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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von LeserinLu :

Abgedreht

Verlorene Schäfchen von Madeline Cash

Der Roman „Verlorene Schäfchen“ von Madeline Cash erzählt von der Familie Flynn, die nach außen hin alle Voraussetzungen für ein geordnetes Vorstadtleben mitbringt und innerlich längst zerrüttet ist. Jedes Familienmitglied versucht auf seine eigene Weise mit der Krise umzugehen: Die Mutter stellt mit ihrer Entscheidung, die Ehe zu öffnen, das bisherige Gefüge infrage, während Vater Bud sich zunehmend zurückzieht.

Auch die drei Töchter bewegen sich auf sehr unterschiedlichen, teils skurrilen Wegen durch ihre persönlichen Probleme. Dabei wirkt vieles überzeichnet und abgedreht, was den Reiz des Romans ausmacht.

Besonders gelungen fand ich deshalb den Ton des Romans: stellenweise bitterböse und witzig, dann wieder überraschend warmherzig. Viele Beobachtungen sind pointiert und bleiben im Gedächtnis: „Kinder hinterließen immer Spuren. Wie Schnecken.“ Die Handlung selbst hat aus meiner Sicht kleinere Schwächen und wirkt stellenweise etwas zerfasert. Das macht aber nichts, weil der Roman vor allem von seinen Figuren und seinem Ton lebt.

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Rezensionen von DoraLupin:

Keine sommerliche Urlaubslektüre

Sandwich von Catherine Newman

Nachdem ich das Cover gesehen hatte, dachte ich das Buch ist eine sommerliche Urlaubslektüre das man auch gut im Strandkorb lesen kann. Das Buch ist aber tiefgründiger und hat schon sensible und schwerere Themen, sodass man es nicht "mal eben weglesen" kann.

Seit zwei Jahrzehnten freut sich Rocky auf den jährlichen Ausflug ihrer Familie nach Cape Cod.

Ihr rustikales Ferienhaus am Strand ist ein Ort voll schöner Erinnerungen, dessen schrullige Möbel und nicht zusammenpassende Töpfe und Pfannen sie wie alte Freunde begrüßen. Diesen Sommer, mit ihren Kindern, die erwachsen genug sind, um ohne sie Spaß zu haben, aber noch jung genug, um sie zu brauchen, und ihren Eltern, die noch leben und gesund sind, möchte Rocky am liebsten für immer bewahren. Eine kostbare Woche, in der alles im Gleichgewicht ist. Doch als plötzlich nicht mehr allein ihr Körper für Überraschungen sorgt, gerät die präzise ausbalancierte Urlaubsdynamik ins Wanken. Keine Familie ist perfekt, aber Rockys ist unfassbar liebenswert.

Ich hatte ein wenig Probleme mit dem Buch, weil ich andere Erwartungen hatte. Ich hatte mir eine sommerliche Lektüre gewünscht, mit ein wenig Tiefgang klar, aber das Buch war für mich dann etwas schwer und nicht so locker-leicht wie ich es gerne gehabt hätte. Manchmal ist es ja auch das falsche Buch zur falschen Zeit, wenn man mit anderen Erwartungen an die Geschichte ran geht. Deshalb habe ich auch eine Weile gebraucht für das Buch, obwohl ich Geschichten sonst meist in einem Rutsch lesen.

Wenn man sich bei diesem Buch klar ist, dass es eine ziemlich tiefgründige und schwere Geschichte ist, dann macht es sicher auch Spaß zu lesen, für den Strandkorb ist es eher nicht so geeignet.

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Rezensionen von DoraLupin:

Magisches Pferdeabenteuer

Avelora - Das Internat der magischen Pferde von Amelie Benn

Als die 11-jährige Reena herausfindet, dass sie magische Pferde in ihrer wahren Gestalt sehen kann, steht ihre Welt Kopf. Niemals hätte sie gedacht, dass es Wasserpferde, Flammenpferde und Blütenpferde wirklich gibt! Kurz darauf erreicht sie eine Einladung in das geheime Internat Burg Avelora auf der mystischen Insel Galantis - ein sagenumwobener Ort, an dem Kinder lernen, mit Elementpferden umzugehen.

