Kunden em pfehlungen
Rezensionen von lectrice:
Solide Fortsetzung
The Sea Spinner von Julie Johnson
Nach dem ersten Band und vor allem dem Ende des Bandes war ich natürlich ganz gespannt, wie es weitergehen wird. Und ich war auch schon nach einigen Seiten wieder in der Geschichte angekommen, aber da hat es sicherlich geholfen, dass ich den Vorgänger erst kurz vorher gelesen habe.
Fyremas ist zerstört, die Aufbauarbeiten dauern an und es gab viele Tote.
Rhya und Penn entfernen sich voneinander und so ist es kein Wunder, aber dann doch ein zu Beginn ein Zufall, dass Rya bei König Soren landet.Soren hilft ihr beim Training und hier lernen wir die Welt auch etwas besser kennen.
Im Mittelteil hätte meines Erachtens nach die Geschichte gut gekürzt werden können, um den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Das fand ich schade und hat das Buch leider etwas "zäh" gemacht, aber zum Glück wurde das Tempo anschließend wieder angezogen - und das Buch endet mit einem "Knall" und nun erwarte ich die Fortsetzung mit Spannung. Denn mit so einer Wendung hatte ich nicht gerechnet.
Insgesamt eine solide Fortsetzung mit einigen Schwächen.
Heidestraße
Die Straße von Robert Seethaler
Ich wollte schon länger mal ein Werk von Robert Seethaler lesen und bin nun mit dieser ungewöhnlichen Geschichte gestartet, mit der ich mich anfangs allerdings ein wenig schwer getan habe.
Die Konzeption und Idee des Buches hat mir gefallen. Die Heidestraße, eine ganz gewöhnliche Straße mit unterschiedlicher Bebauung in einer nicht namentlich genannten Stadt.
Das gilt auch für die unterschiedlichen Charaktere, die keine Namen erhalten, unter Anderem geht es hier um einen Anwalt, eine Floristin, einen Sohn etc. Wir wechseln immer wieder die Perspektive, aber es gibt auch Konstanten wie das Heidestraßenfest, auf dem wir dann auch immer wieder vorherige Protagonisten "wiedertreffen". Das Ganze hat etwas von einem literarischen Puzzle und nachdem ich mich "eingelesen" hatte, hat mir die Geschichte gut gefallen, denn sie verlangt ihren Lesern einiges ab. Und nun werde ich bestimmt auch noch weitere Bücher von Robert Seethaler lesen, ein Anfang ist gemacht.
Tolles Retelling
West of Wicked. Folge deinem Verlangen von Nikki St. Crowe
Ein wunderschönes Cover und der Farbschnitt ist noch schöner - und bei dem Titel war ich sofort neugierig.
Und es gibt eine Karte - ich liebe Karten in Büchern, vor allem bei Fantasy-Büchern schaue ich sie mir immer wieder an.
Dorothy wurde als Kind auf einer Farm in Kansas abgegeben - sofort habe ich die Bilder des Films im Kopf - und mittlerweile ist Dorothy erwachsen.
Edward, der Sohn der Nachbarn, ist in sie verliebt. Aber Dorothy träumt immer wieder von einer Welt voller Farben, ohne harte Farmarbeit. Und da kommt ein Sturm auf und wirbelt Dorothy mit ihrem Hund Toto auf und davon in eine andere Welt.
Wer jetzt denkt, ach, ich weiß schon, wie es weitergeht, dem sei gesagt: nein, weißt du nicht, denn Nikki St. Crowe hat ihre ganz eigene Welt geschaffen, angelehnt an Oz, aber das war nur der Ausgangspunkt.
Ich fand es gut, dass es nicht so spicy war, denn das ist ehrlich gesagt nicht so mein Fall, hier war das Maß angemessen.
Eine interessante Welt, ein gelungener Einstiegsband, der Lust auf die Fortsetzung macht.
Buch im Buch
Das letzte Buch von Marceau Miller von Marceau Miller
Schon die Informationen zum Autor des Buches klingen sehr geheimnisvoll, voller Mutmaßungen. Und auf dem Cover steht auch eigentlich nur der Titel und nicht explizit noch einmal der Autor. Dies hat mich neugierig gemacht und im Zusammenhang mit der Buchvorstellung hatte ich noch mehr Fragen.
