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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Hennie :

Breites Spektrum an Themen

Der Tod der Löwenbändigerin von Bernd Richard Knospe

Mit diesem Buch der Kurzgeschichten und Erzählungen habe ich mich längere Zeit beschäftigt. Durch meine Krankheit war und bin ich im Moment nicht so mit dem Lesen ausgefüllt, wie ich es lebenslang gewohnt war. Die Zeit ist noch knapper geworden und die Ablenkung ist groß. Für den Band „Der Tod der Löwenbändigerin“ braucht es jedenfalls eine Menge an Aufmerksamkeit.

Der Autor verarbeitet in den 16 verschiedenen Erzählungen berührende Erlebnisse und Gedanken, wobei sehr viele Themen angesprochen werden. Es sind für mich Geschichten, die ich nicht so nebenbei lesen konnte. Sie sind nicht gefällig, wie ich es von einem Kurzgeschichtenband erwartete. Hintereinander weglesen und gut. So ging es nicht. Nein, Bernd Richard Knospe schreibt über Leben und Tod, Wahrheit und Lüge, Traum und Wirklichkeit. Klischees kommen genauso vor wie das negative Gefühl der Rache oder die Bedeutung der kleinen Momente im Leben. Einen großen Raum widmet er dem Thema Liebe, gleichermaßen wie dem Sex und der Trauer bzw. der Verzweiflung über verpasste Gelegenheiten. Nicht alle Storys berührten mich gleichermaßen, manche habe ich wahrscheinlich auch gar nicht verstanden. Es ist im wesentlichen eine maskuline Sichtweise auf die Dinge des Lebens, liegt ja nahe bei einem Autoren! Auf keinen Fall empfand ich etwas Misogynes in seinem Schreibstil. Das Buch beschäftigte mich und regte zum Nachdenken an.


Fazit:

Es werden eine große Bandbreite von Themen behandelt. Einen roten Faden darf man nicht erwarten. Es sind vollkommen verschiedene Erzählungen, die auch mal skurril, geheimnisvoll, düster und ungewöhnlich daherkommen.


Ich bewerte mit vier von fünf Sternen. Zu empfehlen für Liebhaber von ausgefallenen Kurzgeschichten.

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Rezensionen von Leser:

Das Meisterstück des Goldschmieds

Der Schrein der Könige von Sabine Weiß

Die Autorin kannte ich bisher nur durch ihre Sylt-Krimi-Reihe "Liv Lammers".
Aber sie kann auch wunderbare historische Geschichten erzählen.

Die Geschichte über die Erschaffung des Dreikönigsschreins. Der größte Schatzes des Kölner Doms. Das größte und bedeutendste Reliquiar des Mittelalters.

Ein Meisterwerk der Goldschmiedekunst aus Gold, Silber und Edelsteinen
Geschaffen zwischen etwa 1190 und 1220/30 von Nikolaus von Verdun und seiner Werkstatt.

Es ist ein umfangreicher historischer Roman mit fiktiven Ereignissen und Figuren versetzt, der uns auf eine spannende und informative Zeitreise mitnimmt. Man taucht nicht nur in das Leben von Nikolaus und seiner Familie ein, man erfährt auch vieles aus der damaligen Zeit. Mir gefallen Romane, die solche Kunstwerke, ihre Entstehung und was dahinter steckt, zum Leben erwecken und ihnen auf unterhaltsame Weise ein Gesicht geben.

Nachdem der Erzbischof Rainald von Dassel 1164 die Gebeine der Drei heiligen Könige aus Mailand nach Köln brachte, war die Idee geboren, ihnen einen würdigen Schrein anzufertigen.

Diese Aufgabe fällt Nikolaus zu und er muss seine Heimat Verdun verlassen und mit seinen drei Kindern nach Köln ziehen. Es ist keine leichte Aufgabe. Eine neue Heimat für seine Kinder, Widerstand der einheimischen Goldschmiede, die Auflehnung seines ältesten Sohnes, politische und religiöse Probleme, fordern ihn täglich.

