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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von ingrid78:

Wettlauf gegen die Zeit

Noch fünf Tage von Helena Falke

Bei dem Buch sticht das Cover heraus, die spannende Leseprobe hatte mich neugierig gemacht. Es geht in der Story um die Weltklasseköchin Lis Castrop, die bei der Milliardärsfamilie Harman angestellt ist. Der Silvesterabend wird für Lis zum Alptraum, denn das Dinner, das sie zubereitet hat, wurde vergiftet.

Alle Gäste sind tot, Lis liegt mit einer Vergiftung im Krankenhaus.
Lis ist die Hauptverdächtige, ihr bleiben genau 5 Tage Zeit, bis sie selbst an der Vergiftung sterben wird. Fünf Tage die ihr bleiben um herauszufinden wer die Familie Harman töten wollte und das Essen vergiftet hat.
Ohne große Vorrede wird man in die Handlung katapultiert und begleitet Lis bei ihren Überlegungen, ihren Theorien zu dem Giftanschlag. Da Lis im Krankenhaus liegt rollt sich die Story über Lis Erinnerungen auf, Episoden aus der Vergangenheit. Lis ist tough, in ihrer Situation noch die Wahrheit herausfinden zu wollen, durch den Wettlauf gegen die Zeit ist die Geschichte spannend. Mit der Auflösung hätte ich so nicht gerechnet, damit hätte ich nicht gerechnet.

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Rezensionen von Katrin:

Große Gefühle und schwungvolle Nähte

Fäden des Glücks von Marit Warncke

Das Cover finde ich sehr schön, da mir alte Nähmaschinen immer schon sehr gefallen haben. Ansonsten ist es weder sehr auffällig noch ein besonderer Hingucker.

Story:

Karla verliert ihren Job und da das noch nicht genug ist, liegt daheim im Postkasten ein Vollstreckungsbrief des Finanzamtes. Die ausstehende Grundsteuer für ein Haus, dass ihr Vater ihr vererbt hat, ist fällig.

Das große Gutshaus steht in Lüttenbü, einem Ort, der einmal Karlas Traum war.
Ihre Familie und sie machten dort jedes Jahr Urlaub. Doch das Haus war nicht nur eine Freude, sondern auch Bürde. Ihr Vater liebte es. Renovierte immer wieder etwas. Ihre Mutter teilte diese Begeisterung nicht.
Zuletzt waren sie vor 13 Jahren im Haus. Danach folgte die Scheidung der Eltern und niemand kümmerte sich mehr.

Schnell entschlossen fährt Karla nun selbst zum Haus um es für den Verkauf vorzubereiten.
Als sie ankam war alles wie immer, es war modrig, staubig und man merkte, der Aufbruch damals war übereilt.
Plötzlich stand sie Knöcheltief im Wasser - ein Rohrbruch und sie lief voll Panik in die Drogerie um um Hilfe zu bitten. Und dann stand er vor ihr, Rasmus, ihre Jugendliebe die ihr vor Jahren das Herz gebrochen hatte. Er half ihr und auch bei der weiteren Renovierung ging er ihr immer wieder zur Hand.
Nach und nach kommen Details ans Licht und verändern den Lauf der Geschichte...

Fazit:
Anfangs war ich nicht wirklich begeistert, es war etwas zäh, aber nach etwa 50 Seiten war ich dann drin. Vollkommen in der Geschichte eingetaucht, las ich es auf einen Sitz. Es ist also wirklich schön zu lesen. Der detailreiche Schriftstil gefällt mir sehr gut und ich konnte mich mit Karla sehr gut identifizieren. Was mir besonders gefiel, war der Wechsel der Jahre, man erfuhr so noch mehr Details rund um die Familie und das Haus.

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Rezensionen von ekiam:

Schwierige Protagonistin, verschenktes Potenzial

The Dirty Version von Turner Gable Kahn

Autorin Tash soll ihren feministischen Erfolgsroman für eine Serienadaption durch eine Hollywood-Produktionsfirma „sexier“ gestalten. Widerwillig stimmt sie zu und bekommt mit Caleb, einem Intimitätskoordinator, Unterstützung bei der Ausarbeitung der Drehbuchszenen. Schon bald knistert es nicht nur zwischen den Serienfiguren, sondern auch zwischen den beiden.

