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Rezensionen von rewareni:

Die Gerechtigkeit wird siegen

Dies irae von Adrian Schmelzenbart

Selbst noch nach Jahren nagt der ungeklärte Mord ihrer Tochter Madeleine an Dolly und als sie in das Haus ihres verstorbenen Großvaters zieht, hofft sie, ein wenig Ruhe zu finden. Der kleine Ort Hardegg im Waldviertel scheint dafür wie geschaffen. Doch als eines nachts in ihrem alten Baumhaus ein seltsames Licht erscheint mit einer geisterhaften Erscheinung eines kleinen Mädchens, das sogar ihrer Tochter ähnlich sieht, hält sie das für ein Zeichen und entdeckt kurz darauf ein Kindergrab von einer verstorbenen Melanie Schweiger.

Von nun an beginnt sie unangenehme Fragen zu stellen, wo so mancher Dorfbewohner nervös wird. Einzig bei Hermine, der Schwester der ebenfalls getöteten Melanie findet sie ein offenes Ohr und so haben beide nur ein Ziel, nämlich den Mörder beider Mädchen zu finden.
,,Dies irae- Tage des Zorns“, ist ein Waldviertler Mystery Krimi aus der Feder des Autors Adrian Schmelzenbart.
Darin bekommt man als Leser geisterhafte und mysteriöse Erscheinungen präsentiert wo man immer wieder spürt, wie gequälte Seelen nicht zur Ruhe kommen und auf Erlösung hoffen.
Dafür ist Dolly zuständig, die gerade zu Beginn für mich nicht immer sympathisch rüber gekommen ist mit ihrer ruppigen und aufbrausenden Art. Aber dadurch hat sie das Leben der Dorfbewohner so aufgemischt, dass man vieles über die Menschen erfahren hat und man erlebt hat, wie ein Ort ,,schweigen“ kann. Mit ihren Methoden ist sie dabei oft unkonventionell und handelt oft scheinbar aus der Situation heraus ohne wirklich an die Folgen zu denken. Als perfekte Partnerin hat ihr der Autor Hermine zur Seite gestellt, die von allen nur ,,die Verrückte“ genannt wird, die immer wieder lateinische Worte vor sich her murmelt und die Menschen ihr lieber aus dem Weg gehen. Dass diese aber auch ihre eigenen Ziele verfolgt und dabei Dolly immer wieder manipuliert, merkt diese zu Beginn nicht.
Passend dazu hat auch der Autor die Kapitelüberschriften in Latein verfasst, mit einem deutschen Text darunter.
Besonders charmant habe ich die paar ,,humorvollen“ im österreichischen Dialekt verfassten Dialoge empfunden, wo man sich wunderbar die kauzigen Bewohner vorstellen konnte.
Es ist keine Wohlfühlgeschichte da Dinge ans Tageslicht kommen, die erschüttern und betroffen machen. Es hat zwar bei mir ein wenig gedauert, bis ich in die Geschichte hineingekommen bin da mir gerade zu Beginn die vielen verschiedenen Andeutungen wer, was gemacht haben könnte und wer aller verdächtigt wird, etwas verwirrt haben, aber mit der Zeit haben sich alle Puzzleteile dann zu einem Gesamtbild zusammen gefügt.
Das Ende ist zwar traurig, aber die Gerechtigkeit hat gesiegt und die Kinderseelen finden endlich ihren verdienten Frieden.

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Gute Unterhaltung

Wiener Wedding Killer von Franziska Waltz; Claus Schönhofer; Norbert Peter

Die Anthologie ,,Wiener Wedding Killer“ präsentiert dem Leser 9 Hochzeitskrimis, wo die Braut, der Bräutigam oder eine Person, die zur falschen Zeit am falschen Ort war, das zeitliche segnet.
Die Autoren Franziska Waltz, Claus Schönhofer und Norbert Peter zeigen dabei, wie humorvoll und auch manchmal recht zynisch gemordet werden kann.

