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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer:

Locker-flockige Stories aus neurologischer Sicht

Christof Kessler beschreibt in kurzen Stories einige neurologische Erkrankungen und deren mögliche Auswirkungen für Patienten, deren Angehörige und Umwelt. In einer sehr leicht lesbaren Mischung aus Belletristik und einfachen fachlichen Erklärungen beschreibt der Neurologe, was geringfügige Veränderungen in der Biochemie unseres Gehirns für "wahnwitzige", teils skurrile, teils dramatische und tragische Auswirkungen haben können.

Die beschriebenen Schicksale sind laut Klappentext fiktiv - müssen sie aus ethischer Sicht auch sein - und beschreiben doch reale Krankheitsverlaufsmöglichkeiten, die Verständnis für "auffällige" Mitmenschen wecken können und mich dankbar machen für ein gesund funktionierendes Gehirn. Die einfache und flockige Erzählweise umschifft die Wucht des Themas, auf die Gefahr hin, dass der Inhalt des Buches verflacht und nicht ernst genommen zu werden braucht.

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Schade!

KNOI. von Schalko David

Wunderschöne Wortmalereien, die mich zu verführen und zu verzaubern vermochten,auch durchaus witzige Sequenzen haben mich immer wieder gefangen - kurzfristig - bis sich die Handlungsstränge schon wieder verknoteten, Realität und Fiktion für mich nicht mehr unterscheidbar wurden, die Geschichten immer verworrener und abstruser wurden und ich schon wieder das Buch verärgert zur Seite legte.

Schade, das Talent des Autors mit Worten umzugehen und Situationen mit großer Dichte zu beschreiben, könnte mit bedachterem Umgang zu Lesevergnügen statt Lesefrust führen .

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Ein humoriger Roman mit einer zündenden Grundidee

Der Mann, der seine Frau vergaß von OFarrell John

John O`Farrell nimmt eine Alltagsgeschichte, die es unzählige Male gibt, und jedem Leser und jeder Leserin in unterschiedlichen Variationen zumindest bekannt vorkommt. Dies mischt der Autor mit der Idee einer psychischen Erkrankung als Problemlösungsstrategie in ausweglos erscheinenden Überforderungssituationen.

Auch diese Variante einer dissoziativen Fugue - Flucht aus einem bedrängten, mühsamen Alltag - mag wohl in vielen Köpfen schon mal vorgekommen sein. Gewürzt wird diese Mischung mit einer wunderbaren Portion englischem Comedy Humor und findet mit einem Manifest für die glückende Familie ein hübsches Ende.
Diese Zutaten lassen den Roman zu einer leichten, heiteren Leselektüre werden und verzeihen Unebenheiten im Erzählstrang ebenso, wie die schon früh erahnbare Lösung.

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Patrick Tschan versteht es meisterlich, die Geschichte ? mit dem Hintergrund des großen Leides im Zweiten Weltkrieg ? durchwegs hell und freundlich zu gestalten

Polarrot von Patrick Tschan

In Patrick Tschans Roman Polarrot treffen in klarer Sprache und hohem Erzähltempo durchwegs sympathische Protagonisten aufeinander und ziehen die Leserin in eine Geschichte, die viel Verständnis erzeugt für den Helden Jack Breiter. Aus der hintersten, ärmlichsten Talschaft der Schweiz kommend, findet dieser immer wieder Mittel und Wege, dem Schicksal des Elends zu entrinnen, Retter zu finden, selbst zum Retter zu werden, immer wieder auf seine inneren Wunden zurückgeworfen zu werden, immer wieder neu anzufangen und letztendlich mit Schlauheit Oberwasser zu behalten.

Zu Beginn der Geschichte, in der Zwischenkriegszeit angesiedelt, baut sich die Handlung in schneller Abfolge auf und schleudert die Betrachterin der Geschichte mit hohem Tempo in den Ablauf. Kurze Sequenzen werden mit sehr eindringlichen Bildern beschrieben, erklären die Geschichte geschickt und lassen die Leserin etwas atemlos in der nächsten neuen Realität der Handlung landen. Unbändiges Streben nach der Welt des Reichtums, der Macht und dem Glück wurde verwoben mit Armut, Krieg, Elend und Schmerz.
Patrick Tschan versteht es meisterlich, die Geschichte durchwegs hell und freundlich zu gestalten, sozusagen aus der positiven Ecke heraus betrachtend, um zeitgleich die Schwere und das Leid des Krieges im Hintergrund, mit einer Nebensächlichkeit einfließen zu lassen, die Verstehen fördert und wenig Zeit lässt, um ganz in die Schwere eintauchen zu können.
Die in der Geschichte beschriebene Partnerschaft zwischen Gott und dem Teufel, die erlesene Partnerschaft der hellen, leichten Erzählkunst mit dem Hintergrund des großen Leides im Zweiten Weltkrieg macht die Sympathie dieses Buches aus.

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