Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Balou und ich von Alicia Acosta
Das Buch erzählt die Geschichte vom Tod des geliebten Familienhundes Balou, dessen Tod beim Mädchen einen Sturm an Gefühlen auslöst. Das Mädchen beschreibt, was es alles erlebt. Wie eine dunkle Wolke über dem Kopf, wie wenn ein Tintenfisch seine Tentakel um das Herz festziehen würde - so bildgewaltig wird Trauer beschrieben.
Das Mädchen weint auch viel, und will das doch gar nicht. Was ihr wohl helfen wird? Schon vorweg, es gibt eine Lösung für ihre Situation, die sehr behutsam und einfühlsam eine Annäherung an das Thema Tod und Sterben im Leben eines Kindes ermöglicht. Ich finde die verwendeten Bilder sehr stark und ich glaube, viele Kinder können sich gut mit dem Mädchen identifizieren. Durch den wenigen Text ist es bereits für kleinere Kinder empfohlen. Die Empfehlung mit ab 3 Jahren kann ich durchaus unterstützen, wobei ich Bücher über den Tod nur im Anlassfall in dem Alter lesen würde, oder zu Vorbereitung, etwa wenn ein Haustier bereits erkrankt ist oder ähnliches. Jedenfalls ein sehr bildgewaltiges Buch, das mit zumindest sehr naheging.
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Bitte nicht öffnen 9: Knautschig! von Charlotte Habersack
Ich war schon gespannt, ob der Autorin überhaupt noch etwas Neues einfällt. Sie hat ja schon ein paar Bände der Reihe geschrieben und hat durch die Vorgängerbände eine hohe Latte gesetzt. Ich finde, die konnte die auch halten. Denn: dieses Mal geht es um Nemos Kuscheltier. Und neu ist, dass Nemo das Kuscheltier selbst geerbt hat.
Also spielt auch Nemos Vater eine große Rolle.... Jedenfalls hatte man überhaupt nicht das Gefühl von "kenne ich schon, nichts neues", ganz im Gegenteil. Die Reihe geht toll weiter, man trifft bekannte Charaktere, und die Geschichte entwickelt sich - wie auch die Charaktere, die jetzt noch mehr wie Teens wirken. Jedenfalls für uns eine wirklich empfehlenswerte Reihe, wo uns der Band wieder super gefallen hat. Unbedingt am Anfang starten für die Rahmenhandlung!
Rezensionen von Alais:
Krimispannung mit passender musikalischer Begleitung und wunderbarer Situationskomik
Bitte nicht öffnen 9: Knautschig! von Charlotte Habersack
"Der Verdacht" ist ein geradezu irreführend normal wirkender, harmloser Titel für das regelrechte Krimikomödienspektakel, das sich dahinter verbirgt. Zu erwarten sind jede Menge Action, böse Verdächtigungen und Maskeraden, Irrungen und Wirrungen sowie eine ganze Reihe von Mörder:innen und Möchtegern-Mörder:innen.
Dabei aber auch einige ernstere, beklemmendere, aber feinfühlig erzählte Passagen.
Worum es geht: Ein hohes Kopfgeld ist auf den untergetauchten, unter falschen Namen lebenden Serienkiller Dr. Sommerfeldt ausgesetzt. Und sogar bei der Polizei gibt es einige, die ihn gerne tot sehen würden und dafür auch zu Schritten bereit wären, die sich eigentlich nicht mit einer Tätigkeit bei der Polizei vereinbaren lassen sollten. So gerät der charmante Serienkiller und Buchautor mit eigenem Fanclub in große Gefahr ... und die Schubladen "Gut" und "Böse", "Recht" und "Unrecht" werden munter durcheinander gewirbelt.
Was mir besonders gefiel: Dass Klaus-Peter Wolf allen seinen Figuren viel Aufmerksamkeit und Respekt entgegenbringt, auch wenn sie nur einen kurzen Auftritt oder eine Nebenrolle haben. Außerdem begeisterten mich die Situationskomik, lustige, kleine Details wie beispielsweise ein James-Bond-würdiger Rollstuhl und unaufgeregte Anspielungen auf aktuelle gesellschaftliche Themen. Gelungen fand ich auch, dass die besonderen Möglichkeiten eines Hörbuchs durch eine musikalische Einleitung und zum Schluss mit dem Song "Ostfriesentango" passend zur Geschichte genutzt wurden. Vorgetragen wird der Song von der Sängerin Bettina Göschl mit ihrer wunderbaren Stimme, die es zum Glück nicht nur als Figur in den Ostfriesenkrimis, sondern auch "in echt" gibt.
