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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anndlich:

Wie weit darf man für seine Ziele gehen?

Die wilden Robbins (Band 1) von Nina Rosa Weger

Die Ritter auf Rädern und die wilden Robbins müssen sich das Gebiet des Stadtteils Sommerrode teilen. Als ob das nicht schon genug wäre, möchte der Bürgermeister ihre Grünfläche umgestalten und einen hochmodernen und hochsicheren Spielplatz errichten. Ein Spielplatz den vor allem die Kinder nicht möchten und so tun sich die beiden Banden zusammen, um die Errichtung zu verhindern und die Grünfläche behalten zu können.

Die wilden Robbins von Nina Weger versprach ein lustiges Abenteuer für Kinder ab acht Jahren zu werden, aber es wurde vor allem anstrengend. Einerseits findet Body Shaming seinen Platz, denn Bretti bekommt ständig zu hören, dass er ‚sooo dünn‘ ist. Auch in diese Richtung finde ich solche Anmerkungen zu Körperformen schwierig, in Kinderbüchern gleich zweimal. Man kann auf diese Weise natürlich das Problem einbauen, aber es gibt keine Korrektur von anderen Kindern, alle machen mit. Dann werden Meinungen der Erwachsenen eingebaut, denn der SUV wird als „ein Auto, das gern ein Geländewagen gewesen wäre“ tituliert.

Diese Ärgernisse ziehen sich leider durch die komplette Geschichte, denn die Streiche der Kinder sind einfach zu viel. Klingelstreiche okay, aber fremdes Eigentum beschädigen und Menschen offensichtlich nicht gut behandeln ist nicht einfach nur ein freches Verhalten. Bei letzterem kommt es zumindest kurz zu dem Gefühl, dass eingeschritten wird, aber dann lügt man doch lieber weiter, um selbst keinen Ärger zu bekommen. Schwierig, bei allem Spaß, den Lektüre machen soll, gibt es bestimmte Werte, die auch transportiert werden sollten (bzw. zumindest sollte nicht gegen diese Werte gearbeitet werden), das ist hier einfach nicht der Fall. 

Das was am Ende bei rauskommt, dass die Robbins sich mit den verfeindeten Rittern zusammenschließen - wobei ich das auch nicht wirklich wahrgenommen habe -, täuscht nicht über den Weg hinweg und der war für meinen Geschmack leider viel zu unehrlich und übertrieben. Außerdem gibt es auch Logikfehler, Tiere die bedroht sind, die sich aber ohne Probleme mehrfach ‚auftreiben‘ lassen.

Lesespaß kam auch aufgrund des Aufbaus nicht auf, denn der Schreibstil wirkte zu erklärend und weniger erlebend. Mein Lesekind ist zwischenzeitlich aus der Lektüre ausgestiegen, aber auch hier gilt, Lesegeschmäcker sind verschieden. Unseren traf dieses Buch aus unterschiedlichen Gründen nicht. Sehr gut gefallen haben uns leider nur die Zeichnungen der Illustratorin Iris Hardt, die das Gelesene perfekt eingefangen haben.

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Rezensionen von Natalie:

Korruption und ihr Nachhall

All das Böse, das wir tun von Sandrone Dazieri

Vor 30 Jahren ging „der Perser“ um - er entführte und tötete mehrere Mädchen. Die Polizistin Itala Caruso gelang es damals den vermeintlichen Täter aufgrund schlagender Beweise zu verhaften. Als der unschuldige Contini im Gefängnis stirbt, merkt Itala, dass sie ihr Gewissen nicht einfach ausschalten kann…
Sprung ins Heute: Amala, eine Schülerin aus Cremona in der Lombardei, wird entführt.

