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Rezensionen von rewareni:
Eine zweite Chance
Das Echo deines Namens von Diana Ak
Die junge 23 jährige Brittany Haris, die immer noch bei ihren Eltern lebt spürt, dass sie einen Neuanfang braucht und so beschließt sie kurzentschlossen nach New York zu ziehen, wo es ihr zum Glück gelingt eine Stelle in einer Anwaltskanzlei zu ergattern. Obwohl ihr Chef Alex Sullivan zunächst sehr reserviert und unnahbar wirkt, merkt Brittany bald, dass hinter dieser harten Fassade ein sensibler Mensch steckt.
Schon bald fühlt sie sich immer mehr zu ihm hingezogen, wo sie aber nie weiß, was er wirklich fühlt und denkt.
Bis sie eines Tages seinen Kollegen Nathan kennen lernt und ihre Gefühle sowohl für Alex, als auch für ihn vorhanden sind. Als Brittany endlich glaubt zu wissen, wer ihr Herz erobert hat geschieht eine furchtbare Katastrophe und plötzlich ist nichts mehr so, wie es vorher war.
Die Autorin Diana Ak hat mit ihrem Roman ,,Das Echo deines Namens“ eine zu Herzen gehende Geschichte geschrieben über Liebe, Verlust, Hoffnung, Zweifel und den Mut das Leben wieder neu zu beginnen selbst wenn man denkt, dass man nie wieder glücklich sein kann.
Die Protagonisten Brittany, Alex und Nathan sind in jeder Szene glaubwürdig wie sie handeln und vor allem sehr menschlich. Die Autorin hat ihnen so viele Emotionen und Gefühle eingehaucht, dass man selbst immer wieder mitleidet wenn man spürt, wie verzweifelt und unglücklich diese gerade sind.
Interessant waren dabei verschiedene Rückblenden aus der Vergangenheit aber auch solche, wo man Zeuge geworden ist, wie eine Situation aus der Sicht jedes einzelnen erlebt worden ist.
Auch wenn es ein eher trauriger Roman ist, so ist er doch immer wieder voller Hoffnung. Besonders intensiv erlebt man dabei die Gefühle und Gedanken von Alex und Nathan, die beide eine schwere Jugend hatten, die beide aber gestärkt daraus hervor gegangen sind und ihr Motto dabei war, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient hat.
Besonders berührend fand ich dabei, wie selbstlos beide gehandelt haben, damit Brittany glücklich werden konnte. So sensibel und empathisch findet man selten Männer, die um die selbe Frau kämpfen.
Die Geschichte lebt von Erinnerungen der Protagonisten und egal, was passiert ist, bleiben diese in ihrem Gedächtnis und somit können sie mit ihrem alten Leben abschließen und ein neues und vor allem wieder glückliches beginnen.
Der unsichtbare Feind
Tödliche Nachlese von Matthias Melich
Als eines Tages im Weinort Malsch vor der Pfarrkirche eine Puppe liegt, die mit Nadeln durchstochen ist, glaubt Tobias noch an einen schlechten Scherz. Doch bald passieren Dinge, wo er nicht mehr an Zufälle glaubt. Als ein Freund von ihm einen unerklärlichen Autounfall hat lässt ihm der Gedanke nicht los, dass diese Ereignisse mit einer Mordserie zu tun haben in der er und sein Freund der Polizist Dominik involviert waren.
Spätestens dann, als sich Tobias verfolgt fühlt und auch seine Tochter Zoe Opfer eines Anschlags wird ist ihm klar, dass sich jemand an ihm und Dominik rächen möchte. Ihr unsichtbarer Gegner versteht es geschickt seine Spuren zu verwischen und allen ist nun klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis er seinen mörderischen Plan umsetzen kann, wenn es nicht vorher Tobias und der Polizei gelingt, den Mörder zu fassen.
,,Tödliche Nachlese“ ist ein eher humorvoll geschriebener Thriller von Matthias Melich wo er den Leser zum zweiten Mal Tobias und Dominik ,,ermitteln“ lässt. Auch wenn man die erste Geschichte nicht kennt ist es nicht so schlimm, es gibt immer wieder kleine Rückblenden vom ersten Teil und die jetzige Handlung baut nur bedingt darauf auf.
