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Rezensionen von Lilli33:
Konnte mich leider nicht abholen
Das Alphabet der Masken von Kai Meyer
Konnte mich leider nicht abholen
Kai Meyer ist einer meiner Lieblingsautoren. Dabei haben es mir vor allem seine (Jugend-) Fantasyromane angetan, aber auch die Reihe „Die Geheimnisse des Graphischen Viertels“ hat mir bisher gut gefallen. Der aktuelle Band konnte mich aber leider nicht begeistern.
Ich wurde mit den Figuren einfach nicht warm, egal ob es sich dabei um Amalia im Leipzig von 1930 handelt oder um Timm und Nada 1970 in Monaco. Zwei Zeitebenen, und immer sind die Protagonist:innen hinter einer Künstlerin mit der Signatur „L. Gora“ her.
Die Protas sind im Besitz von sieben Druckstöcken, den Stempeln für sogenannte Exlibris. Diese sind außergewöhnlich gestaltet mit vielen mysteriösen Details, deren Sinn sich erst allmählich erschließt. Je mehr die Protas nachforschen, umso mehr Geheimnisse kommen ans Tageslicht - Geheimnisse, die tödlich sind.
Für meinen Geschmack kam die Handlung in beiden Zeitebenen zu langsam in Fahrt. Stattdessen wird mit unglaublich vielen Details Atmosphäre geschaffen, allerdings werden dadurch auch Längen erzeugt. Sowohl 1930 als auch 1970 wird der Zeitgeist gut getroffen. Kai Meyers Schreibstil, Wortwahl, Satzbau und so weiter ist natürlich wieder klasse. Nur kam für mich leider erst spät Spannung auf. Ich hätte mir viel früher mehr Dynamik gewünscht.
Die Bände dieser Reihe sind nur lose miteinander verbunden, vor allem durch den Handlungsort Graphisches Viertel in Leipzig, aber auch durch einzelne Figuren, die in dem ein und anderen Band auftreten. Die Bücher können problemlos unabhängig voneinander gelesen werden.
Die Reihe:
1. Die Bücher, der Junge und die Nacht
2. Die Bibliothek im Nebel
3. Das Haus der Bücher und Schatten
4. Das Antiquariat am alten Friedhof
5. Das Alphabet der Masken
Komplizierte Beziehungen
Alles wird Asche,11 Audio-CD von Nele Neuhaus
Komplizierte Beziehungen
Den 12. Band der Reihe um Pia Sander und Oliver von Bodenstein ließ ich mir von Julia Nachtmann vorlesen, die mir mit ihrer angenehmen Stimme das Buch zu einem Vergnügen machte, soweit das in ihrer Macht stand.
Nele Neuhaus erzählt eine interessante, aber wilde Geschichte.
Dabei verliert sie sich manchmal in belanglosen Details, was auf Kosten der Spannung geht. Zudem gibt es eine riesige Anzahl von Personen, die irgendwie miteinander befreundet oder verwandt oder adoptiert oder geschieden sind, sodass selbst Pia Sander irgendwann sagt, dass sie nicht mehr durchblickt. Gerade beim Hörbuch ist das etwas misslich, da man nicht so einfach an die richtige Stelle zurückblättern kann. Die Autorin baut hin und wieder einen Schocker ein und führt die Leserschaft auf falsche Fährten. Ein Killer geht um und mordet auf perfide Weise. Schnell wird klar, dass die Opfer sich kannten und alles irgendwie mit dem vor Jahren am Mount Everest zu Tode gekommenen Tech-Milliardär Patrick Brinkhoff und seinem KI-Programm Prometheus zusammenhängt.
Nebenbei geht es auch stark um Pia Sanders Privatleben, das nach ihrem Afrikaaufenthalt, den sie vorzeitig abgebrochen hat, komplett durcheinander geraten ist.
