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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Petra Sch.:

Regt zum Nachdenken über sein eigenes Leben und Glück an...

Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich von Tessa Randau

Kurz zum Inhalt:
Eine namenlose junge Frau, die doch eigentlich alles hat, was sie sich immer erträumt hat (eine gute Ehe; zwei gesunde Kinder; ein Haus mit Garten und einen tollen, gut bezahlten Job) fühlt sich müde und ausgelaugt und sucht Kraft bei der alten Eiche im Wald, deren Bank sie schon als Kind immer aufgesucht hat, wenn es ihr schlecht ging.

Eines Tages trifft sie dort auf eine alte Frau, die ihr von den vier Fragen des Lebens berichtet, und wie diese ihr Leben zum besseren verändern können.
Anfangs glaubt sie nicht an diesen 'Hokuspokus', doch nachdem ihr Leben schon durch die erste Frage positiver wird und sie sich besser und freier fühlt, möchte sie natürlich auch noch die anderen Fragen kennenlernen.


Meine Meinung:
Dieses Buch beinhaltet ein Thema, das für jeden wichtig ist: was will ich in meinem Leben, was ist mein Lebensziel und was macht mich glücklich? Und falls ich nicht zufrieden bin, wie kann ich es ändern?
Das Ganze ist verpackt in eine nette kleine Geschichte über eine namenlose Frau, die eigentlich alles in ihrem Leben hat, um glücklich zu sein; die es aber jedoch nicht ist. Und dann trifft sie bei der alten Eiche aus ihrer Kindheit eine alte Dame, die ihr vier Lebenstipps in Form von Fragen gibt, durch die sie ihr Leben zum Besseren ändern kann.
Diese vier Lebensweisheiten kann jeder für sich in sein Dasein integrieren, um noch mehr Lebensqualität zu bekommen.
Leider ist das Buch mit nicht einmal 120 Seiten sehr dünn, und dafür finde ich den Preis zu hoch. Auch wenn schöne Illustrationen aliquot zu jenen auf dem Cover in gedeckten Grün- und Rottönen das Buch aufwerten.


Fazit:
Berührender Lebensratgeber, der mich zum Nachdenken angeregt hat. Leider ist die Umsetzung etwas zu kurz geraten.

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Rezensionen von Lealein1906:

Aus dem Leben eines Malers

Raffael - Das Lächeln der Madonna von Martin Noah

Das ist wirklich ein Buch, das ich nur empfehlen kann. Noah Martin erzählt in „Raffael – Das Lächeln der Madonna“ das Leben dieses berühmten Malers und vom großen Geheimnis seiner großen Liebe und verflicht das geschickt mit den damaligen politischen Verhältnissen, Kriegen und Intrigen in ganz Italien und dem Vatikan vor allem um den Borgia-Papst.

Die 600 Seiten von diesem Buch hatte ich im Nu verschlungen und hätte einfach nur weiterlesen wollen.
Vom Maler Raffael Sanzio werden die meisten schon einmal gehört haben, aber kennen sie auch sein Leben? Ich kannte es nicht und war deswegen umso wissbegieriger – und wurde nicht enttäuscht. Von seinem Leben und seiner Liebe zu Margherita Luti handelt dieses Buch hauptsächlich, aber was in dieser Epoche drumherum noch geschah, wird nicht minder wichtig behandelt.
Die Geschichte mit all ihren verschiedenen Facetten von denen sie erzählt, ist von Anfang an einfach nur faszinierend. Da ist die Geschichte von Raffael selbst, die schon hochspannend und romantisch und tragisch ist, ergänzt von vielen anderen interessanten Charakteren, ausgedacht und historisch. Einen Blick auf die Borgia zu werfen, ist immer interessant und auch Da Vinci und Michelangelo näher kennenzulernen war toll. Dazu wird alles intelligent miteinander verwebt und auch größere Zeitsprünge machen keine Probleme.
Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und zieht in die Geschichte, er trägt dazu bei, dass die Seiten nur so dahin fliegen. Hinzu kommen die detaillierten Beschreibungen von den historischen Orten und Begebenheiten, die einen sofort an diese Plätze versetzen und man sich wunderbar in die Kulissen hineinträumen kann. Imponierend waren auch die Beschreibungen von der Malkunst, dem Farbenmischen, usw. Ich kann dieses Buch nur herzlichst weiterempfehlen und ich hoffe, noch viel von diesem Autor lese zu können.