Die Autorin hat das so wunderbar erzählt, beschrieben und bildlich veranschaulicht, dass diese Geschichte eine richtige Sogwirkung auf mich ausgeübt hat. Es macht großen Spaß darin einzutauchen, mitzufiebern und alles hautnah mitzuerleben.

Dank des Personenverzeichnisses hat man alle Beteiligten im Blick.

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Rezensionen von @beautybooks (Instagram):

Sehr schön erzählt!

Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher

Der Roman erzählt die Geschichte von Oz, einem Jungen, der mit ADHS lebt und sich im schulischen Alltag schwer zurechtfindet. Als ihm ein Fehler passiert, für den er seiner Mutter einen unangenehmen Brief der Lehrerin übergeben muss, wünscht er sich verzweifelt, dass etwas anderes geschieht, um davon abzulenken.

Doch zu Hause erwartet ihn tatsächlich eine unerwartete Situation: Seine Mutter Ann, die selbst mit innerer Unruhe und Überforderung kämpft, ist nicht in Feierlaune – stattdessen ist die Großmutter Zilly plötzlich verschwunden. Dieses Ereignis bringt die ohnehin fragile Familie zusätzlich aus dem Gleichgewicht.
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Meine persönliche Meinung:
Wir begleiten in diesem Roman Mutter und Sohn, die beide auf ihre eigene Weise mit einer Welt ringen, die wenig Verständnis für ihre Andersartigkeit zeigt. Während Ann versucht, ihr Kind vor äußeren Zuschreibungen und Vorurteilen zu schützen, wird deutlich, wie schwierig es ist, den Erwartungen der Gesellschaft gerecht zu werden. Wer schon einmal ein Buch von Birgit Birnbacher gelesen hat, kennt ihren Erzähl- und Schreibstil und wird auch mit diesem Buch wieder eine große Freude haben. Für mich hat es sich wie nach Hause kommen angefühlt, da ich bisher alle Bücher der Autorin gelesen habe. Sie verzichtet auf direkte Reden und erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Ann und Oz. Einfühlend und berührend lässt sie uns daran teilhaben und zeigt uns, welche Herausforderungen ADHS für den Familienalltag und Beziehungen mit sich bringt. Großartige Charaktere, die ich so gerne begleitet habe. Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und die uns zeigen soll, dass man im Leben stets tolerant, besser zuhören und manchmal genauer hinsehen sollte.

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Rezensionen von Kwinsu:

Kein Krimi - aber ein großartiges Porträt dreier Menschen - und einigen Toten

Giftiger Grund von Thomas Knüwer

Joran wird nach sieben Jahren, die er aufgrund einer Messerstecherei absitzen musste, aus der Haft entlassen, fest gewillt, einen neuen, nicht-kriminellen Weg einzuschlagen. Ganz so einfach, wie er sich das vorgestellt hat, ist das aber nicht - sein Vater macht ihm das Leben schwer und auch sein ehemaliger Kumpel versucht ihn wieder auf die dunkle Seite zu ziehen.

Und die Begegnung mit der Lost Places-Influencerin Charu und dem 10-jährigen Mädchen Edda stellt seine wieder erworbene Freiheit endgültig auf den Kopf.

Ehrlich: ein wenig wundern tut es mich schon, dass "Giftiger Grund" als Kriminalroman bezeichnet wird - sogar am Cover. Denn: es kommen darin keine Ermittler*innen vor, die irgendwie eine Rolle spielen, geschweige denn ermitteln. Was es gibt sind Tote, über dessen Ableben wir lange nichts wissen. Und fein gezeichnete, intensive und sehr glaubhafte Figuren, die wirklich wie aus dem Leben genommen wirken.

