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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer:

Düsternis und Licht

Im ersten Licht von Norbert Gstrein

Ein Buch über das Leben eines Professors für Geschichte, hat auf beeindruckende Weise mein Puzzle über die beiden Weltkriege, die über unser Land und unsere Familien hinweggefegt sind, erweitert und vergrößert.
Der Autor Norbert Gstrein, 1961 in Tirol geboren, hat wohl auch Großeltern und Eltern in der Sprachlosigkeit der Kriegstraumata erlebt.

Mit seinem Spannungsbogen von der Zeit vor dem ersten Weltkrieg und der "Kaisertreue", über die düstere Zeit des Nationalsozialismus bis hin zur Diskussion über unseren ehemaligen Bundespräsidenten mit fragwürdigem Kriegshintergrund, erschließt uns Norbert Gstein ungemein feinfühlig und zart die Geschehnisse durch fast ein Jahrhundert. Er macht die Geschichte unseres Landes dadurch für uns Nachgeborene "be-greif-barer" und gibt dem unfassbaren Leid unserer Vorgenerationen Sprache, Gesichter - auch entstellte - und erweitert den Blickwinkel auf die unterschiedlich erlebten Realitäten.

Das Buch sensibilisiert für die fragile Kostbarkeit des Friedens und ist dadurch durchaus lichtvoll. Unbedingte Leseempfehlung!

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Ein wundervoll vielfältiger Frauenroman

Die Passantin von Nina George

Mir gefällt die Verknüpfung von realen und bekannten politischen und gesellschaftlichen Ereignissen und die darin eingewobenen Geschichten über unterschiedliche Frauenschicksale, die es durch die Jahrtausende hinweg bis heute gegeben hat und gibt.

Herzerfrischend einfallsreich, schnell und zugleich wundervoll poetisch und bunt beschrieben.

Unbedingte Leseempfehlung!

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Erstaunlich

Himmel ohne Ende von Julia Engelmann

Erstaunlich wie gut es der Autorin gelingt, uns in die Innenwelt einer pubertierenden 15-Järigen eintauchen zu lassen. Durch die ICH - Erzählung wird die Spannung zwischen dem inneren Erleben und dem, was die Mitmenschen in der Außenwelt davon präsentiert bekommen, deutlich beschrieben. Die Sprache ist leicht, sanft und fast poetisch.

Ein wunderschöner Roman, den ich sehr gerne gelesen habe.

Ich lege dieses Buch vor allem Erwachsenen ans Herz, die es gerade mit "schwierigen" Pubertierenden zu tun haben. Es könnte liebevolles Verständnis wecken und den Blick womöglich weg vom Frust hin auf die kostbaren Seiten des heranwachsenden Menschen lenken.

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Psychiatrie von Innen

Botanik des Wahnsinns von Leon Engler

Eine Geschichte über die Innenseite der Psychiatrie. Als Leserin betrete ich räumlich das Innere der Psychiatrischen Abteilung und begegne einer Familie, in der über Generationen hinweg Familienmitglieder an psychiatrischen Erkrankungen leiden. Das ist durchaus eine gute Auswahl für einen Roman. Die eingebetteten fachlichen Informationen sind gut und wichtig und erweitern das Wissen über psychische Erkrankungen und vermutlich auch das Verständnis für psychisch Erkrankte.

ABER: Für mich ist es einfach zu dick aufgetragen. Überbordend in der Fülle des "Wahnsinns" und die Botanik - also, die Kunde über Pflanzen und deren Bedeutung - mit gemeint auch Schönheit und Heilkraft, bekommen in diesem Geflecht keine Luft. Das Buch wird wohl sehr kontrovers diskutiert werden.

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Ein Märchen

Wie Risse in der Erde von Clare Leslie Hall

Diesem Buch ist es gelungen Emotionen in mir zu wecken. Neugierde was denn tatsächlich passierte, Mitgefühl für Schicksalsschläge und großen Ärger über nicht nachvollziehbare psychische Befindlichkeiten und daraus resultierende Entwicklungen. Wie im Märchen gab es in diesem Roman von der bösen Hexe (Gabriel’s Mutter) über das glorreiche Kind (Bobby), die edlen Ritter (Mann und Geliebter), die Bösewichte (Jimmy, Staatsanwalt, Geschworene) und die weisen Alten (Beth’s Eltern) alles, erzählt aus der Perspektive der „Heldin“ auf dem schicksalsbeladenen Weg zur Glückseligkeit.