Doch es folgt keine Lösegeldforderung. Ihrer Tante Francesca, mittlerweile erfolgreiche Anwältin, fällt bei ihren Recherchen der alte Fall des Persers wieder ein. Sie war damals die Verteidigerin von Contini.. und nun glaubt Francesca, dass jetzt der wahre Perser wieder am Werk ist. Doch nicht nur sie und die Polizei suchen nach Amala, sondern auch Gerry, der seine ganz eigenen Ziele verfolgt…

Ein komplexer Thriller, der mich absolut packen konnte. Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt - einmal aus der Sicht von Itala von vor 30 Jahren und in der Gegenwart, wobei hier mehrere Sichten eingenommen werden. Vor allem die Vergangenheit erzählt eine derbe Sprache, welche von unglaublicher Korruption durchzogen wird. Doch auch die Gegenwart ist nicht minder spannend, vor allem die Szenen von Amala lassen einen definitiv nicht kalt. Der Autor versteht es unglaublich gut, die Grenzen zwischen Gut und Böse immer mehr verschwimmen zu lassen und gleichzeitig das Geschehen aus beiden Zeitebenen immer mehr miteinander zu verstricken. Dabei geht nie die Authentizität verloren. Auch wenn sich ein früher Verdacht von mir schlussendlich bestätigt hat, konnte mich das Buch bis zur letzten Seite fesseln und das Ende war gelungen und auch nochmal eine Überraschung. Leseempfehlung von mir.

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Rezensionen von robertp:

Krise, aber überwiegend heiter

Sobald wir angekommen sind von Micha Lewinsky

Das Titelbild zeigt uns eine geheimnisvolle Dschungelstadt. Ein Raubtier blickt uns bedrohlich ins Gesicht und über allem steht der volle Mond. Das Titelbild ist ansprechend und schon nach einigen Seiten gefällt mir dieses Buch außergewöhnlich gut. Der Krieg an der Grenze zu Europa, Ben ein Schweizer, der nicht weiß wohin er im Fall der Fälle flüchten soll.

Obwohl die Lage nicht lustig ist, ist der Humor in den Zeilen immanent. Während die NATO vom Atomkrieg ausgeht stellt seine noch Ehefrau Marina fest, dass kein Olivenöl mehr im Haus ist.
Ben ist Jude, Verfolgung liegt in seinen Genen, seine neue Freundin Julia ist eine Schweizer Künstlerin. Bei ihr verbringt er die Hälfte der Woche, da er Sorgerecht und Bett mit Marina teilt – wohnen ist teuer in der Schweiz. Hals über Kopf will die Noch-Ehefrau nach Brasilien, ein Atomanschlag ist unvermeidlich sagen die Medien. Marina nimmt ihren Ehemann mit nach Recife. Ben wollte eigentlich nach Petropolis, wie sein Vorbild Stefan Zweig. Und so geht es ins Exil – „.. er konnte unmöglich mit Julia nach Brasilien fahren …. Brasilien war ein Flucht-, kein Urlaubsziel, das musste man strikt trennen ..“ (S. 35).
Eine tragisch komische Geschichte breitet Micha Lewinsky hier aus. Der Autor aus der Schweiz kommt aus dem Filmgenre und das merkt man dem Roman auch an. Die Handlung findet in Innenräumen statt, die Schweiz und Brasilien bieten die große Hintergrundkulisse. In seinem zweiten Buch schreibt der Drehbuchautor über einen erfolglosen (Drehbuch)Autor – einige Dialoge entspringen vielleicht aus eigenem Erlebnissen.
Der Protagonist sieht in seinem Leben immer die Möglichkeiten, er kann sich aber nicht entscheiden, also folgt er dem geringsten Widerstand. „Vielleicht war das Flickwerk aus Neurosen … das Ben großspurig „sein Leben“ nannte …“ (S.167). Letztlich kommt es zu einer Aussprache mit Marina und einer Rückkehr in die Schweiz. Zuvor erlebt er aber ein enttäuschendes Erlebnis beim Besuch der Casa Zweig.

Für alle die sich kurzweilig unterhalten wollen und dem Humor, auch dem jüdischen, nicht abgeneigt sind.

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Rezensionen von div:

unterhaltsame Sommerlektüre mit Tiefgang

Juli, August, September von Olga Grjasnowa

Das Cover finde ich sehr erfrischend und bunt gestaltet.

Eine, in London lebende, international verwurzelte jüdische Familie mit russischen Zweigen ist auf die Kanaren zu dem 90. Geburtstag einer Großtante. Lou Kunsthistorikerin und Galeristin und Sergej Klavierspieler, samt kleiner Tochter.