Alle Geschichten bieten eine köstliche Unterhaltung, wo aus Rache, aus Versehen oder sonstigen nicht immer logischen Beweggründen jemand zum Mörder wird.
Besonders der Wiener Dialekt, der immer wieder dabei einfließt, macht die Geschichten noch liebenswerter und vor allem witziger.
Der Schreibstil von allen dreien ist sehr bildhaft und oft auch actiongeladen, wo es ein Vergnügen wäre, wenn man diese Geschichten verfilmen würde.
Schön ist auch, dass man auf Ermittler trifft, die schon öfters in anderen Kurzgeschichten der Autoren vorgekommen sind und ihre Dialoge dabei einfach herrlich sind.
Wer also unter anderem in einem chaotischen Filmdreh eintauchen möchte oder bei einem fröhlichen Polterabend auf einem Schiff dabei sein möchte, sowie erfahren möchte, warum es nicht gut ist, wenn man zwei Frauen gleichzeitig liebt, der kommt bei den 9 Hochzeitskrimis voll auf seine Kosten.

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Glaube und Hoffnung

Artifact Unearthed von Rüdiger Marmulla

Der Roman ,, Artifact Unearthed“- Pastor Tim und das Vermächtnis der Ohlonen, ist der letzte Band aus dieser Reihe, wo es aber nichts ausmacht, wenn man die vorherigen Bände nicht kennt, da es eine eigene Geschichte ist.
Die Handlung spielt in der Zukunft, wo man bei Bauarbeiten für einen neuen Kirchenkomplex eine unterirdische Kammer mit mysteriösen Wandmalereien entdeckt.

Während Tim herausfindet, dass die indigenen Bewohner, die Ohlonen ein verlorenes Artefakt darin vermuten, das die Erde heilen soll, gibt es Kirchenmitglieder, die den Bau so rasch als möglich fortsetzen wollen. Als auch noch eine finstere Organisation ins Spiel kommt, die es schafft wichtige Informationen, die die indigenen Völker betreffen aus dem Internet zu löschen und plötzlich alles dazu verschwunden scheint weiß Tim, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt wenn er den Ohlonen helfen möchte, damit sie ihr Artefakt zurück bekommen wollen und nicht die Gier der Menschen ein Stück wertvoller Geschichte zerstört.
Der Autor Rüdiger Marmulla vermischt in seinem Roman Ereignisse aus der Vergangenheit mit Erlebnissen in der Gegenwart, wo verschiedene Kulturen und Glaubensrichtungen aufeinander treffen und er dabei zeigt, dass mit gutem Willen, alle in Frieden zusammen leben könnten.
Der Schreibstil ist dabei sehr einfach gehalten, wo es mir schwer gefallen ist einen richtigen Zugang zu der Geschichte und auch zu den Protagonisten zu finden. Für mich handeln sie zu steif und zu wenig emotional, irgendwie sind sie wie Marionetten, die am Faden hängen und sich einfach bewegen.
Da der Autor sehr gläubig ist, findet man auch immer wieder Bibelzitate und Gespräche über den Sinn des Lebens, über Menschlichkeit und auch über die dunkle Vergangenheit aus der amerikanischen Geschichte und wie man mit indigenen Völkern umgegangen ist. Dabei hat er zu Pastor Tim, der an Gott glaubt, den Schamanen Xoyon ins Spiel gebracht, der eher auf spirituelle Ebene seinen Glauben ausübt und eng mit der Natur verbunden ist.
Es sind kurze Kapitel, die oft einen sehr schnellen Zeit-und Schauplatzwechsel haben wo für mich die Handlung eher ins Stolpern gekommen ist, als einen flüssigen Lesefluss zu haben. Für einen Thriller, wie angegeben, hat mir ein wenig die Spannung gefehlt.
Wer also eintauchen möchte in Verschwörungstheorien, religiösen Einflüssen, spirituelle Momente und ein wenig High Tech in der Zukunft, der wird Pastor Tim bei seiner besonderen Reise sicher gerne begleiten.

