Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ekiam:
Fake Dating in der Hochzeitssaison
Fake Date Me. Neun Hochzeiten zum Verlieben von Michaela Tiedemann
Lilys Freundeskreis gehört zur High Society – nur sie leider nicht. Als eine Hochzeit die nächste jagt, kosten diese und die dazugehörigen Junggesellinnenabschiede eine Menge Geld. Thomas von Sternenfels, ebenfalls Teil des Freundeskreises und gerade medienwirksam von seiner Influencer-Freundin verlassen worden, ist plötzlich wieder begehrter Junggeselle.
Er macht Lily daher ein ungewöhnliches Angebot: Er übernimmt die Kosten für Junggesellinnenabschiede und Hochzeiten, wenn sie im Gegenzug seine Freundin spielt. Eine Zweckgemeinschaft ohne Gefühle – mit klarem Enddatum.
Fortan begleiten sich die beiden zu einer Feier nach der anderen, die sich gegenseitig an Opulenz übertreffen. Doch während Lily versucht, ihre Rolle überzeugend zu spielen, merkt sie schnell, dass Thomas ganz anders ist, als sie zunächst dachte. Doch er hat sehr deutlich klargemacht, dass er keine neue Beziehung möchte.
Michaela Tiedemanns Schreibstil macht unglaublich viel Spaß. Er ist locker, flüssig und voller Charme, sodass man nur so durch die Seiten fliegt. Besonders Lilys bodenständiger Blick auf die Welt der Reichen sorgt immer wieder für humorvolle Momente. Die High Society wird mit einem liebevollen Augenzwinkern aufs Korn genommen – und die Kassenstürze am Ende jedes Kapitels mit Lilys Kommentaren zu den Ausgaben sind einfach herrlich und haben mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht.
Auch die Nebenfiguren sind wunderbar gelungen. Lilys beste Freundin Nina sowie Thomas’ Geschwister Valerie und Nick bringen zusätzliche Dynamik in die Geschichte und tragen spürbar zur Entwicklung zwischen Lily und Thomas bei.
Ein klein wenig unsicher wirkt Lily im Verlauf der Handlung manchmal, was für mich nicht ganz zu ihrem anfänglichen Auftreten passt – dem Lesespaß tut das aber kaum einen Abbruch.
Für mich ist dieses Buch ein absolutes Wohlfühl-Highlight: romantisch, humorvoll und mit einer wunderbar unterhaltsamen Hochzeitskulisse. Definitiv eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe!
Rezensionen von nil_liest:
Besinnen beim Lesen auf das Wesentliche
Wasser, Felsen, Wut von Sara Pütter; Reisedepeschen
Ich lese viel. Ich lese gerne. Ich lese auch gerne Texte und Romane, die fern ab meiner täglichen Realität spielen. Mich mitnehmen in Gegenden, die ich nicht kenne. Die mich in Situationen schleudern, die ich nicht möchte. Überforderung in gedruckter Form macht auch resilienter, im Kopf leidet man mit.
Auch das Gegenteil ist der Fall, freudige Ereignisse durchlebt man gerne mit Protagonisten/innen und die Neuronen feuern auch hier bei mir im Hirn.
Warum die lange Vorrede zu diesem Buch? Um es einzuordnen. Sara Püttner nimmt uns mit auf einen außergewöhnlichen Trip nach British Columbia in Kanada und schließt sich dort (fast zufällig) zwei Männern an, die zum Jagen in die nördliche Wildnis aufbrechen. In Gegenden in denen die Natur noch die Oberhand hat und jeder Ausflug, jede tierische Begegnung oder Verstrickung im Dickicht den Tod bedeuten können.
Das Buch ist wie ein Tagebuch geschrieben, sehr detailliert in dem was sie tut, warum sie es tun und wie die Tage verlaufe mit den emotionalen Höhen und Tiefen. Und hier ist das befriedende Element des Buches. Es liegt keine Wertung vor, es wird kein Roman mit Spannungsbogen erzählt, sondern ein Abbild eines Lebens geschildert, dass wir in Deutschland, tief in der Zivilisation nicht kennen und spüren.
