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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von La Calavera Catrina:

Spürbar erdrückend

Glück von Jackie Thomae

Marie-Claire verzaubert mit ihrer Stimme im Radio und ihr Kinderwunsch ist unermesslich groß. So sehr, dass sich ihr Leben wie eine einzige Lehrstelle anfühlt. Als sie eines morgens aufwacht, fühlt sich sich dennoch wohl in ihrer Haut - wie eine Fruchtbarkeitsgöttin, die allen Männern, die mit ihr zusammen waren, mit der späteren Partnerin eine Vaterschaft bescherte.

Die Senatorin Anahita, die sich akribisch auf Interviews vorbereitet und sich sich als kinderloser Single vor der Frage über die Familie fürchtet. Es sagt niemand etwas dazu, aber die Gedanken lassen Anahita nicht zur Ruhe kommen.

Der Druck, der auf diesen Frauen lastet, ist beim Lesen spürbar erdrückend. Sie hinterfragen sich in Dauerschleife, während das zermürbende Gedankenkarussel um Kinderwunsch, fehlender Familie, dem Älter werden, Perfektion oder dem Hadern mit den eigenen Entscheidungen und dem Selbstwert niemals stillzustehen scheint. Bei Marie-Claire gab es Momente, da musste ich schmunzeln, aber insgesamt blieben mir die Figuren fremd. Es fand schier keine Entwicklung statt. Viele Ansätze haben durchaus ihre Berechtigung und waren interessant, während der Schreibstil hochwertig durch das Buch führt, aber ich wurde nicht mitgerissen und empfand den Roman ermüdend langatmig.

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Rezensionen von liesmal:

Schutzgeister der Geschichten

Die magische Bibliothek der Buks 1: Das Verrückte Orakel von Nina George; Jens J. Kramer

Eine Welt ohne Bücher mag und kann ich mir einfach nicht vorstellen. Aber „Die magische Bibliothek der Buks“ führt uns in eine Zukunft, in der es tatsächlich keine Bücher mehr gibt. Allerdings ist das nicht ganz richtig, denn irgendwo ganz versteckt in einer alten Villa leben die Buks.

Diese kleinen Buchschutzgeister haben eine riesige Bibliothek und sind nur darauf bedacht, diese Bücher zu bewahren. Keine leichte Aufgabe, denn viele der Bücher sind bereits von einer wohl unheilbaren Krankheit befallen.
„Das verrückte Orakel“ ist der erste Teil einer Dilogie. Nachdem es lange Zeit still war, hat das Orakel jetzt prophezeit, dass Menschenkinder die Rettung sein werden. Nur kurze Zeit später gelangen tatsächlich vier Kinder durch einen Zufall in die magische Bibliothek der Buks und damit beginnt ein aufregendes Abenteuer voller Geheimnisse, Spannung, Gefahren und Magie. Und auch so manche Notlüge muss herhalten, damit die Kinder ihre Pläne umsetzen und vor den Erwachsenen geheim halten können.
Auf den Innenseiten des Umschlags gibt es eine Galerie der Buks. Die gefällt mir gut, habe ich dadurch doch gleich die Gesichter mit den passenden Namen der seltsamen kleinen Wesen mit den großen leuchtenden Augen vor mir.
Ich habe mich sehr wohl gefühlt in der Geschichte und mich besonders mit den Kindern gefreut, als die ihre ersten Bücher in den Händen hielten. Sehr gastfreundlich sind die Buks auch. So haben sie gern miteinander gegessen und Geschichten erzählt.
„Es heißt, dass Bücher so nahrhaft sind wie Brot. Man kann ohne sie überleben, aber der Geist wird nie satt.“
Dem habe ich nichts hinzuzufügen, außer der Bemerkung, dass ich dieses Buch allen kleinen und großen Leserinnen und Lesern empfehlen und ans Herz legen möchte.
Und ich warte jetzt ganz gespannt auf das Frühjahr des kommenden Jahres, denn dann erscheint der zweite Teil.