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Achtung, die Würmer kommen!

Feuchte Monster von Matthias Krause

Frank J. Freibrodt, Autor frivoler und eher geschmackloser Romane, wird nicht nur von seinem Kredithai unter Druck gesetzt, sondern auch von seinem Verleger Hr. Kunz, sowie dem Sensitivity Reader Mortimer, der am liebsten alle schändliche Szenen in dessen neuen Roman streichen würde.
Gezwungenermaßen muss Frank bei einem Speeddatingevent hoffen, dass er auf eine reiche Gönnerin trifft, die ihm aus seiner misslichen finanziellen Lage hilft.

Dass er hier auf seltsame und auch brutale Personen trifft ist für sein eigentliches Vorhaben nicht gerade förderlich.
Die eigentliche Gefahr für alle kommt aber von einem riesigen Meereswurm, dessen Brut sich bereits auf den Weg gemacht hat menschliche Wirte zu finden, um sich dort einzunisten. Dass gerade in dem eigentlich friedfertigen Mortimer solche Baby Maden in sein Gehirn eingedrungen sind lässt ihn unberechenbar werden und so wird das Speeddating für alle zu einem Ereignis, mit ungeahnten Folgen.
Bei der Horrorsatire ,, Feuchte Monster“ muss man sich als Leser auf eine besondere Geschichte einlassen. Der Autor, Matthias Krause, zieht dabei alle Register damit man Spannung, Humor, Action und vor allem viele verschiedene Körperflüssigkeiten präsentiert bekommt. Manche dieser feucht fröhlichen Szenen, gepaart mit brutalen und nicht zimperlichen Kampfszenen zwischen den Protagonisten, sowie sexistische Kraftausdrücke, fallen dabei manchmal schon etwas zu heftig aus.
Der Schreibstil ist flüssig und auch auch bildhaft, wo man sich manche Szenen lieber nicht so genau vorstellen möchte.
Da es sehr viele Protagonisten gibt, ist es mir gerade zu Beginn etwas schwer gefallen den Durch-und Überblick zu behalten, aber mit der Zeit ist es dann kein Problem mehr.
Mir haben seine unterschiedlichen Personen mit deren besonderen Eigenheiten gut gefallen. Auch deren Dialoge untereinander sind immer wieder humorvoll und auch leicht zynisch angehaucht.
Die Handlungsorte wechseln recht schnell, wo man schon ein wenig aufpassen muss, da es nicht unbedingt einen roten Faden gibt, der sich linear durch den Roman zieht.
Man wird immer wieder überrascht mit neuen Details speziell zu den gefräßigen Würmern, die schon manchmal recht ekelig sind, wenn sie sich bei den Menschen einnisten. Da es aber eine Horrorsatire ist, muss man auf alles gefasst sein.
Es ist eine schwungvolle Geschichte, wo man nie so genau weiß, was als nächstes passiert. Wer sich also über gefräßige Würmer, Fetischisten und sonstige durchgeknallte Protagonisten drüber traut, der wird bei ,, Feuchte Monster“ auf seine Kosten kommen.

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Eine zweite Chance

Das Echo deines Namens von Diana Ak

Die junge 23 jährige Brittany Haris, die immer noch bei ihren Eltern lebt spürt, dass sie einen Neuanfang braucht und so beschließt sie kurzentschlossen nach New York zu ziehen, wo es ihr zum Glück gelingt eine Stelle in einer Anwaltskanzlei zu ergattern. Obwohl ihr Chef Alex Sullivan zunächst sehr reserviert und unnahbar wirkt, merkt Brittany bald, dass hinter dieser harten Fassade ein sensibler Mensch steckt.