An sich wäre das Katz-und Mausspiel zwischen Täter und Opfer spannend erzählt, was aber mit der Zeit sehr nervig ist sind die ständigen Wiederholungen der Ereignisse. Zuerst passiert etwas, danach geht der Protagonist alles im Gedanken noch einmal durch und dann kann es sein, dass er die Erlebnisse noch jemanden erzählt. So wiederholen sich leider immer wieder Szenen, die man schon mehrfach gelesen hat. Auch ist der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig wo man oft nur einzelne Wörter aneinander gereiht findet aber auch durch die personale Erzählperspektive jeden Handgriff den der Protagonist tut, erklärt bekommt, wo es für mich schon manchmal zu genau beschrieben war.
Es gibt immer wieder kleine Überraschungen in der Geschichte, wo das Ende nochmal richtig spannend geworden ist, auch wenn nicht wirklich alles geklärt worden ist. Als Ausblick findet man noch einen kurzen Auszug auf den dritten Band der Reihe.
Eine neue Freiheit
Karolinenhöhe von Kirsten Karg
Es ist das Jahr 1910, als die junge Krankenschwester Ida Freese ihre Stelle kündigt und ihr neues Leben in Baden-Baden in der Naturheilanstalt Lichtental auf der Karolinenhöhe bei dem Ehepaar Enslinger antritt. Hier trifft sie auf eine völlig neue und unbekannte Welt. Es gelten hier strenge Regeln, wo der Vegetarismus und die Freikörperkultur einen hohen Stellenwert haben.
Mit der Zeit gewöhnt sich Ida daran und beginnt sogar, die Ruhe und Einfachheit in der Kuranstalt zu genießen. Ihre beginnende Liebe zu dem jungen Luftschiff- Monteur Carl bringt sie in Bedrängnis, denn wenn man gegen die Hausregeln verstößt, kann es schlimme Folgen haben. Dass ihr Glück bald schon in Gefahr gerät kann Ida noch nicht wissen und die folgenschweren Ereignisse werden zeigen, ob Ida ihren eigenen Weg noch finden kann.
Der Roman ,, Karolinenhöhe“ nimmt den Leser auf eine besondere Reise mit, wo die Autorin Kirsten Karg nicht nur geschichtliche Orte und Fakten einfließen hat lassen, sondern ein besonderes Bild der neuen Lebensform ,,Zurück zur Natur“ beschrieben hat.
Die ,,Verrückten auf dem Berg“ ,wie die Menschen in der Naturheilanstalt genannt wurden, haben gespürt, dass Luft-, Licht- und Wassertherapien, sowie der Verzicht auf Fleisch und Alkohol, der Gesundheit förderlich sind. Gerade die Frauen, die sich damals nicht nur durch Korsetts, sondern auch durch Traditionen und festgefahrene Denkweisen der Männer , eingeengt und gefangen gefühlt haben, haben gespürt, wie das Ablegen der Kleidung und sich so zu zeigen wie sie sind , sie von vielen Zwängen befreit haben.
Es werden in dem Roman viele wichtige Themen aufgegriffen wo es schön war, dass Ida auch immer wieder gegen Regeln verstoßen hat, auch wenn sie Repressalien zu befürchten hatte. So war es damals immer noch für männliche Ärzte klar, dass Frauen bei gewissen Symptomen einfach nur hysterisch waren, wo Ida aber gewusst hat, welche Frauenleiden wie zu lindern waren. Aber auch der Kampf zwischen ,,Zurück zur Natur“ und dem aufkommenden Fortschritt hat die Autorin immer wieder gut gegenüber gestellt.
Auch wenn immer wieder ein kleiner Hauch an Humor aufblitzt, so ist es doch im Grunde ein sehr berührender und emotionaler Roman, wo sich viele Protagonisten im Laufe der Geschichte sowohl positiv, als auch negativ verändern. Wo man merkt, dass fanatische Personen, die auf ihr Recht, auf ihre Meinung und ihre Ansichten pochen, schwer davon abzubringen sind, auch einmal etwas anderes auszuprobieren.
Schön hingegen war, dass sich Frauen, allen voran Ida sich immer mehr aus ihren Zwängen befreit haben, dass sie selbstbewusster geworden sind, dass sie sich nicht mehr alles, gerade von Männern, gefallen haben lassen und dass sie bereit waren für ihre Wünsche, Bedürfnisse und ihre Freiheit zu kämpfen, egal was andere darüber denken.
