mit für sie unverständlichen Notizen gegeben
Dort soll auch sein Testament eröffnet werden.
Doch Julia sucht auch Antworten auf die Fragen wer die geheimnissvollen Frauen Giulia und Anna sind.
In Italien angekommen trifft sie auf den charismatischen Matteo, der zudem den gleichen Nachnamen, nämlich Conti, trägt, wie ihr Großvater.
Mit ihm lernt sie seine große Familie kennen, die sich auch als die ihre herausstellt.
Aber warum haben Matteos Großvater Vito und Gianni , die beiden Brüder, zeitlebens den jeweils anderen nie erwähnt.
Julia entwickelt zarte Gefühle für den jungen Italiener und weiß doch, dass es nicht sein darf.
Doch die Testamentseröffnung ist eine große Überraschung und wirft immer neue Fragen auf, denen Julia auf den Grund gehen will.
Alles hat seinen Anfang 1944, als Italiener, unter anderem auch Gianni, in Deutschland von den Nazis als italienische Militärinternierte (IMI's) ausgebeutet werden.
In der Toskana wüten derweil die Nationalsozialisten und verüben Massaker an der Bevölkerung, denen auch Teile von Giannis Familie zum Opfer fallen.
Die Autorin schreibt intensiv und leicht lesbar über eine Familie mit Wurzeln in Italien und deren Geheimnisse, die spät aufgedeckt werden.
Historisch interessierte Leser sollten auch das Nachwort beachten
Rezensionen von Sternzauber:
Ein mausstarkes, mardermutiges und mottenspannendes Abenteuer!
Toni Tintenklecks auf mäusischer Mission von Kathleen Freitag
Das Vorlesebuch „Toni Tintenklecks – Auf mäusischer Mission“ ziert ein sehr ansprechendes Coverbild, das direkt Lust macht auf die Geschichte. Wir lernen die drei Hauptcharaktere Toni Tintenklecks, Motte Lotte und Matti Marder bereits kennen und auch ein Einblick in die Geschichte ist mit der Darstellung des Briefes bereits gegeben.
Außerdem wirkt die Farbgestaltung auf mich sehr harmonisch.
In der Geschichte von Kathleen Freitag erleben die drei ungleichen Freunde Toni, Lotte und Matti ein spannendes Abenteuer, denn Herr Pantoffel, in dessen Haus sie leben, schreibt einen Brief, der auf gar keinen Fall bei seiner Empfängerin ankommen darf! Toni hat seine Behausung noch nie verlassen und wollte daran auch eigentlich nichts ändern, doch durch die wichtige Mission, mit der sie ihr aller Zuhause retten wollen, bleibt ihm gar nichts anderes übrig und er überwindet seine Angst vor der großen, weiten und gefährlichen Welt. So beginnt eine rasante Verfolgungsjagd quer durch die Stadt und die drei Freunde werden immer wieder überrascht...
Kathleen Freitag hat mit dieser Geschichte ein tolles Abenteuer geschaffen, das Toni aus seiner Komfortzone holt und kleinen LeserInnen deutlich macht, dass der eigene Horizont durch solchen Mut wunderbar erweitert wird. Sie begegnen Vorurteilen und (unbegründeten) Ängsten, die die drei Freunde tapfer überwinden und sie erkennen die Kraft, den Halt und die Geborgenheit von Gemeinschaft und Freundschaft. Die Geschichte ist spannend erzählt, ohne Angst zu machen und verleitet immer wieder dazu, doch noch das nächste Kapitel lesen zu wollen.
Ebenfalls sehr gefallen hat uns der Einblick in das Zustellwesen der Post. Die beschriebenen Vorgänge haben meinen Neffen so neugierig gemacht, dass wir uns anschließend genauer nach der Arbeit von Postmitarbeitern und Briefträgern erkundigen mussten – ein sehr bereichernder Effekt! Und der Text lässt sich zudem wunderbar flüssig und angenehm (vor-)lesen. Besonders begeistert hat mich das tierisch-sprachspielerische Talent der Autorin und auch mein Neffe musste immer wieder über Wörter wie „mausgespannt“, „käsewohl“ oder „fledermausfinster“ schmunzeln, was ihn zu eigenen Wortkreationen angeregt hat.
Eine sehr schöne Ergänzung sind die eingestreuten Bilder von Ulla Mersmeyer, die auf detailreiche und liebevolle Art und Weise die Geschichte begleiten. Vor allem der Ausdruck in den Gesichtern der tierischen oder menschlichen Charaktere ist besonders einnehmend gelungen, aber auch insgesamt machen die Bilder einfach Freude und passen hervorragend zum Text.
Eine abenteuerliche Geschichte zum Vor- oder (für ältere Kinder auch zum) Selberlesen, die positive Werte vermittelt und einfach Spaß macht – von uns gibt es eine mausstarke Leseempfehlung!
