Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lydia_Te:
Impulsiv
Grüne Welle von Esther Schüttpelz
Das Cover und der Titel haben für mich vielversprechend geklungen. Zu Beginn der Geschichte war ich auch noch sehr überzeugt und fand die Handlung nachvollziehbar und realistisch. Doch je weiter die Geschichte fortschreitet, desto unrealistischer habe ich es gefunden. Die Grundidee einer Frau die aus ihrem Alltag ausbricht und einfach mit ihrem metallicblauen Golf fährt und fährt und fährt bietet eine solide Grundlage.
Doch leider finde ich es sehr unrealistisch das man 24 Stunden durchgehend Auto fährt, kaum etwas trinkt oder isst.
Ebenfalls finde ich es sehr absurd, dass die Freundin der Autofahrerin sich plötzlich sehr gut mit deren Ehemann versteht. Obwohl sie ihn laut der Geschichte noch nie leiden konnte. Und jetzt da die Autofahrerin verschwunden ist, ist die Vergangenheit vergeben und vergessen.
Alles in Allem ist der Roman sehr gut lesbar, leider gefallen mir ein paar Ideen und Wendungen im Roman nicht bzw. finde ich es nicht nachvollziehbar und unrealistisch.
Stabile 3 von 5 Sterne.
Rezensionen von Kwinsu:
Liefert im Nachgang
Liefern von Tomer Gardi
Wie ich sie verfluch(t)e: mit leisen Elektrorollern fahren sie auf Radwegen und über Fußgängerbrücken, schneiden eine im Überholen von links und von rechts und bescheren damit mehrere Schrecksekunden - Essenslieferanten. Zwar war mir klar, dass sie in prekären Lebensumständen leben, trotzdem waren sie mir ehrlichgestanden des Öfteren ein Ärgernis.
Tomer Gardi hat dem Abhilfe verschaffen und liefert mit "Liefern" ein eindringliches Bild von den Menschen, die durch unsere Bequemlichkeit nicht nur prekär, sondern fast schon versklavt leben müssen.
Wir folgen im gesamten Buch, das sich aus mehreren Erzählungen zusammensetzt, schier zahllosen Schicksalen von Menschen, die liefern. Die ihr Glück in einem anderen Land oder einer anderen Stadt suchen und egal was ihr Hintergrund ist, sie finden sich zu dieser undankbaren Arbeit, die ihnen vor allem eines beschert: Stress. Und kaum Verdienst. Sie müssen kämpfen, um ihren Online-Status nach oben zu treiben, den jede schlechte Bewertung könnte ihnen zum Verhängnis werden und ihnen ihre Lebensgrundlage entziehen.
Aber wer glaubt, Gardi tut das mit erhobenen Zeigenfinger, der irrt. Die meisten Einzelschicksale werden humorig erzählt, wir lernen Lieferanten und Lieferantinnen aus und auf der ganzen Welt kennen, erfahren Momentaufnahmen aus ihrer Biographie, hetzen mit ihnen von Auftrag zu Auftrag, verweilen mit ihnen beim Fischen und beim Erzählen über ihr Leben, lernen andere Personen kennen, die die ein oder andere Berührung mit ihnen hatten, staunen über Absurdes und darüber, dass eine Geschichte dann plötzlich abbricht.
Die Figuren, die Gardi schildert, sind nicht zwangsläufig sympathisch, oft nerven sie sogar gewaltig - besonders zu Beginn, im ersten Kapitel "Indie-Go", in dem wir Filmon als Lieferant in Israel begleiten, dachte ich mir manchmal: ich werde dieses Buch nicht beenden können, die Art und Weise dieses Typen ist einfach nur nervig. Nächste Szene, nächste Protagonist*innen und es wurde besser. Ich kann nicht leugnen, dass das Buch bis zum Schluss ein kleiner Lesekampf war, teilweise war es etwas schwer, die Zusammenhänge zusammenzubekommen, ABER: das Buch hallt nach und erst nach Beendigung fand bei mir der Prozess der Begeisterung statt. Langsam dämmerte mir, wie genial der Autor die Zusammenhänge der Figuren global zusammenführt. Und wie gesellschaftskritisch er dabei agiert, unterschwellig, denn es muss erst sickern. Es gibt viele Leerstellen, Geschichten die begonnen und nicht fertig erzählt werden, aber die Lebensgeschichten, über die wir lesen, sind nur Einzelaufnahmen und alle teilen sie das selbe Schicksal: sie sind dem kapitalistischen System ausgeliefert.
