Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anndlich:
Interaktiver Lesespaß
Sternenschweif, Zauberhafter Geburtstag von Linda Chapman
Sternenschweif und Laura treffen auf ein einsames Pony, das auch ein Einhorn zu sein scheint und schon lange auf der Suche nach seiner Freundin ist. Bisher konnte das Pony aber noch niemanden finden, der es mit ihr aushält. Im Laufe der Geschichte stellt sich heraus, dass das lesende Kind, der perfekte Freund für das Pony ist.
Sternenschweif - Zauberhafter Geburtstag von Linda Chapman ist eine schöne Geschichte, für jeden Pferdenarr. Laura und Sternenschweif suchen für das einsame Pony einen Freund und finden ihn im lesenden Kind, das nach der Geschichte viele Seiten zum interagieren und gestalten vorfindet. Ein tolles Leseerlebnis und eine wunderschöne Idee, dass die Kinder nach der Geschichte aktiv werden können.
Die Geschichte selbst eignet sich hervorragend zum Vor- aber auch Erstlesen für Kinder, die Pferde und Einhörner lieben. Die Illustrationen von Anna-Lena Kühler passend hervorragend zur Geschichte und laden zum Anschauen ein.
Rezensionen von Ruth:
Eine leise, aber intensive Geschichte
Lichtungen von Iris Wolff
Mit ihrem fünften Roman ist der 1977 in Hermannstadt in Siebenbürgen geborenen Autorin wieder ein großer Wurf gelungen. Obwohl sie schon seit 1985 in Deutschland lebt, siedelt sie ihre Geschichten im Land ihrer Kindheit an , im Banat und in Siebenbürgen.
Erzählt wird hier die Geschichte von Lev und Kato.
Eine innige Freundschaft besteht seit Kindheitstagen zwischen ihnen. Mit elf Jahren war Lev wegen einer rätselhaften Lähmung seiner Beine wochenlang ans Bett gefesselt und Kato brachte ihm täglich die Hausaufgaben.
Aufgewachsen sind sie im Maramuresch, einer ländlichen, waldreichen Gegend im Norden Rumäniens, Kato ohne Mutter und mit einem trinkenden Vater und Lev ohne Vater. Der kam bei einem Bergrutsch ums Leben, als Lev gerade mal fünf Jahre alt war .
Es ist eine Kindheit und Jugend im Rumänien unter Ceausescu. Viele träumen vom Weggehen, von einem Leben in Freiheit. Und als 1989 endlich der Eiserne Vorhang fällt, ergreift Kato die nächstbeste Möglichkeit zum Aufbruch in den Westen. Doch der Kontakt zwischen den beiden reißt nicht ab. Aus jedem Land, in dem sie einige Zeit wohnt und sich ihren Lebensunterhalt durch Straßenmalerei verdient, schickt sie Lev eine selbstgemalte Postkarte. Und als sie ihn nach fünf Jahren fragt „ Wann kommst du?“ , da macht sich Lev auf nach Zürich. Nach einigen Wochen quer durch Europa, kehren sie gemeinsam nach Rumänien zurück.
Für ihre Geschichte hat Iris Wolff eine ungewöhnliche Erzählweise gewählt: Sie erzählt sie rückwärts, d.h. sie beginnt mit Kapitel „ Neun“ und endet mit Kapitel „ Eins“. Dabei wählt sie entscheidende Episoden aus, Geschehnisse, zwischen denen jeweils einige Jahre liegen. Das sorgt für Spannung beim Leser und erfordert einiges Mitdenken. Dabei wird erfreulicherweise längst nicht alles auserzählt, sondern Iris Wolff lässt Leerstellen und vertraut dem Leser.
Nach und nach gewinnen so die einzelnen Figuren Konturen, Verbindungen und Beziehungen zwischen ihnen werden hergestellt und es wird verständlich, was sie zu denen werden ließ, die sie sind. So sind nicht nur die Unterschiede im Charakter - da die unerschrockene und freiheitsliebende Kato, hier der sensible und zögerliche Lev - maßgeblich für ihr Verhalten. Im Verlaufe der Lektüre wird deutlich, was Lev geprägt hat, warum er nach Liebe und Beständigkeit sucht, musste er doch schon früh traumatische Verluste erleben.
