Kunden em pfehlungen
Rezensionen von peedee:
Aufgerundete 3 Sterne
Die dunkle Seite der Schokolade von Dina Casparis
Serafine Montalin wird als interne Ermittlerin im Schokoladenkonzern „CacaoBest“ eingestellt. Als Lebensmittelchemikerin und Juristin mit Doktortitel bringt sie das richtige Rüstzeug mit. Ihr heimliches Ziel ist, den vermeintlichen Unfalltod ihres Vaters aufzuklären. Bei ihren Ermittlungen, auch in Bezug auf den Übernahmekampf um die Schokoladenfabrik „Chocolat Grison“, stösst sie auf düstere Kapitel der Vergangenheit…
Erster Eindruck: Das Cover, das wie eine Schokoladentafel gestaltet ist, gefällt mir sehr gut, ebenso der Buchtitel.
Serafine nimmt also einen Job als interne Ermittlerin an, scheint aber in erster Linie nur ihrem persönlichen Ziel, der Aufklärung des vermeintlichen Unfalltodes ihres Vaters, nachzugehen. Hat sie gedacht, sie müsste nur mal eben ein bisschen in den Archiven stöbern und ein paar Mitarbeitende befragen, und dann wüsste sie, was wirklich vor fünfzehn Jahren passiert ist? Tja, schön wärs. Der neue Job hat so seine Tücken, denn die Geschäftsführerin von „CacaoBest“ sagt nicht deutlich, was sie erwartet. Aber sie will es auf jeden Fall sofort erledigt haben. Geht klar! Und selbstverständlich sollte sich Serafine an den Dresscode halten, von dem sie jedoch meilenweit entfernt ist. Sie wird nicht von Seiten der Rechtsabteilung unterstützt: Die Chefin des Rechtsdienstes opponiert zuerst, doch dann macht sie plötzlich einen auf neue beste Freundin? Als Serafine wegen der geplanten Übernahme der „Chocolat Grison“ nach Chur reisen muss, werden viele Emotionen und Erinnerungen an die Vergangenheit aufgewühlt...
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch war für mich deutlich mehr eine Familiengeschichte als ein Krimi, d.h. mir hat die Spannung gefehlt. Es war auch nicht Cozy Crime, dafür fehlte mir der Humor. Die Geschichte zeigte interessante Details über die Schokoladenproduktion oder die Rohstoffbeschaffung, was sicherlich eine grosse Recherchearbeit bedingte. Die familiären und beruflichen Verbindungen der Montalins mit den von Vilans waren komplex, für mich mit der Zeit zu viel, zu erschlagend. Am besten hat mir Salomé, Serafines Mutter, gefallen. Von mir gibt es aufgerundete 3 Sterne.
Rezensionen von DoraLupin:
Rebenbeben
Heimatsommer von Petra Durst-Benning
Ich habe schon historische Romane der Autorin gelesen die mir sehr gefallen haben, deshalb war ich auch auf das aktuelle Buch von ihr gespannt. Diesmal handelt das Buch in der Gegenwart und macht vorallem auf die Probleme der Winzer in kleinen Städten aufmerksam, das Buch macht aber auch Hoffnung, dass wenn man an einem Strang zieht, alle gemeinsam viel mehr erreichen können als man denken mag.
Die Geschichte handelt von Fleur, diese liebt das Leben in Goldberg. Nirgendwo ist es so schön und idyllisch wie in ihrer Heimat. Doch alles gerät ins Wanken, als ihre Mutter Helene stirbt und die Zukunft des Weinorts auf dem Spiel steht. Zusammen mit ihrer besten Freundin Eleonore beschließt Fleur, für ihre Stadt zu kämpfen. Goldberg soll richtig aufblühen! In Schwung kommen ihre Pläne allerdings erst, als Jean-Claude, Koch und vielgereister Weltenbummler, in die Heimat zurückkehrt. Plötzlich liegt Hoffnung in der Luft – und wird auch Fleurs Herz wieder eine Heimat finden?
Der Schreibstil ist von Anfang an sehr leicht und einfach zu lesen gewesen, vorallem das fiktive Dorf "Goldberg" wird anschaulich beschrieben. Man konnte sich die Weingegend, die Bewohner und das Dorf sehr gut vorstellen, und besonders gefreut hat mich einige reale Städtenamen zu lesen, da ich selbst gebürtig aus Baden-Württemberg komme und deshalb natürlich alles noch besser vor Augen hatte. Teilweise hat sich der Mittelteil des Buches etwas gezogen aber insgesamt hatte die Geschichte sehr viel Charme und Wohlfühlflair.