Rezensionen von milli2:
Toller Liebesroman
Lonely Hearts Club (Erstauflage exklusiv mit Farbschnitt) von Nasanin Kamani
Das Cover ist zwar schlicht gehalten aber sieht trotzdem schön und ansprechend aus, der Stil des Covers passt gut zur Geschichte. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Gut gelungen, finde ich, wie die Autorin die Hauptcharaktere beschrieben hat, vor allem Clara mit ihren inneren Problemen ist gut dargestellt worden, Milly hingegen konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen.
Die Geschichte selbst ist eher langsam und emotional erzählt, was nicht für jeden etwas ist. Die behandelten Themen, Einsamkeit, psychische Belastungen und familäre Konflikte sind wichtig und werden sensibel behandelt. Insgesamt hat mir das Buch aber ganz gut gefallen, denn es ist keine typische Liebesgeschichte, sondern es vielmehr um die Gefühle geht. Für Leute die keine schnelle Geschichte mit viel Spannung brauchen ist dieses Buch eine gute Wahl.
Rezensionen von Allie:
Einfach nur schön
Just for the Summer von Abby Jimenez
Liebe Abby Jimenez, ich glaube, Sie haben einen neuen Fan gewonnen…
“Just for the Summer", eigentlich der dritte Teil der Royaume-Northwestern-Reihe, ist das erste Buch, das ich von Abby Jimenez gelesen habe. Es wird definitiv nicht das einzige bleiben. Beim Lesen des Interviews mit der Autorin, das in meinem Exemplar abgedruckt ist, habe ich mich ein kleines bisschen geärgert, die beiden ersten Teile nicht bereits gelesen zu haben.
Falls ihr also die Möglichkeit habt, mit “Part of your World” anzufangen: dann wäre das ein guter Plan (unter der Voraussetzung, dass die beiden anderen Teile genauso gut sind wie dieser).
Justin und Emma stellen fest, dass sie anscheinend beide unter einer Art “Glücksbringer-Fluch” leiden: Jede Person, mit der sie sich verabreden, findet im Anschluss daran ihre große Liebe und ist innerhalb kürzester Zeit verheiratet. Sie beschließen, sich miteinander zu verabreden, um dem ein für alle mal ein Ende zu setzen. Emma arbeitet als Krankenschwester und nimmt für den Sommer eine Stelle im Royaume-Northwestern Krankenhaus in Minnesota an. Der Plan ist, dass sie sich in den sechs Wochen ein paar Mal verabreden und sich dann trennen, um jeweils bereit für die große Liebe zu sein. Problem 1: Emma und Justin verstehen sich von der ersten Sekunde an viel zu gut; Problem 2: Emma hat zum ersten Mal das Gefühl, sie könnte sich an die aktuelle Situation gewöhnen und nicht nach ein paar Wochen wieder an den nächsten Ort abhauen.
Das Buch hatte mich bereits auf Seite eins, als Justin sein “Problem” in einem Reddit-Post beschreibt und ab da wurde es nur noch besser. Vor allem Justin ist einfach ein herzensguter Mensch, der sich vor allem darum sorgt, dass es seinem Umfeld gut geht. Ich fand es wirklich schön, mal ein Buch mit so einer lieben Hauptfigur zu lesen, die sich kein bisschen um ihr Ego sorgt. Aber auch Emma und Maddy waren mir von Anfang an sympathisch und besonders die humorvolle Art ihrer Unterhaltungen macht wirklich Spaß beim Lesen. Dieser Roman ist eine dieser Geschichten, bei der ich mich wirklich zusammenreißen musste, nicht die komplette Nacht durchzulesen, sondern das Buch noch zu einer halbwegs vernünftigen Zeit aus der Hand zu legen.
Abby Jimenez ist wirklich eine humorvolle und wunderschöne Liebesgeschichte gelungen, die mit angenehm wenig Drama auskommt. Die Figuren verhalten sich in den meisten Fällen verständnisvoll und versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Zugegebenermaßen würde sich die eine oder andere Situation leichter lösen, wenn Menschen nur miteinander sprechen… Aber das ist im wirklichen Leben ja auch nicht anders.
Ich hab’s geliebt und werde mich jetzt auf den Rest der Reihe stürzen.
Rezensionen von froschman:
Geisterdorf auf Sardinien
Der dunkle Sommer von Vera Buck
Die deutsche Architektin Tilda bricht nach einem Unglücksfall alle Brücken zu ihrer Heimat ab und kauft sich auf Sardinien um einen Euro ein Haus in der Geisterstadt Botigalli, in der niemand mehr lebt, nachdem es bei einer Hochzeit zu einer Tragödie kam, bei der vor 40 Jahren alle teilnehmenden Gäste ums Leben kamen.
Die Regierung will den Ort nunmehr wiederbeleben und hat diese 1-Euro-Aktion ins Leben gerufen – allerdings muss man das entsprechende Gebäude sanieren. Das Haus ist das letzte einer Sackgasse, nur mehr die Kirche ist wenige Meter höher gelegen.
