Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Schwerpunkt Gardasee-Flair
Was der See birgt von Lenz Koppelstätter
Ich mag den Garda-See sehr gern und reise regelmäßig dort hin.
Hier punktet der Krimi, die Atmosphäre der Region wird sehr schön aufgegriffen und man beamt sich richtig schön in Urlaubsstimmung.
Für mich liegt der Schwerpunkt auch tatsächlich beim Lokalen.
Das Buch ist mit 240 Seiten kein Wälzer und wenn sich sehr viel dem Ort an sich gewidmet werden, dann bleibt die Krimihandlung an sich wohl zwangsläufig auf der Strecke.
Diese konnte mich nicht so ganz überzeugen. Erst plätschert es vor sich hin und gegen Ende hin überschlagen sich die Ereignisse. Und irgendwie kam mir das alles so vor, als hätte ich es schon zig Mal gelesen. Da ist noch Luft nach oben bei künftigen Bänden.
Leider wurde auch mit den Charakteren nicht warm, sie blieben blass für mich. Das wird sich sicherlich noch ändern, da es ja als Reihe angelegt ist. Aber ob ich hier noch weiterlesen, ich weiß es noch nicht.
Mein Fazit: Für Gardasee-Fans, die Sehnsucht nach dem See haben oder als Urlaubslektüre vor Ort gut geeignet, für reine Krimi-Fans eher nicht.
Rezensionen von yellowdog:
Neuanfang
Die einsame Buchhändlerin von Tokio von Nanako Hanada
Die einsame Buchhändlerin von Tokio ist sicher kein schlechtes Buch, und doch hat es mich irgendwie enttäuscht.
Literarisch ist es schlicht. Die Protagonistin steht an einem Wendepunkt im Leben Sie hat sich von ihrem Mann getrennt und beruflich sucht sie eine Neuorientierung. Sie muss sich auch über sich selbst klarwerden.
Ist sie die Abenteuerlustige oder die Zurückgezogene.
Ihre Idee für einen Neustart ist das Kennenlernen von Männern auf einer Dating-App und dem geben von auf diese Leute abgestimmte Literaturtipps.
Leider sind diese Begegnungen teilweise eher langweilig geschrieben und die Buchberatung erscheint mir mehr wie ein willkürliches Namedropping. Zum Ende hin wird das etwas besser, erfüllt aber meine Erwartungen dennoch nicht.
Rezensionen von yellowdog:
Sergio und Selina
An den grünen Hängen des Vesuv von Marie Matisek
An den grünen Hängen des Vesuv wurde von einer deutschen Autorin unter Pseudonym geschrieben. Italien gibt es hier also nur aus einem touristischen Blickwinkel.
Geschrieben ist es ordentlich, es wirkt routiniert.
Es beginnt in Wuppertal mit der Hauptfigur Selina. Selina ist noch ziemlich auf der Suche nach ihrem Platz im Leben.
Sie beschließt, ihre Wurzel zu erforschen. Daher spielt auch die Vergangenheit eine Rolle und es gibt Kapitel, die 1956 in dem fiktiven Ort Pietra Alta handeln. Hier ist Sergio der Protagonist und er wird Italien Richtung Deutschland verlassen.
Sergios und Selinas Wege sind zwar entgegengesetzt, dennoch haben sie auch einiges gemein.
Die Figuren spiegeln sich im Prinzip. Das ist ein literarisch guter Einfall. Ganz rettet es den Roman aber auch nicht. Wenn man aber keine großen Erwartungen hat, ist es ein immerhin ein ordentlicher Unterhaltungsroman.
Rezensionen von nessabo:
Schöne Geschichte zu innerer Schönheit mit einigen Längen in der Umsetzung
A Beautiful Flaw von Ria Radtke
Ich fand das beschriebene Setting im Klappentext spannend und auch das Hauptthema zu "Was ist eigentlich schön" hat mich angesprochen. Außerdem wurde ein Vergleich zu Bridgerton gezogen und da bin ich natürlich sofort am Start. :D
Die Geschichte lässt sich sprachlich gut lesen und besonders gut haben mir die Abschnitte mit den Drehbuchauszügen gefallen.