Die Geschichte handelt vorallem in der Gegenwart, es gibt aber auch ein paar kleine Abstecher in die Vergangenheit und diese haben mich sogar noch mehr gepackt als die Story in der Jetztzeit. Gerne hätte ich noch mehr über die Freundschaft zwischen Helene und Agnes gelesen und hätte dafür die Gegenwart etwas gekürzt, aber dies ist natürlich Geschmackssache.
Insgesamt ist die Handlung ganz klar auf einen Wohlfühlroman ausgelegt, mit viel Zusammenhalt im Dorf, neuen Ideen, ganz viel Natur und Wein aber auch die Probleme der Winzer kommen im Buch vor. Wer Spannung oder große Geheimnisse sucht, ist hier falsch aber wer bei einem Glas Wein eine sehr gemütliche Story lesen möchte, der ist hier genau richtig.
Rezensionen von Krani:
Schön und grausam
Meine Berge bist du von Francesco Vidotto
Briefe an die Berge kann die Post nicht zustellen. In einem entlegenen Dorf in den italienischen Alpen taucht ein ganzes Paket solcher Briefe auf. Es ist die Grundlage dieses Buches.
Die Idee, sich an einen der Berggipfel zu wenden, wenn man etwas Bewegendes zu erzählen hat, ist berührend. Täglich schauen die Dorfbewohner dort hinauf.
Es sind einfache Menschen, die ein hartes Leben haben. In den Briefen schildern sie den Bergen amüsante, seltsame und schöne Episoden, die sich zu einer Geschichte zusammenfügen. Doch es ist kein Idyll, denn es fehl nicht an Grausamkeit und überraschenden, unschönen Wendungen.
Die Darstellung als eine Art Briefroman ist etwas anspruchsvoll: Man muss sehr darauf achten, wer jetzt gerade erzählt und in welcher Zeit man sich befindet, um alles richtig zu verstehen. Das Ganze ist poetisch erzählt, schön zu lesen und voller Weisheit. Empfehlung!
Rezensionen von xdeano:
Außergewöhnlich
REM von Annika Strauss
„REM“ von Annika Strauss und Sebastian Fitzek ist ein Buch, das sich nicht ganz so leicht in eine Schublade stecken lässt.
Ich bin ohne jegliche Erwartungen oder Ideen an diese Geschichte herangetreten, und war dann doch sehr überrascht, wie sich das ganze entfaltet hat.
Schon zu Beginn fällt auf, dass der klassische Horror, den man vielleicht erwartet, zunächst ausbleibt.
Der Gruselfaktor bleibt eher zurückhaltend und ist nur bedingt vorhanden. Jedoch gibt das Buch relativ gute Gore-Szenen her.
Stattdessen entwickelt sich die Geschichte mehr in Richtung Sci-Fi-Thriller, was eine spannende, wenn auch etwas unerwartete Wendung ist.
Die Figuren haben mir im großen und ganzen gut gefallen, auch wenn manche von ihnen eher nur Mittel zum Zweck waren. Besonders Alysee als Hauptprotagonisitn hat mich angesprochen. Eine wirkliche taffe Figur, die gegen ihre größten Ängste angekämpft, und sich nicht unterkriegen lässt.
Ein großer Pluspunkt sind die kurzen Kapitel. Sie sorgen dafür, dass man schnell vorankommt und das Gefühl hat, ständig in Bewegung zu bleiben. Das liest sich flüssig und macht es leicht, „nur noch ein Kapitel“ dranzuhängen.
Inhaltlich wirft die Story einige Fragen auf, und es bleibt spannend, ob am Ende wirklich alles schlüssig aufgelöst wird. Allerdings wirkt die Erklärung mancher Zusammenhänge etwas seltsam oder nicht ganz durchdacht, was den Gesamteindruck leicht trübt.
Mit dieser Art von Auflösung habe ich absolut nicht gerechnet. Sie ist zwar für mich etwas over the top und extrem wild, aber dann doch auch schon wieder so verrückt, dass es irgendwie cool war.
Trotzdem: Ich bin nicht enttäuscht darüber, dass sich das Buch nicht wie ein „klassischer Fitzek“ anfühlt. Schließlich handelt es sich um eine Kooperation, und das merkt man auch im Stil. Daher kann ich die negativen Bewertungen diesbezüglich nicht ganz nachvollziehen.
