Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Merle, Katharina und Henri
Dabei waren wir uns immer so nah von Jette Kötschau
Dabei waren wir uns immer so nah ist der Debütroman von Jette Kötschau, in der sie über die Freundschaft von drei Frauen schreibt.
Katharina, Merle und Henri haben viel gemeinsam, sind aber auch unterschiedliche Charaktere.
Für Merle, zum Beispiel, zählt ihr Dasein als junge Mutter im Moment am meisten, Katharina hat Probleme in der langjährigen Beziehung mit ihrem Freund Ole.
Und Henri ist die extrovertierteste unter ihnen.
Die Autorin setzt auf ein undramatisches Erzählen und thematisiert die alltäglichen Schwierigkeiten, die die Frauen haben, ohne Übertreibungen und ohne Pathos. Ihr Schreibstil ist dabei einfach und direkt gehalten. Es fehlt dabei aber leider auch an Raffinesse.
Auch hatte ich erwartet, dass die Brüche in den Freundschaften mehr gezeigt werden. Streckenweise fehlt es an Spannung.
Vielleicht gewinnt das Buch, wenn man sich mit den Figuren identifizieren kann.
Rezensionen von Snookie:
Düstere, märchenhafte Erzählung mit Luft nach oben
Im Bann des Erlkönigs von Mina Roth
„Im Bann des Erlkönigs“ dreht sich alles um Zora. Sie sieht Wesen, die für andere Menschen unsichtbar sind. Eine Fee sucht sie auf, da sie Hilfe braucht und Zora soll sie zurück in die magische Welt bringen. Auf ihrem Weg taucht Zora in eine Welt voller alter Magie, gefährlicher Wesen und dunklen Geheimnissen ein.
Zunächst einmal hat mich direkt das Cover und der Farbschnitt angesprochen. Angezogen wurde ich aber noch mehr vom Titel. Der erste Gedanke bei Erlkönig ist natürlich das Gedicht von Goethe und ich war gespannt auf die Interpretation dieser Figur im Buch. Das Buch bietet eine düstere, märchenhafte Atmosphäre und die Welt wirkt geheimnisvoll.
Das Buch beginnt direkt in der Handlung, was ich ansich einen guten Einstieg finde. Allerdings wurden gleich viele Wesen eingeführt ohne das man die Welt und die Zusammenhänge kennt. Auch im Verlaufe des Buches habe ich das Gefühl das viele Aspekte der Welt und ihrer Regeln recht vage sind und ich Zusammenhänge teilweise nur schwierig verstehen konnte. Gerade bei der Magie und den Hintergründen hätte ich mir mehr Erklärungen und Details gewünscht. Für mich gab es ab und an auch ein paar Logiklücken.
Den Schreibstil empfand ich am Anfang auch ein bisschen schwierig, da ich immer wieder aus dem Lesefluss kam, dies hat sich aber ab circa der Hälfte deutlich gebessert. Der Schreibstil war allerdings sehr bildhaft, wodurch man gut in die märchenhafte, dunkle Fantasy Welt eintauchen und sich alles sehr gut vorstellen konnte. Leider empfande ich auch das Erzähltempo schwierig. An manchen Stellen wurde alles recht langsam erzählt, wodurch die Handlung immer wieder ins Stocken geriet. An Stellen, wo ich mir mehr Tiefe und Beschreibung gewünscht hätte, war das Erzähltempo dann wieder zu schnell.
Auch die romantische Beziehung zwischen Zora und Kilian konnte mich nicht ganz überzeugen. Die Entwicklung der Gefühle wirkte auf mich nicht immer nachvollziehbar und hätte an dieser Stelle mehr Raum vertragen können um die emotionale Wirkung noch stärker zu entfalten.
Die Figuren ansich empfand ich als sehr positiv. Zora ist für mich eine starke Protagonistin, die mutig und sympathisch ist. Die anderen Charaktere bringen sehr unterschiedliche Facetten in die Geschichte ein. Eine Entwicklung der Charaktere ist spürbar und diese wirken auch authentisch für mich. Auch die Dynamik der Charaktere zueinander empfand ich als gut gelungen.
