Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Ein Buch, das unter die Haut geht
Freetown in sieben Stunden von Nicola Juretko
Ich habe das Buch sehr neugierig gestartet und obwohl es ein dickes Buch ist ( 588 Seiten ), ist die Lesezeit einfach nur dahin geflogen :
Die Geschichte um Pilot James Marburgh, der einen schweren Rucksack aus seiner Vergangenheit mit sich trägt und Fracht und Hilfsgüter nach Sierra Leone fliegt, ist packend und so spannend, dass ich Seite um Seite tief im Geschehen war.
James Marburgh kämpft mit andere Protagonisten gegen eine verheerende Seuche und Emotionen wie Verzweiflung oder auch Hilflosigkeit, die sind so spürbar gewesen, weil Nicola Juretko es perfekt versteht, den Leser / die Leserin mitzunehmen.
Emotionen in Zeilen zu verwandeln, Charaktere real werden zu lassen und Örtlichkeiten detailreich und bildhaft darzustellen; das macht den Schreibstil der Autorin aus. Bei ihr klingt selbst ein einfacher Satz nach Literatur und das macht den Lesegenuss dieses Buches aus.
Man merkt, dass die Autorin Menschen beobachtet und versteht und das transportiert sie auf ihre Figuren, so dass sie total authentisch sind. Was mir unheimlich gut gefallen hat, ist, dass man merkt, dass ganz viel Recherche in diesem Buch steckt und es sich trotzdem total flüssig liest – ganz unaufdringlich wird hier Wissen vermittelt und verleiht damit dem Buch absolute Glaubwürdigkeit.
Mich hat das Buch gepackt, gefesselt und sich in mir festgesetzt, weil es literarisch und menschlich auf so hohem Niveau geschrieben ist – eine absolute Kauf- und Leseempfehlung gibt es dafür von mir, mit dem Wunsch, dass es ganz viele Leser*innen erreicht, weil es gelesen werden SOLLTE !
Rezensionen von leopol:
ein nordischer Psychothriller über Geheimnisse in der Familie
Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir
Reykjavik im Jahr 1977-Marsibil bekommt einen Brief von ihrem ehemaligen Brieffreund, mit dem sie seit dem Verschwinden ihrer älteren Schwester zehn Jahre davor keinen Kontakt mehr hatte. Ihre ältere Schwester Kristin, genannt Stina, verschwand damals am Abend am Heimweg von ihrer Freundin spurlos – nur ihre Jacke wurde gefunden.
Marsibil trägt seit dem Tag auch ein Geheimnis mit sich, hat sie sich doch gegenüber ihres Brieffreundes Bergur, als ihre ältere Schwester ausgegeben und Bergur wollte sich am Auffindeort der Jacke mit seiner Brieffreundin treffen.
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen und Perspektiven erzählt. Man folgt Marsibil im Jahr 1977 auf der Suche nach ihrer schon langen verschwundenen Schwester. Im Jahr 1966 bekommt man Einblicke in Kristins Gefühlsleben im Jahr 1966, dem Jahr ihres Verschwindens. Die Erzählstränge sind ineinander verwoben und erzählen immer aus der Ich-Perspektive.
Rasch merkt man vor allem bei Marsibil welche Auswirkung das Verschwinden und der Jahrestag auf die gesamte Familie hat. Das Elternhaus und auch ihre Eltern selbst, scheinen etwas verwahrlost zu sein, fast als wären sie in der Zeit stehen geblieben. Auch Marsibil hat zu kämpfen auf Grund der Schuldgefühle. Schlaflosigkeit, Halluzinationen und die Gewohnheit öfter zu viel zu trinken, begleiten sie, und damit ist klar, dass man sich nicht vollumfänglich auf ihre geschilderten Erinnerungen verlassen kann. Das zehn Jahres Jubiläum ist aufwühlend und das neue Interesse der Medien auch bedrückend, diverse Artikel tauchen auf.