Als Bettlektüre vor dem Einschlafen sehr zu empfehlen um dem täglichen Rauschen der viel zu vielen Eindrücke zu entrinnen und sich dem Wesentlichen wieder anzunähern. Sara Püttner beschreibt auch diese Entkoppelung von Mensch und Natur – aus ihrer Perspektive – sehr treffend. Auch wie Balsam für die Seele sind die meist gelungenen Begegnungen mit fremden Menschen, die sich hier offen auf einander einlassen.
Kein Roman, eine entspannende Lektüre und aus meiner Sicht ein Minimalismus-Plädoyer mit offenen Armen der Welt und vor allem der Natur zu begegnen.
Rezensionen von katl2:
Leise Worte mit großer Wirkung
Die Liste der Lebenden von Stefan Kutzenberger
Der schlichte, beinahe etwas skizzenhafte Cover verbirgt, welch starke Geschichte sich hinter diesem verbirgt.
Nach dem größten Schiffsunglück des 19. Jahrhunderts, dem Brand und anschließendem Untergang der "Austria" treibt Henriette Wulff allein auf einer Holztür auf den erbarmungslosen Wogen des Meeres.
In Gedanken ist sie dabei aber Meilenweit weg, bei ihrem Freund, Hans Christian Andersen, bekannt für seine wunderschönen, aber unendlich traurigen Märchen.
Dieselbe Melancholie fängt auch der Autor Stefan Kutzenberger ein. Sie ist das Grundgerüst, auf dem diese Geschichte steht, die dieses Buch zu etwas ganz Besonderem macht.
Als Briefdialog verfasst berichten Henriette und Andersen abwechselnd von ihren Gedanken und Gefühlen: zu dem Unglück, zu den politischen Turbulenzen der Zeit, die Hoffnung, welche Amerika damals für die Menschen noch verkörperte, bis hin zu ihren Emotionen und Wünschen.
Meilenweit getrennt treffen sich ihre Gedanken und weben eine fiktive Geschichte mitten hinein in die wahren Begebenheiten der Zeit. Denn all dies, das Schiffsunglück, die Protagonisten, den freundschaftlichen Briefwechsel davor. Das alles gab es wirklich. Nur dieser letzte Gedankenaustausch, in seiner mutigen Verletzlichkeit, den gab es nicht.
"Die Liste der Lebenden" gab es, gibt es immer noch, doch wie Anderson es richtig erkannte, braucht es Mut, diese zu lesen. Denn mit der Gewissheit stirbt auch die Hoffnung.
Es ist ein unglaublich berührendes Buch und ein Muss für all jene, die historische Begebenheiten in Romanform gegossen lieben. Doch trotz seiner wenig anmutenden Seiten dauert es, dieses Buch zu lesen. Denn die Geschichte fordert die Zeit ein, die sie braucht, um anzukommen und verstanden zu werden.
Rezensionen von Anndlich:
Auszeit in Wilsgrave
Ein Zuhause im Frühling von Julie Caplin
Ella benötigt dringend eine Pause von ihrem Leben im London und vor allem von ihrem Partner. Deswegen nutzt sie die Gelegenheit, die sich ihr bietet und bezieht für ein halbes Jahr das Cottage ihrer verreisten Patentante und zieht ins kleine Örtchen Wilsgrave.
Allerdings hat Ella nicht mit der vierbeinigen Mitbewohnerin Tess gerechnet und auch die Dorfbewohner sind aufdringlicher als Ella vermutet hätte und der Tierarzt merkt schnell, dass Ella wenig Ahnung im Umgang mit Tess hat.
Während der gemeinsamen Spaziergänge lernt Ella nicht nur einiges über Labradore, sondern auch über den verschlossenen Tierarzt.
Ein Zuhause im Frühling ist der erste Band der Country Escapes Reihe von Julie Caplin. Ich habe von der Autorin schon viel Gutes gehört und wollte deswegen unbedingt auch einen Roman von ihr lesen.
Caplins Schreibstil ist angenehm flüssig und ruhig erzählt, selbst kleinere und größere inhaltliche Dramen fügen sich gut in dieses Bild ein, sodass das Buch durchgehend einen wohlfühlendes Gefühl erzeugt. Die Protagonistin Ella macht im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch, die sie nicht nur nahbarer wirken lässt, sondern auch sympathischer. Die Entwicklung ist durchgehend authentisch, weswegen es leicht fällt sich in die Protagonistin hineinzuversetzen. Während ich mit Ella erstmal warmwerden musste, konnte ich Devon schneller einordnen und fand vor allem seine Story ganz interessant.