Insgesamt ist „Im Bann des Erlkönigs“ für mich ein solides Fantasybuch mit einer spannenden Grundidee, einer gelungenen Atmosphäre und interessanten Charakteren. Leider wurde meiner Meinung nach das Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Nur Pfeifenrauch
Popóm von Johanna Sebauer
Hendrik trifft zufällig beim Einkaufen sein anderes Ich, älter und eleganter als er selber, aber unzweifelhaft sein Doppelgänger. Woran er das erkennt, wird nicht erklärt, man muss es einfach glauben.
Er will seinem zweiten Ich natürlich näher kommen, sich an ihm orientieren und anhalten, auch deshalb, weil seine langjährige Freundin sich von ihm trennt und sein Dasein in Unordnung gerät.
Die Gespräche im Pfeifengeschäft des Älteren schleppen sich mit Höhen und Tiefen ziemlich mühsam dahin, bis dem Jüngeren klar wird: Jeder muss sein Leben selber leben!
Was am Anfang des Romans als originelle Idee erscheint, reicht nicht für ein ganzes Buch. Die Spannung verfliegt wie Pfeifenrauch, der Doppelgänger dient vorwiegend als Projektionsfläche, damit Hendrik in seinen eigenen Befindlichkeiten wühlen kann, und die sind nicht besonders tiefgründig.
Rezensionen von Fluxx:
Leben und Tod in drei Akten
Curseborn von Celine Leonora
Die Fortsetzung dieser Dilogie schließt nahtlos an den ersten Band an, wobei man dessen Zusammenfassung mit einem QR Code auf Youtube ansehen kann. Ich hätte es allerdings schöner gefunden, wenn ein kurzes "Was bisher geschah" vorne im Buch abgedruckt gewesen wäre. Aber das ist Geschmacksache und konnte meine Begeisterung für das Buch nicht schmälern.
Ausstattung und Cover sind wie schon bei Band 1 sehr geschmackvoll gestaltet und auch unter dem Schutzumschlag sieht das Buch edel und hochwertig aus. Eine gezeichnete Übersichtskarte des Geländes rund um den Hollows Lake mit den wichtigsten Schauplätzen erleichtert die Orientierung und gefällt mir persönlich zusammen mit den stimmungsvollen Zeichnungen jeweils am Anfang der drei Akte ganz besonders gut. Sie vermitteln ausdrucksvoll die zauberhafte Magie der Orte und ergänzen die Handlung hervorragend, so dass ich sie mir noch besser vorstellen konnte.
Die etwas düstere Atmosphäre von Wald, See und Nebel war durch den bildhaften Schreibstil gleich wieder spürbar und zog mich in ihren Bann. Eden hat erhebliche Probleme, ihre neu gewonnene Macht zu kontrollieren und geht einen Deal mit Ace ein, der ihr dabei helfen will. Doch kann sie dem unnahbaren Bruder von Wolf wirklich vertrauen? Diese Frage habe ich mir während des Lesens mehrmals gestellt und die Auflösung kaum erwarten können.
Über weite Strecken der Handlung bleibt die Spannung konstant erhalten, weil es ständig neue Erkenntnisse und Begegnungen gibt, die jedes Mal ein neues Licht auf das Geschehen werfen. Dabei drehen sich mehrmals die zuvor geglaubten Wahrheiten komplett um und ich wurde wiederholt von diesem Wandel zwischen Leben und Tod in drei Akten überrascht. Das war unglaublich faszinierend und fesselte mich an diese mitreißende Geschichte. Bis zum atemberaubenden und fast unglaublichen Ende erlebte ich genauso wie Eden eine Achterbahnfahrt der Gefühle und war beeindruckt von den gut durchdachten Wendungen, die dann alle einen Sinn ergaben.
Mir hat diese Dilogie ausnehmend gut gefallen und ich kann sie allen Fantasy-Lesern empfehlen.
Rezensionen von carola1475:
Cosy Crime an Cornwalls Küste
The Shell House Detectives von Emylia Hall
Ally und Jayden treffen am Strand aufeinander, wo ein junger Mann von den Klippen gestürzt ist. Ally ist sehr betroffen, als sie erkennt, dass es Lewis Pascoe ist, der am Vorabend bei ihr geklopft und Hilfe von ihrem verstorbenen Mann angefragt hatte. Ally und Jaydon sind beide mitgenommen durch den Vorfall, verstehen sich auf Anhieb und beschließen, zusammen aufzuklären, was es mit dem Sturz auf sich hatte, um so mehr, als am gleichen Morgen Allys Nachbarin Helena Hunter nicht vom Joggen zurück kommt und spurlos verschwunden scheint.
