Kunden em pfehlungen
Rezensionen von evaki:
Hawaii – Territorium – Historisch gesehen und fiktiv ergänzt
Territorium von Sabrina Janesch
Einen großen Roman hat Sabrina Janesch mit Territorium aufgelegt. Neben dem landschaftlichem, botanischem und sprachlichem Reichtum erfahren wir auch vom Sog, den dieses Land als Kolonie hatte. Wir erfahren über deutsche Zuckerbarone, englische Handelshäuser, amerikanisches Militär und Männern, die besessen nach Macht, Geld, Land und Wohlstand sind.
Von starken Frauen und deren Willen eine besondere Naturlandschaft mit ihren Ureinwohnern zu erhalten.
Auf 480 Seiten führt Janesch uns in ein historisches Hawaii in das Jahr 1893. Zur Erklärung werden erstmal Stadtplan von Downtown Honolulu und Details der Buchten von O’ahu gezeigt. Alle Akteure des Romans aufgelistet und erklärt. Beides ist für den ahnungslosen Leser unerlässlich, wenn er sich in dieses Buch begibt. Anzumerken sei, dass Hawaii, damals Hawaii-Territorium genannt wurde.
Zu meiner großen Begeisterung spielen Frauen eine wichtige Rolle, und zwar an vorderster Stelle die Deutschlehrerin, Gertrude Wolf, auch Medium und Beraterin der Königin. Die Journalistin Emma Nawahi, auch Gesellschaftsdame und letztlich die Königin selbst, Lili’uokalani, die ihrem verstorbenen Bruder auf den Thron nachfolgte. Diese kluge Frau gründete mehrere Schulen, damit jungen hawaiianischen Frauen eine ordentliche Ausbildung und Erziehung genossen. Ihre Vorliebe galt der Musik und so komponierte Sie, vor ihrer Zeit als Königin, über 100 Lieder und Musikstücke.
Davon erfahren wir im Buch leider weniger, denn womit wir konfrontiert werden, ist die Annexion Hawaiis von Amerika, Kampf zwischen Hawaiis Royalisten und Unabhängigkeitsverfechtern gegen Putschisten und Annexionsbefürwortern.
Wen wundert’s da, wenn im fiktiven Part Ähnlichkeiten mit aktuellen Akteuren zu finden sind.
Wer noch mehr Einstimmung braucht, dem empfehle ich das berühmteste Lied von Lili’uokalani, das Aloha’Oe.
Wer intensiv Italienisch lernen will, hat damit seine größte Freude!
Italiano! Italienisch lernen für Anfänger | Lernkrimi Italienisch A1-A2 | Un caffè amaro per il professore | Mit Audios, Vokabeln und Übungen von Paola Fanti
Der Ehrengut Verlag hat mit Paola Fanti italienische Lernkrimis aufgelegt, die eine tolle Bereicherung zu den traditionellen Schul- und Sprachlernbüchern sind. Schon allein das vielseitige Lernangebot mit italienischem Text, markierten Lernwörtern, Übersetzung, Vokabeln, Redewendungen, Satzteilen, Zeichnungen, Fragen zum Text und was ich besonders lehrreich finde, der Möglichkeit, Audios zum Text, von Muttersprachlern gesprochen, zu hören.
Der zusammenhängende Text, hier ein Lernkrimi, der an einer Universität spielt und über 18 Kapitel geht, kann so wunderbar häppchenweise gelesen, gelernt, gehört und geübt werden. Einzige Anmerkung wäre, dass ein A1 Schüler damit sicher noch weit überfordert wäre. Aber natürlich gilt auch hier: "Probieren geht über Studieren" und somit kann ich jedem nur empfehlen sich dieses handliche Buch zum Selbstlernen zu besorgen! Buona Fortuna!
Schlaue und spannende Erlebnisse mit kleinen Nagetieren
Die heimlichen Haustier-Helden, Band 1 - Ein vernagter Fall von Gina Mayer
Die heimlichen Haustier Helden von Gina Mayer führen uns, im ersten Band mit ein vernagter Fall, zum kleinen Hamster Mütze mit seinem Teo, zu den Meerschweinchen Mockel und Wockel mit ihrer Mara, der schlauen Orphelia Ratte und Ed dem Eichhörnchen. Wir erfahren, daß sich auch Tiere um Ihre Menschen sorgen und helfen wollen, damit es allen wieder gut geht.
Da sind spannende Ausflüge und aufregende Abenteuer zu bestehen, damit alle wieder wohl behalten nach Hause finden. Der ansprechende Text in großer Schrift lässt sich gut lesen. Die Kapitel sind interessant und nicht zu lang. Zusätzlich erklären die liebevoll gestalteten Illustrationen von Susan Batori die Geschichten sehr lebendig. Beim Lesen des Buches kann man auch Punkte bei Antolin sammeln, was natürlich nochmal anspornt. So mancher kleine Haustierbesitzer wird sich hier wiederfinden!
