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Rezensionen von Lilli33:

Mehr Familiendrama als Thriller

Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir

Mehr Familiendrama als Thriller

1967. Die vierzehnjährige Marsibil will sich zum ersten Mal mit ihrem Brieffreund treffen, natürlich heimlich. Doch sie verschläft das Treffen, Und zeitgleich verschwindet ihre Schwester Stina spurlos. Zehn Jahre später plagen Marsibil immer noch Gewissensbisse.

Hat ihr Brieffreund etwas mit Stinas Verschwinden zu tun? All die Jahre hat sie niemandem etwas davon erzählt. Besonders prekär: Marsi hatte sich in den Briefen als Stina ausgegeben. Jetzt, 1979, beginnt Marsi zu recherchieren. Sie will den Fall endlich aufgeklärt wissen.

In der Erwartung, den angekündigten atemberaubenden Thriller zu lesen, griff ich zu diesem Buch - meinem ersten der Autorin. Einen Thriller habe ich aber leider nicht bekommen. Es handelt sich eher um das Drama einer kaputten Familie. Hier wird zu allen Gelegenheiten gesoffen und Probleme werden unter den Tisch gekehrt, anstatt sie zu besprechen. Auf der Suche nach Stina rennt Marsi bei ihren Eltern gegen eine Wand. Sie wollen die alten Wunden nicht wieder aufreißen. Doch Marsi gibt keine Ruhe, bis sie schließlich selbst in Gefahr gerät.

Etwas Spannung kam für mich nur im letzten Viertel des Buches auf, wo endlich mal ein paar Fragen geklärt werden. Die drei Viertel davor ziehen sich scheinbar endlos hin. Immer wieder wird zwischen Stinas und Marsibils Perspektive, zwischen 1967 und 1977 gewechselt. Dabei werden manche Ereignisse doppelt und dreifach beleuchtet, ohne dass wesentliche Fakten hinzukämen. Das fand ich sehr ermüdend.

Auch den Schreibstil mochte ich nicht besonders. Die Wortwahl wirkte etwas gestelzt und hölzern auf mich. Gut fand ich, wie diverse Verdächtige aufgebaut wurden und dass man prima miträtseln konnte, was mit Stina passiert ist. Die Auflösung konnte mich schließlich überraschen.

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Flüssig geschrieben, aber relativ langatmig

Er lügt von Rebecca Taylor McKay

Flüssig geschrieben, aber relativ langatmig

Im August 1960 heirateten Clara und Spencer Carmichael ziemlich überstürzt. Aber dann war Clara lange krank. Daher können sie die Hochzeitsreise erst im Jahr darauf, im August 1961, antreten. Ziel ist das malerische Örtchen Positano an der italienischen Amalfiküste.

Doch von Anfang an fühlt Clara sich nicht wirklich wohl. Als dann noch ein Zettel unter der Tür des Hotelzimmers hindurchgeschoben wird, auf dem „Er lügt“ steht, wird Clara immer unsicherer. Hat ihr Mann etwas zu verbergen oder auf wen bezieht sich der Zettel?

Diese Szene, als Clara den Zettel in die Hand bekommt, ist in der ersten Hälfte des Buches die spannendste. Ansonsten gibt es viele atmosphärische Landschaftsbeschreibungen und Lamentieren über Claras seltsame Krankheit inklusive partiellem Gedächtnisverlust. Am liebsten hätte ich das Buch abgebrochen. Es war mir einfach zu wenig Handlung, zu wenig Spannung.

Ich mochte keine der beteiligten Personen. Spencer wird als „Bösewicht“ aufgebaut, obwohl er sich vordergründig nur um seine Frau sorgt. Clara ist das „Opfer“, und in dieser Rolle geht sie komplett mit Jammern und Ohnmachtsanfällen auf. Dann ist da noch ein anderes Ehepaar, Vivian und Fred, mit denen Clara sich anfreundet, während Spencer seine Frau von ihnen fernhalten möchte. Alle Charaktere bleiben für meinen Geschmack viel zu blass. Ich kam ihnen einfach nicht nahe.

Die zweite Hälfte ist dann etwas spannender geraten, aber von Thrill auch hier keine Spur. Aber jetzt passiert endlich mal etwas. Es kommt zu einigen Zwischenfällen und Wendungen, sodass man beim Lesen wenigstens den Hauch von Spannung erfährt.

Über das Ende kann man geteilter Meinung sein. Ich fand es nicht schlecht.

Insgesamt konnte mich der Debütroman von Rebecca Taylor McKay aber leider überhaupt nicht begeistern, obwohl der Schreibstil gut ist und die Atmosphäre der 1960er Jahre perfekt eingefangen wurde.