Ally Bright ist verwitwet, einsam, und lebt außerhalb von Porthpella in den Dünen. Das Meer gibt ihr Kraft, sie läuft jeden Tag am Strand und sammelt Treibgut und Plastikabfall, den sie zu beeindruckenden Collagen verarbeitet.
Jayden Weston ist nach einem traumatischen Ereignis aus dem Polizeidienst ausgeschieden und mit seiner hochschwangeren Frau in deren Heimatort Porthpella in Cornwall gezogen.
Emylia Hall schreibt im Präsens, die Geschichte ist einfach und angenehm zu lesen, klar und anschaulich beschreibt Emylia Hall die abwechslungsreiche Küste Cornwalls mit ihren Dünen und malerischen Orten und die Faszination, die das Meer auf viele Menschen ausübt.
Durch wechselnde Perspektiven lerne ich viele Charaktere kennen, die nicht immer die Handlung voran bringen, aber zum Setting gehören. Die Figuren machen sich viele Gedanken, erinnern auch die Vergangenheit, aber meist nur für sich, es gibt wenig Austausch mit anderen. Es wird für meinen Geschmack zu viel erzählt und zu wenig gezeigt, entgegen dem Grundsatz „show, don't tell“.
Bei den Ermittlungen erweist sich Jayden als scharfsinnig und Ally ist beharrlich und intuitiv. Beide sind sympathisch und entwickeln sich im Lauf ihrer Nachforschungen.
Und es gibt noch mehr Protagonisten, deren Leben sich in diesen drei Tagen verändert. Trotz einiger Wendungen und falscher Fährten hat mir 'The Shell House Detectives' auf Figurenebene besser gefallen als auf Krimihandlungsebene, da fehlte es mir auch an Tempo. Insgesamt habe ich den atmosphärischen Cosy Crime-Roman gern gelesen.
Rezensionen von ingri:
eine Auszeit im Wald - die Magie der Geschichte und der Natur
Der vergessene Wald von Sharon Gosling
Saskia Tilbury-Martin hat eine Vision: das verfallene Schloss Gair im Norden Englands wieder aufzubauen. Doch derzeit ist es nur eine Ruine, mit einem markanten Baum in der Mitte und einem sehr dichten Wald, um den sich so manche Sage rankt. Der Weg zum Baubeginn war nicht einfach, waren doch viele Hindernisse zu überwinden und auch die Suche nach einem Bauleiter gestaltete sich schwierig, bis endlich Owen Elliot in das von vielen als verrückt bezeichnete Projekt einwilligt.
Doch die Arbeitsbeziehung ist nicht einfach, da Owen Saskias Projekt als schwer durchführbar findet, an der Finanzierung zweifelt und Saskia überheblich findet. Beide schleppen jedoch ihren eigenen Ballast mit und kommen sich im Zuge der Schwierigkeiten um die Baustelle doch näher als gedacht.
Ich muss gestehen, dass ich vom Buch doch sehr überrascht war: rein vom Klappentext habe ich eine Geschichte über eine schwierige Baustelle erwartet, da es wahrscheinlich teurer, komplizierter und von Denkmalkommissionen mit Argus Augen bewacht wird. Auch eine gewisse Spannung im Verhältnis von Saskia und Owen habe ich erwartet, vielleicht auch ein bisschen romantisches Filtern. Überrascht hat mich die große Hintergrundgeschichte von Saskia und die große Überraschung, die sich auf dem Grundstück offenbart, die ich hier allerdings nicht spoilern möchte.
Schnell bin ich in den Schreibstil und die atmosphärische Schilderung der Orte gekippt. Man findet sich in dem klaren Stil leicht zurecht, der Einstieg ist einfach und man folgt der Erzählung gerne, auch wenn sie grundsätzlich sehr ruhig verläuft. Die Charaktere sind schön gezeichnet und glaubhaft samt ihren Hintergrundgeschichten. Man merkt, wie sich die Beziehung der beiden Hauptcharaktere schrittweise ändert und nimmt ihnen die Entwicklung ab.
Man lernt, dass sich Pläne durchwegs auch mal ändern dürfen und dass man in der Natur wunderbar zu Ruhe kommen kann um sich neu zu sortieren.
Ein Wohlfühlroman mit einer tieferen Message, der sofort Lust macht in ein Tiny-House am Waldrand zu ziehen.