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Rezensionen von Sarah:

Tintenwelt 4. Die Farbe der Rache von Cornelia Funke

Fünf Jahre hatten Mo, Meggie und der Rest der Bande eine glückliche und friedliche Zeit. Doch nun scheint ihre Vergangenheit sie einzuholen, denn Orpheus hatte 5 Jahre Zeit, sich einen heimtückischen Plan auszudenken, wie er sich an seinen Feinden rächen kann. Und diesen Plan setzt er nun in die Tat um.

..

Ich habe die Tintenherz-Trilogie geliebt und war total gespannt darauf, ob Cornelia Funke es hier schafft, den Charme der Bücher wieder aufleben zu lassen. Leider hat sie das meines Erachtens nach nicht geschafft, dieses Buch war ein totaler Reinfall und die Geschichte konnte mich nicht im geringsten abholen. Für mich kann man auf diesen "Zusatzband" gut und gerne verzichten und die Geschichte nach der Trilogie auf sich beruhen lassen.

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Rezensionen von lectrice:

Mir hat es gut gefallen

Verbrannte Gnade von Margot Douaihy

Dieses Cover finde ich einfach mega. Es hat so was Buntes und von Pop-Art. Und im Fokus steht Schwester Holiday, die alles andere als konventionell ist, wie uns schon das Cover und der Klappentext suggerieren.
Man darf dieses Buch jedoch nicht allzu ernst nehmen und auch die Kriminalgeschichte ist jetzt nicht so sonderlich ausgefeilt.

Aber darum geht es meiner Meinung nach auch nicht vorrangig, denn da steht die schräge, abgedrehte Geschichte und die dazu passende manchmal doch arg provokante Schwester. Es geht hier jedoch nicht nur um Übertreibung und Provokation, sondern es gibt auch ernste Rückblicke in die Lebensgeschichte von Schwester Holiday und das Leben in New Orleans nach dem Hurrikan Katreina.
Es ist eine Geschichte, die sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen wird, aber mir hat sie gut gefallen. Vor allem war sie nicht zu plump, sondern war durchaus gut durchdacht mit einer interessanten Ermittlerin.

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Rezensionen von Sheilo:

Ich bin begeistert

Skyhunter - A Silent Fall von Marie Lu

Die stumme Talin musste als junges Mädchen ihre Heimat Basea zurück lassen und floh mit ihrer Mutter vor der Föderation nach Mara. Leider wurden auch dort die Flüchtlinge nicht gut behandelt, aber sie waren am Leben. Talin beobachtet immer wieder die sogenannten Striker beim Training, welche allesamt zu den besten Soldaten von Mara zählen.

Auch Talin träumt davon, eine von ihnen zu sein und ihr Traum geht in Erfüllung.
"Skyhunter: A Silent Fall" hat mich total begeistert. Der Schreibstil fesselte mich sofort von Beginn an und die Handlung war absolut mitreißend, wobei die gelungenen Plot-Twists der Autorin Marie Lu für eine tolle Spannung im Buch gesorgt haben. Die Geschichte stellt eine fantastische Mischung aus Fantasy, Dystopie und Slow-Burn-Romance dar, wobei ich auch die hier und da platzierte gesellschaftliche Kritik sehr mag.
Das Cover mit seiner blau/goldenen Gestaltung ist ein richtiger Eyecatcher für das Bücherregal und die erste Auflage besitzt zudem einen wunderschönen Farbschnitt.
Talin ist eine mutige und talentierte junge Frau, die es als einzige Geflüchtete in die Kreise der Striker geschafft hat. Sie hat ein sehr großes Herz, ist loyal und hilfsbereit gegenüber ihren Freunden. Talin unterstützt ihre Mutter, wo sie nur kann und die beiden haben eine tolle Beziehung zueinander. Talins Entwicklung im Buch war wirklich klasse und ich denke, wir werden uns im zweiten Band noch über die ein oder andere Überraschung freuen dürfen.
Wen kann man in einer Welt voller Neid, Krieg und Angst noch vertrauen? Findet es am besten selbst heraus. Ich liebe Skyhunter wirklich sehr und kann das Buch ab einem Alter von ca. 14 Jahren, aber auch für Erwachsene, sehr empfehlen.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Der Pirat und die Bienenzüchterin

In den Farben des Dunkels von Chris Whitaker

«In den Farben des Dunkels» erzählt die Geschichte von Patch und Saint, deren Leben auf unterschiedliche Weise von dem schicksalshaften Entführungsfall 1975 für drei Jahrzehnte bestimmt wurde.

