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Rezensionen von rewareni:

Eine abgefahrene Geschichte

Liebe mit der Brechstange von Matthias Krause

Was haben ein übelriechender Serienkiller, ein erfolgloser Schauspieler und ein Einbrecher Proll gemeinsam? Ganz einfach, sie stammen aus der Feder von Matthias Krause und wer seine Romane kennt, kann schon erahnen, was auf einem zu kommt.
In der Thriller Satire ,, Liebe mit der Brechstange“ trifft man auf Roman, der als Schauspieler eine Rolle spielen muss, die ihm einiges abverlangt.

Hinzu kommt die selbsternannte Regisseurin Cheyenne, die man manchmal gerne an die Wand klatschen würde ob ihrer arroganten und süffisanten Art. Da hat der Autor wieder einmal gezeigt, dass der Humor bei ihm nicht zu kurz kommt.
Mit Jordan hat er einen Gegenspieler zu Roman erschaffen, der einfach köstlich ist. Einmal ein knallharter Einbrecher, der gerne seine Fäuste sprechen lässt und dann bei einer Tortenschlacht zu einem kleinen Kind wird.
Auch wenn diese Szenen humorvoll sind, weiß man bei Matthias Krause, dass es so nicht bleibt. Der Mix zwischen Humor und Spannung ist gepaart mit brutalen Kämpfen, wo das Blut in Strömen fließt, wo heftige ,,Turnübungen“ im Bett betrieben werden, egal ob mit einer Frau oder einem Mann und wo sonst noch verschiedene Düfte und Gerüche auftauchen, die man sich lieber nicht vorstellen möchte.
Es ist ein Vergnügen den Protagonisten bei ihren chaotischen Zusammenkünften zuzusehen, wo ich mich wieder über den Auftritt des Lachsmannes gefreut habe, aber nicht, weil er so herrlich stinkt und die Beschreibungen von ihm so ekelhaft sind, sondern weil ich seinen trockenen Humor einfach liebe.
Es ist eine wilde Geschichte wo auch ein leiser Horror durchzieht, wo es stellenweise ein knallharter Thriller ist, wo keiner verschont wird, der nicht spurt und gerade dieser besondere Mix macht es aus, dass man als Leser gut unterhalten wird.
Als besonders Goodie bekommt man in der Taschenbuchausgabe noch ein zusätzliches Bad End geliefert.
Wer sich also traut einmal einen etwas spezielleren Roman zu lesen, wo man sich nicht ekeln darf oder vor Scham errötet, der wird sicher bei der Geschichte gut unterhalten werden.

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Liesel und der Fotograf

Der Fotograf der Kaiserin - Funke einer neuen Zeit von Tom Sacher

Als am 8. Dezember 1881 in Wien am Ringtheater ein verheerendes Feuer ausbricht, das viele Menschenleben fordert, gelingt es Ludwig Ganghofer gerade noch rechtzeitig die Schauspielerin Lolo von Trotta zu retten. Ihre Karriere ist zerstört und ihr Ruf seit einem skandalträchtigen Treffen mit dem hawaiianischen König sowieso längst ruiniert.