Themen wie Freundschaft und Liebe und die fließenden Grenzen davon werden in Variationen durchgespielt, ebenso wie Fragen nach Herkunft, Wurzeln und Identität.
Im Vielvölkerstaat Rumänien finden sich verschiedene Volksgruppen, Sprachen und Kulturen, die im Verlaufe der Geschichte neben- und miteinander existiert haben. So hat sich Levs Großvater Ferry irgendwann dafür entschieden , Österreicher zu sein. „ Er sei als Österreicher in dieses Jahrhundert gestartet und, obwohl er sich geographisch nicht vom Fleck bewegt hatte, Rumäne geworden, dann Ungar“ und nun weist ihn sein Pass wieder als Rumäne aus. Doch jahrelanges vergebliches Warten auf die Ausreisepapiere lassen ihn die Flucht über die grüne Grenze nach Wien antreten. Aber ist er nun dort angekommen, wo er hingehört? Diese Frage muss Ferry verneinen. „ Man ist, einmal gegangen, immer ein Gehender.“
Lev dagegen, mit einer siebenbürgischen Mutter, einem rumänischen Vater und einem Großvater mit österreichischen Vorfahren, verweigert sich einer Einordnung und Vereinnahmung.
Die große Geschichte wird an vielen kleinen Details aufgezeigt und spiegelt sich im Schicksal der Protagonisten.
So beschreibt die Autorin anschaulich das Klima von Lähmung und Misstrauen während der Diktatur und welche Auswirkungen auf Menschen und Landschaften die Öffnung des Eisernen Vorhangs hatten. Während die einen nichts mit der so sehnlichst erhofften Freiheit anfangen konnten, beginnt der Exodus der anderen. Verwaiste Dörfer, verfallene Kirchen, heruntergekommene Wohnblocks und stillgelegte Fabriken zeugen davon.
Nicht nur mit ihrer Sprachmacht überzeugt Iris Wolff. Sie beschwört Landschaften und Stimmungen, schafft Atmosphäre und Bilder, die in Erinnerung bleiben, ist gleichzeitig präzise und poetisch. Sprache selbst wird auch von ihr thematisiert. In der Schweiz begreift Lev „ Seine Herkunft war in seinem Akzent, war ihm eingenäht in Kleidung und Schuhe.“ Und das vertraute Rumänisch zwischen Lev und Kato weckt Erinnerungen an früher.
Die Reflexionen über Erinnerungen führen zu den titelgebenden „ Lichtungen“. „ Etwas blieb, und etwas ging verloren, manches schon im Augenblick des Geschehens,…Erinnerungen waren über die Zeit verstreut wie Lichtungen. Man begegnete ihnen nur zufällig und wusste nie, was man darin fand.“
„ Lichtungen“ ist eine leise, aber intensive Geschichte, mit seiner ungewöhnlichen Struktur und seiner besonderen Sprache von hohem literarischen Niveau. Ein wunderbares Buch, das unbedingt einer Zweitlektüre bedarf. Ob man dann von hinten beginnen möchte und die Geschichte chronologisch aufrollen will oder ob man die gewählte Erzählform beibehält und sie nun mit dem gewonnenen Wissen intensiver liest, steht jedem frei. Auf jeden Fall ist „ Lichtungen“ ein Roman, der viel Stoff zur Reflexion bietet und sich somit bestens für Lesekreise eignet.
Rezensionen von Hennie :
Ein fantasiebegabter Schwadroneur
Heinz Labensky - und seine Sicht auf die Dinge von Anja Tsokos; Michael Tsokos
Michael Tsokos hat sich mit dem neuen Buch gemeinsam mit seiner Frau Anja einem anderen Genre, nämlich der literarischen Fiktion, zugewandt. Dieses Mal wandelt er nicht auf den Spuren von True Crime, Mord und Totschlag. Gemeinsam lässt das Ehepaar einen alten Herrn in einer untergegangenen Republik, in der DDR, hauptsächlich in den 50er, 60er bis zu Anfang der 70er Jahre agieren.
Das tun sie mit ihrer Figur Heinz Labensky in unterhaltsamer Art, humor- und fantasievoll, aber auch total schräg und unrealistisch.