Wer also bereit ist, sich auf etwas anderes einzulassen und keinen reinen Horror erwartet, könnte hier durchaus auf seine Kosten kommen.
Besonders Horror/Thriller Einsteigern könnten hier ihren Spaß finden.
Abschließend kann ich sagen, dass ich eine interessante Zeit mit dem Buch hatte. Es ist eher ein kurzweiliges Werk, aber für das was es ist, fand ich es unterhaltend.
Von mir gibt es 3.75 Sterne (aufgerundet auf 4) , und ich bin offenen, noch weitere Werke von Annika Strauss zu lesen (von Sebastian Fitzek bin ich sowieso schon seit gut 10 Jahren ein großer Fan).
Rezensionen von xdeano:
Außergewöhnlich
REM von Annika Strauss
„REM“ von Annika Strauss und Sebastian Fitzek ist ein Buch, das sich nicht ganz so leicht in eine Schublade stecken lässt.
Ich bin ohne jegliche Erwartungen oder Ideen an diese Geschichte herangetreten, und war dann doch sehr überrascht, wie sich das ganze entfaltet hat.
Schon zu Beginn fällt auf, dass der klassische Horror, den man vielleicht erwartet, zunächst ausbleibt.
Der Gruselfaktor bleibt eher zurückhaltend und ist nur bedingt vorhanden. Jedoch gibt das Buch relativ gute Gore-Szenen her.
Stattdessen entwickelt sich die Geschichte mehr in Richtung Sci-Fi-Thriller, was eine spannende, wenn auch etwas unerwartete Wendung ist.
Die Figuren haben mir im großen und ganzen gut gefallen, auch wenn manche von ihnen eher nur Mittel zum Zweck waren. Besonders Alysee als Hauptprotagonisitn hat mich angesprochen. Eine wirkliche taffe Figur, die gegen ihre größten Ängste angekämpft, und sich nicht unterkriegen lässt.
Ein großer Pluspunkt sind die kurzen Kapitel. Sie sorgen dafür, dass man schnell vorankommt und das Gefühl hat, ständig in Bewegung zu bleiben. Das liest sich flüssig und macht es leicht, „nur noch ein Kapitel“ dranzuhängen.
Inhaltlich wirft die Story einige Fragen auf, und es bleibt spannend, ob am Ende wirklich alles schlüssig aufgelöst wird. Allerdings wirkt die Erklärung mancher Zusammenhänge etwas seltsam oder nicht ganz durchdacht, was den Gesamteindruck leicht trübt.
Mit dieser Art von Auflösung habe ich absolut nicht gerechnet. Sie ist zwar für mich etwas over the top und extrem wild, aber dann doch auch schon wieder so verrückt, dass es irgendwie cool war.
Trotzdem: Ich bin nicht enttäuscht darüber, dass sich das Buch nicht wie ein „klassischer Fitzek“ anfühlt. Schließlich handelt es sich um eine Kooperation, und das merkt man auch im Stil. Daher kann ich die negativen Bewertungen diesbezüglich nicht ganz nachvollziehen.
Wer also bereit ist, sich auf etwas anderes einzulassen und keinen reinen Horror erwartet, könnte hier durchaus auf seine Kosten kommen.
Besonders Horror/Thriller Einsteigern könnten hier ihren Spaß finden.
Abschließend kann ich sagen, dass ich eine interessante Zeit mit dem Buch hatte. Es ist eher ein kurzweiliges Werk, aber für das was es ist, fand ich es unterhaltend.
Von mir gibt es 3.75 Sterne (aufgerundet auf 4) , und ich bin offenen, noch weitere Werke von Annika Strauss zu lesen (von Sebastian Fitzek bin ich sowieso schon seit gut 10 Jahren ein großer Fan).
Rezensionen von Ameland:
Auch Umwege können ans Ziel führen
Die Krabbenfischerin - Das Erbe der Küste von Danela Pietrek
Bewertet mit 4,5 Sternen
Runa Hansen stammt aus einer Krabbenfischerfamilie, die auf der Krummhörn ansässig ist. Sie lebt mit ihrem 17-jährigen Sohn in Hamburg und ist beruflich sehr erfolgreich. Dann erreicht sie die Nachricht, dass ihr ältester Bruder verunglückt ist. Nach dem Tod des Erben steht der Familienbetrieb vor dem Aus.