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Fesselnder Mystery-Horror-Thriller

Komm spielen von Linwood Barclay

Fesselnder Mystery-Horror-Thriller

Nach einem schrecklichen Ereignis, an dem die Kinderbuchautorin Annie sich die Schuld gibt, und dem Unfalltod ihres Mannes, ist sie nervlich am Ende. Deshalb beschließt sie, zusammen mit ihrem kleinen Sohn Charlie das laute New York für eine Weile zu verlassen und in dem beschaulichen Örtchen Castle Creek wieder aufzutanken.

Doch schon bald wird klar, dass dort etwas nicht stimmt. Die Leute reden komisches Zeug und es geschehen unerklärliche Dinge …

Manche Geschichten lasse ich mir lieber vorlesen, weil sie dann umfassender bei mir ankommen. „Komm spielen“ ist so eine Geschichte. Das Hörbuch erschien im Mai 2026 im Aufbau Audio Verlag und läuft ungekürzt über 13 h 4 min. Gelesen wird es von Anne Düe, und sie macht ihre Sache ausgesprochen gut, verleiht jedem Charakter eine eigene Stimme und bringt die Atmosphäre, die Spannung, den Grusel so perfekt und eindringlich rüber, dass es mich von Anfang an gepackt hat. Ich konnte stundenlang zuhören, ohne mit den Gedanken abzuschweifen, wie das sonst gerne bei mir der Fall ist.

Linwood Barclays Schreibstil ist fesselnd und beklemmend. Die einzelnen Charaktere erscheinen authentisch und sind gut vorstellbar. Sie wirken sehr lebendig und man bekommt beim Lesen/Hören das Gefühl, direkt daneben zu stehen und am Geschehen teilzuhaben.

Die Handlung verläuft in zwei Zeitebenen, in der Gegenwart mit Annie und Charlie und etwa zwanzig Jahre in der Vergangenheit. Zunächst ist die Verbindung noch nicht zu merken, aber natürlich ist sie da. Und das damalige Grauen schwappt immer mehr in Annies und Charlies Leben über.

Über die Handlung kann man geteilter Meinung sein. Es ist kein klassischer Thriller, sondern beinhaltet auch Mystery-/Horrorelemente. Ja, eigentlich sind diese der Kern der Story. Es gibt auch einige sehr explizit grausame Szenen. Wenn einen das stört, sollte man die Finger von dem Buch lassen. Wer das aber mag oder zumindest toleriert, bekommt mit „Komm spielen“ einen spannenden und atmosphärischen Thriller.

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Konnte mich leider nicht packen

Kaltes Versprechen von Katharina Peters

Konnte mich leider nicht packen

Rebekka Just ist neu im LKA Hamburg. Als die von ihr verehrte Kriminalpsychologin Hannah Jakob zu Tode kommt, setzt Rebekka alles daran, den Mord aufzuklären. Die Ausgangslage ist verdammt schwierig, da es absolut keine Hinweise gibt. Daher lässt sie sich auf einen Deal mit dem dubiosen Krølle ein, einem Auftragskiller und Geheimdienstagenten.

Zusammen kommen sie einem fiesen Komplott auf die Spur.

Den Klappentext und auch die Leseprobe fand ich durchaus ansprechend, sodass ich gerne das ganze Buch lesen wollte. Doch schon bald ließ das Lesevergnügen nach, es wurde einfach anstrengend. Dabei ist die Handlung an sich klug durchdacht, interessant und spannend. Durch die Vielzahl der Personen und Rückschauen auf viele verschiedene Altfälle wird es aber etwas verwirrend.

Auch der Schreibstil konnte mich nicht wirklich abholen. Ich fühlte mich eher wie eine Zuschauerin aus großer Distanz, so groß, dass ich das Geschehen zum Teil nur verschwommen wahrnehmen konnte. Es wird viel erzählt und gedacht, ohne dass tatsächlich etwas passiert. Dadurch wird alles unglaublich in die Länge gezogen. Die Charaktere bleiben blass und zuweilen austauschbar. Ihre Beweggründe für ihr Handeln wurden mir nicht immer klar. Das geht schon damit los, dass Rebekka Just sich auf eine illegale Zusammenarbeit mit dem zwielichtigen und für sie absolut fremden Krølle einlässt, nur weil eine entfernte Bekannte ihr das rät. Das klingt für mich absolut unrealistisch und hanebüchen.

