Kunden em pfehlungen
Rezensionen von begine:
Familiengeschichte in Sonneberg
Wo wir Kinder waren von Kati Naumann
Familiengeschichte in Sonneberg
Die Schriftstellerin Kati Naumann hat mich mit ihrem Roman „Wo wir Kinder waren“ total erreicht. Der vorige Roman gefiel mir auch schon gut.
Der Roman spielt in der Puppenmacher- und Spielzeugstadt Sonneberg und zeigt die Familiengeschichte von 1898 bis 2019.
Albert Langbein gründet die Puppenfabrik.
Die Autorin gibt die Stimmung wunderbar autistisch werden. Die Sorgen und Freuden und der Kampf kann man hautnah miterleben.
2019 erben Eva, Iris und Jan die marode Fabrik und das Stammhaus. Sie wollen alles ausräumen, eh man das Haus vermieten kann.
Dabei kommen viele Erinnerungen hoch.
Einiges erfahren sie erst jetzt aus den Dokumenten.
Während des Dritten Reichs müssen die Vorfahren schon für die Fabrik kämpfen.
Dann kommt die Zeit der DDR, in denen Eigentümer gezwungen werden, immer wieder nach zu geben.
Die Großmutter der Erben gefiel mir besonders gut. Sie machte ihrem Mann immer wieder Mut und packt immer wieder mit an.
Dieser Roman ist ein prima Zeitdokument.
Et fesselt und unterhält gut .
Rezensionen von KimVi:
Liebesroman mit Tiefgang
Auf sieben Beinen von Fine Sturm
Vor über zehn Jahren ist Franzi von einem Hund angefallen und gebissen worden. Da die Wunden sich entzündet haben, musste ihr Unterschenkel amputiert werden. Dieses Erlebnis hat Franzi nie verwunden. Sie hat nicht nur panische Angst vor Hunden und geht ihnen aus dem Weg, sondern versucht verzweifelt, niemanden merken zu lassen, dass ihr der Unterschenkel fehlt.
Sie fürchtet sich vor Zurückweisung und hat außerdem arge Bedenken, dass ihre Mitmenschen mit Ekel reagieren könnten. Deshalb hat Franzi sich zurückgezogen und lässt nur ihre beste Freundin und ihre Eltern näher an sich heran. Doch dann begegnet sie dem attraktiven Jan, der ihr deutlich zu verstehen gibt, dass er sich von ihr angezogen fühlt. Franzi fährt die Stacheln aus, doch davon lässt er sich nicht abschrecken. Sie muss sich eingestehen, dass er ihr nicht gleichgültig ist. Doch ihre Angst, dass Jan sich vor ihr ekeln könnte, wenn er erfährt, dass ihr der Unterschenkel fehlt, ist riesengroß. Außerdem ist Jans bester Freund ein Hund...
Der Einstieg in diesen Roman gelingt mühelos, denn man beobachtet in einem Rückblick, die dramatische Situation, in der ein Hund Franzi anfällt, was schlussendlich dazu führt, dass sie nicht nur ein Bein, sondern auch ihr Selbstbewusstsein verliert. Diese Szenen sind sehr gut beschrieben, denn man kann Franzis Entsetzen und ihre Angst hautnah spüren.
Franzi wirkt durchaus sympathisch, allerdings macht sie es einem nicht immer leicht. Denn ihr Verhalten ist oft ruppig. Sie fährt gerne, beim geringsten Anlass, die Stacheln aus. Da man aber merkt, wie sehr sie unter ihrer Situation leidet, mit der sie sich offenbar nie richtig auseinandergesetzt hat, verzeiht man ihr dieses Verhalten und beobachtet gespannt, wie es Jan und seinem Hund gelingt, sie ein wenig aus ihrem Schneckenhaus zu locken.