Wandern mit Tiefgang
Alte Pfade von Alexa Hennig von Lange
Alexa Hennig von Lange führt uns sehr feinfühlig nicht nur durch die rauen schottischen Naturschönheiten, sondern auch zu unbewältigten Familiengeschichten. Liliane ist unsere Protagonistin, die frisch geschieden mit ihren eigenen Problemen beschäftigt ist. Auf dem Weg aus ihrem Spanienurlaub nach Hause, will sie Ihren 90 jährigen Vater besuchen.
Doch aus dem Besuch wird eine Fahrt nach Schottland, wo der Vater mit Herzinfarkt im Krankenhaus liegt und wie sich herausstellt, ganz alleine nochmals auf den Spuren seiner Jugend, als Student, durch die schottischen Highlands wandern will. Ob das Abenteuer gelingt, was Liliane in Schottland alles erfährt, hängt viel mit unbewältigten Familiendramen zusammen und lässt an vielen Stellen innehalten und nachdenken. Bei genauem Hinschauen kann der Leser auch für sich einige Lebensweisheiten mitnehmen, denn die Schwierigkeit über Probleme zu sprechen, ist vielen Familien bekannt.
Toxische Männlichkeit und noch viel mehr
Buberlpartie von Petra Hartlieb
Buberl Partie, ein wirklich guter Kriminalroman, so wie wir ihn von Petra Hartlieb kennen. Allein schon die unterschiedlichen Typen, im österreichischen Umfeld machen diesen Roman lesenswert. Kleiner Tipp meinerseits: Gönnen Sie sich, neben der Printausgabe, den Hörgenuss des Hörbuchs, gelesen von Johann Nicolussi.
Sie werden noch mehr Vergnügen haben und große Sehnsucht nach einer Spritztour in’s benachbarte Österreich.
Im Mittelpunkt steht natürlich Alma Oberkofler, Chefinspektorin, die meisterhaft alle Fäden zusammenhält, zusammen mit Ihren Kollegen, die allesamt liebenswerte Charaktere sind. Der Fall beginnt mit einem Unfall am Karfreitag vor und in einem Lieblingscafehaus, der Wiener Promiszene. Alma ist zufällig mit einer Freundin als Gast anwesend und kann so später wichtige Augenzeugenberichte zur Aufklärung beisteuern. Schließlich kommen dabei vier Menschen um’s Leben, die vorderhand zufällig am selben Ort waren und so leider alle gemeinsam in dieses Unglück geraten sind.
Viele Wortwitz und österreichischer Charme begleitet uns durch alle Ermittlungen, dass wir am Ende eher betrübt sind, dass 383 Seiten so schnell gelesen sind.
Was ihr wollt – fulminantes Leben mit Liebe, Glück und Leid
Was wir von ihr wissen von Rebecca Fallon
‚Was wir von ihr wissen‘ ist Rebecca Fallon’s packender Debutroman, wunderbar von Juliane Zaubitzer übersetzt, im mare Verlag erschienen. Ein Blick auf’s Cover zeigt uns treffend, um was und wen es geht.
Der Roman beschreibt das Leben von Susan als Frau, Mutter und Schwester und gleichzeitig Margie, die Schauspielerin, Kollegin, Freundin und Geliebte.
Der Einstieg startet am Ende, denn wir beginnen bei Ihrer Meeresbeisetzung mit Mann und den Zwillingskindern. Von da ab springt der Roman zwischen einem Zeitraum von ca. 30 Jahren vor und zurück in dem wir viel über Susan’s aufregendes vielseitiges Leben erfahren.
Alles wird miterlebt, sei es das Glück als Kind, der Erfolg als Schauspielerin, der Reiz einer Geliebten, die Liebe zu Mann und Kindern oder am Ende das Schicksal einer Krankheit. Ein spannendes Buch, dass uns viel aufzeigt und über dem die Liebe zum Leben und den Menschen steht. Ein Jahreshighlight mit starker Leseempfehlung
Kann Liebe blind machen? Was zu beweisen wäre ...
Fremde von Belle Burden
Respekt oder besser Hut ab, vor soviel Mut zur Wahrheit! Wollen wir's nicht zu kompliziert machen. Fakt ist, dass es in den besten Familien kriseln kann. Gründe dafür lassen sich endlos aufzählen. Welche Alarmglocken vielleicht schon vor der Ehe anspringen, worauf zu achten ist und wie wir darauf reagieren könnten, erzählt uns Belle Burden in unaufgeregtem Ton mit vielen eigenen Beispielen.