Schichtweise taucht man in die Geschichte ein, lernt verschiedenste Charaktere des Ortes kennen. Neben alten Bekannten tauchen auch neue Figuren auf, in Summe doch etliche. Trotz des angenehmen, flüssigen Schreibstils wird es dadurch auch etwas verwirrend. Vielleicht ist dies allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass Stina im Teenageralter verschwand, und damit einen großen Kreis Kontakte hatte.
Bis zum Schluss kommt es zu etlichen Wendungen und falschen Fährten. Einem nordischen Krimi typisch, war auch die durchgängige düstere Atmosphäre.
Als Stand Alone Roman eine schöne Abwechslung, jedoch wird die Island-Krimi Reihe immer mein Highlight dieser Autorin sein.
Rezensionen von Claudia H.:
Großstadttussi trifft auf Ranger-Woman
Lila Nächte am Dreisessel von Karin Mertl
Worum es geht:
Nachdem Finia mitten in den Trümmern ihrer Ehe steht, hat sie sich dazu entschlossen, sich eine Auszeit im Bayerischen Wald zu gönnen. Hier möchte sie zu sich zurückfinden, um ihr Leben neu zu ordnen. Doch da hat sie die Rechnung ohne Magdalena gemacht. Gleich beim ersten Aufeinandertreffen mit der Rangerin fliegen die Fetzten.
Da man sich bekanntlich 2 Mal im Leben trifft, findet Finia die patzige Magdalena dann verletzt vor. Ein paar Radrowdys haben sie über den Haufen gefahren. Deshalb bringt Finia Magdalena in die Klinik und geht mit ihr zur Polizei, um die flüchtigen Radler anzuzeigen. So kommt es, dass die Beiden immer wieder miteinander zu tun haben und sich immer besser verstehen. Außerdem gilt es herauszufinden, wer in letzter Zeit in der Gegend die Natur verwüstet.
Mein Fazit:
Auch heute möchte ich euch wieder einen Roman von einer Indie-Autorin ans Herz legen. Dafür, dass es hier kein professionelles Lektorat gibt, bin ich wirklich beeindruckt von dem Roman. Mir hat er richtig gut gefallen. Ich habe von Profis schon echt schlechteres gelesen. Man ist gleich mittendrin in der Story, so mag ich das. Finia und Magdalena gefallen mir sehr gut. Ich habe mit ihnen gelitten und einige Male auch gelacht. Ich habe zwischendurch auch mal nach der Gegend gegoogelt, um mir ein eigenes Bild zu machen, weil die Gegend so schön beschrieben wurde. Dies ist mein erster Roman von Karin Mertl und mir gefällt ihr Schreibstil sehr gut. Die Story hat Witz, Spannung und Romantik. Sie kommt übrigens sehr gut ohne spicy Szenen aus, dafür hat die Story einen Hauch von einem Krimi.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich vergebe sehr gerne 5 Sterne.
Rezensionen von Meli:
Durchschnittliches Romantasy-Abenteuer
Empire of Whispers and Shadows von Ursa Jaumann
Saya wurde zur Assassine ausgebildet, doch um ihre Ziele zu erreichen, muss sie noch eine Reihe von Prüfungen bestehen. Dafür muss sie ausgerechnet mit Teno zusammenarbeiten, der sie zuvor schon einmal verraten hat.
Das Setting ist zwar japanisch inspiriert, aber ich habe davon nicht so viel gespürt, was über die Namen von Personen oder Gegenständen hinausging.
Die Prüfungen fand ich nicht allzu spannend und auch die Intrigen drumherum konnten mich nicht begeistern. Die magische Welt fand ich interessant, auch wenn es gern noch etwas mehr Magie hätte sein dürfen. Auch die Enemies-to-Lovers-Romance fand ich zwar ganz nett, aber mehr auch nicht.
Insgesamt war das Buch für mich schon ein sehr durchschnittliches Romantasy-Abenteuer, das ich vermutlich schnell wieder vergessen werde.
Rezensionen von Shilo:
Ein Traum, der nicht loslässt
Dem Himmel entgegen von Katja Maybach
Ein Wunsch zieht sich leise durch die ganze Geschichte. Der Wunsch, endlich frei zu sein und den eigenen Weg zu gehen.