Sergej und Lou beschäftigt die Frage, wie sie ihrer kleinen Tochter Rosa das Jüdisch-Sein vermitteln können/sollen. Wie vermittelt man eine Religion, an die man selber nicht glaubt bzw. keinen Bezug dazu hat?

Lou will ihrer isrealischen Famile und Geschichte auf dem Grund gehen, und reist nach Isreal.

Das Buch bietet einen wunderbaren Einblick in das Leben, Fühlen, den Erwartungsdruck und so weiter von Lou.

Das Buch ist witzig, einfühlsam und tiefgehend geschrieben. Eine Sommerlektüre, die dann doch etwas mehr Tiefgang hat - gefällt mir.

Von mir gibt es eine Empfehlung dafür.

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Rezensionen von Julchentim:

Düsteres Epos voller Verrat und Verzweiflung

Five Broken Blades von Mai Corland

"Five Broken Blades - Verrat ist Pflicht" von Mai Corland ist ein fesselnder Fantasy-Roman, der in eine düstere Welt voller Verrat, Rache und Machtkämpfe entführt. Die Geschichte dreht sich um fünf bzw. eigentlich sechs ausdrucksstarke Charaktere, die ihre Klingen und Fähiglkeiten gegen ein unterdrückerisches Regime erheben haben.

Corland versteht es meisterhaft, eine mitreißende Atmosphäre zu schaffen. Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist von ständigen Bedrohungen geprägt. Die Charaktere sind vielschichtig und tiefgründig, mit der Zeit immer sympathischer werden. Besonders beeindruckend ist, wie die Autorin die inneren Konflikte der Protagonisten darstellt. Jeder von ihnen kämpft mit den Geistern der Vergangenheit und der eigenen Schuld, was ihnen eine beunruhigende Menschlichkeit verleiht.

Die Handlung ist spannend und voller Wendungen. Die Corland hält die Leser mit unerwarteten Entwicklungen und geschickt platzierten Cliffhangern in Atem. Dabei wechselt sie gekonnt zwischen verschiedenen Perspektiven, was dem Roman eine zusätzliche Tiefe verleiht und den Leser in die Gedankenwelt der Figuren eintauchen lässt.

Allerdings ist die Geschichte nicht für Zartbesaitete. Die Brutalität und die oft schonungslose Darstellung der Konsequenzen von Verrat und Betrug können schwer verdaulich sein. Dennoch trägt dies zur Authentizität der Welt bei, die Corland erschaffen hat, und verstärkt das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, das die Protagonisten durchdringt.

Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass der Einstieg in die Geschichte etwas holprig wirkt. Es dauert eine Weile, bis man sich in der komplexen Welt zurechtfindet, und manche Leser könnten von der Fülle an Informationen zu Beginn etwas überfordert sein. Doch wer durchhält, wird mit einer tiefgründigen und intensiven Geschichte belohnt.

Insgesamt ist "Five Broken Blades - Verrat ist Pflicht" ein beeindruckendes Werk, das Fantasy-Fans begeistern wird, die düstere, komplexe und emotionale Geschichten schätzen. Mai Corland zeigt mit diesem Roman eindrucksvoll ihr Talent, eine packende und zugleich nachdenklich stimmende Erzählung zu kreieren, die lange im Gedächtnis bleibt.

Ich durfte das Hörbuch genießen, welches von fabelhaften Sprechern ins Leben gerufen wurde. Ein absoluter Hörgenuss.

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Rezensionen von brauneye29:

Überraschende Geschichte

Die Gräfin von Irma Nelles

Zum Inhalt:
Ein englischer Pilot stürzt mit seinem Flugzeug vor der Hallig Südfall ab, wo die sehr zurückgezogen lebende, achtzigjährige Hallig-Gräfin lebt. Obwohl alles dagegen spricht entwickeln die beide eine Verbindung miteinander.
Meine Meinung:
Mich hat schon das Cover sehr angesprochen, diese sehr zarten Farben und irgendwie kann man sich dort schon hinträumen.