Die Ausgangsidee und insbesondere die Dynamik zwischen Tash und Caleb haben mir gut gefallen. Die beiden bringen eine interessante Chemie mit, die der Geschichte einige schöne Momente verleiht.
Leider wurde mir der Zugang zur Geschichte jedoch durch Tash selbst erschwert. Ihre impulsive und oft wütende Art sowie ihre starke Fixierung auf ihren Roman haben mich zunehmend gestört. Ihr Verhalten wirkt stellenweise wenig reflektiert und wiederholt sich in ähnlichen Mustern, was es mir schwer gemacht hat, mit ihr mitzufühlen.

Auch der dystopische Roman innerhalb der Handlung konnte mich nicht überzeugen. Er nimmt viel Raum ein und hat für mich nicht gut zur erwarteten Liebesgeschichte gepasst.

Der Schreibstil war stellenweise sehr metaphorisch und wirkte insgesamt eher distanziert, er konnte mich nicht wirklich fesseln. Zudem sind die Kapitel recht lang, was den Lesefluss für mich zusätzlich gebremst hat.

Insgesamt eine Geschichte mit einer spannenden Grundidee und einigen gelungenen Ansätzen, die mich jedoch nicht vollständig abholen konnte.

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Rezensionen von Annaja:

Auf andere achten

Ferri von Gertraud Mesner; Beate Welsch

Ein Buch für die Kleinen, das Ausgrenzung und Mobbing gut erklärt.

Ferri, ein kleiner Fisch, der sehr gerne laut singt, freut sich seines jungen Lebens, doch es gibt auch Tiere im Meer, wie zum Beispiel Rocho, der Roche, Krabbi, die Krabbe und einige andere, die das anders sehen und Ferri auslachen, sich lustig machen über ihn.

Eingeschüchtert und traurig erzählt dieser aber zuhause nichts von seinen Sorgen. Zum Glück gibt es aber auch unter Meeresbewohnern, Lebewesen, die gut beobachten und sich einsetzen, um den bösen Treiben ein Ende zu setzen. In dieser warmherzigen, lehrreichen Geschichte ist es Wali, der Wal, der helfen will. Er erklärt, dass jemand, der sich negativ verhält und schadenfroh ist, selbst Probleme hat und Aufmerksamkeit braucht. In dem Buch schlägt nun Wali ein Spiel vor, bei dem alle Meerestiere mitmachen können.

Eine kluge Lektüre, pädagogisch wertvoll, zeigt Kindern auf, wie gut es sein kann, wenn man anderen seinen Freiraum lässt, das Anders sein einfach akzeptiert.

Ein tolles Buch, das ich gern weiter empfehlen kann.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Hat mich leider nicht überzeugt

Die Familie sehen und sterben von Toni Rivera

Dieser Krimi, der im Tessin angesiedelt ist, und Auftakt einer Reihe ist, hat mich nicht ganz überzeugt. Warum?
Das Leben von Capitano Enzo Rossi sowie seiner Schwester, die ein Restaurant führt, das nur so recht und schlecht geht, plätschert so vor sich hin, während der gemeinsame Bruder Fabrizio ein Leben in Saus und Braus führt, eine gelangweilte Ehefrau und Privatjet inklusive.

Als dann zwei Leichen, weit voneinander entfernt entdeckt werden, scheint ein wenig Action in den behäbigen Alltag von Enzo Rossi einzudringen, was ihm auch nicht ganz so recht ist, schielt doch seine ehrgeizige Kollegin Gemma Crivelli auf seine Position und versucht die Ermittlungen an sich zu reißen.

Es dauert eine geraume Zeit, bis Rossi bemerkt, dass seine Familie in die beiden Verbrechen verwickelt sein könnte.
Soll oder muss er diese Ermittlungen wegen Befangenheit abgeben?

Meine Meinung:

Die Abwandlung des Sinnspruches „Neapel sehen und dann sterben“ zu „Die Familie sehen und sterben“ hat mich auf diesen Krimi aufmerksam gemacht. Doch leider bin ich mit diesem Ermittler nicht wirklich warm geworden. Enzo Rossi macht auf mich den Eindruck eines desillusionierten Ermittlers, der die letzten beiden Jahre bis zur Pensionierung nur mehr absitzen will.