Ich war von Knüwers erstem "Kriminalroman" - "Das Haus in dem Gudelia stirbt" sehr angetan und es ist bis heute eines meiner Lieblingsbücher. Der Autor hat einen ganz eigenen Schreibstil, die Figuren erzählen aus der Ich-Perspektive, die Sprache ist authentisch, oft mit Jugendslang oder Schimpfwörtern durchzogen - je nach vorkommenden Milieu. Leser*innen lernen die Innenperspektive der Charaktere sehr gut kennen, sie sind verletzlich, unsicher, überschätzen sich selbst, sind teilweise naiv - und deshalb so unglaublich realistisch. Vielleicht erschafft Knüwer hier ein eigenes Sub-Genre mit seiner psychogrammischen Porträtierung - ähnliches habe ich jedenfalls noch nicht gelesen. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass die Figuren nicht stereotyp gezeichnet sind, besonders was Männer und Frauen betrifft. Klischees werden allenfalls was das jeweilige Milieu betrifft, eingebaut.

Das Hineinkommen in das Buch war zugegebenermaßen nicht ganz so einfach für mich, es hat mich anfänglich nicht sonderlich gepackt. Als sich dann aber bei Joran, Charu und Edda langsam ein gemeinsamer Weg entwickelt, war es um mich geschehen und wie bei Gudelia zuvor kann ich sagen: ich liebe dieses Buch!

Mein Fazit: Wer sich bei "Giftiger Grund" eine klassischen Krimi erwartet, wird bitter enttäuscht sein. Die Geschichte zeigt vielmehr, wie drei sehr unterschiedliche Personen aus einem dummen Zufall heraus zusammenfinden und mehrere Tote ihre Gemeinsamkeit sein wird. Dabei ist die Figurenzeichnung so gekonnt und authentisch, dass wir den Personen gerade begegnet sein könnten. Knüwer ist ein großartiger Schreiberling, der mit seinem speziellen Stil und schrägen Ideen Menschen, die damit etwas anfangen können, eine große leserische Begeisterung beschert. I love it!

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Rezensionen von Irse:

Mutiges Epos aus dem Burgenland, die Autorin schafft es, Schönheit und Grauen lesbar zu zeichnen, wie aus der Vogelperspektive

Im Schatten der Kraniche von Németh Bernadette

„Im Schatten der Kraniche“ ist das bislang beste Buch der burgenländischen Autorin Bernadette Németh. Schon ihr Debütroman „Der Rest der Zeit“ war ein Dreigenerationenroman, allerdings fehlte mir da noch ein wenig die Kontinuität. Nach dem berührenden Liebesroman „Wunschnovelle“ und dem unterhaltsamen Krimi „Neusiedler Tod“ legt sie nun einen schweren Stoff vor: Die Geschichte der Sängerin Ida, die die Vergangenheit ihrer Großmutter aufdeckt.

