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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

versteckte Kameras

Molka von Monika Kim

Nach Das Beste sind die Augen hat Monika Kim wieder einen Roman mit brisantem Thema: Molka, das sind versteckte Kameras, mit denen Frauen ausspioniert werden.
Zentraler Schauplatz des Buches ist ein Bürogebäude in Seoul, Südkorea.
Der IT-Spezialist Junyoung ist völlig davon besessen und beobachtet Frauen sogar auf der Toilette.

Monika Kim geht in diesem Buch nicht so in die psychologische Tiefe wie in ihrem ersten Roman, aber ein paar Ansätze gibt es doch. So erlebte Junyoung schon als Kind, wie er beim Spannen erwischt wurde, damit aber davonkam. Die Misogynie wurde ihm schon vom Vater eingeimpft. Deswegen hat er als Erwachsener keinerlei Schuldbewusstsein.

Dahje ist eins seiner Opfer. Sie hat außerdem ein Trauma wegen ihrer Schwester, die sich vor Jahren das Leben nahm. Das stachelt sie an Rache zu nehmen.
Gegen Ende steigert sich der Roman in eine Dramatik mit Horrorelementen hinein.
Es ist ein harter Roman mit grenzwertigen Hauptfiguren.

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Rezensionen von begine:

Ein Tag vor Heilig Abend

Frankie und Freddie von Sven Regener



Frankie und Freddie, dieser Roman ist so ein typischer Sven Regener Roman. Mit seinem Schwung ist es wieder eine rasende Geschichte, die nur ein paar Tage umfasst-
Der Roman spielt um 1980 in Berlin.
Frank macht sich Sorgen um seinen Bruder Freddie. Der hat in der Klinik seinen Pass und den Flugschein nach New York vergessen.

Freddie mag nicht U-Bahn fahren, so soll Frank ihn im Schneegestöber durch Berlin kutschieren. Im Auto kappeln sie sich kräftig.
Dann gibt es eine Odyssee durch Berlin.
Das ist wieder ein lockerer Roman, den ich gerne weiter empfehle.

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Rezensionen von askyfullofpages:

So viel mehr als Worte

Ein ganz normales Wunder von Woody Brown

Autismus.
Alltag.
Kommunikation.

Sensationell!!! Ein wunderbares Buch. :)

Mit „Ein ganz normales Wunder“ ist Woody Brown ein unglaubliches, außergewöhnliches, herausragendes Meisterwerk gelungen. Dieses Hör-Buch ist für mich etwas ganz Besonderes.

Woody Brown ist selbst Autist und seine eigene Geschichte ist mindestens genauso außergewöhnlich wie sein Roman.

2022 schloss er als erster „minimale speaking“ Absolvent der UCLA sein Studium mit der höchsten Auszeichnung seines Fachbereichs ab und studierte danach an der Columbia University Kreatives Schreiben.

Ich habe das Buch streckenweise gelesen und gehört. Ein großes Kompliment möchte ich an Julian Mehne, Timo Weisschnur, Nora Schulte und Marian Funk aussprechen, denn sie haben das Hörbuch wirklich sehr gut eingesprochen.

In diesem Roman begleiten wir mehrere Menschen, deren Wege sich in einer Tagesstätte für Menschen mit Behinderung kreuzen. Im Mittelpunkt stehen ihr Alltag, ihre Beziehungen und ganz unterschiedliche Formen der Kommunikation. Einige der Figuren sind nichtsprechend und wir bekommen Einblicke in ihre Gedanken und Perspektiven. Auch die Erfahrungen der Angehörigen und Betreuenden spielen dabei eine wichtige Rolle.

Woody Brown zeigt auf eine ganz besondere Art und Weise seine Figuren und ihr Innenleben. Durch die unterschiedlichen Perspektiven lernen wir die einzelnen Persönlichkeiten mit ihren Gedanken, Gefühlen und Wünschen kennen. Der Roman räumt mit so manchen Vorstellungen und Vorurteilen auf und macht deutlich, wie schnell Menschen unterschätzt werden können. Gerade die Gedanken und Perspektiven der nichtsprechenden Figuren haben mich sehr berührt.

