Kunden em pfehlungen
Rezensionen von drachenzahn:
Sherlock Holmes meets Harry Potter
Baskerville Hall - Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente von Ali Standish
„Baskerville Hall - Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente“ ist der Auftakt einer neuen spannenden Fantasyserie, die versucht, eine Verbindung zum Klassiker Sherlock Holmes aufzubauen, aber deutlich mehr Parallelen zu Harry Potter aufweist. Ich habe das Buch bis auf ein paar pädagogisch fragwürdige Details sehr genossen und freue mich schon auf die Fortsetzung im nächsten Jahr.
Arthur Doyle erhält durch eine kluge Heldentat eine Einladung zu einem ganz speziellen Internat. Da die Geschichte um die Regency-Zeit spielt, haftet der damals aufkommenden Technik wie Elektrizität etwas Magisches an. Diese besondere Schule vermittelt ihren Schülern, wie man sich die Welt mit naturwissenschaftlichen Methoden neu erschließen kann. Doch was hat es mit diesem seltsamen Geheimbund auf sich. Und wer ist dieser geheimnisvolle grüne Ritter? Bei ihren Nachforschungen stolpern Arthur und seine Freunde über viele Rätsel und Mysterien, die teilweise dann doch den Boden der Realität verlassen und sich in den fantastischen Bereich begeben.
Das Buch wirbt zwar mit seinem Bezug zu Sherlock Holmes, ich selbst habe aber eher den Eindruck, dass überwiegend nur die Namen aus dem Original übernommen wurden. Sehr viel auffälliger sind einige Ähnlichkeiten zu „Harry Potter und der Stein der Weisen“: der Einladungsbrief, das Internat mit seinen Zirkeln/Häusern, das Ziel des Bösewichts, … Ich würde es dennoch nicht als Kopie abwerten. Der Autor schreibt durchaus kurzweilig und man wird sehr schnell in diese spannende Geschichte hineingezogen, die doch einige überraschende Wendungen zu bieten hat. Die Protagonisten sind zudem sympathisch und man kann sich schnell mit ihnen identifizieren. Zudem scheinen einige von ihnen, selbst ein paar Geheimnisse zu verbergen.
Gestört hat mich lediglich, dass einige Handlungsstränge pädagogisch doch eher bedenklich sind. So sieht Arthur kein Problem darin, für eine Aufnahmeprüfung des Geheimbunds, sein eigenes Leben unnötig aufs Spiel zu setzen. Einen Diebstahl als Mittel zum guten Zweck zu erklären, finde ich ebenfalls moralisch etwas schwierig.
Außerdem führen die Lehrer teilweise Experimente durch, die hoffentlich kein Kind zu Hause nachahmt, u.a. bei Gewitter Drachen steigen zu lassen. Es gab auch ein paar Szenen, die einfach komplett an den Haaren herbeigezogen wirkten. Zumindest kam es mir doch sehr überzogen vor, dass Arthur nach nur einer Demonstration von Hypnose sofort in der Lage war, sie selbst in einer Stress-Situation anzuwenden. Außerdem wird er als extrem schlau beschrieben, fällt aber später auf einen dermaßen vorhersehbaren Trick herein, dass ich mit den Augen rollen musste.
Insgesamt hatte ich mit dem Buch jedoch sehr viel Spaß. Es war durchweg unterhaltsam erzählt und bietet jede Menge rätselhafter Mysterien und Einfälle. Ich bin gespannt, wie Arthurs Abenteuer weitergeht.
Rezensionen von peedee:
Ein Hotel im Süden oder eine Pension im Norden Deutschlands?
Inselliebe auf Sylt von Julia K. Rodeit
Inselträume auf Sylt, Band 1: Hotelmanagerin Lene hat Pläne. Grosse Pläne. Ihr Zehn-Jahres-Plan bricht jedoch zusammen, als sie ihren Freund beim Fremdgehen mit der besten Freundin erwischt. Als wäre das nicht schon genug, verliert sie auch noch den Job. Eine unverhoffte Erbschaft führt sie nach Sylt: sie hat eine Pension geerbt.