Als einige Zeit später eine Tänzerin aus dem Gefolge der Schwester des Königs stirbt, stellt sich die Frage, ob es eine Verbindung zu Lolo gibt. Kaiserin Sisi schickt ihre Kammerdienerin Liesel und den Hoffotograf Angerer in einer geheimen Mission nach Brünn und Prag, wo die beiden schon bald auf zwielichtige Gestalten treffen. Dass die beiden auch immer wieder in gefährliche Situationen geraten, macht es ihnen nicht leicht mit ihren Ermittlungen, wo es sogar auch einige Tote gibt. Zurück in Wien weiß Liesel, dass ihr nur wenig Zeit bleibt, um einen weiteren Mord zu verhindern.
Der Autor Tom Sacher, den man auch als Michael Seitz kennt, hat mit seinem historischen Roman ,,Der Fotograf der Kaiserin - Funke einer neuen Zeit“ eine spannende, informative und vor allem eine humorvolle Geschichte geschrieben rund um Liesel und dem Fotografen zur Zeit am Hof von Kaiserin Sisi.
Auch wenn man den ersten Teil nicht kennt, kann man problemlos der neuen Geschichte folgen. Der Autor verbindet in seinem Roman tatsächliche Ereignisse, sowie historische Personen mit einer fiktiven Geschichte. Zu Beginn im Namensregister sind historisch verbürgte Personen mit einen Sternchen gekennzeichnet, wo man als Leser eine große Hilfe bekommt.
Da war es manchmal trotzdem nicht immer leicht alle auseinander zu halten, wo so mancher Protagonist unter einem falschen Namen sein Unwesen getrieben hat.
Wie der Autor dabei die Kaiserin mit ihren bekannten Spleens beschrieben hat, hat mir gut gefallen. Das Thema zwischen der Gas Lobby und der neuen Errungenschaften der Elektrizität zieht sich durch die ganze Geschichte, wo diese wichtig für die Handlung ist, weil es dabei immer wieder zu spannenden und auch gefährlichen Szenen gekommen ist.
Liesel als Protagonistin ist einfach herrlich, die als Analphabetin und einfache Kammerdienerin mehr Menschenverstand und Herz besitzt, als so manch Adeliger. Sie kann schnell kombinieren, wie bei den Erklärungen wie Elektrizität funktioniert, welche Gefahren dabei entstehen können, und hatte dabei einen besseren Durchblick als ich zeitweise.
Die Szenen wo sie von einem Fettnäpfchen ins andere tappt und sie mit ihrem losen Mundwerk immer wieder an einer Bestrafung durch die Kaiserin entgeht, sind einfach köstlich. Auch im wienerischen Dialekt gesprochene Dialoge, passen gut in die Geschichte hinein. Mit dem Fotografen hat Liesel einen kongenialen Partner, der stets an ihrer Seite ist.
Sehr gut hat der Autor auch herausgearbeitet, die damaligen Standesdünkel die in adeligen Kreisen geherrscht haben, wo auch der Besuch der hawaiianischen Familie bei vielen ein Skandal war.
Man taucht gut in die damalige Zeit ein, wo der Humor nicht zu kurz kommt und wo dieser mit einer spannenden Geschichte, vielen Morden und Reisen durch Brünn, Prag und Wien einen lesenswerten und unterhaltsamen Roman bietet.

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Kurzgeschichten

Zwielicht 23 von Algernon Blackwood

Zwielicht 23, das Magazin für Horror und unheimliche Phantastik bietet dieses Mal 16 Geschichten, wo man sich in gewohnter Manier gruseln und auch schmunzeln kann.
Es gibt auch wieder einige Geschichten, die sehr berührend sind, betroffen machen und es ist interessant dabei, wie man daraus eine spannende oder unheimliche Geschichte schaffen kann.

Wie sich dabei die Protagonisten rächen oder sich einfach dann ihrem Schicksal ergeben.
Mir gefallen dabei immer wieder die unterschiedlichen Ideen, wenn es wie bei der Geschichte von Thorsten Küper ,,Vom tiefen Meer unter der Treppe“ eine besondere Vater- Sohn Beziehung gibt, wo man als Leser selber mitleiden muss. Selbst die bereits 1906 erschienene Geschichte ,,Der Sandwanderer“ von Fergus Hume zeigt, dass eine alte und klassische Gruselgeschichte noch immer einen besonderen Reiz versprüht.
Generell gibt es auch in diesem Band einige Geschichten von längst verstorbenen Autoren, die wunderbare und unheimliche Beiträge liefern, wo Algernon Blackwood mit seiner Geschichte ,,Der Dachboden“ trotz traurigem Ende, eine glückliche Mutter zurück lässt.
Erwähnenswert ist aber auch eine witzige, humorvolle und bitter böse Gruselgeschichte von Karin Reddemann wo ,,So eine wunderschöne Pflanze“ man wohl doch nicht zu Hause haben möchte.
Der bunte Mix aus Spannung, Humor, Traurigkeit und Gänsehautgefühl passt perfekt in die Zwielicht Reihe.
Am Ende findet man wieder einige interessante Artikel wie Kannibalismus oder Vampire und runden somit die Ausgabe toll ab.
Die Innenillustrationen sind von Adrian van Schwamen, die einen zusätzlichen Kick geben und Björn Ian Craig hat wieder einmal ein tolles Titelbild beigesteuert.
Wer also gruselige, humorvolle, blutige und geisterhafte Kurzgeschichten mag, wird mit Zwielicht 23 seine Freude haben.