„Kaltes Versprechen“ ist der Auftaktband der Reihe um die Kommissarin Rebekka Just und Krølle. Aktuell steht mir nicht der Sinn nach einer Fortsetzung.

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Wichtiges Thema - genial umgesetzt

Keine Angst, Darling von Vera Buck

Wichtiges Thema - genial umgesetzt

In der Gated Community Sancta Familia in Florida lebt die Deutsche Lea mit ihrem Mann Matt und ihrer Tochter Emma. Ihr Leben als Tradwife zeigt sie ihren Followern im Internet. Doch als eines Tages die Posts plötzlich ausbleiben und Lea auch nicht mehr ans Telefon geht, macht sich ihre Schwester Paula große Sorgen.

Kurzentschlossen fliegt sie nach Florida, um Lea zu besuchen. Doch die ist nicht da, angeblich in einem Retreat. Je länger Paula sich an Leas Wohnort aufhält, desto seltsamer erscheint ihr alles. Doch sie lässt nicht locker und macht sich auf die Suche nach Lea …

Gegen ein Leben als Tradwife ist vielleicht nichts einzuwenden - wenn dies freiwillig und ohne irgendwelche Zwänge ist. In „Keine Angst, Darling“ beruht Leas Tradwife-Dasein allerdings auf einer toxischen Beziehung, und diese wird von Vera Buck richtig gut dargelegt. Es werden die Mechanismen identifiziert, nach denen eine solche Beziehung funktioniert und herausgearbeitet, warum sich Betroffene so schwer bis gar nicht daraus lösen und nicht einmal Hilfe von außen annehmen können.

Diese zermürbende und total spannend erzählte Geschichte erleben wir dabei aus verschiedenen Perspektiven. Zum einen begleiten wir Paula bei der Suche nach ihrer Schwester in der Gegenwart, zum anderen sind wir bei Lea vor allem in der Vergangenheit hautnah dabei, wenn sich das Drama entwickelt. Ergänzt werden diese beiden Handlungsstränge durch Transkripts von Leas Postings sowie eine Art Tagebuch. So wird die Handlung von mehreren Seiten betrachtet und zu einem großen Bild zusammengesetzt. Überraschungen gibt es dabei auch einige.

Dass Frauen aus der Gated Community verschwinden oder zu Tode kommen und auch Paula bedroht wird, schürt das Grauen der Lesenden zusätzlich. Dieser Psychothriller geht unter die Haut, ist von vorne bis hinten äußerst spannend und leider gar nicht so realitätsfern.

Absolute Leseempfehlung - auch für Nicht-Thrillerfans.

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Ein typischer Band der Reihe

Bretonischer Glanz von Jean-Luc Bannalec

Ein typischer Band der Reihe

„Bretonischer Glanz“ ist bereits der 15. Band dieser amüsanten Krimi-Reihe, die auch verfilmt wurde. Man kann das Buch aber auch gut ohne Vorkenntnisse lesen; der Kriminalfall ist abgeschlossen.

Commissaire Georges Dupin, der eigentlich im Kommissariat Concarneau arbeitet, verschlägt es diesmal in den Norden der Bretagne, nach Roscoff.

Das berühmte Krimifestival ist gerade voll im Gang und das Zwiebelfest steht kurz bevor, als eine junge Zwiebelbäuerin ermordet aufgefunden wird. Vieles liegt im Argen in Roscoff, und so gibt es etliche Verdächtige im Mordfall Annic Philouze. Dupin, Kadeg und Riwal werden von Nolwenn am Telefon sowie von zwei Roscoffer Polizistinnen unterstützt. Alle zusammen bilden ein gutes Team, obwohl sie lange im Dunkeln tappen.

Wie bei dieser Reihe üblich werden die Landschaft, die Örtlichkeiten und vor allem regionale Speisen und Getränke aufs Ausführlichste beschrieben. Zuweilen war mir das hier etwas zu viel, weil der Kriminalfall dahinter fast zu kurz kommt. Allerdings sorgt dies alles auch dafür, dass man trotz brutaler Morde in Urlaubsstimmung kommt und am liebsten sofort in die Bretagne reisen möchte.

Der lockere Schreibstil, der Kommissar mit ganz persönlichen Eigenheiten, seine Mitarbeiter, deren Schrullen man als langjähriger Fan der Reihe gut kennt, sind Garanten für einige Stunden unterhaltsamen Lesevergnügens. Ein solider Bretagne-Krimi, wenn auch nicht der beste dieser Reihe.