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Rezensionen von Marie aus E.:

Frauensolidarität

Das Haus der Frauen von Laetitia Colombani

Solène ist eine erfolgreiche Anwältin - aber sehr unglücklich. Nach einem Burnout versucht sie, wieder Fuß zu fassen und erinnert sich an früher.
Sie hat so gerne geschrieben, war sehr begabt, doch ihre Eltern haben sie in die Juristerei gedrängt.
Als sie von einem Ehrenamtsjob in einem Frauenhaus erfährt, bei dem sie Schreiberin wäre, also Briefe, Behördenschriftstücke und ähnliches für die Bewohnerinnen verfassen soll, beschließt sie, das auszuprobieren.

Sie bekommt Einblick in viele Einzelschicksale - und sehr bald fragt man sich, wer da eigentlich wem hilft...

Neben den aktuellen Geschehnissen gibt es eine zweite Ebene im Buch - den Rückblick auf das Leben von Blanche Peyron, die das Haus gegründet hat.
Das war sehr interessant, ich habe bislang noch nichts von ihr gehört, dabei war sie eine mutige, selbstlose und tatkräftige Frau, die Unglaubliches erreicht hat. Ebenso ihr Mann, für die Zeit scheinen die beiden eine absolut gleichberechtige Partnerschaft geführt zu haben. Ein kleine Einblick in die Heilsarmee war damit auch verbunden.

Beide Ebenen waren spannend, den historischen Teil hätte ich mir aber etwas ausführlicher gewünscht - aber mit nur 256 Seiten ist es ja ein eher dünnes Buch.

Mein kleiner Kritikpunkt: obwohl die einzelnen Schicksale der Frauen erschütternd sind - so richtig nah an mich herangekommen sind sie nicht. Das liegt vermutlich am schön und flüssig zu lesenden, aber doch eher nüchternen Schreibstil.
Oder daran, dass mit "Der Zopf" die Messlatte bei der Autorin bei mir auch sehr hoch liegt.

Nichtsdestotrotz ein sehr interessantes Buch, bei dem sich das Lesen gelohnt hat.

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Rezensionen von Harakiri:

schön zu sehen, wie es Margo weiter erging

Das Haus der Frauen von Laetitia Colombani


Schön, dass man erfährt, wie es mit Margo weiterging. Wenn es auch kein sonderlich gutes Ende ist.
Margos Enkelin Jana will mehr über ihre Familie wissen. Und der Leser zwangsläufig auch, denn das Buch startet sehr rätselhaft und vor allem der tragische Tod von Leonore wirft Fragen auf. Die im Laufe des Buches auch alle beantwortet werden.

Das Buch hat mich wieder sehr gefesselt, wenn es auch teilweise durch extrem langwierige politische Fakten etwas gelangweilt hat. Das war teilweise wie Geschichtsunterricht und ich wollte doch so gern mehr von Margo und ihren Mädchen erfahren. Allerdings finde ich, dass der Titel schon etwas viel verrät. Denn als Leser möchte man ja die Überraschung nicht schon vorweggenommen haben.
Das Buch ist in 3 Teile aufgeteilt: Leonores Geschichte, die ich sehr fesselnd fand, Claras Geschichte, die sehr zur Erhellung einiger Fakten aus dem 1. Teil beiträgt und der alles verbindende Schlussteil, den ich auch sehr mochte, weil Jana ihre Geschichte zufriedenstellend aufgeklärt fand.
Der Schreibstil von Cora Stephan ist sehr lebhaft und anschaulich, man kann die jeweiligen Personen gut zuordnen, auch wenn es sehr viele sind und man mit den Verwandtschaftsverhältnissen schon gut aufpassen muss.
Fazit: ein schön geschriebenes Buch, das allerdings teilweise darunter leidet, dass es mit Politik und Geschichte überfrachtet ist, wo mich die Geschichte der Protagonisten mehr interessiert hätte.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

EIne unbedingte Leseempfehlung

Die Welt der Stoffe von Kassia St Clair

Kassia St. Clair widmet sich in diesem Buch einem der ältesten Gewerbe der Menschheit: Dem Herstellen von Stoffen.
Sie spannt den Bogen von der urzeitlichen Bevölkerung in deren Höhlen bis hin zum Hightech-Gewebes von heute, das seinem Träger beinahe schon das Denken abnimmt.

