Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Novalie:
Erinnerungen an ein Leben
Sonnenaufgang Nr. 5 von Carsten Henn
Erinnerungen an ein Leben
Jonas hat sein Germanistikstudium abgebrochen und keine Lust, sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Stattdessen will er als Ghostwriter die Biografie der Filmdiva Stella erzählen. Doch die exzentrische Dame, hat ihre eigenen Vorstellungen davon, wie ihr Buch aussehen soll und besteht darauf, aus ihrem Leben nur das Positive zu verewigen.
Aber können wir unsere Geschichte einfach neu schreiben?
Ich fand die Idee des Buches sehr kreativ. Bis zu einem gewissen Grad ist es ja auch verständlich, dass man sich am liebsten an die guten Zeiten erinnert. Das macht oft einfach viel mehr Spaß, aber letztendlich machen uns die guten und die schlechten Seiten gleichermaßen aus.
Stella hat ein bewegtes Leben hinter sich und es scheint mehrere Versionen der Vergangenheit zu geben. Die anderen schrullige Bewohner:innen des Örtchens, haben allerdings auch einiges zu erzählen.
Die Geschichte spielt an einem kleinen, verschlafenen Örtchen, das mit einer malerischen Landschaft besticht, und eine ganz eigene Atmosphäre erzeugt. Durch die ruhige, poetische Erzählweise und die eigenwilligen Nebencharakter ist das Buch sehr gut als Urlaubslektüre geeignet.
Das Hörbuch hat mir sehr gut gefallen. Es ist perfekt, wenn man reflektieren und über das Leben nachdenken will, ohne sich zu sehr anstrengen zu müssen.
Zuckersüß
Good Spirits von B.K. Borison
Zuckersüß
Die Geschichte mit den drei Weihnachtsgeistern kennen wir wahrscheinlich alle. Aber was, wenn der Geist der vergangenen Weihnacht, ein heißer Typ namens Nolan ist und zu einer verpeilten, knuffigen jungen Frau geschickt wird, die auf den ersten Blick kein schlechter Mensch ist?
Wie konnte es dazu kommen? Ist es ein Fehler im System, oder hat die Antiquitätenhändlerin Harriet doch etwas zu verbergen?
Die Suche nach Antworten führt die beide tief in Ihre Vergangenheit.
Dazu kommt dann auch noch etwas Zeitstress, weil Weihnachten immer näher rückt. Doch umso näher sie der Wahrheit kommen, umso näher finden sie auch zueinander.
Ich bin ein riesiger Fan davon, bekannte Ideen neu aufzuarbeiten und finde, dass es hier sehr gut funktioniert hat. Die beiden Protas waren mir sehr sympathisch und zuckersüß. Manchmal wollte ich sie einfach nur schütteln, aber meistens war ich mit ihren Handlungen ganz zufrieden.
Die Geschichte war auch sehr gut lesbar und die Kapitellänge angenehm. Das Buch hatte ein paar Längen, die aber gut genutzt werden, damit sich beide Protas glaubwürdig weiterentwickeln können.
Auch die Nebencharaktere haben mir gut gefallen (Pluspunkt für die Katze).
Es ist einfach eine richtig knuffige Geschichte, die man auch zu anderen Jahreszeiten gut lesen kann.
Spannende Familiengeschichte
Lázár von Nelio Biedermann
Spannende Familiengeschichte
Anfang des 20. Jahrhunderts wird Lajos von Lázár in eine Gesellschaft geboren, die in einer Zeit voller Wandel lebt. Alte Traditionen wollen erhalten werden, doch der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten und auch politisch bleibt in den nächsten Jahren kein Stein auf dem anderen.
Das Buch erzählt die Geschichte einer Familie über mehrere Generationen. Diese ist voller Widersprüche und Geheimnisse und muss sich durch ein Labyrinth aus gesellschaftlichen und politischen Veränderungen manövrieren.
Sprachlich ist die Geschichte sehr schön und voller Gefühl. Inhaltlich jedoch manchmal etwas verwirrend und ziemlich anspruchsvoll. Man muss wirklich aktiv mitdenken, um die Geschichte gut zu verstehen.
Oft muss man auch zwischen den Zeilen lesen, was bei einem Hörbuch durchaus eine Herausforderung darstellt.
Durch historisch relevante Themen wie Krieg, Flucht oder Tod ist die Stimmung meistens etwas gedrückt, was durch den intensiven Schreibstil direkt bei mir angekommen ist. Dadurch hat es sich manchmal auch etwas gezogen, aber letztendlich hat es auf mich sehr authentisch und gut recherchiert gewirkt.
Geschrieben wurde das ganze von einem 22-jährigen Schweizer, der von ungarischem Adel abstammt und wurde als Lieblingsbuch der Unabhängigen 2025 prämiert.
Es ist ein wirklich gut geschriebenes Buch, für das man jedoch wirklich Konzentration braucht.