Während des Lesens musste ich immer wieder an meine eigene Zeit in einer Tagesstätte denken. Vor vielen Jahren habe ich dort ein Praktikum gemacht und diese Monate gehören für mich bis heute mit großem Abstand zu den schönsten Arbeitsmonaten meines Lebens. Ich denke immer wieder an diese Zeit zurück. Für mich war es eine der menschlichsten und herzlichsten Erfahrungen in meinem bisherigen Arbeitsleben. Ich war damals unglaublich glücklich und kann mich heute noch sehr gut an die Menschen erinnern, die ich dort kennenlernen durfte. Die Herzlichkeit, das Vertrauen, die Wertschätzung, die Menschlichkeit und vor allem das liebevolle Miteinander haben diese Zeit für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht.

„Ein ganz normales Wunder“, erschienen im KiWi Verlag und als Hörbuch im Argon Verlag, ist für mich ein ganz besonderes Highlight. Auch Mona Lang, die dieses außergewöhnliche Buch als Lektorin begleitet hat, möchte ich unbedingt erwähnen. Ich bin von diesem Roman wirklich begeistert und finde kaum die richtigen Worte dafür, wie sehr mich diese Geschichte berührt und beeindruckt hat. Ein außergewöhnliches Werk, das ich von Herzen empfehlen kann.

Vielen herzlichen Dank an den KiWi Verlag, den Argon Verlag und NetGalley für die Rezensionsexemplare. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.

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Rezensionen von Camilla :

Okay

Kian und das Erbe des Lichts von Caryl Lewis

Also Cover fanden wir sehr ansprechend. Und auch die Zeichnungen drinnen sind richtig cool und ansprechend... Vor allem weil wir damit so gar nicht gerechnet hatten. Aber sonst... Ist es eher naja ... Es kommt irgendwie keine Stimmung auf und man wird nicht so durch die Geschichte getragen. Wir fanden sie einfach zu Hölzern und zu lieblos.

Die Hauptcharaktere Kian könnte und auch nicht überzeugen. Es hat uns einfach nicht in den Bann gezogen...

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Rezensionen von kabo16:

Eine Geschichte wie ein Märchen

Der Mond im Meer von Sandra Dieckmann

Eine kleine Maus hat nur den Mond als Freund, deshalb wartet sie jeden Tag sehnsüchtig auf die Nacht. Sie vertraut ihm alles an, aber leider antwortet ihr der Mond nicht ein einziges Mal. Das macht sie sehr traurig und dann auch wütend.
Das können Kinder sehr gut nachvollziehen, denn auch sie wollen Antworten haben, ein lebendiges Gegenüber.

Aus ihrer Wut heraus, macht die Maus etwas "Dummes" und der Mond verschwindet.
Das kleine Mäuslein begibt sich auf die Suche nach ihrem Freund und gerät in Gefahr. Dabei merkt sie, dass sie doch nicht so alleine ist, wie sie die ganze Zeit geglaubt hat.

Das Cover ist ein echtes Highlight mit Glitzersternchen und wunderschönen Illustrationen in warmen Farben. Es ist alles sehr liebevoll und bezaubernd auf großen Seiten gezeichnet. Nicht zu viel Text, der sich gut vorlesen lässt.
Für mich fällt es unter die Kategorie Märchen. Es ist nicht logisch, eher magisch.
Es handelt von dem Motto: Gemeinsam sind wir stark! Wir schaffen das Unmögliche, wenn wir uns zusammen tun.

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Rezensionen von Ruth:

Zwischenbilanz

Alleinruhelage von Eva Menasse

Haus, ich verkaufe dich.“ Es ist schon der zweite Versuch der namenlosen Ich-Erzählerin, sich von dem Haus zu trennen, doch nun ist die Entscheidung unumstößlich. Ein Lebensabschnitt ist endgültig vorbei, jetzt ist ein Neuanfang notwendig geworden. „ Ich möchte herausfinden, ob meine neue, stabile Alleinruhelage nicht doch ein wenig mehr Bewegung verträgt.


Wer hier spricht ist eine Frau Mitte Fünfzig, Schriftstellerin, aus Österreich stammend. Diese Ich-Erzählerin weist viele Parallelen zu Eva Menasse auf und so lese ich dieses Buch - ob es ein Roman ist, darüber ließe sich streiten - als eine Mischung aus Autobiograhischem und Erfundenem. Es ist ein Rückblick auf einzelne Etappen der letzten zwei Jahrzehnte, mit wenigen Ausflügen in die Vergangenheit, die eigene und die der Eltern.

