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Rezensionen von rewareni:

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Der Fluch von Everly Falls 3 von Marshall Flynn

Der Albtraum für Matthew Bennett scheint kein Ende zu nehmen. Gezwungener Maßen muss er nun das Dämonen Mädchen Scarlett Blackwood nach Magnolia Springs begleiten, wo sie hofft, mit Hilfe von Brendan Edelman, der es einstmals geschafft hat sich gegen den Teufel zu stellen, ihren Vater, den Fürsten der Finsternis zu stürzen, damit sie die Unterwelt endlich übernehmen kann.

Auch wenn Matthew befürchtet, dass er wohl keine Chance hat sich gegen Scarlett zu wehren will er es mit aller Macht versuchen, spätestens dann, als die kleine Zoe, Brendans Tochter ihr Leben verlieren zu droht, ist er bereit es mit Scarlett aufzunehmen.
Was aber beide nicht ahnen können ist, dass Matthews Vater, Ex- Sheriff Ethan Bennett, auf der Suche nach seinem Sohn ist um ihn zu retten, wo selbst der Auslöser dieser ganzen schrecklichen Ereignissen der Dichter Whitmore, ihn begleitet, nur mit dem Unterschied, dass dieser seine eigenen Ziele verfolgt.
In dem paranormalen Horrordrama ,, Der Fluch von Everly Falls 3“, zieht der Autor Marshall Flynn noch einmal sein ganzes Register, damit er seine Leser in eine spannende, brutale, aber auch berührende Geschichte mit hinein ziehen kann.
Es ist der große Show down, wo auch aus dem anderen Roman ,, Tod über Magnolia Springs“ die Familie Edelman, allen voran der Familienvater Brendan, eine besondere Rolle spielen.
Die gruseligen und paranormalen Szenen hat der Autor besonders intensiv und detailliert beschrieben, wo man das Gefühl hat, mittendrin im Geschehen zu sein. Man spürt die Verzweiflung der Protagonisten, wenn sie gegen einen übernatürlichen Gegner kämpfen müssen, man leidet mit, wenn sie in Illusionen und Erinnerungen gefangen sind, aus denen es scheinbar kein Entkommen gibt. Was man aber immer spürt ist, dass sowohl Matthew, Ethan und auch Brendan jederzeit bereit sind ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen , wenn sie ihre Liebsten damit retten können, dass dabei nicht jeder überlebt, ist zwar traurig, aber wohl notwendig, damit letztendlich das Gute doch noch siegen kann.
Die Geschichte lebt von Emotionen, von Zusammenhalt und dem Glauben, dass Menschlichkeit das Böse und die Dunkelheit besiegen können. Ein berührendes und teils offenes Ende schließt die Trilogie ab, wo man insgeheim hofft, dass der Autor ja doch noch einen weiteren Teil schreiben möchte.

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Ohne Worte

Kommissar Panowski von Axel Stamm

Schon der Titel des Romans ,, Kommissar Panowski – Kein Bretagne Krimi“ macht ja schon einmal neugierig. Der Autor Axel Stamm nimmt dabei den Leser auf eine besondere Reise nach Frankreich mit, wo man bereits zu Beginn schon überrascht wird ob des Kommissars Panowski, wo ich aber nicht verraten möchte, warum.

Es ist eine ruhige Geschichte, wo zwei Kommissare aus dem schwäbischen Holzgerlingen ob eines Austauschprogrammes in der Bretagne ihren Dienst versehen werden ohne zu ahnen, dass ihrer beider Leben sich von Grund auf ändern wird.
Die Mischung zwischen humorvollen Szenen, wo unter anderem ein ehemaliger Straßenhund ein neues zuhause findet oder ein schwäbisch angehauchtes Französisch, das oftmals für leichte Verwirrung sorgt, sowie die unausgesprochenen Gedanken zwischen den Protagonisten, die trotzdem wissen, was der andere meint, lässt den Roman noch intensiver wirken. Auch wenn scheinbar die Geschichte nur dahinplätschert, hat sie eine Tiefe in sich, die vor allem dadurch überzeugt, dass der Autor viele schöne Gedanken nieder geschrieben hat. Über die Beziehung der Menschen untereinander und auch die eigenen Reflexionen der Protagonisten über ihre Wünsche, Bedürfnisse, Ängste und Hoffnungen.
Man findet Menschen in der Geschichte, die oft von ihren eigenen Gefühlen überrumpelt sind und nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, wo manchmal schweigen mehr sagt als 1000 Worte, wo aber auch viel Zeit verloren geht, wenn man nicht den Mut hat, das zu sagen, was einem am Herzen liegt.
Der Schreibstil ist flüssig und zeigt auch, dass ein trockener Humor seinen besonderen Reiz hat, wo man als Leser immer wieder mit den Protagonisten mitgelitten hat. Man hat dabei oft gespürt, wie so mancher darauf gewartet hat, dass sich Dinge von alleine regeln.
Oft hat einfach nur ein Blick oder eine kleine Geste gereicht, wo mehr an Gefühl und Emotion zu spüren war, als viele Worte.
Es ist ein gefühlvoller und schöner Roman wo man sieht, dass das Leben so einfach sein kann, wenn man an einem Ort angekommen ist, wo das Herz zu Hause ist.