Das Hörbuch erschien im August 2026 bei Hörbuch Hamburg. Es ist in einer gekürzten Version (gelesen von Julia Nachtmann, Lauflänge 13 h 45 min) und in einer ungekürzten Version (gelesen von Oliver Siebeck, Lauflänge 18 h 25 min) erhältlich.
Die Reihe:
1. Eine unbeliebte Frau
2. Mordsfreunde
3. Tiefe Wunden
4. Schneewittchen muss sterben
5. Wer Wind sät
6. Böser Wolf
7. Die Lebenden und die Toten Im Wald
8. Im Wald
9. Muttertag
10. In ewiger Freundschaft
11. Monster
12. Alles wird Asche
Kurzweiliges Kartenspiel
Vision - Kartenspiel ab 10 Jahre von Maxime Rombourg
Kurzweiliges Kartenspiel
„Vision“ ist ein kurzweiliges Kartenspiel für die ganze Familie. Kinder ab ca. 10 Jahren können es gut spielen.
Man kann zu viert, zu fünft oder zu sechst spielen, wobei Teams von 2 bzw. 3 Spielern zu bilden sind, die sich aus den ersten ausgeteilten Karten ergeben.
Die Spielvorbereitung ist schnell erledigt. Die Spielanleitung ist im Großen und Ganzen gut verständlich und die Regeln sind relativ einfach. Spätestens nach dem 2. Spiel sollte man sie drauf haben. Ziel ist es, dass mindestens ein Mitspieler nur noch eine Karte auf der Hand hat. Sein Team hat dann den Durchgang gewonnen. Um das ganze Spiel zu gewinnen, sind zwei gewonnene Durchgänge nötig. Man braucht etwas Glück, um im richtigen Moment die richtige Karte zu ziehen, und eine gute Taktik, um dann auch die richtige Karte auszuspielen. Die Karten haben bestimmte Effekte, die zum Teil sofort greifen oder aber erst später. Von den Effekten kann sowohl das eigene Team profitieren als auch die gegnerischen Teams. Das lässt sich nicht immer vorhersagen und dies macht das Spiel spannend.
Für meinen Geschmack hätten es gerne noch mehr verschiedene Effektkarten sein dürfen. So kennt man sie doch schon recht bald alle.
Das Design überzeugt durch stabile Pappkarten mit ansprechenden Zeichnungen und Golddruck. Sie fühlen sich angenehm glatt an und lassen sich gut einzeln aufnehmen.
Mit einer Spieldauer von etwa 30 Minuten passt „Vision“ in jeden Tag und kann kurze Pausen füllen.
Sehr intensiv
Hollywood, Ending von John Green
Sehr intensiv
Von John Green habe ich schon einige Jugendbücher gelesen und war immer sehr begeistert. Der neue Roman wurde nun als ein Buch über Erwachsene für Erwachsene angepriesen. Es stimmt schon, die Protas Juniper und Kai sind erwachsen, aber gerade mal Anfang 20, also doch noch fast Jugendliche.
Hinzu kommt, dass sie beide ein Kindheitstrauma verarbeiten müssen. So sehr unterscheidet sich „Hollywood, Ending“ also gar nicht von Greens bisherigen Werken. Und das Buch hat mich auch genauso gefesselt und mitgerissen wie die Jugendbücher. Ich habe es innerhalb nur eines Tages gelesen.
Der Autor schreibt routiniert und empathisch. Er öffnet die Hauptfiguren für uns und lässt uns tief in ihr Inneres blicken. Erscheint die Handlung anfangs vielleicht etwas oberflächlich, wird doch schnell klar, dass in der Tiefe noch viel mehr steckt und nur darauf wartet, an die Oberfläche geholt zu werden.
Mich haben beide Protas absolut fasziniert. Der ehemalige Kinderstar Juniper, jetzt im ersten großen Film auf dem Weg zum Ziel. Juniper hadert immer noch mit der Beziehung zu ihrer mittlerweile verstorbenen Mutter, von der sie sich zwar geliebt, aber auch vernachlässigt fühlt. Auf der anderen Seite Kai, der noch gar nicht weiß, welch begnadeter Schauspieler er ist und der mit seinem unverfälschten Charme alle Herzen für sich einnimmt. Die beiden harmonieren so toll miteinander - nicht nur bei der Arbeit.