Isabelle möchte fliegen. Nicht nur mitreisen, sondern selbst das Steuer in der Hand haben. Doch Anfang der sechziger Jahre ist das für Frauen nicht vorgesehen. Obwohl sie ihre Ausbildung schafft, bleibt ihr nur die Arbeit als Flugbegleiterin.
Das fühlt sich beim Lesen oft ungerecht an und macht ihren Traum umso greifbarer.
Nach und nach rückt auch ihre Familie stärker in den Blick. Besonders Emanuelle, die sich in Paris ein eigenes Leben als Modeschöpferin aufgebaut hat. Zwischen den Schwestern liegt mehr als nur die Entfernung. Es wird langsam deutlich, dass es Dinge aus der Vergangenheit gibt, die lange keinen Platz hatten. Auch Heloise spielt dabei eine Rolle. Ihre Geschichte fügt sich Stück für Stück ein und lässt vieles in einem anderen Licht erscheinen.
Mit Julian kommt Bewegung in die Handlung. Erst wirkt die Begegnung eher zufällig, doch das ändert sich schnell. Verbindungen werden sichtbar, die so nicht zu erwarten waren. Spätestens mit der Reise nach Argentinien wird klar, dass die Vergangenheit der Familie tiefer reicht, als gedacht. Nicht jede Wahrheit ist leicht auszuhalten.
Die Handlung bleibt ruhig, wird aber nie langweilig. Es gibt immer wieder Wendungen, die überraschen und das Lesen zu einem spannenden Vergnügen machen. Dabei wirkt nichts übertrieben. Vieles ergibt sich einfach aus dem, was vorher schon angedeutet wurde.
Die Figuren fühlen sich nah an. Isabelle steht im Mittelpunkt, aber auch Emanuelle und Heloise bleiben im Gedächtnis. Gerade dieses Zusammenspiel macht die Geschichte lebendig.
Die Sprache ist schlicht und gut verständlich. Gefühle sind da, aber sie drängen sich nicht auf. Vieles passiert eher leise, und genau das bleibt hängen.
Es gibt Bücher, bei denen man am Ende merkt, dass man noch nicht loslassen möchte. Hier war es genauso. Die letzten Seiten kommen schneller als gedacht, und danach fehlt einfach noch ein Stück.
Es ist eine Geschichte über Träume, Familie und das, was lange verborgen bleibt.
5 wohlverdiente Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle, die Geschichten mit Gefühl und kleinen Spannungsmomenten mögen.
Rezensionen von evaki:
Zufallstreffen gibt es auch im wirklichen Leben
Begegnungen von Dierk Breimeier
Dierk Breimeier gibt uns mit "Begegnungen" eine wunderschöne Geschichte zu lesen, die sich um das Thema Abschiednehmen dreht. Bevor wir Abschied nehmen können, müssen wir zuerst ankommen oder etwas Vertrautes finden, kennen oder treffen. So dürfen wir sowohl in anderen Kontinenten und Kulturen zu Gast sein, als auch von neuen Gewohnheiten und Bräuchen hören oder als Beobachter eine Familie auf einer langen Schiffsreise begleiten.
Es ist wirklich spannend dem Weg der Familie aus Indien nach Europa zu folgen. Dabei lernen wir zum einen zwei junge indische Mädchen kennen, die mit Ihrer deutschen Mutter nach Europa reisen, als auch einen jungen Seemann der quer über die Weltmeere unterwegs ist und zuletzt ein zufälliges Zusammentreffen von den zwei Protagonisten, die sich von Anfang an sympathisch und einander zugeneigt sind. Wie es der Zufall dann so will werden wir Zeuge von einer Liebesgeschichte, die schöner nicht beginnen könnte.
Rezensionen von Tara:
Abgründe & Lügen
Party of Liars von Kelsey Cox
„Party of Liars“ ist ein spannendes Drama der in Hill Country lebenden Autorin Kelsey Cox.
Sophie wird 16 und für sie ist eine glamouröse Party geplant. Ihre Eltern Ethan und Kim leben getrennt, das Fest soll in dem Haus von Ethan und seiner neuen Frau Dani stattfinden. Um das Anwesen gibt es Gerüchte, dort soll es spuken.