Es stellt sich bald heraus, dass Tilda doch nicht die einzige Bewohnerin Botigallis ist, die Glocke in der Kirche läutet immer wieder. Der bettlägerige Silvio mit seiner Betreuerin Franca haben den Ort nicht verlassen, sie werden auch immer wieder vom Journalisten Enzo besucht, der die Wahrheit über den Vorfall von 1982 herausbringen will. Als Tildas Bruder Nino unerwartet auftaucht und bei ihr bleibt, gerät die Situation außer Kontrolle. Nino verschwindet plötzlich
Vera Buck hat diesen Thriller aus der Sicht von Tilda, Franca und Enzo geschrieben, Rückblicke in das Jahr 1982 mit den damals geltenden Rechtsbestimmungen machen das Buch besonders interessant und stimmen einen nachdenklich. Wichtig ist auch, das Nachwort zu lesen, da Teile des Buches auf wahre Begebenheiten beruhen.
Rezensionen von pageturner:
Ein großartiges Buch über Kinderwunsch, Schmerz & Hoffnung
Hello Baby von Kim Eui-kyung
Hello Baby der Name des Gruppenchats, in dem sich Munjeong und ihre fünf Freundinnen während der schmerzhaften Phasen von Eizellentnahmen, Embryotransfers und wiederholten Fehlgeburten gegenseitig Halt geben. Die sechs Frauen lernen sich in der Baby Angel-Fruchtbarkeitsklinik in Seoul kennen und kämpfen alle mit demselben Wunsch: endlich schwanger zu werden und zu bleiben.
Als die 46-jährige Jeonghyo überraschend auf natürlichem Weg schwanger wird, bringt das einerseits große Freude, aber auch Misstrauen und Neid mit sich.
Was für ein großartiges, aber auch unfassbar schmerzhaftes Buch! Die Autorin Kim Eui-kyung hat selbst zwei Jahre in einer Kinderwunschklinik verbracht und genau diese Erfahrungen haben Hello Baby inspiriert (Ü: Inwon Park). Sie wollte eine Geschichte erzählen, die zeigt, wie das Leben vor der Schwangerschaft aussieht mit all seinen Schmerzen, Tränen und Emotionen. Und ich finde, das ist ihr definitiv gelungen.
Die sechs Frauen zeigen ganz unterschiedliche Facetten, wie herausfordernd und belastend Kinderwunschbehandlungen körperlich und seelisch sein können. Auch Themen wie Social Freezing und der Wunsch nach einem Baby als Single-Frau werden behandelt. Das Buch strotzt außerdem vor weiblicher Solidarität, was ich sehr mochte! Alle sitzen im gleichen Boot, unterstützen sich, wenn eine Behandlung wieder scheitert oder der Partner kein Verständnis zeigt.
Auch die Einblicke in die südkoreanische Kultur fand ich interessant: Zum Beispiel, dass Mitarbeitende dort Anspruch auf Urlaub für IVF-Behandlungen haben, aber oft deswegen von Kolleg:innen schief angesehen werden. Oder dass Samenspenden nur verheirateten Paaren erlaubt sind und sogar verheiratete Frauen die Zustimmung ihres Partners brauchen.
Ein sehr empfehlenswertes Buch, das ein schwieriges Thema ehrlich und einfühlsam erzählt.
Rezensionen von LeserinLu :
Für alle geeignet
Diskriminierung geht uns alle an von Josephine Apraku; Debora Antmann; Olenka Bordo Benavides; Luisa L'Audace; Yezenia León Mezu; Christopher A. Nixon; Monty Ott; Christelle Nkwendja-Ngnoubamdjum; Sinthujan Varatharajah; Emilene Wopana Mudimu
„Diskriminierung geht uns alle an“ ist ein kluges, zugängliches und wunderbar vielseitiges Sachbuch, das wichtige Themen auf eine einfühlsame und gleichzeitig klare Weise vermittelt. 19 verschiedene Autorinnen und Illustratorinnen teilen persönliche Texte und Bilder, die zeigen, wie sich Diskriminierung anfühlen kann, wie sie entsteht, wie wir sie erkennen und was wir tun können – von Ableismus über Antisemitismus bis hin zu Rassismus und Sexismus.
Besonders gefallen hat mir die Vielfalt der Perspektiven und die anschauliche, leicht verständliche Sprache, die sich an Kinder ab 12 Jahren richtet, aber auch für Erwachsene gut zu lesen ist. Ich glaube außerdem, dass auch jüngere Kinder bei gemeinsamer Lektüre schon etwas mit dem Sachbuch anfangen können. Ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit viel Empathie und Empowerment, werden Leser:innen ermutigt, genauer hinzuschauen und Verantwortung zu übernehmen. Trotz meiner eigenen Vorkenntnisse konnte auch ich noch dazulernen. Wertvoll ist auch, dass sich das Buch immer wieder direkt an betroffene Kinder wendet, sie informiert und ihnen Mut macht.
Ein wichtiges, abwechslungsreich gestaltetes Buch, das in keiner Schulbibliothek, keinem Klassenzimmer und keinem Haushalt fehlen sollte!











