Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Jule:
Gute Ansätze, schlechte Umsetzung
Infinity Alchemist von Kacen Callender
In "Infinity Alchemist" von Kacen Callender begleiten wir den jungen Alchemisten Ash durch eine Welt voller Gefahren und treffen auf viele unterschiedliche Protagonisten. Zwei davon sind Ramsay und Callum, die dafür sorgen, dass nicht nur Alchemie in dieser Geschichte zu finden ist, sondern auch die Liebe.
Die Geschichte rund um Ash startet vielversprechend, auch wenn es etwas verwirrend sein kann zu Beginn, findet man in die Geschichte. Bis sich größere Verwirrungen einschleichen. Wie zum Beispiel der Fakt, dass Ramsay das Geschlecht ändern kann. So wechseln ganz plötzlich die Pronomen und man fragt sich, ob man es auf einmal mit einem anderen Charakter zu tun hat. Zwar findet man sich irgendwann damit ab, aber trotzdem wäre es schön gewesen im Vorhinein darauf hingewiesen zu werden, dass Ramsay so etwas kann. Dies ändert deshalb aber nichts an dem Fakt, dass Ramsay als Charakter wirklich interessant ist. Besonders die Vergangenheit und die Familiengeschichte sorgen für interessante Momente.
Doch genau wie bei Ash bekommt man das Gefühl, dass ihre Handlungen nicht ihrem Alter entsprechen. So ging mir Ash mit seinem Verhalten irgendwann sehr auf die Nerven. Einzig Callums Handlungen waren zum Großteil nachvollziehbar, was super schade ist. In jedem der drei liegt viel verstecktes Potenzial, das nicht genutzt wurde.
Bei dem Plot ist es ebenfalls so. Viele starke Ideen, die nicht richtig ausgearbeitet wurden. Stattdessen wird alles in die Geschichte geworfen, anstatt sich auf zwei bis drei Sachen zu fokussieren und diese bis und kleinste Detail auszuarbeiten. Deshalb kam für mich auch nie richtige Spannung auf. Denn wenn eine Szene auch nur Andeutungen gemacht hat, spannend zu werden, gab es direkt eine Lösung und die Sequenz war vorbei. Und so ist man von Szene zu Szene gesprungen.
Was noch auffällig ist, sind die Massen an Fehlern, die in diesem Buch auftauchen. So fehlt in einem Satz mal ein Wort oder der Name vom Protagonisten wird dreimal unterschiedlich geschrieben. Dazu kommen fehlende Absätze, die einen Cut und den Sprung zur nächsten Szene kennzeichnen würden. Zwar ist der Schreibstil recht angenehm, aber durch die Fehler wurde das Lesen zwischendurch zur Herausforderung.
Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass mehr Arbeit in das Äußere als das Innere gesteckt wurde.
Schlussendlich bleibt mir zu sagen, dass ich besonders die Welt, und er die Geschichte spielt, interessant finde und mich gerne mehr damit auseinandergesetzt hätte.
Alles in allem ist so unfassbar viel Potenzial ungenutzt geblieben, dass ich leider keine Empfehlung aussprechen kann.
Rezensionen von Danislesestube:
Ein Buch zum Wohlfühlen
Die Tage mit Dir von Valerie Bendorf
Nach meinen Reread von „Liebe treibt die schönsten Blüten“ blieb es etwas still rund um die Autorin, bis mich diese eines Tages angeschrieben und gefragt hat, ob ich ihr neues Buch lesen möchte. Selbstverständlich. Immerhin haben mir ihre Bücher bisher richtig gut gefallen. Noch eines vorweg: Meine Meinung wird davon nicht beeinflusst.
Wenn mich etwas beim Lesen gestört hat, erfahrt ihr es trotzdem.