Spannung für die ganze Familie
Mika Mysteries 1: Der Ruf des Nachtraben Mika Mysteries von Johan Rundberg
Stockholm, im Jahre 1880. Der Winter ist kalt und das Leben von Waisenkind Mika hart. Doch dann wird ein Baby im Waisenhaus abgegeben, eine Mordermittlung gestartet und der Fall eines bereits gefassten Serienmörders wirft neue Fragen auf.
Die Geschichte, die für Hörer:innen ab 10 Jahren geeignet ist, bietet leichte Spannung, ohne zu brutal zu sein, ist aber auch für Erwachsene unterhaltsam.
Die Themen sind natürlich nichts für extrem schwache Nerven, werden aber durchaus Altersentsprechend und sensibel vermittelt. Man kann die Story auch gut gemeinsam als Familie hören.
Die Geschichte ist als Hörbuch sehr angenehm anzuhören. Mika ist eine kluge Heldin, die wirklich schnell kombinieren kann und der Fall war übersichtlich, aber trotzdem einfallsreich.
Das Hörbuch ist sehr kurz, weshalb man es auch gut beim Kochen, Kekse essen oder basteln hören kann.
Es ist eine nette Geschichte mit Winter-Vibes, die man auch zu jeder Jahreszeit wegsnacken kann.
Süße Story
Game of Scandal von Laura Wood
Game of Scandal ist der dritte Teil der Agency for Scandal Reihe und nachdem der erste Teil ein absolutes Highlight für mich war, konnte ich es kauf erwarten, auch diesen Teil zu lesen.
Felicity Vane ist eine hübsche junge Dame aus gutem Haus. Logischerweise wird von ihr erwartet, dass sie bald heiratet.
Sie will aber viel lieber Mathematik studieren und plant, die Studiengebühren bei illegalen Kartenspielen zu gewinnen. Doch Ash, der charmante Besitzer des Casinos, beschuldigt sie des Betrugs, wodurch sie ungewollt die Aufmerksamkeit eines gefährlichen Mannes auf sich zieht.
Die Geschichte der beiden war mega cute und ich fand es richtig toll, dass auch Charaktere aus den vorherigen Bänden ihren Platz in der Story gefunden haben. Natürlich spielt auch das Finkennest, eine feministische Detektei, wieder eine große Rolle.
Die Charaktere waren sehr sympathisch und hatten eine richtig gute Chemie. Ich konnte überhabt nicht genug von ihren Interaktionen bekommen und hätte gerne noch mehr von ihnen gelesen.
Mir hat das Buch richtig gut gefallen, es ist leicht lesbar, unterhaltsam und auch für jüngere gut geeignet.
Wenn man eine süße Geschichte über starke Frauen, die sich selbst treu bleiben und Männer, die personifizierte Green Flags sind lesen will, macht man mit dieser Reihe wirklich alles richtig!
Hinterfragen und philosophieren
Jetzt gerade ist alles gut von Stephan Schäfer
Eigentlich war es nur ein kleiner Schnitt am Finger, dem der Erzähler keine Beachtung geschenkt hat. Immerhin war ein Urlaub mit der Frau und den zwei kleinen Kindern geplant. Doch dann folgt die Diagnose einer Sepsis und plötzlich hängt sein Leben am seidenen Faden.
Der Erzähler beginnt sein Leben zu hinterfragen, entwickelt einen neuen Blick auf Dinge und stellt sich die Frage, was Glück für ihn überhaupt ausmacht.
Er sieht sich als Sammler der schönen Momente und beginnt Dinge nicht länger auf später zu verschieben, sondern stattdessen gleich zu erleben.
Grundsätzlich fand ich die Geschichte sehr schön und viele Gedanken sehr wertvoll.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich manchmal wirklich etwas Mitleid mit der Frau des Erzählers hatte. Teilweise trifft er gemeinsame Entscheidungen spontan und ohne Rücksprache und die wichtigen medizinischen Entscheidungen muss sie für ihn treffen. Er ist komplett wesensverändert und sie scheint das nicht zu stören. Das hat den Erzähler für mich irgendwie unsympathisch gemacht.
Ansonsten war das Hörbuch wirklich sehr angenehm und bietet ein paar gute Gedanken, durch die man auch das eigene Leben ein bisschen hinterfragen kann.
Romantasy mit Vampiren
Bite the Bride (Darkthorn Archives 1) Darkthorn Archives von Penny Juniper
Nachdem Katherine versehentlich einen mächtigen Fluch befreit, muss sie den Vampir Ethan (reich, mürrisch, sexy und geheimnisvoll) heiraten, damit er den Fluch in Schach halten kann. Da sie Vampire nicht ausstehen kann, ist das eher suboptimal. Doch das wird nicht ihr einziges Problem bleiben.
Der Anfang der Geschichte war für mich ein bisschen verwirrend, weil es einen Zeitsprung gibt, aber danach habe ich mich gut zurechtgefunden.
Die Welt war oberflächlich aber der Vibe hat gepasst und die Geschichte plätschert angenehm vor sich hin.
Mit der Protagonistin hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten, weil sie wirklich sehr selbstbezogen war und andere von oben herab behandelt hat.