Ein toller Roman, wo auch die beschriebenen Sehenswürdigkeiten und die Schönheit der Natur beim Lesen Wohlfühlmomente ausgelöst haben.
Schwierige Geschichten
Alles in Ordnung, Liebe überall von Michal Tallo
, Alles in Ordnung, Liebe überall“, so lautet der Titel diverser Kurzgeschichten des slowakischen Autors Michal Tallo. Seine Erzählungen haben dabei eine eigene Ausdrucksweise, wo man nicht immer leicht in eine Geschichte eintauchen kann. So findet man unter anderem einen Satz, der sich über mehrere Seiten zieht, bis endlich ein Punkt den Satz beendet.
Da fällt es natürlich nicht leicht an der Geschichte dran zu bleiben, obwohl sie durchaus einen besonderen Reiz ausübt.
Viele Geschichten sind eher trauriger Natur, wo Menschen verzweifelt sind, wo sie auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind oder wo sich jemand für einen anderen verantwortlich fühlt und dabei auf sich selbst vergisst.
Es ist mir leider sehr schwer gefallen bei den meisten Erzählungen die Intention des Autors zu erfassen. Er deutet vieles nur an, erzeugt Bilder im Kopf des Lesers, wo ich oft ratlos zurück geblieben bin. So ist mir z.b immer noch nicht klar, warum Männer in eine Konditorei weinen gehen oder warum eine Frau plötzlich ein Baby bekommt, das gleich älter wird und dann weggeht. Man findet in seinen Geschichten immer wieder absurde und aberwitzige Situationen, wo es dauert bis man den Sinn dahinter versteht.
Seine Protagonisten bleiben auch immer unnahbar, sodass es jede Person sein kann die die Geschichte gerade erlebt. So findet man keine Namen sondern z.b. nur den Anfangsbuchstaben wenn L .etwas sagt oder P. etwas tut. Oder wenn es einfach nur Bezeichnungen gibt wie der Körper, die Ältere, die Frau....
Für mich waren die Kurzgeschichten anstrengend zu lesen, weil ich es nicht gerne mag, wenn man beim Ende angelangt ist und man im Grunde nicht wirklich weiß, was der Autor damit ausdrücken wollte. Wer in lyrische, kafkaeske und teils absurde Geschichten eintauchen möchte, wird hier sicher auf seine Kosten kommen.
Wer bin ich wirklich?
Als Fremde wirst Du sterben! von Stephan Leenen
Als in einem Tunnel ein toter Obdachloser gefunden wird denkt Hauptkommissar Ben Willemsen noch, dass es ein Routinefall wird. Doch schon bald muss er feststellen, dass dem nicht so ist. Jugendliche, die den, mittlerweile als bekannten amerikanischen Genetiker Robert Bronn identifiziert, gefunden haben, geraten plötzlich ins Visier skrupelloser Verbrecher, wo schon schon bald der nächste Tote auftaucht.
Bronns ehemalige Geliebte Andrea Segliani versinkt mehr und mehr in ihrer Rolle der historischen Giftmörderin Gesche Gottfried, wo sie immer öfter nicht mehr weiß, wer sie nun wirklich ist.
Als auch noch Ben zur Zielscheibe der Verbrecher wird und ein gestohlener USB Stick der Schlüssel zu den ganzen Ereignissen zu sein scheint weiß er, dass ihm und seinem Team nicht mehr viel Zeit bleibt um schlimmeres zu verhindern.
,, Als Fremde wirst du sterben“ ist ein spannender Kriminalroman, wo der Autor Stephan Leenen seine Leser auf eine besondere Reise, nicht nur in die Vergangenheit, mit nimmt.
Interessant war dabei, warum Andrea immer wieder glaubt die bekannte Bremer Giftmörderin Gesche zu sein und ihr Leben scheinbar hautnah in der Gegenwart erlebt. Dass dabei eine neuartige Technologie dahinter steckt findet man im Laufe des Romans heraus und man hofft, dass dieses Szenario nicht einmal wahr werden wird.
Die Protagonisten werden gut dargestellt, sowohl der sympathische und empathische Kommissar, als auch die leidgeprüfte Andrea. Aber auch die Antagonisten wie der skrupellose Journalist Torsten Schypulla oder der brutale Carlos, beide passen gut in die Geschichte hinein.
