Kunden em pfehlungen
Rezensionen von liesmal:
So hätte es gewesen sein können
Ich und der Andere von Jürgen Kaizik
2021 jährt sich der 50. Todestag von Jim Morrison, Sänger und Frontmann der legendären Band der 60-er Jahre, The Doors. Vielleicht ist das der Grund, warum der Autor Jürgen Kaizik sich erinnert und seine Gedanken an Jim Morrison in dem Buch „Ich und der Andere“ aus dem Verlag braumüller vereint.
„Ich“, das ist Jim, den Jürgen Kaizik seine Geschichte erzählen lässt, „der Andere“ ist der Mann, von dem sich Jim bei einem Auftritt gestört fühlt, nur weil der eines Abends scheinbar desinteressiert im Publikum sitzt. Das war noch zu der Zeit, als die Doors ihre Musik in Vorstadtspelunken machten. Der Andere lässt Jim nicht mehr los – vielleicht, weil er ihn an Hölderlin erinnert, einen Dichter aus längst vergangener Zeit, vielleicht sind es aber auch seine Notizen, die er an dem Abend am Tisch hat liegen lassen.
Mit seiner Erzählung ist es Jürgen Kaizik gelungen, meine Erinnerungen an die 60-er Jahre zu wecken und wieder lebendig werden zu lassen, weil vieles aus der Zeit sehr gut wiedergegeben wurde. Auch wenn der fiktive Anteil überwiegt, konnte ich mir gut vorstellen, dass die Geschichte von Jim Morrison so, wie Kaizik sie erzählt hat, hätte gewesen sein können.
Der Andere ist wie durch ein unsichtbares Band mit Jim verbunden und gehört darum zwingend zu seinem Leben, so mein Eindruck. Auch erscheint mir Jim oft als Träumer, dadurch hatte ich manchmal sogar den Eindruck, Jim und der Andere wären nur eine einzige Person.
Mir hat das Buch recht gut gefallen, auch wenn ich bereits ein Viertel der Geschichte gelesen hatte, bis sie mich so richtig gepackt hat. Zum Ende hin fand ich es ziemlich genial. Vor allem hat mir der ungewöhnliche Schreibstil gefallen, aber ich bin auch fasziniert von vielen aussagekräftigen Zitaten:
„Kein Ding ist von sich aus schon es selbst. Alle müssen sie erst von uns erfahren sein, damit sie es werden.“
Rezensionen von Claudia R:
die Tierpolizei ermittelt wieder...
Die Tierpolizei 2. Ohren hoch oder es knallt! von Anna Böhm
Klappentext:
Ein richtig guter Krimi muss spannend und witzig sein? Kein Problem! Hier ist der zweite Fall der Tierpolizei. Es ermitteln: Katzenbärin Flopson, die beste Polizeichefin, Pony Fridolin, diesmal mit Blaulicht, Blaumeise Meili, Expertin im Auf-der-Lauer-liegen, Teddyhamster Jack, der ein großes Geheimnis hat.
Die Mama von Kaninchenkind Rosine ist weg! Die Spur führt unsere vier Ermittler in die Zoohandlung, denn dort stimmt etwas ganz und gar nicht . Fest steht: bei so einem spannenden Fall stellen sich nicht nur bei den Tierpolizisten die Nackenhaare auf!
Cover:
Das Cover zeigt die vier Tierpolizei-Ermittler. Das Cover ist durch vier kleine Grafiken sehr schön aufgebaut und diese wirken sehr lebendig und machen neugierig. Das Absperrband der Tierpolizei spilt dabei eine zentrale Rolle und die einzelnen kleinen Szenen auf dem Cover wecken das Interesse.
Meinung:
Dies ist bereits der zweite Band der Tierpolizei, aber auch ohne den ersten Band zu kennen kommt man sehr gut in die Geschichte und das Buch hinein, da die Fälle in sich geschlossen sind. Zwar wird am Ende der Bücher auf den nächsten Fall aufmerksam gemacht, aber man kann sie auch sehr gut getrennt voneinander lesen.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig und lässt sich sehr gut und locker lesen.