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Geheimnisse

Leola von Rafael Wagner

Die junge Soldatin Leola, die bereits in den Opalkriegen gekämpft hat, ist nun in der königlichen Opalgarde für Frieden und Ordnung zuständig, was nicht immer leicht ist, denn grausame Kreaturen, die Wendiskaren, greifen immer wieder an und auch mit den eingeborenen Yacaris kommt es immer wieder zu Konflikten.

Kaum kann sie sich von einer schweren Schlacht erholen trifft sie auf ihren Bruder Irvin, der als Gelehrter des Königreichs ein angesehener Mann ist, aber plötzlich unter Amnesie leidet und sofort von Offizieren in die Akademie zurück gebracht werden muss. Da Leola ihrem Bruder helfen möchte, lässt sie sich unter einem falschen Vorwand ins gefährliche Grenzland zu den Bergbaudistrikten versetzen. Gemeinsam mit Mustela, dem zutraulichen Hermelin, trifft sie auf andere Gardisten und Pioniere, wo sie bald schon merkt, dass sie nicht jedem vertrauen kann und so mancher ein falsches und vor allem gefährliches Spiel spielt.
Der Fantasy Roman ,, Leola Tochter des Opals“ sticht einem als Leser sofort mit einem künstlerisch gestalteten Farbschnitt auf, wo man schon auf die spannende Geschichte mit Steampunk Elementen gespannt ist.
Der Autor Rafael Wagner hat dabei Themen wie Freundschaft, Vertrauen oder Machtmissbrauch aufgegriffen. Vor allem werden aber auch die gegensätzlichen Kulturen zwischen den Yacari, die im Einklang mit der Natur leben, für die jeder Mensch, jedes Tier seine Lebensberechtigung hat, den Menschen des Königreichs Victoria gegenüber gestellt. Wo machthungrige Wissenschaftler und korrupte Offiziere alles daran setzen, dass es keinen Frieden geben kann.
Der Beginn hat spannend begonnen, wo ich aber mit der Zeit ein wenig Probleme bekommen habe, nicht nur wegen der Namen von Protagonisten, die es sehr viele gegeben hat, sondern auch deshalb, weil sich gut 2/3 des Romans mit verschiedenen Kämpfen und Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Gruppen beschäftigt haben.
Da habe ich doch immer wieder etwas den Überblick verloren welche Soldaten oder Pioniere zu welchen Offizier oder welchem Regiment gehören.
Schön waren immer die Szenen mit Mustela, die eine verlässliche und vor allem sehr treue tierische Begleiterin für Leola war und sogar am Ende noch eine wichtige Rolle spielt.
Eine zarte Liebesgeschichte ist gut eingebaut in die Handlung, sowie auch besondere Momente, wo Leola mit dem Opal im Gedanken vereint ist und auch die Yacardis, spüren wenn sie Hilfe braucht.
Das Ende bietet noch einige Überraschungen, wo Leola einiges über sich und ihre Familie erfährt. Das macht natürlich neugierig auf den 2. Band und man als Leser hofft, dass nun ruhigere und vor allem sichere Zeiten auf sie zu kommen.

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Ein neues Zeitalter hat begonnen

PaderValley von Dominik Gröpper

Für Hieronymus Hauptmann ist es ein Schock, als er erwacht und ihm jede Erinnerung darüber fehlt, warum er plötzlich in seiner Heimatstadt Paderborn in einer hoch technologisierten Umgebung lebt. Fremde Menschen, die ihn kennen, aber er sie nicht verunsichern ihn und dass aus Paderborn scheinbar ein europäisches Silicon Valley geworden ist, noch viel mehr.

