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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lydia_Te:

Ungeahnter Lebensweg

Ochsenkopf von Manik Sarkar

"Ochsenkopf" von Manik Sarkar trägt auf dem Cover passend: einen Ochsenkopf.
Und wer bei Ochsenkopf sofort an Sturkopf denkt, springt schon mit einer passenden Erwartungshaltung in den Roman. Denn hier geht es um Rensing Junior. Er wächst in einer Metzger-Familie auf und hat daher schon einen vorbestimmten Weg den er auch bereitwillig einschlägt.

Das tragikomische daran: er besitzt ein außergewöhnliches Talent das ihm die Fähigkeit gibt, schon zu sehen ob ein Tier zum schlachten taugt oder nicht. Leider zu seinem eigenen Leidwesen. Denn er lebt und arbeitet in einem Dorf in dem es an Feinschmeckern fehlt. Er kann noch so teure und hochwertige Tiere einkaufen und verarbeiten, seine Kunden danken es ihm nicht.

Der Roman hat mich positiv überrascht und ist tiefgründiger als man es am Anfang vermuten möchte. Besonders gut gefällt mir die Sprache, wenn zum Beispiel die Menschen "vertierlicht" werden und die Hände als Klauen bezeichnet werden. Zudem bietet der Roman den ein oder anderen Twist den man sich nicht zu wünschen vorgestellt hat.

Alles in Allem ein gelungener Roman der zum nachdenken anregt.

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Leichte Lektüre

Au revoir und tschüss von Gudrun Lochte

Das Cover und die Gestaltung des Buches gefällt mir sehr gut, das Hardcover wird mit Farbschnitt, Lesebändchen und einer besonderen Seite in der Mitte des Buches geliefert.
Grob geht es im Roman um Caro / Carolin. Sie ist 45 Jahre alt und steckt in ihrem Alltagstrott fest. Sie ist für ihren Ehemann und ihre beiden gemeinsamen Söhne da und kümmert sich um alles und jeden.

Nachdem ihr Mann schon wieder kurzfristig seinen Vorgesetzten samt Ehefrau zum Abendessen bei sich zu Hause eingeladen hat, keimt in Caro ihr Wunsch auf, eine Sprachschule in Südfrankreich zu besuchen.
So weit so gut. Die Rahmengeschichte ist interessant und bietet viel Potenzial.
Der Schreibstil ist meiner Ansicht nach leicht verdaulich und liest sich schnell.
Die Figuren in der Geschichte sind realitätsnah und authentisch.
Für meinen Geschmack ist das Gesamtpaket leider etwas klischeebehaftet und zu seicht bzw. zu vorhersehbar.
Trotzdem habe ich den Roman gern gelesen.

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Schwacher Nachfolger

Fliegt, Wilde Schwäne von Jung Chang

Da ich bereits "Wilde Schwäne" gelesen habe, war ich positiv überrascht, als ich den zweiten Teil dieser Reihe entdeckt habe.
Diesmal geht es um die Autorin, ihre Mutter und Mao Zedong.
Zu Beginn des Buches war es teilweise eine Wiederholung des ersten Buches "Wilde Schwäne", was für Personen, die dieses Buch nicht gelesen haben zum Vorteil wird.

Für alle anderen ist es eine nette Auffrischung falls es schon länger her ist als man es gelesen hat.
Leider bin ich vom Buch etwas enttäuscht worden. Es war zwar interessant zu erfahren wie es der Autorin Jung Chang in ihrer Freiheit ergangen ist, aber irgendwie hat das gewisse etwas gefehlt.
Zudem kommen im Buch viele Wiederholungen vor. Kann vom Vorteil sein wenn man das Buch nicht in einem Rutsch liest und immer wieder eine Auffrischung bekommt um welche Personen es sich gerade handelt. Für Menschen die das Buch aber innerhalb kurzer Zeit lesen, kann das schnell ermüdend wirken.
Außerdem habe ich den Eindruck, dass das Mao Thema etwas zu sehr gemolken wird. Es stimmt schon, dass man ihn auf eine Stufe stellen kann neben Hitler und Stalin. Aber ich befürchte, dass die Forschungsreisen etwas zu sehr für den neuen Roman herhalten mussten.
Ich verstehe den Hintergedanken der Autorin aber schon, "Wilde Schwäne" handelt von 3 Personen, daher macht es sich gut wenn "Fliegt, Wilde Schwäne" ebenfalls von 3 Personen handelt.
Alles in allem war die Lektüre in Ordnung.
Ich würde aber definitiv den ersten Teil empfehlen.