Auch war es für mich etwas Besonderes und geradezu ein luxuriöses, privilegiertes Gefühl, diese Geschichte vom Autor höchstpersönlich vorgelesen zu bekommen. Klaus-Peter Wolf spricht ruhig, erzählt sorgfältig, mit Bedacht und bringt dabei die ausgeprägten Charaktere seiner Figuren und den feinen Humor seiner Erzählung hervorragend zum Vorschein.
Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden sind meiner Meinung nach nicht unbedingt erforderlich. Auch mir fehlt leider noch der Vorgängerband, das hat sich jedoch nicht bemerkbar gemacht. Aber natürlich war es für mich als Fan der Ostfriesenkrimis besonders schön, Bekannte wie die patente Frauke oder den irgendwie immer wieder unmöglichen und dennoch liebenswerten Rupert wiederzutreffen.
Eine sympathische, spannende und leicht schräge Ablenkung vom Alltag!
Rezensionen von Petra Sch.:
überzogen schwarzhumorige Krimikomödie mit ernsten Hintergrund
Ein Mann zum Vergraben von Alexia Casale
4,5 Sterne
Die Autorin will mit viel Humor auf ein ernstes Thema aufmerksam machen: Gewalt gegen Frauen und Mädchen - von Männern; sehr oft Mord. Meistens sind Lebenspartner oder ehemalige Partner oder andere männliche Familienangehörige die Schuldigen. Zur Corona-Zeit sind diese Zahlen astronomisch in die Höhe geschossen.
Es ist der erste, lange Lockdown in der Corona-Zeit; die Kinder sind erwachsen und ausgezogen, und Sallys Ehemann Jim wird in dieser Zeit noch gewalttätiger als bisher.
Bis sie sich eines Tages ganz automatisch, ohne groß nachzudenken, gegen einen Angriff wehrt: mit der alten gusseisernen Pfanne ihrer Granny, über die Jim immer so gelästert hat.
Erstmals lässt sie sich ein Schaumbad ein, dann gilt es erst zu überlegen, was frau mit der Leiche machen soll, denn eins ist klar: Jim muss verschwinden.
Die meisten Kapitel sind in ich-Form aus Sicht von Sally geschrieben, sie erzählt den Leserinnern ihre Geschichte. Und das mit viel nüchternem Humor. Auch wenn ich Sallys Verhalten oft nicht nachvollziehen kann, denn ich lasse doch nicht eine in Folie gewickelte Leiche mitten in der Küche liegen?!
Zwischendurch gibt es Kapitel aus Sicht der anderen Frauen in erzählender Form. Jedoch nicht minder unterhaltsam, haben doch alle das gleiche Problem: ein ungewollter Todesfall des gewalttätigen Mannes der Familie.
So trifft Sally nach und nach auf Ruth, Samira und deren Töchter Leila und Maryam und auf ihre Jugendfreundin Janey, die erst vor kurzem ein Baby bekommen hat.
Natürlich ist vieles überzogen und unglaubwürdig - dass es genau in dieser Siedlung bzw. der näheren Umgebung vier gewalttätige Männer gibt, deren Frauen sie ungewollt umgebracht haben, die Gründung des Mordclubs, das (versuchte) Verschwindenlassen der Leichen, was niemandem auffällt - aber der Lockdown war in dieser Hinsicht halt auch sehr hilfreich: kaum jemand unterwegs. Doch Obacht vor übergenauen und die Nachbarschaft genaustens beobachtenden alten Damen!
Und eine Deadline gibt es auch noch, denn in 14 Tage muss Jim physisch ins Büro kommen. Also schnell her mit guten Ideen zum Leichen verschwinden lassen!
Doch gerade dieses Überzogene war Absicht der Autorin, um auf diese Missstände hinzuweisen, vor denen viel zu oft die Augen verschlossen werden.
Ich wurde jedenfalls sehr gut unterhalten, musste sehr oft schmunzeln, und auch wenn mir eine Wendung gleich klar war, war es schön zu verfolgen, wie die misshandelten Frauen zusammengehalten haben und dadurch, sowie durch ihre Freundschaft und Hilfsbereitschaft an Kraft, Stärke, Selbstbewusstsein und Mut gewonnen haben.
Ich könnte mir diese Geschichte wirklich sehr gut verfilmt vorstellen! Es ist Kopfkino pur!
