Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Eternal-Hope:
Vom Unglück der Nachgeborenen
Die glücklichste Familie der Welt von Anna Brynhildsen
Die glücklichste Familie der Welt ist ganz sicher nicht die von Sara im Schweden der Gegenwart. Sara ist 28 Jahre alt, lebt seit fünf Jahren mit ihrem Partner in einer mittelmäßigen Beziehung, weiß seit kurzem, dass sie von ihm schwanger ist und will das Kind abtreiben, hat dafür auch schon einen Termin für kommenden Dienstag.
Doch davor geht es erst einmal für ein Wochenende mit der 16-jährigen Cousine Evi und deren Vater Mats, Saras Onkel, nach Berlin. Dort will die Familie den Stolperstein besichtigen, der vor dem Haus liegt, aus dem ihre vor kurzem verstorbene Großmutter Irma als Jugendliche mit einem Kindertransport nach Schweden fliehen musste, während andere Familienmitglieder bald darauf vom NS-Regime ermordet wurden. Außerdem gibt es alte Briefe von Oma Irma, die sie damals mit ihren Eltern ausgetauscht hat, solange das noch möglich war. Diese sind auf Deutsch und von der schwedischen Nachkommenschaft konnte sie bisher keiner entziffern, nun möchte vor allem Mats die Briefe dem Jüdischen Museum in Berlin als Geschenk übergeben.
Auch Evi hat es nicht leicht im Leben. Eine Außenseiterin war sie in der Schule schon, bevor ihre jüdische Identität bekannt wurde, doch diese hat es nicht besser gemacht. Einsam und allein hat sie kaum Freunde, die Beziehung der Eltern ist dabei, in die Brüche zu gehen, Evi verletzt sich immer wieder selbst und hat einen Suizidversuch hinter sich, ihre engste Vertraute ist die 12 Jahre ältere Cousine Sara. Evi ist still und verschlossen, und wenn sie mal einen Wunsch äußert, etwa den, die Briefe vielleicht doch zu behalten, wird dieser von der Familie ignoriert bis überhört.
Es ist ein stilles, ruhiges Buch, das sich ausführlich Zeit für Details nimmt. Überwiegend geht es um das Wochenende der drei Menschen in Berlin, um Spaziergänge, Begegnungen und Verwicklungen dort. Eingeflochten ist das Thema der jüdischen Identität und was es bedeutet, in mittlerweile zweiter bis dritter Generation von Vertriebenen und Ermordeten abzustammen.
Immer wieder wird die Handlung in der Gegenwart durch einen Rückblick in die Vergangenheit der 1930er Jahre unterbrochen, als es kurzfristig "die glücklichste Familie der Welt" in Berlin gab, denn Irma und ihre jüngere Schwester Nina fühlten sich von den Eltern, einem jüdischen Ärztepaar, überaus geliebt, ernst genommen und auf Augenhöhe behandelt.
Alle Entscheidungen wurden gemeinsam im Familienrat besprochen und getroffen, die Kinder hatten viel mitzureden... bis auf die letzte Entscheidung, als die Eltern schweren Herzens und gegen den Widerstand der Kinder diese mit dem Kindertransport ins rettende Skandinavien schickten, in der Hoffnung, später nachkommen zu können. Wie man so eine Entscheidung treffen könnte und sich von den eigenen Kindern dafür trennen würde, statt als Familie zusammenzubleiben, das würde Irma erst viel später, als sie selbst schon Mutter war, verstehen.
Insgesamt ist es ein Buch, in dem zumindest auf der Gegenwartsebene nicht sehr viel passiert und das sich dafür Zeit nimmt, uns die Personen in ihren inneren Konflikten, ihrer Zerrissenheit, Isolation und Suche nach Verbundenheit und Verstehen durch viele kleine Alltagsdetails vorzustellen. Nicht alle offenen Fragen werden am Ende beantwortet sein, das lässt uns Leserinnen und Leser vielleicht nachdenklich und fragend zurück, ist aber vielleicht auch ein adäquater Spiegel für das Befinden der Charaktere. Ich kann das Buch allen empfehlen, die nachdenkliche, ruhige Bücher zu tiefgründigen Themen mögen.