Ja, es mag schon sein, dass über diverse Verstrickungen der Familie nicht gesprochen wird und dass, das eine oder andere Geheimnis nicht aufgedeckt werden soll. Letztlich steht La Famiglia vor einer Zerreißprobe.

Auch das offene Ende hat mich diesmal gestört. Für mich persönlich wirkt es als eine etwas aufdringliche Aufforderung, das nächste Buch zu kaufen.

Fazit:

Dieser Reihenauftakt hat meiner Meinung noch ein wenig Luft nach oben, weshalb es nur 2 Sterne gibt.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Nicht ganz so cosy

Gärten, Gift und kalte Rache von Klaudia Blasl

Auch im fiktiven Oberdistelbrunn ist der Frühling ausgebrochen und zahlreiche Ortsbewohnerinnen (weniger die Bewohner) bewaffnen sich unter dem wachsamen Augen des Umweltreferenten mit Spaten und Schaufel, um ihren Ort zu verschönern. Man will ja den sanften Tourismus ankurbeln und dazu zählt auch das Summen von Insekten.

Maßnahmen zur Biodiversiät sind also gefragt. Doch das eifrige Werkeln wird jäh unterbrochen, als wenige Tage nach dem Auffinden eines Hundeskeletts mehrere Dorfbewohner vergiftet werden. Bewohner - männlich, wohlgemerkt und jeder hat ein Zettelchen mit einem Sinnspruch einstecken.

„Ich mag Giftmorde,“ gestand der Umweltreferent, „Der Tod durch toxische Pflanzen ist so poetisch.“ (S. 129)

Die Polizei, also Dorfpolizist Kapplhuber sowie Kommissar Hartmann tappen im Dunkeln.

Daher starten Berta und Pauline ihre Ermittlungen, sehr zum Missfallen von Kommissar Hartmann, der inzwischen zum Hauptkommissar ernannt worden ist. Denn das ganze Dorf und seine Bewohner bzw. seine Bewohnerinnen sind ihm verhasst, was im übrigen auf Gegenseitigkeit beruht.

„Was kümmert mich das Insektensterben!“ fuhr der Kommissar ihn an. „Hier beißen haufenweise Menschen ins Gras. Vier Tote in zehn Tagen! Bei dem Tempo ist bis zum Winter dieses ganze verdammte Kaff ausgestorben.“ Und dabei sah er nicht aus, als würde er dies bedauern.“ (S. 278)

Meine Meinung:

In ihrem dritten Krimi rund um die Hobby-Ermittlerinnen Berta und Pauline tauchen wir wieder in die Abgründe von Oberdistelbrunn ein. Durch den Fund des Hundeskeletts kommt ein Ereignis aus der Vergangenheit ans Tageslicht, das Machenschaften, an denen zahlreiche, scheinbar honorige Bürger beteiligt gewesen sind und nun die Rechnung dafür bezahlen müssen.

Der Krimi wird als Cosy-Krimi beschrieben, was vermutlich der Beschreibung der teilweise skurrilen Persönlichkeiten, damit ist vor allem HK Hartmann gemeint, zu verdanken ist. Denn eigentlich ist das Buch die Geschichte einer eiskalten Rache. Ich habe recht bald einen Verdacht, der sich dann auch bestätigt hat, gehabt.

Diesmal ist mir das ehelichen Geplänkel zwischen Pauline und ihrem Mann ein bisschen zu viel gewesen. Aber, das ist vermutlich Ansichtssache.

Wie wir es von Autorin Klaudia Blasl gewöhnt sind, gibt es in die Handlung eingebaute Gartentipps und im Anhang die Beschreibung von Giftpflanzen. Von deren Anwendung wird jedoch dringend abgeraten.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem 3. Krimi rund um die Hobby-Ermittlerinnen Berta und Pauline 4 Sterne.

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Rezensionen von ekiam:

Wenn aus Fake Dating echte Gefühle werden

Four nights together - London Hearts 4 von Valentina Fast; Lorena Schäfer

Eigentlich kann Gemma ihren Nachbarn Henry nicht ausstehen: snobistisch, Herzensbrecher und ständig hört er viel zu laut Musik. Doch als an ihrem College Gerüchte über Gemmas Datingverhalten die Runde machen, kommt ausgerechnet Henry ihr zu Hilfe und behauptet kurzerhand, ihr Freund zu sein. Im Gegenzug bittet er sie, ihn als seine Freundin zur Geburtstagsparty seines Großvaters zu begleiten, auf der auch seine Ex anwesend sein wird.