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Zwischen Lüge und Wahrheit

Eine winzige Lüge von Astrid Korten

Martina Wagner kann es nicht glauben, als ihre Tochter Julia behauptet, als Kind von ihrem Stiefvater Alex missbraucht worden zu sein. Martina weiß, dass ihre Tochter schon immer eine lebhafte Fantasie hatte und so klingt diese Anschuldigung für sie nicht wirklich glaubhaft. Als Alex damit konfrontiert wird ist er erschüttert und beteuert Martina, dass er so eine furchtbare Tat nie begangen hätte.

Völlig verunsichert versucht nun Martina heraus zu finden, wer von den beiden die Wahrheit sagt. Dabei gerät sie immer tiefer in einen Strudel aus Lügen, Geheimnissen und dem Gefühl, dass sie selbst nicht ganz unschuldig daran ist, dass nun die scheinbar heile Familienwelt zusammen bricht. Als dann noch ein Mord passiert und sich Julia immer seltsamer benimmt ist Martina am Boden zerstört. Ist ihre geliebte Tochter nicht nur eine Lügnerin, sondern auch eine Mörderin?
Was einem bei dem Roman zuerst ins Auge sticht, ist das besonders kunstvoll gestaltete Cover, das von der Autorin Astrid Korten selber stammt und im Laufe der Geschichte den Bezug dazu liefert.
Der Roman ,,Eine winzige Lüge“ zeigt, wie aus einer Aussage eine Lawine losgetreten wird, die so weit reichende Folgen hat, wo viele Menschen daran zerbrechen und Geheimnisse ans Tageslicht kommen die erschütternd sind und betroffen machen.
Es ist eine teilweise recht verwirrende Geschichte, wo ich manchmal meine Probleme damit hatte mich mit der Protagonistin Martina verbunden zu fühlen. Sie zeigt immer wieder einen sehr widersprüchlichen Charakter wo sie selbst oft nicht mehr weiß, wem sie glauben soll oder nicht.
Angenehm sind dabei die kurzen Kapiteln, wo man schnell wieder in die nächste Handlung eintauchen kann. Keine wirkliche Freude hat mir hingegen die durchgehende kursive Schrift bereitet, wo das Lesen mit der Zeit für die Augen doch anstrengend wurde.
Die Thematik in dem Roman ist eine wichtige die zeigt, wie Opfer selbst noch viele Jahre später darunter leiden können und wie in dieser Geschichte Menschen manipuliert werden und dadurch eine unheilvolle Kettenreaktion ausgelöst wird.
An manchen Stellen finden sich kleine Ungereimtheiten oder Logikfehler, wo man ein wenig drüber stolpert.
Interessant sind die eingefügten Gedankengänge des Opfers, wo man so viel an Hass, Verzweiflung und auch Hilflosigkeit spürt und der Plan sich zu rächen sich immer mehr verfestigt, wo die Medien und das Internet dazu benützt werden Lügen in kleinen Häppchen in die Welt zu setzen und dabei das Leben eines anderen zu ruinieren.
Manche Fragen sind dabei nicht immer wirklich beantwortet worden, wo es doch interessant gewesen wäre, weil so manche Handlungen der Protagonisten nicht immer greifbar waren. Es ist ein berührendes und unerwartetes Ende, das offen bleibt und somit für mich nicht richtig abgeschlossen wirkt.