Die Reihe:
1. Bretonische Verhältnisse
2. Bretonische Brandung
3. Bretonisches Gold
4. Bretonischer Stolz
5. Bretonische Flut
6. Bretonisches Leuchten
7. Bretonische Geheimnisse
8. Bretonisches Vermächtnis
9. Bretonische Spezialitäten
10. Bretonische Idylle
11. Bretonische Nächte
12. Bretonischer Ruhm
13. Bretonische Sehnsucht
14. Bretonische Versuchungen
15. Bretonischer Glanz

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Der Herbst des Lebens

Fünf, sechs, sieben, acht von Ewald Arenz

Der Herbst des Lebens

Mit sechzig hat er noch etliche Jahre seines Berufslebens vor sich, denkt Stepptänzer und Choreograf Anton und fällt aus allen Wolken, als sein Vertrag am heimatlichen Theater nicht verlängert wird. Ausgerechnet seine Tochter Emma erhält seinen Job. Anton ist wütend, verletzt und beleidigt, dabei sollte er doch stolz auf seine Tochter sein.

Immer intensiver beschäftigt sich Anton mit dem Älterwerden, mit seinem gelebten Leben und einem vielleicht verpassten. Denn vor fünfunddreißig Jahren verschwand seine damalige große Liebe von jetzt auf gleich spurlos. Wäre alles anders gekommen, wenn er sein Leben mit Jo geteilt hätte anstatt mit Katja? Anton macht sich auf die Suche nach Jo …

Mit seinem feinen Sinn für die Charaktere konnte Ewald Arenz mich auch bei diesem Roman wieder beeindrucken. Die Beschreibungen und die Dialoge lassen die Figuren vor dem inneren Auge zum Leben erwachen. Besonders die Hauptfiguren erhalten einen unverwechselbaren Charakter. Auch wenn sie nicht hundertprozentig sympathisch sind oder in meinen Augen nicht unbedingt recht haben, kann ich doch ihre Verhaltensweisen und Ansichten gut nachvollziehen. Nur Jos Begründung für ihr Verschwinden konnte mich leider gar nicht abholen.

Das Tanzen und die Theaterwelt spielen in diesem Roman eine bedeutende Rolle. Man muss nicht unbedingt selbst tanzen, um die Lektüre genießen zu können, aber eine gewisse Zuneigung sollte möglichst schon vorhanden sein.

Der Autor gibt uns eine Menge Stoff zum Nachdenken über das Leben, das Altern und die Familie. Sehr vieles, was hier angesprochen wird, ist sehr realitätsnah wie zum Beispiel die Konflikte zwischen Eltern und Kindern. Manche Szenen haben mich unglaublich berührt. Vor allem durch Antons neue Schülerin Aya wird so viel Hoffnung transportiert, dass der Roman, der eher düster beginnt, schließlich versöhnlich enden kann.

„Fünf, sechs, sieben, acht“ ist vielleicht nicht Arenz’ bestes Werk, aber auf jeden Fall sehr lesenswert.

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Grandiose Plottwists

Weil sie lügt von Caroline Seibt

Grandiose Plottwists

Seit über einem Jahr ist Juli Brunner verschwunden, ihre Familie an der Ungewissheit und Trauer zerbrochen. Julis jüngere Schwester Anna versucht, den Laden am Laufen zu halten, vor allem für ihren kleinen Bruder, dem die familiäre Situation Angst macht. Und sie versucht herauszufinden, was mit Juli geschehen ist, denn der Polizei traut sie dies nicht mehr zu, schon gar nicht, als ihr Vater als Hauptverdächtiger verhaftet wird.

Ich habe diese spannende und atmosphärische Story von Anfang bis Ende als Hörbuch genossen. Es wurde klasse eingelesen von Rebecca Veil und Elke Appelt. Die Lesung ist ungekürzt und läuft über 9 h 19 min. Die beiden Sprecherinnen teilen sich die Aufgabe. Die eine liest Annas Perspektive, die andere die der Polizistin Katharina Engel. Beide verstehen es super, die Atmosphäre zu den Hörenden zu transportieren. Die Emotionen, die Spannung, die Verzweiflung werden so greifbar und gehen ins Herz.

Die Story hat alles zu bieten, was ein guter Thriller braucht: tiefgründige Figuren, (psychologische) Spannung und ein paar Plottwists. Die Autorin versteht es, Verdächtige aufzubauen, um im nächsten Augenblick wieder alles über den Haufen zu werfen. Mehr als ein Mal hat sie mich auf den Holzweg geführt, nicht nur, was den Täter angeht, sondern auch in anderen Details. Das Netz aus Lügen, aus dem diese Geschichte besteht, ist kaum zu durchschauen. Doch am Ende werden alle Knoten gelöst.