Neben Spannung kommt in diesem Buch auch der Humor nicht zu kurz. Die Charaktere sind alle sehr gut durchdacht und auch ihre Ecken und Kanten, machen sie durchaus sehr sympathisch. Die einzelnen Tiercharaktere haben mir sehr gut gefallen und auch die Entwicklung dieser. So hat Jack schon einiges durchgemacht und auch mit einem sehr besonderen Geheimnis zu kämpfen und dennoch kann er hier auch seinen Mut unter Beweis stellen. Und auch die Eigenheiten der anderen Tiere kommen hier sehr gut rüber und sorgen auch für einige Schmunzelt und Lacher.
Der Fall wird sehr spannend, aber auch sehr emotional und humorvoll erzählt. Man wird die ganze Zeit über sehr gut unterhalten.
Niedlich und liebevoll sind auch die Illustrationen in diesem Buch. Die schwarz-weiß Illustrationen sorgen auch für einige Erheiterung und veranschaulichen sehr gut das Gelesene. Die Illustrationen sind sehr passend und gut gelungen und haben mir sehr gut gefallen.
Ein spannender und humorvoller zweiter fall für die Tierpolizei, der für einige Grübeleien sorgte und auch die Tätersuche war zu Beginn nicht ganz klar und eindeutig, aber gerade das macht ja einen guten Krimi aus.
Auch am Ende sorgt ein Cliffhanger für die Neugier auf den nächsten spannenden Fall der Tierpolizei. Seid auch ihr das nächste man wieder dabei?
Fazit:
Ein aufregender zweiter Fall für die Tierpolizei, der durch tolle Charaktere, Humor und Spannung überzeugen konnte.
Rezensionen von marsu:
Hypothetisch
Die Mitternachtsbibliothek Roman. Gebunden. von Haig Matt
Matt Haig offeriert seinen Leserinnen und Lesern mit seinem neuesten Buch eine ganz zauberhafte Geschichte, die uns dazu bringt, über unser Leben nachzudenken, über Alternativen, über was-wäre-wenn und dabei allerdings nicht ins allzu Klischeehafte abdriftet. Doch worum geht es in diesem Buch? Um eine Bibliothek, das allein lässt ja schon das Herz eines jeden Bücherliebhabers höher schlagen.
Doch die Mitternachtsbibliothek ist beileibe keine ganz normale Bibliothek. Hierhin gelangt eines Tages Nora Seed nachdem sie ihrem Leben ein Ende bereiten wollte, als auch noch ihre geliebte Katze gestorben ist. Nora ist eine Person voller Selbstzweifel und Unsicherheiten und hier eröffnen sich ihr auf einmal so viele Parallelwelten, wie ihr Leben anders hätte verlaufen können. Und mal ehrlich, wer hat nicht schon mal etwas bereut oder sich gefragt, was wäre, wenn nicht dieses oder jenes geschehen wäre oder man eine andere Entscheidung getroffen hätte. Ein ganz wunderbares Buch.
Rezensionen von Sago:
Lagunenwasser
Orangen für Dostojewskij von Michael Dangl
Selten kommt es vor, dass ich mich auf das Weiterlesen eines Buches nicht freue. Hier war es leider so. Mit Wissbegier bin ich eingestiegen. Ich war gespannt, etwas über die Menschen Dostojewskij und Rossini zu erfahren, vor den Kulissen meiner Lieblingsstadt Venedig. Das fiktive Aufeinandertreffen der beiden so gegensätzlichen Künstler erschien mir als interessantes Grundkonzept.
Für mich ging es allerdings nicht auf.
Der Roman rankt sich um nur eine Handvoll Begegnungen zwischen Genussmensch Rossini und Dostojewskij. Vor allem das erste zufällige Zusammentreffen wirkte auf mich fast märchenhaft konstruiert und nicht raffiniert herbeigeführt. Überhaupt findet sich Dostojewskij hier in einem merkwürdigen Venedig, in dem ein vollkommen Fremder, mit dem Rücken zu unserem Protagonisten in einem Café sitzend, diesen als Russen erkennt und munter drauflos monologisiert. Dostojewskij selbst blieb mir fremd und farblos, obwohl ich ein Faible für leicht skurrile Personen habe. Während seiner Unternehmungen mit Rossini wird denn überbordend viel parliert, philosphiert und gegessen, so dass die Erzählung dahinplätschert wie Lagunenwasser. Das Angebot, das Rossini dem Schriftsteller macht, erzeugt keine Spannung, da ein entsprechendes literarisches Werk eben nicht existiert. Dieser Handlungsstrang, eigentlich Dreh- und Angelpunkt, versickert denn auch auf äußerst unspektakuläre Weise.