Schon bald fühlt sie sich immer mehr zu ihm hingezogen, wo sie aber nie weiß, was er wirklich fühlt und denkt.
Bis sie eines Tages seinen Kollegen Nathan kennen lernt und ihre Gefühle sowohl für Alex, als auch für ihn vorhanden sind. Als Brittany endlich glaubt zu wissen, wer ihr Herz erobert hat geschieht eine furchtbare Katastrophe und plötzlich ist nichts mehr so, wie es vorher war.
Die Autorin Diana Ak hat mit ihrem Roman ,,Das Echo deines Namens“ eine zu Herzen gehende Geschichte geschrieben über Liebe, Verlust, Hoffnung, Zweifel und den Mut das Leben wieder neu zu beginnen selbst wenn man denkt, dass man nie wieder glücklich sein kann.
Die Protagonisten Brittany, Alex und Nathan sind in jeder Szene glaubwürdig wie sie handeln und vor allem sehr menschlich. Die Autorin hat ihnen so viele Emotionen und Gefühle eingehaucht, dass man selbst immer wieder mitleidet wenn man spürt, wie verzweifelt und unglücklich diese gerade sind.
Interessant waren dabei verschiedene Rückblenden aus der Vergangenheit aber auch solche, wo man Zeuge geworden ist, wie eine Situation aus der Sicht jedes einzelnen erlebt worden ist.
Auch wenn es ein eher trauriger Roman ist, so ist er doch immer wieder voller Hoffnung. Besonders intensiv erlebt man dabei die Gefühle und Gedanken von Alex und Nathan, die beide eine schwere Jugend hatten, die beide aber gestärkt daraus hervor gegangen sind und ihr Motto dabei war, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient hat.
Besonders berührend fand ich dabei, wie selbstlos beide gehandelt haben, damit Brittany glücklich werden konnte. So sensibel und empathisch findet man selten Männer, die um die selbe Frau kämpfen.
Die Geschichte lebt von Erinnerungen der Protagonisten und egal, was passiert ist, bleiben diese in ihrem Gedächtnis und somit können sie mit ihrem alten Leben abschließen und ein neues und vor allem wieder glückliches beginnen.

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Der unsichtbare Feind

Tödliche Nachlese von Matthias Melich

Als eines Tages im Weinort Malsch vor der Pfarrkirche eine Puppe liegt, die mit Nadeln durchstochen ist, glaubt Tobias noch an einen schlechten Scherz. Doch bald passieren Dinge, wo er nicht mehr an Zufälle glaubt. Als ein Freund von ihm einen unerklärlichen Autounfall hat lässt ihm der Gedanke nicht los, dass diese Ereignisse mit einer Mordserie zu tun haben in der er und sein Freund der Polizist Dominik involviert waren.

Spätestens dann, als sich Tobias verfolgt fühlt und auch seine Tochter Zoe Opfer eines Anschlags wird ist ihm klar, dass sich jemand an ihm und Dominik rächen möchte. Ihr unsichtbarer Gegner versteht es geschickt seine Spuren zu verwischen und allen ist nun klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis er seinen mörderischen Plan umsetzen kann, wenn es nicht vorher Tobias und der Polizei gelingt, den Mörder zu fassen.
,,Tödliche Nachlese“ ist ein eher humorvoll geschriebener Thriller von Matthias Melich wo er den Leser zum zweiten Mal Tobias und Dominik ,,ermitteln“ lässt. Auch wenn man die erste Geschichte nicht kennt ist es nicht so schlimm, es gibt immer wieder kleine Rückblenden vom ersten Teil und die jetzige Handlung baut nur bedingt darauf auf.
An sich wäre das Katz-und Mausspiel zwischen Täter und Opfer spannend erzählt, was aber mit der Zeit sehr nervig ist sind die ständigen Wiederholungen der Ereignisse. Zuerst passiert etwas, danach geht der Protagonist alles im Gedanken noch einmal durch und dann kann es sein, dass er die Erlebnisse noch jemanden erzählt. So wiederholen sich leider immer wieder Szenen, die man schon mehrfach gelesen hat. Auch ist der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig wo man oft nur einzelne Wörter aneinander gereiht findet aber auch durch die personale Erzählperspektive jeden Handgriff den der Protagonist tut, erklärt bekommt, wo es für mich schon manchmal zu genau beschrieben war.
Es gibt immer wieder kleine Überraschungen in der Geschichte, wo das Ende nochmal richtig spannend geworden ist, auch wenn nicht wirklich alles geklärt worden ist. Als Ausblick findet man noch einen kurzen Auszug auf den dritten Band der Reihe.