Ich mochte die ruhige Erzählweise total gerne, gleichzeitig hat mir aber das gewisse Etwas gefehlt, das mich unbedingt einen weiteren Roman der Autorin lesen lassen möchte. Den zweiten Teil kann ich mir jedoch definitiv vorstellen, weil einem im Laufe der Geschichte nicht nur die Protagonist:innen ans Herz wachsen, sondern auch die Nebencharaktere!
Ein Zuhause im Frühling ist ein toller Wohlfühlroman, der sich hervorragend zum Runterkommen und Abschalten eignet.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Wichtige Erkenntnisse der Psychologie allgemeinverständlich vermittelt
Was dein Leben leichter macht von Sina Haghiri
Sina Haghiri arbeitet als psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis. Schon in seinem ersten Buch "Mit Nachsicht" (Taschenbuchtitel: "Besser als du denkst") hat er wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig humorvoll, persönlich und praxisnah aktuelle psychologische Erkenntnisse an ein breites Publikum vermittelt.
Diesem Ansatz bleibt er auch in diesem neuen Werk treu. Diesmal geht es um zwanzig wichtige Erkenntnisse aus der Psychologie, die leicht verständlich vermittelt werden und die jede/r für sich im eigenen Leben anwenden kann, um ein glücklicheres, psychisch gesundes und als sinnvoll erlebtes Leben zu führen.
Das Buch ist in vier große Überkapitel geteilt: Alltag, Psyche, Gesellschaft und Gesundheit, die sich wiederum in je fünf Themenkapitel zu einem Erkenntnisaspekt aufteilen. Oft sind die Erkenntnisse vordergründig ganz simple, die dabei aber sehr wirkungsvoll sein können: es geht zum Beispiel um einen Mann mit Erektionsschwierigkeiten und Kinderwunsch, der schon alles versucht hat, und dem ein unkonventioneller Tipp schlussendlich hilft, sein Problem zu bewältigen.
Zum Thema Schlafen wird erklärt, dass viele Menschen ein falsches Bild vom gesunden Schlaf haben (evolutionär betrachtet ist es üblich, viele Male in der Nacht zu erwachen, oft, ohne dass wir uns später daran erinnern) und es bei vielen Schlafproblemen hilfreich sein kann, sich nicht zwingen zu wollen, eine bestimmte Anzahl an Stunden durchzuschlafen, ohne aufzuwachen. Dann geht es um Achtsamkeit und ganz im Moment sein, und zwar fernab jeglicher Esoterik, vermittelt am Beispiel des legendären Piloten, der eine sichere Landung am Hudson-River schaffte, indem er alle Ablenkungen ausblendete und sich ganz auf sein Ziel konzentrierte.
Auch die Gemeinsamkeiten von Therapie und Religion und was erstere von letztere angepasst an die moderne Zeit lernen könnte, ist ein Thema, genauso wie praktische Tipps zum regelmäßigen Überprüfen des eigenen psychischen Zustandes ("Seelen-TÜV"), um frühe Warnzeichen zu entdecken und der Wert des Erkennen des eigenen Vermächtnisses im Sinne der Generativität für einen friedvollen Rückblick und Abschied, wenn sich das Leben dem Ende zuneigt.
Das waren nur ein paar Beispiele für die vielen spannenden in diesem Buch vermittelten Erkenntnisse. Das Buch liest sich sehr leicht und angenehm, der Autor erzählt in einem persönlichen Stil, mit vielen Beispielen aus der Forschung und aus seiner eigenen Praxis. Das macht die Inhalte gut verständlich, unterhaltsam, leicht zu verstehen und ins eigene Leben zu integrieren. Es ist ein Buch, das ich auch vielbeschäftigten Menschen empfehlen kann, weil die Kapitel jeweils für sich stehen und sich gut ein Kapitel in wenigen Minuten vor dem Einschlafen, unterwegs oder in einer Pause lesen lässt, um dann die Erkenntnisse wirken zu lassen und darüber nachzudenken.
