Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Pink Anemone:
Ein Krimi. der auch Kriegstraumata thematisiert und einem am Ende gerade dadurch im Gedächnis bleibt.
Tod eines Gentleman von Huang Christopher
"Das Blut war weit aus Bensons Halswunde herausgespritzt, quer über den Mosaik-Sinnspruch auf dem Boden. Es war in den Fugenkitt gesickert, und die Worte 'decorum est' waren nun von Bensons Blut umrahmt. 'Es ist ehrenhaft!'"
(S. 48)
Man befindet sich in London und schreibt das Jahr 1924.
Der Erste Weltkrieg liegt noch nicht allzu lange zurück, doch langsam ist wieder die Hoffnung auf eine schöne Zukunft spürbar und der Alltag findet Einzug.
Auch im ehrwürdigen Gentlemen's Club namens "Britannia", dessen Mitglieder nur aus Männern der Upper Class Londons besteht, welche für das Britische Reich auf dem Schlachtfeld gekämpft haben. Dazu zählt auch der 26-jährige Eric Peterkin, dessen Vorfahre sogar Gründungsmitglied dieses Clubs war.
Doch dieser ruhige Cluballtag wird empfindlich gestört, als ein Mord in den ehrwürdigen Hallen geschieht. Ein neues Clubmitglied wird im Tresorraum ermordet aufgefunden. Alles begann mit einer Wette und endete für den armen Tropf mit dem Tod ... und Peterkin ist mitten drin, statt nur dabei, denn er zählt zu den Verdächtigen. Doch davon lässt sich der Hobbyermittler nicht aufhalten und stellt selbst Nachforschungen an. Dabei stößt er auf ein Geheimnis aus der Vergangenheit, welches den Club bis in seinen Grundfesten erschüttert.
Verdächtige gibt es von Anfang an zur Genüge. Ist es Wolf, der gegen den Ermordeten große Abneigung hegte und gegen dessen Club-Aufnahme stimmte? Ist es einer der fünf Clubpräsidenten, der das Opfer aus unerfindlichen Gründen unbedingt aufnehmen wollte? Ist es gar der leitende Inspector, welcher sich äußerst verdächtig bei den Ermittlungen verhält? Oder ist der Täter etwa ein völlig anderer, der die Bühne erst später betritt?
"Mayfair war ein wohlhabendes Viertel, und als Eric am frühen Abend eingetroffen war, hatten die imposanten Backsteinfassaden um ihn herum aufgeragt wie die Wände einer Schlucht. Jetzt war nichts mehr davon zu sehen. Die Häuser waren kaum erkennbar, dunkle Konturen jenseits der Nebelschleier, und in der Luft hing der penetrante Geruch nach Schwefel. 'Erbsensuppen-Nebel', sagten die Londoner zu diesem beklemmenden Phänomen, bei dem man kaum noch die Hand vor Augen sah."
(S. 197)
Die Story braucht etwas bis sie in Fahrt kommt und ich tat mir anfangs schwer in die Geschichte hineinzufinden und am Ball zu bleiben.
Dies lag für mich an der langatmigen Beschreibung von Nebensächlichkeiten und dem Herumspringen zwischen diesen. Doch nach den ersten 100 Seiten steigert sich das Tempo und die Nebensächlichkeiten, welche mir Anfangs um die Ohren geschmissen wurden, sind plötzlich alles andere als nebensächlich.
Wie schon erwähnt gibt es einige Verdächtige. Anfangs scheint sich jeder auf irgendeine Weise verdächtig zu verhalten und jeder scheint bei dem Mord seine Finger im Spiel zu haben.
Gemeinsam mit dem Protagonisten beobachet man, stellt Fragen und geht Hinweisen nach. Man deckt so einige Geheimnisse auf, welche die Vergangenheit betreffen und alle scheinen mit dem Mord in der Gegenwart zu tun zu haben. Dabei steigt das Tempo stetig an und es ist spannend den Entwicklungen zu folgen, denn kaum kann man einen Verdächtigen von der Liste streichen, kommt ein neuer hinzu, um am Ende mit einer überaschenden Wendung aufzuwarten.