Der Anfang findet etwas zeitversetzt statt. Hanna ist gerade am Flughafen und würde gerne in ein Flugzeug steigen, um einen gewissen Jemand zu besuchen. Leider verzögert sich ihr Flug aus nachvollziehbaren Gründen. Ob sie am Ende abreisen kann, oder nach Hause fahren muss, erfahren wir zu diesem Zeitpunkt nicht. Nach diesem Einstieg beginnt die Handlung im Jahr 1999, wo sich unsere beiden Protagonisten kennenlernen. Sowie es der Zufall so will, landen sie in einem abgelegenen Haus, bis diese vom alarmierten Lehrpersonal gefunden werden. Der Einstieg hat mir gut gefallen. Gerade die Anfangsszene am Flughafen deutet schon sehr stark darauf hin, dass die Vergangenheit nicht zugunsten von Hanna und Neil verlaufen sein könnte. Die beiden leben, offenbar, getrennt und sie möchte ihn besuchen. Ausreichend Informationen für einen einfachen Prolog. Andererseits lassen sich diese auch aus dem Klappentext ableiten. Fakt ist. Wir haben etwas, mit dem wir arbeiten können.
Noch in der Schulzeit lernen wir nicht nur Hanna und Neil besser kennen, sondern auch ein paar später vorkommende Nebencharaktere, welche in der Zukunft auch ihren Platz finden werden. Ich hatte beim Lesen immer so einen alten Filmprojektor vor Augen, welcher das Leben der beiden auf zwei Spuren im Schnelldurchlauf laufen ließ. Erinnert mich an alte Liebesdramen.
Apropos Drama. Dieses gibt es in diesem Buch nicht wirklich. Ja, Sehnsucht und Liebeskummer gibt es zuhauf. Jedoch sind diese beiden Komponenten hier nichts Negatives. Sie dienen hier als Verstärker in vielen Situationen. Auch die Gedanken unserer Protagonisten werden hiervon stark beeinflusst. Trotz verschiedener Leben sind diese immer in deren Köpfen verankert. Natürlich wird sich der eine oder andere von euch denken: „Ist es nicht etwas unfair dem aktuellen Partner gegenüber, wenn der Gegenüber gedanklich bei seiner Schulliebe ist.“ Da gebe ich euch recht. Etwas seltsam wirkt es alle mal. Jedoch kann man mit den Umständen etwas dagegen halten. Hanna und Neil müssen sich nach dem Internat trennen. Daher kommt erst das Versprechen, sich gegenseitig Unterschlupf bieten zu wollen. Die Zeit bleibt nicht stehen. Das Leben beider muss weitergehen, was es auch tut. Nur eben getrennt. Die einzelnen Passagen, welche innerhalb der Kapitel auch mal abwechselnd abliefen, waren spannend. Keiner der Protagonisten hatte nur schöne und einfache Momente. Schicksalsschläge gehörten genauso dazu, wie Erfolge.
Sehnsucht ist das Kernthema des Buches. Zumindest kam es für mich so rüber. Diese wirkte nie aufgesetzt oder gar fehl am Platz. In der jeweils passenden Lebenssituation, oder wenn man sich gesehen hat, war sie klar zu spüren. Anders als in ihren anderen Büchern hat Valerie hier den Fokus ganz klar auf Gefühle gesetzt. Das merkte ich deutlich. Das Buch lässt sich deshalb mit einem Wort genau beschreiben: gefühlvoll. Immer und irgendwo ist Platz für den einen Menschen. Alleine beim Gedanken daran wird mir warm ums Herz.
Kommen wir zum Thema Kritik. Erinnern uns daran, wie das Wort geschrieben wird, und gehen dann zum Endfazit über. Nein, ehrlich. Es fällt mir schwer, etwas Negatives an diesem Buch zu finden. Es ist ein rundes Gesamtpaket, mit viel Liebe zum Detail und randvoll mit Sehnsucht und Emotionen. Wenn ich das Buch kaputt analysieren würde, werde ich vielleicht etwas finden, aber das ist nicht der Sinn meiner Rezensionen. Hier geht es um meinen Ersteindruck und anschließend um eine ehrliche Gesamtwertung. Und diese mündet in einer Empfehlung.
Rezensionen von Lilli33:
Ergreifender Bericht über die Odyssee eines Kindes
Solito von Javier Zamora
Ergreifender Bericht über die Odyssee eines Kindes
El Salvador, 1999. Vor vier Jahren sind die Eltern des inzwischen neunjährigen Javier nach Kalifornien geflohen. Javier wächst bei seinen Großeltern und seiner Tante auf. Nun wollen die Eltern ihn endlich zu sich in die USA holen und beauftragen einen Schlepper.