Fazit:
Eine schwarzhumorige, unterhaltsame und zum Nachdenken anregende Krimikomödie.
Rezensionen von yellowdog:
Meine Mutter, die Hexe?
Meine böse Mutter von Margaret Atwood
Meine böse Mutter ist eine Story von 34 Seiten der vielfach preisgekrönten, kanadischen Schriftstellerin Margaret Atwood und thematisiert eine Beziehung zwischen Mutter und Tochter in den fünfziger Jahren. Atwood ist eine routinierte Schriftstellerin, die zu erzählen weiß. Übersetzerin ist Monika Baark, die bereits mehrfach Texte von Atwood übersetzt hatte.
Ihre Übersetzung wirkt stimmig.
Icherzählerin ist die 15jährige Tochter, die gleich zu Anfang zu ihrer Mutter sagt: Du bist so böse.
Diese bleibt aber cool. Ist sie wirklich eine Hexe?
Der Text ist originell, amüsant und schnell gelesen.
Rezensionen von Emmmbeee:
Was ergibt Mittwoch mal Mittwoch?
Pi mal Daumen von Alina Bronsky
Ich bin kein „Will haben“-Typ. Aber wenn ich sehe, dass ein neuer Roman von Alina Bronsky erscheint, wird er für mich zum Muss. So auch „Pi mal Daumen“.
Der 16-jährige Oscar führt als Erzähler durch die Story. Seine Sicht ist eine autistische, seine Probleme mit der sozialen Kommunikation und dem gegenseitigen Verständnis beträchtlich.
Er hat einen Adelstitel und residiert allein in einer Villa seiner Familie. Es gibt ihn und nur ihn, er betrachtet sich selbst als Norm.
Ungehalten registriert er daher die auffällig gekleidete 50-jährige Moni, als sie im Hörsaal bei einer Mathe-Vorlesung auftaucht und sich ausgerechnet neben ihn quetscht. Ihr fehlt die notwendige Grundlagenbildung. Manchmal muss sie auch noch ihren kleinen Enkel in die Uni mitnehmen und rackert sich in drei Jobs ab. Dennoch versucht sie, mitzuhalten, und lernt dabei erstaunlich schnell.
Die beiden arbeiten mit der Zeit sogar zusammen, könnten aber unterschiedlicher nicht sein. Jedes hat seine Defizite, wenn auch in verschiedenen Richtungen. Während Moni ständig unter Stress steht, ist der autistische Oscar auf sich selbst ausgerichtet. So unwahrscheinlich es klingt: Die beiden nähern sich einander an, staunen übereinander, freunden sich an.
Die ganze Handlung ist nicht nur ein bisschen verrückt (wie öfters mal bei Bronsky). Schon dass Moni heimlich studieren muss, sorgt für ernsthafte Turbulenzen. Monis familiärer Hintergrund scheint mir teils an den Haaren herbeigezogen und übertrieben, die Charaktere überzeichnet. Vielleicht ist das heutzutage auch notwendig, denn so stechen sie hervor, sind etwas Neues. Zu viele andere, immer wieder ähnliche Figuren tummeln sich bereits seit Jahrzehnten in der Literatur.
Alina Bronsky legt in all ihren Romanen den Finger auf empfindliche Stellen, originelle Handlungen sind so etwas wie ihr Markenzeichen. Für mich war dennoch vieles unglaubwürdig, beinahe wie in einem Märchen. Drum wird der Leser wahrscheinlich ein Happy End erwarten. Doch der Schluss hat mich enttäuscht, er scheint mir unausgereift zu sein und bleibt vage, gerade so, als sei eine Fortsetzung geplant. Hingegen gefällt mir, dass die dargestellte Form des Autismus verständlich dargestellt ist.
Die Tiefen der höheren Mathematik können natürlich nur gestreift werden. Dennoch hatte ich das Gefühl, nicht völlig danebenzustehen. Dass diese Wissenschaft für Fachleute äußerst faszinierend ist und zum Spielen verführt, verstehe ich nun.
Seit meiner ersten Bekanntschaft mit einem der Bücher von Alina Bronsky (Die schärfsten Gerichte der Tatarischen Küche) bin ich ihr Fan. Auch diesmal geht es rasant durch die Kapitel, ein richtiger Pageturner. Dass am Ende des Buches einige weiße Seiten sind, regt dazu an, sich ab und zu eine Notiz zu machen, etwa den Satz herauszuschreiben: „Was ergibt Mittwoch multipliziert mit Mittwoch?“ – Moni weiß es: „Dienstag!“
Ein Leckerbissen für Bronsky-Fans und eine Empfehlung allen Freunden fantasievoller Literatur.
