Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Frisch, frech & völlig absurd
Die Känguru-Rebellion,6 Audio-CD von Marc-Uwe Kling
„Die Känguru-Rebellion“ ist bereits der fünfte Teil mit dem Känguru und dem Kleinkünstler Marc-Uwe des Autors Marc-Uwe Kling. Vorwissen aus den vorherigen Büchern ist nicht notwendig.
Dieses Mal ruft das Känguru zur Rebellion auf. Es rebelliert gegen die Zustände und sucht Mitstreiter. Marc-Uwe ist dabei.
Die beiden betrachten die aktuelle Weltlage sehr detailliert und finden eine Menge, wogegen sich rebellieren lässt. Das passiert auch dieses Mal wieder auf eine äußerst unterhaltsame und humorvolle Art und Weise, da kein Blatt vor den Mund genommen wird.
Die derzeitige weltpolitische Lage und die in Deutschland eignen sich aber auch leider nur zu gut, um sie prüfend zu hinterfragen.
Das Känguru und sein Mitbewohner sind kritisch und zeigen dabei Haltung.
Das Buch ist satirisch und widmet sich zahlreichen aktuellen Themen wie u.A. dem Klimawandel, soziale Ungleichheit und Digitalisierung. Auch vor unseren Politikern machen die beiden keinen Halt.
Allerdings hatte ich den Eindruck hatte, dass das Känguru inzwischen ein wenig gemäßigter geworden ist als in den vorherigen Büchern. Diese waren aus der Ich-Perspektive des Kleinkünstlers Marc-Uwe geschrieben und auch hier gibt es etwas Neues. Das Känguru schlüpft zwischendurch in die Erzählerrolle.
Der Autor liest sein Buch selbst und gibt jedem seiner Charaktere eine einzigartige, unverkennbare Stimme.
Obwohl ich viel gelacht habe, hat mich das Buch auch zum Nachdenken gebracht, da so viel Absurdes und gleichzeitig Wahres angesprochen wird.
Wer über Kritik an der derzeitigen weltpolitischen Lage lachen kann, der dürfte mit diese Hörbuch seinen Spaß haben.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Eine scheinbar kleine Entscheidung und ihre Folgen
Die Namen von Florence Knapp
Cora ist gerade zum zweiten Mal Mutter geworden. Sie hat schon eine neunjährige Tochter, Maia, doch diesmal ist es ein Junge, der ersehnte Stammhalter für ihren Mann Gordon. Dieser ist ein erfolgreicher, charismatischer Hausarzt aus alter, stolzer Ärztefamilie, in der es selbstverständlich ist, dass an den ersten Sohn immer der Name "Gordon" weitergegeben werden muss.
Nun steht Cora kurz vor der Entscheidung, zum Standesamt zu gehen und den Namen des Säuglings eintragen zu lassen. Doch sie zögert... denn nicht nur würde sie dem Baby gerne einen eigenen Namen mitgeben, verbindet sie außerdem mittlerweile viel Ungutes mit dem Namen "Gordon", denn ihr nach außen so liebevoll wirkender Mann ist ein geschickter Manipulator und brutaler Schläger, der sie von allen anderen Menschen in ihrem Leben isoliert, ihr immer mehr Freiheiten nimmt, sie beschimpft, demütigt und brutal misshandelt. Diesen Namen soll ihr Sohn nicht tragen, doch wird sie es schaffen, sich anders zu entscheiden, und was wird daraus resultieren?
Das Buch besteht aus drei alternativen Handlungssträngen: in einem davon wagt es Cora nicht, gegen den Willen ihres Mannes zu handeln, und der Junge wird Gordon heißen. In einem weiteren nennt sie auf Anregung der großen Schwester des Babys den Jungen "Bear" und hofft, dass er damit verbunden stark, aber auch kuschelig, herzlich und liebevoll werden würde. Im dritten Szenario schließlich bekommt er den Namen "Julian", was für Himmelsvater steht, und Cora versucht, ihrem Mann das als Würdigung seiner Position als Vater zu verkaufen.