Die Liebesgeschichte der beiden ist recht verzwickt, denn Franzi vermutet überall Probleme und hat Angst vor einer Zurückweisung. Deshalb kommt es zu einigen Verwicklungen. Es fällt allerdings leicht, sich auf Franzis Gefühlsachterbahn einzulassen und die Geschichte zu genießen. Dabei werden zwar einige Klischees bedient, die manchmal schon fast zu viel des Guten sind, doch insgesamt gesehen, hat dieser Roman viel mehr als nur eine Liebesgeschichte zu bieten. Denn man wird nicht nur zum Mitfiebern, sondern auch zum Nachdenken angeregt.
Ein Liebesroman mit Hund, der viel mehr zu bieten hat, als herkömmliche Herz-Schmerz-Geschichten.
Rezensionen von C. P.:
Ein wenig Energie für Leben
Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd von Charlie Mackesy
Ein liebevoll gestaltetes Buch voller inspirierender Lebensweisheiten für LeserInnen jeden Alters. Ein Junge, den Einsamkeit und Zweifel plagen, trifft auf einen Maulwurf, mit dem er sich über erste Gedanken zu Lebenszielen austauscht. Als kleiner Gag hat der Maulwurf eine Universalantwort parat, die immer hilft: Kuchen.
Und wo Tee ist - ist auch Kuchen
Unterwegs treffen sie auf einen Fuchs, der sich ihnen anschließt und eher durch Taten als durch Worte glänzt, sowie auf ein Pferd, welches die Gedanken der Gruppe noch um weitere Themen bereichert. Gemeinsam gegen sie sich und dem Leser ein wenig Kraft fürs Leben mit auf den Weg.
Die jeweiligen Gedanken sind einfach und prägnant, aber jeweils auf ihre Art tiefgreifend und bewegend. Sowohl der Text wie auch die Illustrationen sind mit Tusche, Pinsel und Feder geschrieben und gezeichnet, was ihnen etwas ganz Besonderes verleiht. Einige wenige Bilder sind zusätzlich coloriert.
Ein auf aussergewöhnliche Art gestaltetes Mutmachbuch, in dem jeder etwas für sich zum Mitnehmen findet.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Fulminanter Abschluss dieser grandiosen Familien-Saga
Die Schokoladenvilla - Zeit des Schicksals von Maria Nikolai
Über die vergangenen Jahre habe ich begeistert das Schicksal der sympathischen Kaufmannsfamilie in Stuttgart verfolgt, daher war ich mehr als gespannt auf den finalen Band der Schokoladenvilla-Trilogie (Penguin Verlag, 2020). Erneut hat der fesselnde Erzählstil von Erfolgsautorin Maria Nikolai mich nur so durch die Seiten fliegen lassen und wie das nun mal so ist bei richtig guten Büchern, stand ich vor dem Dilemma, dass ich unbedingt weiterlesen musste und gleichzeitig nicht wollte, dass die Geschichte um die mir so liebgewonnenen Figuren tatsächlich endet.
Alle drei Bände haben eine in sich geschlossene Handlung und können separat gelesen werden, dennoch würde ich diese mitreißende Saga allen Fans von historischen Romanen definitiv in ihrer Gesamtheit empfehlen.