Endlich erfährt Reena mehr über ihre seltene Gabe und die geheimnisvollen Pferde - und verbindet sich bei einem magischen Ritual mit ihrem Seelenpferd . Doch schon bald bedroht eine dunkle Magie das Internat, und gemeinsam mit ihrem Flügelpferd und ihren neuen Freunden muss Reena all ihren Mut zusammennehmen, um Avelora zu retten ...

So ein Buch hätte ich mir in meiner Kindheit gewünscht, schon das Cover ist wunderschön gestaltet und man erkennt sofort, dass jedes Herz eines Pferdemädchens sofort höher schlagen wird! Es hat etwas magisches und etwas abenteuerliches, was beides sehr gut zur Geschichte passt!

Der Schreibstil ist altersgerecht und leicht und einfach zu lesen, dennoch aber auch mitreißend und spannend. Man möchte das Buch eigentlich gar nicht aus der Hand legen.

Die Geschichte kann ebenfalls punkten, mit viel Liebe zu Pferden und viel Magie und fantasievollen Ideen. Es geht aber auch um Freundschaft und Zusammenhalt und darum für etwas einzustehen. Man lernt also als Kind noch ganz tolle Werte kennen.

Fazit: Ein richtig schönes Buch für Mädels (und Jungs) die Pferde und Fantasie mögen.

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Rezensionen von DoraLupin:

Spannende Idee

ZIMMER 706 von Ellie Levenson

Kates Leben wird von einer Sekunde auf die andere auf den Kopf gestellt, als ein Anschlag auf das Hotel ausgeübt wird in dem sie sich gerade befindet. Dort ist sie um sich mit ihrer Affäre zu treffen. Sie muss ihrem Mann davon erzählen. Und wieso ist sie überhaupt dort, obwohl sie glücklich verheiratet ist und ihre Kinder über alles liebt.

Schon der Klappentext hatte mich hier sehr neugierig gemacht, denn die Idee ist toll über so eine Ausnahmesituation zu sehen. Oft habe ich mich als Leser gefragt: Was würdest du in so einer Situation jetzt machen, was wäre dir wichtig und wie würdest du dich verhalten?

Die Geschichte wird einmal in der Gegenwart im Hotelzimmer geschrieben und auf einer anderen Zeitebene erfährt man wie die Protagonistin ihren Mann und ihre Affäre kennen gelernt hat, es blieb also immer abwechslungsreich. Teilweise hatte die Geschichte ein paar Längen im Mittelteil, aber ansonsten war sie sehr interessant zu lesen.

Schade, dass das Ende so offen geblieben ist und einige Fragen nicht beantwortet worden sind, aber dies ist immer Geschmackssache.

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Rezensionen von brauneye29:

Spannend

Bachelorette Party von Camilla Sten

Zum Inhalt:
Der Junggesellinnenabschied von Anneliese soll ein traumhaftes Wochenende auf einer abgelegenen Schäreninsel werden mit Yoga am Strand und einer guten Zeit mit den besten Freundinnen. Doch genau auf dieser Schäreninsel verschwanden vor Jahren 4 Frauen spurlos. Als das eigentlich sicher vertäute Boot plötzlich weg ist und die Frauen auf der Insel gefangen sind und das wird nicht das letzte schreckliche sein.

Meine Meinung:
Der Klappentext las sich schon sehr interessant und spannend und genau das ist das Buch bzw. Hörbuch auch. Allein die Vorstellung auf einer Insel gefangen zu sein ist ja schon gruselig, wenn dann aber auch noch die vor Jahren geschehene Geschichte scheinbar eine Wiederholung haben könnte, spätestens dann ist Panik angebracht. Ich fand die Geschichte enorm spannend erzählt und auch das Hörbuch sehr gut gelesen. Mir haben beide Versionen gut gefallen, wobei ich die Hörbuchversion fast noch einen Ticken besser fand, weil das Hörbuch wirklich gut gelesen war.
Fazit:
Spannend

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Rezensionen von Shilo:

Zwischen Farbe und Freiheit

In Zeiten des blauen Lichts von Paula McLain

Am Anfang steht ein leiser Traum. Es geht um eine Farbe, die mehr sein soll als nur ein schöner Ton. Ein Blau, das Weite und Hoffnung in sich trägt und das Leben verändern kann.
Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die in einer Welt lebt, in der ihr vieles nicht erlaubt ist. Trotzdem hält sie an ihrem Wunsch fest, selbst Farben herzustellen.