Es stehen schwerwiegende Entscheidungen innerhalb der Familie an.
Die Geschichte der Familie Hansen wird von Danela Pietrek sehr realistisch beschrieben. Es kommen nicht nur die interfamiliären Konflikte zur Sprache, sondern auch die Schwierigkeiten, mit denen die Krabbenfischer zu kämpfen haben. Schwierigkeiten wie gesetzliche Vorgaben, technischer Fortschritt und veränderte Klimabedingungen, die sich auch auf das Leben in der Nordsee auswirken. Ich fand den Einblick in das Leben und die Arbeit von Krabbenfischern sehr interessant.
Ihre Charaktere sind lebendig, tief und authentisch beschrieben und entwickeln sich im Verlauf der Geschichte weiter. Als absoluter Nordseefan haben mir die Beschreibungen der Landschaft, der Orte und des Klimas sehr gut gefallen, besonders da ich schon mehrmals an den Schauplätzen Urlaub gemacht habe. Meine Sehnsucht nach Norddeutschland und der Nordsee wurde beim Lesen immer schlimmer.
Ein wunderschöner Roman voller Emotionen rund um den langsam aussterbenden Beruf der Krabbenfischer.
Rezensionen von Jule:
Sehr bedrückend
Salto von Kurt Prödel
2,5 von 5
"Salto" von Kurt Prödel ist ein Buch, das nah am Leben ist und es definitiv nicht auf die leichte Schulter nimmt. Es ist größtenteils bedrückend und die Leichtigkeit fehlt. Aber gibt es in dem Leben von Marko überhaupt so etwas wie Leichtigkeit?
Marko hat sein Abi abgeschlossen und möchte jetzt Arzt werden – das hat er zumindest seiner Mutter versprochen.
Und damit fängt es an. Die Sorgen, die Zweifel und die Ängste. Marko ist nicht der Selbstsicherste und lässt sich auch gerne mal leicht verunsichern. Auch in Ungarn wird schnell deutlich, dass es alles andere als die richtige Entscheidung von ihm und seinem Vater war, ihn dorthin zu schicken, nur damit er Medizin studieren kann.
Die Beziehung zwischen Marko und seinem Vater ist nicht unbedingt die leichteste, um es mal so zu sagen. Beide leben in stetiger Trauer und irgendwann offenbaren sich weitere Probleme, die die zwei in finanzielle Sorgen stürzt.
Und dann kommt irgendwann auch noch das Leben dazwischen...
Kurt Prödel kann sehr eindringlich schreiben und eine besonders runterziehende und deprimierende Atmosphäre kreieren. Er kommt ohne viel Schnickschnack klar und seine Dialoge sind Dialoge. Nicht mehr und nicht weniger. Sie zeigen nur die Worte der Personen und nichts anderes. Man muss sich darauf einlassen. Mir wurde es zwischendurch aber zu eintönig und besonders die Handlung fand ich zu Beginn etwas repetitiv. Erst das Ende hat es rausgerissen und die Stimmung bei mir gehoben.
Alles in allem ist dieses Buch etwas für Menschen, die mit deprimierender und bedrückender Atmosphäre gut klarkommen und einen etwas anderen Schreibstil lieben.
Mich hat diese Geschichte leider nicht so gepackt, wie ich es mir erhofft hatte.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Lieselotte Fieber:
Persönlichkeit oder Projektion
Die Namen von Florence Knapp
In dem Roman wird mit der Frage gespielt, wieviel macht die Persönlichkeit einen Menschen aus und wieviel die Projektion der Eltern auf einen bestimmten Namen. Was macht es mit einem Kind, das einen s.g. Generationennamen trägt?
Gleichzeitig wurde ich als Leserin angeregt, über die verschiedenen Wendepunkte in meinem Leben nachzudenken und ob ich vielleicht nicht doch falsch abgebogen bin……
Eine absolute Leseempfehlung, aber nur, wenn man bereit ist, sich auch auf die Abgründe menschlichen Verhaltens einzustellen und auszuhalten.
Rezensionen von Krani:
Sehr fesselnd
Solange ein Streichholz brennt von Christian Huber
Alina will eine Fernsehreportage über einen Obdachlosen drehen und trifft auf Bohm. Zuerst scheint es, als werde da jemand fürs Fernsehen verheizt, weil die Journalistin das für ihre Karriere braucht. Kritik an der Medienwelt scheint auf. Aber das ist es nicht.