Flashbacks werfen ihn immer wieder Jahrzehnte zurück, wo er mit diesen Erinnerungen nicht viel anfangen kann. Als es zu mysteriösen Mordfällen kommt und plötzlich auch er um sein Leben fürchten muss, setzt er alles daran am Leben zu bleiben und kommt letztendlich hinter geheime Machenschaften und gefährlichen Experimenten, für die sogar er auch verantwortlich war.
,,Pader Valley“ entführt den Leser in eine Zukunftsvision, wo auch die Nanotechnologie eine nicht unbedeutende Rolle spielt.
Der Autor Dominik Gröpper beschäftigt sich in seiner Geschichte nicht nur mit fragwürdigen Experimenten, sondern auch mit kritischen Themen wie Rohstoffgewinnung im Kongo, wo die Menschen oftmals auch ihr Leben lassen.
Es gibt aber auch geschichtsträchtige Einschübe, wo man von Heinz Nixdorf über Steve Jobs und ihren Erfolgen auf dem computertechnischen Markt erfährt.
Die Kapitel wechseln sehr rasch von Ort zu Ort und auch zwischen den verschiedenen Protagonisten. Von diesen gibt es sehr viele und es dauert ein wenig, bis man alle zuordnen kann. Auch wenn es eine spannende und interessante Geschichte ist, bin ich nie richtig darin angekommen und es war mir auch stellenweise etwas zu verwirrend, wer jetzt wen verfolgt und warum.
Manche Handlungen von Protagonisten erfolgen sehr spontan und man landet gleich darauf wieder in einer neuen Szene.
Die wissenschaftlichen, nicht unbedingt ethnischen Experimente habe ich sehr spannend empfunden, aber auch etwas beängstigend, wenn man das menschliche Gehirn mit einer KI verbinden möchte und Nanobots im Körper gesteuert werden können.
Man bleibt lange im Dunkeln wer der Mörder ist und aus welchen Gründen er mordet und auch so manch andere Überraschung lässt dann den Roman noch gut ausklingen.

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Etwas andere Kurzgeschichten

Ein bisschen daneben ist auch ein Ort von Günter Schaden

In der Anthologie ,, Ein bisschen daneben ist auch ein Ort“ , Geschichten am Rande der Realität, bekommt man als Leser 56 teils ungewöhnliche Kurzgeschichten präsentiert. Der Autor Günter Schaden hat dabei auf höchstens 2-3 Seiten vielfältige Gedanken zu einer Geschichte zusammen gefasst. Man findet dabei alltägliche Erlebnisse, die man selbst vielleicht schon einmal erlebt hat oder Geschichten, die einen fantastischen Hintergrund haben.

Die Einteilung erfolgt in 6 verschiedenen Kapiteln, wo die Reihenfolge egal ist.
,,Welt und Alltag“ lässt unter anderem den Lockdown bei Heidi und dem Alm Öhi auf humorvoller Art und Weise als Tagebucheintrag in einem ganz anderen Licht erscheinen. Während ein Soldat in seinen letzten Minuten seines Lebens dem Leser an seinen Gedanken teilhaben lässt.
In ,,Menschen und Beziehungen“ wird man Zeuge welche Bedeutung ein kleiner einfacher Gegenstand für einen trauernden Menschen haben kann, während echte Freundschaft durch nichts zu ersetzen ist.
,,Ursprung und Schöpfung“ entführt den Leser in einige fantastische Geschichten, wo Gott es durch eine List seiner Frau es nicht schafft den Menschen zu formen, aber auch in einer märchenhaften Geschichte rund um Rapunzels Garten muss ein Karotten Diebstahl gekonnt aufgeklärt werden.
Bei ,,Technik und Zukunft“ kann man miterleben, dass es manchmal auch in der Zukunft nicht nur schöne Momente zu erleben gibt, aber dafür kann man im Katzenkitzelkonservatorium so einiges lernen.
Wenn man beim Kapitel ,,Tiere und Spiegelwesen“ gelandet ist, erfährt man, dass es gar nicht leicht ist, einem Tausendfüßler Handschellen anzulegen und es auch die Tauben im Märchen leid sind, ständig die schlechten Linsen heraus picken zu müssen.
Im letzten Kapitel ,,Rituale und Rückkehr findet man nicht nur eine sehr moderne und eigenwillige Art und Weise wie man in einem Beichtstuhl seine Sünden los werden kann, sondern auch wie schwer es sein kann, dass der See der Tränen scheinbar manchmal nie leer wird.
Es ist eine bunte Mischung, die der Autor in seinen Geschichten zusammen gefasst hat, wo man humorvolle und skurrile genauso findet, wie berührende oder zum Nachdenken anregende. Auch wenn es Geschichten gegeben hat, wo es nicht immer leicht war zu verstehen, warum der Autor diese ausgewählt hat, haben mich die meisten gut unterhalten und als kleiner Snack für Zwischendurch sind die Geschichten bestens geeignet.