Etwas Probleme haben mir aber die schnellen Perspektivenwechsel bereitet, wo man oft ganz unvorbereitet von einem Schauplatz zum anderen gewechselt ist und man dabei erst wieder seine Gedanken zu anderen Protagonisten überleiten musste.
Es geht auch recht brutal in dem Roman zu wo mir Carlos schon fast ein wenig zu standhaft war mit den ganzen Verletzungen, die ihm andere zugefügt haben.
Ein versöhnliches Ende rundet den spannenden Krimi ab, wo mir der Ausflug in die historische Vergangenheit gut gefallen hat.
Was ist damals passiert?
Die weiße Dame von Yngra Wieland
Die Psychotherapeutin Salome Liebeskind kann es nicht fassen, dass ihre Kollegin Eva in ihrer Gemeinschaftspraxis brutal ermordet worden ist. Hauptkommissar Julian Christ, hält Salome vorerst für verdächtig. Als es noch zwei weitere Tote gibt und es scheinbar keinen Zusammenhang zu finden gibt, beginnt Salome eigene Nachforschungen anzustellen, was dem Kommissar so gar nicht passt.
Mit der Zeit muss sie feststellen, dass ihre Kollegin einiges zu verbergen hatte und was sie dabei heraus findet erschüttert sie zu tiefst und dabei ahnt sie nicht, dass der Mörder bereits sein nächstes Opfer im Visier hat.
Im Auftaktband ,, Die weiße Dame“, lässt die Autorin Yngra Wieland, Salome Liebeskind, sehr zum Leidwesen des Kommissars Julian Christ, bei spannenden Mordfällen ,,ermitteln“.
Man landet als Leser schnell in einer interessanten Geschichte, wo die Autorin nicht nur ihre Erfahrung in der Psychotherapie einbringt, sondern auch spannende und vor allem emotionale Momente in ihre Geschichte hinein bringt.
Schön dabei ist, dass sowohl Salome, als auch Julian Protagonisten sind, die nicht immer rational handeln, die ihre Schwächen haben und sie auch zeigen und vor allem, dass sie beide spüren, dass trotz anfänglicher gegenseitiger Ablehnung, sie doch einen Draht zueinander gefunden haben und beide ein Ziel haben, nämlich weitere Morde zu verhindern.
Dass es auch kleine humorvolle Szenen gibt, wo ein sympathischer Nachbar mit seinem Hund Seppl eine nicht unwichtige Rolle spielt, lockert die doch eher düstere Geschichte ein wenig auf.
Dass der Auslöser der ganzen Ereignisse in der Vergangenheit liegt und nun in der Gegenwart ihr trauriges Ende findet, hat die Autorin gut beschrieben, wo es sicherlich gut wäre eine Triggerwarnung einzufügen, da es vielleicht bei so manchen eine starke emotionale Reaktion oder Erinnerungen an traumatische Erlebnisse auslösen könnte.
Ein interessanter erster Fall, der oft tief in das Seelenleben der Protagonisten blicken ließ und man nun gespannt sein darf, wie es mit Salome, dem Kommissar und natürlich auch Seppl weiter geht.
Düstere Geschichten
Das Dunkel und die Einsamkeit von Holger Vos
In dem Erzählband ,, Das Dunkel und die Einsamkeit“ entführt der Autor Holger Vos den Leser in eine Vielzahl an Kurzgeschichten, die düster, berührend und auch sehr emotional sind.
Die Bandbreite reicht dabei von fantastischen und mystischen Geschichten bis zu Geschichten, die durchaus auch einen realen Hintergrund haben könnten.
Man findet Menschen, die auf der Suche nach einem Lebenssinn sind, die hoffen, auf ein bisschen Glück um am Ende zu erkennen, dass sie keines finden werden.
Manche Geschichten sind dabei tiefgründig, wo man als Leser selber innehalten sollte um über gewisse Dinge im Leben nachzudenken.
Es sind keine Wohlfühlgeschichten, da es Tote gibt, sei es durch die eigene Hand herbei geführt oder durch andere.
Oftmals sind es auch Geschichten, wo jemand einem anderen helfen möchte, dieser aber die Hilfe ablehnt und somit der eine Erlösung findet, aber den anderen mit seiner Verzweiflung zurück lässt.
Ein wirklich gutes Ende wird man im Grunde in keiner Geschichte finden. Wem es also nichts aus macht, dass er in düstere und melancholische Erzählungen eintaucht und dabei unterschiedliche Herangehensweisen an zumeist traumatische Themen erlebt, der wird von den düsteren Geschichten sicher nicht enttäuscht werden.