Mein Fazit: "Liefern" ist ein rasanter Roman in Episoden, der es weiß, die unterschiedlichen Protagonist*innen fein miteinander zu verweben und ihre Gemeinsamkeiten unterschwellig herauszuarbeiten. Es ist ein kritisches Buch, dass erst verdaut werden muss, ehe es seine vollkommene Wirkkraft entfaltet. Eine klare Leseempfehlung, die aber Durchhaltevermögen voraussetzt.
Rezensionen von MIi:
Sie hassen sich - sie lieben sich
Liefern von Tomer Gardi
Dieses war die erste Geschichte von Ursa Jaumann die ich gelesen habe - und was soll cih sagen?
Wow - ich brauche unbedingt mehr Bücher von dieserAUtorin.
Das Zusammenspiel von Handlung, Figuren und Setting ist der Wahnsinn.
Aber von vorne, es geht um zwei Menschen die sich hassen ,erat, tödliche Prüfungen und Zusammenarbeit.
Die Geschichte selbst ist von der japanischen Welt inspiriert und greift viele Themen auf.
Man erlebt die Geschichte durch Saya und Teno, beide tragen ein Geheimsnis in sich.
Man verstand die Hintergründe im laufe der Geschichte immer mehr, das Zusammenfinden der beiden Protagonisten gelang der Autorin richtig gut.
Die Handlung und der Schreibstil haben mich nur so durch das Buch fliegen lassen,
All die Geheimnisse, Gefahren,, die Suche nach der Wahrheit- es passierte soviel.
Der Gottkaiser - was war denn bitte das?
Ich kann jedem Japan und Fantasyfan dieses Buch absolut empfehlen.
Rezensionen von PMelittaM:
Wunderbarer Roman über eine wunderbare Autorin
Astrid Lindgren von Susanne Lieder
Es wird wohl kaum jemanden geben, der den Namen Astrid Lindgren nicht kennt, die meisten dürften auch ihre Bücher oder deren Verfilmungen kennen. Doch, wer weiß etwas über die Person Astrid Lindgren? In diesem Roman erfährt man einiges über sie.
Der Roman erzählt die Jahre 1929 bis 1958, nicht durchgehend, sondern jeweils prägende Abschnitte.
Astrid wird jung schwanger und muss ihren Sohn in eine Pflegefamilie geben, da sie nicht für ihn sorgen kann. Lange kann Lasse dort nicht bleiben, schon 3 Jahre später muss Astrid ihn zu sich holen, obwohl das ihr Leben verkompliziert, macht es sie auch glücklich. Mit diesem Ereignis startet der Roman. Geschichten erzählen gehört von Anfang an zu der Beziehung zwischen den beiden dazu.
Später wird Astrid heiraten, Ihr Ehename ist Lindgren, und sie bekommt ein zweites Kind, eine Tochter, für die Astrid die Geschichten von Pippi Langstrumpf erzählt, und diese führen schließlich dazu, dass Astrids Geschichten verlegt werden. Ich fand diesen Weg schön und interessant zu lesen, ebenso die Entstehung einiger anderer Geschichten. Interessant ist aber auch ihr beruflicher Werdegang abseits des Geschichtenerzählens. Eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen ihre Eltern und Geschwister, man erfährt einiges über sie und auch über Astrids Kindheit. Wer Bullerbü kennt, hat eine gewisse Ahnung von dem Ort, an dem Astrid und ihre Geschwister aufgewachsen sind, und an dem sich auch ihre Kinder sehr wohlfühlen.
Mir war Astrid sofort sympathisch. Sie behält auch als erwachsene Frau ihre kindliche Seite, tobt mit ihren Kindern, hat Spaß und ist albern, ich kann das sehr nachfühlen. Astrid macht aber auch viel mit sich selbst aus, so zum Beispiel Probleme in ihrer Ehe. Man lernt hier eine interessante, liebenswerte und liebevolle Frau mit großer Phantasie kennen.
Susanne Lieder ist es gelungen, mir die Person Astrid Lindgren sehr nahe zu bringen. Der Roman lässt sich wunderbar lesen, Astrid und ihre Welt wurden vor meinen Augen lebendig. Wer Astrid Lindgren als Autorin mag, wird wahrscheinlich auch dieses Buch mögen.
Rezensionen von Leserin:
Eine zweite Chance
Forever with the Boss von Ava Cooper
Phil Bennett, der CEO von NexGen, der für seine Arbeit lebt, ist der dritte im Bunde der "CEO of Boston"-Reihe von Ava Cooper.