In folgenden 13 Kapiteln geht die Autorin den Pflanzenfasern, den Tieren, die Fäden spinnen und den Menschen, die diese verarbeiten nach:

01 Fasern in der Höhle
02 Leichentücher
03 Geschenke und Pferde
04 Städte durch Seide erbaut
05 Drachenschiffe
06 Lösegeld für einen König
07 Diamanten und Halskrausen
08 Solomons Jacken
09 Extreme Schichten
10 Fabrikarbeiter
11 Under Pressure
12 Schneller, besser, weiter
13 Das goldene Cape

Dabei verwebt sie mit schönen Worten und penibler Recherche Geschichten und G’schichteln zu einem eindrucksvollen Sachbuch.

Obwohl ich schon einiges über das Spinnen oder das Weben weiß, bin ich fasziniert über die Erkenntnisse, die die Autorin hier zusammengetragen hat. Denn, Hand aufs Herz, wer weiß schon, dass die Wikinger ihre Drachenschiffe zum Teil mit Segeln aus Schafwolle bestückt haben? Eben!

Neben archäologischen Funden, Lyrik aus dem antiken China, mittelalterlichen Aufzeichnungen etc. kommen auch Tagebuchaufzeichnungen von Robert Falcon Scott, Mount Everest-Bezwingern oder einer französischen Zwangsarbeiterin, die für ihre Zugehörigkeit zur Resistance in einer der zahlreichen deutschen Fabriken schuften musste, die Chemie-Fasern herstellten.

Die Geschichte der Stoffe ist auch die Geschichte der Frauen, die oft unter denkbar schlechten Bedingungen die Rohstoffe verarbeitet haben oder - siehe Bangladesh - dies auch heute noch tun.

Fazit:

Ein faszinierender Einblick in die Welt des Webens und Wirkens, das ich unbedingt empfehle. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Rezensionen von Meli:

Sympathische, süße und spannende Rockstar-Liebe!

How to Love a Rockstar von Keira Flanagan

Josy heißt eigentlich Jolene und gerade am Anfang hatte ich da schnell ein gleichnamiges Lied im Kopf ... Da ich das Lied sehr gern mag, hat das aber nicht gestört. Sie macht sich nicht viel aus Rockstars, aber ihre beste Freundin Drew schon. Sie ist ein großer Fan von Cedric und findet ihn total scharf - würde Drew es ihrer Freundin verzeihen können, wenn Josy sich den Star schnappen würde?

Cedric fühlt sich eingeengt und sehnt sich nach ein bisschen Freiheit.

Seine Fans haben hohe Erwartungen, ohne den Menschen kennen zu wollen, der hinter der Musik und dem guten Aussehen steht, und seine Band macht ihm Druck, auch immer schön beliebt zu bleiben. Eigentlich will er gar keine Freundin, aber er fühlt sich so bedrängt und außerdem fasziniert Jolene ihn.

Ich fand die beiden einfach richtig süß. Sie spielen eine Beziehung vor, doch am Anfang wissen sie nicht so recht, was sie tun sollen. Doch zumindest Cedric kann kaum die Finger von Josy lassen, während diese da eher zurückhaltend sein möchte, wegen ihrer besten Freundin, die sie nicht verärgern möchte. Dass die Schwärmerei der Freundin für einen eigentlich Fremden zwischen ihnen steht, hat mich manchmal ein bisschen genervt, weil ich es selbst nicht nachvollziehen kann, wenn man so etwas über eine Freundschaft stellt. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt an der Geschichte.