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Die Gerechtigkeit wird siegen

Dies irae von Adrian Schmelzenbart

Selbst noch nach Jahren nagt der ungeklärte Mord ihrer Tochter Madeleine an Dolly und als sie in das Haus ihres verstorbenen Großvaters zieht, hofft sie, ein wenig Ruhe zu finden. Der kleine Ort Hardegg im Waldviertel scheint dafür wie geschaffen. Doch als eines nachts in ihrem alten Baumhaus ein seltsames Licht erscheint mit einer geisterhaften Erscheinung eines kleinen Mädchens, das sogar ihrer Tochter ähnlich sieht, hält sie das für ein Zeichen und entdeckt kurz darauf ein Kindergrab von einer verstorbenen Melanie Schweiger.

Von nun an beginnt sie unangenehme Fragen zu stellen, wo so mancher Dorfbewohner nervös wird. Einzig bei Hermine, der Schwester der ebenfalls getöteten Melanie findet sie ein offenes Ohr und so haben beide nur ein Ziel, nämlich den Mörder beider Mädchen zu finden.
,,Dies irae- Tage des Zorns“, ist ein Waldviertler Mystery Krimi aus der Feder des Autors Adrian Schmelzenbart.
Darin bekommt man als Leser geisterhafte und mysteriöse Erscheinungen präsentiert wo man immer wieder spürt, wie gequälte Seelen nicht zur Ruhe kommen und auf Erlösung hoffen.
Dafür ist Dolly zuständig, die gerade zu Beginn für mich nicht immer sympathisch rüber gekommen ist mit ihrer ruppigen und aufbrausenden Art. Aber dadurch hat sie das Leben der Dorfbewohner so aufgemischt, dass man vieles über die Menschen erfahren hat und man erlebt hat, wie ein Ort ,,schweigen“ kann. Mit ihren Methoden ist sie dabei oft unkonventionell und handelt oft scheinbar aus der Situation heraus ohne wirklich an die Folgen zu denken. Als perfekte Partnerin hat ihr der Autor Hermine zur Seite gestellt, die von allen nur ,,die Verrückte“ genannt wird, die immer wieder lateinische Worte vor sich her murmelt und die Menschen ihr lieber aus dem Weg gehen. Dass diese aber auch ihre eigenen Ziele verfolgt und dabei Dolly immer wieder manipuliert, merkt diese zu Beginn nicht.
Passend dazu hat auch der Autor die Kapitelüberschriften in Latein verfasst, mit einem deutschen Text darunter.
Besonders charmant habe ich die paar ,,humorvollen“ im österreichischen Dialekt verfassten Dialoge empfunden, wo man sich wunderbar die kauzigen Bewohner vorstellen konnte.
Es ist keine Wohlfühlgeschichte da Dinge ans Tageslicht kommen, die erschüttern und betroffen machen. Es hat zwar bei mir ein wenig gedauert, bis ich in die Geschichte hineingekommen bin da mir gerade zu Beginn die vielen verschiedenen Andeutungen wer, was gemacht haben könnte und wer aller verdächtigt wird, etwas verwirrt haben, aber mit der Zeit haben sich alle Puzzleteile dann zu einem Gesamtbild zusammen gefügt.
Das Ende ist zwar traurig, aber die Gerechtigkeit hat gesiegt und die Kinderseelen finden endlich ihren verdienten Frieden.