Selbst für mich, die ich selbst studierte Psychologin bin, war so einiges Neues dabei bzw. wurden mir bekannte Inhalte in einem neuen Kontext betrachtet. Primär richtet sich das Buch aber natürlich an Menschen, die noch nicht viel Vorwissen im Bereich Psychologie haben und sich für Persönlichkeitsentwicklung, Selbsterkenntnis und psychische Gesundheit interessieren. Es ist ein wertvolles Werk, um psychologische Erkenntnisse aus Forschung und Praxis allgemeinzugänglich zu machen. Absolute Leseempfehlung!
Rezensionen von Eternal-Hope:
Die vielen Aspekte des Mutter-Seins
Alle meine Mütter von Lena Gorelik
Für "Alle meine Mütter" hat sich Lena Gorelik, deutsche Autorin mit russisch-jüdischen Wurzeln, die als Kind Anfang der 1990er Jahre als "Kontingentflüchtling" nach Deutschland gekommen ist, tiefgründige Gedanken gemacht, Gespräche geführt und ausgiebig recherchiert. Herausgekommen ist ein vielfältiges Kaleidoskop dessen, was es bedeuten kann, Mutter zu werden, Mutter sein zu wollen, nicht mehr Mutter zu sein, keine Mutter werden zu wollen usw.
Das Buch beginnt mit einer Szene in einer sowjetischen Abtreibungsklinik, in der dutzende Frauen hoffen, heute noch drangenommen zu werden, was Glück und Protektion erfordert. Freundlich werden sie dort nicht unbedingt behandelt, aber die Abtreibung ist verfügbar.
Dazu berichtet die Autorin historische Daten darüber, wie zugänglich, kostenlos, aber auch allgemein verbreitet und fast als Verhütung angesehen Abtreibung in der Sowjetunion war: dass die allermeisten ersten Schwangerschaften in einer Abtreibung endeten und nicht selten eine Frau zehn oder mehr Abtreibungen hatte. Dass es Formulare gab, auf denen der Grund angegeben werden musste: ob einfach kein Kinderwunsch vorhanden sei, kein verantwortlicher Vater oder man sich ein (weiteres) Kind einfach nicht leisten konnte.
Danach verlassen wir dieses ausführlich beschriebene Setting und es geht um viele weitere kleine Szenen: um Julia, die so gerne Mutter werden würde, aber keine Kinder bekommen kann. Um Mütter, die ihre Söhne im Krieg verloren haben und um sie weinen. Um Mütter der Kinder, die früher als behindert bezeichnet worden wären, und nun besonders genannt werden, und um ihren Kampf im alltäglichen Leben und mit diesen Bezeichnungen. Um "Mütter-Einzelgängerinnen", wie der russische Begriff für Alleinerzieherin wörtlich übersetzt heißt. Darum, was es heißt, keine "praktizierende Mutter" mehr zu sein, wenn die erwachsenen Kinder unabhängig und ausgezogen seien, und um die Hoffnung der älter werdenden Mutter, die Kinder würden sie ihr Leben lang gerne besuchen und den Kontakt zu ihr pflegen.
Zwischendrin eingestreut immer wieder Reflexionen über das eigene Mutter-Sein als Mutter zweier Söhne, über die Beziehung zur eigenen Mutter, die wiederum Tochter der Großmutter ist, über Mütter und Töchter und die Beziehungen zwischen ihnen. Die eigene Mutter wurde vor kurzem mit einer Brustkrebsdiagnose konfrontiert, und die Tochter mit der Angst, die Mutter an den Tod zu verlieren.
Insgesamt ist das Buch keine durchgängige Erzählung, auch wenn sich das eigene Verhältnis der Autorin zum Mutter-Thema wie ein roter Faden durchzieht, und die Erzählungen anderer Mütter unterbricht bzw. das gesamte Werk noch einmal neu betrachtet verknüpft. Es ist eine Anregung zum Nachdenken über die eigene Position als Frau, Tochter und (vielleicht) Mutter, über die gesellschaftliche Position von Frauen und Müttern, interkulturelle Aspekte des Themas in den sowjetisch-russisch-jüdisch-deutschen Kulturräumen, aber auch das Universelle, das Mutterschaft ausmachen kann. Ein Buch voll mit klugen Gedanken, inspirierenden Betrachtungen und neuen Blickwinkeln, das ich allen Kindern einer Mutter und damit allen Menschen nur ans Herz legen kann!
Ich habe das Buch in der Hörbuchversion des Argon-Verlages gehört und kann auch diese sehr empfehlen: die Sprecherin Inka Löwendorf trägt den Text in einer unterhaltsamen, authentischen und gut zu diesem Buch passenden Art und Weise vor.