Nicht weniger interessant als die Figuren ist der Blick hinter die Kulissen der Filmfabrik Hollywood. Wir sind live bei den Dreharbeiten dabei, bei Presseterminen, Premieren und Verhandlungen. Es ist ein knallhartes Geschäft, von dem man im fertigen Film im besten Fall nichts bemerkt.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle Fans von gefühlvollen, aber auch gesellschaftskritischen Romanen.
Packender Young-Adult-Thriller
Thornbird von Elle Kennedy
Packender Young-Adult-Thriller
Gabrielle Thorn war sieben, als ihr Vater verhaftet wurde. Er soll sieben Frauen, unter anderem Gabrielles Mutter, ermordet haben. So wuchs das Mädchen bei der Großmutter auf, die nun verstarb. Die siebzehnjährige Gabrielle muss zur Familie ihrer Tante ziehen, in die Stadt, in der alles begann und der Name Thorn immer noch in aller Munde ist.
Daher wird Gabrielles wahre Identität verschleiert. Sie nennt sich nun Ryan Shipley und versucht, möglichst unsichtbar durch das letzte Jahr der Highschool zu kommen. Doch die Taten ihres Vaters lassen sie nicht zur Ruhe kommen, zumal die Leichen der Ermordeten noch nicht gefunden wurden. Und dann sind da auch noch der gut aussehende Quaterback der Highschoolmannschaft Everett James sowie sein Freund Chase Hedlund, ein Bad Boy, wie er im Schulbuch steht. Beide haben Ryan fest im Blick …
Dies war mein erstes Buch der Autorin, aber sicher nicht das letzte. Mich konnte Elle Kennedy total begeistern. Die Story ist von Anfang an fesselnd, die Spannung nimmt im weiteren Verlauf immer mehr zu. Die Protagonist:innen sind tiefgründig angelegt und bringen so manches Geheimnis mit. Dadurch ist die Handlung nicht vorhersehbar, sondern aufregend. Dazu kommt das außergewöhnliche Szenario, dass die Tochter eines Serienmörders am Ort des Geschehens leben muss. Ryan war mir super sympathisch. Einerseits möchte sie mit dem Ganzen verständlicherweise nichts zu tun haben, versucht Anfeindungen zu vermeiden, andererseits fühlt sie sich irgendwie für die Taten ihres Vaters verantwortlich und sympathisiert mit den Hinterbliebenen der Opfer. Nebenbei versucht sie, die Schule einigermaßen ordentlich abzuschließen und ihr Liebesleben im Griff zu behalten. Wahrhaftig keine einfache Situation für einen Teenager.
Der Schreibstil ist jugendlich-locker. Ich bin geradezu durch die Seiten geflogen und habe den Inhalt regelrecht inhaliert. Sehr gut fand ich, dass die Geschichte durch Chat-Nachrichten, Forenbeiträge, Verhörprotokolle und Briefe von Ryans Vater untermauert und aufgepeppt wird. So wirkt es sehr authentisch. Da diese aber nur vereinzelt eingestreut sind, geht der Lesefluss insgesamt nicht verloren.
Leseempfehlung für Fans von spannenden Storys mit einer starken Protagonistin.
Ganz unterhaltsam, aber nicht der beste Band der Reihe
Blendwerk (Kluftinger-Krimis 14) von Volker Klüpfel; Michael Kobr
Ganz unterhaltsam, aber nicht der beste Band der Reihe
„Blendwerk“ ist bereits Band 14 der Reihe um den schrulligen Kommissar Kluftinger von der Kriminalpolizei Kempten im Allgäu. Da der Kriminalfall in sich abgeschlossen ist, kann man ihn durchaus ohne Vorkenntnisse lesen. Fast mehr als das Verbrechen spielen hier aber die privaten bzw.
kollegialen Umstände eine Rolle, die natürlich in den vorhergehenden Bänden nach und nach aufgebaut wurden.