Es geht um Menschen, und wir kommen ihnen sehr nahe.
Die sehr unterschiedlichen Lebenswelten der Protagonisten werden kapitelweise abwechselnd dargestellt. So erhalten wir einen authentischen Einblick. Es entfalten sich zwei interessante und verwundete Persönlichkeiten, die beide ihre Entwicklungen durchmachen. Besonders die von Bohm hat mich sehr berührt.
Der Stil ist lebendig und leicht zu lesen. Das war sehr fesselnd! Eine eigentlich einfache Geschichte, toll erzählt.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Sehr empfehlenswertes Praxisbuch mit vielen Übungen
The Artist's Toolkit von Käthe Wenzel; Nadja Driller
Der Haupt Verlag ist dafür bekannt, ganz besonders schön und ansprechend gestaltete Bücher herauszubringen. Da ist auch die neueste Erscheinung - The Artist's Toolkit - keine Ausnahme. Es handelt sich um ein Buch, das schon viel Freude macht, wenn man es nur anschaut und durchblättert, denn es ist wunderschön gestaltet und steckt voller Inspiration.
Es ist ein Mitmachbuch, das dazu einlädt, sich mit verschiedenen Themen, die für künstlerische Tätigkeiten relevant sind, experimentierend auseinanderzusetzen. Trockene Theorie gibt es hier nicht, die Einführung in die jeweiligen Schwerpunkte ist kurz und knapp gehalten, danach geht es immer sofort an die praktische Arbeit und ans Ausprobieren. Das Buch beginnt mit einer Einführung in die hilfreiche innere Haltung beim künstlerischen Arbeiten und betont dabei, wie wichtig Prozessorientierung, Üben und Offenheit für die künstlerische Arbeit sind. Passend dazu ist dem Thema "Fehler machen" ein ganzes Kapitel gewidmet.
Geübt wird zum Beispiel blind zu zeichnen, jeden Tag Notizen zu machen, bewusst die eigene Umgebung zu beobachten, dabei den Fokus auf ein bestimmtes Thema zu lenken, einen Gegenstand in immer neuer Umgebung zu betrachten und vieles mehr. Wer sich auf diese Übungen einlässt, schult nicht nur die eigene Kreativität, sondern auch die Wahrnehmung der Welt, das Durchhaltevermögen und vieles mehr. Dadurch erwirbt man viele wichtige Fähigkeiten, die im Kunstbereich, aber auch in vielen anderen Bereichen nützlich und hilfreich sind und bekommt damit, in den Worten der Autorinnen "eine gut bestückte Werkzeugkiste mit künstlerischen Überlebenstechniken" (S. 190).
Inhaltlich geht es außerdem um Themen wie Skizzieren, Inspiration finden, Durchhaltevermögen, Umgang mit verschiedenen Materialien, Mut zur Lücke, bewusste Raumwahrnehmung, Organisation und schließlich auch um das Veröffentlichen der eigenen Werke, damit auch andere Menschen davon inspiriert werden und sich darin spiegeln können. In den Kapiteln finden sich viele Übungen zum praktischen Ausprobieren und am Ende jedes Kapitels gibt es weiterführende Literaturtipps für eine tiefer gehende Beschäftigung mit dem jeweiligen Schwerpunktthema sowie Selbsttests und Reflexionsfragen.
Das Buch eignet sich mit seiner offenen, Mut machenden Gestaltungsweise gut für Menschen, die sich neu mit dem Thema Kunst und eigene Kreativität beschäftigen. Es kann problemlos im Selbststudium durchgearbeitet werden. Man merkt den Autorinnen an, dass sie viel Erfahrung in der praktischen Arbeit mit Studierenden und in der Vermittlung des künstlerischen Handwerks haben. Auch ich als Hobbykünstlerin ohne berufliche Ambitionen in diesem Bereich habe mir eine Menge aus diesem inspirierenden Buch mitnehmen können und viele der Übungen und Haltungen daraus werden mich noch weiterhin begleiten. Aber auch Menschen, die sich schon länger mit dem Thema beschäftigen, können sich bestimmt so einiges mitnehmen, denn durch die praktischen Übungen haben alle die Möglichkeit, sich von ihrem eigenen Niveau aus weiterzuentwickeln.










