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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bineira:

Schade um die schöne Idee

Zwei in einem Bild von Morgan Pager

Das Cover des Buches hat mir nicht zugesagt, aber aufgrund des Klappentextes stand es schon länger auf meiner Wunschliste. Die Thematik ist so ungewöhnlich und verheißungsvoll, daraus hätte man eine tolle Geschichte weben können. Der Anfang war auch noch einigermaßen interessant: die Atmosphäre im Museum, das heimliche Leben in den Bildern und die von Kunst faszinierte Claire ergaben einen stimmigen Auftakt.

Doch schon bald ärgerte mich der aufgesetzte Schreibstil der Autorin, und die Geschichte wollte einfach nicht in Gang kommen. Die Protagonisten blieben für mich blass, ihre Motive haben mich nicht überzeugt. Die verschiedenen Handlungsfäden wirkten nicht zu Ende gedacht, es war kein Spannungsbogen erkennbar, Konflikte blieben an der Oberfläche.
Ich habe das Buch ab der Mitte nur noch quergelesen, weil es mir zu mühsam war und es mich nicht mehr interessiert hat. Sehr schade um die schöne Idee.

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Flüssiger Schreibstil

Gelbe Monster von Clara Leinemann

Charlie ist Ende Zwanzig und Studentin der Mathematik. Zu Beginn des Romans sitzt sie in der Bahn auf dem Weg zu einem Antiaggressionstraining. Sie hat einen Arm eingegipst und das Gesicht voller blauer Flecken. Man fragt sich also, ob sie nicht eher das Opfer als die Täterin ist?
In Rückblenden entfalten sich die Ereignisse, die zu Charlies Verletzungen geführt haben.

Es geht um die instabile Partnerschaft mit Valentin, in der sie sich nicht ausreichend gesehen gefühlt hat. Aufgrund ihres mangelnden Selbstwertgefühls reagiert sie darauf mit sich stetig steigernder verbaler und körperlicher Gewalt. Ihre Freundin Ella, bei der sie nach dem Verlust ihrer Wohnung vorübergehend untergeschlüpft ist, hat ihr die Bedingung gestellt, an dem Antiaggressionstraining teilzunehmen.

In der Erzählung wechseln sich vergangene Ereignisse mit gegenwärtigen ab. Alles wird aus Charlies Sicht beschrieben und bewertet, das war manchmal schon nervig zu lesen. Auch hat mir an einigen Stellen die Tiefe gefehlt. Die Figur des Valentin ist zum Beispiel so blass, dass ich ihn nicht einordnen konnte. Und die Ursachen für Charlies Verhalten oder dem der anderen Teilnehmerinnen am Antiaggressionstraining werden kaum mehr als angedeutet. Das Buch lässt sich durch den flüssigen Schreibstil schnell durchlesen, es wird dem komplexen Thema jedoch nicht gerecht, weil vieles zu vage und eindimensional bleibt.

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Schön schräg und pointiert

Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson

Von Kristof Magnusson habe ich mit großem Vergnügen "Ein Mann der Kunst" gelesen. In seinem neuen Roman "Die Reise ans Ende der Geschichte" bleibt er seinem gut lesbaren Schreibstil treu. Die Satire auf Spionageromane spielt Mitte der 1990er Jahre und lässt die damalige Aufbruchstimmung gekonnt wieder aufleben.

Nach dem zermürbenden Kalten Krieg zwischen Ost und West eröffnet sich mit dem Zerfall der Sowjetunion die Chance auf dauerhaften Frieden. Doch nicht alle sind glücklich mit der Situation. Für Geheimdienstmitarbeiter - und insbesondere solche in einer Doppelrolle - bedroht die Annäherung der ehemaligen Feinde ihre Karriere und zuweilen auch ihr Leben. Wie einer von ihnen sich mit einem letzten großen Coup aus der Szene verabschieden will, das erzählt Magnusson herrlich schräg und mit viel Situationshumor. Die skurrilen Protagonisten, ihre pointierten Dialoge, die atmosphärischen Beschreibungen der Schauplätze und die aberwitzigen Wendungen, all das hat mir echtes Lesevergnügen beschert. Nur das Ende war mir zu chaotisch und undurchsichtig.

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Amüsant

Wir Freitagsmänner von Hans-Gerd Raeth

Henri Albers ist Mitte 50 und leitet die Personalabteilung eines Zeitungsverlags. Beide haben schon bessere Zeiten gesehen. Henri ist geschieden, seine Kinder sind erwachsen, und er lebt unfreiwillig als Single. Seine wichtigste Bezugsperson ist sein Freund Felix. Als sein Hausarzt bei Henri beginnende Wechseljahre diagnostiziert und zudem mehrere Risikofaktoren seine Gesundheit beeinträchtigen, beschließt dieser, den Rest seines Lebens bewusster zu gestalten.