Zehn Jahre nach der Wende erwerben die Ich-Erzählerin und ihr damaliger Mann ein Haus in der ostdeutschen Provinz, eine ehemalige Waldschänke am Rande einer Datschensiedlung, noch dazu in „der begehrten Alleinlage“, direkt am See gelegen, und bezahlbar. Es sollte ein Ruhepunkt werden für die Protagonistin und ihre Familie. Hier wollten sie dem Trubel der Hauptstadt entfliehen und die Landidylle genießen.
Und das Haus ist Zeuge gewesen „von allem, der Ehe, den Kindern, dem Ende der Ehe, den Lieben, die danach kamen, den Festen, …“ usw.
In einem Mosaik aus Geschichten, Anekdoten, Betrachtungen und Reflexionen wird Bilanz gezogen. Der Blick zurück verläuft nicht chronologisch, assoziativ lässt sich die Protagonistin treiben.
Dabei erzählt sie von den glücklichen Momenten, die es hier viele gab, aber auch von den Schwierigkeiten einer Patchwork- Familie , von den gemeinsamen Jahren und den Jahren nach der Trennung. Nicht alles wird hierbei auserzählt, das ist auch gut so. Zu viel intime Details braucht es nicht.
Aber ein altes, renovierungsbedürftiges Haus bringt viele Herausforderungen mit sich. Auch davon erfährt man einiges im Buch, von den ständigen Reparaturen, den oft vergeblichen Verschönerungsmaßnahmen, von geplatzten Rohren und überlaufenden Abwassergruben.
Und dass ein Leben inmitten der Natur nicht nur idyllisch ist, erfahren die Bewohner des Ferienhauses auf vielfältige Weise. Der anfangs so verlockende See wird irgendwann von Algen überwuchert und beginnt zu faulen. Sämtliche Rettungsversuche schlagen fehl. Zum Scheitern verurteilt ist auch der Kampf gegen die Wühlmäuse im Rasen.
Die Beziehung zu den neuen Nachbarn gestaltet sich als äußerst schwierig. Die meisten begegnen den Wessis aus der Stadt mit Misstrauen und Ablehnung. Man kommt sich auch im Verlauf der Jahre nicht näher. „Sie hielten uns für reich und hochmütig, wir hielten sie für gemein und schadenfroh. Dabei stimmte es auch umgekehrt.“
Einzig Paul Woitek, ein alternder Schönling, bietet großzügig seine Hilfe an. Er ist der Boss in dem Datschenverein und er unterstützt die Neuankömmlinge mit Tatkraft und zahlreichen Ratschlägen. Da fragt die Protagonistin dann nicht nach, als er sich als „rote Socke“ outet.
Wie bei einer so politisch engagierten Autorin nicht anders zu erwarten, wirft Eva Menasse auch einen kritischen Blick auf die Nachwendezeit, benennt Fehler, die gemacht wurden, und reflektiert Gründe für die unterschiedlichen Mentalitäten.
Manche Erinnerungen führen zurück in die Geschichte ihrer österreichisch-jüdischen Vorfahren. Eine besondere Rolle kommt dabei Freunden ihrer Eltern zu, „Onkel Walter und Tante Hupfi“, Fixpunkte ihrer Kindheit.

Ein Blick zurück ist meist mit einer gewissen Melancholie verbunden, die spüre ich auch hier. Aber sentimental wird die Autorin dabei nie.
Als angenehm habe ich den distanzierten, leicht ironischen Ton empfunden, den sie auch auf sich und ihresgleichen anwendet. Kritisch betrachtet sie nicht nur ihr Umfeld, sondern auch sich selbst. So z.B. wenn sie von den extremen Schwierigkeiten mit der pubertierenden Tochter erzählt.

Das Buch liest sich leicht und unterhaltsam, hält viele kluge Gedanken und Beobachtungen bereit, aber auch manch Belangloses. Aus dieser privaten Geschichte lässt sich jedenfalls einiges über den Zustand unserer Gesellschaft herauslesen.
„Alleinruhelage“ hat nicht die Wucht und die erzählerische Kraft von Eva Menasses letztem Roman „Dunkelblum“, den man zu Recht als Opus Magnum ihres schriftstellerischen Schaffens bezeichnen kann. Aber auch dieses Mal beweist Eva Menasse, dass sie zu den klügsten und interessantesten Autorinnen der deutschsprachigen Literatur zählt.