Band 4 der London Hearts-Reihe rund um die Vierer-WG am Willow Square greift beliebte Tropes wie Fake Dating, Forced Proximity und Only One Bed auf. Gemma ist die Letzte der WG-Bewohnerinnen, die noch Single ist, und hatte bei der Suche nach der Liebe bisher wenig Glück. Entsprechend vorsichtig ist sie geworden. Henry hingegen ist schon lange in Gemma verliebt und sieht das Wochenende bei seinen Großeltern als vielleicht letzte Chance, ihr Herz zu gewinnen.

Die Chemie zwischen den beiden Protagonisten ist von der ersten Seite an spürbar und entwickelt sich zunehmend zu einem intensiven Knistern. Besonders Henry muss man einfach mögen: eine wandelnde green flag, aufmerksam und ehrlich um Gemma bemüht. Doch auch Gemmas Gedanken und Handlungen sind nachvollziehbar geschildert. Ihr innerer Zwiespalt zwischen ihren bisherigen Enttäuschungen, ihrem alten Bild von Henry und dem Mann, den sie nun neu kennenlernt, ist jederzeit greifbar.

Der Schreibstil ist locker und angenehm zu lesen; die Handlung wechselt gekonnt zwischen emotionalen und humorvollen Momenten. Das Buch kann problemlos als standalone gelesen werden.

Positiv aufgefallen ist mir außerdem, dass Gemmas bodytype nicht dem oft dargestellten Modelideal entspricht. Sie beschreibt sich selbst als kurviger und weicher; eine Form von body positivity, die ich mir in Liebesromanen definitiv häufiger wünsche.

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Rezensionen von Lili-Marie:

Chaos und Streitereien

You and Me - Die zweite erste Liebe von Josie Lloyd; Emlyn Rees

Das Buch "You and me" hat mich vor allem durch die Möglichkeit, durch Mixtapes in die Vergangenheit zu reisen, angesprochen. Doch die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen.

Der Schreibstil war nicht ganz so einfach. Zunächst bin ich recht gut in die Geschichte gekommen aber sobald die Zeitreisen anfingen, fing auch das Chaos an.

Denn in der Vergangenheit hat sich die Erzählperspektive verändert und mich zu sehr verwirrt, sodass ich mehrmals zurückblättern musste um zu verstehen wann und wo ich war. Mit den Protas Adam und Jules wurde ich nicht warm wobei mir Jules irgendwann wirklich auf die Nerven ging. Ihr Verhalten hat mich wirklich sauer gemacht. Beide Protas lernen auch nicht aus ihren Fehlern und machen immer wieder die selben. Ihre Streitereien wurden auch immer mehr und das hat mir ab einem Punkt einfach nicht mehr gefallen, es war zu viel.

Das Ende war zwar nicht überraschend aber in Ordnung. Auch wenn ich mir gewünscht hätte es wäre nicht so schnell abgehakt worden. Etwas mehr Raum hätte dem Ende sehr gut getan. Dafür hätte man die ein oder andere Streiterei weglassen können.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine Leseempfehlung

Die Roma von Madeline Potter

Madeline Potter stammt aus einer rumänischen Roma-Familie und verwebt in diesem Buch die Suche nach ihren Wurzeln und ihre eigene Biografie mit der Geschichte der Roma verschiedener Länder.

»Auf jedem Schritt meiner Reise bin ich den kraftvollen Geschichten derjenigen begegnet, die sich ihrer Ausgrenzung widersetzten und deren Leben uns bis heute inspirieren.