Kurz zur Rahmenhandlung:
Im tristen Alltag des Erfurter Feierabendheimes (DDR-Sprache) erhält der fast 80jährige Heinz Labensky einen Brief, der ihn wachrüttelt. Dieser ist von der Tochter Rosa seiner platonischen, aber trotzdem großen Kindheits- und Jugendliebe Rita. Umgehend macht er sich auf und begibt sich mit dem Flixbus auf die lange Fahrt nach Rostock-Warnemünde. Auf dieser Reise erzählt der alte Mann den unterschiedlichsten Fahrgästen seine skurrilen Erlebnisse.
Meine Meinung:
Er schwadroniert über seine Sicht der Dinge wie der Titel schon so treffend ausdrückt, die jedoch nicht für bare Münze genommen werden sollten. Was ihm widerfährt ist sehr überzogen, ziemlich abgehoben. Das kann ich aus meinem über 70jährigen Leben, aus meiner Sicht der Dinge, mit Fug und Recht behaupten. Ich bin in diesem Land geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen, habe Abitur und Studium erfolgreich absolviert, Beruf, Kinder und Ehe gemeistert.
Diese Lektüre ist auf keinen Fall etwas fürs Geschichtsbuch. Die Erlebnisse haben nichts mit dem realen Leben in der DDR zu tun. Gut recherchiert sind die DDR-typischen Produkte, die Angaben zu den VEB, die Örtlichkeiten...
Die Autoren versehen ihre Hauptperson Heinz Labensky mit einer natürlichen Einfalt, mit einem schlichten und sorglosen Gemüt. Damit überzeichnen sie hier und da mit dem unwissenden, weltfremden Heinzi alle der aufgeführten Begegnungen, sei es in der Stasiausbildungsstätte für junge Agenten, bei seiner Begegnung mit den RAF-Größen und bei der Suche nach dem Bernsteinzimmer sowie bei anderen Gelegenheiten. Mir war das zuviel, und auch zu langatmig. Es wurde zu dick aufgetragen.
Fazit:
Tsokos & Tsokos haben eine unterhaltsame Geschichte mit einem mit viel Fantasie begabten Antihelden geschrieben, der in einem Wolkenkuckucksheim namens DDR lebte. Er führte ein Leben unter dem Radar. Ich kann das leider nicht für voll nehmen!
Rezensionen von buchina:
Perfektes Geschenk für Schwimmanfänger
Wieso? Weshalb? Warum? Band 26 - Komm mit zum Schwimmen von Andrea Erne
Sehr gut, dass sich die Wissensbuch Kinderreihe endlich dem Thema Schwimmen gewidmet hat. Mir hat schon lange ein Buch gefehlt, wie ich meine Kinder an den Schwimmkurs heranführen kann. Da wir große Fans der Wieso Weshalb Warum Reihe sind, passt es für uns sehr gut.
Wie alle Bücher der Reihe, ist das Buch in einer stabilen und praktischen Ringbuchhalterung, mit dicken Seiten und den beliebten Klappen.
Selbst meine große Tochter von 11 Jahren liebt es noch die Klappen der Bücher umzuschlagen, um zu sehen was dahinter ist. Die Neugierde der Kinder wird damit sehr gut geweckt.
Das Buch zeigt einerseits was einem an einem Schwimmkurs erwartet, was dort geübt wird und man lernen muss. Aber auch was allgemein wichtig ist zu beachten ist in einem Schwimmbad. Eine kleine Schildkröte begleitet die Sachtexte immer wieder. Am Ende erklärt die Schildkröte die Baderegeln, die man auch für das Ablegen des Seepferdchens benötigt.
Mir und meinen Kindern gefällt das Buch sehr gut. Ich finde es perfekt als Vorbereitung für einen Seepferdchen Kurs. Aber auch insgesamt, um Kinder mit der Problematik Schwimmen, Regeln einhalten im Schwimmbad etc. vertraut zu machen. Die Zeichnungen sind kindgerecht und farbenfroh. Viele Bilder, überschaubarer Text, genau richtig für die empfohlene Altersklasse.
Rezensionen von Miro:
Von dagegen bis coole Leute
Klarkommen von Ilona Hartmann
In Gedankensplittern lässt und die Ich-Erzählerin an ihrem Leben teilhaben. Gemeinsam mit ihrer Freunden Mounia und Leon hadert die Erzählerin mit ihrem Schicksal, denn wenn man im Dorf aufwächst, zieht das Leben an einem vorbei, weil immer nur woanders was los ist.