Und die geschah in schwierigen Zeiten: Am Ende des 2. Weltkriegs wurden Zigtausende Zwangsarbeiter aus Budapest zur Arbeit am letzlich sinnlosen Südostwall ins Burgenland abkommandiert. Das Leben der Budapester Jüdin Éva und das der vom aufdringlichen Intendanten bedrängten Ida hängen zusammen, was sich in Idas rätselhaften Stimmverlusten äußert. (Ich will nicht spoilern). Doch das Buch unfasst noch viel mehr Themen als Shoah, „Me-too“ und transgenerationale Traumaweitergabe. Die lebensnahe Schilderung der Roma und Sinti im Burgenland ist sehr berührend, ebenso die Thematisierung der Schrecken der russischen Besatzung (dass die Russen nicht nur „Befreier“ waren, sondern Generationen von Frauen in Mitteleuropa traumatisiert haben, trauen sich ja heutzutage wenige Autorinnen zu schreiben, die Autorin zeigt somit ihre Vielschichtigkeit und Weitsicht). Besonders gut gefallen haben mir die regelmäßigen und damit übersichtlichen Zeitsprünge und der durchgehende Spannungsbogen trotz der Themenvielfalt. Mit psychologischer Akribie malt Autorin Németh ihre Figuren, vom weisen Rom über die Sängerin mit der goldenen Stimme, Menschen im Luftschutzkeller im zerbombten Budapest bis hin zu Schlimmerem. Bemerkenswert auch das Feingefühl, mit dem die Autorin sowohl das Grauen als auch Schönes zeichnen kann.
„Im Schatten der Kraniche“ ist wieder ein sehr schöner Roman von Bernadette Németh. Er ist nicht (nur) realistisch, sondern menschennahe. Schicksale werden seziert, Schicht für Schicht gelüftet und neu sortiert, so dass man neue Sichtweisen bekommt. Trotz der brutalen Ereignisse geht die Autorin besänftigend vor und ist immer auf der Seite der Schwächeren. Sie lässt die Leser nicht in einer hoffnungslosen Trauer zurück, sondern in Vertrauen. Sie lässt die Leser mitfliegen, und die Erde, die Ereignisse quasi aus der Vogelperspektive betrachten. Es gibt neue Maßstäbe zu suchen und zu finden. Sie baut zwischen Himmel und Erde eine liebevolle, sensitive Brücke.
Herzlichen Dank für dieses Buch!

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Rezensionen von Nicole (Abby1810):

Eine sehr gelungene Kinderbibel

Die große Kinderbibel für alle. Die bekanntesten Geschichten aus der Bibel für Kinder erzählt. Originell & farbenfroh illustriert. Ab 6 Jahren oder zum Vorlesen in der Familie, Kita & Grundschule von Christiane Herrlinger

Meine Tochter und ich lieben die Kinderbibeln aus dem Verlag "Deutsche Bibelgesellschaft". Dies ist nun mindestens die dritte Kinderbibel von Christiane Herrlinger und Mathias Weber, die uns sehr gut unterhalten hat. "Die bunte Kinderbibel für dich", aber auch "Gott und die Welt" haben uns bereits sehr gut gefallen.

Christiane Herrlinger schreibt mit viel Liebe und altersgerecht. Es gibt viele richtig schöne und gute Kinderbibeln auf dem Markt, jedoch sind nicht alle so wunderbar bibeltreu wie diese. Die Autorin schreibt mit viel Einfühlungsvermögen, kindgerecht und vor allem bibeltreu. Mir persönlich ist die bibibeltreue und nahe am Ursprungstext geschriebene Art sehr wichtig.

Die in dieser Ausgabe enthaltenen Geschichten aus der Bibel, beginnen mit dem alten Testament bei der Entstehungsgeschichte, Noah und die große Flut, Jona und der große Fisch, über Jesaja wird Prophet. Und aus dem Neuen Testament beginnen die Geschichten mit der Weihnachtsgeschichte, der verlorene Sohn, über Saulus wird Christ, bis zur Offenbarung "Johannes sieht große Geheimnisse". Insgesamt 18 tolle und spannende Geschichten für die Kinder zum Erleben und zum Nachdenken. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass bei "David und die Psalmen" die Psalmen kindgerecht erklärt werden. Außerdem gibt es vier umgeschriebene Psalmen. Das ist besonders schön, denn oft werden die Psalmen in den Kinderbibeln vergessen.

Die Illustrationen von Mathias Weber runden die Erzählungen mit wunderschönen und kreativen Bildern ab. Die bunten Bilder sind sehr authentisch und kunstvoll gemalt. Sie helfen den Kindern bei der Vorstellung der Geschichten und sind wunderschön zum Anschauen.

Insgesamt eine sehr schöne und gelungene Kinderbibel, die sehr bildhaft und in leichter Sprache erzählt wird. Sowohl meiner Tochter, als auch mir gefällt sie sehr gut, daher absolute Leseempfehlung unsererseits!