Die Geschichte erleben wir ausschließlich durch Dostojewskijs missmutige Augen. Recht merkwürdig mutet es dann an, wenn behauptet wird, etwas liege ihm in den Genen, Jahrzehnte, bevor dieser Begriff überhaupt geprägt wurde.
Am wunderlichsten wirkten auf mich aber die Protagonistinnen. Frauen schienen für Dostojewskij nur als abwesende, problembehaftete Ehefrauen oder Geliebte zu existieren, zeternde Nachbarinnen, Prostituierte oder sinnenfrohe Naturgeschöpfe, die sich liebend gern doppelt so alten Misanthropen an den Hals werfen. Allesamt austauschbar und beliebig. Wenigstens Venedig konnte mein Interesse durchweg aufrecht erhalten.
Rezensionen von marsu:
Alltagsgeschichten
ministeps: Meine liebsten Vorlesegeschichten von Orso Kathrin Lena
12 Geschichten enthält diese großformatige, aus fester Pappe bestehend Buch mit dicken Seiten, damit die Kleinen auch gut selbst umblättern können und das Buch hält so auch einiges aus. Die Geschichten sind immer auf einer Doppelseite abgedruckt, die Textlänge variiert. Mal nimmt der Text, mal die Zeichnungen etwas mehr Raum ein.
Die Geschichten entstammen dem Alltag und es sind immer andere Kinder und Erwachsene, von denen die Geschichten handeln. Eine Geschichte spielt im Kindergarten, dann geht es um ein neues Geschwisterkind, für das das Zimmer eingerichtet werden muss oder aber um den Papa-Tag oder aber um Zeit mit dem Opa, mit dem gemeinsam ein Kuchen gebacken werden soll. So werden auch traditionelle Rollenmuster aufgelöst und gezeigt, dass nicht unbedingt nur die Oma zum Kuchenbacken dazu geholt werden muss. Schöne Zeichnungen und tolle Geschichten, die zum Weiterreden anregen.
Rezensionen von inya:
einfach schön
Vati von Monika Helfer
Ich liebe die Erzählweise dieser Autorin. Ich habe schon das Buch die Bagage gelesen und finde es toll, dass dieses neue Buch von ihr sozusagen anknüpft, ohne anzuknüpfen. Es geht um den Buch um eine Familiengeschichte, wie sie wohl ähnlich tausendfach sich auf der Welt zugetragen hat. Aber genau deshalb, finde ich mich als Person so einfach in die Figuren und das Geschehen ein, denn es geht im Endeffekt, um die Banalität und wieder auch um das Besondere eines Lebens.
Um das Leben ihres Vatis und damit ihr Leben. Das Buch ist sehr unaufgeregt geschrieben und doch verspüre ich in keiner Zeile Langeweile, sondern möchte unbedingt wissen, wie es mit ihrer Mutti, ihrem Vati, ihren Geschwistern und ihr weitergeht. Das Buch und die Autorin sind für mich wunderbare, literarische Entdeckungen welche ich wirklich nicht missen möchte. Ich kann es jedem Literaturliebhaber wärmstens empfehlen.
Rezensionen von heinoko:
Ein raffinierter und durchgängig spannender Justiz-Krimi
Die siebte Zeugin von Florian Schwiecker; Michael Tsokos
Die beiden Autoren sind hochverdiente Fachleute als Strafverteidiger und Rechtsmediziner. Ein Glücksfall, dass die beiden zusammengefunden haben, um eine neue Reihe an Justiz-Krimis ins Leben zu rufen, in denen einerseits ihr gebündeltes Wissen einfließt, andererseits ihre Lust am Schreiben gekonnt zum Tragen kommt.
Ich habe den hier vorliegenden ersten Band mit großer Freude gelesen und erwarte gespannt weitere Fortsetzungen.