In der Klappenbeschreibung ist angekündigt, dass es in dem Buch darum gehe, wie ein Name einen Menschen prägt, doch es geht um so viel mehr als das. Nicht nur die Namen unterscheiden sich, auch die Lebenswege der Kinder werden drastisch verschieden sein, denn der Vater Gordon reagiert jeweils unterschiedlich auf die Namensgebung und das hat Konsequenzen für das weitere Leben. Es werden jeweils wechselnde Episoden aus dem Leben der Familie in verschiedenen, voranschreitenden Zeitepochen beschrieben, im Abstand von ungefähr sieben Jahren, von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart.
Ich habe dieses Buch geliebt und in kürzester Zeit verschlungen! Es ist äußerst spannend geschrieben und man will unbedingt wissen, wie es mit der Familie weitergeht, bangt und zittert mit den Kindern und deren Mutter und ist neugierig auf ihre weitere Entwicklung. Die Charaktere sind detailliert und authentisch ausgearbeitet und die Gewaltdynamik in der Beziehung ist anschaulich beschrieben - auf eine durchaus drastische Art und Weise, auf die man beim Lesen vorbereitet sein sollte. Das Buch ist also nichts für Menschen, die Beschreibungen schlimmer Gewalt nicht gut aushalten können.
Dennoch ist zum Glück die Handlung nicht nur davon getragen, sondern es gibt auch viele schöne Begegnungen zwischen Menschen und es ist generell sehr interessant, die Figuren in den verschiedenen Szenarien über diese Zeit zu verfolgen. Dabei schafft das Buch eine gute Balance zwischen Tiefgründigkeit und Spannung. Insgesamt ist es ein sehr starkes Debüt einer begabten Autorin, von der ich sehr gerne noch weitere Bücher lesen würde!
Rezensionen von Gute_Laune:
Die Suche nach dem Manuskript und der Wahrheit
Das letzte Buch von Marceau Miller von Marceau Miller
Nach einer Party zum Erscheinen seines neuen Romans ist der Schriftsteller Marceau Miller verschwunden. Seine Frau Sarah sucht ihn vergeblich. Dann wird er tot am Fuß einer Felswand gefunden. Alle, auch die Polizei, glauben an einen Unfall, da Marceau immer ohne Sicherung kletterte. Doch Sarah spürt, dass mehr dahinter steckt und macht sich auf eigene Spurensuche, denn auch das Manuskript seines letzten Buches ist verschwunden und scheint der Schlüssel zu allem zu sein.
Dabei findet sie Dinge heraus, die alles Bisherige infrage stellen.
Dieser Spannungsroman ist clever aufgebaut. Nicht nur, dass der mutmaßliche Autor dieses Buches der Autor des Buches im Roman ist, sondern auch die Erzählstränge. Immer wieder kommt Marceau selbst zu Wort. So erfährt man Dinge, die bisher verdeckt und geheim waren, wird dennoch noch mehr auf die Folter gespannt und an die Story gefesselt. Den zweiten Strang erzählt seine Frau Sarah, sodass man mit ihr fühlt und empfindet, sie auf der Suche begleitet und ihre Gedanken teilt. Was so nach und nach herauskommt, ist beängstigend. Sarah kann sich nichts und niemand mehr sicher sein. Ihre komplette Existenz ist bedroht. Sie weiß nicht mehr, wem sie tatsächlich vertrauen kann. Jede weitere Entdeckung lässt sie mehr verzweifeln. Mit dem Knall am Ende hätte niemand gerechnet.
Die Figuren sind klar und lebhaft gezeichnet. Man kann sie sich prima vorstellen. Ob sympathisch oder nicht, sie alle sind stimmig und realistisch dargestellt. Die Handlung ist ebenfalls logisch und realistisch, wenn auch an einigen Stellen natürlich nicht gerade alltäglich. Die Wendungen sind klug und sehr überraschend. Sie führen die Geschichte immer wieder in neue Richtungen und lassen am Ende mit offenem Mund staunend zurück. Sehr unterhaltsam, spannend und fesselnd!
Ich mag es sehr, wenn zwei Sprecher eingesetzt werden, wenn es zwei Erzählstränge gibt. Noch dazu machen Marlen Ulonska und Johannes Quester ihren Job mehr als nur gut. Sie passen zu den Figuren und der Story wie Faust auf Auge. Ich habe mich von ihnen problemlos ans Setting entführen lassen können und bin in die Geschichte komplett eingetaucht. Für diese großartige Unterhaltung durch Autor und Sprecher gebe ich gern die vollen fünf Sterne.