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Rezensionen von peedee:

Schöne Fortsetzung

Wiedersehen im Kamelienhaus von Tabea Bach

Kamelienhaus, Band 2: Lucinde „Lucy“ Riwall ist Geschäftsführerin der Kamelienöl-Manufaktur auf der japanischen Insel Soshima. Ihr ist bewusst, dass sie eine grosse Last geschultert hat, denn so viele Menschen sind von ihr abhängig. Die Bank sitzt ihr im Nacken – sie muss das marode Unternehmen im Schnellzugstempo sanieren.

Sie denkt immer wieder mal an Finn und fragt sich, ob sie je wieder zusammenkommen. Aber für solche Sehnsüchte bleibt aufgrund der vielen Arbeit keine Zeit. Und dann ist da das Jubiläumsfest des elterlichen Betriebes auf der Kamelieninsel in der Bretagne. Auch für ihre Mutter gibt es geschäftlich einige Stürme zu überstehen…

Erster Eindruck: Ein schönes Cover mit Berg, Wasser und Kirschblüten – gefällt mir sehr gut.

Dies ist Band 2 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Da es bei mir erst drei Wochen seit der Lektüre von Band 1 her ist, war ich gleich wieder in der Geschichte drin.

Lucys Aufgabe ist gigantisch: Als noch junge Geschäftsführerin muss sie den vor der ausländischen Übernahme geretteten Betrieb schnellstens in die schwarzen Zahlen bringen. Nicht alle trauen ihr dies zu. Sie arbeitet so viel, dass wenig Zeit zum Zweifeln bleibt: Es muss einfach funktionieren! Der Austausch mit ihrer Familie in der Bretagne ist für Lucy sehr wichtig, denn einerseits ist ihre Familie in der gleichen Branche und andererseits sind ihre Eltern erfahrene Geschäftsleute. Lucy denkt oft an Finn und fragt sich, ob es eine gemeinsame Zukunft geben kann. Er meint, sich beweisen zu müssen und dass er sich erst dann wieder mit Lucy treffen kann, wenn er sein Leben „auf die Reihe“ bekommen hat. Diese Geheimniskrämerei führt zu Unsicherheiten und Spannungen. Hat ihre Liebe überhaupt eine Chance? Sie senden sich über lange Zeit nur Fotos von Brücken – warum sie dies machen, verrate ich nicht. Manche mögen dies als romantisch empfinden, mich hat es zunehmend gestört.

Das Buch hat sich wiederum flüssig lesen lassen. Die Herausforderung war für mich auch dieses Mal, die zahlreichen Protagonisten korrekt zuzuordnen; glücklicherweise gibt es in den Umschlagklappen Personenlisten. Des Weiteren gibt es ein Glossar mit japanischen, französischen oder englischen Ausdrücken. Überraschend fand ich die rege Reisetätigkeit der Personen aus Frankreich und Japan. Die jeweiligen Reiseziele sind nicht gerade nahe beieinander… Interessant waren die Einblicken in die japanische Kultur. Für mich ist klar, dass ich meine zuweilen sehr direkte Art ziemlich „runterschrauben“ müsste, um nicht überall anzuecken. Aber das wäre wohl für viele Europäer:innen ein grosser Lernprozess. Am besten gefallen haben mir Lucys Halbbruder Noah und Lili. Von mir gibt es 4 Sterne und ich freue mich auf Band 3 (ist schon lange vorbestellt).

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Rezensionen von Gute_Laune:

Ja, warum eigentlich darfst immer Du bestimmen?

Katzenpfade von Sara Lundberg

Mensch und Katze gehen jeden Tag spazieren. Dabei bestimmt Mensch immer, wohin es geht. Katze möchte aber gern auch spielen, sich von anderen streicheln lassen, Dinge entdecken und beobachten. Doch dafür lässt Mensch ihr keine Zeit. Also fragt Katze, wieso eigentlich immer Mensch bestimmen darf? Mensch ignoriert diese Frage zunächst und verlangt von Katze, mitzukommen.