«

Während ihrer Recherchen zu ihrer Herkunftsfamilie, die sie in zahlreiche Archive quer über den Erdball führen, begegnet sie den Aufzeichnungen zahlreicher historischer Persönlichkeiten: Musiker Django Reinhardt (1910-1953), der beim Brand in seinem Wohnwagen schwerste Brandverletzungen erlitten hat und trotzdem weiterhin virtuos Gitarre spielt, dem deutschen Meister im Halbschwergewicht Johann Rukeli Trollmann (1907-1943), dem die Nazis seinen Titel aberkannt und 1943 in einem Nebenlager des KZ Neuengamme ermordet haben oder Carmen Amaya (gest. 1963), eine spanische Romni, die in der Mitte des 20. Jahrhunderts als beste Flamencotänzerin der Welt bekannt war, und die österreichische Schriftstellerin Ceija Stojka (1933-2013) vor.

Sehr interessant zu lesen ist, wodurch sich die verschiedenen Sinti- und Roma-Familien unterscheiden und welche Gemeinsamkeiten, außer ihrer Verfolgung durch die Jahrhunderte, sie noch haben: Nämlich ihre Stärke und Ausdauer, ihre Fähigkeit zum Widerstand und zum Überleben mit der sie dem tief verwurzelten Hass, der ihnen auf der ganzen Welt entgegen schlägt, zu trotzen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem hoch interessanten Buch über die Geschichte der Roma und Sinti 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine klare Leseempfehlung!

Die Apotheke der Hoffnung von Amanda Barratt

Dieser historische Roman spielt im Krakau des Jahres 1941. Schon wenige Tage nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen Anfang September 1939 wurde die jüdische Bevölkerung verfolgt und deangsaliert. Ab November 1939 mussten sie den Judenstern tragen und im März 1941 begannen Enteignung und Umsiedlung der Juden nach Podgórze, dem südlichen Stadtteil von Krakau.

Das Ghetto von Krakau bestand bis Mitte März 1943. Kurz vor der Schließung wurden arbeitsfähige Menschen in das KZ Plaszow verlegt, die anderen nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet.

Die junge Witwe Zosia Lewandowska muss ansehen, wie ihre jüdischen zunächst enteignet und wenig später in das neu entstandene Ghetto eingewiesen werden. Als sie einen Weg sucht, den verzweifelten Menschen zu helfen, bietet sich die Chance in Form einer Anstellung in der Apotheke von Tadeusz Pankiewicz an, die als einzige Apotheke im Ghetto verblieben ist. In dieser Apotheke erhalten die Ghettobewohner nicht nur die wenigen Medikamente sondern auch anderes. Die Apotheke wird zur Drehscheibe von Informationen, gefälschten Dokumenten und Menschlichkeit. Doch die Möglichkeiten zu helfen werden immer geringer, denn das NS-Regime weitet Macht und Terror weiter aus.

Der Apotheker und seine Angestellten sind in höchster Gefahr, denn Juden zu helfen, ist verboten und wird mit Lagerhaft oder Todesstrafe geahndet. Trotzdem machen sie weiter. Und Zosia erhält Unterstützung von ungewohnter Seite.

Für einige wenige erfüllt sich die Hoffnung auf Flucht und Leben, für die meisten bleibt nur die Deportation und der Tod.

Meine Meinung:

Das Krakauer Ghetto ist vermutlich nicht ganz so bekannt, wie jenes in Warschau, das durch seinen Aufstand Geschichte geschrieben hat, aber um nichts weniger grausam. Wenig bekannt ist vermutlich auch, dass Filmregisseur Roman Polanski aus dem Krakauer Ghetto entkommen ist.

Die Autorin hat rund um die reale Person Tadeusz Pankiewicz (1908-1993), der 1983 von Israel mit dem Ehrentitel „ Gerechter unter den Völker“ ausgezeichnet worden ist, sowie den drei Mitarbeiterinnen einen fesselnd und einfühlsam erzählten Roman geschrieben. Allerdings lässt Amanda Barratt auch zahlreiche reale NS-Größen wie Lagerleiter Amon Göth, der besonders grausam agiert hat, oder Wilhelm Kunde auftreten.

Die Geschichte wir aus mehreren Perspektiven erzählt, so dass wir einen Einblick in das Grauen, das die verfolgten Juden erleiden mussten, erhalten können. Besonders beeindruckend ist der Perspektivenwechsel zwischen der Polin Zosia und der Jüdin Hania. Durch die Erzählung in der Ich-Form erhält der Roman eine eindrückliche Note.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der auf wahren Begebenheiten fußt, 5 Sterne.

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