Doch statt der geplanten zwei Wochen braucht Javier zwei Monate, bis seine Reise zu Ende ist. Eine lange Zeit, in der er auf die Unterstützung von fremden Menschen angewiesen ist. Eine lange Zeit, in der weder seine Großeltern in El Salvador noch seine Eltern in Kalifornien wissen, wo Javier ist, ob es ihm gut geht, ob er überhaupt noch am Leben ist. Denn nicht wenige Menschen sterben bei dem Versuch, illegal in die USA zu gelangen.
Javier erzählt von seinen Erlebnissen - schrecklichen wie schönen. Er erzählt von Hunger, Durst, Hitze und Kälte, engen, stinkenden Unterkünften, vom Durchqueren der Wüste, von Stacheldraht und Menschen, die andere im Stich lassen. Er erzählt von Hoffnung und Angst und von fremden Menschen, die sich während der Reise liebevoll um das Kind kümmern.
Die Sprache ist einfach, fast einem Kind entsprechend, aber nicht so einfach, dass es unangenehm wäre. Allerdings spart der Autor nicht an spanischen Ausdrücken. Nicht alle findet man im Glossar, man kann aber auch gut mit Mut zur Lücke lesen. Das Wesentliche erschließt sich den Lesenden.
Fazit:
Ein bewegender Erlebnisbericht, dem ich ganz viele Leser*innen wünsche, weil es für unsere Gesellschaft einfach wichtig ist, sich mit solchen Schicksalen auseinanderzusetzen.
Rezensionen von Emmmbeee:
Bär und Zukunft
Cascadia von Julia Phillips
Bären haben schon in alten Märchen die Frauen fasziniert und spielen auch in der Mythologie eine bedeutende Rolle. Gleichwohl sind sie gefährliche, schnelle Tiere, denen man nicht zu nahekommen sollte, selbst wenn die Anziehung groß ist.
Im Nordwesten der USA leben die Schwestern Sam und Elena zusammen mit ihrer schwerkranken Mutter in eher prekären Verhältnissen.
Die Zukunftsaussichten sind sehr bescheiden. Lediglich die Veräußerung ihres Häuschens und ein Neuanfang anderswo zeigt ein Licht am Horizont. Eines Tages taucht ein Bär vor ihrer Haustür auf und rüttelt an ihrer kleinen Welt und der Vertrautheit zwischen den Schwestern.
Dieser Roman hat mich schon auf der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Nicht nur, dass er eine mir fremde Welt beschreibt. Es ist auch die Situation zwischen den Frauen, die mich angesprochen hat, der gegenseitige Zusammenhalt in Notsituationen und das Bemühen ums tägliche Brot und die Medikamente für ihre berufsgeschädigte schwerkranke Mutter.
In einem frischen, leichten Ton erzählt Julia Philips von Sams Arbeitsalltag, ihren Ängsten, den ungewohnten Reaktionen ihrer Schwester auf den Bären und was daraus auf die Familie zukommt. Der Spannungsbogen hat mich von Beginn an mitgerissen. Die Hoffnungen junger Menschen, die schweren Enttäuschungen, ihr kleines Glück sind mir nahe gegangen, ich war mittendrin und habe mitgezittert.
Cascadia, Oregon, eine Region im Pazifischen Nordwesten Amerikas, die in diesem Werk wohl auch zum Symbol für das Ungewöhnliche wird, das uns Menschen begegnen kann und nicht immer rational erklärlich ist.
Ähnlich ruhig, fast geheimnisvoll wie der Schreibstil ist das Cover gestaltet, bestechend durch seine Farben und die einfache Landschaftsdarstellung. Mir gefällt besonders, wie der Name der Autorin hinter einem der Bäume zu verschwinden scheint.
Ich empfehle das Buch allen, die sich auf ein ungewöhnliches Thema einlassen und den Blick in eine ganz andere Welt wagen wollen.
Rezensionen von PMelittaM:
Hat mich wieder gut unterhalten
Inspector Swanson und das Schwarze Museum von Robert C. Marley
1894: Eigentlich wollte Inspector Swanson mit seiner Familie in den wohlverdienten Urlaub, doch dann bleibt der Zug mitten auf der Strecke stehen. Der Grund ist ein Toter, der offensichtlich ermordet wurde. Swanson untersucht Leiche und Tatort, verfolgt einen Verdächtigen, und ist auf einmal mitten in dem Fall, während seine Familie weiter nach Schottland fährt.