Das tut sie nicht, Mensch geht weiter und dann ist Katze weg. Mensch wartet, hat Angst, fühlt sich verloren, geht erst nach langer Zeit nach Hause. Dort wartet, als sei nichts geschehen, Katze. Mensch verspricht, Katze darf beim nächsten Spaziergang bestimmen.

Diese Geschichte ist so zauberhaft, wunderbar, voller Liebe! In wenigen Worten und mit einfachen, aber wunderschönen Illustrationen erzählt Sara Lundberg, die Autorin und Illustratorin ist, so enorm viel! Mensch bleibt ziemlich alters- und geschlechtslos, Katze ist Sinnbild für Eigenständigkeit, Freiheitsliebe, eigene Meinung, Ungebundenheit, aber auch Anhänglichkeit, Geduld und Treue. Denn als endlich Katze bestimmen darf, gehen beide gemeinsam neue, andere Wege. Die sind für Mensch nicht immer angenehm oder schön, doch am Ende steht die Erkenntnis, dass man nur so Dinge entdeckt, die einem anders verborgen geblieben wären. Besser könnte man Freundschaft auf Augenhöhe wohl kaum erklären oder beschreiben!

Sehr schön finde ich auch, dass nicht verschwiegen wird, dass es Verlustängste gibt, dass es nicht so leicht ist, immer offen für anderes zu sein, es auch mal Ärger und Ängste auslösen kann, das aber okay ist, solange man richtig damit umgeht. Katze scheint das anfangs egal zu sein, aber im Laufe der Geschichte erkennt man, dass diese Gleichgültigkeit etwas anderes ist, nämlich Geduld mit Mensch. Das ist also eine weitere Lektion, dass Dinge nicht immer so sind, wie sie scheinen! Zudem lernt man noch, dass man immer auf den Weg achten muss, auch wenn man ihn so gar nicht mag, weil man diesmal folgt, satt bestimmt, denn sonst übersieht man kleine oder größere Gefahren. Und ein ganz besonderes Highlight ist die ausklappbare Seite, die im Buch versteckt ist.

Ob das Buch aber für Kinder ab 5 Jahren geeignet ist, finde ich für mich schwer zu beurteilen. Auch wenn die Kinder in dem Alter tatsächlich gern so handeln, wie Mensch im ersten Teil des Buches, bin ich mir nicht sicher, ob sie so einsichtig sind, wie Mensch im zweiten Teil des Buches. Trotzdem finde ich das Buch, die Illustrationen, die Geschichte und die Message sehr schön! Klar, ein wenig könnte ich mich auch in Katze verliebt haben, weil sie fast wie meine Katze aussieht! Fünf Sterne!

Wäre ich der Katze auf ihre abenteuerlichen Erkundungen gefolgt? Oh, ich bin mir da ziemlich sicher, dass ich das getan hätte! Vermutlich ab einem gewissen Punkt nicht so sauer, wie Mensch in der Geschichte, aber wohl ängstlich und vor allem unsicher. Welche Illustration hat mir am besten gefallen? Eindeutig die ausklappbare Seite, aber dann auch noch die beiden letzten Seiten im Buch, auf denen Katze im Sessel zufrieden schläft und Mensch liebevolle Zeichnungen von Katze macht, ganz viele! Wohin würde mich mein nächstes Abenteuer führen? Meine Katze liebt den nahen Fußballplatz, jedenfalls mit etwas Sicherheitsabstand. Und sie liebt Baumaschinen. Also würden wir wohl zum Sportplatz gehen oder auf eine Baustelle!