Die Figuren sind besonders: der zu Beginn 13-jährigen Piratenjunge Patch mit seiner Augenklappe und seine beste Freundin Saint, die bei ihrer Großmutter wohnt und Bienen züchtet.

Patch rettet heldenhaft seine heimliche Liebe vor einem grauenvollen Schicksal und wird von dem Mann entführt, der nicht bekommen hat, was er wollte. Saint gibt nicht auf, geht jeder Spur nach, um ihren Piratenjungen zu finden und rettet ihn, aber er kommt verändert wieder und entfernt sich aus ihrem Leben. Patch ist für die nächsten Jahre auf der Suche nach den vermissten Mädchen, während Saint den Serientäter jagt. Daneben spielt sich das Leben ab, sie werden erwachsen und es gibt immer wieder Überschneidungen und überraschende Wendungen. Für Saint ist Patch ihre große Liebe, aber eine romantische Geschichte ist das nicht. Chris Whitaker schreibt mitreißend, aufwühlend und schmucklos. Er verliert sich nicht in Nebensächlichkeiten und unterhält auf eine kluge Weise, die genügend Interpretationsraum lässt. Die Charaktere bleiben dabei immer ein wenig distanziert. Für mich sind der Anfang und das Ende am stärksten. Zum Schluss blickt man nochmal anders auf die Geschichte zurück. Die Verbrechen sind eine interessante Prämisse, die Spannung aufbaut und zeigt, wie einschneidend das Unausweichliche sein kann. Ein überraschend vielschichtiger Roman, der intensiv mitfühlen lässt und mir in Erinnerung bleiben wird.

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Ein Neuanfang in verrückten Zeiten

Mitternachtsschwimmer von Roisin Maguire

Ballybrady heißt das malerische Dorf, indem sich der Fotograf Evan neu sortieren will. Eine Ehekrise, Selbsthass und die Trauer, um seine verstorbene Tochter, haben ihn aus der Bahn geworfen und an die irische Küste gespült. Aus einer kleinen Auszeit wird durch den Lockdown eine Bewährungsprobe, die neue Erfahrungen und Verbindungen bereithält, die nur eins bedeuten können: Veränderung.

Grace ist die spannendste Figur. Sie ist eigen und schroff. Es gibt so einiges, was sie aufregt. Sogar ihr hässlicher Hund kann es ihr nicht recht machen. Die vielen Touristen schon gar nicht. Als Vermieterin von Evans begegnet sie ihm mit ablehnender Skepsis, und zieht es vor, in Ruhe zu beobachten.
Erzählt wird der Roman aus diesen zwei Perspektiven. Als der achtjährige, taube Luca seinen Vater besucht, kommt mehr hoffnungsvoller Schwung in die Handlung, die auch von Liebe und Freundschaft erzählt. Der atmosphärische Schreibstil ist ruhig und schlicht. Jedoch wird es im Verlauf auch mal richtig spannend. Es waren aber besonders die Charaktere und ihre Entwicklung, die mich unterhalten konnten. Ingesamt war es eine berührende Geschichte über schicksalshafte Begegnungen, in der es auch darum geht, den Mut zu haben, man selbst zu sein.

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Für alle, die unwissend einsteigen wollen

VIEWS von Marc-Uwe Kling

Die 16-jährige Lena Palmer wird vermisst und ein schockierendes Video mit ihr geht viral. BKA-Hauptkommissarin Yadira Saad ermittelt in dem Fall und durch ihre Sichtweise erleben wir «Views». „Der Fall ist explosiv“ und Yadira und ihr Team wollen Lena möglichst schnell finden. Ich möchte gar nicht viel von der Handlung oder den Themen verraten, genauso wie das Cover und die kurze Anmerkung, statt eines Klappentextes, dazu einlädt, unwissend einzusteigen.