Die Drei träumen vom Ende der Langeweile; von großen Konzerten, schrillen Partys und aufregenden Bekanntschaften.
Und doch scheint auch in der großen Stadt das Leben an ihnen vorbeizuziehen und die coolen Leute sind immer Freunde der anderen, denn die eigene Haut können sie nicht wechseln. Sich selbst neu erfinden ist nicht so einfach und passiert nicht von selbst.
Ilona Hartmanns Buch klarkommen hat mir sehr gut gefallen. Ich mag die kurzen Kapitel, die meist mit einem Wort übertitelt sind und hauptsächlich Erinnerungen oder Erlebnisse der Erzählerin preisgeben. Es liest sich wie eine spezielle Form eines Tagebuchs, bei dem ein Wort der Aufhänger zu einer kleinen Abhandlung ist. Mal ist sind es nur ein paar Zeilen, mal mehrere Seiten. Mal sind es Träume und Wünsche, mal Erinnerungen und Erlebnisse.
Als Leser*innen lernen wir die Erzählerin stückchenweise kennen. Sie ist ein ganz normales Mädchen, das ihre Erfahrungen sammeln möchte. Sie sucht ihren Weg genauso, wie ihre Persönlichkeit. Sie will sich ausprobieren, um sich irgendwann selbst zu finden. Es hat mir Spaß gemacht, die Erzählerin auf ihrem Weg zu begleiten, den ich selbst vor mittlerweile ganz schön vielen Jahren gegangen bin.
Rezensionen von Claudia R:
20er Jahre
Glasvulkan - Schall & Rauch von Silvia Hildebrandt
Klappentext / Inhalt:
Eintauchen in die schillernden Goldenen Zwanziger Richárd, Franz und Blanka aus dem ehemaligen Österreich-Ungarn träumen nach dem Ende des Ersten Weltkriegs von Ruhm und Erfolg. Das Emelka Filmstudio in München bietet dafür die geeignete Bühne. Während eine Hyperinflation die Weimarer Republik in die Mangel nimmt, scheint der Aufstieg der drei unaufhaltsam zu sein.
Doch der Erfolg ruft auch Neider auf den Plan, die bis in die höchsten politischen Kreise reichen. So laufen der N.S.D.A.P. die Menschen in Scharen zu. Für die jüdischstämmigen Franz und Blanka und den Autisten Richárd geht es bald um das nackte Überleben. Ein detailliert beschriebener historischer Roman voller Gefühl, am Vorabend der Weltenkatastrophe.
Cover:
Das Cover gust den Flair der Zeit gut wieder, wirkt elegant und edel. Auch die Farbwahl und die Optik ist toll und passend umgesetzt. Die Personen sind stilvoll und auch die Szenerie ist gut eingefangen.
Meinung:
Zurück in den 20ern erlebt man nicht nur die glamouröse Zeit, sondern auch viele emotionale und berührende Momente. Einblicke in ein Damals, voller Missgunst, Erfolg und vielen Höhen und Tiefen.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht zu viel von diesem Roman verraten und halte mich daher mit detaillierten Details zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut und flüssig lesen. Schnell ist man im Geschehen und in den Charakteren. Man kann sich gut in die Zeit und Geschehnisse hineinführen. Es wird sehr detailreich und bildlich herübergebracht und auch das Flair und die Atmosphäre der 20er wird gut eingefangen und herüber gebracht.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge. Die Überschriften und Unterteilungen sind gut erkennbar und auch die die Titel der Überschriften sind gut gewählt, ohne zu viel zu verraten. Die Gliederung und Gestaltung hat mir gut gefallen.
Emotionen und Gedanken kamen nachvollziehbar herüber und schnell findet man sich in diese hinein und wird durch diese berührt. Man durchlebt durch die Geschichte, die erzählten Erlebnisse und wird von diesen gefesselt und bewegt. Manches geht dabei auch sehr nah und regt zudem auch zum Nachdenken an. Glamourös, erfolgreich, aber auch Missgunst und Neid. Hoch und Tiefs gibt es immer wieder und hier wird dieses auch sehr gut aufgezeigt.
Ein wundervoller historischer Roman, der Einblicke in die 20er Jahre bietet und die Charaktere sehr gut herausarbeitet. Besonders die autistischen Züge von Richard kommen hier sehr authentisch herüber. Mir hat dies sehr gut gefallen und mich in diese Zeit versetzt.