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Eine neue Freiheit

Karolinenhöhe von Kirsten Karg

Es ist das Jahr 1910, als die junge Krankenschwester Ida Freese ihre Stelle kündigt und ihr neues Leben in Baden-Baden  in der Naturheilanstalt Lichtental auf der Karolinenhöhe  bei dem Ehepaar Enslinger antritt. Hier trifft sie auf eine völlig neue und unbekannte Welt. Es gelten hier strenge Regeln, wo der Vegetarismus und die Freikörperkultur einen hohen Stellenwert haben.

Mit der Zeit gewöhnt sich Ida daran und beginnt sogar, die Ruhe und Einfachheit in der Kuranstalt zu genießen. Ihre beginnende Liebe zu dem jungen Luftschiff- Monteur Carl bringt sie in Bedrängnis, denn wenn man gegen die Hausregeln verstößt, kann es schlimme Folgen haben. Dass ihr Glück bald schon in Gefahr gerät kann Ida noch nicht wissen und die folgenschweren Ereignisse werden zeigen, ob Ida ihren eigenen Weg noch finden kann.
Der Roman ,, Karolinenhöhe“ nimmt den Leser auf eine besondere Reise mit, wo die Autorin Kirsten Karg nicht nur geschichtliche Orte und Fakten einfließen hat lassen, sondern ein besonderes Bild der neuen Lebensform ,,Zurück zur Natur“ beschrieben hat.
Die ,,Verrückten auf dem Berg“ ,wie die Menschen in der Naturheilanstalt genannt wurden, haben gespürt, dass Luft-, Licht- und Wassertherapien, sowie der Verzicht auf Fleisch und Alkohol, der Gesundheit förderlich sind. Gerade die Frauen, die sich damals nicht nur durch Korsetts, sondern auch durch Traditionen und festgefahrene Denkweisen der Männer , eingeengt und gefangen gefühlt haben, haben gespürt, wie das Ablegen der Kleidung und sich so zu zeigen wie sie sind , sie von vielen Zwängen befreit haben.
Es werden in dem Roman viele wichtige Themen aufgegriffen wo es schön war, dass Ida auch immer wieder gegen Regeln verstoßen hat, auch wenn sie Repressalien zu befürchten hatte. So war es damals immer noch für männliche Ärzte klar, dass Frauen bei gewissen Symptomen einfach nur hysterisch waren, wo Ida aber gewusst hat, welche Frauenleiden wie zu lindern waren. Aber auch der Kampf zwischen ,,Zurück zur Natur“ und dem aufkommenden Fortschritt hat die Autorin immer wieder gut gegenüber gestellt.
Auch wenn immer wieder ein kleiner Hauch an Humor aufblitzt, so ist es doch im Grunde ein sehr berührender und emotionaler Roman, wo sich viele Protagonisten im Laufe der Geschichte sowohl positiv, als auch negativ verändern. Wo man merkt, dass fanatische Personen, die auf ihr Recht, auf ihre Meinung und ihre Ansichten pochen, schwer davon abzubringen sind, auch einmal etwas anderes auszuprobieren.
Schön hingegen war, dass sich Frauen, allen voran Ida sich immer mehr aus ihren Zwängen befreit haben, dass sie selbstbewusster geworden sind, dass sie sich nicht mehr alles, gerade von Männern, gefallen haben lassen und dass sie bereit waren für ihre Wünsche, Bedürfnisse und ihre Freiheit zu kämpfen, egal was andere darüber denken.
Ein toller Roman, wo auch die beschriebenen Sehenswürdigkeiten und die Schönheit der Natur beim Lesen Wohlfühlmomente ausgelöst haben.