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Salome, auf der Jagd nach dem Mörder

Jagdfieber von Yngra Wieland

Salome Liebeskind ist entsetzt, als sie Zeugin wird, wie ihre Patientin Serena mit Absicht vor ein Auto läuft. Kaum, dass sie sich darüber Gedanken machen kann erfährt sie, dass Serenas Vater, der renommierte Schönheitschirurg Dr. Wiese, bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist und dessen Frau Kimberley schwer verletzt wurde.

Natürlich dauert es nicht lange und Salome trifft auf Kommissar Julian Christ, der nicht zu unrecht befürchtet, dass sie wieder auf eigene Faust zu ,,ermitteln“ beginnt. Der angebliche Unfall, der bei einer Jagd passiert ist, lässt Salome keine Ruhe, noch dazu als kurz darauf auch noch ein Investigativjournalist tot aufgefunden wird. Schneller als gedacht ist Salome mittendrin in einem Strudel aus Familiengeheimnissen und unbändigen Hass. Dass es nicht die beste Idee ist alleine auf Tätersuche zu gehen, merkt sie leider zu spät.
,, Jagdfieber- Ein Fall für Salome Liebeskind“ ist der zweite Teil rund um die Psychotherapeutin Salome und dem Kommissar Julian Christ.
Man kann problemlos in den neuen Fall einsteigen, auch ohne Vorkenntnisse des ersten Teils. Die Autorin Yngra Wieland hat auch hier wieder spannende Themen aufgegriffen und eine interessante Geschichte daraus gemacht. Das Wechselspiel zwischen Salome und Julian, der auf der einen Seite immer wieder von ihren eigene ,,Ermittlungen“ genervt ist, aber alles daran setzt sie aus gefährlichen Situationen zu retten, ist wieder gut gelungen und man spürt, dass es eine besondere Verbindung zwischen den beiden gibt.
Die Autorin versteht es Spannung, berührende und tragische Schicksale, sowie Humor gekonnt miteinander zu verbinden und bietet somit dem Leser bis zum Schluss ein gelungenes Lesevergnügen. Dass weder bei Salome noch bei Julian und seinem Team nicht alles glatt läuft, macht sie sympathisch und authentisch. Auch Salomes Freundin Waldi, die gerne immer wieder ihre astrologischen Horoskope und sonstigen spirituellen Ergüsse zum Besten gibt, ist einfach herrlich und wieder einmal zeigt sie dabei, dass sie ein besonderes Gespür für Gefahren hat.
Die Hintergründe zu den Morden ist tragische und bis zum Ende, würde man nicht auf den Täter kommen.
Es ist wieder einmal eine interessante Geschichte, wo es Spaß gemacht hat die manchmal etwas unvernünftige, aber sympathische Salome zu begleiten und ich schon gespannt bin, wie es mit ihr und dem Kommissar weiter geht.

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Viele Geheimnisse

Seizouh von Fabiano Docimo

Der 16 jährige Seizouh wächst bei seinem Großvater Pelbar im Schutz eines alten Tempels auf. Geschützt wird dieser von heiligen Runen, denn die Dunkelheit bietet Gefahren, die nicht zu unterschätzen sind. Als Schüler besteht sein Alltag aus Training, Disziplin und Lehren seines Großvaters, die er nicht immer versteht.