Die Handlung wechselt zwischen den Perspektive von Vic und Lex, Sam kommt als Hauptdarstellerin der Serie und als Vics Schwester auch in ein paar Kapiteln zu Wort. An der Stelle habe ich aber bereits eine erste Kritik, denn ihre Sichtweise bleibt mir viel zu flach, eindimensional und langweilig. Irgendwie habe ich das Gefühl, die Perspektive hätte auch gestrichen werden können und es hätte nichts an der Handlung verändert. Sam bekommt im nächsten Teil ja auch noch ihren Auftritt, das hätte meiner Meinung nach auch genügt. Vic und Lex sind als Figuren deutlich komplexer, doch auch sie konnte ich emotional nicht zu 100 % greifen bzw. waren sie mir ein wenig zu vorhersehbar. Ich mag aber auch ambivalente Figuren lieber, das sei zur Einordnung gesagt.
Trotz des zugänglichen Schreibstils und des hilfreichen Glossars hatte das Buch seine Längen, durch die ich mich phasenweise etwas durchbeißen musste. Auf den Themen "vergangene Traumata" sowie "innere Schönheit" wurde mir persönlich ein wenig zu intensiv herumgeritten und auch der Beziehungsaufbau zwischen Vic und Lex hätte für mich ein wenig mehr Dynamik haben können. Ein paar Inkonsistenzen/Fehler gab es auch im Roman, so wurde z. B. beschrieben, dass die Serienszenen oft gar nicht chronologisch zur Handlung gedreht werden, aber die Schlussszene wurde dann auf einmal doch ganz am Ende gedreht. Und so sehr das Glossar bei den Filmbegriffen hilft, bleibt für mich bspw. trotzdem offen, was mit "Cont'd" im Skript gemeint ist.
Die konkreten Unsicherheiten Vics können bestimmt vielen Menschen dabei helfen, sich gesehen und weniger allein zu fühlen. Auch, wenn das konkret mich persönlich nicht angesprochen hat, finde ich den Roman sehr wichtig. Die 4 Sterne sind aufgrunddessen etwas aufgerundet, da er für mich wie gesagt deutlich flüssiger und emotional zugänglicher hätte sein dürfen.
Rezensionen von Novalie:
Große Titel-Liebe
Co-Fucking von Anna Weiss
Große Titel-Liebe
Mann und Frau treffen einander, verlieben sich, heiraten und leben monogam glücklich bis ans Ende aller Tage. Das war so ziemlich das einzige Beziehungsmodell, das ich in meiner Kindheit kannte. Es scheint für sehr viele Menschen gut zu passen, aber alleine der Gedanke, dass ein einziges Beziehungsmodell für alle Menschen das Richtige sein soll, ist statistisch gesehen eher unwahrscheinlich.
Darum finde ich es wichtig und auch sehr lehrreich, über andere Beziehungsmodelle zu lesen. In Co-Fucking beschreibt die Autorin ihre Beziehung zu ihrem Mann, und zu anderen Männern. Denn die beiden führen eine offene Ehe. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund und beschreibt auch ihre Ängste und Gedanken, die sie während des Prozesses hatte. Besonders der Wert von Kommunikation und Ehrlichkeit, zu anderen, aber auch zu sich selbst, rückt dabei schnell in den Vordergrund.
In meinem Umfeld gibt es mittlerweile sehr unterschiedliche L(i)ebensmodelle, aber in der Öffentlichkeit sind diese oft noch unsichtbar. Darum war ich positiv von dem Buch überrascht, weil es lebensnahe und ehrlich ist, leicht lesbar und unterhaltsam und vor allem einmal die Perspektive einer schon länger erwachsenen Frau darstellt, die ursprünglich keinen Veränderungswunsch in ihrer Beziehung hatte.
Ein großer Pluspunkt ist übrigens, dass das Thema Verhütung angesprochen wird.