Nach dem Tod des Familienoberhaupts kehrt die junge Chocolatière Victoria im Sommer 1936 früher als geplant aus Frankreich nach Stuttgart zurück, um ihrer Mutter in der Trauer um den Vater beizustehen und sie bei der Führung der Schokoladenmanufaktur zu unterstützen. Jede Epoche bringt wohl ihre Schwierigkeiten mit sich, allerdings steuert Deutschland zu diesem Zeitpunkt auf die bis dahin schlimmste Katastrophe zu – die Anfeindungen gegen die jüdische Bevölkerung nehmen bereits erschreckende Ausmaße an; die Stimmung im Land ist aufgeheizt und angespannt. Auch auf Judith Rheinberger wächst der Druck; der Ortsgruppenleiter bedrängt sie, das Familienunternehmen zu verkaufen. In Hitlers Augen liegt die natürliche Bestimmung "für die anständige Frau […] darin, ihrem Mann ein gutes Heim zu schaffen, dem Führer Kinder zu gebären und in der rechten Gesinnung zu erziehen" – und nicht in der Leitung einer Fabrik. Zu allem Überfluss taucht zudem ein Fremder aus Amerika auf, der ihre Hilfe benötigt: Andrew Miller, der einst für sein Unternehmen SweetCandy Ltd. einen Kredit bei der Schokoladenfabrik Rothmann aufgenommen hatte und dessen Firma mit unerklärlichen Verlusten, womöglich Sabotage zu kämpfen hat. Bald wird deutlich, dass Judith und ihre Familie sich zu einem bis dahin undenkbaren Schritt durchringen müssen, wenn sie ihr Lebenswerk vor dem Niedergang bewahren möchten...
Im Vordergrund stehen dieses Mal Judiths Kinder Victoria und Martin. Letzteren umgibt ein lange gehütetes Familiengeheimnis, das nun mit aller Macht ans Licht drängt und dessen Aufdeckung ich bereits seit dem Auftakt der Saga entgegenfiebere. Victoria hat viele positive Eigenschaften vor ihrer Mutter geerbt – Mut, Pflichtbewusstsein, Neugier und Herzlichkeit. Sie ist eine fabelhafte Protagonistin, der man einfach nur Glück wünschen mag. Andrew Millers Persönlichkeit bzw. seine wahren (?) Motive haben mich bis zuletzt rätseln lassen; kann man ihm trauen?
Man spürt in jeder Zeile nicht nur das Herzblut der Autorin, das in diese so wohl durchdachte, spannende Geschichte eingeflossen ist, sondern auch die intensive Recherche zu den realen historischen Ereignissen – speziell den Aspekt um die Olympischen Spiele im Jahr 1936 fand ich unheimlich interessant. Ein besonderes Lob verdienen zudem die detaillierten, stimmungsvollen Beschreibungen des New Yorker Alltags der 1930er Jahre, welche das einzigartige Flair der Metropole und der damaligen Zeit wunderbar einfangen, sowie die Tatsache, dass die Autorin zwar ernste Themen in puncto Nationalsozialismus anschneidet, der Roman sich jedoch keineswegs darin verliert bzw. darauf reduziert wird.
Das edle, mit Golddruck und Glitzerpartikeln verzierte Cover verleiht dem sensationellen Abschluss dieser Familientrilogie den verdienten Glanz und strahlt mit seinen kräftigen, fröhlichen Farben jene Leichtigkeit und Eleganz aus, die der Geschichte seit Band 1 zugrunde liegen. Im Innencover befindet sich ein Rezept für weiße Erdbeer-Champagner-Trüffel, das einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Überhaupt verleitet die Lektüre zum ein oder anderen Schokoladengenuss. Eine umfangreiche Sammlung an Zusatzinformationen erwartet die Leser/innen im Anhang, wo Glossar, Personenregister (über fiktive und reale Persönlichkeiten) sowie Details zum historischen Hintergrund das Werk abrunden.
Fazit: Für mich war es der stärkste Band dieser ohnehin schon zauberhaften Buchreihe! Sehr ungern nehme ich Abschied von der Schokoladenvilla und freue mich schon jetzt auf die zukünftigen Romane aus der Feder von Maria Nikolai!
Rezensionen von Petra:
zu nett
Gemeinsam stark in Virgin River von Robyn Carr
Dieses Buch ist mit einem anderen Cover im Oktober 2012 schon mal erschienen. .Das finde ich immer ärgerlich da es nicht im Klappentext erwähnt wird. Wenn man die Serie mag, freut man sich über ein neues Buch und beim Lesen fällt es auf dass man das Buch schon kennt.