Während Seizouhs Freundin Kaelira und der vor Selbstsicherheit strotzende Seikan sich auf die kommenden Prüfungen freuen, sieht er diesen mit Furcht entgegen, da er unsicher ist und immer das Gefühl hat nicht gut genug zu sein und er Pelbar nicht enttäuschen möchte.
Unheimliche Träume verunsichern ihn immer wieder und als eine Rune am Rande des Waldes beschädigt wird, ist sogar der sonst so ruhige und gelassene Pelbar alarmiert. Plötzlich gerät das bisher ruhige und sichere Leben der Menschen in Gefahr. Schneller als gedacht muss sich nun Seizouh mit seinem Großvater und seinen Begleitern Mächten stellen, von denen er nie zu träumen gewagt hat. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt nun, wo keiner weiß, was auf sie zu kommen wird.
,, Seizouh- das Urteil der Rune“ ist der spannende Auftaktband einer mehrteiligen Reihe, wo der Autor Fabiano Docimo, den Leser auf eine bildhafte und sprachgewaltige Reise mit nimmt. In eine Fantasy Welt, wo Dämonen, unheimliche Kreaturen, akrobatische, asiatisch angehauchte Kämpfe und viel Magie das Leben der Protagonisten an den Rande der Verzweiflung bringt.
Es ist eine spannende Geschichte wo der Autor großen Wert darauf legt, dass man sich die dargestellten Szenen gut vorstellen kann. Manche Kampfszenen laufen dabei wie bei einem Film vor dem Auge des Lesers ab und man hat das Gefühl mitten drin zu sein.
Schön ist dabei auch, dass Seizouh, der ständig an sich zweifelt nicht nur gute Freunde an seiner Seite hat, sondern auch die Möglichkeit bekommt zu erkennen, dass er eine Stärke in sich trägt, die nur darauf gewartet hat, ans Licht zu kommen und er somit an Selbstvertrauen gewinnen kann.
Freundschaft, Zusammenhalt und für den anderen da zu sein wenn Gefahr droht, werden in der Geschichte groß geschrieben, wo sich jeder auf den anderen verlassen kann und somit eine Stärke entsteht, die sie brauchen für die Gegner die oft unbezwingbar erscheinen.
Interessant ist auch, dass jeder Protagonist eine besondere Eigenschaft und Magie besitzt, die in verschiedenen Situationen von Vorteil sind.
Die Beziehung zwischen Pelbar und Seizouh wird sehr liebevoll und intensiv dargestellt, wo der Großvater spürt, dass in seinem Enkel viel mehr steckt, als es scheint und dass es Anzeichen drohender Gefahr gibt, wo er hofft, dass es nicht zum Äußersten kommt.
Der Autor schafft es nicht nur mit Dämonen, Schattenmagier und sonstigen unheimlichen Wesen eine besondere düstere Stimmung hervor zu rufen, sondern er bietet dem Leser auch immer wieder mit humorvolle und witzige Szenen eine Auflockerung und lässt somit das Alltagsleben normal erscheinen, obwohl man spürt, dass sich das bald ändern wird.
Wie alle Protagonisten zusammen gehalten haben, hat mir gut gefallen und selbst wenn nicht immer alles gut ausgegangen ist, haben sie mit Mut, Zuversicht und dem Wissen, dass kein Opfer umsonst war, weiter gekämpft.
Der Roman hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich schon, die tapferen und unerschrockenen Helden weiter begleiten zu können.

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Ein Kartenspiel mit tödlichen Folgen

Das Rätsel des Kreuzbuben von Ain Kütt

Im ersten Band des historischen Estland Krimis ,, Das Rätsel des Kreuzbuben“, wird Paul von Fock, Jurist und Gutsbesitzer in einem verzwickten Mordfall verwickelt, den er gemeinsam mit seinem Verwalter Wagner und der nervigen Gutsfrau Juliana vom Gut Annikvere, lösen muss.
Der Autor Ain Kütt entführt den Leser in eine Welt wo Machtspiele, gesellschaftliches Ungleichgewicht und Hinterhältigkeiten an der Tagesordnung stehen.

Gerade zu Beginn ist es mir sehr schwer gefallen in der Geschichte anzukommen, da es doch ungewohnte Namen der vielen Protagonisten gibt und auch ihre zugehörigen Güter mit anderen Namen noch dazu kommen. Es gibt zwar am Anfang ein kleines Personenverzeichnis, trotzdem fällt es nicht immer leicht alle Namen auseinander zu halten.
Paul von Fock wirkt sehr steif und gerade zu Beginn sehr unsicher, wo ihm Juliana nicht immer das Leben leicht macht mit ihrer aufdringlichen und direkten Art. Sie fällt dabei positiv aus der Rolle, da sie nicht dem damaligen Bild einer angepassten und braven Gutsfrau entspricht.
Es gibt immer wieder humorvolle und teils auch zynisch angehauchte Dialoge, die die Geschichte auflockern. Man taucht ein in das Leben des beginnenden 19. Jahrhunderts wo man die Standesdünkel zwischen den Bediensteten und ihrer Herrschaft erkennen kann, wo körperliche Züchtigungen an der Tagesordnung waren.
Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, wo man doch einige Zeit braucht bis man in der Geschichte ankommt. Auch sind die Protagonisten nicht wirklich greifbar und sie wirken dadurch etwas unnahbar.
Die Ermittlungen gestalten sich nicht einfach und auch als Leser ist man bis zum Schluss planlos, wer der Täter sein könnte. Die Auflösung ist interessant, weil es doch eine komplexe Ansammlung von Motiven ist, wo ein Stein ins Rollen gerät und dabei viele Opfer fordert.
Ein etwas ungewöhnlicher Roman, wo man Geduld braucht, damit man sich mit der Geschichte auseinander setzen kann und sich an den Schreibstil und auch mit der Art der Protagonisten gewöhnen kann.

