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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lydia_Te:

Toni oder Antonia

Im Leben nebenan von Anne Sauer

Toni und Antonia. Zwei Mal die selbe Person und doch grundverschiedene Leben.
Vom einen auf den anderen Tag wacht Toni auf und ist plötzlich Antonia: verheiratet mit ihrer Jugendliebe, frischgebackene Mutter und wohnt in dem Dorf in dem sie aufgewachsen ist. Ihr eigentliches Leben ist ruckartig wie ausradiert.

Ihre Stadtwohnung, ihr langjähriger Partner, der verzweifelte Versuch Schwanger zu werden.
Eine geniale Geschichte die mich sofort gefesselt hat. Man spürt die Verzweiflung von Antonia, weil sie überhaupt keinen Plan hat wie sie mit ihrer Tochter umgehen soll, welche Bedürfnisse sie hat oder wie sie überhaupt heißt. Gleichzeitig lebt sie aber ihr „normales“ Leben weiter, doch Überraschung: dort ist sie nicht glücklich.
Eine großartige Geschichte die aufzeigt wie ein Leben verlaufen könnte, wenn man in der Vergangenheit andere Entscheidungen getroffen hätte. Mir persönlich gefallen besonders der Schreibstil und die Sprache.

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Entschleunigend

Die Tage im Café Torunka von Satoshi Yagisawa

Wer die Bücher "Die Tage in der Buchhandlung Morisaki" und "Die Abende in der Buchhandlung Morisaki" bereits kennt, wird von "Die Tage im Café Torunka" nicht enttäuscht sein.
Der Autor Satoshi Yagisawa hat es erneut geschafft, die japanische Lebenseinstellung und -kultur in einem Buch zu verpacken.

Achtsames miteinander umgehen ist ein großer Teil davon. Die einzelnen Protagonisten im Buch sind erneut Menschen, die oberflächlich betrachtet nichts besonderes sind, aber bei näherer Betrachtung, wird einem klar, dass es sehr bedachte Menschen sind die nur das beste für seine bzw. ihre Mitmenschen möchte. Oft geht das dann auf die Kosten von einem selbst.
Das Buch wird in drei Geschichten unterteilt. Jedes Mal dreht es sich um Menschen die einen wichtigen Teil im Café Torunka einnehmen. Ich finde es sehr schön, die einzelnen Protagonisten in den anderen Geschichten wiederzufinden. Dadurch kann man sich ein besseres Bild von den Hauptdarstellern machen und lernt sie immer besser kennen.

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Absteiger

Aufsteiger von Peter Huth

Der Einstieg in den Roman "Aufsteiger" von Peter Huth, war im ersten Moment merkwürdig. Auch die ersten paar Kapitel sind recht ruhig verlaufen. Aber natürlich lässt die Spannung nicht lange auf sich warten. Der Protagonist, Felix Lich, ein alter weißer Mann, erhält den Posten als Chefredakteur nicht.

Statt ihm wird eine alte Bekannte in diese Position verfrachtet: Zoe Rauch. Für Felix gleicht dieser Schicksalsschlag einen Stich in den Rücken. Denn für ihn war sein Job immer an erster Stelle, erst dann kam die Familie.
Sehr interessant fand ich die Wendung als Felix den Job nicht erhalten hat. Seine Welt zerbricht, seine Ehe kommt an einen Wendepunkt, er trifft Zoe wieder.
Es ist bewundernswert, wie sich die Geschichte entwickelt. Sie nimmt Wendungen, mit denen man überhaupt nicht rechnet und legt dann immer noch eine Schippe drauf.

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Oberflächlich

Heimat von Hannah Lühmann

In "Heimat" beschreibt Hannah Lühmann eine Familie mit zwei kleinen Kindern, die von der Stadt aufs vermeintliche Land ziehen. Der Titel und das Cover haben mich angesprochen und ich habe mir einen tiefgründigen aufreibenden Roman erwartet.
Leider wurden meine Erwartungen enttäuscht.
Der Roman dreht sich um die Protagonistin Jana.