Inspector Swanson ist für mich ein alter Bekannter, bereits vier Bände habe ich von der Reihe gelesen. Auch dieser Band hat mich wieder abgeholt. Besonders gut finde ich, dass in jedem Band einige historische Persönlichkeiten auftauchen, hier z. B. Arthur Conan Doyle, Bram Stoker und Walter Dew, der am Jack-the-Ripper-Fall (dem übrigens auch ein Band der Reihe gewidmet ist), mitgearbeitet hat. Es lohnt sich, den einen oder anderen Namen zu googeln, ein paar Anhaltspunkte finden sich auch in „Personen & Begriffe“ im Anhang.
Auch dieser Fall ist nicht einfach zu lösen, doch natürlich gibt es am Ende eine nachvollziehbare Lösung. Bis dahin konnte ich gut miträtseln, auf die richtige Lösung bin ich dieses Mal aber nicht gekommen.
Auch Swanson selbst ist übrigens eine historische Persönlichkeit. Robert C. Marley zeichnet ihn sehr sympathisch, wie auch sein Team, zu dem auch der oben bereits erwähnte Walter Dew gehört. Interessant ist auch die Kriminaltechnik und das titelgebende Schwarze Museum. Leider muss ich sagen, dass letzteres im Roman kaum eine Rolle spielt, so dass ich mich frage, warum ihm der Titel gewidmet wurde, ebenso finde ich den Klappentext nur zum Teil passend. Beides hat mich einen anderen Schwerpunkt bezüglich der Geschichte erwarten lassen. Letztlich hat das aber mein Leseerlebnis kaum beeinträchtigt.
Robert C. Marley erzählt spannend, unterhaltsam und humorvoll, ich habe auch diesen Roman wieder sehr gerne gelesen und freue mich auf weitere. Gut gefallen mir auch die literarischen Anspielungen, so fährt Swansons Zug 16 Uhr 50 ab Paddington.
Die Reihe um Inspector Swanson punktet mit seinem sympathischen Protagonisten, einer Reihe historischer Persönlichkeiten, spannenden Fällen, und unterhält gut. Sehr gerne empfehle ich die Reihe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein schwarzhumoriger Fußballkrimi
Trainingslager von Dominik Bardow
Dieser Krimi ist ein Roman, alle Personen, Ereignisse, Fußballklubs und sogar die Namen der Berge sind frei erfunden - doch könnte der geneigte, fantasiebegabte Leser unter Umständen, vielleicht ein bis zwei Körnchen Wahrheit in diesem Kriminalroman entdecken.
Worum geht’s?
Zum einen natürlich um das runde Leder, allerdings nicht EM oder WM oder sonstige Turnier hochbezahlter Klubs sondern um ein Trainingslager des fiktiven Berliner Klubs Bertha HSC in der wunderschönen Ortschaft Irrding am Fuße des Grimmig.
Und zum anderen um Holger „Holle“ Schneise, einen abgehalfterten Sportreporter einer Boulevardzeitung, dessen Tag mit einem oder mehreren Bieren beginnt und mit einer nicht näher bezifferten Anzahl harter Getränke endet.
Auf der Suche nach einer Story bemerkt Holle, dass Jimmi, der brasilianische Stürmerstar der Berliner, der für seine Vorliebe für kalorienreiche Mehlspeisen bekannt ist, in einen schwarzen SUV gelockt wird. Hat er, Holle Schneise, hier die Entführung des Goalgetters beobachtet oder spielt ihm sein benebeltes Gehirn einen Streich?
Als dann noch der Manager Mario Ferrari und Amira Brösel, Jimmis Freundin, auftauchen, ist sich Holle sicher, dass der der Fußballer entführt wurde. Allerdings scheint das niemanden, außer Amira, die vor allem den PIN-Code von Jimmis Kreditkarte vermisst, nicht zu kratzen.
Gemeinsam versuchen Amira und Holle den Fußballer zu finden und aus seiner Zwangslage zu befreien. Dabei kommen sie einer riesigen und gefährlichen Sauerei auf die Spur ....