Schade, denn die Idee, der gute Aufbau, der gehaltene Spannungsbogen und die schönen Bildbeschreibungen haben mir gut gefallen.

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Prächtig österreichisch

Wild wuchern von Katharina Köller

Ein Roman, angesiedelt zwischen dem Tiroler Bergland und der Wiener High Society, der sich zu einer grandiosen Charakterstudie entfaltet. Mit feiner Klinge ziseliert die Autorin Katharina Köller so etwas, wie die österreichische Seele, mit ihrer Beschreibung der Charaktere. Härte, Brutalität und Sturheit trifft auf Schönheit, Sanftheit und Stille, sowohl in den handelnden Menschen, als auch in den Naturbeschreibungen.

Die Sprache ist kurz, direkt und mit durchaus vertrautem Dialekt garniert. Sie passt wunderbar zur Geschichte der beiden Hauptprotagonistinnen Johanna und Marie und ihrem Ringen um Identität und Heilung von vielfältigen Schrammen und Verletzungen. Kurzweilig, beeindruckend und auch vergnüglich hat mich das Buch in seinen Bann gezogen und auch mit dem losen Ausgang durchaus begeistert. Ich freu mich schon auf neue Werke der Autorin.

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Mehr Drehbuch als Roman

Honey von Victor Lodato

Die Idee einen Roman über eine außergewöhnliche 82-jährigen Protagonistin - Honey - zu schreiben, ist hervorragend. Aus einer Mafiafamilie kommend, zimmert sich Honey ein Pseudo-Leben im Kunstbetrieb und wird selbst zur Kunstfigur. Im Alter kehrt sie an ihren Ursprung zurück und versucht ihr Leben zu ordnen.

Irgendwie bleibt dieser Roman "künstlich" und klingt für mich eher wie das Drehbuch zu einem Film.

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Wunderschön

Für Polina von Takis Würger

Ein wundervoll zartes, stimmiges und bis in jede Einzelheit berührendes Buch. Takis Würger gelingt ein grandioser Roman über brüchige Lebensgeschichten, den Zauber der Liebe, der Musik und der inneren Befreiung. Ich habe schon lange kein so schönes Buch mehr gelesen.

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Eine ermutigende Geschichte, eingewoben in historisch belegte Kontexte

Sing, wilder Vogel, sing von Jacqueline O’Mahony

Ausgrenzung, Unterdrückung, Not und unvorstellbares Elend aus der Zeit der großen Hungersnot in Irland, mischt die Autorin Jacquline O´Mahony mit der inneren Weigerung der Protagonistin Honora sich in Hilflosigkeit und Ausweglosigkeit zu verlieren. Tatkraft, Hoffnung und Unbeirrbarkeit bleiben der rote Faden durch das gesamte Buch.

Ich wurde mitgenommen zu den inneren Dialogen von Honora und durfte Zeugin werden, wie sich innerer Widerstand gegen die von außen vorgegebenen Bedingungen immer wieder Bahn bricht. Wie Hoffnung auf ein „besseres“ Leben immer wieder neu genährt wird und das Streben nach äußerer „Freiheit“ durch die innere Freiheit und Unabhängigkeit letztendlich Erfolg verspricht.

In schöner Sprache verschachtelt die Autorin die zeitliche Abfolge immer wieder, erhält so geschickt den Spannungsbogen und überreizt damit nicht das für mich erträgliche Maß für die Beschreibung von Elend und Schmerz. In Summe ein ermutigendes und den Horizont erweiterndes Buch, genauso, wie ich mir ein ausgezeichnetes Buch wünsche. Unbedingte Leseempfehlung!

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Ein Seufzen

Malnata von Beatrice Salvioni

Das Buch über eine besondere Mädchenfreundschaft im faschistischen Italien hat mich seufzen lassen. Die unterschiedlichen Szenen sind in schöner Sprache detailreich und dicht beschrieben. Sie haben intensive Bilder in meinem Kopf entstehen lassen und irgendwie war klar, wie es weitergehen könnte.

Die Idee ist nicht neu und die Geschichte scheint irgendwie konstruiert, eben als Aneinanderreihung von Szenen, unter feministischem Blickwinkel, bereit verfilmt zu werden.

Ein solides Erstlingswerk einer noch jungen Autorin.

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