An einem ganz normalen Sonntagmorgen schwingt sich Nikolas Nölting, von Beruf ein ganz normaler Beamter in der Stadtverwaltung, auf sein Fahrrad, um zum Bäcker zu fahren. Doch kaum hat er die Bäckerei betreten, schießt er wie aus dem Nichts heraus wild um sich, tötet einen Mann und verletzt zwei weitere Ladenkunden. Anschließend lässt er sich bereitwillig festnehmen und schweigt. Unbegreiflich und sinnlos, was da geschehen ist. Rocco Eberhardt, ein aufstrebender Strafverteidiger, steht vor einem Rätsel. Doch Dr. Justus Jarmer, der Rechtsmediziner, macht eine Entdeckung, die dem Fall eine neue Wendung gibt und mitten hineinführt in den Sumpf von Clan-Kriminalität und Geldwäsche, aber auch mitten hinein in die Gefahr.
Ich habe das Buch sehr, sehr gerne gelesen. Die kurzen Lesekapitel sind sehr leserfreundlich. Sie schaffen es, aus immer wieder anderen Perspektiven die Tat und deren Vorgeschichte zu beleuchten. Die klare, schnörkellose Erzählweise und die nachvollziehbar geschilderten Persönlichkeiten der handelnden Personen verstärken noch zusätzlich die gute Lesbarkeit des Buches. Ein Justiz-Krimi könnte unter Umständen ziemlich dröge geraten. Doch meine anfängliche Skepsis zerschlug sich beim Lesen sofort. Von der ersten Seite an hat das Buch eine kontinuierliche Spannung, die den Leser vorantreibt. Welch geniale Wendung die Geschichte am Ende nimmt, muss man unbedingt selbst lesen.
Fazit: Ein Justiz-Krimi, gekonnt geschrieben, mit Raffinesse, permanenter Spannung und fundiertem Sachwissen. Sehr empfehlenswert!
Rezensionen von Claudia R:
Urlaubsgeschichte französisch / deutsch
Bienchen auf großer Fahrt von Monika Mascheina
Klappentext:
Die 8-jährige Lena fährt mit Ihren Eltern zum ersten Mal in den Sommerurlaub ans Mittelmeer. Wie wenn das alleine nicht schon aufregend genug wäre, rettet Lena auf einer Raststätte ganz unverhofft ein Plüsch-Bienchen. Als Lena ihr Bienchen zum ersten Mal im Arm hält, sind sie gleich ein Herz und eine Seele.
Viel Spaß und so manch aufregendes Abenteuer machen die Tage im sonnigen Südfrankreich so zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Das drollige Bienchen tappt in so manches Fettnäpfchen und sorgt für amüsante Unterhaltung.
Eine liebenswerte Erzählung darüber, wie zwei ungleiche Freunde auf ihre Art Land und Leute entdecken und nicht zuletzt Bienchens Höhenangst besiegen...
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Ce sont les grandes vacances et Léna, huit ans, part pour la première fois de sa vie au bord de la Méditerranée avec ses parents. Et comme si ce n´était pas déjà assez excitant, elle va recueillir inopinément une petite abeille en peluche sur une aire d´autoroute.
Dès que Léna prend Petite Abeille dans ses bras, elles deviennent inséparables.
Beaucoup de rires et d´aventures palpitantes vont faire de ce séjour dans le sud de la France une expérience inoubliable. Petite Abeille ne cesse de nous amuser en collectionnant les gaffes.
C´est l´histoire charmante de deux amies bien différentes à la découverte d´une région et de ses habitants. Mais il faudra aussi surmonter le vertige de Petite Abeille...
Cover:
Das Cover ist sehr niedlich gezeichnet und wirkt sehr fröhlich und aufgeschlossen. Es zeigt ein Mädchen auf ihrem Fahrrad mit einer kleinen Biene vorn im Fahrradkörbchen. Auch die Landschaft, die das Mädchen umgibt ist sehr schön gezeichnet und vermittelt fast schon ein wenig Urlaubsfeeling.
Meinung:
Dieses Buch ist zweisprachig geschrieben. Auf der einen Seite ist es auf deutsch geschrieben und parallel dazu auf der anderen Seite, dann auf französisch. Jedoch sind die Absätze im deutsch und französischen nicht immer leicht, was es für eins zu eins Übersetzungen eher etwas schwieriger macht, wenn man es aber eher sinngemäß verstehen möchte, dann finde ich dies nicht weiter schlimm.