Rezensionen von flyingmouse88:
Realistische Vorbereitung
Hallo, jetzt bin ich Vorschulkind! von Johanna von Vogel
Das Buch „Hallo, jetzt bin ich Vorschulkind“ von Johanna von Vogel und Yvonne Sundag hat uns wirklich überzeugt und kommt auch bei meinem Sohn sehr gut an.
Schon beim ersten Durchblättern fällt die hochwertige Gestaltung auf: Die stabilen, dicken Seiten liegen angenehm in der Hand und machen das Buch besonders kinderfreundlich.
Die liebevollen und farbenfrohen Illustrationen laden zusätzlich zum Entdecken ein.
Inhaltlich begleitet man die kleine Anna durch ihr gesamtes Vorschuljahr – vom Start nach den Sommerferien bis hin zu einem sommerlichen Abschlussfest. Dabei werden typische Erlebnisse und Aktivitäten aus dem Alltag eines Vorschulkindes anschaulich dargestellt, sowohl drinnen als auch draußen. Auch die verschiedenen Monate im Jahresverlauf werden immer wieder aufgegriffen, was dem Buch eine schöne Struktur gibt.
Besonders gelungen ist, wie das Buch Kinder spielerisch auf die neue Lebensphase vorbereitet: Es erklärt neue Aufgaben, nimmt aber gleichzeitig mögliche Ängste und zeigt, dass neben den Übungen vor allem der Spaß nicht zu kurz kommt.
Ein echtes Highlight sind die interaktiven Elemente: Die Kinder werden immer wieder dazu angeregt, Dinge auf den Seiten zu suchen oder mitzurätseln. Dadurch eignet sich das Buch nicht nur zum Vorlesen, sondern auch wunderbar zum eigenständigen Entdecken und gemeinsamen Gespräch.
Insgesamt ist es ein liebevoll gestaltetes und durchdachtes Buch, das Kinder auf ihrem Weg zum Vorschulkind begleitet und dabei sowohl unterhält als auch stärkt.
Rezensionen von Herwig Oberlerchner:
Der Engel mit ernstem Gesicht
Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht von Josef Winkler
Wenn Maria, Josef Winklers Schwester, in jener Sommersaison nicht in Döbriach am Millstättersee als Konditorin gearbeitet hätte und nicht schon vor Saisonende ins Elternhaus zurückgekehrt wäre, hätte die leidenschaftliche Mehlspeisenfabrikantin dort nicht den auch aus dem Tritt geratenen Bruderautor vorgefunden, sondern vielleicht eher den Weg nach Paris genommen und hätte dort in der Patisserie Chaim Soutine in der Rue Chabrol Kirschkuchen und andere Köstlichkeiten gebacken.