Seine erste Begegnung mit Olivia Reed liegt schon fünf Jahre zurück. Wer hätte gedacht, dass sie ihm noch einmal begegnen wird. Aber, man sieht sich immer zweimal im Leben.
Nachdem ich die ersten beiden Teile gelesen habe, war ich natürlich gespannt darauf, Phil endlich näher kennenzulernen. Da alle Figuren wiederkehrend sind, war er kein Unbekannter.
Die Einblicke in die Firma, die Arbeit von Olivia und Phil, nehmen viel Raum ein, was ich sehr interessant und informativ fand. Die privaten Szenen waren aufregend, denn Anziehungskraft zwischen beiden bestand definitiv, aber bis sie zueinander finden, das braucht seine Zeit.
Ein schöner Roman, der vor allem durch seine Figuren besticht, die für jede Menge unterhaltsamem Lesespaß sorgen!
Knisternde Spannung, Romantik und ein kleines bisschen Drama! Authentisch, liebenswert, mit Herz und Gefühl!
Rezensionen von peedee:
Wenn Panik regiert
Was hält, wenn nichts mehr hält von Brian Johnson
Der Glauben ist für Brian Johnson seit seiner frühesten Kindheit elementar, wächst er doch in einer tiefgläubigen Familie auf. Als Siebenjähriger erlebt er erstmals Panikattacken, die ihn während vieler Jahre ungebetenerweise begleiten sollten. Er bekämpft die Panikattacken mit Lobpreis und Gebet – und mit Hilfe seiner Familie.
Als Erwachsener baut er mit seiner Frau das Musiklabel „Bethel Music“ auf und schreibt preisgekrönte Songs. Doch dann kommt die Panik zurück und all die erlernten Mechanismen aus seiner Kindheit helfen nicht. Er fällt in ein tiefes Loch…
Erster Eindruck: Ein sehr reduziertes, dunkles Cover, bei dem nur die Hälfte des Gesichtes zu sehen ist – eindrücklich.
Wer selbst einmal Panikattacken erlebt hat, weiss, dass sich Todesangst und Verzweiflung ausbreiten und man das Gefühl hat, einen Herzinfarkt zu erleiden. Wenn die Panik vorbei ist, ist man zutiefst erschöpft. Und dann kommt die Angst vor der Angst, der nächsten Attacke. So ist es zumindest mir persönlich ergangen. Ein zutiefst entmutigendes Gefühl – bei der nächsten Panikattacke scheint alle Hoffnung, die sich zwischen zwei Episoden aufgebaut hat, wieder dahin. Ich war daher sehr gespannt, wie Brian Johnson damit umgegangen ist.
„Das muss doch aufhören. Ich kann nicht atmen. Ich ersticke.“
Es ist tragisch, dass er bereits als Kind unter Panikattacken gelitten hat. Mir war nicht bewusst, dass auch schon Kinder davon betroffen sein können. Es hat mich sehr berührt, wie seine Eltern damit umgegangen sind: immer auf Gott vertrauend und auf ein gutes Ende hoffend. Die Ausdauer, Inbrunst, mit der Lobpreis gesungen wurde, war beeindruckend. In meinem persönlichen Glaubensleben kenne ich das nicht, ebenso wenig wie Dämonen und Hexen.
Die Verzweiflung bei Panikattacken betreffen nicht nur den einen Menschen, der diese gerade erlebt, sondern auch seine Familie. Es ist sehr schön, dass Brian diese immer an seiner Seite weiss, ebenso wie gute Freunde.
Ich mag sehr gerne Erfahrungsberichte, wobei ich Einblicke in andere Lebensgeschichten erhalte. In der Original-Inhaltsbeschreibung heisst es: „Ein wertvoller autobiografischer Ratgeber für Betroffene und Angehörige, der aufzeigt, dass die biblischen Verheissungen Gottes wahr bleiben, auch wenn alles andere zu zerbrechen droht.“ Autobiografisch ist das Buch absolut, aber unter einem Ratgeber würde ich mir etwas anderes vorstellen. Ich bedanke mich für die persönlichen Einblicke und die Offenheit; 3 Sterne.
Rezensionen von MIi:
Ein blumiges, spannendes Abenteuer
Emilia Blumenherz, Band 1 - Das geheime Pflanzeninternat von Luhn Usch
Das Cover ist so farbenfroh und wunderschön, dass es einem sofort ins Auge fällt.
In dieser Geschichte geht es um Emilia, ein Mädchen die mit einer megacoolen Tante und ihren Eltern auf einer versteckten Insel lebt.