Nun gut, fix nach Sylt, Pension verkaufen und mit dem Erlös ein Hotel kaufen – sie will ihre Pläne wieder auf Kurs bringen. Auf Sylt angekommen, stellt sie fest, dass die Pension ziemlich heruntergekommen ist und renoviert werden muss. Ihr Nachbar, Jasper geht ihr zur Hand und weist sie darauf hin, öfters spontan zu handeln…
Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover mit dem Schäfchen und den Möwen (nur der Seestern und die Muschel sehen „draufmontiert“ aus, das gefällt mir nicht).
Dies ist Band 1 der Reihe, für mich jedoch bereits der zweite – wie ist das möglich? Tja, ich bin mit Band 4 eingestiegen und „muss“ jetzt mit den vorherigen Bänden nachsitzen.
Der Einstieg im Arbeitsalltag von Lene, die ein Hotel managt, war sehr turbulent. In einem Hotel läuft eben immer mal wieder etwas aus dem Ruder: kapriziöse Gäste beschweren sich, ein Personalausfall oder ein Wasserrohrbruch, der die Durchführung der bevorstehenden Hochzeitsfeier in Frage stellt… Aber bei all diesem Tohuwabohu läuft Lene zur Höchstform auf. Nichts bremst sie aus. Nein, es gibt doch etwas: sie erwischt Alexander, ihren Freund und zugleich Chef, mit der besten Freundin in flagranti. Das ist zu viel!
Als Lene das Schreiben betreffend Erbschaft erhält, muss sie gezwungenermassen nach Sylt fahren, um sich das Haus anzusehen und um die weiteren Schritte bezüglich Verkauf einleiten zu können. Dabei kann sie sich auch in Ruhe Gedanken über ihre Zukunft machen. Der Schock ist gross, als sie den Zustand der Pension erfasst. Als Jasper vom Nachbarhaus sieht, dass jemand in der alten Pension ist, will er gleich nach dem Rechten schauen. Lene hat das Gefühl, als stünde ein Wikinger vor ihr…
Mir haben Lene und Jasper sehr gefallen. Lene wird von Jaspers Freunden sehr gut aufgenommen. Einzig merkwürdig fand ich, dass sie aus dem Erlös einer alten renovierungsbedürftigen Pension ein eigenes Hotel eröffnen wollte. Nun gut, ich kenne die Immobilien- bzw. Grundstückspreise auf Sylt nicht, aber ich denke, dass ein Hotel doch enorm viel Geld kosten wird. Wie auch immer: ich fühlte mich auf Sylt wohl und vergebe 5 Seesterne (ja, Wortspiel beabsichtigt).
Rezensionen von Streiflicht:
Cosy Crime der guten Art
Inselliebe auf Sylt von Julia K. Rodeit
Ich liebe Krimis und Thriller, aber ab und zu brauche ich auch mal was fürs Gemüt und Herz. Da kommen mir dann Cosy Crimes mit schrulligen Figuren ganz recht. Zudem mag ich es, in historische Welten abzutauchen und nebenbei noch ein bisschen was über die Geschichte zu erfahren. Hier ging es am Rande um die Schlacht von Waterloo, das fand ich durchaus interessant und spannend.
Wer es mag, dass ein Krimi ein bisschen altmodisch ist, nette, aber vielleicht auch skurrile Protagonisten hat, mit wenig Blut auskommt und dafür mit vielen Beschreibungen auch ein bisschen plaudert, der ist hier genau richtig.
Ich mag auch die beiden so verschiedenen Hauptfiguren, die sich so gut ergänzen. Man darf sehr, sehr gespannt sein, wie sich die Serie weiterentwickelt und was aus den beiden unkonventionellen Hobbyermittlern noch wird.
Etwas schade fand ich das Ende, das mir zu rasch und abrupt erschien. Für mich ist es immer schöner, wenn ein Fall in sich geschlossen ist und für sich steht. Ich verstehe, dass man bei Reihen gerne Cliffhanger einbaut, aber ich persönlich mag das nicht so sehr und denke auch, dass ein gutes Buch ohne auskommt.