Und Josef Winkler hätte sie dort auf einer seiner Reisen zu Peter Handke besuchen können. Hätte er sie aus der Kreuzdorfwelt rausreißen können, so wie er Unterstützer und Rausreißer hatte, um nicht in die Kameringer Jauchengrube zu fallen und zu ersticken? Dafür hätte es jedoch nicht nur externe Hilfe gebraucht, sondern auch Mut und Biss, doch schon früh lässt sich Maria unnotwendigerweise alle Zähne im Oberkiefer ziehen, die Prothese und ihre Trägerin schwimmen dann in der familiären und bäuerlichen Welt wie Goldfische weiter, schwimmen wie die Prothese des Vaters im Glas im trüben Winklerwasser. Potentielle Liebhaber bleiben vorm Haus, denn Liebe, Zärtlichkeit und Körperlichkeit sind zutiefst irritiert durch die schleimige Mischung aus Blut, Schweiß, Tränen, Jauche und anderen Körpersäften, die mitunter auf Marias Körper oder Bettdecke landen, gegen die es keinen Gegenzauber zu geben scheint, obwohl der Fundus in der katholischen Kirche ja eigentlich umfassend und reichhaltig ist. Passiert die Kontaminierung der Sexualität, das Abweichen in eine resignativ-einsame Welt beim Streicheln des Fuchses im Pferdestall, zu dem der Großvater seine Enkelin immer wieder auffordert? Weicht dort jegliche Hoffnung auf in zwischenmenschlicher Liebe und nicht in viehischem Begehren befriedigbare Sehnsüchte? Und wer lebt im ominösen, Maria regelmäßig heimsuchenden und lockenden Vegetarier weiter? In der dünnen Ritze zwischen Lust und Unlust beginnt der „Wahnsinn“ der Schwester zu gedeihen. Während der Seppl über ein breiteres Bewältigungsrepertoire verfügt, die archaischen, viehischen Dorf- und Familienbilder über unzählige Wiederholungen in Sprache verwandelt und ihnen so den betäubenden Schrecken nimmt, bleibt die verletzliche Maria in den Bildern stecken. Oft helfen sich zwar die Kinder/die Jugendlichen das Unerträgliche, die Entwertungen und das Unbesprochene zu ertragen, hilft Lachen, Laufen, Beten, kommen Trost und Tröstung auf, doch zu den innersten Nöten stoßen die nicht vor, auch nicht die Depotspritze gegen die vermeintliche Depression.
Das Buch kommt daher wie Winkler selbst, oft irritiert und verunsichert er wie das erste Kapitel durch Wucht und Impulsivität beim Eintreffen, dann tritt der sanftere und behutsame Mensch in den Vordergrund, um beim Abschied wieder zu toben. Das erste Kapitel führt in eine überfordernde Welt verwirrender Assoziationen, dann beruhigt sich der Autor und wir lesen eine liebevolle, zarte Episodenfolge im Gedenken an die Schwester aber auch die Eltern. Ja, altbekannte Bilder und Figuren tauchen auf, und je öfter, desto harmloser und ihres Schrecken beraubt. Die Moorleiche des Massenmörders Globocnik, die das Getreide der Familie düngt und so bis in die zellulären Strukturen jedes Familienmitglieds vordringt, wird zur bereits mit Vorfreude erwarteten Handpuppe im Kasperletheater des Bauerndorfes. Und so macht es Winkler mit vielen auch aus den Vorbüchern bekannten Elementen, die Wiederholung „entschreckt“, potentielle Traumen werden so zu Märchensequenzen und erträglichen, schon fast herbeigesehnten, verharmlosten Bildern und beruhigend vertrauten Formulierungen. Der Lesegenuss des mittleren Teiles bleibt auch im letzten Drittel erhalten, doch die Stimmung ändert sich, jetzt wird mit Verwandten vor Gericht gezogen, abgerechnet. Das Requiem für die Schwester mutiert zur Anklage gegen die Verwandten, so entsteht statt Trauer Wut, statt Tränen Schaum.
Noch deutet Winkler Versöhnungsbereitschaft gegenüber nur wenigen Menschen aus seiner Vergangenheit an, dem Vater, der Mutter, in diesem Buch dem Schicksal der Schwester Maria gegenüber, mit vielem anderen hadert er weiter in der vertrauten kraftvollen, provozierenden Intensität.
Vermutlich das beste und intensivste Buch Winklers. Nachdenklich und zart hält er die Hand der Schwester, die Schwester an der Hand.
Rezensionen von peedee:
Arbeit, Arbeit, Arbeit
Herzklopfen to go von Catherine Bybee
Ein Milliardär fürs Glück, Band 3: Alexandrea „Alex“ Stone leitet mit ihren Brüdern das milliardenschwere Familienunternehmen. Nicht alle Geschäftspartner:innen oder Mitarbeitenden sind den Geschwistern wohlgesonnen. Als eine Bombendrohung eingeht, die persönlich an Alex gerichtet ist, gerät ihr Leben aus den Fugen.