Rezensionen von Ryria:
Das Spiel des Todes
Ruf der Leere von Daniel Alvarenga
Sieben Menschen Anfang 20, ein Partywochenende in einer einsamen Waldhütte, was soll schon schiefgehen? Blöd nur, dass alle ihre ganz eigenen Geheimnisse mitbringen, die nicht immer nur harmlos sind - und dann taucht auch noch ein seltsamer alter Mann auf...
Dieses Buch ist mal wieder ein typisches Opfer seines Klappentextes.
Das was man anhand dessen erwartet, spielt in Wirklichkeit nur eine geringe Rolle und kommt auch erst in der zweiten Hälfte überhaupt vor. Für Psychothriller-Fans kann dies daher durchaus verwirrend sein.
Wenn man sich daran jedoch nicht stört, erwartet einen eine spannende Geschichte über menschliche Abgründe, Moral und Ethik, Manipulation sowie die Beziehungen und Gefühle der jungen Charaktere.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven der Partygäste, jedoch gehen wir auch immer wieder mal in die Vergangenheit zurück und erkunden das letzte halbe Jahr, um so zu verstehen, was die Hintergründe für alles sind.
Dies mag verwirrend klingen, ist allerdings doch recht einfach zu folgen, da Zeitangaben am Kapitelanfang vorhanden sind.
Manche Charaktere sind allerdings doch etwas sehr kurz dabei gekommen, sie waren mehr Beiwerk und hatten kaum Tiefe bzw. hat sich diese auf einen einzigen Aspekt beschränkt, der relevant für die Handlung war. Felix hingegen war ein aus meiner Sicht sehr interessanter Charakter und stand auch ziemlich im Fokus. Ich mochte ihn nicht wirklich, aber das war im Grunde auch nicht das Ziel das Geschichte.
Wenn man sich nicht zu sehr auf den Klappentext versteift und stattdessen anhand immer neuer Puzzlestücke die Geschichte und Gefühle einiger Charaktere zusammensetzen möchte, dann kann ich dieses Buch durchaus empfehlen.
Rezensionen von PMelittaM:
Leider wird öfter Spannung auf Kosten der Logik aufgebaut
Seelendämmerung von Dirk Trost
Die Investigativjournalistin Thyra König wird in der Dusche ihres Boxclubs überfallen, der Angreifer hat, wenn auch auf sehr kryptische Weise, eine Bitte an sie, sie soll Kinder vor einer Gefahr bewahren, näheres würde sie im Schlaraffenland erfahren.
Thyra fühlt sich vor allem wegen der gefährdeten Kinder angesprochen, recherchiert, und begibt sich mit Folkert Mackensen als Rückendeckung zunächst nach Berlin, denn dort könnte das erwähnte Schlaraffenland zu finden sein.
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Schon der Einstieg in die Geschichte hat mich den Kopf schütteln lassen, Thyra wird überfallen und lässt sich auf ein paar Satzfetzen des Angreifers ein? Schon das ist für mich nicht wirklich logisch, warum konnte sie der Mann nicht auf andere Weise ansprechen, warum wird sie zunächst auf eine Art Schnitzeljagd geschickt, obwohl Kinder in Gefahr sein sollen? Diese Frage habe ich mir immer wieder gestellt. Spannung wird hier leider öfter auf Kosten der Logik aufgebaut.
Sicher, dadurch kommen auch einige interessante Szenen zu Stande, denn in Berlin besucht Thyra den legendären Club Berghain, kommt , nicht nur, in Lebensgefahr, isst vergoldete Currywurst, und wird Mordzeugin. Letztlich führt der Weg dann nach Irland, dem Land, in dem Thyra aufgewachsen ist, wo sie, natürlich, wieder in Lebensgefahr gerät, und sogar, ganz unerwartet auch für die Leser:innen, jemanden trifft, den sie kennt – hier bin ich übrigens sehr unsicher, was ich davon halten soll, mal sehen, wie sich das weiterentwickelt, in beiden Reihen.