Auf jeden Fall hat mir dieser Reihenauftakt Lust auf mehr gemacht und ich freue mich auf die weiteren Bände aus dieser Serie.
Rezensionen von Sheilo:
Ein wahres Highlight
Die magische Bibliothek der Buks 1: Das verrückte Orakel Die magische Bibliothek der Buks von Nina George; Jens J. Kramer
Mira, Finn, Nola und Thomas sind vier Freunde, die immer für ein Abenteuer zu haben sind. Leider sind diese in einer Zeit voller Regeln selten geworden, bis sie eines Tages zufällig eine alte Villa entdecken, in der es jede Menge Bücher gibt. Was Bücher sind, wissen die vier Kinder allerdings nicht, aber die Wächter der Bücher, die Buks, erzählen ihnen viel über sie.
Auch von der Krankheit, die für immer mehr leere Seiten in den Geschichten sorgt und von einer Prophezeiung des verrückten Orakels, die Hoffnung verbreitet.
"Die magische Bibliothek der Buks 1: Das verrückte Orakel" hat mich als Hörbuch in eine wundervolle Welt voller Fantasie entführt. Dem Sprecher Marian Funk ist es herausragend gelungen, diesem tollen Buch Leben einzuhauchen, indem er jeder Figur, vor allem den Buks, eine wirklich tolle Stimme verliehen hat, die für mich jeweils perfekt gepasst hat. Dafür muss man wissen, dass die Buks immer sehr spezifisch Wesen sind, wie beispielsweise in Anlehnung an Sherlock Holmes oder aber auch Attila der Hunnenkönig. Die Lesung ist sehr lebendig und ich habe das Zuhören sehr genossen.
Das Abenteuer der Kinder vermittelt viele wichtige Werte, wie Vertrauen, Offenheit oder aber auch, wie glücklich man sich schätzen kann, so tolle Freunde wie sie zu haben. Es wird verdeutlicht, wie wichtig Bücher sind, um zum Träumen und einer lebhaften Fantasie anzuregen. Dabei sollte es für Kinder Regeln geben, aber eine Welt, die quasi nur für ihre Vorgaben und Regelungen lebt, ist keine Welt für glückliche Kinder.
Ich liebe das Hörbuch auch als Erwachsene sehr, es hat mich gefesselt und ich denke, dass man sich daraus einiges für den Umgang mit Kindern mitnehmen kann. Das Ende des ersten Teils macht sehr neugierig auf die Fortsetzung der Dilogie und ich bin gespannt, was die Kinder zusammen mit den Buks noch erleben werden.
Die Geschichte ist ein echtes Highlight für alle buchliebenden Kinder und ich kann es sehr empfehlen.
Rezensionen von Streiflicht:
Vielversprechender Auftakt
Was der See birgt von Lenz Koppelstätter
Da ich bereits die Reihe um Commissario Grauner sehr mag und jedes Buch gelesen habe, war ich natürlich umso neugieriger auf das neue Werk von Autor Lenz Koppelstätter. Dieses Mal mit einer Frau als Hauptfigur, die auch noch Journalistin ist - das passte perfekt für mich. Auch die Kurzbeschreibung und das Cover haben mir Lust auf mehr gemacht, genauso wie die Handlungsorte am Gardasee.
Dieser ist im Moment offensichtlich sehr in Mode bei Büchern, aber ich war mir sicher, dass Koppelstätter als Südtiroler sich da auskennt und für authentisches Flair bzw. Lokalkolorit sorgen kann.
Direkt von Anfang an ist man als Leser mitten im Geschehen. Und das ist auch gut so, denn die Bücher von Koppelstätter haben ja meistens nicht mehr als gute 200 Seiten. Das finde ich einerseits etwas schade, andererseits erzählt er so dicht und atmosphärisch, dass eben kein Raum für Blabla bleibt, das den Seitenumfang ausdehnen würde. Eine Kunst für sich, die ich sehr schätze.