Meine Meinung:
„Trainingslager“ ist ein herrlicher Fußballkrimi, der durch seine skurrilen Charaktere punktet. Schmunzeln musst ich über die Namensgebung von Klub, Spielern und Landschaft. Wie schon eingangs angedeutet, könnte die eine oder andere rein zufällige Ähnlichkeit mit einem massiven Berg und einer lieblichen Kleinstadt in einem österreichischen Tal so rein gar nicht beabsichtigt sein. Und die Dicke Bertha erst! Ich würde gerne wissen, wie lange Dominik Bardow, Journalist und Sportreporter, an diesen Namen gefeilt hat.
Bei allem schwarzen Humor lässt der Autor aber seine Leser über so manche fragwürdige Aktion eines (natürlich rein fiktiven) Fußballklubs nachdenken, denn es geht hier um sehr viel Geld. Selbst für die Underdogs, die gerne einmal in der Bundesliga spielen wollen, werden für den Ankauf von Spielern Summen in die Hand genommen, die einen schwindlig werden lässt.
Der Schreibstil ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, passt aber perfekt zum Milieu. Kurze, oft nur halbe Sätze, die mit absichtlichen Grammatikfehlern gespickt sind - geschrieben wie gesprochen - ist hier da Motto. Die Sprache ist manchmal ziemlich derb.
Die Charaktere wirken überzeichnet. Jimmi erinnert an einen anderen südamerikanischen Fußballer, über dessen Übergewicht regelmäßig in den Gazetten zu lesen war. Außerdem kann ich mich an einen österreichischen Nationalspieler erinnern, der bereits in seinen jungen Jahren auf Grund seines extrovertierten Auftretens als verhaltensauffällig beschrieben worden ist. Leider verdirbt zu viel Geld oft auch den Charakter. Auch Amira Brösel (herrlich der Nachname), die eine Persiflage auch die eine oder andere Spielerfrau sein soll, die oft die Dollarzeichen in den Augen haben, ist gut gelungen.
Holle Schneise ist auch eine Nummer für sich. Ungepflegt, stets eine Zigarette rauchend und alkoholkrank wittert er seine letzte große Chance, um noch einmal DIE Story abzuliefern. Er glaubt bei Jimmis Verschwinden an ein Verbrechen und liegt damit nicht ganz falsch. Allerdings entwickelt sich die Sache in eine ganz andere Richtung als gedacht. Schmunzeln musste ich über seinen hellblauen Ford Granada - ja der war damals schon ein heißes Eisen, Wahnsinn 160 PS - das haben heute oft schon die Kleinwagen.
Fazit:
Diesem schwarzhumorigen Krimi, der vor der Kulisse eines Fußballtrainingslager spielt, gebe ich gerne 4 Sterne.
Rezensionen von Gilasbuecherstube :
Ein richtiger Pageturner
Asrai - Die Magie der Drachen von Liane Mars
Eigentlich sollte Elaja sich darüber freuen, dass ihr Drache endlich geschlüpft ist.
Aber Manila ist ganz anders, als Elaja es sich vorgestellt hat. Er ist eine Waffe, die kaum zu stoppen ist, kriegerisch, dominant und herrschend.
Doch Manila ist nicht die einzige Gefahr, denn in Elaja erwacht eine uralte gefährliche Asrai-Magie und versucht die Kontrolle über sie zu erlangen.
Um zu verhindern, dass ein Krieg ausbricht und der Mann, den sie liebt, getötet wird, versucht sie die Asrai in ihr unterdrücken.
Das Cover hat mich wieder richtig gecatcht. Es passt hervorragend zum ersten Teil und auch der Farbschnitt ist wunderschön.
Bereits Band 1 hat mich begeistert und ich habe der Fortsetzung sehnsüchtig entgegengefiebert. Oft ist es jedoch so, dass bei einer Reihe der zweite Teil etwas schwächer ist.
Doch das ist hier nicht der Fall. Band 2 ist für mich sogar noch etwas stärker.
Die Geschichte geht nahtlos weiter. Ich war sofort wieder mittendrin und es fiel mir richtig schwer, dass Buch zwischendurch zur Seite zu legen.
Der Schreibstil von Liane ist wieder richtig toll. Herrlich leicht, flüssig und bildgewaltig führt sie mich durch die Seiten. Sie hat einfach ein Händchen dafür, Worte in eine wundervolle Geschichte umzuwandeln, die vielschichtig, facettenreich und emotional ist.