In kurzen Kapitel werden die Ereignisse aus den Perspektiven von Dani, Kim, Órlaith - dem irischen Kindermädchen für Charlotte, dem gemeinsamen Baby von Ethan und Dani - und Mikayla, der besten Freundin von Sophie geschildert.
Durch diese Wechsel bekommt man einen guten Einblick in die sehr unterschiedlichen Charaktere und es ist für Abwechslung gesorgt.
Die Spannung baut sich nur langsam auf, da sich die Autorin viel Zeit für die Charaktere, die Atmosphäre und das Setting nimmt.
Die Protagonistinnen könnten kaum unterschiedlicher sein, wirklich sympathisch war mir auf Anhieb keine von ihnen. Jede schien ihre Geheimnisse zu haben, zu manipulieren und etwas zu verbergen.
Das Setting, dieses opulente Anwesen fand ich sehr gut gewählt und dargestellt. Wohnen möchte ich dort nicht, auf mich wirkte es kalt und unheimlich.
Obwohl bereits durch die ersten Seiten klar ist wie die Party endet, ist das Buch spannend zu lesen. Ich habe gerätselt wer zu Tode gekommen ist und wie es dazu kommen konnte.
Die Auflösung hat mich überrascht, war aber stimmig und passend.
Für mich war das Buch kein Thriller im klassischen Sinne, sondern viel mehr ein Familiendrama mit hoher Spannung, in dem sich menschliche Abgründe auftun, die bei mir für Entsetzen gesorgt haben
Wer atmosphärische Schauplätze mag, Wert auf gut ausgearbeitete Charaktere legt und auch mit unzuverlässigen Perspektiven klar kommt, den dürfte dieses spannende Familiendrama fesseln. Wer Action sucht, könnte enttäuscht werden.
Es ist ein Buch voller Abgründe und Lügen, das zeigt, dass Glasfassaden Licht hereinlassen, aber die Dunkelheit im Inneren bleibt.
Rezensionen von nessabo:
Atmosphärische und spannend geplottete Story mit ein paar Kritikpunkten
Die Dinner Party von Viola Van de Sandt
Mich reizen Geschichten, die sich von einem bestimmten Ereignis aus entwickeln und die Story von hinten aufrollen. „Die Dinner Party“ versprach mir genau das zu sein und ich habe den Roman auch gern gelesen, obwohl er etwas hinter meinen Erwartungen zurück blieb.
Ich mochte das Pacing des Romans sehr gern.
Er deutet an und tritt dann wieder einen Schritt zurück, wagt immer wieder den Blick in die Zukunft wie auch die Vergangenheit. Außerdem war die Betroffenenperspektive wirklich toll herausgearbeitet. Die Therapiegespräche, die inneren Gedanken der Protagonistin und auch Impulse von außen haben mir eine sehr authentische Darstellung der Situation gegeben. Betroffene reagieren eben sehr verschieden - das macht sie jedoch nicht weniger betroffen.
Eines kann ich auf jeden Fall auch sagen: Plotten kann Viola van de Sandt! Anfangs hatte ich noch die Befürchtung, dass mir das Andeuten zu repetitiv ist, aber dann habe ich verstanden, dass es hier um ehrliche Erinnerungslücken der Protagonistin geht. Und den Twist rund um Harry habe ich keinen Millimeter kommen sehen!
Was mir das Lesen aber echt erschwert hat, sind die wahnhaften Abschnitte. Franca verliert sich immer wieder in Gewaltfantasien - u. a. auch dem Kater gegenüber, was ich einfach generell nicht lesen möchte. Ich meine zu verstehen, warum sie diese Fantasien hat, aber mich erinnerte das schon etwas an Body Horror und das ist einfach nicht meins. Realität und Fantasie fließen auch wirklich nahtlos ineinander, was schriftstellerisch klug gemacht ist, meiner Vorliebe für klare Strukturen aber nicht ganz entspricht.