Wie magisch kann denn bitte eine versteckte Insel sein.
Der absolte Knaller, sie hat einen sprechenden Vogel als besten Freund.
Magisch ist das ihre Eltern Pflanzenwächter sind und Samen längst ausgestorbener Pflanzen beschützen und hüten.
Diese Geschichte ist die Erste von Uschi Luhn die ich gelesen habe und ich war einfach begeistert.
Die Kapitel sind recht kurz, so konnte meine Tochter auch mitlesen und war ebenso egeistert wie ich.Uns hat der lebendige und altersgerechte Schreibstil sehr gefallen.
Das Zusammenspiel zwischen Fantasie und Naturkunde fand ich sehr gelungen, so konnte das Naturwissen aufgefrischt werden.
Uns hat das Buch sehr gefallen und wir hoffen beide das es bald weitere Geschichten geben wird.
Rezensionen von Annaja:
Aus Fehlern lernen
Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross
Das idyllisch, ländlich wirkende Cover erscheint in Anbetracht des ernsten Themas der Geschichte trügerisch.
Die Familie namens Blum zieht von New York nach Riverburg, eine Kleinstadt in Maine. Alles soll nun einfacher werden, ein neuer und gut bezahlter Job als Uniprofessor in der Nähe für Vater Gus und die Verwirklichung ihres Traumberufes in der Modewelt für Mutter Claire und die Kinder Hazel und Wolf hätten auch gute Schulen zu erwarten.
Ihr erworbenes Haus dort ist groß genug und die Umgebung wirkt beschaulich. Doch es kommt alles anders, denn bereits am ersten Schultag ihres letzten Schuljahres wird Hazel zum Direktor gerufen und erhält von ihm ein unmoralisches, übergriffiges Angebot. Hazel sagt Nein.
Die schreckliche Situation verstört die gesamte Familie. Es sollte doch öffentlich gemacht werden, der Meinung sind alle, aber Hazel wehrt sich, sie hat Angst vor den Konsequenzen. Sie wollte doch nach der Schule an die beste Universität, denn sie will unbedingt Schriftstellerin werden, doch nun sind alle Ziele in weite Ferne gerückt. Aber es kommt doch alles rasch ans Licht, wird publik, Hazel wird sofort gemobbt. Es entwickelt sich eine eigene Dynamik in der Sache, die Folgen für alle Beteiligten hat, letztendlich wird auch der Schulleiter gezwungen, sich dem Druck zu beugen.
War es denn falsch, sich zu wehren?
Hazel wird in der Geschichte als besonders strebsame, aufrichtige junge Frau dargestellt mit dem typisch amerikanischen Enthusiasmus.
Die Botschaft ist, dass man das Richtige sagen soll, wenn es darauf ankommt.
Ein moderner Unterhaltungsroman, der sehr aktuelle Themen aufgreift und nachdenklich macht.
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Weitere Rezensionen
Rezensionen von tinten_fischchen:
Die Dinos sind los
tiptoi® Wieso? Weshalb? Warum? junior - Dinosaurier von Cee Neudert
Bei dem Dinosaurier-Buch handelt es sich um das erste Buch aus der Wieso-Weshalb-Warum Junior Reihe das wir ausprobiert haben. Für die Altersgruppe haben wir bisher nur mit der "Abenteurer Großwerden" Reihe und den Liederbüchern Erfahrung.
Das erste das ins Auge sticht ist das Format.
Das Buchformat ist kleiner als die Bücher der anderen Reihen. Dadurch ist es aber auch leichter zum mitnehmen.
Das Thema ist sowieso eine sichere Bank, auch bei Kleinkindern. Es eignet sich hervorragend für die Phase in der Kinder alles Wissen wollen und viele Fragen stellen. Besonders gut haben mir die Bilder gefallen. Der Illustrator Raimund Frey schafft es die Urzeitwesen süß darzustellen. Auch die Farbgestaltung ist für kleinere Kinder ansprechend.
Inhaltlich ist es der Altersgruppe angemessen. Die Dinosaurier-Sounds sind bei uns auch sehr gut angekommen. Das interaktive Lernen macht den Kindern sichtlich Spaß.
Einziger Wehrmutstropfen: Das Dinosaurier-Lied ist nicht gut angekommen. Dazu ist der Text zu simpel und ein bisschen zu eintönig. Zum Hörspiel kann ich noch recht wenig sagen, mein Kind ist an so langen Hörspielen noch nicht interessiert. Aber dadurch besteht die Möglichkeit dass das Buch uns über Jahre noch Freude bereiten kann.