"Die Sonne ging nun, da der November vor der Tür stand, merklich früher unter, und in London herrschte die neblige Jahreszeit. Gelblich-graue Schlieren schlängelten sich aus den feuchten Abflussgittern empor, kletterten die eisernen Laternenpfähle hinauf und ließen steif gestärkte Kragen erschlaffen. Im Inneren des Salons vertieften sich die Schatten in den Ecken, und der Lampenschein verwandelte die Sesselgrüppchen in Inseln der Diskretion."
(S. 20)
Der Schreibstil ist flüssig und klar, die Erzählweise mitreißend (zumindest nach den ersten hundert Seiten) und die Story enthält auch äußerst atmosphärische Settingbeschreibungen, welche einen in die damalige Zeit eintauchen lassen.
Der Autor weiß durchaus Spannung zu erzeugen, auch wenn diese eher ruhig daherkommt, die LeserInnen hinters Licht zu führen und zu überraschen. Kaum zu glauben, dass dies ein Debüt ist.
Doch der Roman kann nicht nur mit der ruhigen Spannung punkten, sondern auch durch den Protagonisten.
Peterkin ist ein Mann von ruhigem Gemüt, durch und durch Gentleman, gesegnet mit einer Beobachtungsgabe à la Sherlock Holmes, Kriminallektor und seine Mutter ist Chinesin. Letzteres führt dazu, dass er mit vielen Vorurteilen und Klischees zu kämpfen hat, denn Asiaten hatten zu dieser Zeit keinen guten Stand in der Londoner Gesellschaft. Auf diese Art wird das Problem des Rassenklischees thematisiert, mit dem der Protagonist zu kämpfen hat, doch es wir noch ein anderes Thema behandelt, welches in historischen Romanen/Krimis oftmals vernachlässigt wird und doch so wichtig ist. Nämlich das Thema Kriegstrauma, damals "Granatenschock" genannt und heute als posttraumatische Belastungsstörung bekannt.
"Leiche.
Dieses Wort gehörte nach draußen auf die Schlachtfelder von Flandern, nicht ins Innere des von dicken, beruhigenden Mauern umgebenen Britannia Clubs.
Eine Leiche war etwas, das vor dem Schützengraben lag und verweste, halb im Matsch versunkenzu zu nah, um es zu ignorieren, und zu weit entfernt, um es zu bergen.
Eine Leiche war ein schlaffer, im Chlorgas etrunkener Körper, der nicht mehr mit dem Kameraden zu tun hatte, der er noch fünf Minuten zuvor gewesen war. Eine Leiche war nichts, was man in den auf Hochglanz polierten heiligen Hallen des Britannia Clubs fand."
(S. 54)
Mit dem Protagonisten erlebt man Kriegs-Flashbacks, welchen einen plötzlich in den Schützengraben von Flandern katapultieren - ausgelöst durch eine falsche Berührung oder eine Autofehlzündung. Man kämpft sich mit Peterkin zurück in die Gegenwart, versucht es abzutun, um anschließend darüber zu schweigen.
Diese Art von Trauma war damals schon ein Tabuthema und ist es auch noch heute und hat daher nichts an Aktualität verloren. Zudem macht gerade die Einflechtung dieses Themas die Story und die Figuren authentisch.
"Was sie gerade erzählt hatte, ähnelte auf unangenehme Weise seinen eigenen Bildern im Kopf, die in Stresssituationen ungewollt in ihm aufstiegen. Aber eine Neurose war es deshalb noch lange nicht, redete er sich erneut ein, wenn auch mit weniger Überzeugung als zuvor."
(S. 273)
Fazit:
Anfangs hatte ich mit diesem Roman wirklich meine Probleme, doch das Durchhalten hat sich für mich gelohnt, denn danach konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Ich ermittelte und rätselte mit, hatte die ein oder andere Figur im Fokus, um dann doch alles wieder über Bord zu schmeißen und von vorne zu beginnen. Die Themen, welche in die Story eingebettet sind, vor allem das Thema der posttraumatischen Belastungsstörung, konnten mich begeistern und haben mich gleichzeitig zum Nachdenken gebracht. Dieser Kriminalroman enthält somit auch Tiefgang.