Die Spannung ist in dieser Reihe fast nie atemberaubend hoch, auch in diesem Band nicht. Zuweilen gleiten die spärlichen Ermittlungen dermaßen in den Hintergrund ab, dass ich vergaß, dass ich einen Kriminalroman lese. Wirklich Verdächtige geraten erst gegen Schluss in den Fokus.
Trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Die beiden Autoren verstehen ihr Handwerk und machen auch aus einer eher schwachen Story ein angenehmes und interessantes Lesevergnügen. Das Drumherum ist einfach gut aufbereitet. Neben viel Regionalkolorit tauchen wir in die Welt von Social Media ein und schauen dort hinter die Kulissen - eine Welt, in der längst nicht alles so ist, wie es scheint. Blendwerk eben.
Kluftinger erscheint in vielen Situationen mal wieder total weltfremd, was für mich teils gezwungen wirkte, teils aber auch richtig witzig. Besonders freue ich mich immer, wenn er als blindes Huhn dann auch mal ein Korn findet, das allen anderen entgangen ist, die sich so viel auf ihr Wissen einbilden.
Fazit:
Ganz amüsant, aber ein wenig mehr Krimihandlung und Spannung dürfte es schon sein.
Die Reihe:
1. Milchgeld
2. Erntedank
3. Seegrund
4. Laienspiel
5. Rauhnacht
6. Schutzpatron
7. Herzblut
8. Grimmbart
9. Himmelhorn
10. Kluftinger
11. Funkenmord
12. Affenhitze
13. Lückenbüßer
14. Blendwerk
Wichtiges Thema, zu wenig Spannung
Gnadenopfer von Viveca Sten
Wichtiges Thema, zu wenig Spannung
Die ersten vier Bände dieser Reihe um die Polizistin Hanna Ahlander und ihren Kollegen Daniel Lindskog hatten mich restlos begeistert und bekamen verdiente 5 Sterne von mir. Leider kann der aktuelle 5. Band hieran nicht anknüpfen. Ich schwanke zwischen nur 3 und 4 Sternen.
Es fehlte einfach an Spannung. Zudem benahmen sich die Protas teilweise reichlich kindisch.
Das Hintergrundthema dieses Kriminalromans, den man im Übrigen auch ohne Vorkenntnisse lesen kann, ist ein sehr wichtiges. Es geht um alte Menschen, die einsam in ihren Wohnungen leben und aufgrund von körperlichen oder geistigen Gebrechen stark eingeschränkt sind. Weiter geht es um Pflegedienste, die sich um diese Menschen kümmern, wobei die Mitarbeitenden häufig überlastet sind und sich nur wenig Zeit für die Klienten nehmen können. Ein überaus anspruchsvoller und fordernder Beruf, der in unserer Gesellschaft viel zu wenig Anerkennung findet.
Nach einem packenden Einstieg, in dem wir direkt einen Mord miterleben, verpufft die Spannung leider sehr schnell. Über viele Seiten - gefühlt die erste Hälfte des Romans - hält sich der Kriminalfall im Hintergrund. Stattdessen beansprucht das Privatleben der Ermittler:innen einen viel zu großen Raum. Hanna ist nun schon seit zwei Jahren mit dem Milliardär Henry zusammen, kann sich aber nicht wirklich auf ihn einlassen. Anton steht kurz vor der Hochzeit mit Carl, aber das zerrüttete Verhältnis zu seinen Eltern macht ihm immer noch zu schaffen. Daniel versucht über Tinder sein Glück und lernt die nette Clara kennen, doch so richtig funken will es nicht. Dafür benimmt er sich in seiner Eifersucht Hanna gegenüber einfach nur schrecklich infantil. Das nervte mich am meisten.