Sie zieht mit ihrem Mann Noah und den beiden Kleinkindern aufs Land. Zudem ist Jana erneut schwanger und hat, ohne Rücksprache mit Noah zu halten, ihren Job gekündigt. Dass dieser nicht gerade darüber begeistert ist, zumal ein Haus abzubezahlen ist, ist verständlich. Also am Land angekommen ist Jana fürs erste Vollzeit-Hausfrau. Eines Tages lernt sie Karolin kennen, die zufällig auch eine Nachbarin von ihr ist. Karoline ist überzeugte "Tradwife", das soviel bedeutet, dass sie sich ihrem Ehemann unterwirft, sich um die fünf(!!) Kinder kümmert, den Haushalt führt, kocht und backt. Zudem betreibt sie einen Instagram Account, auf dem ihr über 7.000 Menschen folgen. Beeindruckt davon, möchte sich Jana mit ihr anfreunden und alles über Karolins Leben wissen. Dass die Ansichten von Karolin teilweise recht radikal und altmodisch sind, werden von Jana nur oberflächlich hinterfragt. Auch dass sich Noah von Jana trennt, berührt die Protagonistin recht wenig.
Alles in Allem finde ich den Roman zu oberflächlich. Es wäre ein gelungenes Thema, die traditionelle Hausfrau zu beleuchten und zu hinterfragen, aber auf mich wirkt es eher so, als wäre Jana Sensationsgeil und möchte möglichst viel über Karolin wissen. Auch das Jana hochschwanger bei einer AFD-Werbekampagne teilnehmen soll/muss, finde ich merkwürdig. Ich würde mich als hochschwangere Frau nicht herumkommandieren lassen.
Zudem war das Ende höchst merkwürdig. Jana wacht auf, Noah hat geweint (warum auch immer?), sie geht zum Haus von Karolin, es ist offen, sie geht rein, setzt sich auf einen Stuhl gegenüber eines Spiegels, öffnet ein Geschenk von Karolins Mann an sie, findet darin einen blauen Schleier, setzt ihn auf, dann taucht der besagte Mann von Karolin auf.
Also entweder habe ich da grundlegend was nicht kapiert, oder das Ende ist einfach merkwürdig.

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Brutal

Staying Alive von Eva Mirasol

In "Staying Alive" begleiten wir die Protagonistin Nicki bei ihrem Job. Es ist aber kein gewöhnlicher Job mit einer halbwegs normalen Work-Life-Balance, denn sie arbeitet in einem Krankenhaus in der Rettungsstelle.
Trotz des ernsten Themas, schafft es Eva Mirasol (die selbst Ärztin ist) die Geschichte mit einem angenehmen Humor und Leichtigkeit zu erzählen.

Wir bekommen einen Einblick wie es sein kann, wenn man in einer Rettungsstelle arbeitet. Wo die Frühschicht immer länger bleibt und die Spätschicht immer früher kommt. Überstunden also an der Tagesordnung und trotzdem mangelt es manchmal an Personal und noch viel öfter an ausreichend Betten.
Doch so traurig das jetzt klingen mag, Eva Mirasol beschreibt in ihrem Roman auch eine kleine Liebesgeschichte. Denn Nicki verliebt sich in einen ihrer Kollegen und das gibt dem Roman die gewisse Würze.
Weil er dann aber doch kein Feel-Good Roman sein kann, kommt zum Romanze noch ganz viel Herzschmerz.

Kann ich auf jeden Fall empfehlen!
Auch hilfreich: es gibt viele Annotationen die womöglich unbekannte Begriffe näher erläutert.