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Selbstfindung

Heimkehr nach Morioka von Yuki Ibuki

"Heimkehr nach Morioka" dreht sich um die siebzehnjährige Mio, die in der Schule gehänselt wird und es dermaßen ausartet, dass sie sich bald nicht mehr in die Schule traut. Zu sehr lastet die Angst auf ihr. Als die Situation überhand nimmt, flüchtet sie zu ihren Großvater nach Morioka der eine Wollmanufaktur führt.

Ihre Eltern sind davon nicht begeistert, denn Mio soll die Oberschule beenden doch es wäre möglich, dass sie das Jahr wiederholen muss aufgrund der vielen Fehltage. Mio macht sich darüber natürlich auch viele Gedanken, doch viel zu oft kommen zwischen ihr und ihren Eltern Missverständnisse auf weil Mio schweigt. Sie schweigt deswegen, weil sie nachdenken muss und sich nicht sofort gut artikulieren kann. Ihr Großvater hingegen versteht sie und kann sich besser in sie hineinfühlen (trotz der vielen Jahre ohne Kontakt).
Der Roman beschreibt also Mios Leben und wie sie langsam ihren Weg findet. Sie findet zu Selbstbewusstsein und schafft es letztendlich auch eigene wichtige Entscheidungen zu treffen.
Teilweise konnte ich mich in Mio gut hineinversetzen, da die Möglichkeiten heutzutage einen fast erdrücken können. Und wie soll sie bereits mit 17 Jahren wissen, was sie mit ihrem Leben anstellen soll. Nicht jeder hat das Glück, bereits im Kindergarten davon zu träumen, Tierärztin o.ä. zu werden.
Die Geschichte hat mir gut gefallen, auch wenn sie im zweiten Viertel etwas langatmig war.
Ich konnte mich gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen und die Situationen sind schön beschrieben.
Zudem war ich positiv überrascht, wie emotional und offen die Protagonisten waren. Das habe ich in anderen japanischen Romanen etwas vermisst. Das Schweigen ist in diesem Fall immer leiser geworden.

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Leicht wie eine Feder

Ich erzähle von meinen Beinen von Cornelia Travnicek

Beim lesen habe ich mich gefragt, wie der Titel zum Buch passt. Jetzt am Ende, während ich die Geschichte in meinem Kopf nochmal Revue passieren lasse, ist es ganz eindeutig.
Die Geschichte dreht sich zu Beginn um Wallys Tochter - Vallie. Bei ihr wird ADHS diagnostiziert. Schnell aber dreht sich die Geschichte und Wally rückt in den Mittelpunkt.

Wie es ihr selbst geht, wenn der Tag zu wenige Stunden hat. Warum sie das Thema ADHS ganz besonders beschäftigt. Aber auch ihr Ehemann und ihre Tochter spielen im Roman weiterhin eine wichtige und tragende Rolle.
Cornelia Travnicek schafft es, ernste Themen wie ADHS, Familie, Beziehung, Freundschaft in einem Roman mit knapp 400 Seiten zu packen, ohne das es dabei überladen wird oder zu viel wirkt.
Zu Beginn hatte ich etwas Respekt vor der Seitenanzahl, aber ich bin nur so durch den Roman geflogen und wollte immer mehr lesen.
Ihr Schreibstil und die Sprache sind sehr gut lesbar und verständlich.
Ganz besonders gut gefallen hat mir der Schriftsatz. Man ist es gewohnt das die Seiten voll bedruckt sind. Nicht aber hier. Manchmal reicht ein kurzer Satz für eine ganze Seite, ganz unten, am Rand, rechtsbündig. Und alles ist gesagt.
Cornelia schafft es dadurch, dass diese einprägsamen Sätze einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