Es dauert lange, bis man bei der Polizei begreift, dass die drei plötzlichen Todesfälle von alten Menschen nicht natürlich sind, sondern ein Serientäter sein Unwesen treibt. Durch Einschübe aus Tätersicht wird auch direkt zu Anfang klar, dass dieser seine Morde als Hilfe für die einsamen Menschen, als einen Akt der Gnade ansieht. Die Ermittlungen schleppen sich dann etwas unkoordiniert durch die Geschichte. Es werden einige Verdächtige aufgebaut, sodass man zwar miträtseln kann, wer nun der Schuldige ist. Im Nachhinein kann ich aber nicht sagen, dass man eine Chance hat, den Täter zu erkennen. Es hätte tatsächlich jeder sein können, und dass er gefasst wird, ist auch eher dem Zufall zu verdanken.
Auch wenn mich dieser Band nicht ganz überzeugen konnte, freue ich mich auf eine Fortsetzung der Reihe, die dann hoffentlich wieder an das Niveau der ersten Bände anknüpft und mehr auf das Verbrechen und weniger auf das Liebesleben der Protas eingeht.
Die Åre-Morde:
1. Kalt und still
2. Tief im Schatten
3. Blutbuße
4. Lügennebel
5. Gnadenopfer
Knüpft genial an die Vorgänger an
Totenfrau – Die Rückkehr von Bernhard Aichner
Knüpft genial an die Vorgänger an
Seit zehn Jahren ist so etwas wie Ruhe in Blums Leben eingekehrt. In Reza hat sie eine neue Liebe gefunden und lebt mit ihm in Kroatien. Mit ihrer Yacht veranstalten sie Ausflüge für Touristen. Als bei einem dieser Ausflüge ein Gast stirbt, kommt Blums ganzes Lebenskonstrukt ins Wanken.
Schnell geraten sie und ihre Lieben in Gefahr. Blum muss handeln …
Eigentlich war die Reihe mit dem 3. Band für mich beendet. Dass nach so vielen Jahren nun ein weiterer Band veröffentlicht wurde, hat mich überrascht, aber natürlich konnte ich ihn nicht links liegen lassen, denn die Totenfrau-Trilogie hatte mich einfach begeistert. Nun wird Blums Leben - und auch ihre Vergangenheit - in einem 4. Band weitergesponnen. Klar, das hätte nicht sein müssen, aber ich bin froh, dass Bernhard Aichner dieses Buch geschrieben hat, denn es knüpft einfach genial an die Vorgänger an. Diese sollte man wenn möglich gelesen haben. Im größten Notfall kann man Band 4 aber auch ohne Vorkenntnisse genießen.
Aichners Schreibstil ist wie gewohnt kurz und knackig. Die schnellen, kargen Sätze lassen die Getriebenheit der Protagonistin erahnen. Ich liebe seine Art zu schreiben wirklich. Sie geht mir durch und durch.
Blum ist keine Sympathieträgerin im herkömmlichen Sinn, und trotzdem habe ich mit ihr mitgefiebert und mitgebangt, habe versucht, hinter die Kulissen zu schauen, um herauszufinden, wer ihr nun wieder etwas Böses will. Ich gebe zu, ich war zwar nicht ganz so blauäugig wie Blum, aber die Zusammenhänge haben sich mir trotzdem nicht offenbart, bevor der Autor dies wollte. Die Überraschung ist ihm wirklich gelungen. Und wenn ich das Ende richtig interpretiere, könnte es auch noch eine weitere Fortsetzung geben, obwohl die Handlung eigentlich abgeschlossen ist. Ich würde mich auf jeden Fall darüber freuen.