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Geister und andere unheimliche Kreaturen

Die Geisterseher von Algernon Blackwood

,, Die Geisterseher“ ist der Auftakt einer Anthologiereihe mit Geistergeschichten, die von Reinhard Klein-Arendt ausgesucht und aus dem englischen Sprachraum übersetzt worden sind. Die unheimlich, phantastischen Kurzgeschichten stammen etwa aus der Zeit zwischen 1895 bis 1940.
In einem interessanten Vorwort erhält man zu jeder Geschichte eine kleine Einleitung, die schon neugierig macht.

Es sind vielfältige Geschichten, die zumeist in England spielen, aber auch in britischen Kolonien. Besonders die unheimliche Atmosphäre in London mit seinem undurchdringlichen Nebel, lassen einem beim Lesen ein Gänsehautgefühl aufkommen.
Manche Spukgestalten und geisterhafte Erscheinungen werden bildhaft beschrieben, wo andere übersinnliche Phänomene nur angedeutet werden, aber gerade das macht den besonderen Reiz aus.
Egal ob man es mit Voodoo Anhängern zu tun hat oder ob ein geisterhaftes Wesen sein Unwesen treibt man wird als Leser gut unterhalten. Bei manchen Geschichten findet man gleich einen Zugang, bei anderen hat man kleine Fragezeichen im Kopf, aber das ist ja meistens so, bei diversen Kurzgeschichten.
Interessant war sogar eine humorvolle Geschichte über Skelette, wo vieles nur angedeutet wird und man zum Schluss gar nicht genau sagen kann was nun wirklich passiert ist. Aber so wie die Geschichte erzählt wurde und die witzigen Dialoge dazu, haben einen besonderen Reiz gehabt.
Man bekommt auch immer wieder einen guten Einblick darüber wie damals die ,,Beziehung“ zwischen der Dienerschaft und ihrem Herrn war, aber auch das Leben einer Frau war oft von einer Abhängigkeit gegenüber ihrem Mann geprägt, was speziell in einer Geschichte mit einem Tiger Amulett zu sehen war.
Wer sich also auf Wiedergänger und unheimliche Kreaturen einlassen möchte und sich nicht davor scheut, alte Geschichten von nicht bekannten Autoren zu lesen, der wird sicher eine gute Unterhaltung in der Anthologie ,, Die Geisterseher“ finden.

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Ist ein Frieden für immer möglich?

Weltfrieden von D. Rose

Nervös und nicht wissend was sie erwartet, reist die 30 jährige Anna Zaugg, Schweizer Außenministerin und Mutter dreier Kinder, zu ihrer ersten internationalen Friedenskonferenz nach Dubai. Es werden noch 9 weitere in den folgenden Jahren in verschiedenen Stätten
folgen, wo sie schon bald neue Frauen treffen und mit ihnen Freundschaften schließen wird.