Ich mochte die Hauptfigur Gianna von der ersten Seite an, genauso wie ihren zio, den Marchese. Die beiden sind ein wunderbares Duo, ihn hab ich vielleicht sogar noch ein bisschen mehr lieb gewonnen über die Seiten. Der Fall ist spannend und auch an der Familiengeschichte der Beiden aufgehangen, was es noch interessanter und persönlicher macht. Die Verstrickungen waren aus meiner Sicht gut gelungen, die Fährten so gut gelegt, dass man nichts erraten konnte, aber dennoch nicht so überrascht über die Auflösung war. Das mag ich sehr. Denn wenn man viele Krimis und Thriller liest, ist es oft schon vorhersagbar oder man hat eine Ahnung, die in die richtige Richtung geht. Hier war das nicht der Fall.
Gelungen finde ich auch die Schreibweise, die einerseits sehr pointiert, andererseits durchaus auch erzählerisch ist und Landschaftsbeschreibungen - zum Teil auch kritisch - nicht auslässt. Dadurch entsteht ein sehr lesenwerter Roman, der einen gefangen nimmt. Erst am Ende kann man wieder so richtig durchatmen, aber da wartet dann auch noch eine kleine Überraschung. Ich mag Cliffhanger nicht so sehr, aber hier passt es, weil diese Fragen eben noch offen sind, der eigentliche Fall aber in allen Facetten geklärt ist.
Für mich ein wunderbarer Auftakt zu einer neuen Reihe, die ich sehr gerne weiterverfolgen werde. Ich freue mich schon auf Band 2!
Rezensionen von Chrissi:
Cormac & Yannis
Love Studies: Never Date Your Enemy von Andreas Dutter
Inhalt:
Cormac Glen ist pleite und zwar so richtig, bis auf den letzten Cent und das alles nur wegen seinem Ex. Da kommt es ihm gerade richtig, dass er einer der auserwählten für das Erbe von Professor Segreto ist. Die Bedingung ist jedoch seinen Doktor in Meterologie abzuschließen. Um jedoch die Zeit zwischen seiner Pleite und seinem Erbe zu überbrücken, arbeitet er bei einem kleinen TV- Sender.
Dort lernt er Yannis kennen, der unausstehliche Kinderstar, der sich für was besseres hält, dass denkt Cormac zumindest. Yannis ist dort Moderator. Doch dann tauchen ihre beiden Ex-Freunde zusammen als Paar bei einer Firmenfeier auf. Und dann geben sich Yannis und Cormac auch noch als Paar aus, um Rache an ihren Ex-Freunden auszuüben.
Doch was ist wenn sich das, als größter Fehler herausstellt, der ihnen alles kosten könnte.
Love Studies: Never Date your Enemie ist der zweite Band der Love Studies Dilogie. Es ist ein sehr schönes queeres New-Adult Buch für zwischendurch.
Der Schreibstil ist super flüssig und hat mir sehr gut gefallen.
Das Setting war auch sehr schön gewählt. Ich war sehr schnell im Buch gefangen.
Die Charaktere waren super authentisch, auch wenn ich ihr Verhalten nicht so passend für ihr Alter fand, ich hätte mir das Verhalten etwas erwachsener gewünscht. Es hätte eher eine Liebesgeschichte mit 16-jährigen Jungs sein können, aber das ist auch nur meine Meinung, dass muss jeder für sich selbst beurteilen.
Cormac schreibt gerade seinen Doktor in Meterologie, hat aber Angst gegenüber Gewitter, was ihn sehr sympathisch und authentisch gemacht.
Yannis ist ein ehemaliger Kinderstar, der seinem Erfolg noch hinterher trauert und bisher noch nicht wieder einen Fuß in der Schauspielwelt gefasst hat. Auch ihn fand ich sehr sympathisch.
Ich habe super viel mit ihnen gelacht, aber manchmal wollte ich sie auch einfach nur in den Arm nehmen.
Sie haben beide kein so gutes Verhältnis zu ihrer Familie, dies entwickelt sich jedoch im Verlauf des Buches zum positiven.
Insgesamt ein schöner queerer Liebesroman, der auch in die Tiefe geht. Ich würde es jeden weiterempfehlen, der ein schönes Buch für zwischendurch sucht.