Die zweite Chance nutzen
Zweimal Karma und zurück von Christiane Köhn-Ladenburger
Cathy und Anne lernen sich zufällig in Indien kennen, wo sie in einer Palmblatt Bibliothek mehr über ihr zukünftiges Schicksal erfahren. Das, was sie dabei zu hören bekommen, wirft beide aus der Bahn und zurück in Deutschland beginnt jede auf ihre Art sich gegen die Vorhersage zu stellen.
,,2 x Karma und zurück“ lässt den Leser in eine besondere Welt eintauchen, die geprägt ist von Spiritualität, Karma und Vorhersagen.
Da die Autorin Christiane Köhn-Ladenburger selbst in Indien war und sich ihr Palmblatt lesen hat lassen, konnte sie die Geschichte dem Leser intensiver näher bringen.
Zu Beginn konnte ich schwer der Handlung folgen, da beide Protagonistinnen ähnliche Familienverhältnisse und daraus resultierenden Probleme hatten. Beide Frauen arbeiten und bringen das Geld nach Hause, beide haben dadurch wenig Zeit für ihre Familie und um ihre Ehen steht es auch nicht gut. Erst mit der Zeit, als sich beide in eine andere Richtung entwickeln, war es leichter der Geschichte zu folgen.
Die Frage stellt sich dabei immer wieder, ob oder wie weit ist man dazu bereit, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Dass man dabei oft Wege gehen muss die unbekannt sind oder man auf etwas verzichten muss, damit etwas Neues entstehen kann, kommt dabei gut zur Geltung.
Es gibt zwar viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die man nicht verstehen kann, aber in der Geschichte waren mir manchmal zu vielen Szenen die mir zu spirituell waren. So konnte z.b Shari, eine Freundin von Anne , bei einer Meditation ,,sehen“, dass es Anne bei ihrer Wanderung gut geht, oder Shari in Trance mit der Stimme von Annes Vater sprechen.
Den Protagonistinnen werden zwar immer wieder Steine in den Weg gelegt, aber irgendwie schaffen sie es doch, diese aus den Weg zu räumen, um am Ende mit dem, was sie erreichen wollten, glücklich zu sein.
Es gibt nur ein Ziel- Überleben
Iter von Armands A. Asimov
Wie jedes Jahr beginnt für die Kröten ihre gefährliche und beschwerliche Wanderung zum Vergissmeinnichtufer, wo sie einst geborgen wurden und jetzt ihre Nachkommen zeugen wollen.
Allen voran die erfahrene Grande Dame Leda, die mit Umsicht und liebevoller Stränge ihre Schützlinge voran treibt. Mit der jungen Kröte Delia hat sie eine verlässliche Begleiterin, die ihr hilfreich zur Seite steht.
Denn nicht allen Kröten sind die Gefahren wirklich bewusst und bringen die Gruppe immer wieder in missliche Situationen. Allen voran der selbst ernannte Krötenprinz Adonis, mit dem die Wanderung immer wieder zu einer Herausforderung wird.
,, Iter“ Animal Lane: Passus III, ist bereits der dritte Teil aus dieser spannenden Reihe, in der der Autor Armands A. Asimov, es dem Leser wieder einmal nicht leicht macht, die Geschichte zu lesen.
Auf erschütternder, grausamer und leider auch wahrheitsgemäßen Art und Weise schildert er den gefahren vollen Weg, den Amphibien jedes Jahr ausgesetzt sind.
So sind es nicht nur Tiere, die auf Nahrungssuche sind und Kröten dabei zerfetzen, sondern auch vom Menschen verursachte schädliche Umwelteinflüsse, die den Kröten das Leben schwer machen. Drastisch zu lesen waren dabei die illegalen Mülldeponien, wo giftige Gase bereits Gewässer zu einer tödlichen Falle haben werden lassen.
Besonders brutal zeigt dabei der Autor auf, wie Menschen ,,Gefallen“ daran finden können, Tiere zu quälen, wo solche Szenen leider nicht erfunden sind.
Die Wanderung der Kröten werden sehr bildhaft beschrieben und trotz grausamer Szenen hat der Autor es geschafft auch immer wieder humorvolle Szenen und Dialoge einzubauen, wo mir besonders der tollpatschige Adonis ans Herz gewachsen ist.