Für mich war es das erste Buch der Serie, ich werde diese Serie nicht weiter verfolgen.
Der Schreibstil der Autorin war mir zu langweilig, das Buch hätte gern um die Hälfte kürzer sein können.
Vor allem waren alle Figuren ausnahmslos gut, der Einzige mit einem negativen Touch besaß die Entschuldigung das er eine schlimme Kindheit hatte und dadurch ein Muster entstanden ist.
Rezensionen von Monika:
Märchenhaft
Blutrote Dornen. Der verzauberte Kuss (Rosenmärchen 2) von Jennifer Alice Jager
Briars Onkel ist der König aber Briar selbst ist nicht besonders prinzessinenhaft. Sie mag keine Kleider und mag ihre Cousine, die zickige Kronprinzessin, auch nicht. Aber als ein Krieg bevorsteht, muss Briars Vater ins Schloss, um seinen Bruder zu unterstützen. Briar gefällt das Leben im Schloss überhaupt nicht.
Ihr 16. Geburtstag wird auch im Schloss mit einem rauschendem Fest gefeiert, zu dem alle Adeligen im Land eingeladen sind. Aber mitten im Schloss taucht plötzlich eine böse Fee auf, die provezeit, dass Briar sich noch vor ihrem 17. Geburtstag an einer Rosendorne stechen wird. Thorn, der aus versehen die Fee befreit hat, macht alles um seinen Fehler wieder gut zumachen. Und obwohl Briar auf ihn herabsieht, geniest sie die Ablenkung von ihrem im Schloss eingesperrten Leben.
Am Anfang eines jeden Kapitels ist ein kleines Gedicht. Die Geschichte ist in der 3. Person geschrieben.
Ich habe eine Weile gebraucht, um richtig in die Geschichte zu kommen und es hat mich auch überrasch, dass Briar 16 wird. Ich hatte sie für sehr viel jünger gehalten. Aber nachdem ich die ersten Kapitel gelesen hatte, gefiehl mir die Geschichte immer besser.
Rezensionen von manu63:
Viele Zufälle
Todesengel im Viertel von Cord Buch
Todesengel im Viertel ist der vierte Fall für Hauptkommissar Werner Jensen, eine Krimireihe des Autors Cord Buch.
Jensen sieht sich mit rätselhaften Mordfällen an Frauen konfrontiert. Die Todesarten sind immer anders, eines eint die Morde, die Frauen werden vor religiösen Stätten angelegt. Parallel zur Journalistin Nele, die Jensen aus vorherigen Fällen kennt, gehen die Ermittlungen voran.
Der Schreibstil ist eher ruhig, atemlose Spannung kommt erst ganz zum Schluss des Buches kurz auf. Ansonsten begleitet der Leser die Ermittlungen, die teilweise recht zäh verlaufen, durch etliche Dialoge mit. Die Handlungsstränge laufen nebeneinander her um sich dann am Ende zu kreuzen. Etliche Zufälle helfen bei den Ermittlungen, was mir nicht immer ganz stimmig vorkam. Die Charaktere sind eher eckig als charmante Sympathieträger. Viele haben ihre eigenen Sorgen und Probleme, die nur kurz angerissen werden. Insgesamt ein ganz ordentlicher Krimi, der mit viel Ermittlungsarbeit aufwartet.
Rezensionen von Lilli33:
Tragikomische Unterhaltung
Sprich mit mir von T. C. Boyle
Tragikomische Unterhaltung
Inhalt:
Professor Guy Schemerhorn forscht an einem Schimpansen, Sam. Seit Sam ein Baby war, wurde er von Schemerhorn wie ein menschliches Kind im Haushalt aufgezogen. Im Alter von zwei Jahren kann er per Gebärdensprache schon viele Dinge ausdrücken und versteht noch mehr.