Es sind die ersten Jahre, wo es keinen Krieg mehr auf der Welt gibt. Ein tödliches Virus, das von Männern erschaffen wurde und dafür gedacht war den Feind zu vernichten, hat nämlich so gut wie alle Jungen und Männer dahin gerafft und plötzlich mussten die Frauen nicht nur ihr eigenes, sondern auch das Leben aller anderen Menschen auf der Welt neu ordnen und strukturieren.
Der Roman ,,Weltfrieden“ zeigt ein Szenario auf, wie es sein könnte, wenn Frauen an der Macht sind. Der Autor Daniel Rose spielt dabei mit den Gedankengängen seiner Leser auf eine ganz besondere Art und Weise.
Es ist eine Geschichte der leisen Worte, wo die Stille zum Nachdenken anregt, da er immer wieder schöne und fast schon philosophisch angehauchte Sätze einfließen lässt, wo man als Leser inne halten und auch für sich selbst Gedanken dabei finden kann, die einen berühren.
Ob oder wie die Welt nur mit Frauen funktionieren kann oder ob sie eine bessere wäre kann man natürlich nicht sagen. Aber in der Geschichte funktioniert es, da für sie alle Menschen gleich sind und jeder wichtig ist. Jedes Kind hat Zugang zur Schulbildung, jede Frau kann das tun was sie gerne möchte, egal ob sie in die Forschung gehen möchte, oder Wissenschaftlerin sein möchte. Dabei hat der Autor auch immer wieder Frauen aus der früheren Geschichte erwähnt, die tatsächlich gelebt haben und die großes geleistet haben, aber deren Erfolge von den Männern nicht anerkannt wurden oder sie im Verborgenen weiter gearbeitet haben.
Der Ablauf der Geschichte mit den 10 Reisen verläuft im Grunde immer nach den selben Schema ab, wo für mich mit der Zeit ein wenig die Konzentration nachgelassen hat. Nach der Eröffnung der Konferenz und einer Rede, treffen sich später die Frauen immer in einer landestypischen Sauna, wo sie den Tag ausklingen lassen. Da hätte ich mir ein wenig Abwechslung gewünscht, dass z.b einmal eine Bergwanderung statt findet oder ein gemeinsames Picknick an einem Waldsee....
Die Geschichten, die die Teilnehmerinnen erzählen sind zumeist berührend und erschütternd, aber sie zeugen davon, dass für niemanden in dieser neuen Welt aufgeben eine Option ist, denn sie wissen, dass sie gemeinsam vieles schaffen können.
Die Gedankengänge von Anna ob ihres Sohnes Jonas gehen einem nahe beim Lesen, da sie ständig damit rechnen muss, dass eines Tages das Virus auch ihm das Leben kosten wird und so genießt sie jeden Augenblick, den sie mit ihm verbringen kann. Dabei schafft es der Autor, dass selbst in traurigen Momenten ein Humor zu spüren ist, der die Geschichte für den Leser leichter macht und man sich einen Weltfrieden nur wünschen kann.

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Eine gefährliche Reise

Tokyo Lily. Auf der Jagd nach Hirohitos Gold von Meinrad Braun

Für die junge Japanologin Mirabell Molnar, sollte es im Jahr 1950 nur ein einfaches Tauschgeschäft werden, als sie mit einem Kriegshelm nach Japan reist und im Gegenzug einen seltenen Holzschnitt nach Berlin zurück bringen sollte. Ihr dortige Begleiter Herr Gassan kommt ihr von Beginn weg etwas seltsam vor und sie sollte recht behalten.

Denn als sich ihr mitgebrachter Helm als Fälschung heraus stellt, wird sie von Gassan, der sich nun Toshiro nennt mit seiner Begleiterin, Kaede, deren Gesicht von einer großen Narbe entstellt ist, kurzerhand entführt. Aber nur um sie zu beschützen, denn nicht nur das CIA, sondern auch kriminelle Banden trachten ihr nach dem Leben, da Unmengen an japanischer Kriegsbeute versteckt ist, die gewisse Mächte unbedingt geheim halten wollen aber andere vermuten, dass Mirabell den Schlüssel zu diesen Verstecken besitzt. So beginnt eine Flucht, wo Mirabell fremden Menschen vertrauen muss, wenn sie am Leben bleiben möchte.
Der Autor, Meinrad Braun, entführt den Leser mit seinem Roman ,,Tokyo Lily“ in das Tokyo der Nachkriegszeit, wo er eine spannende Geschichte erzählt. Er hat dabei gut und vor allem bildhaft recherchiert, wo man immer wieder mit diversen Traditionen und Bräuchen der japanischen Kultur konfrontiert worden ist. So beschreibt er unter anderem, nicht nur wie die traditionelle Teezubereitung funktioniert sondern auch, wie aufwendig die Maskerade und die prachtvolle Kostümierung einer Geisha ist. Gerade zu Beginn ist man ein wenig überfordert, von den vielen Begriffen und Erklärungen über japanische Traditionen.
Man erfährt in der Geschichte viele Ereignisse aus der Kriegszeit, wo man gesehen hat, dass Menschlichkeit für viele ein Fremdwort war und so mancher nach Macht und Reichtum, jeden Skrupel hat fallen lassen. Selbst die Regierungen von den USA und Japan, haben nicht immer zum Wohl der kriegsgebeutelten Bevölkerung gehandelt, wo viel Unrecht nicht wieder gut gemacht worden ist. Am Ende des Romans findet man noch ein tolles Nachwort zum Hintergrund geschichtlichen Ereignisse.
Mirabell wird als selbstbewusste und nach Gerechtigkeit strebende junge Frau beschrieben, die für die damalige Zeit gewusst hat, was sie will. Es ist eine spannende und auch berührende Geschichte, wo sogar immer wieder ein kleiner spöttischer Humor durchblitzt.
Die drei Protagonisten Mirabell, Toshiro und Kaede setzen im Grunde ihr Leben für andere aufs Spiel, damit der geheimnisvolle Schatz nicht in falsche Hände fällt.
Manchmal tauchen für mich ein paar zu viele Charaktere auf, wo ich nicht immer gleich wusste, zu welcher ,,Partei“ diese jetzt gehören und wer dabei welches Spiel spielt.
Bis zum Schluss bekommt man Spannung, Verfolgungsjagden, freundschaftliche Beziehungen, Verschwörungen und viel Wissenswertes präsentiert.
Da Mirabell am Ende mit ihrem Wissen und Beweisen nicht zufrieden ist wie damit umgegangen wird, lässt vermuten, dass es vielleicht noch eine Fortsetzung gibt.