Die Geschichte an sich ist sehr ruhig und lebt von der Beziehung der verschiedenen Menschen und entwickelt, obwohl nicht wirklich viel passiert, einen gewissen Sog. Was ich sehr spannend fand, war dass es die Hallig-Gräfin tatsächlich gab und fand es interessant etwas mehr über sie zu erfahren. So richtig rausgefunden, ob es den Piloten auch gab, habe ich nicht, aber am Ende ist es ja auch ein Roman. Das ganze Plattdeutsch im Buch passt zwar zum Buch, fand ich aber ganz schön schwer zu lesen und zu verstehen. Das Ende hat mich ein wenig überrascht.
Fazit:
Überraschende Geschichte

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Rezensionen von brauneye29:

Eindringliche Geschichte

Als wir Schwäne waren von Behzad Karim Khani

Zum Inhalt:
Im Alter von 10 Jahren flieht Reza mit seinen Eltern aus dem Iran nach Deutschland, genauer gesagt ins Ruhrgebiet. Die Eltern hoffen auf ein besseres Leben, bekommen aber nicht mal ihre Bildungsabschlüsse anerkannt, versuchen aber dennoch in der neuen Heimat anzukommen. Reza kommt mit der Situation deutlich schlechter klar, gleitet schließlich sogar in die Kriminalität ab.

Meine Meinung:
Dies ist ein eindrückliches Buch, wie es Einwanderern ergehen kann, wie schwer sie es haben anzukommen. Der Ich-Erzähler Reza schildert wie schwer es ist, wenn man am Rand der Gesellschaft steht und wie schwer es ist, mit den Verletzungen umzugehen. Und das betrifft nicht nur die Eltern, sondern auch Reza, der allerdings wesentlich mehr Schwierigkeiten hat, damit umzugehen. Viele der Erlebnisse sind krass und kaum zu glauben, aber vermutlich im wahren Leben auch so. Ich finde es gut, dass der Autor seinen Finger in eine Wunde legt, die viele wahrscheinlich noch nie so gesehen haben. Der Schreibstil ist klar, manchmal sehr hart, passt aber gut zu Geschichte.
Fazit:
Eindringliche Geschichte

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Rezensionen von Lesemama:

Kleinstadt-Charme

Meet me in Autumn. Eine Pumpkin spiced Romance von Laurie Gilmore

Zum Buch:

Jeanie übernimmt in Dream Harbor das Pumpkin Spice Café ihre Tante und zieht von Boston in die Kleinstadt. In ihrer ersten Woche lernt sie den grummeligen Logan kennen, zwischen den beiden knistert es ordentlich. Aber Logan ist nicht an eine Liebesbeziehung interessiert, vor allem, da das ganze Ort anscheinend Mitspracherecht hat,vor allem der Buchclub.

Meine Meinung:

Auf das Buch habe ich mich sehr gefreut, seit ich es letzten Herbst sah, allerdings da noch in englisch. Das Cover ist jetzt nicht so mein Fall, das Orginal gefiel mir besser, aber es geht ja um den Inhalt. Und der ist gut, total amüsant zu lesen, ich musste oft lachen. Jeanie und Logan mochte ich gleich, beide total unsicher, aber man spürt so die Chemie zwischen den beiden. Auch die anderen Bewohner der Kleinstadt waren facettenreich, der Bürgermeister, der seine Politik gerne träumt, Hazel, die Buchhändlerin, die genauso ist, wie eine Buchhändlerin einer Kleinstadt sein muss, Annie, die eine Bäckerei hat und der Buchclub, eine Mischung mit ganz wunderbaren, vor allem aber extrem neugierigen Personen. Mich hat die Geschichte jedenfalls sehr gut unterhalten und ich habe es gerne gelesen. Herbstlichen Flair, total süßes Setting, es macht Spaß und hat noch genug Potenzial für weitere Bücher in dem süßen Dream Harbor.

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Rezensionen von brauneye29:

Erst den Vorgängerband lesen

Nur nachts ist es hell von Judith W. Taschler

Zum Inhalt:
Elisabeth war im ersten Weltkrieg Lazarettschwester, und nach dem Krieg studierte sie dann Medizin. Sie heiratet in eine Wiener Ärztefamilie ein und führt gemeinsam mit ihrem Mann eine Praxis. Das Leid der Frauen, die zu Engelmacherinnen berührt sie sehr, doch wie weit ist sie bereit zu gehen?
Alle dies und vieles mehr erzählt Elisabeth ihrer Nichte.