Als die schüchterne Studentin Aimee zu Sams Betreuungsteam stößt, ist sie von Sam hin und weg - und er von ihr. Fortan ist sie seine wichtigste Bezugsperson, und sie blüht mit dieser Aufgabe regelrecht auf. Doch dann werden die Forschungsgelder gestrichen, und Sam wird Aimee weggenommen und landet in einem Käfig. Das kann Aimee natürlich nicht zulassen …
Meine Meinung:
Ist die Geschichte zu Anfang noch recht witzig, weil Sam sich ganz ähnlich wie ein menschliches Kleinkind verhält, süß aussieht und sich herzzerreißend benehmen kann, aber auch alle möglichen Streiche und Unfug im Sinn hat, Umarmungen und Küsschen einfordert und sich tierisch für Pizza und Cola begeistern kann, schlägt sie später um und gewinnt immer mehr an Tragik. Fesselnd und spannend ist sie aber von vorne bis hinten. Sowohl die Verhaltensweisen von Sam als auch seiner menschlichen Betreuer lassen sich gut nachvollziehen. Nur gegen Ende gibt es eine Szene, die ich persönlich zu kitschig fand.
Immer wieder wird hier die Frage aufgebracht, ob Tiere Gefühle haben, ob sie vorausschauend handeln können und vieles mehr. Doch das ist nach dem heutigen Stand der Forschung ja eigentlich keine Frage mehr. Insofern bietet dieser Roman nichts Neues. Trotzdem ist er sehr lesenswert, denn kaum jemand gibt der Leserschaft so eindrücklichen Einblick in das Innenleben eines Tieres wie es T. C. Boyle hier tut. Anfangs wird die Story aus Aimees Perspektive erzählt, doch später kommt auch Sams Sicht hinzu. Spätestens, wenn man mit ansehen muss, wie er in seinem KÄFIG hockt und ANGST vor dem GROSSEN MANN mit dem Stachel hat, wie er die KÄLTE des Betons unter sich spürt und wie die SCHEIS.E stinkt, weil sie nur gelegentlich mit WASSER weggespült wird, ist wohl jede*r betroffen von der Art, wie mit Tieren umgegangen wird. Und hier stellt sich dann die Frage: Was macht das Menschsein aus? Wer verhält sich menschlicher, ein grausamer Mensch oder ein mitfühlendes Tier?
Rezensionen von Amena25:
Scheitern als Chance
Miss Bensons Reise von Rachel Joyce
Wie schon in »Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry« begibt sich auch hier eine zunächst wenig heldenhafte Figur auf eine außergewöhnliche Reise, die ihr Leben verändert.
Die etwas schrullige Hauswirtschaftslehrerin Margery Benson verbringt ihren Alltag mit dem Unterrichten von Schülerinnen, die sich nicht für ihr Fach und schon gar nicht für sie interessieren.
Auch in ihrem Privatleben gibt es wenig Abwechslung und kaum soziale Kontakte. Als sich aber eines Tages die Schülerinnen über sie lustig machen, packt sie die Wut. Sie schmeißt alles hin und beschließt, ihren großen, schon fast vergessenen Traum zu verwirklichen. Ihr Vater hatte ihr, als sie klein war, in einem Naturkundebuch den goldenen Käfer gezeigt, den es nur in Neukaledonien geben soll. Diesen Käfer will Margery Benson nun finden und sie macht sich auf zu einer Expedition ans andere Ende der Welt, ohne jegliche Reise- oder Expeditionserfahrung. Als Reisebegleitung muss sie mit der aufreizenden und ständig plappernden Enid Pretty Vorlieb nehmen, da alle anderen Bewerber nicht in Frage kommen und Margery ja schließlich eine Assistentin braucht. Schon auf der Schiffreise nach Australien gehen die beiden sich gehörig auf die Nerven, streiten sich, versöhnen sich aber auch wieder. In Neukaledonien angekommen lernt die eine von der anderen und zwischen den beiden sehr ungleichen Frauen entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft. Immer dann, wenn die andere den Mut verliert oder nicht mehr weiter weiß, ergreift die andere die Initiative und überrascht damit wohl nicht nur den Leser, sondern offenbar auch sich selbst.