Das Ende, bzw. die Auflösung, war für mich durchaus nachvollziehbar und es blieben keinerlei Fragen offen.
Der Schluß lässt zudem auf eine Fortsetzung hoffen und wenn dieser Fall eintreten sollte, bin ich wohl eine, die sich darauf stürzen wird.
© Pink Anemone (inkl. Leseprobe und Autoren-Info)
Rezensionen von begine:
Mutter und Kind
Tod eines Gentleman von Huang Christopher
Die Schriftstellerin Hanna Miller schreibt berührende Liebesgeschichten.
„Denn das Leben ist eine Reise“ ist ihr neuester Roman. Es eine Geschichte über Familie und Liebe, auch wenn es nicht so rund läuft.
Die Protagonistin Aimee Thaler denkt sie hat eine glückliche Beziehung. Als ihr Sohn als Frühgeburt geboren wird, möchte er am liebsten, das sie Maschinen abgestellt werden.
Aimee gibt alles für ihren kleinen Jungen. Als sie merkt das sie von ihrem Lebensgefährten hintergangen wird und der zu dem Kleinen unmöglich ist, schnappt sie ihr Kind und fährt mit ihrem alten Wohnmobil in die Heimat.
Sie ist im Wohnmobil groß geworden, ihre Mutter ist Alkoholikerin.
Dann ist da noch die Jugendliebe.
Die Autorin schreibt über Aimees Konflikte und Ängste genau und direkt. Die Geschichte ist spannend und flüssig.
Der Roman ist eine gute Unterhaltung.
Rezensionen von begine:
Sehr schön
Die Sommertochter von Shehadi Muna
„Die Sommertochter“ von Muna Shehadi ist ein netter, fesselnder und interessanter Roman.
Er wird in zwei Ebenen erzählt. Einmal erzählt Rosalind, dann ihre Mutter aus ihrer Jugend.
Die Schwestern Rosalind, Olivia und Eve räumen das Elternhaus aus. Da finden sie Unterlagen ihrer Mutter, die Schauspielerin Lilian Croft.
Deren Tagebuch Aufzeichnungen ist erschütternd.
Rosalind muss den Geheimnissen auf den Grund gehen.
Der Autorin gelingt es gut die jeweiligen Empfindungen aufzugreifen. So hat sie einen wirklich ein spannender schöner Roman Geschaffen. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und möchte sie gerne weiter empfehlen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eintauchen in das Wien von 1876
Donaumelodien - Praterblut von Bastian Zach
Bastian Zach entführt uns für seinen Krimi in die Metropole der Donaumonarchie um 1876. Allerdings nicht zu reich und schön, sondern eher zu jenen Bewohner Wiens, die nicht auf der Butterseite des Lebens angekommen sind. Die meisten von ihnen halten sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser oder arbeiten in den zahlreichen Ziegelwerken im Süden der Stadt.
Und so mancher verdingt sich als Illusionist wie Hieronymus Holstein, der als „Geisterfotograf“ seinen Lebensunterhalt verdient.
Schlimmer, so glaubt Hieronymus Holstein, kann es nicht mehr kommen, als er mit einem mächtigen Brummschädel neben einer weiblichen, über zugerichteten Leiche aufwacht. Er kann aus dem Etablissement entkommen, dennoch kommt es schlimmer: Denn es gibt zwei weitere tote Frauen. Auch diese Morde werden alle dem selben Täter zugeschrieben, von dem es einen Steckbrief gibt, der Holstein schon ein wenig ähnelt.
Weit gefährlicher als die Polizei, sind die beiden, eigentlich miteinander verfeindeten, Praterunternehmer Tschermak und Kupka. Denn zwei der toten Frauen sind ihre Töchter.
Holstein erhält eine Woche Frist, den wahren Täter zu finden. Nicht viel Zeit für die Ermittlungen, wenn man beinahe auf sich alleine gestellt ist, und von der Polizei gesucht wird. Doch glücklicherweise steht der „bucklige Franz“ zur Seite.