Ein grosses Sicherheitsdispositiv wird aufgezogen, dazu gehört Hawk Bronson, der fortan ihr persönlicher Leibwächter ist. Er hat die dunkelsten Seiten der Welt gesehen und weiss, dass Gefühle ein grosses Risiko darstellen. Aber schliesslich ist dies hier nur ein Job, nichts Persönliches – auch wenn Alex ihm ausnehmend gut gefällt…
Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover auf überraschend dunklem Violett – gefällt mir.
Dies ist Band 3 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (aber auf eigenes Risiko, denn es wird Lesegenuss verpasst!).
Alex ist ein Workaholic: Obwohl ihr ihr verstorbener Vater verhasst war, will sie dessen Erbe – Stone Enterprises – nicht einfach sich selbst überlassen. Es sind so viele Menschen von ihr abhängig, und die will sie nicht im Stich lassen. Unablässig versucht sie, das Unternehmen auf Kurs zu halten und die Unsicherheiten, die durch den Tod des Firmengründers entstanden sind, zu beseitigen. Die Bombendrohung scheint für Alex zuerst nur lästig, denn sicherlich wird es eine Finte sein. Als sie dann erfährt, dass die Drohung ihr persönlich galt, ändert sich alles. Die Jagd nach demjenigen, der hinter der Bombendrohung steckt, gestaltet sich erwartungsgemäss sehr mühsam. Und es sollte nicht die letzte Drohung sein…
Wenn ich mir nur vorgestellt habe, wie viel Alex arbeitet, war ich schon müde. Sie hatte gar keine Zeit, sich etwas zu gönnen. Immer nur Arbeit, Arbeit, Arbeit! Für Privates blieb sie keine Zeit. Und für die Liebe schon gar nicht. Sie erwähnte, dass es für Frauen mit hohem IQ und/oder hohem Vermögen schwierig ist, einen Mann zu finden, der ihr auf Augenhöhe begegnet. Das ist traurig, aber wohl leider wahr.
Alex hat mir sehr gefallen, ebenso Hawk. Seine Vergangenheit beschert ihm Alpträume, aber er nimmt sich keine Zeit, diese aufzuarbeiten. Das Wiedersehen mit den anderen war gelungen. Die 475 Seiten waren viel zu schnell ausgelesen – 4 Sterne für diesen lesetechnischen Ausflug in die Welt von Macht und Geld.
Rezensionen von Lesemama:
Teil zwei einer Reihe
King of My Fears von Abby North
Bei King of my Fears handelt es sich um das zweite Buch einer Reihe. Genauer um eine Fortsetzung, man sollte Kind of my Scars gelesen haben
Zum Buch:
Arianna glaubt, sie hat es geschafft. Ihre Liebe zu Denham King wird erwiedert, ihr Ex ist wirklich ein Ex. Dann taucht er wieder auf, bedroht sie und vor allem Denhams Existenz, sein Hotel.
Um Denham zu schützen, lässt sich Arianna wieder mit ihrem Ex ein.
Meine Meinung:
Wie schon erwähnt, handelt ea sich um eine Fortsetzung, man sollte dringend den ersten Band gelesen haben.
Es geht da weiter, wo der erste Band aufhört, aber es konnte much trotzdem nicht so mitnehmen wie das erste Buch. Ja, es war spannend, vor allem der Showdown am Ende. Aber dennoch hatte es für mich nicht den Sog wie Buch eins. Trotzdem ekne gelungene Fortsetzung und ein schönes Ende.