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Blau

Rückkehr nach St. Malo von Hélène Gestern

"Rückkehr nach St. Malo" von Hélèn Gestern, ist ein Roman, der im Rowohlt Verlag erschienen ist. Mit seinen insgesamt fünfhundertneun Seiten, ist es kein kurzer Roman für Zwischendurch geworden.
Das Cover ist schon sehr imposant gestaltet. Blauer Himmel mit vereinzelten weißen Wölkchen.

Darunter das blaue tobende Meer. Und wenn man genau hinsieht, erkennt man in der Ferne eine flache Insel. Zwischen dem ganzen blau verliert sie sich fast, mit ihrem gedeckten grün. Doch sie ist da, St. Malo. Und genau dorthin verschlägt es den Protagonisten in dieser Geschichte. Yann ist mittlerweile erwachsen geworden und begibt sich zurück an den Ort seiner Erinnerungen. Doch nicht nur schönes, wie die vergangenen Sommer die er gemeinsam mit seinem Bruder und seiner Familie verbracht hat, warten dort auf ihn. Durch einen Zufall stoßt er auf Dokumente die viel weiter zurückliegen und er begibt sich erneut auf die Suche.

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Familiendynamik

Girls von Kirsty Capes

Das Cover finde ich sehr ansprechend. Es soll an ein Gemälde angelehnt sein, das die Mutter der beiden Protagonistinnen angefertigt hat. Darauf zu sehen ihre beiden "Girls" wie sie gerne genannt werden.
Die behandelten Themen sind sehr interessant, Familiendrama, Drogenmissbrauch, Selbstverletzung, Sexualität.

Der Schreibstil von Kirsty Capes ist fesselnd und bringt es auf den Punkt. Mit viel Selbstironie und Reflektion lernen wir die einzelnen Familienmitglieder kennen und ihre Beziehungen untereinander. Hauptaugenmerkt liegt auf den beiden Töchtern der begnadeten Künstlerin Ingrid Olssen: Matilda und Nora. Matilda ist einige Jahre älter als Nora und zieht diese anstelle ihrer Mutter auf. Gelegentlich bekommt sie Hilfe von ihrer Tante Karoline. Als Matilda selbst schwanger wird, verlässt sie ihre kleine Schwester Nora. Das bildet den Beginn ihrer zerklüfteten Beziehung.
Als ihre Tante nach dem Tod von Ingrid eine Ausstellung auf die Beine stellen will, raufen sich die beiden Schwestern wieder zusammen. Stets begleitet von Matildas Tochter Beanie.
Eine herzzerreisende Geschichte mit dramatischen Wendungen.
Definitiv kein Feel-Good-Roman aber trotzdem ausgezeichnet!

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Unabhängig

Ja, nein, vielleicht von Doris Knecht

Das Cover vom Roman "Ja, Nein, Vielleicht" von Doris Knecht spricht mich schon sehr an. Mir gefallen die expressionistischen Farben und der Stil vom Cover.
Kurz zum Thema: es geht um eine erwachsene Frau. Sie hat bereits 2 Kinder die kurz vor der Schwelle des Erwachsenenlebens stehen. Sie hat ein Haus am Land und eine Wohnung in der Stadt.

Sie hat Zahnweh und Herzschmerz weil sie sich womöglich wieder verliebt.
Die Kapitel sind abwechslungsreich. Teilweise kommt es mir so vor, als würde Doris Knecht über sich erzählen und dann wieder von einer anderen Frau berichten. War sehr interessant. Generell liebe ich ihren direkten, humorvollen Schreibstil.
Die Figuren finde ich authentisch und bodenständig. Ich kann mir die einzelnen Personen gut vorstellen.
Das Buch ist interessant für mich weil: es von einem "ganz alltäglichen" Leben erzählt. Von einer Frau die sich selbst genug ist und das wieder "lernt".

Für alle Doris Knecht-Fans kann ich das Buch nur empfehlen.
Es liest sich leicht, die Themen sind (für mich persönlich) realitätsnah und nachvollziehbar. Doris Knecht weiß wie man an den richtigen Stellen ein wenig Humor einstreut. Gleichzeitig ist man beim Schreibprozess dabei, weil im Buch immer wieder davon berichtet wird.