Rezensionen von Julchentim:
Leise, intensiv und bleibt im Kopf
Real Americans von Rachel Khong
Ich habe Real Americans von Rachel Khong gelesen und war am Ende echt überrascht, wie sehr mich das Buch doch gepackt hat.
Am Anfang wusste ich nicht so ganz, wohin die Geschichte will, aber genau das hat es dann irgendwie besonders gemacht. Die verschiedenen Perspektiven von Lily, Nick und Mei haben sich für mich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammengefügt.
Vor allem Lily ist mir richtig nah gegangen. Ich wollte sie oft einfach nur in den Arm nehmen und fest drücken.
Nick tat mir an vielen Stellen leid, weil er so zwischen allem steht und versucht, seinen Platz zu finden. Und Mei bringt nochmal eine ganz andere und überraschende Tiefe rein, auch wenn ihr Teil für mich stellenweise etwas schwerer zu greifen war.
Das Buch ist eher ruhig erzählt, aber genau das hat bei mir sehr gut funktioniert. Es passiert nicht ständig etwas Großes, aber die Gedanken und Gefühle der Figuren tragen die ganze Geschichte über das Buch hinweg. Man merkt auch, dass hier Themen wie Familie, Herkunft und Identität eine große Rolle spielen.
Ein kleiner Punkt, der mich manchmal rausgebracht hat, war dieser wissenschaftliche Aspekt im Hintergrund. Der war wichtig für die Story, aber nicht immer leicht zu verstehen.
Trotzdem, die Art wie alles zusammenkommt und wie sich mein Blick auf die Figuren immer wieder verändert hat, fand ich richtig gut. Das ist so ein Buch, über das man noch länger nachdenkt.
Für mich starke 4 Sterne.
Rezensionen von rewareni:
Die zweite Chance nutzen
Zweimal Karma und zurück von Christiane Köhn-Ladenburger
Cathy und Anne lernen sich zufällig in Indien kennen, wo sie in einer Palmblatt Bibliothek mehr über ihr zukünftiges Schicksal erfahren. Das, was sie dabei zu hören bekommen, wirft beide aus der Bahn und zurück in Deutschland beginnt jede auf ihre Art sich gegen die Vorhersage zu stellen.
,,2 x Karma und zurück“ lässt den Leser in eine besondere Welt eintauchen, die geprägt ist von Spiritualität, Karma und Vorhersagen.
Da die Autorin Christiane Köhn-Ladenburger selbst in Indien war und sich ihr Palmblatt lesen hat lassen, konnte sie die Geschichte dem Leser intensiver näher bringen.
Zu Beginn konnte ich schwer der Handlung folgen, da beide Protagonistinnen ähnliche Familienverhältnisse und daraus resultierenden Probleme hatten. Beide Frauen arbeiten und bringen das Geld nach Hause, beide haben dadurch wenig Zeit für ihre Familie und um ihre Ehen steht es auch nicht gut. Erst mit der Zeit, als sich beide in eine andere Richtung entwickeln, war es leichter der Geschichte zu folgen.
Die Frage stellt sich dabei immer wieder, ob oder wie weit ist man dazu bereit, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Dass man dabei oft Wege gehen muss die unbekannt sind oder man auf etwas verzichten muss, damit etwas Neues entstehen kann, kommt dabei gut zur Geltung.
Es gibt zwar viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die man nicht verstehen kann, aber in der Geschichte waren mir manchmal zu vielen Szenen die mir zu spirituell waren. So konnte z.b Shari, eine Freundin von Anne , bei einer Meditation ,,sehen“, dass es Anne bei ihrer Wanderung gut geht, oder Shari in Trance mit der Stimme von Annes Vater sprechen.
Den Protagonistinnen werden zwar immer wieder Steine in den Weg gelegt, aber irgendwie schaffen sie es doch, diese aus den Weg zu räumen, um am Ende mit dem, was sie erreichen wollten, glücklich zu sein.