Vielen Dank an Andreas Dutter und den Droemer Knaur Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley. Die geäußerte Meinung ist meine eigene.
Rezensionen von Ruth:
Auf der Suche
Seinetwegen von Zora Del Buono
Zora del Buono war gerade mal acht Monate alt, als ihr Vater 1963 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Der 33jährige Mann, aus dem Süden Italiens stammend, war ein beliebter Oberarzt am Kantonsspital Zürich.
Zora lebt von nun gemeinsam mit ihrer Mutter; diese wird nie wieder heiraten. Den Vater, den sie eigentlich nicht gekannt hat, vermisst sie nicht.
Doch eine Leerstelle bleibt und v.a. spürt sie den Verlust, den ihre Mutter erlitten hat.
In der Grundschule ist sie das einzige Kind ohne Vater, zu jener Zeit, Anfang der 1970er Jahre, eine Seltenheit ( anders als in Deutschland kurz nach Kriegsende, anders auch als heute, wie die Autorin anmerkt).
In den Ferien geht es zur Großmutter nach Italien. Denjenigen, die wie ich Zora del Buonos letztes Buch gelesen haben, ist diese Matriarchin vertraut. In „ Die Marschallin“ beschreibt die Autorin ausführlich das Leben dieser Frau. Aus Slowenien stammend, führt sie später gemeinsam mit ihrem Mann, einem Radiologe, ein großbürgerliches Leben. Das hindert die glühende Kommunistin aber nicht daran, sich politisch zu engagieren und im Widerstand gegen Mussolini tätig zu werden.
Mittlerweile ist Zora del Buono eine Frau Anfang Sechzig und die Mutter lebt dement in einem Heim. Nun scheint die Zeit gekommen, um Verdrängtes hervorzuholen und sich intensiv mit ihrem Vater und dem Unfall zu beschäftigen. Dabei interessiert sie, wie das Leben des jungen Mannes verlaufen ist, der durch ein gefährliches Überholvermögen schuld war am Tod des Vaters. Lebt er überhaupt noch? Sie beschließt, ihn zu suchen , den „ Töter“.
So nennt sie ihn, denn „ Unfallverursacher“ klingt ihr zu technisch, verharmlost auch das Ganze und Mörder wäre falsch.
Doch die Suche nach ihm gestaltet sich schwierig. Anfangs kennt sie nur seine Initialen, E.T., erst ganz spät wird sie seinen ganzen Namen erfahren. Für ihre Recherche bemüht sie Briefe und Dokumente, fährt durch ihre alte Heimat in der Schweiz, besucht dort Archive und trifft auf Menschen, die Ernst Traxler noch persönlich gekannt hatten. Dabei wandelt sich ihr Bild von ihm. Er scheint ein ruhiger und „ leutseliger“ Mensch gewesen zu sein, der sich seiner Schuld bewusst war, deshalb jahrelang auch nicht mehr Auto fuhr.
Die chronologisch erzählte Recherchearbeit wird dabei immer wieder unterbrochen durch Reflexionen und Erinnerungen der Autorin. So fragt sie sich, was diese Vaterlosigkeit wohl für Auswirkungen auf ihr Ich gehabt haben könnte, legt dazu eine „ Liste der eigenen Deformationen“an. Sicher rührt ihr „ stilles Wundern über intakte Familien“ daher, möglicherweise auch ihr „ Fremdheitsgefühl“ in einer Zweierbeziehung. Dem steht eine Liste mit den Vorzügen und Merkmalen ihres Vaters gegenüber. Einige wenige private Photos aus dem Familienalbum erlauben einen persönlichen Blick in das Familienleben der Autorin.
Aber Zora del Buono geht in ihrem Buch über das Private hinaus. Sie zitiert Statistiken über Verkehrsunfälle ( Anzahl, Ursachen etc.), listet prominente Opfer des Straßenverkehrs auf ( von Albert Camus bis Lady Di ) , verfolgt die Geschichte des VW Käfers ( das Unfallauto) und überlegt, ob eine Nackenstütze wohl ihrem Vater das Leben gerettet hätte.