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Tiefgründig

Das Jahr der Schmetterlinge von Lea Korsgaard

Aufgrund des Titels habe ich mir einen oberflächlichen Roman/Aufzeichnung erwartet. Doch ich wurde glücklicherweise positiv überrascht. Zwar erzählt uns Lea Korsgaard von ihrem Abenteuer, in einer Saison alle dänischen tagaktiven Schmetterlinge sehen zu wollen, doch das Buch ist mehr als eine reine Erzählung.

Immer wieder streut sie interessante Fakten und wissenswertes ein, welche Rolle die Schmetterlinge in der Vergangenheit im Leben der Menschen gespielt haben. Wie früh die Menschen Schmetterlinge bereits wahrgenommen und ihnen eine wichtige Rolle zugesagt haben. Bereits in Höhlenmalereien waren Schmetterlinge zu entdecken. Oder wie es dazu kommt, dass der Krieg für Schmetterlinge geeignete Lebensräume schafft. Aber auch von ihrer Familie wird erzählt, wie sie teilweise die Touren durchs Land akribisch planen muss, weil sie nur einen Tag Zeit hat einen bestimmten Schmetterling zu sehen.
Es war für mich ein überraschendes, interessantes Buch und seit ich das gelesen habe, betrachte ich Schmetterlinge mit anderen Augen!

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Sprunghaft

Wassermann von Lukas Hoffmann

Zu Beginn vom Debüt von Lukas Hoffmann war ich skeptisch. Die Geschichte ist mir so oberflächlich vorgekommen wie die Gespräche die der Protagonist Luk im Roman führt. Mehr Small-Talk als tatsächliche Gespräche. Er will sich nicht öffnen, zum einen um sich selbst zu schützen, zum anderen um die anderen zu schützen.

Im Laufe der knapp 250 Seiten hat sich das jedoch gebessert, Luk erfährt im Laufe der Geschichte den Beginn einer Verwandlung bzw. Besserung.
Der Schreibstil, die Sprache und die Sprunghaftigkeit der einzelnen Sätze erinnert mich an die heutige Jugend und ihre Oberflächlichkeit. Das passt für mich persönlich nicht ganz zum Alter von Luk, spät in der Geschichte erfährt man, dass er 27 Jahre alt ist.
Der Hauptgrund warum Luk aus Deutschland nach Barcelona flüchtet, ist die Krankheit seiner Mutter. Zum einen kann ich verstehen, dass er sich selbst schützen will und eine Auszeit von ihrer Krankheit braucht. Zum anderen verurteile ich ihn, weil er seine Mutter alleine und im Stich lässt.
Dafür ist dem Autor der mittlere Teil sehr gelungen und ich war den Tränen nahe.
Jetzt wo wir wissen, das Luk 27 Jahre alt ist und studiert und nebenbei einen Job hat dem er sich nur halbherzig und unregelmäßig widmet, frage ich mich, wer seinen Lebensstil finanziert. Im Verlauf der Geschichte reist er immer von einem zum nächsten Ort. Erst ganz am Ende kommt er auch in die unvermeidliche Geldnot.
Alles in Allem gebe ich dem Buch stabile 3 Sterne. Für meinen Geschmack gibt es im Buch zu viele Ortswechsel und teilweise nicht notwendige Passagen (Beispiel David, hat eigentlich keinen tieferen Sinn in der Geschichte). Jedoch hat es mich zum Nachdenken angeregt und emotional bewegt.