Rezensionen von Annabell95:
Tödlicher Wettkampf
The Crane and the Nightjar von Ada Bailey
Die vermeintliche Diebin Zara wartet in den Kerkern von Raspa auf ihre Hinrichtung. Doch stattdessen bietet der König einen gefährlichen Deal an. Sie soll in einem brutalen Wettkampf gegen andere Todeskandidaten antreten und anschließend ein sagenumwobenes Artefakt stehlen. Um überhaupt eine Chance zu haben, muss sie sich mit ihrem mysteriösen Zellennachbarn Crane zusammentun.
Crane ist ein Mann, der ebenso gefährlich wie undurchschaubar ist und ganz offensichtlich eigene Pläne verfolgt. Während der Wettkampf immer tödlicher wird, steht Zara vor der entscheidenden Frage: Kann sie Crane trauen, wenn in diesem Spiel niemand wirklich gewinnen kann, sondern nur überlebt?
"The Crane and the Nigthjar - Nebelverhüllt" ist der erste Band einer Dilogie.
Es hat mich sofort mit seinem düsteren, nebelverhangenen Setting gepackt. Die bildhaften Beschreibungen lassen einen förmlich selbst durch die kalten, verschatteten Landschaften laufen. Dadurch verleiht es dem Setting eine Atmosphäre, die gleichzeitig geheimnisvoll und unterschwellig bedrohlich wirkt.
Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven der beiden Hauptprotagonisten Crane und Zara jeweils aus der Ich-Erzählperspektive erzählt. Dadurch taucht man in ihre Gedanken und Gefühle ein. Somit lernt man beide Figuren Stück für Stück besser kennen. Allerdings hat mir die Emotionalität zwischen den beiden etwas gefehlt. Obwohl man ihre Gedankenwelt gut nachvollziehen kann, entsteht zwischen ihnen weniger spürbare Intensität.
Die Nebenfiguren sind ebenfalls gut gezeichnet. Manche sind einem auf Anhieb sympathisch, manche sind bewusst kantig gezweichnet.
Die Erzählweise ist ruhig, aber flüssig und angenehm zu lesen. Es gibt keine rasante Entwicklung, sondern eine stetige, fast schleichende Spannung. Immer wieder tauchen kleine Überraschungen auf, die einen weiterziehen lassen, weil man unbedingt wissen will, was als Nächstes passiert. Das Ende kommt mit einem krassen Plot-Twist, der so nicht zu erwarten war. Er wirkte nur nicht ganz herleitbar, da eine klare Erklärung ein wenig gefehlt hat. Aber es macht definitiv neugrierig auf die Fortsetzung.
Mein Fazit:
Das Buch überzeugt mit einer dichten, atmosphärischen Welt und einer stetig wachsenden Spannung. Trotz kleiner Schwächen in der emotionalen Dynamik zwischen den Protagonisten und einem Twist, der etwas klarer hätte vorbereitet sein können, bleibt der Auftakt der Dilogie fesselnd und stimmungsvoll. Ideal für Leser*innen, die ruhige Fantasy mit starken Perspektiven und geheimnisvollem Flair suchen.
Rezensionen von vianne:
Für den perfekten Start in den Tag!
Happy, Healthy and Wealthy von Emma Mumford
Happy, Healthy & Wealthy ist ein wunderschönes Kartenset mit positiven Mantras und einem tollen Booklet, in dem man alles über das Kartenset lernt.
Ich bin total neu in dem Bereich und habe noch nie zuvor manifestiert, aber dieses Kartenset hatte mich aus irgendeinem Grund angesprochen.
Ich habe das Kartenset jetzt schon ein wenig ausprobiert und finde es total schön.
Ich habe es in meine Morgenroutine eingebaut und dadurch startet man irgendwie ein bisschen glücklicher in den Tag.
Bisher fand ich die Karten, die ich gezogen habe immer sehr passen. Natürlich muss man sich auch darauf einlassen, aber ich finde, dieses Set ist perfekt geeignet für Anfänger!
Ein kleiner Kritikpunkt wäre allerdings, dass die Mantras auf den Karten auf Englisch sind, was mich erst gestört hatte, aber sobald man es länger nutzt, weiß man irgendwann was es bedeutet. Außerdem gibt es im Booklet die deutsche Übersetzung zu den wunderschön illustrierten Karten.
Und jetzt zum Booklet und den Mantras, die von der Autorin Emma Mumford geschrieben wurden.