Die Reihe:
1. Totenfrau. Die Rache bzw. Totenfrau
2. Totenfrau. Das Haus bzw. Totenhaus
3. Totenfrau. Der Rausch bzw. Totenrausch
4. Totenfrau. Die Rückkehr
Packendes Finale
Die Schlucht von Linus Geschke
Packendes Finale
„Die Schlucht“ ist der dritte und abschließende Band dieser Reihe von Linus Geschke aus dem Piper Verlag, in dem der belgische Campingplatz Donkerbloem eine tragende Rolle spielt - ebenso wie die Protagonist:innen Wout, Kathinka und Frieda. Die Verbindungen zwischen ihnen werden in den Vorgängerbänden aufgebaut und erklärt.
Daher empfiehlt es sich, alle drei Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, obwohl man sie notfalls auch getrennt lesen kann.
Vor vielen Jahren wurde Kathinkas Schwester Julia ermordet, der Mörder aber nie gefasst. Immer noch sinnt Kathinka auf Rache und endlich scheint es so, als hätte sie die Täter identifiziert. Zusammen mit ihrem Vermieter und Freund Wout, einem Kriminellen, will sie Julias Mörder einer gerechten Strafe zuführen. Dabei geraten die beiden aber selbst in höchste Lebensgefahr.
Wie schon die ersten beiden Bände ist auch der dritte spannend und lesenswert. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven an verschiedenen Orten. Aber die Zusammenhänge sind schnell sichtbar und so ergibt sich eine runde Geschichte. Obwohl Linus Geschke sehr spannend erzählt, konnte mich dieser Band nicht restlos begeistern. Es gibt für mich einfach zu viele Wiederholungen. Immer wieder wird zum Beispiel betont, wie sehr jemand trauert und jemanden vermisst. Das hatte ich spätestens bei der zweiten Erwähnung kapiert, musste es aber noch etliche weitere Male lesen, was ich als unnötiges Aufblähen der Story empfand.
Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und bin auch mit dem Ende sehr einverstanden. Daher gibt es von mir eine Leseempfehlung.
Die Donkerbloem-Trilogie:
1. Der Trailer
2. Das Camp
3. Die Schlucht
Der Titel ist Programm
Wie ein Fluss in der Nacht von Tana French
Der Titel ist Programm
Wie ein Fluss in der Nacht plätschert der 3. Band um den amerikanischen Ex-Cop Cal Hooper vor sich hin, hat mir aber dennoch recht gut gefallen. Die Atmosphäre in dem westirischen Dorf Arkadnelty wird gut eingefangen, die Beziehungen der Bewohner, ihre Freundschaften, Verwandtschaften und Abhängigkeiten sind gut dargestellt.
Die Hauptcharaktere sind tiefgründig angelegt und wirken authentisch. Ich empfand sie als sehr interessant und verfolgte ihre Tage sehr gerne mit, mit allen Höhen und Tiefen. Allerdings haben mich die Probleme in Cals und Lenas Beziehung nicht überzeugen können. Aus den Vorgängerbänden kannte ich die beiden als äußerst besonnen und liebevoll. Warum sie hier aus „nichts“ ein Drama machen, konnte ich nicht nachvollziehen.
Von Tana French erwarten viele Lesende einen Thriller und sind dann enttäuscht, wenn sie keinen bekommen, wie bei dieser ganzen Reihe. Vom Verlag wird das Buch folgerichtig auch als Roman und nicht als Thriller deklariert. Zwar gibt es hier auch Verbrechen, als viel wichtiger und intensiver empfinde ich jedoch das Beziehungsgeflecht im Dorf, die Sehnsüchte und Hoffnungen der Bewohner sowie ihre moralischen Ansprüche, die beim einen höher, beim anderen niedriger sind. Dies alles wird von der Autorin intensiv beleuchtet, zuweilen leider mit dem Effekt, dass die Handlung ein bisschen schleppend voran kommt.
Zwar knüpft dieser 3. Band an die ersten beiden an, was die Entwicklung der Protagonist:innen betrifft, die Handlung um das Verbrechen ist jedoch in sich abgeschlossen. Daher kann das Buch notfalls auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
Die Reihe:
1. Der Sucher
2. Feuerjagd
3. Wie ein Fluss in der Nacht