Mir hat das Buch gut gefallen.
Rezensionen von v_im_wunderland:
absolut Weltklasse
Das Wesen des Lebens von Iida Turpeinen
Ich fand dieses Cover schon absolut Weltklasse, doch was ich in dem Buch als Inhalt fand, hat mich nachhaltig beeindruckt. Denn dieses Buch nimmt uns mit auf eine ganz besondere Reise. Es ist die Reise zu der Stellerschen Seekuh und wie sie entdeckt wurde und zu ihrem Untergang. Es ist faszinierend auf wie viele verschiedene Reisen wir in diesem Buch mitgenommen werden.
Da fahren wir zur See mit dem Kapitän Bering und landen auf einer verlassenen Insel. Danach fahren wir nach Alaska und sind Zeugen wie der Kommandant dieses verlassenen Ortes versucht, diesen zu retten und es zu verhindern dass die Otter mit ihrem begehrten Fell komplett ausgerottet werden, da die Kolonie von diesem Handelsgut lebt. Ein wirklich faszinierende und mitreißender Roman. Mir fiel es sehr schwer diesen aus den Händen zu legen, da er absolut spannend geschrieben war.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Entzückend!
Baby Nelson (unkaputtbar) 3: Disney: Dschungelbuch: Balu liebt Bäume von Iida Turpeinen
Dieses Buch, das als unzerstörbares Baby-Buch im Carlsen Verlag erschienen ist, wurde nach Motiven von Rudyard Kiplings „Das Dschungelbuch“ (in der Disney-Version) gestaltet.
Balu der Bär liebt ja bekanntlich Bäume, um sich daran den Rücken zu kratzen. Hier erklärt er dem kleinen Mogli welche Bäume essbare Früchte hervorbringen und welche Eigenschaften Bäume haben.
Der Text erscheint mir für Babys ab 12 Monaten noch ein wenig zu schwierig, aber da das Buch ja nicht kaputt gehen soll, kann es ja später auch noch vorgelesen werden. Die Illustrationen sind sehr gut gelungen.
Genau das Richtige für zukünftige Leser, die aktuell die Welt noch mit allen Sinnen kennen lernen.
Überrascht hat mich allerdings, dass der Carlsen Verlag damit wirbt, dass das für das Buch verwendete Material „von unabhängigen, akkreditierten Prüflabors getestet und freigegeben“ ist. Das sollte doch selbstverständlich sein!
Rezensionen von liesmal:
Nur noch ein Kapitel...
Der Bademeister ohne Himmel von Petra Pellini
Linda ist 15, geht nicht besonders gern zur Schule und denkt oft über das Sterben nach. Befreundet ist sie nur mit einem Jungen. Kevin ist sehr intelligent, aber verzweifelt, weil er zusehen muss, wie die Welt zugrunde geht. Oft ist Linda bei ihrem Nachbarn Hubert, der an Demenz erkrankt ist und nach dem Tod seiner Frau allein in seiner Wohnung lebt.
Er wird von Ewa gepflegt und betreut und dreimal in der Woche wird sie für einige Stunden unterstützt von Linda.
Die Autorin Petra Pellini weiß genau, wovon sie spricht, wenn sie die Geschichte von Linda und Hubert erzählt. Das wundert mich nicht, nachdem ich gelesen habe, dass sie selbst viele Jahre Menschen mit Demenz gepflegt hat. Die Nächstenliebe, die sie in sich trägt, wird in der Geschichte von Linda weitergegeben.
Linda ist sehr feinfühlig. Sie weiß genau, was gut ist für Hubert, welche Wünsche er hat und welche Erinnerungen sie ansprechen muss, um ihn glücklich zu machen.
Mir hat es große Freude gemacht zu erleben, wie liebevoll sie mit Hubert umgeht. Manchmal ist es ein Foto, das sie gemeinsam mit ihm anschaut, mal gibt sie ein paar Hinweise auf früher, als Hubert noch als Bademeister gearbeitet hat. Oder sie spricht von seiner Frau Rosalie, als sei diese nur kurz zum Einkaufen unterwegs.