Nur so viel… Der erste Thriller von Marc-Uwe Kling hat natürlich den gewohnten Anstrich: gesellschaftskritisch-bissiger Humor und politisch brisant. Wer das mag, aber sonst keine Thriller liest, sollte trotzdem einen Versuch wagen, denn es ist eher ein „brisanter und hochspannender Gegenwartsroman“. Die vorkommenden Themen sind hochaktuell, weshalb es erschreckend realistisch wirkt und einen unangenehmen Ausblick gewährt. Das erzeugt eine bedrückende und ernste Stimmung, die anhält. Dazu der gewohnt mitreißende Schreibstil, gespickt mit treffsicheren Worten. „Ist nicht jeder nur ein Haufen mit Panzertape umwickelter Widersprüche?“ Insgesamt war es mir ein bisschen zu konstruiert. Das abrupte Ende ließ mich hängen, auch wenn es als Stilmittel seine Berechtigung hat. Nicht perfekt, aber die Gesellschaftskritik bietet explosiven Gesprächsstoff, an dem gerade keiner vorbeikommt. 3,5 Sterne

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Ungewöhnlicher und geheimnisvoller Genre-Mix

Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland von Sarah Brooks

Sarah Brooks hat einen geheimnisvollen und atmosphärischen Roman in sieben Teilen vorgelegt, der sich nicht auf ein Genre festlegen lässt, aber mit fortschreitender Handlung immer fantasievoller wird. Erzählt wird von einer Zugreise von Peking nach Moskau durch das mystische Ödland. Unter den geheimnisvollen Fahrgästen ist eine Frau unter falschem Namen, die vorgibt eine trauernde Witwe zu sein, während Crewmitglied und Zugkind Weiwei die blinde Passagierin Elena entdeckt.

Im Zug lauern unruhige Träume, die Krähen und die Angst vor dem Ödlandweh, während der Zug durch die unerforschte Landschaft fährt, vor der es sich zu fürchten gilt.

Ein ungewöhnliches Buch, welches Interpretationsspielraum lässt, mit der mysteriösen und spannenden Handlung zu packen weiß und allmählich die Motive der Charaktere offenlegt. Es ist eine sehr lebhafte Geschichte mit Kraft und Komplexität, die immer faszinierender wird, während das Setting die unheimliche Stimmung bietet. Lediglich mit einigen Längen und fehlenden Erklärungen kann ich mich nicht ganz anfreunden.

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Glamourwelt Hollywood

Eve von Amor Towles

Miss Evelyn Ross ist eine geschickte, kluge und geheimnisvolle Frau mit einer auffälligen Narbe im Gesicht, die mit dem Zug von New York nach Los Angeles reist. Auf der Reise trifft sie einen pensionierten Polizisten und in Hollywood viele unterschiedliche Persönlichkeiten, wie einen angehenden Stuntman und auch Olivia de Havilland, die eine Rolle in „Vom Winde verseht“ bekommen soll.

Es ist ein Roman über das glamouröse Hollywood der 30er Jahre, der dokumentarisch einen Blick hinter die Kulissen der Filmindustrie wirft und eine Frau, die für Aufsehen sorgt. Es kommen viele Figuren vor, die auch ihren Raum erhalten, während sich die Zusammenhänge nach und nach offenbaren. Der Schreibstil von Amor Towles hat mir sehr gefallen, weil man sich gut in die Zeit versetzten kann, und er schafft es hervorragend, die Figuren einzubinden. Raffiniert zieht Towles die Strippen und man weiß nie, was davon wirklich historisch wahr sein könnte. Der zweite Teil nimmt dabei an Spannung zu und führt zu einem wendungsreichen Ende.
Leider bliebt Eve als Hauptfigur sehr blass, da der Erzählstil aus mehreren unzusammenhängenden Episoden besteht und nicht etwas aus der Sicht von Eve erzählt wird. Man erfährt kaum etwas über ihre Motive, was interessant gewesen wäre, denn ihre Entscheidungen sind oft unkonventionell und mutig. Es ist insgesamt eine kurzweilige Lektüre mit einem einnehmenden Setting mit Hollywood Nostalgie.

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