Rezensionen von clematis:
Mosaik
Sommerglück in Pine Hill von Karin Lindberg
Die Geschäfte im Tourismus könnten besser gehen im ruhigen Pine Hill, aber die Urlauber suchen immer öfter aufregende Unterhaltung statt beschaulicher Natur. Diesen Umstand möchte ein großes Immobilienunternehmen nutzen, um die kleinen Motels am Strand aufzukaufen und riesige Betonbunker für künftige Hotelgäste zu errichten.
Um die Sache zu beschleunigen und mit seiner privaten Vergangenheit abzurechnen, reist CEO Kian Gallagher persönlich an, allerdings unter falscher Identität. Dies sollte ihm allerdings in jenem Moment zum Verhängnis werden, in dem er Becca Mason begegnet.
Eine wunderschöne landschaftliche Kulisse, ein beschauliches Dorf und eine hilfsbereite Nachbarschaft bilden den Rahmen für Beccas und Kians Geschichte. Hier hat sogar das Auto einen Namen und ein abgemagerter streunender Kater stiehlt sich heimlich in die Herzen der Menschen. Mit solch liebevollen Details untermalt Karin Lindberg die Handlung ihres zweiten Romans aus der Reihe „Sea Side Kisses“, lässt die knisternde Atmosphäre schnell auf ihre Leser überspringen. Natürlich gibt es Missverständnisse, Verletzungen und Enttäuschungen, aber auch weise Stimmen mit dem Blick von Außenstehenden, sodass sich die einzelnen Bruchstücke langsam aber sicher zu einem strahlenden Mosaik zusammensetzen lassen.
Das Sommerglück wird zum Leseglück, genau richtig für ein paar unbeschwerte Stunden im Land der Träume, der Phantasie und der Liebe.
Rezensionen von clematis:
Der Nachbar als Feind
Vor uns ein heller Morgen von Margit Steinborn
Nach einem schrecklichen Unglück, das der Nachbar hätte verhindern können, stehen sich die Familien der Gutshöfe von Traubnitz und Reimann als Feinde gegenüber. Selbst die Kinder, welche gerade noch zusammen gespielt haben, dürfen einander nicht mehr treffen. Neun Jahre später soll Helena von Traubnitz den zuvorkommenden Unternehmersohn Westphal ehelichen, als ein fremder Bub am Gut auftaucht und eine schockierende Überraschung offenbart.
Liebevoll zeichnet Margit Steinborn die Jahre des beginnenden 20. Jahrhunderts nach, erzählt von reichen Gutsbesitzern und bettelarmen Gestalten, von verfeindeten Nachbarn und gütigem Hausgesinde. Im Mittelpunkt der bewegenden Geschichte stehen Helena von Traubnitz, Benedikt Reimann und Edgar Wenzel, sodass neben den „Herrschaften“ auch ein Vertreter aus dem Kreis der Dienstboten entsprechende Aufmerksamkeit bekommt. Mit ihrer realistischen Darstellung der Geschehnisse und dem ruhigen, feinfühligen Schreibstil fesselt Steinborn ihre Leser sofort an diese geheimnisvolle Geschichte. Figuren, die man gerne kennenlernen möchte, sind ebenso klar charakterisiert wie solche, denen man lieber nicht begegnet im wahren Leben, das kleine Sommerfeld nördlich von Berlin bietet eine stimmige Kulisse für den nachbarschaftlichen Streit und die intriganten Machenschaften unter den einzelnen Neidern.
Die aufregende Zeit am Lande vergeht viel zu schnell, eine Reihe an Fragen wird geklärt, aber doch bleibt einiges offen, um auch den Folgeband gewiss mit Spannung und Lebendigkeit zu füllen. Ich bin schon sehr neugierig, wie es weitergeht …
Rezensionen von youngreaders:
Lügen und Geheimnisse
Er lügt von Rebecca Taylor McKay
Der Thriller "Er lügt" von Rebecca Taylor McKay hat mich vollumfänglich abgeholt- Beginnend mit dem tollen Cover über den sehr guten Schreibstil bis hin zur super Story mit einigen Plottwists.
Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt - wobei ich mich schon nach dem zweiten Teil gefragt habe, was kann da noch kommen.
Ich war auch mehrmals dem Geschehen auf der Spur, aber ganz habe ich immer erst durchgeschaut, wenn ich es gelesen habe.....