Aus der Ich-Perspektive lässt der Autor die Leser an diesem Prozess teilhaben. Bis zur Mitte ist das Buch flott und mit viel Situationshumor geschrieben. Vor allem die Dialoge haben Slapstick-Charakter, ich habe ein paar Mal herzlich gelacht. Dann wiederholen sich die witzigen Elemente zu oft und nutzen sich dadurch ab. Die Handlung enthält keinen nennenswerten Spannungsbogen, und die klischeehaften Darstellungen der Personen und Situationen wurden mir irgendwann zu viel, so dass sich die zweite Hälfte des Romans in die Länge zog.

Alles in allem war es trotz dieser Kritikpunkte ein amüsant zu lesendes Buch. Besonders gut gefallen hat mir das Bild von unserem Leben als Woche. Es beginnt am Montagmorgen und endet am Sonntagabend. Da fragt man sich unwillkürlich, wo man selbst gerade steht.

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Informativ und gut verständlich

Nimm den Zwängen die Macht von Ulrich Voderholzer; Rebecca Schennach; Stefan Koch

Der Ratgeber "Nimm den Zwängen die Macht" will von Zwangsstörungen betroffenen Menschen dabei helfen, ihre Krankheit zu verstehen und ihnen Mut machen, gegen sie anzugehen. Die Autoren erklären, wie sich harmlose Marotten von einem krankhaften Zwang unterscheiden, wann eine Behandlung nötig wird und wie diese aussehen kann.

Ferner werden die Entstehung von Zwängen, ihre verschiedenen Formen und ihre Funktion beleuchtet. Dadurch werden die Betroffenen, die sicher Schuldgefühle wegen ihrer oft als peinlich empfundenen Störung haben, entlastet. Und dadurch wird auch klar, warum es so schwer ist, damit aufzuhören.

Als eine der erfolgreichsten Methoden zur Überwindung einer Zwangsstörung wird die Expositionsbehandlung im Rahmen einer Verhaltenstherapie angesehen. Dieses Verfahren wird hier ausführlich beschrieben. Außerdem werden Möglichkeiten aufgezeigt, Familienmitglieder und Freunde in den Prozess einzubinden. Verweise auf relevante Internetseiten und Literatur runden das Ganze ab.

Das Buch informiert kenntnisreich und in für medizinische Laien gut verständlicher Sprache über diese belastende Erkrankung und bietet Hilfestellung zu ihrer Bewältigung an. Besonders wichtig finde ich, dass die Hintergründe für das Zwangsverhalten anschaulich beschrieben werden. Zu Verstehen, warum ich etwas tue, ist der erste Schritt, um es zu ändern. Doch werden schwer Betroffene die vorgestellte Behandlung nicht ohne professionelle Hilfe durchführen können. Darauf weisen die Autoren auch mehrfach hin.

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Suchbilder mit Klang

Hör mal (Soundbuch): Wimmelbuch: Wir machen Urlaub von Enni Bollin

Das Wimmelbuch "Wir machen Urlaub" aus dem Carlsen Verlag regt Kinder ab zwei Jahren mit Fragen und Klängen zum Mitmachen an. Aufs sechs Doppelseiten werden unterschiedliche Urlaubsorte vorgestellt, dazu gibt es jeweils einen kurzen Text und ein paar Geräusche. Einzelne Motive werden am Rand nochmal extra aufgeführt.

Ob in den Bergen, am Meer, auf dem Campingplatz oder zuhause, alle Szenen sind liebevoll und detailliert gezeichnet.

Ein besonderes Plus ist, dass die enthaltenen Batterien über USB-C aufladbar sind.
Die Klangstücke sind klar hörbar, es sind sogar kleine Gespräche dabei. Sie laufen etwas zu schnell hintereinander ab und können nicht gestoppt werden, so dass ein Kind es nicht schafft, eine Geräuschquelle zu finden, bevor die nächste kommt. Man muss das Band deshalb mehrmals abspielen.

Auch sind die zu suchenden Motive zum Teil nicht gut dargestellt. Die Qualle zum Beispiel ist nur schwer zu erkennen. Insgesamt finde ich die Bilder im Verhältnis zum Detailreichtum zu klein. Trotz dieser Kritikpunkte ist es ein schönes Mitmachbuch für die Kleinen.

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