In der kleinen Box befindet sich ein Booklet und 44 Karten. In dem Booklet gibt es eine Einführung in die Thematik der Manifestation, die mir sehr gefallen hat. Außerdem gibt es verschiedene Anregungen und Beispiele wie man das Kartenset benutzen kann und wie man genau manifestiert.
Das alles ist aber auch nicht zu kompliziert und umfangreich, sondern ganz einfach und gut auf den Punkt gebracht worden und hat mir sehr geholfen.
Den Hauptteil des Buches nehmen die Erklärungen der Karten ein, jede Karte wird kurz erklärt, was sie bedeutet, wie man es interpretieren könnte und außerdem werden einem Denkanstöße zum Journaling an die Hand gegeben sowie andere kleine Ideen, um die Manifestation zu vertiefen.
Und zuletzt noch ein mal zu den Illustrationen von Emmy Lupin.
Wow! Jede einzelne Karte sieht einfach nur wunderschön aus. Alleine die leuchtenden Farben heben meine Laune jedes Mal, wenn ich die Karten sehe. Ein wenig erinnern sie mich an „Dopamine Decor“.
Und auch die Motive sind richtig schön und voller Vielfalt und passen auch immer unglaublich gut zu den Mantras.
Alles in allem bin ich sehr positiv überrascht von dem Kartenset und würde es jedem weiterempfehlen!
Rezensionen von Kwinsu:
Time for something new
Vor uns die Zeit von R. C. Sherriff
Tom Baldwin steht vor seiner Pensionierung, über 40 Jahre war er in der Versicherungsbranche tätig. Er träumt sich ein wundervolles Leben herbei, in dem er seinen großen Leidenschaften, wie Geschichte, Archäologie und der Bearbeitung seines Gartens nachgehen kann. Doch die Realität ist ernüchternd und langsam verfällt er in depressive Episoden.
Bis er eines Tages mit seiner Frau Edith beschließt, einen Ausflug in das Wendental zu machen. Dort haben sie eine Begegnung, die ihr Leben tiefgreifend verändern wird: ein junger Immobilienmakler führt ihnen ein Musterhaus vor und das Ehepaar weiß: das ist ihre Zukunft.
Der Roman "Vor uns die Zeit" von dem Theaterautor, Drehbuchschreiber und Schriftsteller R.C. Sherriff erschien unter dem Namen "Greengates" das erste Mal im Jahr 1936. Das Buch strotzt vor britischer, gutbürgerlicher Attitüde seiner Zeit und ist dennoch erstaunlich zeitlos. Es ist so absolut nachvollziehbar, dass das plötzliche Loch, das einen durch den Eintritt ins Rentenalter mit hässlicher Fratze lachend entgegenstrotzt, in eine tiefe Depression stürzen kann. Die Beziehungsverhältnisse, wie sie bisher waren, können so nicht weitergehen: die Ehefrau, die sich stets um Haus und Garten kümmerte und nichts mehr liebte, als ihr kurzes Nachmittagsnickerchen, ist in ihrer Routine erschüttert, genauso wie ihr Dienst"mädchen" Ada, die plötzlich ihre Arbeit nicht mehr nach gewohnten Mustern verrichten kann. Und der Pensionär selbst weiß nichts mit seiner neu gewonnenen Zeit anzufangen. Der Autor Sherriff weiß mit feinem Humor eine Charakterstudie der Protagonist*innen nachzuzeichnen, die vor Beobachtungsgabe und zeitloser Modernität nur so strotzt.
Alles ändert sich nach dem Ausflug ins Wendental: das Ehepaar verliebt sich Hals über Kopf in das Musterhaus und trotzdem sie bisher sehr auf Sparsamkeit bedacht lebten, sind sie gewillt ihr Erspartes und Geerbtes für einen neuen Lebensabschnitt in einem Haus, das allen modernen Komfort der Zeit bietet, zusammenzukratzen und würden am liebsten gleich dort einziehen. Lustigerweise haben sie kaum noch Geduld um abzuwarten, dort einzuziehen. Auch als Leserin fiebert man mit, dass alles wirklich so gut gehen wird, wie sich das Ehepaar so erhofft - ohne dabei von irgendjemanden übers Ohr gehauen zu werden. Als es endlich so weit ist, werden die beiden gleich ins nächste Projekt gezogen und widmen ihr Leben nun der Gemeinschaft, in Form eines partizipativen Klubs.