Dieses Hörbuch empfehle ich gerne weiter.

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Unaufgeregter Cosy Crime

Klein aber tot,1 Audio-CD, 1 MP3 von Jo Fischler

Unaufgeregter Cosy Crime

Kommissar Johannes Wunder, genannt Jojo, hat einen verzwickten Fall aufzuklären. Der Journalist Friedrich Frank, der sich bei vielen Bewohnern von Knuffingen äußerst unbeliebt gemacht hat, wurde ermordet aufgefunden. Verdächtige gibt es viele, und viele davon liegen Jojo sehr am Herzen.

So befindet der Kommissar sich in einer Zwickmühle. Bei jedem Schritt nach vorne in seinen Ermittlungen könnte es sein, dass eine Person, die ihm nahesteht, einen Schritt näher ans Gefängnis kommt. Für die Lesenden/Hörenden ist die Lage zum Miträtseln aber perfekt.

„Klein aber tot“ ist der Auftakt einer neuen Reihe, die im Miniaturwunderland in Hamburg spielt. Handelnde sind die dort ausgestellten Figuren. Beim Hören des Hörbuchs hatte ich dabei immer Spielzeugfiguren vor Augen und irgendwie wirkten die Protagonist:innen auch genau so auf mich, irgendwie hölzern und nicht allzu tiefgründig.

Während mich Jo Fischler, der auch als Joe Fischler und Jan Beck bekannt ist, mit seinen Arno-Bussi-Krimis herrlich amüsieren konnte, hat „Klein aber tot“ leider nicht hundertprozentig meinen Geschmack getroffen. Vielleicht waren meine Erwartungen aufgrund meiner Vorerfahrungen mit dem Autor zu hoch bzw. einfach falsch, aber leider ist das aktuelle Werk nicht annähernd so witzig wie die Arno-Bussi-Reihe. Natürlich gibt es auch hier die ein oder andere Szene, bei der man schmunzeln muss, aber insgesamt ist das Buch einfach nicht so spritzig. Wenn zum Beispiel die Rechtsmedizinerin den Kommissar Jojo Wunder immer wieder mit „Wunder, oh Wunder“ empfängt, ist das ein Mal witzig, bei allen weiteren Malen kann ich nur noch müde lächeln.

Simon Jäger rettet die Geschichte durch seine nuancierte Lesung. Dadurch erwachen die Figuren fast zum Leben und werden für die Hörenden greifbar. Das Hörbuch ist ungekürzt und läuft über 7 h 22 min.

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Leichen pflastern ihren Weg

Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset von Tine Dreyer

Leichen pflastern ihren Weg

Die Wechseljahre können einer Frau ganz schön zusetzen. Dies muss auch Liv Steinhammer erfahren, deren Leben durch die Beschwerden komplett auf den Kopf gestellt wird. Wie alles begann, ist nachzulesen in Band 1, „Morden in der Menopause“. Zwar werden im 2. Band der Reihe, „Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset“, die wichtigsten Ereignisse noch einmal kurz erwähnt, aber wenn man das Vorgängerbuch kennt, ist das Lesevergnügen bestimmt noch größer.

Sehr amüsant schildert die Autorin Tine Dreyer (Pseudonym), wie Liv immer tiefer ins Chaos schlittert, obwohl sie alles versucht, um ihr Leben endlich wieder in den Griff zu bekommen. Zwar hat sie die tatkräftige Iza, eine ehemalige Prostituierte, sowie ihre pragmatische Schwiegermutter Marlies an ihrer Seite, doch auch diese beiden können das Chaos nicht aufhalten bzw. vergrößern es sogar noch.

Gut gefallen haben mir auch die kursiv gedruckten Abschnitte, in denen die Protagonistin sich an die Lesenden direkt wendet und ihre Gedanken mit uns teilt sowie auch einige Fakten über die Menopause.

Doch nicht nur die unglücklichen Todesfälle, die Liv zu verantworten hat, sind hier Thema, sondern auch ihre Ehe, Mutterschaft und die Rolle der Frau. Alles mit einem Augenzwinkern und einem großen wahren Kern. ???? Somit greift Tine Dreyer hier auch etliche heiße Eisen an, die so mancher Frau auf der Seele brennen - Tiefgründiges in herrlichen schwarzen Humor verpackt.

Auch wenn die Reihe doch sehr an „Achtsam morden“ erinnert, freue ich mich schon auf eine Fortsetzung, die im letzten Abschnitt des Buches angedeutet wird.

Die Reihe:
1. Morden in der Menopause
2. Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset

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