Insgesamt ist es ein extrem atmosphärisches Buch, das die bedrückende Stimmung und die intensive Zuspitzung sehr gut abzubilden vermag. Die Autorin schreibt überwiegend leicht lesbar und balanciert geschickt zwischen dem Detaillierten und dem Unkonkreten. Die etwas wahnhaften Fantasiepassagen waren mir allerdings zu sehr übers Ziel hinaus. Dennoch empfehle ich die wirklich besondere und authentische Betroffenenperspektive des Buches unter klarer Berücksichtigung der Triggerwarnungen.
3,5 Sterne
Rezensionen von qq:
Suche nach dem eigenen Platz im Leben
Heimkehr nach Morioka von Yuki Ibuki
Suche nach dem eigenen Platz im Leben
In "Heimkehr nach Morioka" erzählt die Autorin Yuki Ibuki eine ruhige und zugleich berührende Geschichte über Heilung, Familie und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben.
Im Mittelpunkt steht die siebzehnjährige Mio, die nach unschönen Erlebnissen in der Schule Zuflucht bei ihrem Großvater in der ländlichen Präfektur Iwate sucht.
Dort entdeckt sie nicht nur das traditionelle Handwerk des Webens und Spinnens, sondern findet Schritt für Schritt auch wieder zu sich selbst. Ihr Großvater versteht es, ihr den Raum zu geben, sich selbst zu vertrauen und die nötige Worte zu finden.
„Heimkehr nach Morioka“ ist kein actionreicher Roman, sondern ein stilles Buch zum Nachdenken und Wohlfühlen. Wer Geschichten über Selbstfindung, japanische Kultur und zwischenmenschliche Wärme mag, wird dieses Buch sehr genießen. Von mir gibt es eine Empfehlung für das Buch.
Rezensionen von nessabo:
Ein unglaublich tolles, atmosphärisches Coming-of-Age
Little Hollywood von Inga Hanka
Ich fand dieses Coming-of-Age absolut makellos. Inga Hanka hat mit viel Feingefühl eine ganz besondere Geschichte geschrieben, deren Figuren mich mit ihrer Authentizität sowie Ehrlichkeit bewegt und mitgenommen haben. Ich bin zwar ein etwas späterer Jahrgang, aber die Musik und Filme des Buches sind mir natürlich trotzdem bekannt.
Und ich habe dieses Videothek-Setting sowie die sich entwickelnde Beziehung zwischen Leo und Jo so geliebt! Der Vibe des Ladens wurde wirklich ebenso gut abgebildet wie die allgemeine Atmosphäre eines Sommers nach dem Abi.
Dabei waren hier Tiefe und Leichtsinn in einer ganz tollen Balance. Die Charaktere lassen sich fallen und leben im Moment wie es als erwachsene Person nur noch selten vorkommt. Gleichzeitig beschäftigen sie aber so ernste Dinge, dass mir eng ums Herz wurde. Hier werden Themen wie Mental Health, gewalttätige Elternteile und Trauer wunderbar feinfühlig und der Hauptfigur absolut angemessen besprochen. Die liebevolle Beziehung von Leo und ihrem Bruder Ben wird für immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen. Ich fand es so toll, wie die beiden einander eine so wichtige Stütze sind.
Und auch Jo war eine tolle Männerfigur, die zwar neben Leo ein klein wenig blass erschien, aber vielleicht sollte das auch einfach das Geheimnisvolle dieser so besonderen Beziehung unterstreichen. Die Entwicklung von Bekannten zu Freund*innen zu romantischem Paar hat mir, eingebettet in die gemeinsame Leidenschaft, außerordentlich gut gefallen.
Am Ende ist dies ein Buch, das mich wie kaum ein anderes mit seiner flimmernden Atmosphäre für sich eingenommen hat. Ein Roman, der seine Lesenden sanft trägt und eine Nostalgie hervorruft, die ich in der Form lange nicht mehr hatte. Eine Geschichte, die tiefgründig ist und mit ganz viel Atmosphäre sowie Liebe besticht. Perfekte Sommerlektüre - ob Kind der 90er/00er oder nicht.