Es ist erstaunlich, wie fein und tiefgehend der Autor seine Figuren zeichnet, sich mit einem Augenzwinkern über sie lustig macht, ohne sie jemals bloßzustellen oder die Augenhöhe zu verlieren. Großartig gelingt es ihm, ein eigentlich recht fades Leben mit Enthusiasmus und liebevollen Standesdünkel zu würzen und die Charaktere absolut glaubhaft und authentisch darzustellen. In keinem Moment kommt Langeweile auf und es ist herrlich mitzuverfolgen, wie Tom über seine eigene Entwicklung reflektiert - und staunt. Ich kann immer noch nicht ganz glauben, dass der Roman vor 90 Jahren das erste Mal veröffentlicht wurde und nichts an Aktualität verloren hat - wenn man von dem dargestellten, gutbürgerlichen Milieu mit starkem britischen Akzent einmal absieht. Die Charaktereigenschaften von Tom sind humorig schrullig, er weiß sich standesgemäß zu benehmen und ist anfänglich auch den Umständen entsprechend genügsam. Trotzdem der Hauskauf sie vor finanzielle Herausforderungen stellt, kommt er keine Sekunde auf seine Idee, etwas von ihrem bisherigen Lebensstandard - beispielsweise auf seine Haushälterin - zu verzichten. Äußerst amüsant ist es auch mitzuverfolgen, wie plötzlich ihr jahrzehntelang gewohntes Haus vom einst geliebten Zuhause zu einer hässlichen, ungemütlichen und unkomfortablen Bude heranwächst, nachdem ihnen ihr neues Zuhause vor Augen steht. Auch die Befindlichkeiten und Meinungen anderen Menschen gegenüber, beispielsweise dem kolonialistischen und leicht unsympathischen Mr. van Doon, sind bezeichnend, aber erstaunlich versöhnlich und offen.
Mein Fazit: "Vor uns die Zeit" ist ein absolut empfehlenswerter Roman, der schon 90 Jahre auf dem Buckel und nur wenig an Aktualität verloren hat. Er besticht durch feine Charakterbeobachtungen und zum Schmunzeln bringenden Humor, ohne dabei die Figuren ins Lächerliche zu ziehen. Es ist ein meisterliches Werk britischer Literatur, die alle lesen sollten, die der britischen upper middle class gewogen sind und sich für die tiefgehenden Veränderungen interessieren, die passieren, wenn man das Arbeitsleben hinter sich gelassen hat.
Rezensionen von Marie aus E.:
So riecht das Glück - mit Otto nach England
OTTO fährt los – Eine Reise nach England von Madlen Ottenschläger
Es geht schon zum fünften Mal auf große Fahrt mit Otto. Dieses Mal nach England, wie schön.
Was mir gar nicht klar war: Otto ist nicht exklusiv mit einer Familien unterwegs, sondern findet neue Reisebegleitungen.
Hier machen sich Papa Martin, Freda und Arthur auf die Reise. Fredas und Arthurs Mutter ist nicht mit dabei, weil die Eltern getrennt sind.
Ich mag das ja, wenn Bilderbücher Lebensrealitäten abbilden, ohne groß zu thematisieren.
Unterwegs holen sie dann noch Tante Lissy und Dackel Daisy mit an Bord und dann erkunden sie zusammen England.
Otto ist der sympathischste Bus und Freund, den man sich vorstellen kann. Er ist neugierig, zeigt Gefühle und kümmert sich um seine Ferienfamilie.
Ich mag die Otto-Bücher, weil man so viel entdecken kann.
Es werden die klassischen Urlaubsvorstellungen bedient, man könnte es vielleicht auch ein wenig klischeehaft finden, aber für Kinder, die ein neues Land entdecken, finde ich es so genau richtig.
Ganz besonders putzig und auch rührend fand ich Auflösung um den Keksdieb im Buckingham-Palast.
Das Buch hat zwar für ein Bilderbuch schön viel Text, man wird aber trotzdem noch etwas erklären müssen über Sherlock Holmes, die Queen, was ein Phlox ist usw.