Manches war durchaus genretypisch und klischeehaft, was die Geschichte auch vorhersehbar macht, aber das hat mich gar nicht gestört. Ich mochte die Protagonisten so gerne, habe ihre Gespräche, Plänkeleien und romantischen Szenen genossen und auch richtig mitgefiebert. Ich habe wegen ihrer Niedlichkeit grinsen müssen und an einer emotionalen Stelle hatte ich sogar feuchte Augen. Es ist hier nicht unbedingt die Handlung, die heraussticht, aber der Schreibstil und der Humor konnten mich überzeugen.

Es wurden ein paar kleine Computerbezogene Kommentare gemacht, es waren nicht viele, aber als Informatikstudentin wusste ich das zu schätzen und fand die Metaphern eigentlich auch ganz gelungen.

Fazit
"How to Love a Rockstar" hat mir besser gefallen als erwartet. Ich mochte die Protagonisten richtig gern und auch ihre Liebesgeschichte fand ich süß und spannend. Wer schöne Rockstar-Romane mag, ist hier richtig. Von mir gibt es 4,5/5 Sterne!

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Rezensionen von Pink Anemone:

Ein Krimi. der auch Kriegstraumata thematisiert und einem am Ende gerade dadurch im Gedächnis bleibt.

Tod eines Gentleman von Huang Christopher



"Das Blut war weit aus Bensons Halswunde herausgespritzt, quer über den Mosaik-Sinnspruch auf dem Boden. Es war in den Fugenkitt gesickert, und die Worte 'decorum est' waren nun von Bensons Blut umrahmt. 'Es ist ehrenhaft!'"
(S. 48)


Man befindet sich in London und schreibt das Jahr 1924.

Der Erste Weltkrieg liegt noch nicht allzu lange zurück, doch langsam ist wieder die Hoffnung auf eine schöne Zukunft spürbar und der Alltag findet Einzug.
Auch im ehrwürdigen Gentlemen's Club namens "Britannia", dessen Mitglieder nur aus Männern der Upper Class Londons besteht, welche für das Britische Reich auf dem Schlachtfeld gekämpft haben. Dazu zählt auch der 26-jährige Eric Peterkin, dessen Vorfahre sogar Gründungsmitglied dieses Clubs war.
Doch dieser ruhige Cluballtag wird empfindlich gestört, als ein Mord in den ehrwürdigen Hallen geschieht. Ein neues Clubmitglied wird im Tresorraum ermordet aufgefunden. Alles begann mit einer Wette und endete für den armen Tropf mit dem Tod ... und Peterkin ist mitten drin, statt nur dabei, denn er zählt zu den Verdächtigen. Doch davon lässt sich der Hobbyermittler nicht aufhalten und stellt selbst Nachforschungen an. Dabei stößt er auf ein Geheimnis aus der Vergangenheit, welches den Club bis in seinen Grundfesten erschüttert.

Verdächtige gibt es von Anfang an zur Genüge. Ist es Wolf, der gegen den Ermordeten große Abneigung hegte und gegen dessen Club-Aufnahme stimmte? Ist es einer der fünf Clubpräsidenten, der das Opfer aus unerfindlichen Gründen unbedingt aufnehmen wollte? Ist es gar der leitende Inspector, welcher sich äußerst verdächtig bei den Ermittlungen verhält? Oder ist der Täter etwa ein völlig anderer, der die Bühne erst später betritt?


"Mayfair war ein wohlhabendes Viertel, und als Eric am frühen Abend eingetroffen war, hatten die imposanten Backsteinfassaden um ihn herum aufgeragt wie die Wände einer Schlucht. Jetzt war nichts mehr davon zu sehen. Die Häuser waren kaum erkennbar, dunkle Konturen jenseits der Nebelschleier, und in der Luft hing der penetrante Geruch nach Schwefel. 'Erbsensuppen-Nebel', sagten die Londoner zu diesem beklemmenden Phänomen, bei dem man kaum noch die Hand vor Augen sah."
(S. 197)