Rezensionen von Lulu24:
Beschreibung einer diffusen Panik
Glück von Jackie Thomae
Jackie Thomae begleitet in ihrem Roman zwei Frauen, die sich ihrem 40. Geburtstag nähern und mit der Frage konfrontiert werden, ob sie durch ihre Kinderlosigkeit etwas wesentliches in ihrer Biographie verpassen oder ob sie auch ohne Mutterschaft ein glückliches Leben führen können. Die Deadline rückt näher, die Irreversibilität einer Entscheidung gegen ein Kind auch.
Weil ich am Beginn der Lebensphase stehe, wo Schwangerschaft und Muttersein als ernsthafte Option ins Leben treten, interessierte mich diese andere Perspektive aus der langsam zu Ende gehenden Phase der Fruchtbarkeit.
Obwohl ich also gewillt war, mich auf diese Gedankengänge einzulassen, in der die Entscheidung gegen Kinder ebenso weitreichend ist wie die Entscheidung für Kinder in meiner eigenen Lebensphase, konnte mich das Buch nicht richtig abholen: Zunächst war da die Weitschweifigkeit (oder darf ich sagen Langatmigkeit) der Ausführungen, das schier endlose Nachsinnen der Protagonistinnen, eingebettet in wenig strukturierte, überlange Kapitel mit sparsamem Handlungsfaden und kaum erkennbaren Wechseln zwischen innerem Dialog und tatsächlichem Gespräch. Jedes Ereignis in der Außenwelt wird zum Anlass über die eigene (Noch-)Fruchtbarkeit zu sinnieren. Spätestens als Marie-Claire während eines Kirchbesuchs beim Anblick einer spätgotischen Jungfrau mit dem Kind über ihren Eisprung und die Freisetzung von Estradiol nachsinnt, bekam ich doch Zweifel an der psychischen Gesundheit dieser Frau.
Noch mehr ärgerte mich aber insgesamt die Unentschlossenheit und fehlende echte Selbstreflexion dieser beiden Frauen, die angesichts ihrer beruflichen Erfolge als Moderatorin und Politikerin, doch in der Lage sein sollten, strukturierter und fundierter ihre eigenen Lebensentscheidungen zu reflektieren! Oder soll die Message des Buches sein, dass angesichts der drohenden unfruchtbaren Phase jede Selbstbestimmtheit in einer diffusen Panik untergeht, in welcher sich die Frauen allen tatsächlichen oder vermeintlichen gesellschaftlichen Erwartungen hilflos ausgesetzt sehen?
Klar, dies ist ein Roman und kein Sachbuch, und das sensible Nachspüren der seelischen Befindlichkeiten der beiden Protagonistinnen hat auch seine Berechtigung und seinen Reiz, trotzdem überwog bei mir zusehends die Verärgerung über die Unreife dieser – eigentlich lebenserfahrenen - Frauen. Außerdem stellt sich mir die Frage, wieso sie dieses wichtige Thema fast ausschließlich mit sich selbst ausmachen und nicht das tiefere Gespräch mit Freundinnen suchen, die sich für oder eben auch gegen Kinder entschieden haben. Das wäre für mich ein selbstverständlicher Baustein auf der Suche nach Antworten auf so eine zentrale Frage meines Lebens!
Dieses ziellose Kreisen um das omnipräsente Thema blieb anstrengend und unbefriedigend. Dass am Ende keine bewusste Entscheidung getroffen wurde, war zwar stringent, aber deswegen nicht befriedigender: ein rotierendes Gedankenkarussell ohne ernsthaftes Ergebnis. Zufall oder Schicksal hätten auch so ihren Weg gefunden. Daher blieben mir diese Frauen fremd, und ich konnte wenig Verständnis und Empathie für ihre Probleme entwickeln, aber genau das wäre doch eigentlich das Ziel dieses Buches gewesen.
Rezensionen von Lulu24:
Ein guter Start in der Kita
Jetzt gehe ich in die Kita von Constanze von Kitzing
Dieses kleine Buch ist perfekt, um die Kleinsten auf ihren ersten Tag in der Kita vorzubereiten. In bunten harmonischen Bildern lernen sie vorab schon mal ihren neuen Tagesablauf kennen: Vom Frühstück zuhause, dem Weg in Begleitung der Eltern bis zum Ankommen und Abschiednehmen wird alles gezeigt, was die neuen Kita-Kinder erwartet.