Auch wenn man oft genug schmunzeln und sogar herzhaft lachen kann, gibt es auch reichlich nachdenkliche oder traurige Momente in ,,Miss Bensons Reise.“ Am Ende packt einen das wunderbare Gefühl, dass man seine auf Eis gelegten Träume schleunigst hervorholen und in die Tat umsetzen sollte.
Rezensionen von Lesestern:
Das Geheimnis des schwarzen Ritters
Die Jüdin von Magdeburg Historischer Roman von Ruben Laurin
"Die Jüdin von Magdeburg" von Ruben Laurin ist im November 2020 im Verlag Bastei Lübbe erschienen.
Wir tauchen ein ins tiefe Mittelalter der Ritter, Markgrafen und Knappen und erleben die heuchlerische Seite von Erzbischöfen, Domherren und Mönchen, die ihren Glauben zugunsten von Geld, Macht und Gier aufs Spiel setzten.
Und zugleich werden wir Zeugen eines schon früh beginnenden Antisemitismus, der mit Hass und Gräueltaten tiefes Leid über die Menschen bringt.
Auf dem Hintergrund dieser geschichtsträchtigen Ereignisse lernen wir die Hauptprotagonisten dieses Romans kennen: Esther, ein junge mutige Jüdin und Tochter des Geldverleihers Amos und Wolfram von Hildesheim, der Knappe des Ritters Adalbert von Stendal, die durch eine schicksalshafte Begegnung aufeinander treffen.
Bei einem Brückeneinsturz rettet Wolfram, Esther das Leben und kann sie ab diesem Zeitpunkt nicht mehr vergessen.
Auch Esther, die bereits einem jüdischen Verwandten versprochen ist und deren Vater jegliche Beziehung zu Wolfram unterbindet, ist seiner Werbung nicht abgeneigt.
Doch ein tragisches Duell zwingt ihn, in einer Nacht und Nebel Aktion aus Magdeburg zu fliehen und in die Dienste des Markgrafen Otto von Brandenburg zu treten.
Erfolgreiche Schlachten und zugleich die Entwicklung zu einem tugendhaften Charakter bestimmen Wolframs Werdegang zum Ritter.
Und schon bald steht er wieder vor den Toren Magdeburgs....
Mein Fazit:
Ein Roman über Liebe, Machtgier, Prestige und Intrigen und zugleich über die kraftvolle Auswirkung von Hoffnung, Mut und Glaubensstärke.
Ruben Laurin alias Thomas Ziebula hat auch hier wieder bewiesen, dass er durch seinen ansprechenden, flüssigen und packenden Schreibstil den Leser in Bann zieht und über viele Seiten des Romans in Spannung hält.
Er malt uns ein farbenprächtiges Bild des 13. Jahrhunderts, das er durch einen historischen Stadtplan von Magdeburg, ein Glossar der wichtigsten mittelalterlichen Begriffe, eine Zeittafel und ein Personenregister hilfreich unterstützt.
Seine Charaktere sind Figuren, die uns mit allen Facetten von Gefühlen durch den Roman begleiten und innerhalb des Geschehens auch teilweise ans Herz wachsen.
Man spürt seine Empathie auch für Randgruppen der Bevölkerung, sei es die Lebensumstände der Juden ,abgegrenzt von der übrigen Magdeburger Bevölkerung oder auch die liebenswerte Beschreibung der geistig zurückgebliebenen aber gottesfürchtigen und ganz besonderen Pflegetochter der christlichen Mystikerin Mechthild von Magdeburg.
Ein wieder wunderbar historisch recherchierter Roman, der mir unterhaltsam- spannende und zugleich informative Lesestunden geschenkt hat.