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Rezensionen von Gute_Laune:

Redensarten auf die Schliche kommen

Wer hat den Teufel an die Wand gemalt? von Rolf-Bernhard Essig

Diese Sammlung von Redensarten und die Erklärungen, wo sie herkommen und was sie bedeuten, ist enorm unterhaltsam! Man achtet nach dieser Lektüre viel mehr darauf, wer welche Redensarten anbringt, auch bei sich selbst. Ich ertappe mich auch immer wieder, dass ich nachschlage, wenn ich mal wieder selbst eine benutzt habe oder eine höre.

Das bedeutet also auch, dass ich dieses Buch immer wieder zur Hand nehme und es definitiv nicht einstauben wird!

Rolf-Bernhard Essig hat die Redensarten sinniger Weise alphabetisch aufgelistet, immer nach dem Schlagwort, das dazu passt, beispielsweise findet man also die Redewendung Nach Strich und Faden unter S, wie Strich. Jeder Buchstabe des Alphabets ist witzig gestaltet und illustriert den entsprechenden Kapiteln vorangestellt. Zusätzlich gibt es noch zehn Sondertexte zu diversen Themen, beispielsweise Tierische Redensarten oder Redensarten aus der Bibel. Es ist spannend, erheiternd und super informativ zu erfahren, woher sie alle stammen und wie sie sich in unserem Sprachgebrauch etabliert haben. So viele Faktoren spielen eine Rolle dabei!

Manche Redewendungen findet man nur auf Umwegen. So ist Stehenden Fußes nicht zu finden, aber Stante pede, also die lateinische Redewendung, die exakt das Gleiche aussagt. Das ist ein wenig schade, aber vermutlich nur schwer zu vermeiden, ohne einen dicken Wälzer aus dem Buch zu machen. Übrigens kam die erste Version dieses Buches tatsächlich bereits 2014 heraus. Dies ist schon die dritte Version!

Wer wie ich Spaß an Sprache und Wörtern hat, wird dieses Buch einfach lieben! Ich jedenfalls gebe fünf Sterne!

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Rezensionen von Sophie H.:

Normal anders

Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher

Oz ist anders als die anderen Kinder. Er hat ADHS und hat in der Schule mit Problemen zu kämpfen. Jetzt hat er sein Zeugnis mit dem Schnitt bekommen, den er braucht, um das Gymnasium besuchen zu können. Leider hat er aber auch einen Brief an seine Mutter in der Schultasche, denn Oz hat etwas richtig Schlimmes angestellt.

Er hat Angst, diesen Brief seiner Mutter geben zu müssen, denn sie tickt regelmäßig über alle Maßen aus. Deswegen bittet Oz Gott um den Gefallen, dass eine Katastrophe hereinbrechen müsse, damit er seiner Mutter den Brief noch nicht geben muss. Und aus der Sicht von Oz erhört Gott sein Flehen. Seine Mutter Ann muss sich von einer Sekunde auf der anderen um ihre Mutter kümmern, die schwer erkrankt aus dem Krankenhaus geflüchtet ist und anscheinend an Demenz leidet.
Nach dem Lesen des Klappentextes hatte ich mich auf ein Buch über ein Kind mit ADHS und seiner Mutter, die für ihr Kind kämpft, gefreut. Leider konnte mich der Roman von Birgit Birnbacher nicht ganz abholen. Abwechselnd wird die Geschichte aus der Perspektive von Oz und seiner Mutter Ann erzählt. Die Geschichte beginnt stark mit der Gedankenwelt von Oz und seiner großen Verfehlung. Doch schon sehr bald dreht sich eigentlich alles nur noch um die Gedanken seiner Mutter, die die eigentliche Person mit Problemen ist.
Ich habe den Schreibstil als sehr anstrengend empfunden. Auf wörtliche Rede wird vollkommen verzichtet. Das Cover ist ansprechend gestaltet, jedoch fehlt für mich der Bezug zur Geschichte. Auch den Titel „Sie wollen uns erzählen“ kann ich nicht richtig einordnen.

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