Die Story braucht etwas bis sie in Fahrt kommt und ich tat mir anfangs schwer in die Geschichte hineinzufinden und am Ball zu bleiben.
Dies lag für mich an der langatmigen Beschreibung von Nebensächlichkeiten und dem Herumspringen zwischen diesen. Doch nach den ersten 100 Seiten steigert sich das Tempo und die Nebensächlichkeiten, welche mir Anfangs um die Ohren geschmissen wurden, sind plötzlich alles andere als nebensächlich.
Wie schon erwähnt gibt es einige Verdächtige. Anfangs scheint sich jeder auf irgendeine Weise verdächtig zu verhalten und jeder scheint bei dem Mord seine Finger im Spiel zu haben.
Gemeinsam mit dem Protagonisten beobachet man, stellt Fragen und geht Hinweisen nach. Man deckt so einige Geheimnisse auf, welche die Vergangenheit betreffen und alle scheinen mit dem Mord in der Gegenwart zu tun zu haben. Dabei steigt das Tempo stetig an und es ist spannend den Entwicklungen zu folgen, denn kaum kann man einen Verdächtigen von der Liste streichen, kommt ein neuer hinzu, um am Ende mit einer überaschenden Wendung aufzuwarten.


"Die Sonne ging nun, da der November vor der Tür stand, merklich früher unter, und in London herrschte die neblige Jahreszeit. Gelblich-graue Schlieren schlängelten sich aus den feuchten Abflussgittern empor, kletterten die eisernen Laternenpfähle hinauf und ließen steif gestärkte Kragen erschlaffen. Im Inneren des Salons vertieften sich die Schatten in den Ecken, und der Lampenschein verwandelte die Sesselgrüppchen in Inseln der Diskretion."
(S. 20)


Der Schreibstil ist flüssig und klar, die Erzählweise mitreißend (zumindest nach den ersten hundert Seiten) und die Story enthält auch äußerst atmosphärische Settingbeschreibungen, welche einen in die damalige Zeit eintauchen lassen.
Der Autor weiß durchaus Spannung zu erzeugen, auch wenn diese eher ruhig daherkommt, die LeserInnen hinters Licht zu führen und zu überraschen. Kaum zu glauben, dass dies ein Debüt ist.

Doch der Roman kann nicht nur mit der ruhigen Spannung punkten, sondern auch durch den Protagonisten.
Peterkin ist ein Mann von ruhigem Gemüt, durch und durch Gentleman, gesegnet mit einer Beobachtungsgabe à la Sherlock Holmes, Kriminallektor und seine Mutter ist Chinesin. Letzteres führt dazu, dass er mit vielen Vorurteilen und Klischees zu kämpfen hat, denn Asiaten hatten zu dieser Zeit keinen guten Stand in der Londoner Gesellschaft. Auf diese Art wird das Problem des Rassenklischees thematisiert, mit dem der Protagonist zu kämpfen hat, doch es wir noch ein anderes Thema behandelt, welches in historischen Romanen/Krimis oftmals vernachlässigt wird und doch so wichtig ist. Nämlich das Thema Kriegstrauma, damals "Granatenschock" genannt und heute als posttraumatische Belastungsstörung bekannt.


"Leiche.
Dieses Wort gehörte nach draußen auf die Schlachtfelder von Flandern, nicht ins Innere des von dicken, beruhigenden Mauern umgebenen Britannia Clubs.
Eine Leiche war etwas, das vor dem Schützengraben lag und verweste, halb im Matsch versunkenzu zu nah, um es zu ignorieren, und zu weit entfernt, um es zu bergen.
Eine Leiche war ein schlaffer, im Chlorgas etrunkener Körper, der nicht mehr mit dem Kameraden zu tun hatte, der er noch fünf Minuten zuvor gewesen war. Eine Leiche war nichts, was man in den auf Hochglanz polierten heiligen Hallen des Britannia Clubs fand."
(S. 54)


Mit dem Protagonisten erlebt man Kriegs-Flashbacks, welchen einen plötzlich in den Schützengraben von Flandern katapultieren - ausgelöst durch eine falsche Berührung oder eine Autofehlzündung. Man kämpft sich mit Peterkin zurück in die Gegenwart, versucht es abzutun, um anschließend darüber zu schweigen.
Diese Art von Trauma war damals schon ein Tabuthema und ist es auch noch heute und hat daher nichts an Aktualität verloren. Zudem macht gerade die Einflechtung dieses Themas die Story und die Figuren authentisch.