Rezensionen von Kwinsu:
Eine Erleuchtung für die Spirituellen
Tage des Lichts von Megan Hunter
Gleich vorweg: ich bin absolut unspirituell und unreligiös und habe kein Talent darin, Spuren dieser Wahrnehmungsformen zu entdecken. Das ist auch der Grund, warum ich diesen Roman auch nicht verstanden habe. Erst durch die intensive Diskussion mit anderen ist mir dahingehend ein Licht aufgegangen - allerdings macht diese Erkenntnis aus "Tage des Lichts" für mich auch kein gutes Buch, weil ich Haltung und Geschehen einfach nicht nachvollziehen kann.
Es geht in diesem Buch um Ivy, deren Lebensgeschichte anhand von 6 ausgewählten Tagen erzählt wird. Mit 19 Jahren muss sie ein traumatisches Ereignis miterleben: ihre geliebter Bruder Joseph ertrinkt beim gemeinsamen Schwimmen. Während er um Hilfe schreit, ist Ivy zwar neben ihm, schwebt aber geistig in anderen Dimensionen und bekommt somit auch seinen Todeskampf nicht mit. Seine Leiche wird nie gefunden. Das beschäftigt Ivy zeitlebens, nicht aber die anzunehmenden Schuldgefühle, die sie haben könnte. Die weiteren Tage werden im Laufe ihres langen Lebens erzählt, zum Schluss ist sie 80 Jahre alt. Ihr Leben war durchaus bewegt - Anziehung zu einen wesentlich älteren Mann (der sie absurderweise schon als Baby heiraten wollte), Kinder, die wirklich innige Liebe zu einer Frau, eine unerwartete, religiöse Entscheidung, die ihr Leben schlagartig verändert und das gute Ende zum Schluss. Das alles umrahmt von ihrer Familie, die fix im Künstler*innen-Milieu verankert ist und entsprechend enttäuscht ist, dass Ivy nicht auch künstlerische Avancen an den Tag legt. Die Geschichte erstreckt sich im Zeitraum von 1938 bis ins Jahr 1999, immer zur Osterzeit in England.
Mit der Sprache der Autorin hab ich mir nicht leicht getan. Sie schreibt schon eingängig, aber besonders die ersten 50 Seiten haben sich für mich enorm gezogen, ich hab kaum mehr Erinnerung daran, außer, dass ich Sätze immer und immer wieder lesen musste, ohne dass sie hängen blieben. Danach wird es besser, aber so richtig in den Bann gezogen hat mich das Buch nicht. Hinzu kommen einige schräge Metaphern, die einen staunen lassen - ist das Kreativität oder tut das weh, wenn beispielsweise ein Phoenix aus den Fluten steigt oder Lebenserfahrungen an ihrer Schwerkraft im Herzen gemessen werden. Aber vielleicht liegt hierin auch der tiefere Sinn, den ich nicht nachvollziehen kann. Durch die Diskussionen zu dem Buch wurde mir klar, dass die Autorin schwerwiegende christliche Symbolik verwendet, die sich mir mangels entsprechendem Wissen bzw. Kenntnissen nicht erschlossen. Das Thema Licht und Dunkelheit zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, auch wenn ich die Lichterscheinungen oft schwerlich finden konnte. Das hat wohl ebenfalls etwas mit Spirituellem zu tun. Dass dadurch aber jegliche Realität ausgeblendet wird, ist für mich allerdings vollkommen unverständlich.
Die Geschichte wird mittels personalem Erzähler erzählt, dieser führt uns ganz nah zu Ivys Empfindungen. Es scheint, als würde sie in ihrer Geistesblase schweben und nur schwerlich Bezug zur Realität finden. So sitzt sie - während die Bomben über England fallen - mit ihrer Liebe am Dach und betrachtet die romantischen Aspekte des Raketenflugs. Grundsätzlich scheint Ivy eine Getriebene zu sein, aber niemals eine Suchende. Dinge passieren ihr, ohne, dass sie sie bewusst lenkt. Und vor allem: sie weiß nie was sie will. Wer kennt es nicht, aber so als komplette Lebensgeschichte erzählt, wirkt das auf mich sehr unglaubwürdig. Oder halt spirituell.
Mein Fazit: "Tage des Lichts" wird sicher viele begeistern, die sich als spirituell bezeichnen. Für mich, die keinen Zugang dazu hat, war das Buch eine Mischung aus Ärgernis und Unglaubwürdigkeit, mit wenigen, aber doch vorhandenen Eingänglichkeiten.