Und schon ging es los mit "meinen Ermittlungen" zum Tod von Marceau Miller.
Das Tempo beginnt eher gemächlich, um sich dann immer weiter zu steigern.
War es ein Unfalltod? War es Mord? Oder gar ein Selbstmord?
Die Ehefrau von Marceau Miller beginnt eigene Recherchen anzustellen und gemeinsam mit Sarah tauchen wir tiefer in die Geschichte ein und decken Schicht für Schicht frei.
Das Manuskript zum letzten Buch ist verschwunden und im Verlauf der Geschichte werden so einige Geheimnisse gelüftet.
Ich mag solche "Buch-im-Buch-Geschichten" und diese ist überaus interessant komponiert und durchaus als eine Art Krimi zu bezeichnen - jedenfalls ein Roman, der mir gute Lesezeit beschert hat.
Eher Roman als Thriller
Noch fünf Tage von Helena Falke
Lis arbeitet bereits seit einigen Jahren für Familie Harman; die Familie verbringt Silvester auf ihrem Anwesen in Davos und Lis hat das Silvester-Menü gekocht - und dann ist die ganze Familie tot, vergiftet. Und auch Lis ist vergiftet, allerdings hat sie keine so große Dose abbekommen und nach Aussage der Sanitäter, die sie mitgehört hat, hat sie noch 5 Tage zu leben.
Welch eine furchtbare Situation, denn in diesen Tagen wird es ihr immer schlechter gehen. Sie selbst ist nicht mehr zu retten, aber sie tut alles, um ihrer Tochter eine gute Zukunft zu bieten und das geht am besten dann, wenn sie den Mörder findet. In der Klinik erhält sie Hilfe von der Pflegerin Esme, aber ist diese wirklich so selbstlos und unparteiisch? Andererseits muss Lis Vertraute finden.
Stellenweise recht ruhig, aber immer im Hintergrund die verstreichende Zeit und diese furchtbare Situation für Lis, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird.
Zum Ende hin wird es dann doch noch actionreich. Allerdings meiner Meinung nach eher ein Roman als ein Thriller.
Drei Frauen in Istanbul
Ein Ort, der bleibt von Sandra Lüpkes
Ich habe schon länger kein Buch von Sandra Lüpkes gelesen, aber habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Vor dem Regime der Nationalsozialisten flieht die Familie Heilbronn aus Münster nach Istanbul, um dort für Atatürk einen botanischen Garten zu gestalten.
Im Mittelpunkt dieses Romans stehen allerdings nicht der Botaniker oder Atatürk, sondern drei Frauen.
Da ist zuerst einmal Alfreds Ehefrau Magda, wie er ist auch sie Biologin und agiert mehr im Hintergrund bzw. in Gesprächen mit ihrem Ehemann. Konkrete Mitarbeit leistet die Biologin Mehpare, die mithilft, den botanischen Garten aufzubauen.
Und dann gibt es noch eine zweite chronologische Ebene, die in der Gegenwart angesiedelt ist. Hier reist die Stadtplanerin Imke nach Istanbul, um nach den Spuren des botanischen Gartens und der Heilbronns zu schauen.
Drei Frauen, viel historischer Hintergrund und aktuelle Informationen zur Türkei und gut geschrieben.
Wortgewandt
Der letzte Leuchtturm von Michael Pedersen
Man merkt bei gewissermaßen jedem einzelnen Satz, dass der Autor Lyriker ist. Was für eine Sprache, welche Sorgfalt wird hier in jeden Satz gelegt. Und hier auch ein großes Lob an die Übersetzung von Stephan Kleiner.
Die Sätze sind so wortgewaltig und poetisch, ich habe immer wieder pausiert, einige Sätze erneut gelesen und sie auf mich wirken gelassen.
Ich war mit dabei auf Mukkle Flugga bei dieser ungewöhnlichen Vater-Sohn-Geschichte.
Eine Geschichte, bei der die Natur viel mehr spricht als die Charaktere, passend zu der rauen Natur auf den Shetland-Inseln.
Hier geht es nicht um eine große Geschichte, sondern eher um viele kleine Dinge. Einmal angefangen, hatte ich Mühe, das Buch wieder zur Seite zu legen.