"Was sie gerade erzählt hatte, ähnelte auf unangenehme Weise seinen eigenen Bildern im Kopf, die in Stresssituationen ungewollt in ihm aufstiegen. Aber eine Neurose war es deshalb noch lange nicht, redete er sich erneut ein, wenn auch mit weniger Überzeugung als zuvor."
(S. 273)


Fazit:
Anfangs hatte ich mit diesem Roman wirklich meine Probleme, doch das Durchhalten hat sich für mich gelohnt, denn danach konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Ich ermittelte und rätselte mit, hatte die ein oder andere Figur im Fokus, um dann doch alles wieder über Bord zu schmeißen und von vorne zu beginnen. Die Themen, welche in die Story eingebettet sind, vor allem das Thema der posttraumatischen Belastungsstörung, konnten mich begeistern und haben mich gleichzeitig zum Nachdenken gebracht. Dieser Kriminalroman enthält somit auch Tiefgang.
Das Ende, bzw. die Auflösung, war für mich durchaus nachvollziehbar und es blieben keinerlei Fragen offen.
Der Schluß lässt zudem auf eine Fortsetzung hoffen und wenn dieser Fall eintreten sollte, bin ich wohl eine, die sich darauf stürzen wird.

© Pink Anemone (inkl. Leseprobe und Autoren-Info)

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Rezensionen von begine:

Mutter und Kind

Tod eines Gentleman von Huang Christopher


Die Schriftstellerin Hanna Miller schreibt berührende Liebesgeschichten.

„Denn das Leben ist eine Reise“ ist ihr neuester Roman. Es eine Geschichte über Familie und Liebe, auch wenn es nicht so rund läuft.
Die Protagonistin Aimee Thaler denkt sie hat eine glückliche Beziehung. Als ihr Sohn als Frühgeburt geboren wird, möchte er am liebsten, das sie Maschinen abgestellt werden.

Aimee gibt alles für ihren kleinen Jungen. Als sie merkt das sie von ihrem Lebensgefährten hintergangen wird und der zu dem Kleinen unmöglich ist, schnappt sie ihr Kind und fährt mit ihrem alten Wohnmobil in die Heimat.
Sie ist im Wohnmobil groß geworden, ihre Mutter ist Alkoholikerin.
Dann ist da noch die Jugendliebe.

Die Autorin schreibt über Aimees Konflikte und Ängste genau und direkt. Die Geschichte ist spannend und flüssig.
Der Roman ist eine gute Unterhaltung.

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Rezensionen von begine:

Sehr schön

Die Sommertochter von Shehadi Muna


„Die Sommertochter“ von Muna Shehadi ist ein netter, fesselnder und interessanter Roman.
Er wird in zwei Ebenen erzählt. Einmal erzählt Rosalind, dann ihre Mutter aus ihrer Jugend.

Die Schwestern Rosalind, Olivia und Eve räumen das Elternhaus aus. Da finden sie Unterlagen ihrer Mutter, die Schauspielerin Lilian Croft.

Deren Tagebuch Aufzeichnungen ist erschütternd.
Rosalind muss den Geheimnissen auf den Grund gehen.

Der Autorin gelingt es gut die jeweiligen Empfindungen aufzugreifen. So hat sie einen wirklich ein spannender schöner Roman Geschaffen. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und möchte sie gerne weiter empfehlen.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eintauchen in das Wien von 1876

Donaumelodien - Praterblut von Bastian Zach

Bastian Zach entführt uns für seinen Krimi in die Metropole der Donaumonarchie um 1876. Allerdings nicht zu reich und schön, sondern eher zu jenen Bewohner Wiens, die nicht auf der Butterseite des Lebens angekommen sind. Die meisten von ihnen halten sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser oder arbeiten in den zahlreichen Ziegelwerken im Süden der Stadt.

Und so mancher verdingt sich als Illusionist wie Hieronymus Holstein, der als „Geisterfotograf“ seinen Lebensunterhalt verdient.