Rezensionen von Lesemama:
Spannend und überraschend
King of My Scars von Abby North
Zum Buch:
Arianna hat alles hinter sich gelassen. Ihre Heimat in der Nähe von Las Vegas, ihre Mutter, ihre beste Freundin, sogar ihren Namen. Und das alles nur, um ihrem gewalttätigen Verlobten zu entkommen. Jetzt, eineinhalb später, hat sie einen anderen Namen, ein anderes Leben und einen Ehemann.
Als dieser die Hand gegen sie erhebt, flieht sie zurück nach Vegas und kommt in dem Hotel von Denham King unter. Und plötzlich könnte sie ein ganz anderes Leben haben.
Meine Meinung:
Es beginnt mit Ariannas Ehe. Mit ihrem Mann, der sich verändert hat und sie bedroht. Also geht sie zurück in ihre Heimat, in ihr altes Leben, in der Hoffnung, dass ihr ehemaliger Verlobter die Suche mittlerweile aufgegeben hat. Im Hotel von Denham King wollte sie nur kurz luftholen, aber es knsitert dermaßen zwischen den beiden.
Soweit, so normal. Zwei Menschen treffen aufeinander, vergucken sich und bauen eine Beziehung auf. Es ist heiß, was die beiden füreinander empfinden, die Chemie stimmt. Abwechslungsreich erzählt, eigentlich total süß aber dann kommt eine Wendung, mit der ich nicht gerechbet hatte. Und das Buch ist zuende. Zu. Glück lag das zweite schon bereit
Rezensionen von Katharina:
Spannend
The Crane and the Nightjar von Ada Bailey
Mir hat The Crane and the Nightjar ganz gut gefallen, das tolle Cover allein sticht einem schon total ins Auge. Inhaltlich geht es um Zara, die im Gefängnis auf ihre Hinrichtung wartet, bis der König ihr anbietet, durch einen gefährlichen Wettkampf und Auftrag ihre Freiheit zurück zu erlangen. Die Geschichte ist insgesamt wirklich spannend und atmosphärisch.
Es gibt viele Intrigen, Kämpfe, tödliche Spiele und dazu ein interessantes Magiesystem mit verschiedenen magischen Fähigkeiten. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und angenehm zu lesen und es wird aus mehreren Sichtweisen erzählt. Die Liebesgeschichte war ganz gut ausgearbeitet, auch wenn mir die starken Gefühle an der ein oder anderen Stelle zu plötzlich kamen. Crane und Zara hatten aber trotzdem eine schöne Chemie und haben sich gut ergänzt. Insgesamt also ein toller Debüt Auftakt, der Lust auf mehr macht.
Rezensionen von Petra:
Mut
Pina fällt aus von Vera Zischke
Es heißt es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen. Umgemünzt auf dieses Buch, braucht es drei seltene Vögel um einen gehandicapten jungen Mann durch das Leben zu begleiten.
Pina ist allein erziehend mit einem autiistischen Sohn. Als sie eines Tages zusammenbricht und ins Krankenhaus kommt.
Steht ihr Sohn Leo allein da, er ist aufgrund seiner eingeschränkten Kommunikation nicht fähig sein Leben allein zu bewältigen. Im Haus lebt noch die 86jährige Lilly, die junge rebellische Zola und der zurückhaltende Woitzek. Eigentlich leben die vier Parteien nebeneinander her. Nur Lilly und Pina haben ein wenig Kontakt. Pina kauft ein, während dessen passt Lilly auf Leo auf. Ansonsten lebt jeder für sich und allein.
Nun stehen die drei vor der schier unmöglichen Aufgabe sich um Leo zu kümmern.
Die Autorin beschreibt in diesem Buch wie Menschen über sich selbst hinaus wachsen. Allle haben ein Handycap nicht nur Leo. Bei Lilly ist es die Einsamkeit, sie hat sich zurück gezogen nachdem ihr Mann starb, Zola ist nur zornig auf alles und jeden. Woitzek, ist als Kind aus Polen gekommen und nie richtig heimisch geworden. Gemeinsam wachsen sie an ihrer Aufgabe über sich hinaus. Sie betrachten die Umwelt nicht mehr als etwas was eine Gefahr darstellt sondern als eine Herausforderung bei der sie Leo helfen sie zu bewältigen. Pina muss dagegen lernen das sie auch Befürfnisse hat, das sie nicht alles allein schaffen kann.