Besonders ein bestimmtes Blau lässt sie nicht los, weil es für sie Freiheit bedeutet.
Die Handlung führt in das Paris des 17. Jahrhunderts, mitten hinein in die Arbeit der Gobelin-Manufaktur. Dort wächst Alouette als Tochter eines Färbers auf und kennt die Welt der Farben von klein auf. Doch obwohl sie alles sieht und versteht, bleibt ihr der Zugang verwehrt. Frauen dürfen dieses Handwerk nicht ausüben. Gerade das macht ihren Wunsch nur stärker. Heimlich beginnt sie, eigene Versuche zu machen, und arbeitet Schritt für Schritt an ihrer Idee von diesem besonderen Blau.
Beim Lesen entsteht schnell eine Nähe zu Alouette. Ihre Gedanken und ihr leiser Widerstand lassen sich gut verstehen. Vieles passiert im Kleinen. Sie probiert aus, arbeitet heimlich weiter und muss stets aufpassen, nicht entdeckt zu werden. Das wirkt glaubwürdig und macht ihre Situation greifbar.
Gleichzeitig gibt es noch eine zweite Handlung, die viele Jahre später spielt. Die Stimmung ist dort deutlich schwerer. Mit Kristof kommt eine Figur dazu, die versucht, Menschen zu helfen. Erst wirken beide Geschichten getrennt, später wird klar, dass sie zusammenhängen.
Auch die Beziehung zu Étienne fügt sich gut in die Handlung ein. Sie steht nicht im Mittelpunkt, ist aber wichtig für Alouette. Es geht um Nähe, aber auch darum, was es bedeutet, zusammenzuhalten, wenn es schwierig wird.
Dazu kommt die Atmosphäre in Paris, die sich gut vorstellen lässt. Die Werkstätten, die Arbeit mit den Farben und das Leben in der Stadt sind einfach beschrieben und geben ein klares Bild. Man spürt die Geduld und die Arbeit, die hinter allem steckt.
Im weiteren Verlauf wird deutlich, wie viel Mut es braucht, den eigenen Weg zu gehen. Alouette stellt sich gegen feste Regeln und geht dabei ein großes Risiko ein. Auch im zweiten Handlungsstrang zeigt sich, wie schwer es ist, durchzuhalten, wenn alles unsicher wird.
Die Geschichte bleibt dabei ruhig und konzentriert sich auf das, was wirklich zählt. Es geht um Hoffnung und darum, nicht aufzugeben, auch wenn es nicht leicht ist.
Am Ende fügt sich alles gut zusammen. Die beiden Zeitebenen greifen ineinander und ergeben ein stimmiges Bild. Die Figuren wirken nahbar und die Handlung entwickelt sich ohne Umwege. Ein ruhiger Roman, der noch eine Weile im Kopf bleibt.
5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die ruhige historische Romane mögen, in denen starke Frauen, leise Gefühle und zwei Zeitebenen im Mittelpunkt stehen. Besonders für alle, die Geschichten mögen, die ohne große Dramatik auskommen und trotzdem nachwirken.

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Rezensionen von Shilo:

Prag, zwei Leben und ein Geheimnis

Das Mädchen aus Prag von Tereza Vanek

Julia steht früh vor einer Entscheidung, die ihr ganzes Leben verändern wird. Sie ist jung, liebt die Musik und ihr Leben in Prag, doch mit dem Einmarsch der deutschen Truppen gerät alles ins Wanken. Die vertraute Welt fühlt sich plötzlich unsicher an. Aus tiefer Sorge um ihren Bruder lässt sie sich auf einen Weg ein, der ihr innerlich widerstrebt und doch unausweichlich scheint.