„Gelegentlich denke ich darüber nach, was ich wem schenken würde. Keine realen Geschenke, die man auspacken kann. Mehr so Spinnereien … Ich würde ihm (Hubert) einen Mittwoch mit Rosalie schenken…“
Das ist nur einer von ganz, ganz vielen wunderschönen und berührenden Sätzen und Gedanken von Linda. Das Buch hat etwas mehr als 300 Seiten und weit über 60 Kapitel, die mich gleichermaßen begeistert haben. Dabei ist es egal, ob Linda zu Hause ist oder allein mit Hubert, ob sie von den Besuchen seiner Tochter erzählt oder sich mit Kevin trifft: Alles ist kurzweilig, mal fröhlich und erfrischend, manchmal traurig und nachdenkenswert.
Bis zum Ende der Geschichte, das ich so nicht erwartet hatte, hatte ich nach jedem Kapitel nur einen Wunsch: Nur noch ein Kapitel…
Sehr gern gebe ich eine Leseempfehlung für ein Buch, das eines der bewegendsten ist von denen, die ich in diesem Jahr gelesen habe.
Rezensionen von lectrice:
Märchenhaft
Der Salon der kühnen Frauen von Clare Pollard
Auf geht es in die Vergangenheit, an den Hof des Sonnenkönigs nach Versailles, aber nicht der König oder seine domestizierten Adligen stehen hier im Mittelpunkt der Geschichte, sondern eine Reihe faszinierender Frauen und auch einige Männer. Diese treffen sich im Salon der Madame D'Aulnoy und erzählen sich Märchen, die sich damals großer Beliebtheit erfreut haben.
Und neben diesen Märchen führt uns die Autorin in die Geschichte der damaligen Zeit ein und verbindet alles sehr geschickt.
Ich möchte hier auch gar nicht mehr über den Inhalt verraten, nur, dass mich dieses Buch wirklich überrascht hat, im positiven Sinne, denn ich habe einen "normalen" historischen Roman erwartet, mit einem Touch Dekadenz, manchmal gar ordinär und immer abwechslungsreich; es wirkt eher wie eine Sammlung, vor allem, da der Leser so manches Mal direkt involviert wird.
Der Schreibstil von Claire Pollard ist wirklich klasse, das Buch liest sich sehr gut und der Unterhaltungsfaktor ist hoch.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Spürbar erdrückend
Glück von Jackie Thomae
Marie-Claire verzaubert mit ihrer Stimme im Radio und ihr Kinderwunsch ist unermesslich groß. So sehr, dass sich ihr Leben wie eine einzige Lehrstelle anfühlt. Als sie eines morgens aufwacht, fühlt sich sich dennoch wohl in ihrer Haut - wie eine Fruchtbarkeitsgöttin, die allen Männern, die mit ihr zusammen waren, mit der späteren Partnerin eine Vaterschaft bescherte.
Die Senatorin Anahita, die sich akribisch auf Interviews vorbereitet und sich sich als kinderloser Single vor der Frage über die Familie fürchtet. Es sagt niemand etwas dazu, aber die Gedanken lassen Anahita nicht zur Ruhe kommen.
Der Druck, der auf diesen Frauen lastet, ist beim Lesen spürbar erdrückend. Sie hinterfragen sich in Dauerschleife, während das zermürbende Gedankenkarussel um Kinderwunsch, fehlender Familie, dem Älter werden, Perfektion oder dem Hadern mit den eigenen Entscheidungen und dem Selbstwert niemals stillzustehen scheint. Bei Marie-Claire gab es Momente, da musste ich schmunzeln, aber insgesamt blieben mir die Figuren fremd. Es fand schier keine Entwicklung statt. Viele Ansätze haben durchaus ihre Berechtigung und waren interessant, während der Schreibstil hochwertig durch das Buch führt, aber ich wurde nicht mitgerissen und empfand den Roman ermüdend langatmig.