Die Geschichte wird sehr niedlich erzählt und man lernt schnell Lena und ihre Eltern kennen, die einen Sommerurlaub am Mittelmeer erlebt haben. Durch ein summen und brummen wird Lena auf ein kleines Bienchen aufmerksam, welche sie ab da an begleitet.
Zu viel vom Inhalt möchte ich jedoch an dieser Stelle nicht verraten, diesen lest am Besten selbst.
Lena und ihr Bienchen wachsen sehr schnell zusammen und sind unzertrennlich. es macht Spaß, die beiden bei ihrem Frankreich-Urlaub zu begleiten und mit ihnen viele tolle Dinge zu erleben. Das Ganze wird sehr schön erzählt und auch die Situationen und Handlungen werden sehr gut beschrieben.
Toll sind auch die wunderschönen Illustrationen, die die Geschichte sehr gut unterstreichen. Die Bilder veranschaulichen das Gelesene und geben dies sehr gut wieder.
Besonders toll an diesem Buch ist jedoch die Zweisprachigkeit, so kann man sehr gut eine zweite Sprache erlernen bzw. seine Kenntnisse dahingehend auffrischen. Eine wirklich tolle Idee mit einer sehr guten Umsetzung.
Eine niedliche und sehr liebevolle Geschichte mit Spannung, Abenteuer und auch einer sehr schönen Botschaft am Schluss.
Ein wunderschönes Buch, dem ich gern 4,5 Sterne gebe, die ich auf 5 Sterne aufrunde.
Fazit:
Eine wunderschöne, niedliche und spannende Urlaubsgeschichte auf deutsch und französisch.
Rezensionen von BarbaraM:
Die Geschichte einer starke Frau vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges
Die Kannenbäckerin von Annette Spratte
„Die Kannenbäckerin“ von Annette Spratte ist 2021 im Francke Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe knappe 400 Seiten.
Johanna hat infolge der Pest auf einmal ihre ganze Familie verloren und ist nun vollkommen auf sich alleine gestellt. Sie weiß lediglich, dass sie noch einen Verwandten hat, der das Töpferhandwerk beherrscht.
Ihre Nachbarin rät ihr angesichts der schwierigen Zeiten sich als Junge verkleidet auf den Weg zu ihrem Onkel zu machen. Johanna erkennt dies zusammen mit ihrem Wunsch das Töpferhandwerk zu erlernen als ihre einzige Hoffnung und begibt sich als Johann auf die Reise. Von ihrem Onkel wird Johann sehr freundlich aufgenommen und wie das eigene Kind behandelt, doch nach einiger Zeit wird ihr Geheimnis entdeckt. Johanna erklärt sich und geht als selbstbewusste, junge Frau ihren weiteren Weg. Sie scheut keine Herausforderung und findet ihr Glück.
Die Autorin Annette Spratte hat hier einen tollen Schreibstil gefunden: flüssig, locker, leicht, unterhaltsam. Der Spannungsbogen wurde bis zum Ende aufrecht erhalten. Ich habe mitgefiebert, mitgelacht und mitgeweint und ich konnte mich wunderbar in all die Charaktere hineinversetzen. Besonders gut gefallen hat mir die Protagonistin Johanna. Sie wird dargestellt als eine starke Frau, die Durchsetzungs- und gleichzeitig Einfühlungsvermögen zeigt. Sie weiß einerseits genau, was sie will, kann sich aber auch fallen lassen.
Annette Spratte hat ihr Buch historisch wunderbar recherchiert und gleichzeitig auch eine fiktive Geschichte erzählt. Diese Mischung habe ich sehr genossen: ich habe vieles über die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und das Töpferhandwerk erfahren und mich gleichzeitig wunderbar unterhalten gefühlt.
Fazit: Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter. Es hat mich gut unterhalten, hat mich schmunzeln lassen und auch nachdenklich gestimmt. Ein wirklich lesenswerter Roman!
Rezensionen von Dana:
eisige Umgebung mit Psychospielchen
Frostgrab von Allie Reynolds
Vor zehn Jahren war Snowboarden alles was Milla und ihre Clique interessiert hat. Sie haben die Saison in den französischen Alpen verbracht, sich gegenseitig gepusht und angetrieben. Dabei sind allerdings nicht nur Freundschaften entstanden. Nach einem tragischen Unfall haben sich die Snowboarder in der Konstellation nie wieder gesehen, einige von ihnen haben Kontakt gehalten.