Im weiteren Verlauf zeigt sich, wie sehr Julia innerlich unter dem leidet, was sie für ihre Familie auf sich nimmt. Die Ehe mit Arthur Spengler bringt ihr nach außen Schutz, fühlt sich für sie selbst aber fremd an. Als sie Antonin begegnet, verändert sich etwas leise in ihr. Zwischen ihnen entsteht eine Nähe, die vorsichtig beginnt und doch schnell an Bedeutung gewinnt. Gerade weil alles im Verborgenen bleiben muss, wirkt jedes Aufeinandertreffen umso intensiver.
Mit dem Fortschreiten des Krieges wird die Lage immer bedrückender. Entscheidungen lassen sich nicht mehr aufschieben und ziehen Folgen nach sich, die sich nicht rückgängig machen lassen. Gleichzeitig öffnet sich ein zweiter Erzählstrang, der viele Jahre später spielt. Dort folgt die Geschichte Marina, die in Prag einen Neuanfang wagt und sich nach und nach mit der Vergangenheit ihrer Familie auseinandersetzt. Ihre Nachforschungen führen Schritt für Schritt zurück zu Julia und machen deutlich, wie eng beide Lebenswege miteinander verbunden sind.
Gerade dieser Wechsel zwischen den Zeiten sorgt dafür, dass sich vieles erst nach und nach erschließt. Während Julias Weg von Verzicht, Angst und inneren Konflikten geprägt ist, wirkt Marinas Suche ruhiger, aber nicht weniger bewegend. Nach und nach fügt sich beides zusammen, und das, was lange im Verborgenen lag, bekommt ein Gesicht.
Die Geschichte wird ruhig und klar erzählt und lebt vor allem von der Nähe zu ihren Figuren. Besonders Julia bleibt lange im Gedächtnis, weil ihre Entscheidungen nachvollziehbar wirken, auch wenn sie oft schmerzhaft sind. Die wechselnden Zeiten fügen sich stimmig zusammen und lassen nach und nach erkennen, wie tief die Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirkt.
Beim Lesen entsteht eine leise Spannung, die weniger von großen Wendungen lebt, sondern von dem, was unausgesprochen bleibt. Gerade die stilleren Momente haben eine besondere Wirkung. Nicht alles überrascht, manches ist in seiner Entwicklung absehbar, doch genau darin liegt auch eine gewisse Ruhe, die gut zur Geschichte passt.
Am Ende bleibt ein Eindruck, der noch nachklingt. Die Verbindung von persönlichem Schicksal und geschichtlichem Hintergrund wirkt glaubwürdig und nahbar, ohne sich in Details zu verlieren.
4 Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle, die ruhige, gefühlvolle historische Romane mit einem Blick in die Gegenwart schätzen.

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Rezensionen von Shilo:

Ein schweres Leben voller Kraft und Durchhalten

Die Löwenmutter von Hera Lind

Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass Claudia kein leichtes Leben hat. Was sie aushalten muss, geht nah, und trotzdem macht sie immer weiter.
In den achtziger Jahren beginnt ihr Leben mit großen Hoffnungen, doch schon bald wird sie vor Aufgaben gestellt, die kaum zu bewältigen sind. Die Geburt von Fünflingen, viel zu früh und voller Sorgen, verändert alles.

Verluste, Angst und die ständige Verantwortung prägen ihren Alltag. Dazu kommt eine Beziehung, die ihr mehr Kraft nimmt als gibt.
Trotz allem bleibt sie nicht stehen. Sie kümmert sich um ihre Kinder, bekommt noch eine weitere Tochter und entscheidet sich später, auch ein fremdes Kind bei sich aufzunehmen. Immer wieder versucht sie, so etwas wie ein Zuhause zu schaffen. Dabei wird deutlich, wie viel Kraft sie das kostet. Vieles gerät ins Wanken, manches ist kaum auszuhalten, und trotzdem macht sie weiter.
Das erste Viertel des Buches braucht etwas Zeit. Es zieht sich stellenweise, weil vieles sehr ausführlich geschildert wird. Danach wird die Handlung deutlich dichter. Es kommt mehr Spannung auf und die Ereignisse entwickeln sich schneller. Gegen Ende nimmt das Tempo noch einmal zu und vieles geht sehr direkt weiter.
Der Schreibstil bleibt dabei ruhig und gut verständlich. Alles lässt sich flüssig lesen, ohne kompliziert zu wirken. Gerade durch die einfache Sprache wirken die schweren Themen umso stärker.
Beim Lesen kommt man Claudia schnell nah. Es wird deutlich, wie viel sie aushalten muss. Die Erzählweise bleibt ruhig, trotzdem geht das Geschehen nicht einfach vorbei. Man bleibt dran, weil man wissen will, wie es mit ihr weitergeht.
Was Claudia erlebt, ist oft schwer. Trotzdem macht sie weiter. Veränderungen lassen lange auf sich warten, und genau das wirkt glaubwürdig und nah am Leben. Nichts wirkt glatt oder geschönt.
Am Ende bleibt ein starker Eindruck im Kopf zurück. Für alle, die solche Lebensgeschichten mögen, ist das Buch sehr lesenswert und bekommt von mir 5 Sterne.