Warum die wunderbare Liebe uns trotzdem den Blick trüben kann, erfahren wir gleich mit. Dass ein Ende mit Schrecken dabei besser ist als ein Schrecken ohne Ende, ist nicht nur ein altes Sprichwort, es hat anscheinend schon Zuviele getroffen, als dass man es verneinen würde. Es bleibt der Wunsch, dass dieses warnende Buch möglichst viele Frauen vor bösen Überraschungen schützen möge und ihnen Mut macht, ihre Liebe auszuleben ohne auf ein dickes Ende zu treffen.
Geht nicht - gibt's nicht! Und ein Blick zurück mit etwas Wehmut.
Alleinruhelage von Eva Menasse
So begleiten wir Eva Menasse dann also nach Vorpommern, wo unser Objekt in 'Alleinruhelage' liegt. Ein Ferienhaus soll für den Verkauf generalüberholt werden. Bevor es mit Hilfe einer Baufrau aus Moldawien und ihrem polnischen Partner soweit ist, springen wir Jahrzehnte zurück und fangen mal der Reihe nach an.
Zusammen mit der Ich Erzählerin geht's an Wochenenden und in den Ferien aus der Großstadt aufs Land. Dort findet die Patchwork Familie mit einem gemeinsamem Kind und Kindern aus den Ehen zuvor, in einem ehemaligen Wirtshaus neben einer Datschensiedlung, an einem idyllischen See bei Vogelsang ein Zuhause. Wir lernen viel aus dem ostdeutschen Sprach- und Kulturraum, herrlich auflockernd und charmant vermischt, mit österreichischen Feinheiten, die das Buch so ganz besonders machen. Die ältere Lesegeneration wird vieles freudig wiedererkennen, wenngleich ein gewisser Herzschmerz mitschwingt.
Schwestern können so viel mehr!
All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer
Was für ein packender Debütroman, den uns Cora Wucherer hier mit "All die Farben, all das Licht" in die Hände legt. Es geht um zwei ganz unterschiedliche Schwestern, die gemeinsam mit Ihrem alleinerziehenden Vater wohnen. Mit 17 und 13 Jahren mag es die Hochzeit der Pubertät sein und kann trotzdem mit vielen ernsthaften Dinge verbunden sein.
Wir erfahren, dass die Mutter Liesi, bei der Geburt von Martha gestorben ist und Martha eine gewisse Last mit sich trägt. Juno, die Ältere der beiden Schwestern, eine sehr Kunst interessierte und auch begabte junge Frau leidet an einer seltenen Erkrankung und steht davor, ihr Augenlicht zu verlieren. Welche Hürden beide nehmen, um miteinander klar zu kommen, erfahren wir hier auf vielfältige sehr spannende Art und Weise. Toll liest sich alles aus den wechselnden Sichtweisen der Schwestern und trotz aller Last auch witzig und leicht daherkommt.
Am Ende siegt die Liebe
Sommerhaus von Rachel Joyce
Das Sommerhaus von Rachel Joyce ist ein wunderbarer Sommerroman, der uns mit vielen Themen beglückt. Der Einstieg kommt hier „schlappend“ daher – und passt treffend zu unseren heißen Tagen. Vier Geschwister, alle mit Flip Flops an den Füßen schlappen durch die Gassen der italienischen Dörfchens San Giulio am Orta See gelegen, an dem die Familie eine alte Villa besitzt, die gern als Urlaubssitz genutzt wird.
Danach kommt eine Sprung in’s Jahr 2015 nach London, wo die Geschwister, Netta, Susan, Goose und Iris leben, aber auch ihr Vater Vic. Im Laufe der Zeit lernen wir alle Geschwister und auch den Vater besser kennen und erhalten einen guten Einblick in das nicht wirklich einfache Familienleben. Letztlich dreht sich alles um den Vater, der sich zu einem bekannten Künstler hochgearbeitet hat und seine Werke erfolgreich vermarktet. Ein Vorteil, von dem die „Kinder“ auch finanziell profitierten. Aber lässt sich mit Geld alles regeln?
Der Vater zeigt sich als ein lustiger, lebenshungriger Geselle, der fern aller Konventionen seinen Tagesablauf gestaltet und weder finanzielle noch sonstige Einschränkungen erlebt.
Als er sich in die junge Bella-Mea verliebt, die jünger ist als seine jüngste Tochter Iris, zeigt er sich auf einmal von einer völlig anderen Seite und irritiert durch ungewohnte Umstellungen von dandyhaftem Lebe- zu streng kasteitem Ehemann. Ab hier nimmt der Roman richtig Fahrt auf und lässt uns bis zur letzten Seite nicht mehr los. Was bei immerhin 477 Seiten eine ganze Zeit in Anspruch nimmt! Am Ende gibt es viel zum Nachdenken, schon allein deshalb lohnt es sich, sich darauf einzulassen und darin abzutauchen!