Ich verfolge die Handlung diesmal aus den Perspektiven von Elaja und Ian. Die Gedanken und Gefühle der beiden waren so zu jeder Zeit für mich greifbar.
Besonders gut ist es der Autorin gelungen, die Zerrissenheit, mit der Ian und Elaja zu kämpfen haben, darzustellen.
Bei Elaja und Manila dauert es seine Zeit, bis sie sich anzunähern. Die Entwicklung von Manila hat mir sehr gefallen. Auch die Dialoge zwischen ihren sind sehr gelungen. Sie brachten mich so manches Mal zum Schmunzeln.
Mit einem rasanten und sehr emotionalen Plot sorgte Liane Mars wieder dafür, dass mein Puls nicht nur einmal in die Höhe getrieben wurde. Diesem immensen Sog konnte ich mich einfach nicht entziehen. Am Ende blieb ich völlig schockiert und mit verheulten Augen zurück und erst das Lesen des Epilogs konnte mich ein wenig beruhigen.
Es war eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle. Haltet auf jeden Fall die Taschentücher bereit!
Wer auf epische Romantasy steht und Lust auf einen richtigen Pageturner hat, sollte sich Astrai nicht entgehen lassen.
Auch wenn Band 3 noch aussteht, hat die Reihe für mich schon jetzt Bestseller Niveau!
Ich frage mich wirklich, warum diese fantastische Geschichte 20 Jahre in der Schublade auf die Veröffentlichung warten musste.
Ich muss mich jetzt bis zum 8. Oktober 2024 gedulden, denn dann erscheint mit „Asrai - Das Herz der Drachen“ Band 3.
Rezensionen von Anndlich:
Rachels Leben
Die Sache mit Rachel von Caroline O'Donoghue
Die Studentin Rachel trifft während ihres Nebenjobs im Buchladen auf James, es ist der Beginn einer tiefen Freundschaft. James lädt Rachel sofort ein, bei ihr einzuziehen und seine Mitbewohnerin zu werden. Gemeinsam organisieren sie eine Lesung, Gastautor ist Rachels Literaturprofessor Dr. Fred Byrne für den Rachel schon lange schwärmt.
Doch Byrne hegt andere Interessen und das Leben der drei zieht ungewöhnliche Kreise.
Die Sache mit Rachel von Caroline O’Donoghue hatte einen schweren Start bei mir. Zu Beginn wirkte die Geschichte auf mich zu plump, die Gedanken und Handlungen der jungen Rachel waren mir phasenweise zuwider und ließen sich auch nicht auf ihr Alter reduzieren. Dies änderte sich an diesen Stellen auch nicht durch die reflektierende Art der Erzählerin, bei der es sich um die ältere Rachel handelt, allerdings entwickelte sich diese Perspektive auf die Geschichte über die Zeit zu einem positiven Aspekt. Die Freundschaft zwischen James und Rachel konnte mich weniger überzeugen - vor allem weil ich das Gerüst, auf dem sie gebaut wurde, nicht mochte.
Doch gegen Ende der Geschichte konnte ich mit den Charakteren mitfiebern und ihr agieren besser nachvollziehen, weswegen ich das Buch auch mit einem positiven Gefühl beendet habe.
Die Schreibweise von Caroline O’Donoghue ist angenehm locker und trägt einen durch die Geschichte. Neben Rachels Heranreifen und Ankommen im Leben, ist auch die Finanzkrise in Irland ein präsentes Thema.
Rezensionen von nanu?!:
Gar nicht meins
Bella Italia von Hermann Ehmann
Die deutsche Polizistin Isabelle Martin wollte sich eigentlich nur vom Zustand ihres frisch geerbten Hauses ein Bild machen. Das Haus liegt praktischerweise im Urlaubsort Bibione an der Adria, das könnte man ja gleich mit einem Urlaub verbinden.
Ihr Lieblingskollege Siegfried soll auch bald vorbeikommen, der hilft ihr sich ein bisschen mit dem Haus.
Aber dann ist es mit der Urlaubsruhe schnell vorbei, als hinter ihrem Haus eine Leiche gefunden wird.
Natürlich will Isabelle selbst ermitteln.
Ich bin so ein Konsumopfer, das schöne Cover und der Rückentext haben mich dazu verleitet, den Krimi lesen zu wollen.