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Rezensionen von ekiam:

Kindheitslieder für die nächste Generation

tiptoi® Liederbücher - Rolf Zuckowskis Liederwelt von Rolf Zuckowski; Cee Neudert

Rolf Zuckowskis Lieder gehören für viele von uns einfach zur Kindheit. Wie schön, wenn man diese Liederschätze nun gemeinsam mit den eigenen Kindern wiederentdecken kann. Rolf Zuckowskis Liederwelt von tiptoi bietet dafür eine wunderbare Mischung aus bekannten Klassikern und Liedern, die zumindest wir bisher noch nicht kannten.

Mit dabei sind natürlich Dauerbrenner wie „In der Weihnachtsbäckerei“, „Wie schön, dass du geboren bist“ und „Stups, der kleine Osterhase“, aber auch ältere Lieder wie „Zebrastreifen“ oder „Es schneit“. Einige davon konnte ich auf Anhieb mitsingen und auch meinen Kindern sind bereits einige Lieder bekannt. Daneben haben wir aber auch neue Lieder entdeckt; gerade diese Mischung hat uns viel Freude bereitet.

Die Lieder können mit Gesang oder alternativ nur als Instrumentalversion abgespielt werden. So kann man nicht nur gemeinsam mit Rolf Zuckowski singen, sondern auch einfach selbst loslegen.

Besonders schön finde ich die liebevollen, wimmeligen Illustrationen. Die Szenen greifen die jeweiligen Lieder auf, gleichzeitig gibt es auf jeder Doppelseite noch jede Menge weitere Dinge zu entdecken. Zwischen den Bildern verstecken sich außerdem weitere Lieder und zahlreiche kleine Referenzen auf Rolf Zuckowskis andere Lieder. Dadurch lohnt es sich, die Seiten immer wieder anzuschauen.

Zusätzlich gibt es auf jeder Seite Rätsel und Spiele in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, die das Buch noch interaktiver machen. Aber auch kleinere Kinder können das Buch einfach zum Anschauen und Musikhören nutzen.

Für uns ist Rolf Zuckowskis Liederwelt ein rundum gelungenes tiptoi-Buch und eine tolle Möglichkeit, gemeinsam zu singen, zu spielen und gleichzeitig ein Stück musikalische Kindheit weiterzugeben.

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Rezensionen von Ulgu1978:

Frau Bloch als Miss Marple?

Die Auster von Yael Inokai


Frau Leonora Bloch putzt bei dem Kaufhaus-Geschäftsführer Dr. Bronstett in seinem Privathaus. Nachdem sie früher im Kaufhaus selbst gearbeitet hat, sichert sie sich damit im Rentenalter ihren Lebensunterhalt. Eines Tages findet sie bei Arbeitsantritt ihren Arbeitgeber mit abgehackten Händen ermordet vor.

Aus mir unerfindlichen Gründen (und das Warum wird auch im Verlauf der Geschichte nicht aufgeklärt) unterzieht Frau Bloch sämtliche Spuren der Tat einer gründlichen Reinigung, was von der Kriminalpolizei schulterzuckend hingenommen wird...
Und nun erwartet die krimierfahrene Leserschaft eine ausgeklügelte, spannende Auflösung des Tathergangs und die Überführung des Täters. Aber weit gefehlt, von Seite zu Seite breitet sich die Enttäuschung weiter aus. Man erfährt viele Alltagsbegebenheiten der Protagonistin, ihrer Freunde und Arbeitskollegen teilweise bis ins kleinste Detail und fragt sich, an welcher Stelle man übersehen hat, dass dies für die Aufklärung der Straftat relevant ist.
Ich habe mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen, war aber doch zu neugierig ob und wie sich der Fall schließlich aufklären lässt. Eine Aufklärung gibt es zum Schluss, die mich aber nicht wirklich überzeugen konnte.
Ohne den Anspruch, eine Kriminalgeschichte zu sein, hat mir der Schreibstil von Yael Inokai sehr gut gefallen. Hierfür kann ich guten Gewissens meine Sterne vergeben.