Schlimmer, so glaubt Hieronymus Holstein, kann es nicht mehr kommen, als er mit einem mächtigen Brummschädel neben einer weiblichen, über zugerichteten Leiche aufwacht. Er kann aus dem Etablissement entkommen, dennoch kommt es schlimmer: Denn es gibt zwei weitere tote Frauen. Auch diese Morde werden alle dem selben Täter zugeschrieben, von dem es einen Steckbrief gibt, der Holstein schon ein wenig ähnelt.

Weit gefährlicher als die Polizei, sind die beiden, eigentlich miteinander verfeindeten, Praterunternehmer Tschermak und Kupka. Denn zwei der toten Frauen sind ihre Töchter.

Holstein erhält eine Woche Frist, den wahren Täter zu finden. Nicht viel Zeit für die Ermittlungen, wenn man beinahe auf sich alleine gestellt ist, und von der Polizei gesucht wird. Doch glücklicherweise steht der „bucklige Franz“ zur Seite.

Die Suche nach einer Frau, die seine Unschuld beweisen könnte, führt Holstein in eine andere, eine großbürgerliche Welt. Dass auch dort nicht alles Gold ist, was glänzt, findet der sympathische Fotograf recht schnell heraus.

Erst als Hieronymus die Frage, was denn die drei ermordeten Frauen verbindet, lüftet sich der Schleier ein wenig. Jetzt gilt es „nur“ noch, den Mörder zu überführen.


Meine Meinung:

Bastian Zach hat mit diesem historischen Krimi die Welt von 1876 wieder auferstehen lassen. Es ist das Wien drei Jahre nach der Weltausstellung, die nicht allen den erhofften Geldsegen gebracht hat. So mancher Spekulant ist nicht so reich geworden, wie erhofft.

Mit Hieronymus Holstein, dem „Buckligen Franz“ und der resoluten Anezka Svoboda hat der Autor liebenswerte Charaktere geschaffen.
Jede dieser Figuren hat ein Schicksalpäckchen zu tragen, wobei Franz, durch sein körperliches Gebrechen wohl am meisten zu leiden hat. Natürlich ist auch Hieronymus‘ Liebeskummer nicht zu unterschätzen und der Cliffhanger am Ende, des überraschenden Finales, lässt auf einen zweiten Band hoffen.

Interessant ist über die Polizeiarbeit der damaligen Zeit zu lesen. Da wurden Verdächtige schon mittels Ohrfeigen, Knopfnüssen und sonstiger Gewalt zu Geständnissen genötigt. Dass die, in diversen Klubs und Geheimbünden untereinander vernetzte Gesellschaft, glaubt es sich richten zu können, ist auch nichts Neues.

Gut gelungen sind die Streifzüge durch das alte Wien. Die Ringstraße und ihre Prachtbauten sind noch nicht überall fertiggestellt.

Wir begegnen einer echte Wiener Koryphäe: dem Arzt Carl von Rokitanksy, der hier als Pathologen auftritt. Weiters erhalten wir Einlass in das Palais Rasumofsky im dritten Bezirk, um an einer Festlichkeit teilzunehmen und am Schottenring Nr. 11, dort wo heute das Hotel Plaza steht, erhob sich damals die Polizeidirektion. Alles sehr gut recherchiert. Ein klitze-kleiner Fehler ist Autor dennoch unterlaufen: Die beschriebene Augartenbrücke heißt erst seit 1929 so. Zur Zeit, in der der „Mädel-Hacker“, wie der Mörder von den Zeitungen genannt wird, sein Unwesen getrieben hat, heißt die Brücke „Maria Theresien-Brücke“, ist sie doch die Verlängerung der gleichnamigen Straße.

Das Cover passt auch perfekt zu Titel und Zeit. Man sieht das Riesenrad mit all seinen Wagons. Nach dem Brand im Zweiten Weltkriegs hat man ja aus Kostengründen nur jeden zweiten Wagon wiederhergestellt.

Fazit:

Ein gelungener Krimi aus dem Wien um 1876, in der Zeit, in der nicht alles aus Gold war, was glänzte. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

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