Und sie können sich schon mal ein Bild davon machen, dass sie ein eigenes Fach bekommen, im Morgenkreis willkommen geheißen werden und auch beim Händewaschen und Mittagessen nie allein ohne Hilfe dastehen werden. Natürlich bekommen sie auch einen Vorgeschmack darauf, auf was sie sich freuen können, weil es das zuhause nicht gibt: die kleinen Waschbecken und Toiletten, die große Auswahl an Spielzeug und Spielkameraden sowie die vielen Lieder und Vorlesebücher. Da wird die Vorfreude gewiss größer als die Unsicherheit! Gleichzeitig werden sie darauf vorbereitet, dass es nicht nur Kinder aus dem gewohnten persönlichen Umfeld gibt, sondern auch Kindern aus anderen Kulturkreisen oder Kinder mit gesundheitlichem Handicap. Die positive Botschaft ist: Jedes Kind ist willkommen und wird sich in der Kita wohl fühlen, weil alle freundlichen miteinander umgehen und auf einander Rücksicht nehmen.
Rezensionen von Lulu24:
Friesisch urig und spannend
Leichenstarr an der Bar - Ein Nordsee-Krimi (Die Friesenbrauerin ermittelt 3) von Joost Jensen
In ihrem dritten Einsatz geht Friesenbrauerin Gesine Velber den undurchschaubaren Machenschaften der Firma Friesenklima auf den Grund. Die Planungen für eine klimaneutrale Ferienanlage sind ihr schon länger suspekt, und als ihr Freund Klimaaktisist Enno Prester in ihren Armen an einer Schussverletzung stirbt, läuft ihr kirminalistischer Spürsinn zur Höchstform auf.
Auch ihre Tochter Wiebke kann sie nicht bremsen....
Joost Jensen gelingt eine sehr unterhaltsame Mischung aus friesischem Lokalkolorit, urigen norddeutschen Charakteren und einer spannenden Kriminalgeschichte mit einigen überraschenden Wendungen. Die Bewohner von Sünnum sind ebenso starrsinnig wie bauernschlau, und nehmen den Kampf gegen die Machenschaften der Städter auf, die die gutgläubigen Dorfbewohner über den Tisch ziehen wollen. Dabei hält der Roman geschickt die Waage zwischen Spannung und Komik und wird so nie langweilig.
Rezensionen von Lulu24:
Temporeicher Thriller
VIEWS von Marc-Uwe Kling
Mit seinem neuesten Buch präsentiert Marc-Uwe Kling einen hochspannenden Gegenwartsroman, wie es der Verlag nennt: Die 16-jährige Lena Palmer verschwindet spurlos, und kurz darauf geht ein brutales Video viral, das ihre Vergewaltigung durch drei Männer zeigt, die offenbar Afrikaner sind.
BKA-Kommissarin Yasira Saad soll schnellstmöglich Opfer und Täter finden, bevor gewalttätige fremdenfeindliche Demonstrationen überhandnehmen und rechtsradikale Bürgerwehren Lynchjustiz üben.
Die Protagonistin ist eine sympathische Person, welche der Fall aufgrund ihrer eigenen Herkunft und wegen ihrer gleichaltrigen Tochter besonders nahe geht. Sie wird dem Leser schon auf den ersten Seiten vertraut. Aber schnell überschlagen sich die Ereignisse, und in fast jedem Kapitel offenbaren sich neue Informationen, erschreckende Ereignisse und unerwartete Wendungen. Hier sind weitere Andeutungen nicht möglich, weil dies zu viel spoilern würde.
Marc Uwe Kling hat viele aktuelle Bezüge aus politischer und wissenschaftlicher Gegenwart mit eingewoben, so dass der Leser automatisch auch persönlich betroffen ist, weil er diese Entwicklungen für seine Gegenwart und Zukunft nicht ausschließen kann. Dennoch lässt diese Betroffenheit und die Empathie mit der Protagonistin im Lauf der Geschehnisse irgendwie nach. Das Erzähltempo ist so hoch, dass die Ausgestaltung der beteiligten Personen zu kurz kommt. Gerade auf den letzten Seiten dominiert die Action. Aber es bleibt ein gut zu lesender, temporeicher Thriller mit spannender und erschreckender Aktualität, der leider viel zu schnell und überraschend zu Ende geht.