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Provokant

Es war nicht anders möglich von Svenja Liesau

Auf Vorablesen habe ich leider einen falschen Eindruck über das Buch erhalten. Hätte ich gewusst was mich erwartet, hätte ich mich nicht auf dieses Buch beworben.
Zu Beginn fand ich den Roman noch recht humorvoll und interessant. Doch je weiter die Storyline fortschreitet, desto fragwürdiger und provokanter finde ich das Geschriebene.

Ich bin mir nicht sicher was Svenja Liesau mit "Es war nicht anders möglich" erreichen will. Vielleicht spiegelt der Titel auch nur den zusammengewürfelten Inhalt des Buches wieder.
Teilweise frage ich mich beim lesen, in welchem Wahn dieser Roman geschrieben wurde. Ob hier eine arbeitslose, offensichtlich verwahrloste Alkoholikerin angepriesen wird, oder ob das Geschriebene gezielt provozieren soll. Oder vielleicht bekommt man hier einfach einen Einblick in ein aussichtsloses Leben das von Bar zu Bar lebt und von Drink zu Drink.

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verstörend und faszinierend

Melken von Sanna Samuelsson

Verstörend und zugleich faszinierend. Mit „Melken“ ist Sanna Samuelsson meiner Meinung nach, ein kleines sprachliches Meisterwerk gelungen. Die Autorin erzählt von Ellen, die sich nach einer Trennung zurück in ihr zu Hause verkriecht. Nur leider wohnen da mittlerweile fremde Personen. Zum Glück sind diese aber verreist und haben das altbekannte Schlüsselversteck beibehalten.

So kommt es, dass sie in ihrem eigenen kleinen Bullerbü ihre Wunden leckt. Das Hauptaugenmerk wird dabei aber nicht auf die Trennung gerichtet (ihre Freundin Diana hat die Beziehung beendet) sondern auf ihre Scham die sie schon als Kind empfand, weil sie auf einem Bauernhof aufgewachsen ist. Immer wieder achtet sie in ihrer Kindheit und Jugend penibel darauf nicht zu stinken, ja nicht mit ihren Schuhen in Kuhfladen zu treten. Doch jeder Weichspüler und jedes Parfum sind vergebens.
Der Roman hat mich sehr überrascht mit seiner Widersprüchlichkeit, in ihrer Jugend will Ellen vom Bauernhof flüchten und als Erwachsene sucht sie genau dort Zuflucht. Die Sprache gefällt mir auch sehr gut, obwohl sie intensiv und stellenweise sehr körperlich ist, verleiht das dem Roman seinen gewissen Charme.

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Impulsiv

Grüne Welle von Esther Schüttpelz

Das Cover und der Titel haben für mich vielversprechend geklungen. Zu Beginn der Geschichte war ich auch noch sehr überzeugt und fand die Handlung nachvollziehbar und realistisch. Doch je weiter die Geschichte fortschreitet, desto unrealistischer habe ich es gefunden. Die Grundidee einer Frau die aus ihrem Alltag ausbricht und einfach mit ihrem metallicblauen Golf fährt und fährt und fährt bietet eine solide Grundlage.

Doch leider finde ich es sehr unrealistisch das man 24 Stunden durchgehend Auto fährt, kaum etwas trinkt oder isst.
Ebenfalls finde ich es sehr absurd, dass die Freundin der Autofahrerin sich plötzlich sehr gut mit deren Ehemann versteht. Obwohl sie ihn laut der Geschichte noch nie leiden konnte. Und jetzt da die Autofahrerin verschwunden ist, ist die Vergangenheit vergeben und vergessen.

Alles in Allem ist der Roman sehr gut lesbar, leider gefallen mir ein paar Ideen und Wendungen im Roman nicht bzw. finde ich es nicht nachvollziehbar und unrealistisch.
Stabile 3 von 5 Sterne.

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