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Rezensionen von gerlisch:

Geheimnisvolles Schlangenreich

Embrace the Serpent von Sunya Mara

Saphira hat mich sofort für sich eingenommen. Als Gehilfin eines Juwelenschmieds lebt sie im Schatten, immer darauf bedacht, nicht aufzufallen. Doch ihr Talent, Schmuckstücken Magie einzuhauchen, ist außergewöhnlich und genau hier beginnt ein Abenteuer, das sie zu einer starken, mutigen Heldin werden lässt.

Sie begegnet Rane der für den geheimnisvollen Schlangenkönig den talentiertesten Juwelenschmied ausfindig machen soll. Die Begegnungen zwischen den beiden sind intensiv, voller unausgesprochener Emotionen und einem Slow Burn, der sich erst spät entfaltet, aber dann richtig trifft.
Die Welt wirkt mit seinen göttlichen Königreichen, Illusionsmagie, Intrigen und Geheimnissen, wie ein orientalisches Märchen. Das Tempo ist hoch, manchmal fast zu hoch, sodass einzelne emotionale Momente etwas an Intensität verlieren. Aber bei einem Stand Alone mit nur 384 Seiten ist klar, die Autorin setzt auf Abenteuer, Wendungen und Spannung und davon gibt es reichlich.
Durch einen wortgewandten Schreibstil lässt die Autorin magische Bilder vor meinen Augen entstehen. Fesselnde Handlungen und zahlreiche Plot Twists sorgten dafür, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen mochte.

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Rezensionen von Phija:

Nicht allein, aber trotzdem einsam.

Dabei waren wir uns immer so nah von Jette Kötschau

Es gibt einige ehemalige Freundinnen, die ich vermisse. Denen ich mal ganz nah war. Welche mir jetzt fern sind, teilweise fremd. In meinem Fall gibt es für diese Veränderung keine konkreten Gründe, außer das Leben und welche Wege es eben manchmal geht. Gerade deswegen habe ich mich von "Dabei waren wir uns immer so nah" sehr gesehen gefühlt.

In dem Roman begleiten wir Henri, Merle und Kathi, welche sich während ihres Studiums kennenlernten und sich gleich freundschaftlich verliebten. Doch Jahre später, zwischen Partnerschaften, Familienproblemen, Mutterschaft und Lebensentscheidungen, verliert sich das, was sie einst verbunden hat. Und so stellt sich die Frage: Was bedeutet uns eigentlich Freundschaft? Wie lassen wir alte wieder aufleben und wie finden wir vielleicht auch neue?

Jette Kötschau schafft es durch ihren Schreibstil, uns ganz nah an die einzelnen Figuren ranzuholen. Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von einer der drei Frauen. Sie alle führen völlig verschiedene Leben und beschäftigen sich mit verschiedenen Themen. Auch wenn bspw. Themen wie Mutterschaft noch lange kein Teil meiner Lebensrealität sind, habe ich all diese Gefühle, Gedanken, Ängste, Sorgen wirklich intensiv spüren können. Ich glaube, es lag daran, dass der Roman einfach aus dem Leben erzählt. Es passiert nichts "Aufregendes", nichts, was so nicht wirklich passieren könnte. Herni, Merle und Kathi sind drei Frauen, die theoretisch meine Nachbarinnen sein könnten. Aber auch wenn nichts "Aufregendes" passiert, ist der Roman weder zäh noch langweilig. Die Emotionen, die das Buch auslöst, und das Mitfiebern mit den Frauen, sorgte bei mir dafür, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Dadurch, dass es auch ein eher kurzes Buch war, konnte ich es einfach in einem Rutsch durchlesen. Ein besonderes Highlight war für mich das Ende, denn es war auch einfach alltäglich.

Ich denke, es gibt viele Menschen, die sich in diesem Buch wiederfinden können. Viele Menschen, die sich nach dem Buch vielleicht etwas weniger einsam fühlen. Und ich wünschte, jeder würde dieses Buch lesen, um etwas mehr zu sein wie Hanna (wer das ist, werdet ihr selbst lesen müssen). Ich habe "Dabei waren wir uns doch so nah" wirklich geliebt. Ich habe die Schwere geliebt. Ich habe die Leichtigkeit geliebt. Und ich habe geliebt, dass ich mich bei dem Kölner-Setting gleich zohus gefühlt habe :)

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