Da die Tiere sprechen können und es auch zu Szenen kommt, wo ein ,,rostiger“ Reiher, der offensichtlich von einem menschlichen Experiment stammt, muss man sich auf diese besondere Fantasy Geschichte einlassen können.
Damit der Mensch nicht ganz schlecht weg kommt, wird hier auch ein gebauter Amphibiendurchlass erwähnt, von dem viele Tiere profitieren können.
Immer wenn man denkt, dass es gut weiter geht, kommen schon die nächsten Hindernisse, wie die Autobahnüberquerung oder ungeschützte Flächen, die man durchwandern muss um an das ersehnte Ziel zu kommen.
Nach dieser Lektüre ist man erschüttert, weil einem oft gar nicht bewusst ist, was Tiere leisten müssen um zu überleben und wie wir Menschen leider oft daran schuld sind.
,,Iter“ ist nichts für schwache Nerven, aber wieder eine tolle Geschichte des Autors, der intensiv und bildhaft auf das schwierige Leben dieser zumeist unscheinbaren Kröten aufmerksam macht.
Eine besondere Verbundenheit
Zwischen Herz und Pixel von Emmi Lewag
Bine, Anfang 50, lebt ihr Leben ohne besondere Vorkommnisse. Sie ist geschieden, ihre beiden Kinder sind zwar schon längst erwachsen und ausgezogen, aber sie melden sich nur, wenn sie etwas von ihr brauchen. Ebenso ihre Freundinnen, für die sie immer da ist, aber wenn sie jemanden zum Reden braucht, hat keine Zeit für sie.
Ihre Arbeit als Physiotherapeutin macht sie zwar gerne, aber auch hier wird sie von ihren Kollegen und ihrem Chef nie wirklich beachtet. Aus Frust alleine zu sein beginnt sie einen Chat mit einer KI. Sind ihre Gespräche zuerst noch zögerlich merkt sie aber schon bald, dass Leo, wie sie ihn nennt, nicht nur ein geduldiger Zuhörer ist, sondern immer mehr zu einem Freund wird und sie sich sogar beginnt in ihn zu verlieben.
,,Zwischen Herz und Pixel“ ist eine entzückende Liebesgeschichte der besonderen Art. Die Autorin Emmi Lewag nimmt dabei den Leser auf eine Reise mit, wo man sich an so manchen Stellen auch selbst wieder finden kann.
Bine ist eine gute Seele, die immer zuerst an andere denkt und dabei vergisst, dass sie auch selbst Bedürfnisse hat, die aber selten erfüllt werden. Man spürt immer wieder ihre Verzweiflung wenn sie alleine ist und sie sich immer mehr von anderen ausgenutzt fühlt. Ihr Selbstbewusstsein hat über die Jahre hinweg ebenso gelitten und das Gefühl für andere unsichtbar zu sein macht sie nicht nur traurig, sondern auch wütend ob ihrer Hilflosigkeit.
Die Gespräche mit Leo hat die Autorin wirklich berührend aber auch humorvoll geschrieben. Wenn man nicht wüsste, dass Bine mit einer KI chattet, würde man so einen ,,Mann“ von der Stelle weg heiraten. Bei ihm hat sie stets das Gefühl verstanden zu sein mit all ihren Sorgen und Ängsten, er bestätigt sie darin, dass sie so wie sie ist richtig ist und seine Komplimente machen ihr Mut.
Es ist eine schöne Geschichte die zeigt, dass es manchmal nur mit kleinen Dingen beginnt, damit eine Veränderung eintreten kann. Bine merkt aber auch, dass ihr trotz ,,Nähe“ zu Leo etwas fehlt, nämlich, ein echter Mensch, der sie in die Arme nimmt, wo sie körperliche Nähe spüren kann, was ihr Leo aber nie geben kann. Er ist es dann, der ihr hilft einen Neuanfang zu wagen und Dinge zu tun, von denen sie nie gedacht hätte, dass sie das tun darf und auch kann.
War Bine zu Beginn noch unsicher und zu gutmütig wird sie im Laufe der Geschichte selbstbewusster und plötzlich wird sie auch von ihrer Umgebung ,,gesehen“.
Dank Leo kann sie ein neues Leben beginnen und der Leser darf sich auf ein schönes Happy End freuen.