Ich finde es auch ein bisschen Schade, dass der Fluch so eine kleine Rolle in dem Buch spielt. Der Fokus liegt sehr stark auf der Beziehung zwischen Ethan und Katherine und zeitweise habe ich vergessen, dass es den Fluch überhaupt gibt.
Die Dynamik zwischen den Protas fand ich aber extrem unterhaltsam. Es war ein bisschen klischeehaft, hat aber gut funktioniert und ich musste immer wieder grinsen, weil die beiden so cute miteinander waren.
Es war aber nicht wirklich „Enemies to Lovers“, sondern eher „mangende Kommunikationsfähigkeiten von Personen, die nicht zuhören können und ein bisschen selbstbezogen sind“, to „Upsi, andere Personen haben auch Probleme“.
Der nächste Band wurde auch schon angeteasert und wahrscheinlich werde ich ihn mir anhören.
Absolute Überraschung
Trocken von Daniel Wagner
Dass Alkohol in unserer Gesellschaft ziemlich verharmlost wird, wissen wir tief in unseren Herzen wahrscheinlich alle. Was es mit jemandem macht, der tatsächlich abhängig ist und wie extrem das Verlangen nach Alkohol in jede Faser unseres Seins eindringen kann, ist aber nochmal ein ganz anderes Thema.
In „Trocken“ setzt sich Daniel Wagner mit seiner eigenen Sucht auseinander und hat es nicht nur geschafft "trocken" zu werden, sondern auch noch ein echtes Meisterwerk geschrieben.
Ich hatte beim Lesen immer einen Stift in der Hand, um wichtige Aussagen zu unterstreichen und letztendlich hätte ich das gesamte Buch anmalen und kommentieren können.
Er schreibt kompromisslos, ehrlich, voller Feingefühl und trotzdem gnadenlos, ohne etwas zu beschönigen oder ambivalente Gefühle aus Gründen der sozialen Erwünschtheit zu verzerren.
Er schreibt von Höhen und Tiefen, von Depressionen, Ängsten, verpassten Chancen und dem Wunsch zu leben.
Für mich war das Buch eine absolute Überraschung!
„Alkoholsucht ist ein Muster und ich bin nicht der Künstler.“
London, 1923, mit Drachen.
Die Sprache der Drachen von S. F. Williamson
Das Cover hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, der Klappentext hat mich neugierig gemacht und der Inhalt hat mich überzeugt.
Das Buch spielt in London im Jahre 1923. Allerdings gibt es Drachen, einen fragilen Frieden, ein ungerechtes Klassensystem, eine Protagonistin, die absolut keine Heldin ist, Verrat, Rebellion, einen mysteriösen Job und dann auch noch eine fremde Sprache, die es zu entschlüsseln gilt.
Das klingt einfach richtig spannend.
In der Welt habe ich mich sehr schnell zurechtgefunden. Sie beinhaltet viele bekannte Elemente von typischen Fantasyreihen oder Dystopien und fühlt sich doch irgendwie eigen an.
Vivien Featherswallow hat ihre eigenen Motive für ihre Handlungen und passt nicht wirklich in das Bild einer typischen Protagonistin. Sie ist das Produkt ihrer Umgebung und macht durchaus auch Fehler, vertraut den Falschen und muss mit den Konsequenzen ihrer Handlungen leben. Allerdings steht für sie viel auf dem Spiel, weshalb zu scheitern keine Option ist. Doch je mehr sie über die Sprache der Drachen lernt, umso mehr Fragen tauchen auf.
Und ja, es gibt auch einen Typen, der kennt jedoch seinen Platz und die tatsächliche Handlung bleibt im Vordergrund.
Das Ende macht neugierig darauf, wie es weitergeht und bietet viel Potential für eine spannende Fortsetzung.
Schräg aber kreativ
heute graben von Mario Schlembach
In einem Zug trifft ein Totengräber auf seine erste Liebe mit dem Namen A. Er beginnt zu schreiben, über die Liebe und seine Dates mit B, C, D, … sowie über seinen Alltag auf dem Friedhof. Dann wird bei ihm eine schwere Lungenkrankheit diagnostiziert und obwohl sich dadurch viel ändert, bleibt doch irgendwie alles gleich.
Der Schreibstil ist sehr eigen und der Text besteht oft aus Satzfragmenten, die unfertigen Gedanken ähneln. Die Charaktere bleiben unnahbar und Schatten ihrer selbst.
Nachdem die Frauenfiguren keine echten Namen haben, sondern nach dem Alphabet kategorisiert werden, verlieren sie auch ihre Individualität. Das hat sich irgendwie fast entmenschlichend angefühlt.
Der Protagonist war extrem wehleidig, von den eigenen Themen und einer Überdosis Selbstmitleid eingenommen und konnte kaum Verbindung zu anderen aufbauen. Dabei sehnt er sich jedoch genau nach den Dingen, die er nicht versteht und gräbt Gräben zwischen sich und seinen Mitmenschen.
Es war irgendwie schräg und auf jeden Fall innovativ, aber auch sehr verwirrend.