Der Thriller spielt zu einer anderen Zeit 1960-1963, wobei die Handlung hauptsächlich 1961 stattfindet, dann aber immer wieder Rückblenden eingefügt werden und der dritte Teil ist dann fast nur noch 1963. Es waren andere Zeiten, das sind vielleicht Kleinigkeiten, zum Beispiel, dass unheimlich viel geraucht wurde und würde der Ehemann seine Frau heutzutage noch "Bambi" nennen und die Frauen sich in gewisserweise unterordnen? Ich denke nicht ganz in diesem Maße und trotzdem glaube ich, dass der Thriller genauso auch im Hier und Jetzt funktioniert hätte. Warum sich Taylor McKay für die 60er Jahre entschieden hat, weiß ich nicht, aber ich finde das ist ja ihre freie Entscheidung und so oder so finde ich den Thriller super!
Rezensionen von Shilo:
Zwischen Nordsee, Geheimnissen und einem neuen Anfang
Sturmland von Miriam Georg
Manchmal reicht eine einzige Entscheidung aus, damit ein ganzes Leben eine andere Richtung nimmt. Genau so beginnt Coras Geschichte. Sie muss ihr bisheriges Leben hinter sich lassen und unter einem anderen Namen neu anfangen. Dabei wird schnell deutlich, wie schwierig diese Situation für sie ist. Sie kann niemandem wirklich vertrauen und muss ständig darauf achten, dass ihr Geheimnis nicht entdeckt wird.
Diese Unsicherheit begleitet Cora durch viele Momente der Geschichte. Immer wieder stellt sich die Frage, ob ihre Vergangenheit sie einholen wird und ob ihr neues Leben überhaupt eine Chance hat.
Mit Onnen kommt eine weitere wichtige Figur hinzu. Er führt ein ganz anderes Leben als Cora und trägt vieles mit sich herum, worüber er nicht spricht. Anfangs bleibt er eher verschlossen, doch nach und nach erfährt man mehr über ihn. Mit der Zeit und durch das, was sie gemeinsam erleben, kommen sich beide näher.
Die Küste und das Leben am Meer werden sehr passend beschrieben. Die Nordsee ist ständig präsent und man spürt, wie sehr die Menschen damals vom Wetter und den Bedingungen dort abhängig waren. Das Leben an der Küste war nicht einfach und genau das kommt in vielen Szenen gut zum Ausdruck.
Besonders die Momente, in denen Menschen aus Seenot gerettet werden müssen, gehören zu den spannenden Teilen des Buches. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie gefährlich diese Einsätze damals waren und wie viel Erfahrung und Mut dafür nötig waren. Auch die Anfänge der Seenotrettung sind gut in die Handlung eingebaut.
Neben der Geschichte von Cora und Onnen erfährt man auch viel über die unterschiedlichen Lebensumstände der Menschen dieser Zeit. Cora stammt aus einer wohlhabenden Familie, darf aber trotzdem nicht frei über ihr eigenes Leben entscheiden. Onnen kennt dagegen die Sorgen und Schwierigkeiten des einfachen Lebens. Dieser Gegensatz macht ihre Begegnungen interessant.
Durch die Zeit mit Emmi zeigt sich eine andere Seite von Cora. Hinter ihrer Flucht und ihrer Vorsicht steckt auch jemand, der sich um andere Menschen kümmert.
Cora und Onnen haben beide Erlebnisse hinter sich, die sie verändert haben. Dadurch lassen sich ihre Entscheidungen gut nachvollziehen. Sie wirken nicht perfekt, sondern wie Menschen mit eigenen Sorgen, Fehlern und Geheimnissen.
Bis zum Schluss bleibt die Frage offen, ob Cora ihr Geheimnis bewahren kann. Einige Situationen lassen vermuten, dass sich ihr Leben bald wieder verändern könnte.
Der erste Band der Sturmland Saga hat mir sehr gut gefallen. Die Zeit an der Nordsee, die Entwicklung von Cora und Onnen und die Einblicke in die Anfänge der Seenotrettung haben die Geschichte für mich ganz besonders gemacht. Nach dem Ende möchte man wissen, wie es mit den beiden weitergeht.
Ein schöner Beginn der Saga mit interessanten Figuren und einer Geschichte, die neugierig auf die Fortsetzung macht.
5 Sterne