Ein solch beeindruckender Schreibstil, eine so schöne Sprache - das ist es, wovon dieser Roman lebt.
Ouse steht zwischen diesen beiden Männern, dem Vater und dem Autor Firth, der aus Edinburgh kommt, aus der Stadt, aus einer ganz anderen Welt. Und immer wieder die Natur und die leisen Anspielungen.
Mich wird dieses Buch nicht so schnell wieder loslassen.
Schauerroman
Die Geister von La Spezia von Oliver Plaschka
Mary Shelley ist sicherlich vielen bekannt, da sie die Autorin von Frankenstein ist. Dieses Mal geht es aber nicht um die Entstehung dieses Schauerromans, sondern um etwas anderes, was auch als ein solcher bezeichnet werden kann.
Marys Mann Percy ist beim Segeln ums Leben gekommen und zwar im Golf von La Spezia, daher der Name des Romans.
Und nun kommt das phantastische Element ins Spiel: Mit Hilfe von Pat Colombari, einer Spezialagentin, die so genannte Erinnerungsreisen anbietet (Mnemoskopie) möchte Mary mehr erfahren. Pat reist mit dieser Methode in Marys Vergangenheit und sieht durch Marys Augen die Vergangenheit und möchte so herausfinden, was tatsächlich passiert ist.
Der Roman hat viel von einem modernen Schauerroman, der zum 19. Jahrhundert passt. Eine gruselige Grundatmosphäre ist auch vorhanden. Nur leider verliert sich der Roman immer wieder in Belanglosigkeiten, so dass die Geschichte "nicht vorankommt", aber dann wird zum Glück das Tempo wieder angezogen.
Ein interessanter Roman mit "Luft nach oben".
Psychologischer Spannungsroman
Giftiger Grund von Thomas Knüwer
Ich kann euch bei diesem Buch nur den Tipp geben, die Buchvorstellung vor dem Lesen nicht noch einmal zu lesen, denn da wird doch recht weit vorgegriffen. Nichts Schlimmes, aber dennoch besser sich überraschen zu lassen.
Es beginnt mit einem spannenden Prolog und einem Überfall auf eine Tankstelle.
Dann gibt es einen Zeitsprung und die eigentliche Handlung beginnt. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Joran, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und einen Neuanfang machen möchte, sich aber vor viele Hindernisse gestellt sieht.
Die zweite Perspektive ist die von Charu, einer Influencerin, die Lost Places filmt und dabei immer eine selbst gebastelte Katze, die sie mit Glimmer beklebt hat, als Markenzeichen in ihren Videos hat. Aber dann wird eines nachts ausgerechnet diese Katze gestohlen.
Und so kommt später noch eine dritte Perspektive hinzu.
Die Spannung steigt kontinuierlich, bis hin zum Höhepunkt ganz am Ende. Auf dem Weg dahin geht es viel um Resozialisation, Hürden, die das Leben stellt und große und kleine Probleme.
Ein Buch, das vor allem nachdenklich stimmt.
Düster
The Crane and the Nightjar von Ada Bailey
Erstmal kurz zum Cover, denn das ist mit so viel Liebe zum Detail gestaltet worden und macht sofort Lust, mit dem Lesen zu beginnen.
Und die Lektüre hat es in sich, hat mich gefesselt und es fiel mir so schwer, das Buch - einmal begonnen - wieder aus der Hand zu legen. Zum Glück kam es pünktlich zum freien Wochenende bei mir an.
Die Protagonistin Zara wartet zu Beginn des Buches im Kerker auf ihre Hinrichtung und das Buch legt in medias res los. Puh, war das spannend. In ihrem Königreich sind Kartenspiele (findet sich auf dem Cover wieder) verboten und werden nur illegal gespielt.
Zara entkommt schon der Hinrichtung, allerdings muss sie einen hohen Preis dafür zahlen. Auch Crane wird frei gelassen, der ebenso erwischt wurde. Nun werden die beiden vom König zu einem gefährlichen, tödlichen Wettkampf getrieben.
Eine düstere Welt voller Machtspiele, gut ausgearbeitete Charaktere und eine Romanze, die zum Glück nicht so viel Raum einnimmt.
Absolut ein Highlight für mich.