Dazwischen gesetzt sind immer wiederkehrende „ Kaffeehausgespräche“, in denen die Autorin mit Freunden Fragestellungen diskutiert, die ihre Recherche bei ihr auslösen.
Diese Collage - Technik sorgt dafür, dass keinerlei Sentimentalität aufkommt. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb ist „ Seinetwegen“ ein Buch, das lange nachhallt.
Beim Lesen wird einem auch bewusst, wie schnell sich ein Leben ändern kann und dass es jeden von uns treffen kann. „ Keiner, der im Straßenverkehr stirbt, hat morgens das Haus mit dem Wissen verlassen, dass dies sein letzter Tag sein wird ( und keiner denkt, dass er heute einen Menschen töten wird).“
Das Buch endet versöhnlich. Zora del Buono ist nicht nur ihrem Vater näher gekommen, sondern auch Ernst Traxler. Von ihrem anfänglichen Groll auf ihn, dem Unbekannten, bleibt am Ende die Gewissheit, dass auch sein Leben durch den Unfall beeinträchtigt wurde.
Eine beeindruckende Verarbeitung und ein in seiner Struktur ungewöhnliches Buch.
Rezensionen von _ich.lese_:
Spannend und unvorhersehbar
Die Verlierer von Petra Hammesfahr
Fred Keller kommt Anfang Juli zur Polizei um seine Frau vermisst zu melden, sie sei im Urlaub nicht vom Joggen zurückgekommen. Sein Schwager verdächtig ihn, sie getötet zu haben..
Zeitgleich wird auch der Sohn seiner Frau vermisst, der wollte aber nicht mit in Urlaub.
Die Polizistin Rita Voss stößt mit dem Fall an ihre Grenzen, vor allem als noch ein zweiter Vermisstenfall dazukommt, der auf den ersten Blick mit dem Fall von Kirsten Keller nichts zu tun hat.
Zu Beginn wird ein Auto in einem Baggersee versenk, das hat aber anscheinend nichts mit den Vermisstenfällen zu tun. Die Geschichte wird immer wieder von Carlos unterbrochen, der zeitgleich seine Story erzählt. Es geht im Kinderentzug den Vätern gegenüber, das ist zu Beginn auch die einzige Gemeinsamkeit. Nach und nach erfährt man immer mehr über das Privatleben oder eher die Kindheit von Carlos und mir kam langsam ein Verdacht, der sich aber am Ende als unzureichend rausstellte. Das Ende hat mich auch ein wenig enttäuscht, erst haben sie Thrillermäßig die Ereignisse regelrecht überschlagen, dann gab es ein Ende, mit dem ich nicht gerechnet hatte und so ganz bewiesen war es irgendwie auch nicht. Aber eigentlich ein ganz solider Thriller der gut unterhalten hat.
Rezensionen von Chrissi:
Lori & Everett
Whispered Wounds von Rose Bloom
Inhalt:
Als sich Lori und Everett zufällig vor einer Bar treffen, fühlen sie gleich diese Anziehungskraft.
Everett hat keine leichte Vergangenheit und doch fühlt er sich bei Lori zu Hause. Sie treffen sich immer wieder und kommen sich immer näher. Doch sie haben beide Geheimnisse.
Whispered Wounds ist mir gleich ins Auge gesprungen.
Ein super cuter Liebesroman, mit tiefgründigen und auch ein paar spicy Szenen. Ein wundervolles Buch, was ich durchgesuchtet habe. Die Geschichte hat mich gleich gefangen. Der Schreibstil war super, besonders schön fand ich die kleinen Abstecher in die Vergangenheit der beiden. Das Buch wird aus zwei Perspektiven erzählt, was dem Leser einen super Einblick in die Gedanken und Gefühle der Figuren gibt.
Ein schönes Setting mit tollen Szenen und einem klasse Spannungsbogen.
Die Charaktere waren sehr schön gewählt.
Lori hat schon viele Menschen, die ihr etwas bedeutet haben, verloren. Sie leidet an Verlustängsten und möchte sich nicht mehr auf eine feste Beziehung einlassen, doch das ändert sich mit Everett. Lori war mir super sympathisch und ich habe mich ihr sehr nah gefühlt, als wäre sie so ein bisschen, im Laufe des Buches, eine Freundin geworden.