Fazit:
Ein wundervoller historischer Roman, der Einblicke in die 20er Jahre bietet und die Charaktere sehr gut herausarbeitet.
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
"Familienepos" der anderen Art
Packerl von Anna Neata
Ein etwas anderes „Familienepos“ über 4 Generationen; diesmal über Frauen aus der Zeit von vor dem 2. Weltkrieg bis jetzt, diesmal nicht aus dem Landadel, Geldadel, Industrieadel oder der Welt der Schönen und Reichen, nein, diesmal aus der Welt von ganz normalen Menschen.
Das Buch zeigt eindrücklich und gut verständlich Auswirkungen von belastenden Erlebnissen oder Traumata über die Generationen hinweg bei Kindern und Enkelkindern, wenn diese „Packerln“ nicht aufgearbeitet, sondern quasi ungefiltert an die Kinder weitergegeben werden.
In gewisser Hinsicht ist dieses Buch auch eine „Fundgrube“ für psychische Belastungen in Familiensystemen.
Die Erzählungen sind sehr dicht ge-und beschrieben, sie haben mich dazu gebracht, das Buch immer wieder wegzulegen und dem nachzuspüren, was ich gerade gelesen habe. Denn vieles von dem hat mich an ähnlich Erlebtes erinnert, das ich erst einmal nachklingen lassen wollte.
Leider unterbricht die von der Autorin gewählte Technik der bruchstückhaften Erzählungen aus verschiedenen Perioden anstelle längerer zusammenhängender Handlungsstränge meinen Lesefluss und das tiefere Einfühlen in die einzelnen Erzählungen. Auch fehlt mir eine stärkere Einbindung der „Packerl“ der Männer/Väter in die jeweiligen Episoden, um das Verhalten und die Reaktionen der Frauen/Mütter besser verstehen zu können.
Der Roman enthält daneben auch eine Art Kulturgeschichte über die verschiedenen Epochen mit vielen sehr berührenden Alltagsschilderungen, deren Umfeld ich (Jahrgang 1956) teils selbst erlebt habe. Diese vielen Alltagsgeschichten, die das Leben und Empfinden der Protagonistinnen mit der Last ihrer „Packerln“ in den jeweiligen Zeitabschnitten schildern, sind in meinen Augen auch eine Bereicherung für das Verständnis des Hier und Jetzt; denn es erklärt so Manches, was jüngeren Menschen bei Älteren eigenartig erscheint.
Deshalb: sehr empfehlenswert
Rezensionen von Gilasbuecherstube :
Kein Abklatsch bereits dagewesener Storys
A Breath of Winter von Carina Schnell
In Middangard, der Heimat der Hexen und Seherinnen, treibt ein gnadenloser Hexenschlächter sein Unwesen. Auch Smillas Familie fiel ihm zum Opfer, und um sie zu rächen, schließt sie sich unter einem Vorwand „der wilden Jagd“ an, einer Truppe von Söldnern, die auf den Mörder angesetzt wurden. Doch keiner darf wissen, dass sie eine Hexe ist und um von der Gruppe als vollwertiges Mitglied akzeptiert zu werden, muss sie sich erst beweisen.
Auf ihrer Reise durch Middangard kommen Smilla und der Söldnerführer Gent sich langsam näher. Aber Gent quält irgendetwas. Welches Geheimnis verbirgt er vor Smilla?
Das Cover und der Klappentext haben mich sofort neugierig auf die Geschichte gemacht. Ich liebe die nordische Mythologie und bin schnell in die Handlung eingetaucht, denn der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig, sehr lebendig und angenehm zu lesen.
Es fiel mir schwer, zwischendurch das Buch zur Seite zu legen.
Wir verfolgen die Geschichte aus den Perspektiven von Smilla und Gent und zwischendurch immer wieder aus der Sicht des Hexenschlächters.
Smilla ist eine sehr starke, resolute Protagonistin. Getrieben von dem Gefühl, Rache nehmen zu wollen, geht sie entschlossen ihren Weg und lässt sich nicht unterkriegen.
Gent hat eine düstere, melancholische Ausstrahlung und ist sehr launisch. Das bekommt auch Smilla immer wieder zu spüren, doch mit der Zeit nähern die Beiden sich langsam an und entwickeln Gefühle füreinander.