Die Suche nach einer Frau, die seine Unschuld beweisen könnte, führt Holstein in eine andere, eine großbürgerliche Welt. Dass auch dort nicht alles Gold ist, was glänzt, findet der sympathische Fotograf recht schnell heraus.
Erst als Hieronymus die Frage, was denn die drei ermordeten Frauen verbindet, lüftet sich der Schleier ein wenig. Jetzt gilt es „nur“ noch, den Mörder zu überführen.
Meine Meinung:
Bastian Zach hat mit diesem historischen Krimi die Welt von 1876 wieder auferstehen lassen. Es ist das Wien drei Jahre nach der Weltausstellung, die nicht allen den erhofften Geldsegen gebracht hat. So mancher Spekulant ist nicht so reich geworden, wie erhofft.
Mit Hieronymus Holstein, dem „Buckligen Franz“ und der resoluten Anezka Svoboda hat der Autor liebenswerte Charaktere geschaffen.
Jede dieser Figuren hat ein Schicksalpäckchen zu tragen, wobei Franz, durch sein körperliches Gebrechen wohl am meisten zu leiden hat. Natürlich ist auch Hieronymus‘ Liebeskummer nicht zu unterschätzen und der Cliffhanger am Ende, des überraschenden Finales, lässt auf einen zweiten Band hoffen.
Interessant ist über die Polizeiarbeit der damaligen Zeit zu lesen. Da wurden Verdächtige schon mittels Ohrfeigen, Knopfnüssen und sonstiger Gewalt zu Geständnissen genötigt. Dass die, in diversen Klubs und Geheimbünden untereinander vernetzte Gesellschaft, glaubt es sich richten zu können, ist auch nichts Neues.
Gut gelungen sind die Streifzüge durch das alte Wien. Die Ringstraße und ihre Prachtbauten sind noch nicht überall fertiggestellt.
Wir begegnen einer echte Wiener Koryphäe: dem Arzt Carl von Rokitanksy, der hier als Pathologen auftritt. Weiters erhalten wir Einlass in das Palais Rasumofsky im dritten Bezirk, um an einer Festlichkeit teilzunehmen und am Schottenring Nr. 11, dort wo heute das Hotel Plaza steht, erhob sich damals die Polizeidirektion. Alles sehr gut recherchiert. Ein klitze-kleiner Fehler ist Autor dennoch unterlaufen: Die beschriebene Augartenbrücke heißt erst seit 1929 so. Zur Zeit, in der der „Mädel-Hacker“, wie der Mörder von den Zeitungen genannt wird, sein Unwesen getrieben hat, heißt die Brücke „Maria Theresien-Brücke“, ist sie doch die Verlängerung der gleichnamigen Straße.
Das Cover passt auch perfekt zu Titel und Zeit. Man sieht das Riesenrad mit all seinen Wagons. Nach dem Brand im Zweiten Weltkriegs hat man ja aus Kostengründen nur jeden zweiten Wagon wiederhergestellt.
Fazit:
Ein gelungener Krimi aus dem Wien um 1876, in der Zeit, in der nicht alles aus Gold war, was glänzte. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich gut unterhalten
Donaumelodien - Praterblut von Bastian Zach
Was macht ein gebürtiger Steirer in Kärnten?
Er beobachtet die Menschen in seiner Wahlheimat und macht sich manchmal mit feinsinnigen Humor über sie lustig. Die Außensicht, auch wenn nach 18 Jahren Kärnten-Aufenthalt schon ein wenig abgenutzt, lässt den Autor sich nach wie vor über so manche Eigenheiten staunen.
Dabei macht er weder vor liebgewonnen Gewohnheiten noch vor Politikern Halt. Einfach genial!
Seine klugen und satirischen Gedanken aht er in sechs Kategorien zusammengefasst, die da sind:
Von Heimat und dem, was davon übrig ist
Von Kunst, Kultur und so Sachen
Von Politik, Gesellschaft und anderen lästigen Dingen
Von Bildung, Religion und anderen Glaubensfragen
Von Menschen und anderen Tieren
Zu guter Letzt
Die Texte werden durch gelungene Zeichnungen von Heinz Ortner unterstützt.