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Rezensionen von Shilo:

Was bleibt, wenn sich das Leben dreht

Mirabellentage von Martina Bogdahn

Der Sommer in Blumfeld fühlt sich ruhig an, fast so wie immer. Doch mit dem Tod des Pfarrers gerät Annas Alltag aus dem Gleichgewicht. Vieles muss plötzlich neu bedacht werden, obwohl sich nach außen hin zunächst kaum etwas verändert.
Anna kümmert sich um das, was ansteht, organisiert die Beerdigung und begegnet dem neuen Priester.

Gleichzeitig rückt ein letzter Wunsch näher, der mehr verlangt als nur Mut. Schritt für Schritt beginnt sich ihr Blick auf das eigene Leben zu verändern.
Erinnerungen tauchen auf, manches lange Verdrängte kommt wieder näher. Auch die Fahrstunden bei Herrn Tanner bringen mehr zurück als nur alte Routine. So entsteht nach und nach das Gefühl, dass dieser Sommer mehr verändert, als es zunächst den Anschein hat.
Die Geschichte entwickelt sich ruhig und ohne Eile. Alles wirkt nah am Alltag und gut nachvollziehbar. Anna macht einfach weiter, obwohl vieles ins Wanken gerät.
Die Begegnungen tragen viel zur Stimmung bei. Der neue Priester bringt eine andere Art mit, die gut in das Dorf passt. Besonders lebendig sind die Fahrstunden bei Manfred Tanner. Dort geht es nicht nur ums Fahren. Alte Erinnerungen kommen zurück, und manches fühlt sich auf einmal wieder offen an.
Beim Lesen entsteht nach und nach das Gefühl, dass sich etwas verändert. Nicht plötzlich, sondern ganz langsam und fast unbemerkt.
Die Geschichte bleibt bis zum Ende ruhig und nah an ihren Figuren. Alles fügt sich stimmig zusammen. Gerade das passt gut zu dieser Erzählweise. Die Veränderungen zeigen sich in kleinen Momenten, die im Gedächtnis bleiben.
Schon der frühere Roman „Mühlensommer“ der Autorin war sehr gelungen. Mit diesem Buch hat sie noch eine Schippe draufgelegt.
Der Sommer, die Erinnerungen und die anstehenden Entscheidungen greifen gut ineinander. Das wirkt glaubwürdig und unaufgeregt.
Ein ruhiges Buch, das lange nachwirkt.
5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die Geschichten mögen, die nah am Leben sind und ohne große Dramatik auskommen.

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Rezensionen von yellowdog:

Täter und Opfer

Hammerfrau von Mario Keszner

Eine Frau wird auf der Straße brutal von einem fremden Mann überfallen und mit einem Hammer geschlagen. Ein schockierender Vorfall von Frauenhass, fast ein Femizid.

Der Roman teilt die Erzählabschnitte wechselnd zwischen Opfer und Täter auf. Sie ist in schwerer Rekonvaleszenz, er sitzt im Gefängnis.

Beide ziehen eine Art Rückblick über ihr Leben. Kann sie, die eine hoffnungsvolle Sängerin war, in ihren Beruf zurückkehren? Wie steht er zu seiner Tat?

Es kommt nicht, wie ich eigentlich erwartet hätte, zu einem direkten Austausch zwischen ihnen. Dennoch schafft es der Autor, einen tiefen Blick in die Gefühlswelt von Täter und Opfer zu gewähren und das ist keine kleine Leistung.

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