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Gute Unterhaltung

Wiener Wedding Killer von Franziska Waltz; Claus Schönhofer; Norbert Peter

Die Anthologie ,,Wiener Wedding Killer“ präsentiert dem Leser 9 Hochzeitskrimis, wo die Braut, der Bräutigam oder eine Person, die zur falschen Zeit am falschen Ort war, das zeitliche segnet.
Die Autoren Franziska Waltz, Claus Schönhofer und Norbert Peter zeigen dabei, wie humorvoll und auch manchmal recht zynisch gemordet werden kann.

Alle Geschichten bieten eine köstliche Unterhaltung, wo aus Rache, aus Versehen oder sonstigen nicht immer logischen Beweggründen jemand zum Mörder wird.
Besonders der Wiener Dialekt, der immer wieder dabei einfließt, macht die Geschichten noch liebenswerter und vor allem witziger.
Der Schreibstil von allen dreien ist sehr bildhaft und oft auch actiongeladen, wo es ein Vergnügen wäre, wenn man diese Geschichten verfilmen würde.
Schön ist auch, dass man auf Ermittler trifft, die schon öfters in anderen Kurzgeschichten der Autoren vorgekommen sind und ihre Dialoge dabei einfach herrlich sind.
Wer also unter anderem in einem chaotischen Filmdreh eintauchen möchte oder bei einem fröhlichen Polterabend auf einem Schiff dabei sein möchte, sowie erfahren möchte, warum es nicht gut ist, wenn man zwei Frauen gleichzeitig liebt, der kommt bei den 9 Hochzeitskrimis voll auf seine Kosten.

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Glaube und Hoffnung

Artifact Unearthed von Rüdiger Marmulla

Der Roman ,, Artifact Unearthed“- Pastor Tim und das Vermächtnis der Ohlonen, ist der letzte Band aus dieser Reihe, wo es aber nichts ausmacht, wenn man die vorherigen Bände nicht kennt, da es eine eigene Geschichte ist.
Die Handlung spielt in der Zukunft, wo man bei Bauarbeiten für einen neuen Kirchenkomplex eine unterirdische Kammer mit mysteriösen Wandmalereien entdeckt.

Während Tim herausfindet, dass die indigenen Bewohner, die Ohlonen ein verlorenes Artefakt darin vermuten, das die Erde heilen soll, gibt es Kirchenmitglieder, die den Bau so rasch als möglich fortsetzen wollen. Als auch noch eine finstere Organisation ins Spiel kommt, die es schafft wichtige Informationen, die die indigenen Völker betreffen aus dem Internet zu löschen und plötzlich alles dazu verschwunden scheint weiß Tim, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt wenn er den Ohlonen helfen möchte, damit sie ihr Artefakt zurück bekommen wollen und nicht die Gier der Menschen ein Stück wertvoller Geschichte zerstört.
Der Autor Rüdiger Marmulla vermischt in seinem Roman Ereignisse aus der Vergangenheit mit Erlebnissen in der Gegenwart, wo verschiedene Kulturen und Glaubensrichtungen aufeinander treffen und er dabei zeigt, dass mit gutem Willen, alle in Frieden zusammen leben könnten.
Der Schreibstil ist dabei sehr einfach gehalten, wo es mir schwer gefallen ist einen richtigen Zugang zu der Geschichte und auch zu den Protagonisten zu finden. Für mich handeln sie zu steif und zu wenig emotional, irgendwie sind sie wie Marionetten, die am Faden hängen und sich einfach bewegen.
Da der Autor sehr gläubig ist, findet man auch immer wieder Bibelzitate und Gespräche über den Sinn des Lebens, über Menschlichkeit und auch über die dunkle Vergangenheit aus der amerikanischen Geschichte und wie man mit indigenen Völkern umgegangen ist. Dabei hat er zu Pastor Tim, der an Gott glaubt, den Schamanen Xoyon ins Spiel gebracht, der eher auf spirituelle Ebene seinen Glauben ausübt und eng mit der Natur verbunden ist.
Es sind kurze Kapitel, die oft einen sehr schnellen Zeit-und Schauplatzwechsel haben wo für mich die Handlung eher ins Stolpern gekommen ist, als einen flüssigen Lesefluss zu haben. Für einen Thriller, wie angegeben, hat mir ein wenig die Spannung gefehlt.
Wer also eintauchen möchte in Verschwörungstheorien, religiösen Einflüssen, spirituelle Momente und ein wenig High Tech in der Zukunft, der wird Pastor Tim bei seiner besonderen Reise sicher gerne begleiten.