Fazit:
Dieses kleine Buch, das im Klagenfurter Wieser-Verlag erschienen ist, hat mich mit seinen pointierten Texten bestens unterhalten. Gern gebe ich hier 5 Sterne - auch als Geschenk eine gute Wahl.
Rezensionen von Ele:
Zwei Arten der Liebe
Die Kleider der Frauen von Natasha Lester
Die Kleider der Frauen, Historischer Roman von Natasha Lester, 512 Seiten, erschienen bei Aufbau Taschenbuch
Der große Traum der jungen Mode-Designerin Estella in den 40iger Jahren, von einem eigenen Mode-Label, führt bis in die Gegenwart zu ihrer Enkelin Fabienne.
Paris 1940 die junge Haute-Couture-Schneiderin Estella wird durch ihre Mutter in die Verwicklungen der Resistance hineingezogen.
Ihr bleibt nur noch die Flucht nach New York. Dort beginnt sie sich als Designerin einen Namen zu machen. Hier begegnet sie Alex, der mehr über sie und ihre Mutter zu wissen scheint. New York 2015 ihre Enkelin Fabienne will mehr über die Ungereimtheiten im Leben ihrer Großmutter herausfinden.
Das Buch beinhaltet 12 Teile, die in 38 Kapitel aufgegliedert sind. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen und teilt sich in zwei Erzählstränge. Zum einen in den 40iger Jahren, die Geschichte Estallas und zum anderen die Erlebnisse ihrer Enkelin Fabienne im Jahr 2015. Jeder der beiden Frauen ist abwechselnd, ein Teil gewidmet, die Kapitel sind mit Ort und Datum überschrieben, die Zeitebenen und auch das Setting sind somit ganz klar erkennbar. Natasha Lester erzählt spannend, bildhaft und in auktorialer Erzählweise. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen.
Einfühlsam erzählt die Autorin wie sich Estella in der schillernden Welt der Mode einen Namen gemacht hat und wie die alte Dame ihrer Enkelin die Zukunft der Firma ans Herz legt. Nebenbei entwickelt sich eine Liebesgeschichte voller Verwicklungen, Dramatik und Romantik. Der Estella-Faden und die Geschehnisse in der Vergangenheit waren interessanter und auch ausführlicher beschrieben doch für meinen Geschmack stellenweise zu dick aufgetragen um noch nachvollziehbar zu sein. Der Fabienne-Faden ist auf einer eher emotionalen Ebene und weniger ereignisreich. Am besten gefallen hat mir die Beschreibung der Stoffe, der Kleider und die schillernde Welt der Haute Couture. Die Kleider sind so gut beschrieben, dass ich sie mir gut vorstellen konnte.
Durch den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, hat es die Autorin geschafft Spannung zu erzeugen, um die Ereignisse, die in den Jahren dazwischen geschehen sind, zu erkunden.
Die Personen handelten m. M nach nicht immer nachvollziehbar, die Trennung Estellas von Alex und die Gründe dafür fand ich hanebüchen, auch zur damaligen Zeit einfach nicht glaubhaft. Die gesamten Verwandtschaftlichen Verhältnisse, vor allem die Verbindung Evelyn Nesbitt und Harry Thaws musste ich noch einmal lesen, das habe ich auf Anhieb nicht durchschauen können. Interessanterweise erfährt der Leser im Nachwort, dass einem Teil des Romans tatsächliche Fakten zugrunde liegen.
Lieblingspersonen hatte ich mehrere z.B. Alex, Janie, Sam, Will und auch seine Schwester. Dagegen fand ich Estellas Mutter und natürlich Harry Thaws unmöglich. Fabienne blieb im Roman dagegen eher blass, diese Figur wäre es wert gewesen, sie besser auszubauen.
Insgesamt finde ich das Buch unterhaltsam, jedoch an einigen Stellen etwas zu langatmig und unglaubhaft. Meine Leseempfehlung gilt denjenigen Leserinnen die sich gerne in die schillernde Welt der Mode entführen lassen und dabei eine romantische Liebesgeschichte erleben wollen. Von mir dafür 3 Sterne.