Milla gehörte allerdings nicht dazu.
Nun, zehn Jahre später, treffen sie sich wieder, an dem Ort, an dem damals alles begann und gleichzeitig zu Ende ging. Doch das Wiedersehen verläuft alles andere als ruhig und harmonisch. Schon nach wenigen Stunden ist klar, dass irgendwas gar nicht ist, wie es sein soll und bald geht es nicht mehr nur um alte Geheimnisse und Intrigen, sondern um Leben und Tod.
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen hat man den Strang der aktuellen Geschehnisse, der geprägt ist von den Psychospielchen, unheimlichen Ereignissen und dem Versuch herauszufinden, wer dahintersteckt und warum das alles passiert. Die andere Handlungsebene spielt zehn Jahre zuvor und gibt gute Einblicke in die Zeit, in der Milla all die Anwesenden der Gegenwart kennengelernt hat, wie die Verbindungen zwischen ihnen entstanden sind und wie sie zueinander standen. Die Kapitel schildern abwechselnd die Ereignisse aus den beiden unterschiedlichen Zeiten und so ergibt sich nach und nach ein zusammenhängendes Bild. Das Tempo und die Dynamik der Geschichte wird durch den stetigen Wechsel der beiden Zeiten erhöht. Schön fand ich auch, dass die Ereignisse ineinander greifen. Wenn man etwas in der Gegenwart erfährt bzw. die Charaktere darüber sprechen, bekommt man als Ergänzung oder Aufklärung der Situation bzw. der Meinung dann die Geschehnisse aus der Vergangenheit präsentiert.
Man begleitet während des gesamten Buches Protagonistin Milla in der Ich-Perspektive. So ist man intensiv dabei, wenn sie versucht die Lage einzuschätzen und die Situationen zu verstehen, wie sie durchdenkt, wer was verbirgt und wer welche Ziele verfolgt und wie verbissen sie auf und mit ihrem Snowboard arbeitet. Für Milla sind im Verlauf des Buches fast alle in irgendeiner Form verdächtig, ihre Gedanken gehen da in unterschiedliche Richtungen. Auch wenn ich das aus ihrer Perspektive betrachtet verstehen konnte, waren für mich persönlich nicht alle davon wirklich so verdächtig, wie sie uns glauben lassen wollte.
Das Snowboarden spielt im Verlauf der ganzen Geschichte eine wichtige Rolle. Eingearbeitet sind auch Namen von Sprüngen und Tricks, die zum Teil auch erklärt werden. Die Boarder, auf die Milla in Frankreich trifft, kannte sie bis dahin eher aus der Ferne, als Konkurrenz von Wettbewerben oder aus den Medien. Durch die Kontakte, die sie knüpft, rückt das Snowboarden noch mehr in den Mittelpunkt der Handlung, aber auch die Verbindungen zwischen den einzelnen Charakteren werden nach und nach intensiver. Manchmal waren es mir fast etwas viele Fachbezeichnungen, es hat die Gespräche und Gedanken über die anstehenden Wettkämpfe und das damit verbundene Training aber authentisch erscheinen lassen.
Umso weiter die Handlung voranschreitet, umso verstrickter werden die Entwicklungen und umso mehr erfährt man von den Dingen aus der Vergangenheit, die für die aktuellen Geschehnisse mit verantwortlich sein könnten. Mehre Möglichkeiten tun sich im Verlauf des Buches auf und auch wenn die Auflösung deutlich komplexer ist, als ich es erwartet habe, war doch nicht alles davon wirklich überraschend. Einige Passagen waren ziemlich vorhersehbar, insgesamt hat es aber trotzdem Spaß gemacht, die Handlung zu verfolgen, in dieser frostigen Umgebung, die die angespannte Atmosphäre auf dem französischen Gletscher gut unterstützt.
Insgesamt schon ein interessanter Thriller mit einigen nervenaufreibenden Psychospielchen. Tauschen möchte man mit den Charakteren auf jeden Fall nicht und das liegt nicht nur an dem fürchterlich kalten Wetter auf dem Gletscher. Einige Entwicklungen waren für mich recht vorhersehbar, auch wenn durch Protagonistin Milla verschiedene Möglichkeiten in den Raum geworfen wurden.