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Ein perfides Katz-und Mausspiel

Der Fall Kussmund von Mart Schreiber

Majorin Gisela Reinhardt und ihr Kollege Max bekommen es nicht nur mit einem Toten zu tun, sondern auch mit der Entführung der jungen Mariella, wo bei Gisela gleich die Alarmglocken schrillen, da sie das Fotos der Entführten an einen früheren Fall erinnert. Damals hatte der Täter, der nur ,,Kussmund“ genannt wurde, eine junge Frau grausam verstümmelt und konnte aber der Polizei entwischen.

Auch dieses Mal scheint es so, als ob der Täter immer einen Schritt voraus ist und zeigt, dass er technisch versiert ist und Gisela immer wieder an der Nase herumführt. Als eine junge Kellnerin verschwindet und kurz darauf verstörende Bilder auftauchen wissen die Ermittler, dass sie nicht mehr viel Zeit haben, wenn sie den Täter stoppen wollen um noch schlimmeres zu verhindern.
Der Thriller ,,Der Fall Kussmund“ zeigt ein Katz-und Mausspiel zwischen den Ermittlern und dem Täter, der scheinbar immer einen Schritt voraus ist und weiß, wie er speziell Gisela demütigen kann, die schon vor Jahren an einem Fall gescheitert ist und Kussmund fliehen konnte.
Der Autor Mart Schreiber zeichnet dabei ein verstörendes und sadistisches Bild des Täters, wo manche Szenen unter die Haut gehen. Was mich ein wenig gestört hat war, dass man von Beginn weg mit ,,Kussmund“ konfrontiert war, aber man erst auf den letzten Seiten erfahren hat, warum er so genannt wird. Dadurch hatte ich immer das Gefühl, dass mir eine Vorgeschichte fehlt.
Gisela als Charakter ist auch nicht immer leicht zu verstehen, da sie gerade gegenüber ihrem Partner sehr widersprüchlich denkt und handelt. Einmal geht er ihr auf die Nerven, dann überlegt sie ob sie nicht eine Affäre mit ihm anfangen soll und kaum kommt eine neue Kollegin ist sie schon eifersüchtig.
Interessant war, wie einfach es scheinbar heutzutage ist sich in fremde Handys und Accounts einzuloggen und wie man in dem Roman gesehen hat, wie hilflos das Opfer dabei ist, wo selbst die Polizei nicht wirklich dabei helfen kann.
Schade ist, dass wichtige Personen, wie z.b. Mariellas Freund Jonathan am Ende nicht mehr auftauchen oder dass man erfährt, warum Kussmund die Taten wirklich begangen hat. Auch das Schicksal der entführten Frauen lässt der Autor offen, wo ich mir schon ein paar Ergänzungen dazu gewünscht hätte.
Die Ermittler haben scheinbar nicht immer mit dem nötigen Biss gearbeitet und es hat einige Szenen gegeben, wo das Treffen in einem Restaurant viel Platz eingenommen hat. Dabei geben sie selber zu, dass sie viel früher auf die richtige Spur hätten kommen sollen.
Im Großen und Ganzen ist es ein solider Thriller, den man leicht lesen kann und wo man als Leser speziell bei Themen wie Sicherheit im Internet oder Bildschirm- und SIM Sperre am Handy mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.

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