Rezensionen von Ele:
Zwei Arten der Liebe
Die Kleider der Frauen von Natasha Lester
Die Kleider der Frauen, Historischer Roman von Natasha Lester, 512 Seiten, erschienen bei Aufbau Taschenbuch
Der große Traum der jungen Mode-Designerin Estella in den 40iger Jahren, von einem eigenen Mode-Label, führt bis in die Gegenwart zu ihrer Enkelin Fabienne.
Paris 1940 die junge Haute-Couture-Schneiderin Estella wird durch ihre Mutter in die Verwicklungen der Resistance hineingezogen.
Ihr bleibt nur noch die Flucht nach New York. Dort beginnt sie sich als Designerin einen Namen zu machen. Hier begegnet sie Alex, der mehr über sie und ihre Mutter zu wissen scheint. New York 2015 ihre Enkelin Fabienne will mehr über die Ungereimtheiten im Leben ihrer Großmutter herausfinden.
Das Buch beinhaltet 12 Teile, die in 38 Kapitel aufgegliedert sind. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen und teilt sich in zwei Erzählstränge. Zum einen in den 40iger Jahren, die Geschichte Estallas und zum anderen die Erlebnisse ihrer Enkelin Fabienne im Jahr 2015. Jeder der beiden Frauen ist abwechselnd, ein Teil gewidmet, die Kapitel sind mit Ort und Datum überschrieben, die Zeitebenen und auch das Setting sind somit ganz klar erkennbar. Natasha Lester erzählt spannend, bildhaft und in auktorialer Erzählweise. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen.
Einfühlsam erzählt die Autorin wie sich Estella in der schillernden Welt der Mode einen Namen gemacht hat und wie die alte Dame ihrer Enkelin die Zukunft der Firma ans Herz legt. Nebenbei entwickelt sich eine Liebesgeschichte voller Verwicklungen, Dramatik und Romantik. Der Estella-Faden und die Geschehnisse in der Vergangenheit waren interessanter und auch ausführlicher beschrieben doch für meinen Geschmack stellenweise zu dick aufgetragen um noch nachvollziehbar zu sein. Der Fabienne-Faden ist auf einer eher emotionalen Ebene und weniger ereignisreich. Am besten gefallen hat mir die Beschreibung der Stoffe, der Kleider und die schillernde Welt der Haute Couture. Die Kleider sind so gut beschrieben, dass ich sie mir gut vorstellen konnte.
Durch den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, hat es die Autorin geschafft Spannung zu erzeugen, um die Ereignisse, die in den Jahren dazwischen geschehen sind, zu erkunden.
Die Personen handelten m. M nach nicht immer nachvollziehbar, die Trennung Estellas von Alex und die Gründe dafür fand ich hanebüchen, auch zur damaligen Zeit einfach nicht glaubhaft. Die gesamten Verwandtschaftlichen Verhältnisse, vor allem die Verbindung Evelyn Nesbitt und Harry Thaws musste ich noch einmal lesen, das habe ich auf Anhieb nicht durchschauen können. Interessanterweise erfährt der Leser im Nachwort, dass einem Teil des Romans tatsächliche Fakten zugrunde liegen.
Lieblingspersonen hatte ich mehrere z.B. Alex, Janie, Sam, Will und auch seine Schwester. Dagegen fand ich Estellas Mutter und natürlich Harry Thaws unmöglich. Fabienne blieb im Roman dagegen eher blass, diese Figur wäre es wert gewesen, sie besser auszubauen.
Insgesamt finde ich das Buch unterhaltsam, jedoch an einigen Stellen etwas zu langatmig und unglaubhaft. Meine Leseempfehlung gilt denjenigen Leserinnen die sich gerne in die schillernde Welt der Mode entführen lassen und dabei eine romantische Liebesgeschichte erleben wollen. Von mir dafür 3 Sterne.
Rezensionen von Hexenaugen:
Kann Gelato Sünde sein?
Kann Gelato Sünde sein? von Tessa Hennig
Die Protagonisten werden gewohnt humorvoll vorgestellt und man kann sich wunderbar auf die literarische Reise nach Italien einstellen. Man kann gespannt sein,
was in Kalabrien alles auf Julia und Emilia wartet.