Everett ist bei einem Pflegevater aufgewachsen. Dort erlebte er keine schönen Zeiten. Doch er hat Brüder gefunden mit denen er ein besonders enges Verhältnis aufgebaut hat, was ich besonders schön fand. Ein super sympathischer Mensch, der für die Menschen, die er liebt, durchs Feuer gehen würde.
Insgesamt eine wunderschöner und fesselnder Liebesroman, den ich sicher noch öfters lesen werde. Von mir eine hundertprozentige Leseempfehlung.
Vielen Dank an Rose Bloom für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley. Die geäußerte Meinung ist meine eigene.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Faszinierend und fesselnd
Cascadia von Julia Phillips
In ihrem zweiten Roman "Cascadia" führt uns die amerikanische Autorin Julia Phillips auf die malerische Insel San Juan im Nordwesten der USA. Dort bewohnen die Schwestern Sam und Elena gemeinsam mit ihrer Mutter ein inzwischen vom Verfall bedrohtes Haus, das die Großmutter nach dem Tod ihres Mannes gekauft hatte.
Sam ist 28 Jahre alt und arbeitet nach durch die Pandemie verursachter zweijähriger Arbeitslosigkeit wieder im Bistro auf einer Fähre. Die fast 30-jährige Elena hat die kleine Familie mit ihren Einkünften im örtlichen Golfclub über Wasser gehalten, doch nach wie vor ist das Geld knapp, die unbezahlten Rechnungen stapeln sich. Es ist Sams Traum, mit Elena die Insel zu verlassen, um sich gemeinsam mit ihr ein neues, ein besseres Leben aufzubauen. Doch die Erfüllung ihres Traums liegt noch in weiter Ferne, da ihre Mutter betreut und gepflegt werden muss. Sie ist schwer lungenkrank und hat Sarkoidose, die Lösungsmittel im Nagelstudio, in dem sie arbeitete, haben sie krank gemacht. Eines Tages steht ein wilder Bär vor ihrem Haus, der das Leben der Schwestern und auch ihre Beziehung zueinander verändern wird .....
Wir erleben zwei Schwestern, die in prekären wirtschaftlichen Verhältnissen leben. Beide arbeiten hart, doch die geringen Einkünfte reichen nicht aus, um ihnen ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Ihre Schulden wachsen durch die Behandlungskosten der Mutter stetig. Während Elena eher praktisch veranlagt ist und sich in hohem Maße um die Mutter kümmert, träumt Sam von einer sorglosen, finanziell gesicherten Zukunft. Mit dem Auftauchen des Bären geht eine Veränderung mit Elena vor. Während Sam sich vor dem Tier fürchtet, sucht ihre Schwester Kontakt zu ihm, sie füttert es und spricht mit ihm.
Die Geschichte ist in schöner Sprache ruhig erzählt und liest sich sehr flüssig. Die Autorin hat nicht nur die Hauptcharaktere, sondern auch die Nebenfiguren ganz wunderbar gezeichnet. Die psychische Verfassung von Sam ist hervorragend dargestellt, ebenso Elenas spirituelle Bindung zu dem Bären.
Das fesselnde Buch, in dem es neben Familie und Geschwisterbeziehung auch um Armut, Krankheit und Träume geht, hat mir sehr gut gefallen, es hat mich fasziniert und erschüttert. Ich mochte die verbitterte und träumerische Sam trotz ihrer etwas schroffen Art, und ich mochte die besonnene und sanfte Elena, die den wilden Bären als Bereicherung empfindet und sich auf die Begegnungen mit ihm freut. Die Geschichte endet überraschend, heftig und schockierend. Ich habe mich natürlich gefragt, ob ich eine reale Geschichte gelesen habe oder ein Märchen. Das Buch ermöglicht jedem, seinen Gedanken viel Raum zu geben und seine ganz persönliche Antwort zu finden.
Absolute Leseempfehlung für dieses außergewöhnliche und spannende Buch!