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Schwierige Geschichten

Alles in Ordnung, Liebe überall von Michal Tallo

, Alles in Ordnung, Liebe überall“, so lautet der Titel diverser Kurzgeschichten des slowakischen Autors Michal Tallo. Seine Erzählungen haben dabei eine eigene Ausdrucksweise, wo man nicht immer leicht in eine Geschichte eintauchen kann. So findet man unter anderem einen Satz, der sich über mehrere Seiten zieht, bis endlich ein Punkt den Satz beendet.

Da fällt es natürlich nicht leicht an der Geschichte dran zu bleiben, obwohl sie durchaus einen besonderen Reiz ausübt.
Viele Geschichten sind eher trauriger Natur, wo Menschen verzweifelt sind, wo sie auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind oder wo sich jemand für einen anderen verantwortlich fühlt und dabei auf sich selbst vergisst.
Es ist mir leider sehr schwer gefallen bei den meisten Erzählungen die Intention des Autors zu erfassen. Er deutet vieles nur an, erzeugt Bilder im Kopf des Lesers, wo ich oft ratlos zurück geblieben bin. So ist mir z.b immer noch nicht klar, warum Männer in eine Konditorei weinen gehen oder warum eine Frau plötzlich ein Baby bekommt, das gleich älter wird und dann weggeht. Man findet in seinen Geschichten immer wieder absurde und aberwitzige Situationen, wo es dauert bis man den Sinn dahinter versteht.
Seine Protagonisten bleiben auch immer unnahbar, sodass es jede Person sein kann die die Geschichte gerade erlebt. So findet man keine Namen sondern z.b. nur den Anfangsbuchstaben wenn L .etwas sagt oder P. etwas tut. Oder wenn es einfach nur Bezeichnungen gibt wie der Körper, die Ältere, die Frau....
Für mich waren die Kurzgeschichten anstrengend zu lesen, weil ich es nicht gerne mag, wenn man beim Ende angelangt ist und man im Grunde nicht wirklich weiß, was der Autor damit ausdrücken wollte. Wer in lyrische, kafkaeske und teils absurde Geschichten eintauchen möchte, wird hier sicher auf seine Kosten kommen.

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Wer bin ich wirklich?

Als Fremde wirst Du sterben! von Stephan Leenen

Als in einem Tunnel ein toter Obdachloser gefunden wird denkt Hauptkommissar Ben Willemsen noch, dass es ein Routinefall wird. Doch schon bald muss er feststellen, dass dem nicht so ist. Jugendliche, die den, mittlerweile als bekannten amerikanischen Genetiker Robert Bronn identifiziert, gefunden haben, geraten plötzlich ins Visier skrupelloser Verbrecher, wo schon schon bald der nächste Tote auftaucht.