Emilia, im Ruhestand, leidet ein wenig unter Einsamkeit nur unterbrochen von gelegentlichen Treffen mit ihren Freundinnen und auch ihre Tochter Julia, die in Italien studiert, meldet sich nur selten seit Julia mit ihrem Freund eine Pension eröffnet hat.
Kurzentschlossen macht sich Emilia auf den Weg nach Kalabrien, um die Italiener von den Vorzügen ihrer Schwarzwälder Kirschtorte zu überzeugen und um den Traum
von einer eigenen Konditorei in die Tat umzusetzen.
Ihre Tochter Julia ist von der Idee wenig begeistert zumal sie sich Urlaub auf dem Bauernhof anbieten und sich mit einem Agriturismo-Betrieb selbstständig machen will.
Der Bürgermeister erst recht nicht da dieser den Bewohnern des Dorfes das Sterben verbieten will, um den Fortbestand des Dorfes zu sichern.
Ob Emilia sowie Julia in Italien ihr Glück finden werden müsst ihr schon selber lesen. ;-)
Mutter und Tochter, sind gut beschrieben und ihr Leben scheint gut nachvollziehbar zu sein und auch der Humor kommt in diesem Roman nicht zu kurz.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter!!! ;-)
Rezensionen von Marie aus E.:
Auf die Pandas
Pandatage von Gould-Bourn James
Ich hatte ja etwas Bedenken, eine einsamer Witwer mit trauerndem, nicht mehr sprechenden Sohn - das hätte auch ein schwer aushaltbarer Betroffenheitsroman werden können; gerade jetzt möchte ich so etwas nicht lesen.
Aber Pandatage hat mich eines besseren belehrt. Ja, das Thema ist das oben skizzierte und ja, es ist traurig, sehr traurig sogar.
Aber eben auch herzerwärmend und vor allem trotz des ernsten Themas unfassbar witzig.
Der Humor des Buches ist genau mein Ding, trocken, sarkastisch, etwas albern, ganz großes Kino, was der Autor da geschrieben hat.
Ein Beispiel? "Er lud das Stück herunter, das sie ausgewählt hatte, ein aggressives elektronisches Musikstück, das klang, als wäre es auf Guantanamos Greatest Hits vertreten."
Die richtige Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Witz hier hinzubekommen, das ist ein Meisterstück, das absolut gelungen ist. Das Buch driftet niemals in Klamauk ab und schafft es, dass man gleichzeitig tief getroffen ist, im nächsten Moment aber schon wieder kichern muss.
Die unterschiedlichen Charaktere sind super gezeichnet, ich weiß gar nicht, wer mein Favorit ist. Definitiv in der engsten Auswahl ist Dannys Kollege.
Was mir auch noch sehr gut gefallen hat: der Schluss. Ganz anders als ich es erwartet habe.
Ihr müsst dieses Buch einfach lesen, es ist mein bisheriges Highlight 2020 und wird schwer zu toppen sein.
Ganz große Buchliebe.
Hach - zu schade, dass es nun ausgelesen ist.
Rezensionen von yellowdog:
Widerstand für die Welt
Young Rebels von Benjamin Knödler; Christine Knödler
Young Rebels versammelt knappe Kurzportraits über jugendliche Aktivisten. Es sind Jugendliche, die sich für verschiedene Dinge einsetzten, Für Umweltschutz, für Demokratie, gegen Waffen, für Bildung, gegen Rassentrennung etc.
Die Autoren Christine und Benjamin Knödler haben eine gute Auswahl getroffen.
Die Mischung stimmt. Es sind Menschen aus der aktuellen Zeit dabei wie aus dem vergangenen Jahrhundert.
Manche sind sehr bekannt, wie Greta Thunberg, Joshua Wong, Pussy Riot oder Malala, andere kannte ich nicht und war erstaunt, was sie geleistet haben.
Aus den Kurzportraits erfährt man nur die auffälligsten Fakten. Dass die Geschichten dieser Menschen viel komplexer sind, ist klar und als Leser bekommt man die Anregungen sich weiter zu informieren.