Aber jetzt habe ich ungefähr etwas mehr als die Hälfte gelesen, und muss das Buch abbrechen. Es gefällt mir kein bisschen.
Zuerst einmal, hierbei handelt es sich um den bereits zweiten Band mit den beiden Polizisten Isabelle und Siegfried. Für das Verständnis ist es aber nicht nötig, den Vorband zu kennen. Jedenfalls hatte ich beim Lesen nicht den Eindruck, mir fehle wichtiges Basiswissen.
Am meisten gestört, hat mich die Hauptfigur Isabelle. Sie denkt, wie ein Mann denkt, wie eine Frau denkt. Wenn ihr versteht, wie ich das meine.
Sie soll die supertaffe Kommissarin sein, die kein Wässerchen trüben kann, ist dann aber auf jede Frau eifersüchtig die sich nur mit ihrem Kollegen unterhält. Selber will sie aber nichts von ihm. Und im nächsten Moment denkt sie nur noch ans shoppen gehen. Oder an die Typen, die sie schon vernascht hat.
Ja, ich überspitze ein bisschen, aber genauso kommt diese Figur bei mir an.
Das ist das gleiche wie mit der Gerichtsmedizinerin. Die kommt zwar bis zur Hälfte nur in einer kleineren Szene vor, aber der Dialog der sich zwischen ihr und Siegfried entspinnt, könnte falscher und aufgesetzter nicht klingen, dass es richtig Eindruck macht.
Der Autor kennt sich vermutlich gut aus in der Gegend, denn sehr viel von der Umgebung wird beschrieben. Auch werden ständig italienische Wörter und auch ganze Sätze eingebaut. Die Übersetzung folgt zwar meistens prompt, aber es zieht die Handlung auch unnötig in die Länge. Ich vermute, sie sollen für eine italienische Sommerstimmung sorgen, aber eigentlich stolpert man nur über die fremde Sprache. Normalerweise stört mich sowas nicht, aber hier geschieht es einfach zu oft.
In Rezensionen liest man ja oft davon, wie flüssig und rund die Geschichte doch war und dass man quasi durch die Seiten geflutscht ist.
Hier war das genaue Gegenteil der Fall. Sehr oft blieb ich an seltsamen Formulierungen hängen, weil sie einfach nur unnatürlich, wie ausgedacht klangen. Mal wird stichwortartig berichtet, dann wieder salopp bis jugendlich. Ich weiß nicht, ob der Autor vielleicht ein paar Stile ausprobieren wollte, aber vieles passte für mich nicht zusammen. Es las sich eben weder flüssig noch rund.
Zudem bin ich oft über Rechtschreibefehler gestolpert die den Lesefluss wirklich gestört haben.
Für mich persönlich war dieses Buch der Flop des Jahres.
Rezensionen von Goejos:
Interessant
Nach uns der Sturm von Vanessa Chan
Diese Geschichte wird in zwei Zeitabständen erzählt. Einige Jahr ab 1935 und einige Monate 1945, knapp vor der Kapitulation Japans. Cecily Alcantaras lebt mit ihrem Mann Gordon und ihren Kindern Jujube, Abel und Jasmin in Malaysia, welches zur Zeit von den Briten besetzt ist. Cecily ist stolz darauf, zur "weißen" Bevölkerung zu gehören, welche hier besser angesehen ist.
Sie führt ein angenehmes, aber eintöniges Leben. Dann lernt sie Bingley Chan kennen und in irgendeiner weise auch lieben. Als sie erkennt, dass sein richtiger Name Fujiwara ist und er als Spion für die japanische Armee des Kaisers arbeitet, ist sie ihm schon hemmungslos verfallen. Doch auch die Schicksale der Kinder Jujube, Abel und Jasmin werden in dieser Geschichte einzeln behandelt und ergänzen so das Leben rund um Cecily. Eine gnadenlose Schilderung der Lebensverhältnisse in diesen Schicksalsjahren wird ebenfalls mitgeliefert. Nur zum Finale wird die Handlung etwas hysterisch, was den bisher geordneten Verlauf etwas in Schieflage drückt. Aber letztendlich ein Buch, welches sich leicht liest und welches man ungern aus der Hand legt.