Die Figuren sind jede für sich sympathisch, unterschiedlich in ihrem Auftreten, trotzdem kann man sie verstehen, sich in sie hinein versetzen und ihre Gedanken nachvollziehen. Gemeinsam versucht man mit ihnen Leos Bedürfnisse zu verstehen und ihm in seiner eigenen Welt begleiten. Leos Blick wie er beschrieben wird, möchte ich als Leserin auch einmal erleben und dann wissen das er mich für einen kurzen Moment in seine Welt mitgenommen hat.
Rezensionen von Pusteblümchen:
Amüsanter Serienstart zum Wohlfühlen
Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick von Bente van der Meer
Das Leben kann sich so schnell ändern und genau diese Erfahrung müssen auch Isabell Duval und ihre beiden erwachsenen Kinder Clara und Lucas machen. Bisher haben sie gut gelebt, da Sebastian Isabells Mann und Clara und Lukas Vater gut verdient hat. Wegen eines Steuerskandals muss er ins Gefängnis und der Rest der Familie flieht nach Deerhusen an die Nordsee zu Isabells Schwester Stine.
Diese betreibt dort eine Pension, die nicht mehr im allerbesten Zustand ist und dringend ein Update benötigt. Abgesehen davon, dass die Schwestern wegen eines Streits seit 30 Jahren nicht mehr miteinander gesprochen, sind sie so unterschiedlich, dass hier wirklich Welten aufeinander prallen.
Bei diesem Buch bin ich durch die Seiten nur so durchgeflogen. Es ist leicht zu lesen und gleichzeitig ausgesprochen amüsant. Isabell hat sich dermaßen an ihr Luxusleben gewöhnt, dass sie im Laufe der Zeit ein wenig weltfremd geworden ist, da ist die Fallhöhe groß. Ihre Kinder stehen ihr dabei nicht wirklich nach.
Der Schauplatz in Deerhusen ist wirklich ein idyllisches Örtchen und vermittelt eine Atmosphäre zum Wohlfühlen, in die ich gerne im zweiten Band wieder eintauchen werde.
Rezensionen von Pusteblümchen:
Über Herausforderungen und Menschlichkeit
Pina fällt aus von Vera Zischke
In ihrem neuen Roman schreibt die Autorin, die selbst Mutter eines autistischen Kindes ist über das Leben von Pina, eine Mutter, deren Sohn Leo Autist ist.
Leo ist zwanzig Jahre alt und lebt in seiner eigenen Welt. Pina kennt seine Welt, weiß was für Leo wichtig ist und worauf es ankommt. Sie ist sehr fürsorglich und inzwischen auch sehr erschöpft.
Der Alltag ist einfach anstrengend. Zu ihren Nachbarn Zola, Wojtek und Inge, haben sie und Leo keinen großen Kontakt. Lediglich Inge passt ab und zu auf Leo auf, wenn Pina für sie einkaufen geht. Genau während so eines Einkaufs bricht Pina zusammen und kommt mit einem Magendurchbruch ins Krankenhaus. Niemand weiß, was passiert und nach anfänglicher Konfusion, wachsen die Hausbewohner zu einer Gemeinschaft zusammen.
Die bunte Truppe, die so gar keine Gemeinsamkeiten hat, hat sich während des Lesens in mein Herz geschlichen. Es ist einfach schön zu lesen, wie aus einer Situation der Überforderung und aus der Not heraus ein menschliches Miteinander entsteht, mit dem allen geholfen ist. Es ist nicht immer einfach seine Komfortzone zu verlassen, aber es lohnt sich und sorgt hier für herzerwärmende Momente.