Thyra König ist nämlich die Tochter Jan de Fries‘, dem Protagonisten der anderen Reihe des Autors. Aus dieser Reihe stammt auch ursprünglich Folkert Mackensen, der mir hier besser gefällt als dort. Auch Thyra ist nicht unsympathisch, doch in meinen Augen oft zu unvorsichtig. Mackensen erscheint mir da etwas bedachter.
Auf gewisse Weise faszinierend finde ich die Settings, erst der Club, später dann die irische Insel, Valentia Island, die einiges zu bieten hat, hier aber ein bisschen zweckentfremdet wird. Denn dort geschieht heimlich und leise etwas Ungeheuerliches, in dem sich Thyra bald mittendrin befindet.
Der zweite Band um Thyra Königs ist spannend, bietet aber auch einige Möglichkeiten, den Kopf zu schütteln, für mich wird leider öfter Spannung auf Kosten der Logik aufgebaut. Trotzdem habe ich den Roman nicht ungern gelesen, vor allem wegen der interessanten Settings. Band 1 fand ich jedoch deutlich gelungener.
Rezensionen von askyfullofpages:
Hoffnung statt Resignation
Liebe Wilhelmine oder Plädoyer fürs Kinderkriegen in der Klimakrise von Marisa Becker
Marisa Becker ist mit diesem Buch ein beeindruckender Spagat zwischen Mutmachen und einem eindringlich eingeforderten Umdenken gelungen. Ich bin selber Mama einer bald 18-jährigen Tochter und muss sagen, dass ich mir schon oft denke, dass sich die Situationen an vielen Fronten zunehmend zuspitzen. Ich frage mich, wie sie das sieht und ob sie überhaupt irgendwann Kinder bekommen möchte.
Natürlich spielen dabei noch viele weitere Faktoren als nur die Klimakrise eine Rolle, aber dennoch ist das eine Thematik, der wir uns heute nicht mehr entziehen können. Es gibt kein Entkommen mehr und das geforderte Um- und Neudenken ist allgegenwärtig und notwendig.
Die Autorin hat eine starke und zugleich differenzierte Lanze für das Kinderkriegen gebrochen, ohne dabei blauäugig eine romantische Zukunft zu zeichnen. Stattdessen macht sie Mut, indem sie zeigt, dass uns herausfordernde Zeiten bevorstehen und dass es unsere Aufgabe ist, unsere Kinder darauf vorzubereiten und sie dabei bewusst zu begleiten. Gleichzeitig wird deutlich, dass wir uns aktiv und verantwortungsvoll für den Klimaschutz einsetzen müssen.
Ich fand das Buch richtig gut. An manchen Stellen habe ich mich und meine eigenen Gedankengänge klar wiedererkannt, an anderen Stellen bin ich auf neue, kluge Denkansätze gestoßen.
Für mich ist das Buch weit mehr als ein Ratgeber. Es ist ein Begleiter, eine innere Stimme voller Mut und Liebe verbunden mit der eindringlichen Erinnerung daran, Verantwortung zu übernehmen.
Ein Buch das zum Nachdenken anregt und das ich absolut empfehlen kann..
Rezensionen von Immenhof:
Angenehmer Schreibstil
Sommerwind in der Toskana von Karin Seemayer
Bei „Sommerwind in der Toskana“ handelt es sich um einen klassischen Wohlfühlroman. Nach einem klassisch klischeehaften Einstieg erhält man alles, was man von einem Wohlfühlroman erwartet: eine tolle Landschaft und eine Liebesgeschichte.
Was diesen Roman jedoch von anderen des Genres unterscheidet, ist der prägnante Schreibstil, der es schafft, ein klares Bild zu vermitteln, ohne sich in Unmengen an Beschreibungen zu verlieren.
Man hat trotzdem das Gefühl, in der Toskana zu sein, und erlebt die Gerüche, das Essen und die Alltagsgeräusche hautnah mit.
Die Protagonistin überzeugt, weil sie nicht blauäugig handelt. Insgesamt sind die Schilderungen im Buch alltagsnah und realistisch, sodass man sich gut darin wiederfinden kann. Die Kapitellänge ist sehr angenehm, sodass man auch zwischendurch immer wieder gut in die Toskana eintauchen kann.
Ein rundum gelungener Roman, der klassische Elemente des Genres enthält, Schwachstellen jedoch deutlich eleganter und sympathischer löst. Für Fans der Toskana oder von Wohlfühlromanen eine klare Empfehlung.