Aber das Buch ist perfekt, um ins Gespräch über das Urlaubsland zu kommen.
Die Illustrationen sind wie immer wunderschön, die Charaktere so liebevoll gezeichnet und auf jeder Seite gibt es ganz viel zu entdecken.
Es gibt auch wieder viele schöne, kleine Botschaften wie z. B. Regenwetter kann auch toll sein, Teilen macht Freude usw.
Ich bin ganz beseelt nach dem neuen Otto-Buch und freue mich auf viele weitere Abenteuer.
Rezensionen von PMelittaM:
Gut recherchierter historischer Kriminalroman
Tod am Rashomon Tor von Ingrid J. Parker
Kyoto, Japan, 11. Jahrhundert: Der Justizbeamte Sugawara Akitada wird von seinem ehemaligen Mentor Hirata um Hilfe gebeten. An der Kaiserlichen Universität, in der Hirata lehrt, scheint es einen Erpresser zu geben. Akitada wird vorübergehend vom Dienst freigestellt und geht als neuer Dozent an die Universität, um undercover ermitteln zu können.
Bald gibt es Tote und Akitada hat drei verschiedene Fälle zu klären.
Die Reihe um den japanischen Ermittler ist schon früher einmal erschienen, dieser Band im Original 2002, im Deutschen 2004. In der damaligen Reihenfolge scheint „Tod am Rashomon Tor“ der zweite Band gewesen zu sein, es wird in diesem auch an Fälle erinnert, die Akitada schon erfolgreich gelöst hat. Im Original sind anscheinend bisher 24 Bände erschienen. In der derzeitigen Ebook-Neuauflage ist „Tod am Rashomon Tor“ der erste Band, bisher sind zwei weitere erschienen. Es ist ein bisschen schade, dass der offensichtlich erste Band fehlt, doch abgesehen davon, dass ich neugierig darauf wurde, auch über die angesprochenen Fälle zu lesen, hatte ich keine Probleme damit, in die Geschichte einzutauchen.
Der Protagonist stammt aus einer verarmten Adelsfamilie, langweilt sich in seinem Job, und hat noch Mutter und zwei ledige Schwestern zu versorgen, Dienstpersonal ist wenig vorhanden, eine größere Rolle spielt Tora, ein ehemaliger Straßenräuber, den Akitada vielleicht im vorherigen Band als Bediensteten bei sich aufgenommen hat, und der ihn bei seinen Ermittlungen tatkräftig unterstützt. Im Laufe der Geschichte kommen weitere Charaktere hinzu, die möglicherweise den Haushalt vergrößern werden. Akitada und Tora waren mir schnell sympathisch.
Natürlich spielen auch die verschiedenen Dozenten der Universität und einige Schüler eine Rolle, denn in ihren Reihen könnte der Erpresser zu finden sein. Gerade die Dozenten sind dabei recht skurrile Charaktere, mit denen Akitada so seine Probleme hat. Im Laufe der Geschichte kommt zum Charakterensemble auch der Hauptmann der Stadtwache, Kobe, dazu, durch ihn und seine Handlungen erfährt man als Leser:in einiges, nicht immer erfreuliches, über das japanische Rechtssystem jener Zeit.
Ingrid J. Parker lässt das alte Japan lebendig werden und hat gleichzeitig einen unterhaltsamen Kriminalroman geschrieben. Ich hatte nur manchmal das Gefühl, die Sprache könnte dem Setting etwas angepasster sein, das hat mich aber nur am Rande gestört. Die Fälle sind interessant, ich habe fleißig mitgerätselt, die Auflösungen sind jeweils nachvollziehbar.
Das Buch enthält neben den sehr lesenswerten historischen Anmerkungen der Autorin, denen man entnehmen kann, wie gut sie recherchiert hat, ein Verzeichnis der handelnden Personen, in dem auch darauf hingewiesen wird, dass im Japanischen der Famiienname zuerst genannt wird, Akitada ist also der Vorname des Protagonisten.
Mir hat dieser Ausflug ins Japan des 11. Jahrhunderts gut gefallen, der Protagonist ist sympathisch, die Fälle interessant, der Roman gut recherchiert. Ich freue mich darauf, weitere Bände zu lesen.