Bronns ehemalige Geliebte Andrea Segliani versinkt mehr und mehr in ihrer Rolle der historischen Giftmörderin Gesche Gottfried, wo sie immer öfter nicht mehr weiß, wer sie nun wirklich ist.
Als auch noch Ben zur Zielscheibe der Verbrecher wird und ein gestohlener USB Stick der Schlüssel zu den ganzen Ereignissen zu sein scheint weiß er, dass ihm und seinem Team nicht mehr viel Zeit bleibt um schlimmeres zu verhindern.
,, Als Fremde wirst du sterben“ ist ein spannender Kriminalroman, wo der Autor Stephan Leenen seine Leser auf eine besondere Reise, nicht nur in die Vergangenheit, mit nimmt.
Interessant war dabei, warum Andrea immer wieder glaubt die bekannte Bremer Giftmörderin Gesche zu sein und ihr Leben scheinbar hautnah in der Gegenwart erlebt. Dass dabei eine neuartige Technologie dahinter steckt findet man im Laufe des Romans heraus und man hofft, dass dieses Szenario nicht einmal wahr werden wird.
Die Protagonisten werden gut dargestellt, sowohl der sympathische und empathische Kommissar, als auch die leidgeprüfte Andrea. Aber auch die Antagonisten wie der skrupellose Journalist Torsten Schypulla oder der brutale Carlos, beide passen gut in die Geschichte hinein.
Etwas Probleme haben mir aber die schnellen Perspektivenwechsel bereitet, wo man oft ganz unvorbereitet von einem Schauplatz zum anderen gewechselt ist und man dabei erst wieder seine Gedanken zu anderen Protagonisten überleiten musste.
Es geht auch recht brutal in dem Roman zu wo mir Carlos schon fast ein wenig zu standhaft war mit den ganzen Verletzungen, die ihm andere zugefügt haben.
Ein versöhnliches Ende rundet den spannenden Krimi ab, wo mir der Ausflug in die historische Vergangenheit gut gefallen hat.

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Was ist damals passiert?

Die weiße Dame von Yngra Wieland

Die Psychotherapeutin Salome Liebeskind kann es nicht fassen, dass ihre Kollegin Eva in ihrer Gemeinschaftspraxis brutal ermordet worden ist. Hauptkommissar Julian Christ, hält Salome vorerst für verdächtig. Als es noch zwei weitere Tote gibt und es scheinbar keinen Zusammenhang zu finden gibt, beginnt Salome eigene Nachforschungen anzustellen, was dem Kommissar so gar nicht passt.

Mit der Zeit muss sie feststellen, dass ihre Kollegin einiges zu verbergen hatte und was sie dabei heraus findet erschüttert sie zu tiefst und dabei ahnt sie nicht, dass der Mörder bereits sein nächstes Opfer im Visier hat.
Im Auftaktband ,, Die weiße Dame“, lässt die Autorin Yngra Wieland, Salome Liebeskind, sehr zum Leidwesen des Kommissars Julian Christ, bei spannenden Mordfällen ,,ermitteln“.
Man landet als Leser schnell in einer interessanten Geschichte, wo die Autorin nicht nur ihre Erfahrung in der Psychotherapie einbringt, sondern auch spannende und vor allem emotionale Momente in ihre Geschichte hinein bringt.
Schön dabei ist, dass sowohl Salome, als auch Julian Protagonisten sind, die nicht immer rational handeln, die ihre Schwächen haben und sie auch zeigen und vor allem, dass sie beide spüren, dass trotz anfänglicher gegenseitiger Ablehnung, sie doch einen Draht zueinander gefunden haben und beide ein Ziel haben, nämlich weitere Morde zu verhindern.
Dass es auch kleine humorvolle Szenen gibt, wo ein sympathischer Nachbar mit seinem Hund Seppl eine nicht unwichtige Rolle spielt, lockert die doch eher düstere Geschichte ein wenig auf.
Dass der Auslöser der ganzen Ereignisse in der Vergangenheit liegt und nun in der Gegenwart ihr trauriges Ende findet, hat die Autorin gut beschrieben, wo es sicherlich gut wäre eine Triggerwarnung einzufügen, da es vielleicht bei so manchen eine starke emotionale Reaktion oder Erinnerungen an traumatische Erlebnisse auslösen könnte.
Ein interessanter erster Fall, der oft tief in das Seelenleben der Protagonisten blicken ließ und man nun gespannt sein darf, wie es mit Salome, dem Kommissar und natürlich auch Seppl weiter geht.

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