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Achtung, die Würmer kommen!

Feuchte Monster von Matthias Krause

Frank J. Freibrodt, Autor frivoler und eher geschmackloser Romane, wird nicht nur von seinem Kredithai unter Druck gesetzt, sondern auch von seinem Verleger Hr. Kunz, sowie dem Sensitivity Reader Mortimer, der am liebsten alle schändliche Szenen in dessen neuen Roman streichen würde.
Gezwungenermaßen muss Frank bei einem Speeddatingevent hoffen, dass er auf eine reiche Gönnerin trifft, die ihm aus seiner misslichen finanziellen Lage hilft.

Dass er hier auf seltsame und auch brutale Personen trifft ist für sein eigentliches Vorhaben nicht gerade förderlich.
Die eigentliche Gefahr für alle kommt aber von einem riesigen Meereswurm, dessen Brut sich bereits auf den Weg gemacht hat menschliche Wirte zu finden, um sich dort einzunisten. Dass gerade in dem eigentlich friedfertigen Mortimer solche Baby Maden in sein Gehirn eingedrungen sind lässt ihn unberechenbar werden und so wird das Speeddating für alle zu einem Ereignis, mit ungeahnten Folgen.
Bei der Horrorsatire ,, Feuchte Monster“ muss man sich als Leser auf eine besondere Geschichte einlassen. Der Autor, Matthias Krause, zieht dabei alle Register damit man Spannung, Humor, Action und vor allem viele verschiedene Körperflüssigkeiten präsentiert bekommt. Manche dieser feucht fröhlichen Szenen, gepaart mit brutalen und nicht zimperlichen Kampfszenen zwischen den Protagonisten, sowie sexistische Kraftausdrücke, fallen dabei manchmal schon etwas zu heftig aus.
Der Schreibstil ist flüssig und auch auch bildhaft, wo man sich manche Szenen lieber nicht so genau vorstellen möchte.
Da es sehr viele Protagonisten gibt, ist es mir gerade zu Beginn etwas schwer gefallen den Durch-und Überblick zu behalten, aber mit der Zeit ist es dann kein Problem mehr.
Mir haben seine unterschiedlichen Personen mit deren besonderen Eigenheiten gut gefallen. Auch deren Dialoge untereinander sind immer wieder humorvoll und auch leicht zynisch angehaucht.
Die Handlungsorte wechseln recht schnell, wo man schon ein wenig aufpassen muss, da es nicht unbedingt einen roten Faden gibt, der sich linear durch den Roman zieht.
Man wird immer wieder überrascht mit neuen Details speziell zu den gefräßigen Würmern, die schon manchmal recht ekelig sind, wenn sie sich bei den Menschen einnisten. Da es aber eine Horrorsatire ist, muss man auf alles gefasst sein.
Es ist eine schwungvolle Geschichte, wo man nie so genau weiß, was als nächstes passiert. Wer sich also über gefräßige Würmer, Fetischisten und sonstige durchgeknallte Protagonisten drüber traut, der wird bei ,, Feuchte Monster“ auf seine Kosten kommen.

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