Den Hass, den Leif Smilla gegenüber empfindet, konnte ich jedoch nicht nachvollziehen und verstehen.
Von den Nebencharakteren hat mir besonders Óinn gut gefallen. Aber auch die anderen Figuren fügen sich wunderbar in die Geschichte ein. Sie sind facettenreich und detailliert beschrieben und jeder hat kleine Eigenheiten, die sie individuell machen und dafür sorgen, dass sie sich aus der Masse abheben.
Die Atmosphäre wurde sehr gelungen eingefangen und die Schauplätze sind so bildreich geschrieben, dass man die Handlung lebendig vor Augen hatte.
Ich hatte auch schon ziemlich schnell eine Vermutung, in welche Richtung die Geschichte sich entwickeln würde und war gespannt, wie die Autorin das Ende gestaltet.
Was soll ich sagen, mit dem Ende hat Carina Schnell mich total schockiert und ich muss unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht.
Fazit:
„A Breath of Winter“ ist kein Abklatsch bereits dagewesener Storys. Sie ist düster, bewegend, mitreißend und bietet ausreichend Action und Spannung.
Ich bin sehr gespannt, wie die Autorin den zweiten Teil der Geschichte gestaltet und muss mich nun leider bis September gedulden.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer:
Faszinierend und mühsam
Packerl von Anna Neata
Anna Neata hat mit ihrem Debütroman Packerl ein literarisches „Kunst-werk“ geschaffen. Die Geschichte von 3 Frauengenerationen, leicht und flockig österreichisch erzählt, immer in äußerst kurze Sequenzen verpackt, berührt die Leserin. Sowohl die persönlichen Geschichten als auch die geschichtlichen und politischen Rahmenbedingungen kennen wir von der einen oder anderen Seite.
Können mitgehen, mitfühlen und sind doch sofort wieder herausgeworfen, weil die Sequenzen so klein gehalten werden. Was bleibt, ist eine Art von Nicht-Verstehen oder Doch-Verstehen, immer im Abriss, mehr im Erahnen als im Wissen. So kann es uns Nachgeborenen gehen, wenn wir in die eigenen Familiengeschichten hineinsehen. Manches ist bekannt, vieles interpretiert, im Nachklang eventuell umgedeutet, schwierig bisweilen und mühsam. Was bringt der Blick zurück? Eventuell Verständnis, Mitgefühl, Einfühlungsvermögen – auch in das eigene Sein, in den Versuch und die Hoffnung, es stimmig für sich selbst hinzubekommen – das eigene Leben …
Ein gelungenes Werk, das Aufmerksamkeit verdient – Lesevergnügen hat es mir nicht bereitet. Ich bevorzuge einen geschlossenen Bogen in Erzählungen, dieses Werk ist mir zu „ausgefranst“.
Rezensionen von Harakiri:
mitreißend und spannend
Kinderklinik Weißensee - Geteilte Träume von Antonia Blum
Auch der finale Band der Weißensee-Reihe weiß zu überzeugen.
Dieses Mal siedelt die Autorin die Handlung in Berlin kurz nach dem Krieg an. Marlene und Max müssen in den Westsektor fliehen, weil sie von den Sowjets verdächtigt werden, mit den Nazis kollaboriert zu haben. Auch im Osten gibt es Probleme: die Kinderklinik ist marode und es gibt kaum Medikamente.
Und dann bricht auch noch eine Epidemie aus…
Die Handlung ist wieder gewohnt mitreißend geschrieben und man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Ich mochte die Charaktere wieder sehr gerne und dieses Mal hat die Autorin auch noch einen kleinen Krimi mit eingebaut. Gerade am Ende wird es so spannend, dass man von Seite zu Seite fliegt, um die Auflösung möglichst schnell zu erhalten.
Die Nachkriegsjahre waren schwierig und genau das packt Antonia Blum in ihre Handlung, ohne den Leser zu langweilen. Im Gegenteil: man wähnt sich mitten im Geschehen und bangt mit den Protagonisten. Am Ende gibt es dann sogar noch eine kleine Überraschung und alle losen Fäden führen zusammen.
Fazit: schade, dass die Reihe nun zu Ende ist, ich hätte die Familie gerne noch eine Weile begleitet