Meine Meinung:
Ich habe leider viel zu spät gesehen, dass es ein Buch vor diesem gab, dass auch schon von der Familie handelte und vermutlich hätte es die Lektüre dieses Buches einfacher gemacht, wenn man es zuerst gelesen hätte. Ich habe mich extrem schwer getan in die Geschichte reinzukommen und wenn ich ehrlich bin, bin ich es bis zum Schluss nicht wirklich. Irgendwie fand ich den Schreibstil auch anstrengend und ich konnte trotz des Stammbaums oft die Zusammenhänge nicht ohne weiteres herstellen. Nachdem ich mich so schwer getan habe ganz klare Empfehlung, zuerst den Vorgängerband zu lesen.
Fazit:
Erst den Vorgängerband lesen

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Rezensionen von Kwinsu:

Ein namhaft tierischer Krimi im norddeutschen Setting

Ein tierischer Fall für den Kommissar von D.G. Ambronn

Kommissar Jörgensen sehnt sich sehr nach seinem in Bälde bevorstehenden Ruhestand. Bedauerlicherweise muss er sich innerhalb kürzester Zeit mit zwei Leichen auseinandersetzen, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben. Der eine starb bei einem mutmaßlichen Unfall mit einem Pferd, der andere wurde offensichtlich erschossen und ist noch dazu ein Parlamentsmitarbeiter.

Zu den Ermittlungen im politischen Milieu gesellt sich immer wieder eine auffällige Frau, bei der unklar ist, wie sie in den Kontext passt. Die Ermittlungen nehmen Fahrt auf und immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen.

D.G. Ambronn schafft mit "Ein tierischer Fall für den Kommissar" einen kurzweiligen Krimi, der sich vor allem durch seinen schrägen Humor auszeichnet. Die Figuren sind oft bissig überzeichnet, es wird kein gutes Haar an Politiker:innen gelassen, die manch sonderbare Eigenschaften an den Tag legen. Liebevoll ausgewählte Nachnamen aus der Tierwelt wurden vielen Charakteren verpasst und sind wohl einer der Gründe für den Buchtitel. Die Kapitel sind kurz und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was der Geschichte ein angenehmes Tempo und eine gute Abwechslung verpasst. Ein gewisser Lokalkolorit verleiht dem Buch einen erfrischenden Charme. Der Kriminalfall schließt mit einem offenen Ende, das aber das Erzählte gut abrundet.

Die Gründe, weshalb ich bei meiner persönlichen Bewertung zwei Sterne abziehe sind folgende: für mich blieben einige Fragen offen, was damit zu tun hat, dass ich die Jörgensen-Reihe noch nicht kannte und ein gewisses Maß an Vorkenntnissen von Nöten ist, um alle Anspielungen zu verstehen. Der etwas kauzige und berufsmüde Kommissar (mitsamt seiner Frau und dem Kater Salito) ist (sind) mir sehr sympathisch und ich möchte sehr gern die Vorgängerkrimis lesen, weil ich den Schreibstil des Autors sehr mag. Ich bin mir sicher, dass sich dann meine Fragezeichen in Luft auflösen. Einige Figuren waren nach meinem Geschmack zu überzeichnet und zu wertend was das andere Geschlecht betrifft. Die Wertungen mögen zwar bestimmt der Realität entsprechen, es liegt mir persönlich aber nicht so und könnte für mich in der Literatur auch ausgespart werden. Zudem konnte ich teilweise den Humor, vor allem was die Protagonistin Monique betrifft, nicht verstehen. Auch von ihr gibt es schon Vorgeschichten und hier habe ich mir oft schwer getan, ihr folgen zu können.

Mein Fazit: ein tierischer Fall für den Kommissar ist ein kurzweiliger und humoriger Krimi, bei dem es aber von Vorteil ist, wenn man die ersten Teile der Jörgensen-Reihe kennt, um die Geschichte gut nachvollziehen zu können. Wer einen speziellen (norddeutschen) Humor und überzeichnete Charaktere gemixt mit einer spannenden Krimihandlung mag, ist hier gut aufgehoben.

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