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Außergewöhnliches Leseerlebnis

Furye von Kat Eryn Rubik

„Die Furien“ sind Alec, unsere Protagonistin und ihre beiden besten Freundinnen Meg und Tess. Die drei lernen sich an der Schule kennen, Meg und Tess nehmen Alec in ihre kleine Außenseiter-Familie auf. Jede von ihnen hat ihr ganz eigenes persönliches Päckchen zu tragen. Alec ist die Außenseiterin mit dem Stipendium.

Meg und ihre Mutter wurden von ihrem Vater verlassen, Megs Mutter ertränkt ihre Gefühle in Alkohol und Medikamente. Tess hat einen gewalttätigen Vater und eine hilflose Mutter. Die verschiedenen Schicksale verschweißen die Drei.
Zu Beginn des Romans steht ein tragischer Autounfall. Die Medien berichten davon, dass der Fahrer die Serpentinen nicht einschätzen konnte. Doch Alec kennt die Wahrheit und erzählt sie uns.
Abwechselnd aus der Sicht der erwachsenen hoch erfolgreichen Alec und der siebzehnjährigen Alec die sich sehr erwachsen fühlt. Durch das Switchen zwischen aktuellen Geschehnissen und Vergangenheit, bekommen wir einen umfangreichen Einblick in Alecs Leben. Sie ist die Vorzeigetochter die ihren Eltern keinen Kummer machen will. Denn die haben zwischen mehreren Jobs wenig Zeit sich um ihren Sprössling zu kümmern. Alec ist stark und will ihr Leben soweit bringen, dass sie sich um ihre Eltern kümmern und ihnen ein unbeschwertes Pensionistenleben ermöglichen kann.
Eine zentrale Rolle im Roman spielt Alecs Freund: Romain. Ihm begegnen wir in der Vergangenheit und der Gegenwart. Welche Geheimnisse dadurch ans Licht kommen, ist höchst interessant und teilweise ist die Geschichte so geladen, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte.
Ein wenig getrübt hat mein Leseerlebnis ein Ereignis im letzten Drittel. Ich will nicht spoilern, deswegen nur so viel: Eine Aktion hat eine bestimmte Konsequenz die ich einfach schon zu 100% vorhersagen konnte. Ist Teil des Romans, aber ob diese Kirsche auf dem Eis wirklich notwendig gewesen wäre weiß ich nicht.
Destotrotz: tolles Buch, kein Feel-good-Roman, geniales Leseerlebnis 5/7 Sterne

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3 Frauen - 3 Schicksale

Die Hummerfrauen von Beatrix Gerstberger

Beatrix Gerstberger erzählt in ihrem Debütroman „Die Hummerfrauen“ gleich drei Geschichten die sich alle auf der Insel Stone Harbor verknüpfen. Herzstück des Romans: die drei Frauen Ann, Julie und Mina. Die drei landen aus ganz unterschiedlichen Gründen auf der Insel und haben alle mit ihrer eigenen Einsamkeit zu kämpfen.

Doch mit der Zeit entwickelt sich aus ihnen eine kleine Familie die sich gegenseitig unterstützt und antreibt.
Durch den Schreibstil von Beatrix Gerstberger erhält der Roman eine wunderbare Lesbarkeit. Dementsprechend leicht lässt sich auch eine Beziehung zu dem Trio aufbauen und man fühlt sich fast wie ein Teil der kleinen Gemeinschaft. Die Art wie die Geschichte erzählt wird ist wirklich vieles: wunderschön, herzzerreißend, lustig und absurd (ich feiere Linda!!). Ich habe mir wirklich überhaupt nichts erwartet und wurde stark überrascht, die Geschichte ist viel tiefgründiger als es der Klappentext hergibt.

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